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Wie geht es eigentich nach dem Ende der Pegnitzstrecke weiter?
geschrieben von Daniel Vielberth 
Bei YouTube ist im Januar ein Video einer RE-Fahrt von Nürnberg nach Pegnitz mit Lockführersicht hochgeladen worden. Die Fahrt fand nach der Einrichtung der La im September statt. Man beachte die Geschwindigkeits- sowie A-, E-Tafeln:

Vorra-Artelshofen:
min 22:01 - Ankündigungstafel "7"
min 22:49 - Anfangstafel "A" (direkt vor dem ersten Tunnel)

Hartenstein-Neuensorg:
min 27:50 - Endtafel "E" (hinter dem letzten Tunnel und der folgenden Brücke)

[www.youtube.com]

Es gibt auch eine La mit A-, E-Tafeln vor dem Bahnhof Hersbruck (re Peg).
In Nürnberg Hbf in der Westausfahrt der Gleise ca. 16-20 sind auch 20er La-Tafeln. Wofür die sind, weiß ich leider nicht, aber das wär hier so und so ein Bisschen Off Topic.

__________

Mein YouTube-Kanal: [www.youtube.com]
Mein Blog: [www.markustippner.de]
Aus der NN: Marode Bahnbrücken im Pegnitztal: Rätselraten um Zeitplan der DB für die Streckenfreigabe

Daraus:

Die Fortschritte in den statischen Berechnungen und die durchgeführten Verfahrenstests hätten gezeigt, „dass die angestrebten Konzepte zur Instandsetzung ausreichen, um die Bestandsbrücken weiter betreiben zu können.“

Dem Vernehmen nach hätten die statischen Simulationen der betrachteten Pegnitztalbrücken auch keine niedrigeres Sicherheitsniveau als bei anderen Bahnbrücken ergeben.
Presse im Nürnberger Land, online am 19. Februar:

Zitat

Nach vier Jahren Stillstand: Franken-Sachsen-Magistrale nimmt wieder Fahrt auf

NÜRNBERGER LAND – Vier Jahre lang lagen die Planungen zur Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale auf Eis – nun deutet sich ihre Fortsetzung an.

Nach einer Kabinettssitzung in München erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), die Arbeiten würden „mit Hochdruck“ weitergeführt. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) erwartet gegen Ostern die Unterzeichnung der Planungsverträge. Damit könne der nächste Schritt zur Elektrifizierung erfolgen. Besonders für das Nürnberger Land ist das zentral: Schon bei der anstehenden Planung der maroden Pegnitzbrücken müsse die Elektrifizierung fest eingeplant werden, heißt es dazu in einer Pressemeldung der Geschäftsstelle Bahnelektrifizierung Bayern-Sachsen-Böhmen.

Weiterlesen: [n-land.de]

Pressemitteilung der Geschäftsstelle Bahnelektrifizierung Bayern-Sachsen-Böhmen:

Zitat
PRESSEMITTEILUNG Februar 2026

Große Hoffnung auf baldigen Fortschritt bei der Franken-Sachsen-Magistrale

Bernreiter erwartet Planungsauftrag „gegen Ostern“

Bei der Elektrifizierung der international bedeutsamen Strecke zeichnet sich die Fortführung der seit 4 Jahren unterbrochenen Planungen ab. Nach einer Kabinettssitzung in München betonte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), dass die Planungen mit Hochdruck vorangetrieben werden: „Bei der Franken-Sachsen-Magistrale sind wir auf einem guten Weg. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die nächsten Schritte bald gehen können.“ Ziel sei es, rasch Baureife zu erreichen und die Finanzierung sicherzustellen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) ergänzte, er erwarte, „dass gegen Ostern die Planungsverträge unterzeichnet sind“. Damit könne der nächste entscheidende Schritt zur Elektrifizierung der Strecke eingeleitet werden. Bereits bei den anstehenden Planungen der maroden Pegnitzbrücken müsse die Elektrifizierung von Beginn an mitgedacht werden: „Das habe ich vom ersten Tag an klar gesagt.“

Zusätzlichen Druck erhält das Projekt durch seine internationale Dimension. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš stellte einen Tag vor der Kabinettssitzung die Frage, ob „Deutschland wirklich daran interessiert ist weiterzubauen.“ Zum gemeinsamen Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg – Eger – Pilsen - Prag hatten sich beide Länder in einem Abkommen 1995 verpflichtet. Während Tschechien seinen Teil bereits 2012 umgesetzt hat, wartet der deutsche Abschnitt bis heute auf die Umsetzung.

Ministerpräsident Markus Söder unterstrich die strategische Bedeutung der bislang „unterentwickelten“ Ost-West-Verbindungen. Die Franken-Sachsen-Magistrale sei „ganz zentral für die Entwicklung“ Bayerns. Tschechien sei inzwischen der viertwichtigste Handelspartner des Freistaats, täglich pendelten rund 25.000 Menschen über die Grenze. Gerade im Grenzraum sei die Verkehrsinfrastruktur das wichtigste Zukunftsthema.

Auch die Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes haben im Januar in Plauen die sofortige Wiederaufnahme der Planungen gefordert, damit die mehrjährige Erneuerung der 18 Pegnitzbrücken mit der Elektrifizierung verknüpft werden kann. „Die jährlichen Streckensperrungen für die Brückenarbeiten sind lang genug, dass sie auch für die Arbeiten an den Tunnel und an den Fahrleitungen genutzt werden können. Das reduziert die Sperrzeiten und spart Zeit und Kosten. Da die Planungen für die neuen Brücken bereits weit fortgeschritten sind, muss die Planung der Elektrifizierung rasch nachgezogen werden“, so die Oberbürgermeister, „nur so kann auch der Bauablauf im engen Pegnitztal optimal aufeinander abgestimmt werden“.

Stimmen aus der Region:

Armin Kroder, Landrat Nürnberger Land:
„Die Signale aus der Kabinettssitzung sind der richtige Weg. Die Menschen im Pegnitztal brauchen Planungssicherheit. Wenn sich die Vollsperrungen bis Mitte der 2030er Jahre aneinanderreihen, sprechen wir nicht mehr von einer Baustelle, sondern von einem dauerhaften Krisenmodus. Deshalb muss jetzt die Entwurfs- und Genehmigungsplanung starten, damit Elektrifizierung und Brückenneubau gemeinsam umgesetzt werden können und bis 2029 Baureife erreicht ist.“

[... weitere Landräte]
Laut dem NN-Artikel vom 27.2.26 scheint es aber so zu sein, dass die Elektrifizierung doch irgendwann seperat gemacht wird, vorher aber die Brücken ertüchtigt werden.

Ein verbindlicher Zeitplan sei allerdings erst dann ableitbar, wenn die Witterungsverhältnisse stabiler werden, so die DB-Sprecherin. [...] Keine Antwort wird auf die Frage gegeben, ob der Zugverkehr in ein paar Monaten vollumfänglich wieder aufgenommen werden soll, oder ob es beispielsweise weiterhin bei der Umleitung der schweren Güterzüge bleibt. Ebenso unklar ist, wann mit dem von Politik und Bahn angestrebten Bau neuer Brücken und einer Elektrifizierung der Strecke begonnen werden kann.
Zitat
spuernase
Laut dem NN-Artikel vom 27.2.26 scheint es aber so zu sein, dass die Elektrifizierung doch irgendwann seperat gemacht wird, vorher aber die Brücken ertüchtigt werden.

Ein verbindlicher Zeitplan sei allerdings erst dann ableitbar, wenn die Witterungsverhältnisse stabiler werden, so die DB-Sprecherin. [...] Keine Antwort wird auf die Frage gegeben, ob der Zugverkehr in ein paar Monaten vollumfänglich wieder aufgenommen werden soll, oder ob es beispielsweise weiterhin bei der Umleitung der schweren Güterzüge bleibt. Ebenso unklar ist, wann mit dem von Politik und Bahn angestrebten Bau neuer Brücken und einer Elektrifizierung der Strecke begonnen werden kann.

Ein Planungauftrag soll zwar bald kommen - wenn man den verschiedenen Äußerungen glauben darf. Aber erst wenn die Planung fertig ist, kommt ein Planfeststellungsverfahren. Und und und ... Das wird noch dauern. Bleibt zu hoffen, dass die Strecke nicht so lange gesperrt bleibt, bis das alles abgeschlossen und gebaut ist. Dann fährt die nächsten Jahre nichts mehr auf der Strecke.

Man kann nur hoffen, dass vorher eine provisorische Reparatur gelingt. Leider kommt da kaum belastbares an die Öffentlichkeit. Man ist auf mündliche Darstellungen von Leuten angewiesen, die eine Ahnung haben, was Sache ist.

Information, die ich mündlich bekommen habe: Es ist nicht nur eine Doline im Pegnitztal, die Probleme macht. Sondern es soll unter dem Fluss einen zweiten unterirdischen Fluss geben. Und da ist es schwer, abzuschätzen, wo genau Hohlräume sein könnten, die vor allem die Brücken auf der Strecke bedrohen könnten.

Bisher hat man aber nur ein Brückenfundament einer Brücke gefunden, wo es zu einer Setzbewegung kam. Auch da drohte der Brückenkopf nicht in eine Höhle zu stürzen. Aber hier hat sich ein Fundament gesenkt. Das Problem ist hier das Stahlfachwerk, das aus statischen Gründen nachgebessert werden müsste, weil ein Brückenkopf nicht mehr in Höhe und Neigung passt. Aber das soll möglich sein und dann könnte man die Brücke wieder befahren. Doch das wäre ein Eingriff in das Fachwerk gewesen, gegen den sich der Denkmalschutz wehrt.

Es wäre bisher somit nur eine Instandhaltung, für die es kein festgelegtes Planungsverfahren gibt, wie man den Konflikt lösen könnte. Es gibt ja noch keine Planfeststellung, bei der über Prioritäten verhandelt wird. Spannende Frage, ob, wann und wie man dieses Problem lösen könnte. Nach mündlicher Aussage soll es aber durchaus Chancen geben, dass der Zugverkehr im Sommer wieder anlaufen könnte. Hoffen wir, dass dem so ist.

Die eigentliche provisorische Reparatur der beschädigten Brücke soll technisch jedenfalls kein unlösbares Problem sein.
So lang es in der Gegend immer mal wieder eher spontan zu Löchern im Boden kommt [www.nn.de] ist halt alles schwierig.
Zitat
frankentux
So lang es in der Gegend immer mal wieder eher spontan zu Löchern im Boden kommt [www.nn.de] ist halt alles schwierig.

Soviel ist bekannt. Trotzdem tauchen immer wieder überraschend Löcher auf.
Da frage ich mich schon, weshalb man nicht über einen Tunnel abseits des Tales doch noch einmal wenigstens nachdenkt.
Aber vielleicht macht man das ja doch noch, wenn es endlich wieder einen Planungsauftrag gibt.
Ich zitiere mich mal selbst
Zitat
frankentux
Zitat
spuernase
Bzgl. Ertüchtigung der Pegnitztalstrecke: laut NN vom 27./28. Dezember 2025 werde "bahnintern" am Termin "Mitte 2026"
gezweifelt.
Ich glaube man redet über zwei verschiedene Dinge. Ich lese zwischen den Zeilen bis dahin will man erst mal bis Neuhaus fahren, vermutlich aus Richtung Pegnitz, um den SEV deutlich reduzieren zu können.
In einem Artikel im Boten vom 26.2.2026 von Arno Stoffels, den ich leider nicht im Netz finde (möglicherweise der bereits in [www.bahninfo-forum.de] zitierte), steht das auch so. Wobei kein Termin genannt werden kann weil man (mindestens) auf besseres Wetter wartet.
Wie groß ist eigentlich das Karstgebiet? Wie weiträumig müsste man umfahren um den zu vermeiden?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Naja Binghöhle und Teufelshöhle gehören m. W. zum selben Karstgebiet, und die sind der Pegnitzstrecke durchaus a bisserl entfernt

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Nukebro
Wie groß ist eigentlich das Karstgebiet? Wie weiträumig müsste man umfahren um den zu vermeiden?

An den fränkischen Jura schließt der schwäbische an. Und dann mit Unterbrechung der Schweizer.
Wenn ich mich recht erinnere, gab es bei der NBS Nbg. - Ingolstadt auch große Probleme mit dem Karstgestein. So groß, dass in einem der Tunnels sogar eine Brücke über einen Hohlraum gebaut werden musste. Billiger wurde die Strecke dadurch nicht...
@Schdrasserboh Vermutlich meinst Du den Bau des Irlahülltunnels.
Genau erinnere ich mich nicht mehr, kann aber gut sein, dass es dieser Tunnel ist.
Peter
Zitat
Schdrasserboh
Wenn ich mich recht erinnere, gab es bei der NBS Nbg. - Ingolstadt auch große Probleme mit dem Karstgestein. So groß, dass in einem der Tunnels sogar eine Brücke über einen Hohlraum gebaut werden musste. Billiger wurde die Strecke dadurch nicht...

Es gab große Probleme beim Tunnel im Albaufstieg, richtig. Die haben die Fertigstellung spürbar verzögert. Solche bösen Überraschungen sind im Karst immer zu erwarten.
Die Frage ist, was im Pegnitztal tatsächlich los ist. Man weiß jetzt, dass da unterirdisch Wasser fließt. Da kann es immer Auswaschungen bis hin zu Dolinen geben. Kann man sicher herausfinden, wann und wo Gefahr droht?
Falls da die Geologen kein klares Ja liefern, könnte ein Tunnel doch die bessere Lösung sein. Selbst wenn man da auch auf verborgene Hohlräume stoßen kann.
Aber das können nur Geologen beurteilen. Die wir meines Wissens hier im Forum leider nicht haben.
Dafür haben wir in Deutschland aber über 80 Millionen Bahnexperten...
Zitat
HansL
Zitat
Schdrasserboh
Wenn ich mich recht erinnere, gab es bei der NBS Nbg. - Ingolstadt auch große Probleme mit dem Karstgestein. So groß, dass in einem der Tunnels sogar eine Brücke über einen Hohlraum gebaut werden musste. Billiger wurde die Strecke dadurch nicht...

Es gab große Probleme beim Tunnel im Albaufstieg, richtig. Die haben die Fertigstellung spürbar verzögert. Solche bösen Überraschungen sind im Karst immer zu erwarten.
Die Frage ist, was im Pegnitztal tatsächlich los ist. Man weiß jetzt, dass da unterirdisch Wasser fließt. Da kann es immer Auswaschungen bis hin zu Dolinen geben. Kann man sicher herausfinden, wann und wo Gefahr droht?
Falls da die Geologen kein klares Ja liefern, könnte ein Tunnel doch die bessere Lösung sein. Selbst wenn man da auch auf verborgene Hohlräume stoßen kann.
Aber das können nur Geologen beurteilen. Die wir meines Wissens hier im Forum leider nicht haben.

Vorneweg: Ich bin kein Geologe aber seit Jahrzehnten im internationalen Bahnbaugeschäft tätig.

Tunnel können eine Lösung sein, können aber genausogut auch zu den Problemen gehören. Zum einen beim Bau (nicht umsonst gibt es unter Tunnelbauern den Spruch "vor der Hacke ist es finster") aber auch im Betrieb, siehe z.B. Rauhebergtunnel, Rehbergtunnel oder Schwarzkopftunnel.

Und auf die Strecke bezogen kann man in öffentlichen Quellen durchaus Hinweise finden, z.B. beim Bayernatlas. Das sind nur die oberflächlich feststellbaren Erdfälle und Dolinen. Sie lassen durchaus vermuten, dass auch in größerer Tiefe nennenswerte Probleme auftreten können, Karstphänomene erstrecken sich nicht nur auf die obersten 10 oder 20 Meter.
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