Lesbarkeit neue Hochbahn-Bildschirme:
Nachdem nun auch an meiner Luxus-Heimathaltestelle, die eine der wenigen ist, die überhaupt zumindest stadteinwärts über eine dynamische Anzeige verfügen, seit kurzem die neuen Hochbahn Bildschirme hängen, fiel mir im Alltagsbetrieb auf, dass die Lesbarkeit der Wartezeiten deutlich schlechter geworden ist: Engschrift-Ziffern mit noch etwas geringerer Strichbreite als alle anderen Zeichen. Bei den LED-Anzeigern war es Mittelschrift mit sogar 3 LED Strichbreite statt nur 1 LED für alles andere und ich hatte nie im Gegensatz zu heute den Bedarf, näher an das Gerät heranzutreten, um die Wartezeit sicher erkennen zu können. Im übrigen offenbar ein Trend zu immer kleineren Schriften von dynamischen ÖPNV-Anzeigen.
VHH-DFI:
Auf einer meiner wenigen notwendigen Fahrten abseits meiner Standard-Verbindung zu einem dringend einzuhaltenden Termin am 6.8. nahe S-Blankenese war es unerlässlich und auch schneller, auf die unzuverlässige S-Bahn zu verzichten und auf die Busse 391 und 22 zu setzen. Die HVV-Geofox Auskunft zeigte kurz vor Abfahrt pünktliche Busse mit aber nur 2 Min. Umsteigezeit Hagenbeck an. Also auch Alternativen von dort mit U2/S1 sicherheitshalber notieren und auch der nächste 22er, falls pünktlich, sollte Blankenese noch 6 Min. vor dem Termin erreichen. Die Einblendungen in der Fahrplanauskunft deuteten dann auch erhebliche Probleme um den Eppendorfer Marktplatz mit deutlichem Verspätungspotential für den 22er an. Für den 391 wurde angezeigt, dass er umgeleitet werde und etwa 250m von Bahnsteigmitte U-Hagenbeck in der Lokstedter Grenzstraße abfahren würde. Dass die Haltestelle Schillingsbekweg wahrscheinlich nicht bedient würde musste man selbst erahnen, wie auch, dass die für beide Richtungen angekündigte Umleitung nach Erkundungen auf OpenStreetMap eigentlich nur über Gazellenkamp und Lokstedter Grenzstraße erfolgen könne. Wo die Ankunfthaltestelle sein könnte, wurde nicht verraten, die gab es dann auch nicht und man wurde am Straßenrand in meterhohes Gras entlassen. Auf meine Frage, wo denn der 22er nach Blankenese wohl abfahren könnte, meinte die 391-Busfahrerin, das wechsele ständig und seit gestern führen die Busse wohl wieder an der normalen Haltestelle. Also Eilmarsch dorthin durch ein undurchschaubares Absperrungs-Chaos ohne irgendwelche Orientierungshinweise für ÖPNV-Kunden. Dortselbst DFI abgeschaltet und alles abgesperrt und tot. Hier fährt vermutlich kein Bus, aber es ist ein Hochbahn-Beauftragter zu entdecken, der mitteilt, dass die Busse westwärts jenseits aller Absperrungen auf der Gegenfahrbahn als "Geisterfahrer" verkehrten, wo mitten auf der Straße auch die Haltestelle sei. Die extra eingerichtete Baustellen-Ampel funktioniert nicht und Polizisten müssen sie ersetzen, aber immerhin, ein 181er kommt und hält hier, das lässt hoffen und schließlich kommt auch der gut 5 Min. verspätete VHH-22er doch noch, als ich schon erwog, besser doch auf U2/S1 auszuweichen.
Damit ist nun das umfangreiche "Vorspiel" beendet und das eigentliche Thema erreicht: VHH-DFI Anzeigen: Auf dem langen Weg des 22ers durch den Hamburger Westen waren überhaupt nur sehr wenige VHH-DFI-Anzeiger erkennbar und alle zeigten nur 3 Sterne und Datum/Uhrzeit an. Das war auch später auf der Rückfahrt nicht anders. Da ich nur sehr selten mit den VHH fahren muss, kenne ich sonst eigentlich nur die DFI-Anzeiger in Bergedorf, die bei S-Bahn Ersatzverkehren jeden nur denkbaren Schwachsinn anzeigen, nur nicht, wann der nächste SEV-Bus tatsächlich abfahren könnte.
Hochbahn DFI-Anzeigen:
Während im Bahn- Fern- und Regionalverkehr Fahrtausfälle in der Regel auf den Bahnhofs-Displays angezeigt werden, ist das in den digitalen Medien weniger zuverlässlich der Fall. Bei den HVV Verkehrsmitteln habe ich das nur in wenigen Einzelfällen mal erlebt. Üblicherweise fehlen diese Fahrten kommentarlos in den Anzeigen. Bei den Hochbahn-DFIs ist das nicht unbedingt so. Oft erscheinen die Fahrten mit der planmäßigen Abfahrtzeit, und wenn diese Minute vergangen ist, verschwinden sie einfach von der Anzeige und der Kunde darf rätseln, warum das so ist. Zunächst ist zu vermuten, dass sich kein Fahrzeug für die geplante Fahrt angemeldet hat, warum auch immer - kein Personal, kein brauchbares Fahrzeug, gestörter Fahrzeugfunk... Entweder kommt der Bus dann doch irgendwann noch, oder eben auch nicht - zuverlässige Information vom Feinsten. Wüsste man rechtzeitig Bescheid, könnte der 900m Fußmarsch zur U-Bahn die Situation vielleicht noch retten, aber nein, was interessiert es die Hochbahn, ob man seinen zuggebundenen Sparpreis-Fernzug noch erreicht, oder zusätzlich noch einen dreistelligen Flexpreis kaufen muss, um sein Ziel einige Stunden verspätet zu erreichen. Es ist ja sehr modern, wirklich alle Risiken auf Kunden abzuwälzen.
Auf der Rückfahrt von Blankenese, wo am Kressenweg vom VHH-"elexity" auf einen Uralt-Dieselstinker umgestiegen werden musste, am Siemersplatz das übliche "autofreundliche" Erlebnis, der Bus aus dem Westen kommt an, die potentiellen Umsteiger rennen los, um dann hautnah die Abfahrt der 5ers Richtung Niendorf erleben zu dürfen. Es war 12:05 und der Blick auf den Fahrplan erweckte Verständnis, der Burgwedel-Kurs war bereits 3 Min. verspätet. 2 Min später dann pünktlich der Nedderfeld-Kurs, der half den verhinderten Umsteigern nichts. Die DFI-Anzeige versprach Burgwedel in 10 Min., dann aber in 11 Minuten und das wechselte ständig hin und her, vorher dann noch ein weiterer Nedderfeld-Kurs, der dann auch pünktlich 10 Min. nach dem vorigen fuhr. Die Burgwedel-Anzeige zeigte inzwischen leicht fallende Tendenz mit Näherung an die übernächste Fahrt, die dann auch tatsächlich nach 19 Min. Wartezeit mit +2 und einem reichlich gefüllten 2014er Oldie stattfand. Auch so kann man ausfallende Fahrten verschleiern. Auch ein nachträgliches Geofox-Rückblättern ergab, dass die Fahrt offenbar nicht stattgefunden hat.
Dass stark zunehmend Gewalt gegenüber Personal und Sachen von Verkehrsunternehmen ausgeübt wird, wundert mich angesichts solcher "Leistungen" überhaupt nicht mehr.