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Pegnitztalbahn (ABS Nürnberg – Marktredwitz – Hof/Schirnding) + Elektrifizierung Nordostbayern
geschrieben von Manfred Erlg 
Zitat
StefanK
...

Eine TEN-Verbindung Nürnberg - Prag wäre im Oberen Pegnitztal eher seltsam.
Prag liegt im Osten, die Strecke führt nach Norden.

Hätte, würde, wäre, wenn ist aber nicht der Punkt, denn Vermutungen helfen oft nicht wirklich weiter. Und von einer Vebindung Nürnberg - Prag war nicht die Rede, nur von TEN und einer europäischen Dimension dieser Strecke. Und damit natürlich auch für den Teil im Oberen Pegnitztal.

Die Strecke 5903 ist gemäß meiner Quelle ab Nürnberg als TEN-Korridor ausgewiesen, dazu mit Streckenklasse D4 (=22,5t Achslast, 8,0t/m Meterlast, also hoch!) und hat eine Grundausrichtung nach Nordosten bis zur tschechischen Grenze bei Schirnding. (Nur östlich von Hersbruck verläuft sie bis kurz hinter Schnabelwaid eher in Richtung Norden.) Auch wenn sie nicht nach Prag führt, so doch in ihrer Fortsetzung ab Marktredwitz nach Eger (Cheb / CZ) und von da wiederum in verschiedene Richtungen in CZ oder aber auch über Vogtland / Erzgebirge / Sächs. Schweiz wieder nach D und evtl. sogar weiter nach Polen.

Außerdem kann man von Marktredwitz aus dann auch tatsächlich nach Norden gelangen: über Hof nach Sachsen (Strecken 5050 + 5100 + 6362). Und damit weiter z. B. Richtung Berlin - Ostsee - Skandinavien.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
HansL
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Das alles ist nicht das tatsächliche Problem. Das Problem ist, dass man bisher noch nicht mal das Geld für eine vertiefte Planung zur Verfügung gestellt hat. Im Gegenteil: Planungsstopp. Da braucht es jetzt klare Entscheidungen: Man will diese Strecke ertüchtigen. Es ist klar, die Zeit drängt.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Es muss sich eben genau die Politik klar und verbindlich erstmal zur Umsetzung dieses Ausbaus - oder zu welcher Lösung auch immer - bekennen. Das fehlt. Es gibt keine definierte Richtung. Und somit ist die Finanzierungsgestaltung / -planung als Resultat ebenfalls bislang offen. Und es wurde deshalb gezögert und gezögert, ohne Sicherheit durch "irgendwen" "irgendwelches" Geld in die Hand zu nehmen.

Mit den aktuellen Problemen hat das alles aber nur wenig zu tun. Die Probleme mit möglichen Hohlräumen unter der Trasse und vor allem unter den Brückenköpfen hat man wohl tatsächlich erst in letzter Zeit erkannt. Und es hat offensichtlich gedauert, bis diesen Wissen nach oben gedrungen ist. Jetzt muss erst mal gründlich untersucht werden, was tatsächlich Sache ist und vorsorglich sind Lösungsalternativen zu entwickeln.

Diese späte Erkenntnis ist absolut bedauerlich und führte ja schlussendlich auch zu den bekannten, harten Konsequenzen Mitte September. Doch hier, so denke ich, prüfte die Bahn erst viel zu spät vertiefend, da auch sie nicht wusste, wo die Reise bzgl. der Strecke final hingehen soll. Möglicherweise hat sie sich deshalb bislang zu sehr auf die Überbauten und Lagerpunkte der Brücken konzentriert und nun fielen vor Kurzem erst mögliche Probleme mit der Standfestigkeit von Widerlagern auf. Was die Bahn wiederum zur Durchführung vertiefter Analysen veranlasste. Das ist aber meine ganz persönliche Einschätzung des Werdegangs. Ggf. weiß es ja jemand hier präzise und kann es entsprechend im Forum teilen. Wäre gut.

Jetzt geht es darum, die Schäden erstmal zu "flicken" und dadurch die Strecke zumindest wieder für den Bahnverkehr nutzbar zu machen. Dies wird hinsichtlich der Lösung und Umsetzung durchaus tricky. Und es kostet voraussichtlich Einiges an Geld, das man bei insgesamt völlig anderem Vorgehen bzgl. der Entwicklung dieser Strecke (siehe Vorbemerkungen) wohl hätte wenigstens in Teilen sparen und effektiver in deren Infrastruktur investieren können. Bei allseitigem Zögern und Abwarten durch Unsicherheit kommt aber in der Regel genau soetwas heraus, wie wir es jetzt sehen. Aber wir haben's ja ... ;-)

...

Gruß
Die Ferkeltaxe
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HansL
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Axel25
Zitat
HansL
Ein Rundumschlag gegen Denkmalschutz und auch gegen Artenschutz ist jedenfalls unangemessen. Und die Story mit dem Feldhamsterverleih ist keine Satire, sondern billige Polemik. Die auch noch Manche für bare Münze halten.

Die Story war von Daniel extra als solche gekennzeichnet worden. Und es gab wohl leider tatsächlich Fälle, in denen Umweltschützer so vorgegangen sind.

Ich selber halte eine Einschränkung des Denkmalschutzes für grundsätzlich gerechtfertigt. Es darf nicht sein, dass ein x-beliebiger Mitarbeiter einer kommunalen Verwaltung dadurch ein Projekt, dass eine ganze Region betrifft (oder mehr), stört oder aufhält. Und hier geht es noch nicht mal um Neubau, sondern um kurzfristige Sicherung der Strecke für ihren eigentlichen Zweck: Bahnverkehr.

Da wird aus einem blöden Witz tatsächlich ein Fake gemacht. Oder gibt es Belege, dass es auch nur einen Fall gegeben hätte, wo anerkannte Umweltschützer so agiert hätten? Und vielleicht nicht nur irgendwelche Spinner, die nur Stimmung machen können, aber ansonsten keinen Einfluss haben auf das Verfahren und keinerlei Möglichkeit, eine Klage einzureichen. Wo bleibt da der Faktencheck?
Was da über Mitarbeiter irgendwelcher Verwaltungen behauptet wird, ist ehrenrührig. So sollte man nicht diskutieren.
Und wer so diskutiert, muss sich schon Kontra gefallen lassen und braucht nicht beleidigt zu reagieren, wenn er merkt, das er sich selbst der Lächerlichkeit preisgibt.

Aber schön, mittlerweile werden die Fragen hier ja doch wieder mit angemessenem Ernst diskutiert.

Hallo Hans,

ich finde leider auf die schnelle die Berichterstattung nicht mehr. Falls ich sie wieder finde, schicke ich sie dir. Aber der Witz von Daniel mit den Leihhamstern hat leider einen realen Ursprung. Ich glaube, irgendwo in Norddeutschland gab es mal einen Verdacht, dass jemand den Ruf eines seltenen Tiers vom Tonband abspielt. Einen etwas skurrilen Vorfall in die Richtung gab es mal zum Thema Windkraft.

Ich habe auch keine Behauptungen oder "ehrenrührige Aussagen" gegen oder über Mitarbeiter irgendwelcher Verwaltungen getätigt. Wir haben das Denkmalschutzamt damit beauftragt, Denkmäler zu schützen und dieser Aufgabe gehen die Mitarbeiter der Denkmalschutzämter nach.

Nur kann es nicht sein, dass das dazu führt, dass wir am Ende mit einer vorübergehenden Streckenstilllegung leben müssen, weil dadurch die Renovierung einer Bahnstrecke unmöglich gemacht wurde. Das ist aber nicht nur ein Versäumnis im Denkmalschutz, sondern auch der Bahn und anderer Beteiligter.

Es gibt ja genügend Kompromisse, die ein Denkmalschutzamt (oder die Bahn) hätten vorschlagen können:
- Erhalt möglichst vieler der Brücken an den Stellen, wo dies möglich ist.
- Erhalt einer Brücke, die allerdings aus der Bahnstrecke herausgelöst und verschoben wird.
- Historische Verkleidung der Ersatzbauen
- Aufweitung der Tunnel unter Wiederherstellung eines historischne Aussehens der Tunnel oder ggf. teilweiser Erhalt eines alten Tunnelportals, wenn für einen Tunnel ein Ersatzneubau ansteht.

Das gilt auch für andere Vorhaben außerhalb des Bahnbereichs. Es gibt immer wieder Berichterstattung darüber, wie Denkmalschutzämter verhindern, dass die Bauten für eine künftige Nutzung renoviert werden z.B. im Bereich des sozialen Wohnungsbaus. Im Ergebnis verfallen diese Bauten dann, weil sich keiner die Instandhaltung ohne wirtschaftliche Nutzung des Bauwerks leisten kann.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.2025 12:57 von Axel25.
Klar. Wenn es einen skurrilen Fall gibt, darf man ihn bringen. Als Einzelfall zu diskutieren. Aber mit Bezug zum diskutierten Thema. Was hat das mit der Bahnstrecke im Pegnitztal zu tun?

Zitat
Axel25
Einen etwas skurrilen Vorfall in die Richtung gab es mal zum Thema Windkraft.

Was mich stört, sind die pauschalen unqualifizierten Verallgemeinerungen und Beschimpfungen. Da sollten wir am konkreten Thema bleiben. Faktenbasierte Diskussion statt Stimmungsmache.

Zum Rest Deines Beitrags werde ich noch antworten.
Was hat wer zum Dilemma im Pegnitztal konkret beigetragen? Was hätte man besser machen können?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.11.2025 09:45 von HansL.
Zitat
HansL
Klar. Wenn es einen skurrilen Fall gibt, darf man ihn bringen. Als Einzelfall zu diskutieren. Aber mit Bezug zum diskutierten Thema. Was hat das mit der Bahnstrecke im Pegnitztal zu tun?

Was mich stört, sind die pauschalen unqualifizierten Verallgemeinerungen und Beschimpfungen. Da sollten wir am konkreten Thema bleiben. Faktenbasierte Diskussion statt Stimmungsmache.

Hallo Hans,

ich habe niemanden beschimpft. Das interpretierst du nur hinein. Ich stelle lediglich fest, dass es nicht sein kann, dass der Denkmalschutz wichtige Vorhaben verhindert und wie hier zu einer Sperrung mit ungewissem Ausgang führt. Wenn es hier zu keiner Einigung kommt, ist das eine Streckenstilllegung durch die Hintertür. Und einen solchen Präzedenzfall, die Stilllegung aktiv genutzter Verkehrsinfrastruktur aus Denkmalschutzgründen, muss unbedingt vermieden werden.

Gesetze und sonstige Regelungen werden immer für die Mehrzahl der Fälle geschrieben und verallgemeinern Vorgänge daher immer. Und wir haben in Deutschland ein allgemeines und generelles Problem mit der Dauer von Infrastrukturvorhaben, insbesondere Planfeststellungen.
Im Bundesnetzwerk Straßenbahnen diskutieren wir seit einem Jahr, warum Planfeststellungsvorhaben mittlerweile solange dauern. Gestern auf dem Dialogforum wurde die Antwort sehr prägnant formuliert: das Planfeststellungsverfahren selber ist nicht das Problem. Aber die einzelnen Fachthemen wie Umweltschutz, Naturschutz, Gewässerschutz, Barrierefreiheit etc. sind mittlerweile so komplex, dass die Bearbeitung der Unterlagen sehr teuer und zeitintensiv geworden ist.

Jedes dieser Themen ist wichtig, aber in der Gesamtabwägung sollte es nicht dazu führen, dass ein einzelnes Problem ein gesamtes Vorhaben torpediert, verzögert oder übermäßig teurer macht.

Viele Grüße
Alex
an Axel25

> Ich stelle lediglich fest, dass es nicht sein kann, dass der Denkmalschutz wichtige Vorhaben verhindert und wie hier zu einer Sperrung mit ungewissem
> Ausgang führt. Wenn es hier zu keiner Einigung kommt, ist das eine Streckenstilllegung durch die Hintertür. Und einen solchen Präzedenzfall, die Stilllegung
> aktiv genutzter Verkehrsinfrastruktur aus Denkmalschutzgründen, muss unbedingt vermieden werden.

Sehr richtig. Wenn Denkmalschutz und aktive Bahnstrecke unter einen Hut gehen, dann kann und sollte man das gerne machen. Aber wenn es einer entweder/ oder Geschichte wird, und z.B. Alternativtrassen auch nicht gehen, und nur ein Neubau auf alter Trasse machbar ist, dann muss die Entscheidung logischerweise pro aktiver Bahnstrecke und nicht pro Denkmalschutz lauten. Denkmalschutz ist nice to have aber nicht überlebenswichtig. Das Wissen, wie früher Bahnbrücken gebaut wurden, lässt sich auch auf andere weise in die Zukunft retten. Der Betrieb hingegen ist Daseinsvorsorge. Den für etwas so niederangiges wie den Denkmalschutz final und dauerhaft dranzugeben wäre schlicht unentschuldbar und gegen jeglichen gesunden Menschenverstand. Und auch gegen jegliche Umwelt- und Klimaziele.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Die Forderungen des Denkmalschutzes sind nie absolut zu sehen. Es gibt immer eine Abwägung der unterschiedlichen Interessen. Das geschah auch im oberen Pegnitztal: Drei der als schützenswert eingestuften Brücken sind bereits abgerissen. Das wird auch in weiteren Punkten geschehen, wenn es darum geht, welche Baumaßnahmen wann durchgeführt werden müssen. Ich weiß gar nicht, wo wir uns da nicht einig wären. Niemand hier verlangt, dass die Forderungen des Denkmalschutzes absolut gesehen werden müssen.

Zitat
Axel25

Es gibt ja genügend Kompromisse, die ein Denkmalschutzamt (oder die Bahn) hätten vorschlagen können:
- Erhalt möglichst vieler der Brücken an den Stellen, wo dies möglich ist.
- Erhalt einer Brücke, die allerdings aus der Bahnstrecke herausgelöst und verschoben wird.
- Historische Verkleidung der Ersatzbauen
- Aufweitung der Tunnel unter Wiederherstellung eines historischen Aussehens der Tunnel oder ggf. teilweiser Erhalt eines alten Tunnelportals, wenn für einen Tunnel ein Ersatzneubau ansteht.

Ja, das sind genau die Möglichkeiten, über die bei der weiteren Planung gesprochen werden muss. Während der Planungsschritte, bei denen man hoffentlich einen derartigen Kompromiss findet. Über den dann im Planfeststellungsverfahren entschieden wird.

Aber darum geht es doch im Moment nicht. Der Untersuchung der Fundamente und deren provisorischer Reparatur steht der Denkmalschutz definitiv nicht im Wege. Die Forderung ist nur, dass die Stahlbrücken erhalten werden sollen.

Ansonsten herrscht Planungsstopp. Und so lange es keine weiteren Vorplanungen gibt, kann auch niemand über die Belange des Denkmalschutzes diskutieren.

Wenn der Denkmalschutz sich tatsächlich unkooperativ zeigt, dann muss man das diskutieren. Aber erst dann.

Unkooperativ war bisher nur die dubiose Initiative zum Erhalt der Stahlbrücken. Sie kann Stimmung machen und Einwände erheben. Mehr aber auch nicht. Klagerecht haben nur anerkannte Umweltschutzverbände sowie direkt Betroffene. Gehört und berücksichtigt werden müssen die staatlichen Stellen, die dafür zuständig sind. Unter anderem auch der Denkmalschutz.
Ich habe in meinem Beitrag vom 10.11.2025 10:25 etwas zum Thema Denkmalschutz ergänzt, u. a. zur Aufhebung des Schutzes für die Brücke Nr. 3 bei km 40,910 über die Ortsstraße in Vorra-Artelshofen.
Zitat
HansL
Die Forderungen des Denkmalschutzes sind nie absolut zu sehen. Es gibt immer eine Abwägung der unterschiedlichen Interessen. Das geschah auch im oberen Pegnitztal: Drei der als schützenswert eingestuften Brücken sind bereits abgerissen. Das wird auch in weiteren Punkten geschehen, wenn es darum geht, welche Baumaßnahmen wann durchgeführt werden müssen. Ich weiß gar nicht, wo wir uns da nicht einig wären. Niemand hier verlangt, dass die Forderungen des Denkmalschutzes absolut gesehen werden müssen.

Ja, so weit auseinander sind wir in unseren Positionen nicht.


Zitat

Aber darum geht es doch im Moment nicht. Der Untersuchung der Fundamente und deren provisorischer Reparatur steht der Denkmalschutz definitiv nicht im Wege. Die Forderung ist nur, dass die Stahlbrücken erhalten werden sollen.

Ansonsten herrscht Planungsstopp. Und so lange es keine weiteren Vorplanungen gibt, kann auch niemand über die Belange des Denkmalschutzes diskutieren.

Wenn der Denkmalschutz sich tatsächlich unkooperativ zeigt, dann muss man das diskutieren. Aber erst dann.

Der Artikel in der NN vom 07.11. erweckt bei mir schon den Eindruck, dass der Denkmalschutz hier unkooperativ ist und auf seiner Maximalforderung "möglichst Erhalt aller Brücken" besteht.

Das wäre auch noch nachvollziehbar, wenn wir Zeit hätten. Laut den Diskussionen in anderen Foren und der Gerüchteküche muss man aber davon ausgehen, dass einige der Brücken schon jetzt nicht mehr instandsetzbar sind. Man geht wohl davon aus, dass die Strecke frühestens in den 2030er Jahren wieder befahrbar ist.

Edit: Daher fände ich es angebracht, wenn Bahn, Politik und Denkmalschutz jetzt schon abstimmen, was die pragmatische, schnell umzusetzende Lösung sein könnte.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.11.2025 12:15 von Axel25.
Zitat
Manfred Erlg
Ich habe in meinem Beitrag vom 10.11.2025 10:25 etwas zum Thema Denkmalschutz ergänzt, u. a. zur Aufhebung des Schutzes für die Brücke Nr. 3 bei km 40,910 über die Ortsstraße in Vorra-Artelshofen.

Wenn man sich den Planfeststellungsbeschluss zu den 3 abgerissenen Brücken ansieht, so stellt man fest, dass die Denkmalschutzbehörde noch nicht einmal Widerspruch gegen den Abriss und Neubau erhoben hat. Bereits im Vorfeld konnte man sie überzeugen, dass die Überbauten der betrachteten Brücke derart marode sind, dass der Erhalt nicht sinnvoll gefordert werden kann.

Genauso müssen die anderen, noch nicht betrachteten Brücken genauer angesehen werden. Und genauso wird sich auch da eine Lösung finden.

Ein Rundumschlag gegen den Denkmalschutz ist deshalb alles andere als angemessen. Wäre schon schön, wenn man das zugeben könnte.
Die Flussbrücken sind 1877 als eingleisige Brücken in Betrieb gegangen. Zur Herstellung der Zweigleisigkeit 1899 hat man die Widerlager verbreitert und eine parallele Brücke hinzugefügt. Ende der 1920er Jahre hat man die jeweils ältere Brücke saniert und die Fachwerkträger zum Teil durch Vollwandträger ersetzt.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Bahn (Stand 2019) im Bereich der Tunnel die Eisenträgerbrücken Nr. 12, 14 und 15 mit beidseitigem hängenden Fachwerk für den Erhalt ausgewählt hat. Denn sie verkörpern die alten Bauarten in reiner Form. Es sei noch angemerkt, dass unter den Brücken Nr. 10 bis 16 auch die Staatsstraße quert. Zwischen diesen Brücken liegen fünf Tunnel.

Die Brücke Nr. 13 bei Güntersthal ist neu gebaut worden und führt an einer Seite direkt in den Tunnel. Ein Absenkung der Tunnelsohle ist damit ausgeschlossen. Nach den Ergebnissen der Vorplanung gilt dies auch für die anderen Tunnel. Das Foto unten [Quelle: DB BauInfoPortal] zeigt die neu errichtete Flußbrücke Nr. 9 mit Wirtschaftsweg bei km 43,489 nördlich Enzendorf. Auf die Flussbrücke folgt unmittelbar die Straßenbrücke, die nicht saniert werden muss; und dann geht es direkt in den Tunnel Platte am Steinbruch.

(Siehe auch die Fotos der Brücken Nr. 13, 14, 15 und 22 in meinen Beiträgen vom 9. November.)

Stand heute müssen noch 18 Brücken erneuert bzw. saniert werden. DB BauInfoPortal / Projekte: Pegnitzbrücken / Zeitplan: >> Wir erarbeiten gegenwärtig die Vorplanung und die Entwurfsplanung für die Erneuerung der Brücken. Für die ersten Vorhaben beginnt noch 2025 das Planfeststellungsverfahren. Bis Ende 2030 finden sukzessive die weiteren Planfeststellungsverfahren statt. Die Bauphasen führen wir gestaffelt von 2029 bis 2033 durch. <<

[bauprojekte.deutschebahn.com]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.2025 10:24 von Manfred Erlg.


Sehr schönes Foto! Danke dafür!

__________

Mein YouTube-Kanal: [www.youtube.com]
Mein Blog: [www.markustippner.de]
Meldung der Frankenpost von heute:

Grünes Licht fuer Franken-Sachsen-Magistrale

Inhalt: Haushaltsausschuss des Bundestags hat Mittel für Leistungsphasen 3 und 4 (Entwurfs- und Ausführungsplanung) für den Abschnitt Nürnberg - Schnabelwaid freigegeben.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.2025 12:01 von hub17.
Zitat
hub17
Meldung der Frankenpost von heute:

Grünes Licht fuer Franken-Sachsen-Magistrale

Siehe archive.is:

> Konkret wurde beschlossen, die Entwurfs- und Genehmigungsplanung (Leistungsphasen 3 und 4) für den Streckenabschnitt von Nürnberg Hauptbahnhof über Lauf und Pegnitz bis nach Schnabelwaid zu beauftragen. Zudem werden die dringend erforderlichen Erneuerungen der Pegnitzbrücken aufgrund absackenden Karstgesteins vorangetrieben.

> Andreas Schwarz, Bundestagsabgeordneter für Oberfranken und Mitglied des Haushaltsausschusses, erklärt:
> „Ich freue mich sehr, dass wir im Haushaltsausschuss heute den Weg für die Weiterplanung der Franken-Sachsen-Magistrale freigemacht haben. Als Abgeordneter aus Oberfranken setze ich mich seit vielen Jahren für dieses Projekt ein. Die Elektrifizierung und der Ausbau der Strecke sind ein enorm wichtiger Schritt für unsere Region, für eine moderne und klimafreundliche Infrastruktur und für bessere Verbindungen in Richtung Sachsen und Tschechien. Jetzt geht es endlich los.“

Schönes Wochenende!
Es gibt einen dpa-Artikel von heute Vormittag, den viele Presseorgane unverschlüsselt wiedergeben. Hier die NN:

Zitat

Elektro- statt Dieselloks
Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale: Es geht voran

Von dpa - 14.11.2025, 10:48 Uhr

Nach jahrzehntelangem Ringen um eine modernere Zugverbindung zwischen Nürnberg und Sachsen kommt Bewegung in das Thema: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat den Weg frei gemacht, um die Elektrifizierung des Teilabschnitts zwischen Nürnberg und Schnabelwaid im Landkreis Bayreuth zu planen. Das teilten mehrere Abgeordnete aus der Region mit. Damit kann künftig ein weiterer Teil der Franken-Sachsen-Magistrale elektrifiziert werden.

„Wir kommen damit einen entscheidenden Schritt nach vorne, damit Deutschlands größte Diesel-Insel endlich der Vergangenheit angehört“, sagte der CSU-Abgeordnete Jonas Geissler, Sprecher des Parlamentskreises Franken-Sachsen-Magistrale. „Ich bin dem Haushaltsausschuss heute mehr als dankbar, weil damit der Gordische Knoten für das wichtigste Schienenprojekt Bayerns endlich durchschlagen worden ist. Jetzt kann es losgehen.“

Weiterlesen: [www.nn.de]

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Das Bayreuther Tagblatt hat einen eigenen, ausführlicheren Artikel, bisher unverschlüsselt:

Zitat

Elektrifizierung
Ist das der Durchbruch? Franken-Sachsen-Magistrale auf den Schienen

von Katharina Müller-Sanke [14. November 2025 | 09:57]

Die Franken-Sachsen-Magistrale rückt einen entscheidenden Schritt voran: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner jüngsten Bereinigungssitzung Mittel für die Weiterplanung des zentralen Abschnitts zwischen Nürnberg und Schnabelwaid freigegeben. Damit erteilt er den Planungsauftrag für die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Schnabelwaid.

Grünes Licht vom Ausschuss

Konkret ermöglicht der Beschluss die Beauftragung der Leistungsphasen 3 und 4, der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Betroffen ist der Streckenabschnitt vom Nürnberger Hauptbahnhof über Lauf und Pegnitz bis nach Schnabelwaid. Damit können zentrale Weichen für den weiteren Ausbau gestellt werden: Die Planungen werden detailliert, Genehmigungsverfahren vorbereitet und notwendige Maßnahmen technisch präzise ausgearbeitet.

Weiterlesen: [www.bayreuther-tagblatt.de]

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Für den Abschnitt von Schnabelwaid nach Bayreuth hat der Freistaat die Leistungsphasen 1 und 2, Grundlagenermittlung und Vorplanung, beauftragt.

Auf dieser Seite des Bahnausbau Nordbayern wird der Planungsablauf erläutert:

[bahnausbau-nordbayern.deutschebahn.com]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.2025 23:11 von Manfred Erlg.
Gut, dass jetzt wenigstens der Planungsstopp aufgehoben wurde. Jetzt geht es endlich weiter. Und da wird man untersuchen, wie es im oberen Pegnitztal weitergehen könnte. Welche Provisorien sich noch lohnen.
Das wird spannend. Sind die Brücken überhaupt noch zu retten? Oder hat @Daniel recht: Da könnte es derart große Hohlräume geben, dass die Trasse nicht mehr zu retten ist. Und man ernsthaft über eine Neubaustrecke nachdenken sollte.

Bin gespannt, ob ich 2026 doch noch einmal per Zug in die Nähe des Grenzzoigels fahren kann. Ob es Provisorien gibt und wie sich mit den Ausbauplänen vertragen.
Es ist ein Fortschritt, dass Bund und Land gemeinsam bereit sind, den Planungsprozess für die Elektrifizierung der Verbindung Nürnberg - Bayreuth voranzubringen.
Alles Weitere ist Spekulation.
Zitat
Mezzo
Nun war auch das ZDF mit dem "Hammer der Woche" in Rückersdorf

ZDF: Barrierefreiheit für die Tonne? | Hammer der Woche vom 27.09.2025 | ZDF

Ob nun doch eine neue Fußgängerüberführung in Rückersdorf kommt? Nach der Finanzierungszusage des Bundes zur Planung der Elektrifizierung, kann sich die DB nun nicht mehr damit herausreden, dass derzeit keine Elektrifizierung der Strecke geplant sei.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.11.2025 01:45 von RSB.
Zitat
RSB


Ob nun doch eine neue Fußgängerüberführung in Rückersdorf kommt? Nach der Finanzierungszusage des Bundes zur Planung der Elektrifizierung, kann sich die DB nun nicht mehr damit herausreden, dass derzeit keine Elektrifizierung der Strecke geplant sei.

Ich frag mich ja eher ob man nicht auch eine Unterführung hätte bauen können dann wäre es egal ob Elektrisch oder nicht, aber naja keine Ahnung, mich wundert (auch wenn es hier OT ist) ja auch das Burgthann scheiße gebaut hat beim Ausbau der dortigen Strecke... es ist Bürokratie-Irrsinn

Viele Grüße
Christian0911
(Mein YouTube-Kanal)
Hab jetzt zufällig das Bild gesehen, falls es interessiert: [heise.cloudimg.io]
Es zeigt eine Tunnelbohrmaschine zur Aufweitung von bestehenden Tunnels während laufendem Betrieb. Für mich war das neu, dass es sowas gibt. Ob sowas auch hier einsetzbar wäre ist aber die Frage, aber TBMs werden ja immer speziell für einen spezifischen Einsatz entworfen und gebaut.
Dann wäre eine längere Sperrung der Strecke für die Elektrifizierung eigentlich nicht nötig.

Tschö
UHM
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