"Einstieg nachts vorn" ab 14. Juni - hvv will mit neuem Konzept Schwarzfahrerquote senken
Ab dem 14. Juni heißt es im Nachtverkehr: Bitte vorne einsteigen und Fahrkarten vorzeigen! Das Pilotprojekt „Einstieg nachts vorn“ ist Teil eines neuen Fahrkarten-Prüfkonzepts, mit dem der Hamburger Verkehrsverbund die Schwarzfahrerquote in den Nachtstunden senken will.
Anna-Theresa Korbutt, Geschäftsführerin des Hamburger Verkehrsverbundes GmbH: „Im Interesse von ehrlich zahlenden Fahrgästen kann der hvv das Schwarzfahren nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn pro Jahr entgehen dem Verbund bei einer Schwarzfahrerquote von 3,5 Prozent mehr als 20 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen.“
Ausgangslage und neues Prüfkonzept
Anlass für die Entwicklung des neuen Prüfkonzepts waren nächtliche Kontrollen an den Haltestellen Rathausmarkt und Hauptbahnhof/Steintordamm, bei denen deutlich überdurchschnittliche, teilweise sogar zweistellige Schwarzfahrerquoten festgestellt wurden. Zwar können diese Stichproben nicht als repräsentativ für alle Buslinien des Verkehrsverbundes gelten, aber sie zeigten Handlungsbedarf für ein systematischeres Vorgehen bei Fahrkartenkontrollen im Busbereich an.
Das neue, gemeinsam mit der HOCHBAHN und vhh.mobility entwickelte Konzept sieht 50 Prozent mehr Fahrkartenprüfungen in den Nachtstunden vor. Für jede Linie gibt es Prüfvorgaben, die jeweils nach ermitteltem Schwarzfahreranteil flexibel gestaltet werden. Außerdem arbeiten die Prüfdienste der beiden Verkehrsunternehmen vermehrt zusammen, um besonders bei gemeinsamen Schwerpunktaktionen effektiver vorgehen zu können. Ein weiterer Bestandteil des neuen Prüfkonzepts ist der „Einstieg nachts vorn“, bei dem die Fahrgäste der Busfahrerin oder dem Busfahrer ihre Fahrkarte vorzeigen.
Bereits bis 2020 stiegen die hvv-Busfahrgäste ganztags vorne ein und zeigten ihre Fahrkarte. Dies führte zu spürbaren Fahrgeld-Mehreinnahmen.
Start des Pilotversuchs „Einstieg nachts vorn“
Am 14. Juni soll nun der „Einstieg nachts vorn“ zunächst als Pilotprojekt eingeführt werden. Mit Plakaten, Fahrzeugaufklebern und Flyern werden die Fahrgäste darauf aufmerksam gemacht, dass sie nachts vorne einsteigen und dabei ihre Fahrkarte vorzeigen sollen. Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator und Fahrrad können selbstverständlich weiterhin durch die hinteren Türen einsteigen. Frühere Erfahrungen zeigten, dass das Ein- und Aussteigen sogar schneller gehen kann, wenn alle Fahrgäste die Regel „Vorne einsteigen, hinten aussteigen“ befolgen.
Robert Henrich, Vorstand der Hamburger Hochbahn AG: „Uns ist es wichtig, die Fahrgäste und auch die Fahrerinnen und Fahrer während der Testphase zu unterstützen. Deshalb wird zum Start des Projekts zusätzliches Personal an viel genutzten Haltestellen für Information und Unterstützung sorgen.“ Insgesamt werden rund 150 Servicekräfte für Fragen und Informationen zur Verfügung stehen.
Bewertung und Ziele des neuen Konzepts
Während der einjährigen Pilotphase wird der hvv das Funktionieren und die Wirkung des Vorne-Einstiegs in den Nachtstunden bewerten. So wird ein Vorher-Nachher-Vergleich von Schwarzfahrerquote und Fahrgeldeinnahmen erfolgen. Ebenso wird geprüft, ob sich die Fahrzeiten durch den „Einstieg nachts vorn“ verändert haben. Außerdem werden sowohl die Fahrgäste als auch das Fahrpersonal nach den Erfahrungen mit der neuen Regelung befragt.
Der hvv erwartet insgesamt durch sein neues Prüfkonzept eine Senkung der Schwarzfahrerquote um 1 bis 1,5 Prozentpunkte und damit Mehreinnahmen von bis zu 6 Millionen Euro jährlich. Zudem erhofft er sich, dass das Gerechtigkeitsempfinden der zahlenden Fahrgäste bestätigt wird, denn schon bisher gab es von dieser Seite viel Zustimmung für häufigere Fahrkartenkontrollen.
Das Kleingedruckte:
Dieser Beitrag ist ein Aprilscherz. April April!
1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.04.2026 21:48 von Cabinentaxi.