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[VDE 8.1] Bauarbeiten Forchheim Nord - Bamberg / Planung Ausbau Bamberg
geschrieben von Manfred Erlg 
Ich möchte noch auf die letzten zwei Videos hinweisen, die User Grinbert vom Bauzustand gemacht hat, kein Blick aus dem Seitenfenster auf die Strecke während Zugfahrten, sondern mit Aufnahmen von Touren entlang der Strecke.

10. August (2 Wochen vor der Sperrpause): [www.youtube.com]

7. September (am vorletzten Tag der Sperrpause): [www.youtube.com]

Alle Videos von Grinbert: [www.youtube.com]

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Hier sind noch zwei Varianten zu den Fotos, die ich gestern in Altendorf und Hirschaid gemacht habe:


Guten Tag,

am Wochenende 19-21.09.2025 ist wieder Tag der Schiene.

Dazu findet am Freitag den 19.09 am Coburger Gbf die offizielle Eröffnungveranstalltung statt. Mit viel Promi.
[tag-der-schiene.de]

Dann hab ich gehört das weiter geht nach Strullendorf. Hier feiert man die Inbetriebnahme der vier Gleise Nürnberg-Bamberg.
[tag-der-schiene.de]

Leider habe nicht mehr Info.

gruß Peter
Zur offiziellen Eröffnung des viergleisigen Ausbaus zwischen Eggolsheim und der Stadtgrenze Bamberg hat DB München heute eine Presseinformation herausgegeben:

[www.deutschebahn.com]

Auf der Website des Bahnausbau Nürnberg–Bamberg gibt es eine Kurzmeldung von heute, die mit einem zusammengeschnittenen Video (5 min) mit Drohnenflügen über die Strecke ergänzt ist, dessen Teile zu unterschiedlichen Zeitpunkten während der Sperrpause entstanden sind:

[www.bahnausbau-nuernberg-bamberg.de]

Die Presseinformation vom 19. September 2025, 13:45 Uhr:

Zitat

Nürnberg – Bamberg: vier Gleise für mehr Kapazität im Nah- und Fernverkehr

DB InfraGO schließt Arbeiten im letzten Bauabschnitt Altendorf – Strullendorf erfolgreich ab •
Mehr Stabilität und Pünktlichkeit im Regionalverkehr und auf der Schnellfahrstrecke München – Berlin • Lärmschutzwände und barrierefreie Stationen •
Bund, Freistaat Bayern, Kommunen und DB investieren rund zwei Milliarden Euro


Die DB InfraGO hat den viergleisigen Ausbau der Strecke zwischen Nürnberg und südlich von Bamberg erfolgreich abgeschlossen. Der Abschnitt gehört zur Schnellfahrstrecke München – Berlin und zählt mit durchschnittlich 350 Zügen pro Tag zu den meistbefahrenen Strecken in Bayern. Bund, Freistaat Bayern, Kommunen und DB investierten rund zwei Milliarden Euro in den Ausbau der Gleise und Anlagen in dem 52 Kilometer langen Abschnitt. Damit ist ein weiterer Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit (VDE 8.1) fertiggestellt.

Zwischen Altendorf und Strullendorf hat die DB zuletzt seit 2021 unter anderem 40 Kilometer neue Gleise und 45 Kilometer Oberleitungen gebaut und neue Lärmschutzwände errichtet. Die Bahnsteige an den Stationen Hirschaid und Strullendorf sind barrierefrei erreichbar, ab Herbst auch an der Station Buttenheim.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: „Der Schienenverkehr ist heute ein Stück besser und attraktiver geworden. Ich danke den Reisenden, Pendlern und Gütertransporteuren für ihre Geduld während der Bauarbeiten. Aber ich glaube die Geduld hat sich gelohnt. Denn hier ist mit 1,44 Milliarden Euro Bundesmitteln etwas entstanden, wovon Menschen und Wirtschaft profitieren – in dieser Region und weit darüber hinaus. Als Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nummer 8, ist es eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte unseres Landes. Der Ausbau dieses 52 Kilometer langen Abschnitts ist daher weit mehr als ein regionales Projekt und technisches Upgrade. Er ist ein Schlüsselelement für ein leistungsfähiges, zuverlässiges Bahnnetz überall in Deutschland.“

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender DB InfraGO AG: „Mit der Inbetriebnahme des letzten Bauabschnitts haben wir einen Meilenstein erreicht: Der viergleisige Ausbau ermöglicht mehr Stabilität und pünktlichere Züge, da die schnellen von den langsameren Verkehren getrennt werden können. Davon profitieren die Fahrgäste im Regional- und S-Bahnverkehr genauso wie die Reisenden in den Fernzügen. In der Erfolgsgeschichte der Schnellfahrstrecke München – Berlin zeigt sich beispielhaft, dass neu- und ausgebaute Strecken ein ganz wesentlicher Hebel für die Modernisierung und Kapazitätserweiterung des Bahnnetzes sind. Und: Unser Projektteam hat den Ausbau im Zeitrahmen abgeschlossen. Dafür und für die Geduld der Anwohnenden und Fahrgäste möchte ich herzlich Danke sagen.“

Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr: „Der viergleisige Ausbau der Strecke zwischen Altendorf und Strullendorf passt perfekt zum heutigen ‚Tag der Schiene‘. Wir feiern nicht nur die Fertigstellung eines Bauabschnitts nach vier Jahren Bauzeit. Der Lückenschluss hier ist Symbol für unsere Anstrengungen, die Schiene in Deutschland leistungsfähig, modern und zukunftsfest zu machen. Mit jedem Meter Gleis, den wir bauen, bringen wir Menschen näher zusammen und unser Land weiter nach vorn. Damit sind wir aber noch lange nicht am Ziel. Die Lücken bei Bamberg und Fürth müssen noch geschlossen und allgemein die Streckengeschwindigkeit erhöht werden. Ich appelliere deshalb an den Bund, weiter an der Strecke dranzubleiben. Der Ausbau muss weitergehen!“

Der viergleisige Ausbau hat schrittweise Verbesserungen für die Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr ermöglicht: So fährt der Franken-Thüringen-Express in dem Abschnitt Nürnberg – Bamberg bereits seit Dezember 2023 täglich von 5 bis 22 Uhr im 30-Minuten-Takt in beiden Richtungen. Zudem verknüpft seit Juni 2024 der mit bis zu 190 km/h schnellste länderverbindende Regionalzug Deutschlands die fränkische Metropole Nürnberg mit der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt in nur 1 Stunde 53 Minuten. Fahrgäste der S-Bahn Nürnberg profitieren seit 2024 vom neuen S-Bahn-Haltepunkt Forchheim Nord und bereits seit 2023 von zwölf zusätzlichen S-Bahn-Verbindungen zwischen Forchheim und Erlangen.

Auch im ICE-Verkehr ist das Angebot stetig erweitert worden. Auf der Strecke München – Berlin sind zwischen Nürnberg und Erfurt inzwischen täglich 31 ICE-Züge je Richtung unterwegs, rund die Hälfte davon sind Sprinter. Davon profitiert auch die Region: In Bamberg halten pro Tag rund 30 ICE-Züge und verbinden die Stadt direkt mit Berlin, Hamburg oder München. 2024 nutzten im Vergleich zum Fahrplanjahr 2017, bevor die neue Schnellfahrstrecke München – Berlin eröffnet wurde, dreieinhalb Mal so viele Fahrgäste die ICE-Verbindung zwischen den beiden Städten. Der Marktanteil der Bahn zwischen Isar und Spree beträgt im Vergleich aller Verkehrsmittel heute rund 70 Prozent.

Für eine zukunftsfähige Infrastruktur wird der Bahnausbau in der Region auch in den nächsten Jahren weitergehen. So laufen aktuell die Planungen für einen Güterzugtunnel in Fürth, den S-Bahn-Ausbau Fürth – Eltersdorf sowie die Erweiterung des Bahnknotens Bamberg.

Der Bahnausbau Nürnberg – Bamberg ist ein Projekt für den Deutschlandtakt. Weitere Informationen zum Deutschlandtakt unter: www.deutschlandtakt.de.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.09.2025 19:07 von Manfred Erlg.
Am heutigen Sonntag, knapp zwei Wochen nach Beginn des viergleisigen Betriebs, habe ich noch einige Fotos von der Bahnstrecke gemacht.

Nördlich vom Haltepunkt Eggolsheim ist die verlängerte mittlere Lärmschutzwand fertiggestellt. In Altendorf ist die Lärmschutzwand an der Stelle des abgebauten östlichen Behelfsbahnsteigs vollendet worden. Die Straßenunterführung Jurastraße ist in Betrieb, mit 3 m Durchfahrthöhe und für Fahrzeuge mit 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.09.2025 16:40 von Manfred Erlg.


Und zwei Fotos aus Hirschaid, die von Bahnsteig 1 aus aufgenommen worden sind.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.09.2025 17:50 von Manfred Erlg.


Und noch Fotos der neuen Mittelbahnsteige in Eggolsheim und Altendorf mit Lärmschutzwand an beiden Außenseiten, beide mit Blickrichtung Bamberg.


Drohnenüberflug über die Baustelle zwischen Eggolsheim (Kreisgrenze FO/BA) und nördlich Strullendorf (Stadtgrenze BA):

Das Video von der Website des Bahnausbau (hier bereits am 19. September gemeldet) ist heute auch bei YouTube hochgeladen worden. Die Aufnahmen sind während der Sperrpause Ende August / Anfang September entstanden:

[www.youtube.com] (Dauer 5 min)

>> Begleite uns auf einen Drohnenflug über den letzten Abschnitt der Ausbaustrecke Altendorf – Hirschaid – Strullendorf im Projekt VDE 8.1. Die Aufnahmen zeigen aus der Vogelperspektive, wie moderne Schieneninfrastruktur entsteht, von neuen Gleisanlagen über Brücken und Schallschutzwände bis hin zu charakteristischen Bauwerken entlang der Strecke. Im Video sind die markantesten Orte und Bauwerke gekennzeichnet.

Mit der Inbetriebnahme des letzten Abschnitts der Ausbaustrecke im September 2025 setzt die DB InfraGO einen weiteren wichtigen Meilenstein für eine leistungsfähige, moderne und klimafreundliche Schieneninfrastruktur in Deutschland. <<

Alle Videos des Bahnausbaus Nürnberg - Bamberg: [www.youtube.com]

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Vom 6. Oktober bis 10. Dezember >> finden Restarbeiten entlang der gesamten Strecke zwischen Altendorf und Strullendorf statt. Diese Arbeiten umfassen unter anderem den Kabelrückbau, Restarbeiten an der Schallschutzwand in Strullendorf sowie die Baufeldberäumung.

Es werden unter anderem Zweiwegebagger, Radbagger, LKW und Kleingeräte eingesetzt. Daher kann es zu Belastungen durch Lärm und unter Umständen auch zu Erschütterungen kommen.

Zudem finden Belastungsstopfgänge an den Streckengleisen statt, weshalb eine Stopfmaschine, ein Schotterpflug sowie ein Arbeitszug zum Einsatz kommen. Dabei wird der Gleisoberbau abgeschlossen. Es kann daher zu Belastungen durch Lärm und Erschütterungen kommen. <<

[bahnausbau-nuernberg-bamberg.de]



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.11.2025 14:58 von Manfred Erlg.
Der Bahnausbau Nürnberg - Bamberg hat kürzlich ein Baustellenvideo vom Herbst 2024 hochgeladen.
Es zeigt einen Drohnenflug über den Streckenabschnitt Forchheim - Eggolsheim.
An der Bauabschnittsgrenze sind die Mittelgleise an die neuen Gleise Richtung Strullendorf verschwenkt.
(Dieser Bauzustand hat bis Ende August 2025 Bestand gehabt.)

[www.youtube.com]

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Heute hochgeladen: das erste Video mit Lokführersicht auf die viergleisige Ausbaustrecke bis Strullendorf:
Nürnberg - Bamberg mit BR 192 (Siemens VECTRON) und Güterzug

[www.youtube.com]



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.11.2025 19:29 von Manfred Erlg.
Zitat
Manfred Erlg
Der Bahnausbau Nürnberg - Bamberg hat kürzlich ein Baustellenvideo vom Herbst 2024 hochgeladen.
Es zeigt einen Drohnenflug über den Streckenabschnitt Forchheim - Eggolsheim.
An der Bauabschnittsgrenze sind die Mittelgleise an die neuen Gleise Richtung Strullendorf verschwenkt.

[www.youtube.com]

Oh, ganz aktuell, danke.
Vor wenigen Tagen hochgeladen: ein Video mit Lokführersicht auf die viergleisige Ausbaustrecke bis Strullendorf - aber in Gegenrichtung Bamberg - Erlangen (ICE 4, Herbst 2025):

[www.youtube.com]

Wegen der Restarbeiten im Baustellenbereich noch mit Vmax = 120 km/h.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember gilt wie früher Vmax = 160 km/h.
Nach der Installation von ETCS (wann?) kann 230 km/h gefahren werden.
Zitat
Manfred Erlg
Nach der Installation von ETCS (wann?) kann 230 km/h gefahren werden.

Für welchen Abschnitt gilt das dann? Bamberg-Strullendorf? Oder weiter? Und wenn es nur für diese kurze Teilstrecke gilt, ist damit zu rechnen, dass am Rest der Strecke was mit der v(max) passiert?

____________
Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Im DSO-Forum schrieb Philipp Nagl am 9.9.2025:
"Die Arbeiten am ETCS schließen nun unmittelbar an und sollen bis 2028 in Betrieb gehen."

VDE 8.1 Nürnberg-Bamberg: Fertigstellung 4-Gleisiger Ausbau Forchheim-Bamberg

Im Thread bezieht er sich auf die gesamte Strecke Eltersdorf-Strullendorf, deswegen gehe ich davon aus, dass er sich auch mit ETCS darauf bezieht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2026 09:22 von stemei.
Zitat
stemei
Im DSO-Forum schrieb Philipp Nagl am 9.9.2025:
...

Im Thread bezieht er sich auf die gesamte Strecke Eltersdorf-Strullendorf, deswegen gehe ich davon aus, dass er sich auch mit ETCS darauf bezieht.

Ist ja irgendwie auch logisch (Wenn man sein Hirn benutz, kommt man da selber drauf...)! Denn dies ist der bislang entsprechend aus- und neugebaute Streckenabschnitt. Selbst wenn man die jetzt noch verbliebenen Altbauanteile der VDE8.1 mit ETCS ergänzen würde, wird die konstruktiv-technische Streckengeschwindigkeit dort überwiegend noch keine 230 km/h erlauben. Selbst zwischen Nürnberg und Fürth ist das trotz Ausbau nicht möglich.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
stemei
Im DSO-Forum schrieb Philipp Nagl am 9.9.2025:
"Die Arbeiten am ETCS schließen nun unmittelbar an und sollen bis 2028 in Betrieb gehen."


Im Thread bezieht er sich auf die gesamte Strecke Eltersdorf-Strullendorf, deswegen gehe ich davon aus, dass er sich auch mit ETCS darauf bezieht.

Wie toll ETCS ist habe ich heut am eigenen Leib gespürt mein FTX hat 100 Minuten verspätung auf der Schnellfahrstrecke geschossen weil das scheiß System keinerlei Rückfallebenen hat!

Viele Grüße
Christian0911
(Mein YouTube-Kanal)
Zitat
Christian0911
Zitat
stemei
Im DSO-Forum schrieb Philipp Nagl am 9.9.2025:
"Die Arbeiten am ETCS schließen nun unmittelbar an und sollen bis 2028 in Betrieb gehen."


Im Thread bezieht er sich auf die gesamte Strecke Eltersdorf-Strullendorf, deswegen gehe ich davon aus, dass er sich auch mit ETCS darauf bezieht.

Wie toll ETCS ist habe ich heut am eigenen Leib gespürt mein FTX hat 100 Minuten verspätung auf der Schnellfahrstrecke geschossen weil das scheiß System keinerlei Rückfallebenen hat!

Man baut ETCS Level 2 mittlerweile ohne Aussensignale und Rückfallebene, weil es sonst deutlich häufiger zu Störungen kommen würde.
Anfangs hat man Strecken noch mit Mischausrüstung inbetriebgenommen wie z.B. Mattstetten-Rothrist, bei denen dann die Rückfallebene die Störungen verursacht und die Verfügbarkeit der Strecke deutlich verschlechtert hat.

Seitdem verzichtet man darauf.
Das beste Fallback zu ETCS Level 2 ist wohl Level 1 FS.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2026 18:10 von Axel25.
an Axel25

Das man auf Neubaustrecken vielleicht nicht die Signale setzt um Kosten zu sparen, ist zwar auch dumm, aber wenigstens finanziell noch zu erklären (Ob man langfristig durch Störungen nicht mehr draufzahlt, weiß man ja leider erst hinterher) . Aber Kosten durch den Rückbau von Signalen zu erzeugen, dadurch die Befahrbarkeit einer Strecke für Altfahrzeuge zu reduzieren, und Rückfallebenen aktiv zu entfernen, bei einer Strecke, die diese Ausrüstung überhaupt erst nach 2017 vollumfänglich erhalten hat, wo wir es nicht mit runtergeschlotzter Alttechnik kurz vorm Abnippeln zu tun haben, da ist sowas mit Vernunft eigentlich nicht zu erklären, sondern nur mit Dogmatismus. Aber seit ich begriffen habe, dass das ultimative Ziel der Regeln im Bahnverkehr nicht etwa der Betrieb von Zügen sondern der absolute Stillstand ist, macht es natürlich Sinn, das so zu machen. So gesehen: Hp0 für alle.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Daniel Vielberth
an Axel25

Das man auf Neubaustrecken vielleicht nicht die Signale setzt um Kosten zu sparen, ist zwar auch dumm, aber wenigstens finanziell noch zu erklären (Ob man langfristig durch Störungen nicht mehr draufzahlt, weiß man ja leider erst hinterher) . Aber Kosten durch den Rückbau von Signalen zu erzeugen, dadurch die Befahrbarkeit einer Strecke für Altfahrzeuge zu reduzieren, und Rückfallebenen aktiv zu entfernen, bei einer Strecke, die diese Ausrüstung überhaupt erst nach 2017 vollumfänglich erhalten hat, wo wir es nicht mit runtergeschlotzter Alttechnik kurz vorm Abnippeln zu tun haben, da ist sowas mit Vernunft eigentlich nicht zu erklären, sondern nur mit Dogmatismus. Aber seit ich begriffen habe, dass das ultimative Ziel der Regeln im Bahnverkehr nicht etwa der Betrieb von Zügen sondern der absolute Stillstand ist, macht es natürlich Sinn, das so zu machen. So gesehen: Hp0 für alle.

Hallo Daniel,

wenn die Rückfallebene dafür sorgt, dass die Verfügbarkeit einer Strecke deutlich schlechter wird, dann kann ich sie mir sparen. Wenn sie in einer von zehn Störungen hilft, aber 9/10 der Störungen verursacht, ist das keine Rückfallebene mehr, sondern ein Betriebshindernis.
Was eher zu funktionieren scheint, ist ein niedrigeres ETCS Level 2 als BackUp wie z.B. ETCS Level 1 zusammen mit vereinfachter Außensignalisierung auf der HSZ Zuid. Dort kann bei bestimmten Störungen in Level 1 verkehrt werden. Die Lokführer werden über Kennlichter darüber informiert, ob an einem ETCS-Halt eine neue Movement Authority vorliegt.

Ich bin aber bei dir, dass Umrüstungen von Bestandsstrecken als Zusatzausrüstung realisiert werden sollten. Sonst entwertet man über Nacht die bestehenden Fahrzeugflotten im Nahverkehr. Das die Fahrzeuge je nach Netz vorbereitet für ETCS-Betrieb ausgeliefert werden, ist ja auch erst seit ca. 2020 üblich. Von Alstom weiß ich, dass sie tatsächlich noch reine PZB-Ausrüstungen verbaut haben. Bei Siemens und Stadler kam es wohl auf den Auftrag an, aber bei vielen Fahrzeugen (die nur PZB haben) läuft die PZB wohl jetzt schon über einen ETCS-Rechner.

Was ich definitiv für einen Fehler halte, ist, dass wir ESG (ETCS Signalgeführt, also Level 1 Limited Supervision) nicht flächendeckend ausrollen. Auch wenn ESG erstmal nur die PZB simuliert, hätte man bei Projektspezifischen-Implementierungen ein deutlich höheres Sicherheitsniveau als die PZB erreicht. Z.B., in dem Aufwerte- und Hauptsignaldatenpunkte an Einfahrsignalen die richtige Geschwindigkeit übertragen anstatt der pauschalisierten Werte.

Viele Grüße
Alex
an Axel25

> aber 9/10 der Störungen verursacht, ist das keine Rückfallebene mehr, sondern ein Betriebshindernis.

Ich hatte auch mal ein Stellwerk unter meiner Fuchtel, bei dem ich echt froh war, das es außer Betrieb ging, und ich gebetet habe, das es keinen Tag länger durchhalten muss. Frickelt man in so ein Stellwerk ETCS rein, dann lass ich mir die Argumentation eingehen. Aber wo ist denn auf der Bamberger Strecke unzuverlässige Technik? Nirgends, selbst zu mechanischen Zeiten waren die Anlagen da so top in Schuss, und danach wurde alles noch mal neu gemacht.

Deswegen halte ich es da für einen ganz besonders großen Fehler, wenn man die Signale abbaut. Die dunkel schalten solange ETCS läuft, hab ich null Problem mit. Schont die Lampen, und hält die Anlagen standby, falls man mal braucht. Aber dort auf reines ETCS wechseln halte ich für ein Streckendowngrade. Insbesondre Licht-Flankenschutz durch Führerraumsignalisierung zu ersetzen und dann im Zweifelsfall keinen Flankenschutz mehr zu haben, wenn das ETCS ausfällt. Sicher, man muss auch wahrheitsgemäß sagen: Einige Probleme die auf den Neubauteil der VDE8 auftreten können sind geschuldet durch den Schmarn, das man die Strecke güterzugtauglich sich bewilligen hat lassen (gibt es inziwschen auch nur einen Güterzug, der sich die Strecke freiwillig antut?). Diese werden zwischen Nürnberg und Bamberg hoffentlich nicht auftreten können, weil man hoffentlich die Zugbegenungsverhinderungstechnik dort nicht einbaut (wenn doch dann gute Nacht, dann kann man nämlich Rotausleuchtungen nimmer umfahren...) Trotzdem hege ich große Zweifel, das man sich mit dem Rückbau einen Gefallen tut.

> Was eher zu funktionieren scheint, ist ein niedrigeres ETCS Level 2 als BackUp wie z.B. ETCS Level 1 zusammen mit vereinfachter Außensignalisierung auf
> der HSZ Zuid. Dort kann bei bestimmten Störungen in Level 1 verkehrt werden. Die Lokführer werden über Kennlichter darüber informiert, ob an einem
> ETCS-Halt eine neue Movement Authority vorliegt.

Noch besser wäre die polnische Lösung zugegeben bislang ETCS-Level 1 aber mit vollständiger Signalisierung, ETCS geführt kann 200km/h dort gefahren werden, ohne eben gemäß nationalen System. Vorteil: eine Strecke für jedes Fahrzeug. Auch Tschechien hat teils so eine Lösung. Warum auch nicht? KI meinte neulich gar Deutschland ist das einzige Land, was beim ETCS-Ausbau aktiv Signale entfernt - ob das stimmt, kann ich nicht verifizieren, wirklich wundern täte es mich aber nicht.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Daniel Vielberth
Einige Probleme die auf den Neubauteil der VDE8 auftreten können sind geschuldet durch den Schmarn, das man die Strecke güterzugtauglich sich bewilligen hat lassen (gibt es inziwschen auch nur einen Güterzug, der sich die Strecke freiwillig antut?).

Da war doch irgendwann letztes Jahr mal eine Ankündigung das TX Logistik als erstes EVU im Güterverkehr auf der Strecke kommerziell fahren wollte. Was da jetzt daraus geworden ist weiß ich aber nicht .
Zitat
Daniel Vielberth
an Axel25

> aber 9/10 der Störungen verursacht, ist das keine Rückfallebene mehr, sondern ein Betriebshindernis.

Ich hatte auch mal ein Stellwerk unter meiner Fuchtel, bei dem ich echt froh war, das es außer Betrieb ging, und ich gebetet habe, das es keinen Tag länger durchhalten muss. Frickelt man in so ein Stellwerk ETCS rein, dann lass ich mir die Argumentation eingehen. Aber wo ist denn auf der Bamberger Strecke unzuverlässige Technik? Nirgends, selbst zu mechanischen Zeiten waren die Anlagen da so top in Schuss, und danach wurde alles noch mal neu gemacht.

Deswegen halte ich es da für einen ganz besonders großen Fehler, wenn man die Signale abbaut. Die dunkel schalten solange ETCS läuft, hab ich null Problem mit. Schont die Lampen, und hält die Anlagen standby, falls man mal braucht. Aber dort auf reines ETCS wechseln halte ich für ein Streckendowngrade. Insbesondre Licht-Flankenschutz durch Führerraumsignalisierung zu ersetzen und dann im Zweifelsfall keinen Flankenschutz mehr zu haben, wenn das ETCS ausfällt. Sicher, man muss auch wahrheitsgemäß sagen: Einige Probleme die auf den Neubauteil der VDE8 auftreten können sind geschuldet durch den Schmarn, das man die Strecke güterzugtauglich sich bewilligen hat lassen (gibt es inziwschen auch nur einen Güterzug, der sich die Strecke freiwillig antut?). Diese werden zwischen Nürnberg und Bamberg hoffentlich nicht auftreten können, weil man hoffentlich die Zugbegenungsverhinderungstechnik dort nicht einbaut (wenn doch dann gute Nacht, dann kann man nämlich Rotausleuchtungen nimmer umfahren...) Trotzdem hege ich große Zweifel, das man sich mit dem Rückbau einen Gefallen tut.

> Was eher zu funktionieren scheint, ist ein niedrigeres ETCS Level 2 als BackUp wie z.B. ETCS Level 1 zusammen mit vereinfachter Außensignalisierung auf
> der HSZ Zuid. Dort kann bei bestimmten Störungen in Level 1 verkehrt werden. Die Lokführer werden über Kennlichter darüber informiert, ob an einem
> ETCS-Halt eine neue Movement Authority vorliegt.

Noch besser wäre die polnische Lösung zugegeben bislang ETCS-Level 1 aber mit vollständiger Signalisierung, ETCS geführt kann 200km/h dort gefahren werden, ohne eben gemäß nationalen System. Vorteil: eine Strecke für jedes Fahrzeug. Auch Tschechien hat teils so eine Lösung. Warum auch nicht? KI meinte neulich gar Deutschland ist das einzige Land, was beim ETCS-Ausbau aktiv Signale entfernt - ob das stimmt, kann ich nicht verifizieren, wirklich wundern täte es mich aber nicht.

Du brauchst bei ETCS-Level 1 Full Supervision immer auch Signale, außer du nutzt wie die ÖBB oder die Schweizer Euroloop und/oder Radioinfill. Ansonsten endet deine Movement-Authority am Ne 14 und du weißt nicht, ob die dortige Transparentdatenbalise eine neue Movement Authority für deinen Zug hat oder nicht. Wenn du die Balise überfährst und keine neue MA vorliegt, hast du ein Halt zeigendes Signal überfahren und keine Chance mehr, von dort eine neue MA zu bekommen-->schlecht. Daher haben viele ETCS-Level 1 Strecken noch ihre Außensignale oder neugebaute zumindest vereinfachte Signale, um das Vorliegen einer neuen oder geänderten MA anzuzeigen.

Die Empfehlung, bei ETCS-Level 2 auf Außensignale zu verzichten, kam aus der Schweiz. Auf Mattstetten–Rothrist hat man deswegen diese Rückfallebene stillgelegt und abgebaut. Auf Neubaustrecken baut man tendenziell Level 2 ohne Signale, auf den Zufahrtstrecken zum Gotthardbasistunnel mit Level 2 hat man die Signale meines Wissens nach ebenfalls stillgelegt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.01.2026 17:52 von Axel25.
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