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Zukunft des ÖPNV
geschrieben von Efchen 
Zukunft des ÖPNV
29.11.2018 15:07
Moin zusammen,

angeregt durch verschiedene Kommentare bei nordbayern.de frage ich mich, ob das hier nicht auch noch andere so sehen:

1. Die Umsetzung von ÖPNV-Projekten dauert bei uns so unglaublich lange.
Man hat JETZT ein Problem, das man dann in 10-20 Jahren lösen wird, wenn nicht ein Kibitz oder sonstwas dazwischen kommt.
Macht das Sinn? Wir planen hier Dinge für die nächste Generation, nicht mehr für uns, und ob die neue Generation das alles so will, kann man auch in Frage stellen.

2. Wie sieht der Nahverkehr der Zukunft überhaupt aus?
Im Moment geht ein Aufschrei durch die Menschen wenn es um das Auto und die Umwelt geht. Für mich fühlt sich das an, als würde eine Kehrtwende vor der Tür stehen, oder sie ist zumindest nicht mehr aufzuhalten.
Wir planen hier Projekte, die in 10-20 Jahren umgesetzt sein können, wer sagt uns denn dann noch, dass die Verkehrsmittel, mit denen wir das planen, in den Jahrzehnten überhaupt noch attraktiv sind? Ehrlich gesagt finde ich seit langem unsere Verkehrsmittel eher unattraktiv. Busse sind verstopft, Straßenbahnen unflexibel usw. usf. Und der Hyperloop wird angeblich bereits an einer Handvoll Stellen in Deutschland gebaut, wenngleich wohl auch erstmal nur für Güterverkehr.

Die Entwicklung beim Auto hat Deutschland bereits seit Jahrzehnten verschlafen, auch weil der Staat am Autofahrer ja gut verdient (Ökosteuer, Mehrwertsteuer auf Mineralölsteuer usw). Warum soll man da also was ändern? Und jetzt stehen wir da, am besten sollen alle Verbrenner mit einem Schlag verschwinden. Und was, wenn in 20 oder 30 Jahren die StUB rollen soll, aber da alle sagen, was die Straßenbahn doch für ein rückständiges Verkehrsmittel ist?

Wie sehen denn die Vorstöße in die Zukunft aus? Kann doch nicht sein, dass in 100 Jahren immer noch der Bus durch alle Stadtteile und durch alle Seitenstraßen kurvt und eine Verbindung von 12km über eine Stunde Fahrzeit hat. Wo sind die Ideen für Verkehrsmittel der Zukunft, die ohne Fahrplan fahren, weil sie so oft verkehren, wo man in kürzester Zeit quasi überall hin kommt. Seit hundert Jahren hat sich doch nun kaum etwas im Bereich des ÖPNV getan. Der ÖPNV ist immer noch so unflexibel und teuer, dass niemand freiwillig vom Auto umsteigt.

Also ich finde, hier muss endlich auch mal in andere Richtungen gedacht werden!

Grüße an alle,
-Efchen
Ich sehe schon wachsendes Potential für den ÖPNV, vor allem, wenn ich mir die Entwicklung der letzten 10-15 Jahre ansehe. Nur drei Beispiele:
- Nightliner
- Massiv verbessertes Angebot z.B. in den Landkreisen FÜ (1-h-Takt war da vor 15 Jahren noch eine unrealistische Traumvorstellung) und ERH
- Einfache Verbindungssuche + Fahrscheinkauf auf dem Smartphone machen Busfahren einfach

Es wird aber halt, wie bei allem, aufs Geld ankommen - noch mehr wie auf die Zeit. Mit der "wir erhöhen jedes Jahr ganz automatisch die Preise, da kann man auch leider gar nichts machen"-Taktik wird es auf Dauer nichts. Von der 365,-€-pro-Jahr-Fahrkarte profitieren nur Stadtbewohner, ähnliche Förderungen braucht es eigentlich noch viel mehr für die Landbewohner.

Im VGN braucht es dringend eine großflächige Tarifreform und -vereinfachung (sorry, kurz offtipic: und als kurzfristigen Schritt die ersatzlose Löschung der unsäglichen Tarifzone 300).
Hallo allseits,

die Frage is, wie weit der Blick in die Zukunft gehen soll. Keiner von uns weiß, welche physikalischen Gesetzmäßigkeiten noch entdeckt werden, die dann ganz andere Formen das Transports möglich machen. Vielleicht wählen wir irgendwann Zielkoordinaten und werden via Glasfaserkabel hin teleportiert. Oder die Nutzung virtueller Umgebungen wird so gut, das weder zum Arbeiten noch zum Urlaub man mehr tatsächlich die eigenen Wände verlässt, sondern so alla Holodeck jede gewünschte Umgeben zuhause erzeugt wird. Oder man findet das Gegenstück zur Gravitation und eine im Makrobereich Massen abstoßende Kraft, mit der Schweben nahezu ohne Energiebedarf möglich wird. Oder es kommt doch der große Knall, wir leben wieder in Höhlen, kommunizieren per Rauchzeichen und reiten auf genmutierten Eichhörnchen ;-)

Es ist natürlich sehr schwer, zu ahnen, wohin die Reise geht. Wie sehr man da daneben liegen kann, zeigen Postkarten aus der Zeit der Jahrhundertwende, wo die Leute schon vom Privat-Luftschiff geträumt, und Bahnen alla Wuppertaler Schwebebahn gerade der Renner schienen, heute kennen wir sowas als Retro-Futurismus, zum Beispiel hier [www.strassenbahn-bamberg.de]

Es hat mal eine eine interessante Zukunftsfabulierung, auch aus der Zeit um obige Postkarten, also ca 100 Jahre in die Zukunft, wie wohl die London Tube um das Jahr 2000 aussehen wird (das war damals ja immer Sehnsuchtspunkt aller, die irgendwas mit Zukunft gemacht haben.) Und obwohl die aus eigentlich berufener Quelle stammt, war das einzige was zwischenzeitlich (aber auch nicht 2000) wahr, wurde res inziwschen tatsächlich Baureihen mit Klimaanlagen gibt (die aber m. M. nach wie vor nicht alle Züge, geschweige denn alle Stationen haben), ansonsten, wenn der Autor des Textes tatsächlich die knapp 100 Jahre in die Zukunft reisen hätte können, hätte er wohl enttäuscht festgestellt, das sich so grundlegend gar nichts relevantes getan hat, und er fast alles wiedererkennen würde. Falls ich den Text und den zugehörigen IST-Vergleich finde, verlinke ich ihn.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.11.2018 18:53 von Daniel Vielberth.
Re: Zukunft des ÖPNV
01.12.2018 00:23
Auch in 20 oder 30 Jahren wird es S-Bahnen, U-Bahnen, Strassenbahnen und Busse geben. Da gibt es keine Revolution. Nur leichte und etwas größere Evolutionäre Veränderungen!

Baut S-Bahn und Straßenbahn aus!!!
Re: Zukunft des ÖPNV
01.12.2018 14:09
Yep, dass ist schon wichtig. Und auch Pendler mit Auto freuen sich wenn Sie Ihr Auto am Stadtrand Wegfeld stehen lassen können und in die Stadt fahren können.

Auch wird jeder von uns älter und dann ist man mitunter froh nicht selber fahren zu müssen mit Indiviualverkehr. Auch wenn man mal krank ist, ist es toll sich auf einen ÖPNV verlassen zu können. Früher gab es keine niederflurigen Einstiege, also dahingehen
hat sich schon einiges getan.

Das Projekt solange dauern, ist denke ich z.T. der Bürokratie geschuldet die man wirklich etwas vereinfachen könnte.
Zum anderen will man halt auch alles richtig planen, dass hinterher alles passt.
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