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Realisierungsmöglichkeiten der Altstadttram
geschrieben von HansL 
Zitat
Phantom
Wer etwas nicht will, findet Gründe. Wer etwas will, findet Wege.

Da sind wir beide völlig gleicher Meinung!

Ich befürworte die Altstadtquerung ja. Nur sehe ich aber auch, dass seit bald 30 Jahren nix vorangeht.

Und gerade weil ich den Spruch "wer etwas will, findet Wege" teile, habe ich ja auch geschrieben, dass aus der oberirdischen Ost-West-Altstadtquerung (nur) dann ein Schuh wird, wenn man das bisherige Veranstaltungs-Konzept aufgibt, so dass die Bahn das ganze Jahr dort fahren kann. Die Veranstaltungen bzw. der heutige Stadt-Eventisierungs-Hype darum ist ja in erster Linie Kopfsache, halt das derzeitige "kulturelle" Selbstverständnis, das aber eben auch dem Zeitgeist entspricht und in vielen deutschen Städten zu ähnlichen Fragestellungen führt (und das durchaus auch noch ganz andere Kritiker hat, Stichwort "Ruhe in der Stadt").

So wie ich aber die Nürnberger und ihre oft halbgaren und verkorksten Verkehrsprojekte kenne, befürchte ich halt, dass man sich vielleicht eines Tages gegen viele Stimmen und Bürgerbegehren mit knapper Mehrheit zu einer oberirdischen nördlichen Ost-West-Altstadtquerung durchringt oder durchkämpft, aber unter dem Zugeständnis, nichts oder kaum etwas wirksames am Veranstaltungs-Konzept zu ändern. Und DAS wäre dann in meinen Augen ein Phyrrus-Sieg für die Fahrgäste und den ÖPNV. Lieber keine Altstadtquerung als eine, die tage- und wochenlang nicht befahrbar ist.

Nachdem ich mich nun seit 1990 und damit seit über 27 Jahren mit der Altstadtquerung gedanklich beschäftige (sie wurde 1988 vom AAN in "Busse und Bahnen - Nürnberg 2000" vorgeschlagen), komme ich halt langsam immer mehr zu der Frage:
  • Wie könnte man die Altstadtquerung noch zu meiner Lebenszeit realisieren?
  • Worin könnten brauchbare Kompromisse bestehen, die die Realisierung beschleunigen?

Und einen der schlechtesten Kompromisse fände ich ein neues Herzstück des Straßenbahnnetzes, das dann notorisch ständig außer Betrieb ist.

Da wären mir dann Kompromisse wie eine oberirdische Altstadtquerung in der Lorenzer Altstadt (VCD-Vorschlag), oder eine unterirdische Altstadtquerung 100 Mal lieber. Zumal mit diesen Lösungen auch noch weitere Vorteile gegenüber der nördlichen oberirdischen West-Ost-Altstadtquerung verbunden wären. Sprich für mich gilt auch "lieber eine U-Strab als keine Altstadtquerung".



5 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.2018 16:47 von benji2.
Ein Kompromiss aus Altstadttram und aktuellem Veranstaltungskonzept wäre ggf. eine Route ab Rathenauplatz bis Theresienstr. 7, dann unter der Burg durch (also zw. Theresienstr. und Pilotystraße auf der Trasse des ehem. Strassenbahnprojekt Burgbergtunnel) via Pirckheimer Str. zum Friedrich-Ebert-Platz bzw. Plärrer.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.2018 14:56 von Nordstadtkind.
Angenommen man würde ab Hbf. die Altstadt in Süd-Nord-Relation unterqueren wollen, wo sollten hier Strecken abtauchen?

Ich empfände das Abgauchen an der Theresienstr. Mehr als kritisch, auch wenn es ansonsten eine tolle Idee wäre.
Zitat
Julian
Angenommen man würde ab Hbf. die Altstadt in Süd-Nord-Relation unterqueren wollen, wo sollten hier Strecken abtauchen?

Da gibt es sicher eine große Menge an Varianten.

Wenn man am Bahnhofsplatz noch oberirdisch sein will, was ich zur Minimierung der Tunnellänge und der Vermeidung einer komplexen U-Strab-Verzweigung am Hauptbahnhof durchaus sinnvoll fände, dann wäre meines Erachtens der besondere Bahnkörper zwischen Hauptbahnhof und Marientor ein geeigneter Rampenstandort. Die Straße ist dort ausreichend breit und lang. Im Bereich der Steigungsstrecke zwischen der Haltestelle Marientor und Wöhrder Wiese könnte die Straßenbahn zum Rathenauplatz wieder an die Oberfläche kommen. Etwa unter der Kreuzung mit der Marienstraße läge dann ein Abzweig oder ein Gleisdreick Richtung Altstadt.

Ebenso sind aber natürlich auch noch weiter nördlich liegende Rampen in gleicher Weise denkbar, bspw. im besonderen Bahnkörper zwischen Wöhrder Wiese und Rathenauplatz. Allerdings würde man von dort tendenziell nicht mehr zum Stadtzentrum "Lorenzkirche" schwenken, weshalb ich die Rampe zwischen Hauptbahnhof und Marientor dann besser fände.

Aber selbst wenn man aus irgendwelchen Gründen weiter nach Norden gehen will: Gerade auf der östlichen Altstadtseite gibt es meines Erachtens besonders viele geeignete Rampenstandorte. Auf der Westseite sieht es kritischer aus, dort gibt es viel weniger gut geeignete und nur zwei sehr gute, die dafür aber auch richtig optimal lägen: Der Tiergärtnertorberg, evtl. in beiden Richtungen, und die Erlanger Straße zwischen Thon und Nordring (von/nach Erlangen).

Bei einer umfangreicheren Tieferlegung, die auch am Bahnhofsplatz unterirdisch wäre und eine U-Strab-Haltestelle Hauptbahnhof mit einschlösse (für die ich allerdings wenig Gründe sehe), würde sich aus allen vier südöstlichen Richtungen jeweils der Eisenbahn-Bahndamm als stadtbildverträgliche Tunneleinfahrt anbieten. Und vom Rathenauplatz her wiederum der Geländeanstieg kurz vor der Haltestelle Marientor.

Zitat
Julian
Ich empfände das Abgauchen an der Theresienstr. Mehr als kritisch, auch wenn es ansonsten eine tolle Idee wäre.

Eine Rampe im Bereich Wirtschaftsrathaus müsste man dort meines Erachtens als eine Art Haus- oder Hofeinfahrt kaschieren (umbaute Rampe), damit das städtebaulich erträglich bleibt. Könnte ich mir aber durchaus vorstellen.



7 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2018 01:53 von benji2.
Ich empfinde die Idee zwischen Hbf und Marientor abzutauchen gelinde gesagt als sehr gut! Nirgendwo sonst könnte eine solche Vielzahl von verschiedenen Linien auf die Altstadtstrecke geführt werden als vom Hbf aus. Das könnte das Liniennetz drastisch ändern.
Angenommen man entschiede sich dafür, drei Linien auf der Altstadtstrecke fahren zu lassen, was ich für die Tunnellösung durchaus sinnvoll fände, wo sollten die im Norden hin?

Klar, nach Wegfeld ist wohl relativ einfach. Aber ansonsten? Das ist gegenüber der oberirdischen Ost-West-Querung schon ein Nachteil - vorerst.

Würde es gelingen, den Friedrich-Ebert-Platz oberirdisch zu erreichen, könnte man die Schienen nach St. Johannisfriedhof nutzen und eine Linie zum Westfriedhof führen - aber es ist und bleibt neunmal ein Umweg im Vergleich zur Ost-West-Verbindung. (BTW: wie ist der Zustand der Gleise zwischen F-E-Pl. und St. Johannisfriedhof? Könnte man die reaktivieren,

Schafft man es denn unter den historischen Kellern und der Stadtmauer so durch, dass man in der Pilotystr. am Grünstreifen auftauchen könnte? Das sehe ich auch eher kritisch.

Was ist eure Meinung?
Schöne Gedankenspiele mögen diese Tunnel- und Rampenüberlegungen ja alle sein.

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, ich kenne aus Stuttgart oder Rhein-Ruhr eher weniger ansprechende Bauwerke, die ich mir nicht im Bereich der Altstadt vorstellen mag. Und die sicher - zu Recht - mindestens so umstritten wären.

Aber:
1) Was kostet so eine Straßenbahn im Tunnel im Bau und Unterhalt (ähnlich wohl wie eine U-Bahn)?
2) Wieviele Haltestellen wird man sich dann einsparen? Dabei ist die Nutzungsdichte in der Innenstadt am höchsten!
3) Was wäre dafür alles an Gestaltung oberirdisch möglich? Das Beispiel Frankreich kann nicht oft genug erwähnt werden: Stadtumbau und Verkehrsberuhigung gerade durch die Bahn! Wo ist das Geld besser eingesetzt?
4) Und natürlich, was wäre dafür an zusätzlichen km an den Außenästen möglich?

Und vor allem:
5) Wer will überhaupt noch - wie in den 70er Jahren - den ÖPNV möglichst aus dem Weg und aus dem Blick räumen? Sollte er nicht selbstbewusster Teil einer zukunftsfähigen Stadt sein?

Auch wenn ich mich damit wiederhole - die aktuellen Veranstaltungskonzepte waren auch nicht immer genau so, werden sich weiterentwickeln und können sich anpassen. Und wenn tatsächlich eine Umleitung einmal nötig sein sollte, haben wir luxeriöserweise mit der Pirckheimer Straße eine Umleitungsstrecke. So funktionieren Netze.

Daher: Lieber keine Altstadtquerung als eine unterirdische!
Wer sich jemals damit befasst hat, was da alles im Untergrund versteckt ist, der weiß, dass man da keine Tunnel bauen kann. Und man kennt noch nicht einmal alle versteckten Kellergewölbe.

Aber auch wenn man Tunnel graben könnte: Wo sollen denn dann die Aufgänge hin? Wo in Ost-West-Richtung wäre da überhaupt Platz?

In Nord-Süd-Richtung gäbe es dann ohnehin wohl nur eine einzige Haltestelle, vielleicht am Obstmarkt. Aber was würde das bringen? Da kommt man heute von der Lorenzkirche auch schon gut hin. Aber das Problem ist doch auch, dass man irgendwo unter der Pegnitz hindurch muss. Wo sollte das gehen? Meint jemand ernsthaft, man könnte unter den mittelalterlichen Fundamenten des Heilig-Geist-Spitals noch einen Tunnel graben? Wenn überhaupt, wie tief müsste man da hinunter? Und ich erinnere an das Desaster beim Bau des U-Bahnhofs Wöhrder Wiese. Das wunderschöne Jugendstilhaus an der Ecke Prinzregentenufer stand jahrelang auf Abriss, bis man endlich doch noch einen Weg gefunden hat, dessen schwer beschädigte Statik zu retten.

Das Konzept einer Altstadttram, wie es im NVEP2025 vorgeschlagen wird, wäre hingegen einfach zu realisieren, käme vergleichsweise sehr billig, würde im Betrieb sogar noch eine Ergebnisverbesserung bringen und würde Direktverbindungen aus 4 bis 6 Richtungen bedeuten mit einer attraktiven Erschließung mit vielen Haltestellen von ganz St. Sebald.

Ich verstehe nicht, warum man dieses Projekt nicht endlich angeht. Als einziges echtes Problem kann ich die Oberleitung entlang des Rathauses akzeptieren. Masten wären da sicher nicht schön. Und dass man den Fahrdraht an der Rathausfassade und der Sebalduskirche aufhängt, kann ich mir auch nicht vorstellen. Auch wenn das Einigen hier gar nicht gefällt: Da wird man in Kauf nehmen müssen, dass die Strab mal ein paar Hundert Meter ohne auskommt, denn anders wird dieses Projekt nicht realisierbar sein. Ansonsten wäre der Widerstand einfach zu groß.
Wird das Thema Oberleitung nicht viel zu hoch gehangen. In vielen Städten fahren auch Strassenbahnen durch die Altstadt. man sollte die Strecke einfach bauen und zwar mit Oberleitung.
Zitat
Marktkauf
Wird das Thema Oberleitung nicht viel zu hoch gehangen. In vielen Städten fahren auch Strassenbahnen durch die Altstadt. man sollte die Strecke einfach bauen und zwar mit Oberleitung.

Das ist sicher so: Wo die Oberleitung hängt, da hängt sie. Und niemand diskutiert die Frage, ob man das will.

Aber eine neue Oberleitung, das gibt Widerstand.

Weshalb meinst Du, dass man die Strecke unbedingt mit Oberleitung bauen sollte? Die Umstellungsprobleme der Fahrzeuge wurden diskutiert und scheinen lösbar.
Und die Museumsstraßenbahnen fahren jetzt nicht durch die Altstadt und könnten das auch weiterhin nicht. So what ...

Wenn wir eine Altstadtram wollen, so werden wir sie halt nur bekommen, wenn sie nicht immer und überall eine Oberleitung braucht. Frankreich liefert viele Beispiele, was man machen kann, wenn man da nicht so dogmatisch vorgeht.
Zitat
Julian

Würde es gelingen, den Friedrich-Ebert-Platz oberirdisch zu erreichen, könnte man die Schienen nach St. Johannisfriedhof nutzen und eine Linie zum Westfriedhof führen - aber es ist und bleibt neunmal ein Umweg im Vergleich zur Ost-West-Verbindung. (BTW: wie ist der Zustand der Gleise zwischen F-E-Pl. und St. Johannisfriedhof? Könnte man die reaktivieren,

Was ist eure Meinung?

Also die Gleise im Kirchenweg sind ja z.Teil gar nicht mehr vorhanden bzw. überteert oder rausgerissen. Schon der Abzweig Friedrich-Ebert-Platz/Kirchenweg ist bei den U Bahn Bauarbeiten und der Verlegung der Straßenbahntrasse entfernt worden. Letztes Jahr wurde ja auch im hinteren Kirchenweg Nahe Klinikum/Lobsingerstr. gebaut. Da is nix mehr was man nutzen könnte.

Dann doch lieber eine Rampe Maxplatz/Hallertor und dort den Anschluss ans Bestandsnetz wie auch in der oberirdischen Variante geplant.
Zitat
HansL


Wenn wir eine Altstadtram wollen, so werden wir sie halt nur bekommen, wenn sie nicht immer und überall eine Oberleitung braucht. Frankreich liefert viele Beispiele, was man machen kann, wenn man da nicht so dogmatisch vorgeht.

Gerade Frankreich liefert aber auch Beispiele wie man bei Neubauten die Oberleitung so geschickt bauen kann, dass sie nicht besonders auffällig ist. Aber in Nürnberg steht man scheinbar eher auf hässliche und eigentlich völlig überdimensionierte Bauweisen.

Grüßle,
der Werkstattmeister
In Edinburgh musste sich die vor wenigen Jahren neu gebaute Oberleitung auch unauffällig in die historische Bausubstanz einfügen. Als Lösung wurde eine Einfachfahrleitung gebaut statt eines Kettenwerks. Diese ist von sich aus schon mal unauffälliger. Da sie auch noch leichter ist, sind auch schlankere Masten und Gebäudeanker möglich. Die nötige elektrische Belastbarkeit ist über parallele Kabel im Erdboden sichergestellt, von denen an geeigneten Stellen Abzweige hoch geführt sind.
Wenn die Bahn gewollt wäre, wäre Sie schon längst gebaut. Politisch ist sie einfach nicht gewollt. Seit über 30 Jahren verfolge ich jetzt schon diese Diskussion, und die älteren wahrscheinlich noch länger.

Ein Umdenken weg von der Ubahn zur Straßenbahn ist für mich nicht zu erkennen. Vielleicht kommt Sie, eher aber nie. Sicher nicht als Tunnellösung. Da lege ich mich fest.
Hallo allseits,

also bei all der Oberleitungsdiskussion sollte man nicht vergessen, das die Nürnberger Oberleitung so aufällig gar nicht ist - da gibt es selbst in Deutschland durchaus auffälligere in schlechtere (im Sinne der Optik) Verlegungen. Das auf die Altstadttram keine Hochkettenfahrleitung gehört, versteht sich von selbst, auch Traversenaufhängungen die größere Spannweiten zwischen den Masten erlauben braucht es nicht. Im Wesentlichen sollte man statt einfachen Haken, wenn auftreibbar schön gestaltete Wandrossetten in die Gebäude setzen, ggf gibt es auch noch alte, die man wieder nutzen kann, und direkt im Bereich des Hauptmarkt könnten - der historischen Bedeutung entsprechend ggf Repliken von Rundbogenmasten zum Einsatz kommen. Man darf halt nicht ausschließlich zweckmäßig bauen, sondern muss - wie in der Anfangszeit der Tram - Kunst am Bau betreiben.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)
Zitat
HansL
Ich verstehe nicht, warum man dieses Projekt nicht endlich angeht.

Hm, Deine Fühler sind nicht so ganz am Puls Nürnberger Stadtpolitik?

Zitat
HansL
Als einziges echtes Problem kann ich die Oberleitung entlang des Rathauses akzeptieren.

Das Veranstaltungsthema ist auch ein großes Problem, und wie ich erläutert in meinen Augen habe ein gegenseitiges KO-Kriterium. Entweder man lässt diese raum- und zeitgreifenden Events künftig sein und verdrängt sie weg von der Straßenbahntrasse, so dass die Bahn immer und erst recht bei Veranstaltungen fahren kann. Oder die Altstadt-Straßenbahn als Herzstück des Netzes hat ein immenses Problem.

Wenn es oberirdisch geht und die Bahn nicht behindert wird, dann bitte gerne. Nur liegen diese Pläne seit 1988 auf dem Tisch. Und alles was man seither - in 25 Jahren mühevoller Arbeit - geschafft hat, ist die Aufnahme in ein Rahmenkonzept, den NVEP. Nur, um sie danach sofort wieder von der Tagesordnung verschwinden zu lassen.

Und daher mache ich mir eben Gedanken. Eine oberirdische Querung die "nie" oder erst in vielen Jahrzehnten kommt? Und die dann womöglich drittklassig ist, weil ihr Betrieb ständig wegen Events ausgesetzt wird? Oder dann lieber eine unterirdische Lösung, die viele zwar lösbare aber politisch nicht totzubekommende Gegenargumente (Stadtbild, Fußgängerzone), nebenbei auch das Veranstaltungsthema elegant löst, und dadurch schon in 10 Jahren fahren könnte? Ein Kompromiss, klar, aber nicht der schlechteste, wie ich finde.

Zugleich könnte man das U-Bahn-Bauamt noch ein Paar Jahre auslaufend beschäftigen, offenbar ja ein CSU-Herzensanliegen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2018 02:05 von benji2.
zu

> Entweder man lässt diese raum- und zeitgreifenden Events künftig sein und verdrängt sie weg von der Straßenbahntrasse

Ich denke, das könnte sogar eher die Rettung der Tram sein: Ich meine, das vor nicht allzulanger Zeit sich im Rathaus über die ständige Eventisierung der Hauptmarkts in der Richtung gesprochen wurde, man müsse den Auswüchsen mal Einhalt gebieten - eine Sichtweise, die viele Anwohner schon lange teilen dürften (vgl Streit Weißgerbergasse). Wenn man der Stadtspitze vermitteln könnte, das die Tram den Wegfall bedingt, bekämen die (und die Anwohner) was sie wollen, ohne selbst den Buhmann spielen zu müssen - "schuld" wäre ja die Tram. Anders gesagt: Den Wegfall der Events sollte man als Argument für die Strecke benutzen.

Und ehrlich gesagt: Wer von uns hat sich damals nicht gewünscht, das es schon damals eine Oberleitung gegeben hätte, die z.B diese §$%&! Stuhlpyramide um den schönen Brunnen verhindert hätte... ;-)

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2018 00:53 von Daniel Vielberth.
Zitat
Julian
Ich empfinde die Idee zwischen Hbf und Marientor abzutauchen gelinde gesagt als sehr gut! Nirgendwo sonst könnte eine solche Vielzahl von verschiedenen Linien auf die Altstadtstrecke geführt werden als vom Hbf aus. Das könnte das Liniennetz drastisch ändern.
Angenommen man entschiede sich dafür, drei Linien auf der Altstadtstrecke fahren zu lassen, was ich für die Tunnellösung durchaus sinnvoll fände, wo sollten die im Norden hin?

Klar, nach Wegfeld ist wohl relativ einfach. Aber ansonsten?

Am Tiergärtnertor würde ich, wie am Marientor, ein Gleisdreieck vorsehen, um auch den bestehenden Westfriedhof-Ast und die Plärrer-Strecke an die Altstadtstrecke zu hängen. Anders als am Marientor würde ich dieses Dreieck dort sogar komplett linienmäßig nutzen und daher ggf. auch ganz oder zumindest teilweise planfrei ausbauen.

Liniennetz:

Ich würde zunächst im Süden den Tausch der Linienäste 4/6 aus der Doku-Zentrum-Erföffnung wieder rückgängig machen. Und dann die südlichen Außenäste der Linien 6 und 8 tauschen. Zudem die Linie 7 vom Hbf nach Am Wegfeld verlängern. Mein Liniennetz für eine T-förmige unterirdische Altstadtquerung könnte dann so aussehen:

Netz 1

4 Am Wegfeld - FEP - Tiergärtnertor - Plärrer - Aufseßplatz - Peterskirche - Doku-Zentrum
5 Südfriedhof - Aufseßplatz - Hbf - Tiergarten (unverändert)
6 Westfriedhof - Tiergärtnertor - Hauptmarkt - Hbf - Meistersingerhalle - Doku-Zentrum
7 Am Wegfeld - FEP - Hauptmarkt - Hbf - Tristanstraße
8 Erlenstegen - Rathenauplatz - Egidienplatz - Tiergärtnertor - Plärrer - Gibitzenhof

Falls man den 5-Minuten-Takt nach Gibitzenhof nicht aufgeben will, und darüber hinaus eventuell die linienmäßige Bedienung Rathenauplatz - Hauptbahnhof durch die Straßenbahn beibehalten will, könnte man noch eine weitere Linie hinzufügen, die vielleicht auf die HVZ beschränkt sein könnte:

9 Gibitzenhof - Plärrer - Tiergärtnertor - Hauptmarkt (oder Egidienplatz - Rathenauplatz) - Hbf, optional bis Peterskirche verlängert

Diese Linie 9 könnte am Hbf zum Wenden die Blockumfahrung über die Haltestelle Scheuerlstraße nutzen.

Alternativ könnte man die Linie 9 von Gibitzenhof auch durch die Südstadt (Aufseßplatz) statt die Innenstadt zum Hbf führen. Und falls sie keine reine HVZ-Linie wäre, dann von dort eventuell statt der Linie 5 zum Tiergarten weiterführen. Sie böte Gibitzenhof dadurch eine direkte Hbf-Verbindung, würde das Doppeln der Gibtzenhof-Altstadt-Verbindung (mit Linie 8) vermeiden und die Vermaschung noch stärker erhöhen. Dies wäre daher genauer zu untersuchen. Nachteil jedoch: Am Hbf entstünde wieder ein loser Südast (davon gibt es eh tendenziell einen Überhang, schon heute, und erst recht wenn man mal an Optionen wie Zabo denkt) anstelle eines losen Nordastes (der dort eher benötigt wird). Zudem schätze ich die Innenstadt tendenziell als wichtiger ein als die Südstadt.

Prinzipiell wäre das o. g. Lininiennetz "Netz 1" schon ein ganzes Stück stärker vermascht als das heutige Netz. Leider treffen sich darin die Linien 5 und 8 noch nicht und die Strecke Rathenauplatz - Hauptbahnhof wäre der U-Bahn überlassen und nur noch Betriebsstrecke (außer bei Existenz und Führung der Linie 9 dort entlang). Wenn dies nicht gewünscht wäre, dann könnte man den Vorschlag noch wie folgt abwandeln und sich ggf. die Strecke Egidienplatz - Rathenauplatz, also den Ostast der Altstadt-T-Form sparen (der nur noch von der optionalen Linie 9 bedient werden würde):

Netz 2

4 Am Wegfeld - FEP - Tiergärtnertor - Plärrer - Aufseßplatz - Peterskirche - Doku-Zentrum
5 Gibitzenhof - Plärrer - Tiergärtnertor - Hauptmarkt (oder Egidienplatz - Rathenauplatz) - Hbf - Tiergarten
6 Westfriedhof - Tiergärtnertor - Hauptmarkt - Hbf - Meistersingerhalle - Doku-Zentrum
7 Am Wegfeld - FEP - Hauptmarkt - Hbf - Tristanstraße
8 Erlenstegen - Rathenauplatz - Hbf - Aufseßplatz - Südfriedhof

und ebenso, optional, evtl. als HVZ-Linie:
9 Gibitzenhof - Plärrer - Tiergärtnertor - Hauptmarkt (oder Egidienplatz - Rathenauplatz) - Hbf, optional bis Peterskirche verlängert

In diesem zweiten Netz würde dann (endlich) wieder jede Straßenbahnlinie auch jede andere Straßenbahnlinie treffen.

Ich bin ein Skeptiker der im NVEP-Liniennetz so stark favorisierten "Hochschul-Tram" durch Wöhrd und zwar hauptsächlich weil dadurch die StUB von Erlangen nicht am Hbf vorbeikäme. Das wäre in meinen Augen ein großer Netzfehler. Der Hbf ist im Zweifelsfall wichtiger, am besten wäre natürlich, sie käme an TH und Hbf und ggf. auch noch der WiWi vorbei. Aber selbst wenn man die Strecke durch Wöhrd realisieren wöllte, so ginge das auch mit der oben genannten Infrastruktur. Man könnte die Wöhrd-Erschließung z. B. als eine große (End-)Schleife oder Verschwenk der langen StUB-Linie 7 zwischen Egidienplatz / Rathenauplatz und Hbf betreiben und auf diese Weise den Hbf mitnehmen. Den Südast der Linie 7 (Tristanstraße) könnte dann z. B. die Linie 9 übernehmen.

Zitat
Julian
Würde es gelingen, den Friedrich-Ebert-Platz oberirdisch zu erreichen, könnte man die Schienen nach St. Johannisfriedhof nutzen und eine Linie zum Westfriedhof führen - aber es ist und bleibt neunmal ein Umweg im Vergleich zur Ost-West-Verbindung. (BTW: wie ist der Zustand der Gleise zwischen F-E-Pl. und St. Johannisfriedhof? Könnte man die reaktivieren,

Die Strecke im Kirchenweg ist stillgelegt und teilweise abgebaut. Zudem erledigt die Buslinie 34 dort ihre Aufgabe ganz gut. Ich würde die Linie 6 daher weiterhin auf ganzer Länge über die Johannisstraße fahren lassen. Die heutige Einmündung zwischen den Haltestellen Hallertor und Tiergärtnertor müsste halt ein Gleisdreieck werden, um den Westfridhof auch von der Tunnelrampe aus erreichen zu können.

Zitat

Schafft man es denn unter den historischen Kellern und der Stadtmauer so durch,

Natürlich. Nürnberg U-Bahn-Maulwürfe haben es geschafft, sich an der Lorenzkirche vorbei zu graben, ohne dass sie gewackelt hat. Nürnberger U-Bahnbauer bekommen meines Erachtens alles hin. (Außer sinnvolle Aufzug-Standorte, siehe GAS, aber das ist ein anderes Thema.)

Zitat

dass man in der Pilotystr. am Grünstreifen auftauchen könnte? Das sehe ich auch eher kritisch.

Oh Gott, Du willst die Allee Pilotystraße abholzen? Das muss nicht sein. Ich weiß schon, das war mal als Rampenstandort gedacht.

In meinen Augen ist der Tiergärtnertorberg aber die bessere Wahl. Dort stehen zwar auch ein Paar Bäume, aber keine so stadtbildprägende Allee wie in der Pilotystraße. Und alternativ oder mittelfristig wäre eine Verschiebung der Tunnelrampe zum Schöller ja auch noch denkbar.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2018 01:42 von benji2.
Zitat
Phantom
Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, ich kenne aus Stuttgart oder Rhein-Ruhr eher weniger ansprechende Bauwerke, die ich mir nicht im Bereich der Altstadt vorstellen mag. Und die sicher - zu Recht - mindestens so umstritten wären.

Genau deshalb kommt es auf den Rampenstandort und die gelungene Gestaltung der Rampe an. Innerhalb der Altstadt kann ich mir fast nur ein Verstecken in Gebäuden vorstellen. Und generell fände ich, auch entlang des Altstadtrings, eine ansprechende Gestaltung, bspw. mit Sandstein-Einfassung sehr wünschenswert.

Zitat
Phantom
5) Wer will überhaupt noch - wie in den 70er Jahren - den ÖPNV möglichst aus dem Weg und aus dem Blick räumen? Sollte er nicht selbstbewusster Teil einer zukunftsfähigen Stadt sein?

Das halte ich für eine merkwürdige Sentimentalität. In der Altstadt und Innenstadt geht es eng zu und sie ist stark mit Fußgängern frequentiert. Dort ist eine Tieflage des ÖPNV keine völlig blöde Idee, eher sogar bewährter Standard in allen größeren westdeutschen Städten. Nürnberg stellt da eine kuriose Ausnahme dar, mit seiner bloß einen Linie (U1). Es geht also nicht darum, den ÖPNV aus dem Blick zu räumen, sondern in einer guten Qualität auszugestalten und zu betreiben. Wenn das oberirdisch geht, gerne! Ich kann mir eine oberirdische Altstadtquerung, unauffällige Fahrleitungen, und auch eine Event-Verbannung vorstellen. Aber ich bin nicht der Stadtrat. Und ich würde sie lieber benutzen als bis zum St. Nimmerleinstag auf sie warten.

Zudem sind U-Straßenbahnen gerade wieder ein Bißchen in Mode :-).... siehe Rostock, Augsburg, Karlsruhe, Linz.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2018 02:07 von benji2.
Sorry, Doppelposting.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2018 02:12 von benji2.
Zitat
benji2
Das halte ich für eine merkwürdige Sentimentalität. In der Altstadt und Innenstadt geht es eng zu und sie ist stark mit Fußgängern frequentiert. Dort ist eine Tieflage des ÖPNV keine völlig blöde Idee, ...

Eine Straßenbahn durch die Breite Gasse würde ich jetzt auch nicht empfehlen. Aber dass es in Sebald oberirdisch geht, zeigt doch der 36er Bus. Ich bin absolut dafür, da den Fußgängern (und Radfahrern) mehr Raum zu geben - halt auf Kosten des Autoverkehrs. Genau das könnte gemeinsam mit der Straßenbahn ja angegangen werden. Deswegen sträubt sichs bei mir, wenn hier - überspitzt - von unauffälligen Rampen in Hinterhöfen die Rede ist.

Zitat
benji2
Ich kann mir eine oberirdische Altstadtquerung, unauffällige Fahrleitungen, und auch eine Event-Verbannung vorstellen. Aber ich bin nicht der Stadtrat. Und ich würde sie lieber benutzen als bis zum St. Nimmerleinstag auf sie warten.

Ich doch auch. Ich kann mir zur Not auch einen oberleitungsfreien Abschnitt vorstellen. Aber eben keine Tunnelbahn, die kostet, dauert, und vor allem den Autofreunden nutzt.
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