Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Straßenbahn Minervastraße bis 2023 / 2024?
geschrieben von HansL 
Heute im Verkehrsausschuss unter Punkt Ö3:

[online-service2.nuernberg.de]

Bis 2023 ist die Minervastraße wegen Kanalsanierung gesperrt. Direkt im Anschluss könnte man eine Straßenbahn bauen, wenn man sich beeilt mit der Planung. Das ginge vielleicht, weil keine volle NKF-Ermittlung nötig ist. Die Strecke ist so kurz und preisgünstig, dass der Freistaat trotzdem Zuschüsse geben würde.

Das Ganze drängt, weil ab 2025 das Mausloch für 2 bis 3 Jahre gesperrt werden. Es könnte noch länger dauern, weil auch die Rangierbahnhofbrücke erneuert werden muss. Da gäbe es dann bis 2028 keine Straßenbahn zum Südfriedhof mehr.

Der SEV wäre eine Katastrophe, vor allem, weil auch die neuen Hafenbrücken nicht vor 2027 fertig sein werden. Und dann soll ja auch noch der FSW-Tunnel in dieser Zeit gebaut werden. Damit wäre ohne Straßenbahn der Südfriedhof von der Innenstadt her kaum mehr zu erreichen.

Der Verkehrsausschuss hat heute beschlossen, dass sie ab sofort versuchen wollen, die Planung zügig zu beginnen, so dass man 2024 mit der Straßenbahn durch die Minervastraße käme
Ein Problem mit der Straßenbahn durch die Minervastraße sind die Trafoauslieferungen, die von der Nimrodstraße zum Hafen kommen müssen. Da stören die zu tief hängenden Oberleitungen, dieses Problem muss also gelöst werden.

Welche Möglichkeiten gibt es?

1. Oberleitung höher hängen

Wie hoch müsste die Oberleitung dann hängen? Brauchen dann die eingesetzten Fahrzeuge dann geänderte Stromabnehmer und / oder weitere Anpassungen? Das wäre ein ernstes Problem, denn mittelfristig beträfe es dann ja die ganze StUB-Linie bis Herzogenaurach. Die Linien sollen ja über das Wegfeld durchgebunden werden. Sinnvollerweise dann bis zur Worzeldorfer Straße und bei Linienerweiterungen Richtung Fischbach und / oder Kornburg auch noch weiter. Das beträfe einen großen Teil des dann eingesetzten Fuhrparks

2. Bei Trafotransporten Oberleitung zeitweise abhängen

Geht das überhaupt? Gibt es Beispiele, wo man da macht? Wie lange würde es dauern, eine Oberleitung abzuhängen und wieder anzubringen? Wie könnte eine Lösung dafür aussehen?

3. Neue Fahrzeuge mit Akku und / oder Kondensator

In Frankreich werden ganze Linien ohne Oberleitung betrieben, zum Beispiel in Nizza. Die Technik gibt es und ist ausgereift. Man könnte also an der Nimrodstraße ein Stück ohne Oberleitung betreiben, so man dafür geeignete Fahrzeuge hätte.
Die Frage ist aber, ob Nürnberg bis 2023 Fahrzeuge hätte, die auch ohne Oberleitung auskämen. Die Variobahnen - so habe ich hier im Forum gelernt - würde das zwar prinzipiell können, aber eine Nachrüstung wäre nicht oder nur mit großen Schwierigkeiten möglich.
Wie sieht es mit den gerade neu bestellten Fahrzeugen aus? Von der Bauart her können sie auch ohne Oberleitung. Aber wurden sie auch so bestellt? Dass sie von vorneherein einen Akku oder Kondensator hätten. Oder zumindest bis 2023 nachgerüstet werden könnten.
Und bitte jetzt nicht wieder eine Grundsatzdiskussion. Sondern sachliche und nüchterne Antworten auf die oben gestellten Fragen.

Eines dürfte klar sein: Wenn das Oberleitungsproblem nicht gelöst werden kann, so gibt es keine neue Straßenbahn dort und zum Südfriedhof kommt man jahrelang nur mit Bus-SEV, der auch im Stau stecken wird.
Zitat
HansL
Eines dürfte klar sein: Wenn das Oberleitungsproblem nicht gelöst werden kann, so gibt es keine neue Straßenbahn dort und zum Südfriedhof kommt man jahrelang nur mit Bus-SEV, der auch im Stau stecken wird.

Meiner Ansicht nach dürfte etwas ganz anderes klar sein - und zwar, dass sicherlich weder VAG, noch Stadt oder sonst eine öffentliche Institution, eine Umrüstung sämtlicher Straßenbahnwagen für Unsummen (vermutlich 7-stellig) durchführen wird, nur damit eine private Firma ggfs. Transporte auf dieser Strecke durchführt.
Und: Eine Umrüstung ausschließlich der Variobahnen entwährt ob der damit einhergehenden Einschränkungen für den Betrieb ohnehin jedweger Sinnhaftigkeit.
Eine der größten Begründungen für die Durchbindung ist die 2. Anbindung der Werkstatt - und diese sollte ja wohl auch für die gerade in der Halbzeit ihres Lebens befindlichen GT6N und GT8N sowie Arbeitswagen, etc. erreichbar sein. Für diese wäre eine Umrüstung jedoch auch definitiv nicht möglich, vgl. Klimaanlagen-Thematik.

Ja, das Trafowerk ist sicherlich wichtig für Nürnberg, aber es wäre rein rechtlich schon grenzwertig, mit öffentlichen Geldern eine solche Lösung - welche ausschließlich zu Gunsten der Fa. Siemens geht - zu finanzieren. Selbst sollte Siemens gewillt sein (was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenfalls nicht zutrifft), die Umrüstung zu finanzieren, wird die VAG dies aus Gründen o.g. betrieblichen Gründen wohl nicht in Betracht ziehen.

Auch ein "Höherhängen" der Oberleitung ist nicht zielführend, da weder der Tunnel wesentlich tiefer gelegt werden kann (Kanalisation), noch die Oberleitung weit höher.
Selbst eine Lösung mit Oberleitungsschienen wie im Steinbühler Tunnel erfordert eine gewisse Mindestbauhöhe.
Auch ist die Höhe der Oberleitung wohl nicht durch die Bahnen begrenzt, sondern im konkreten Fall eher durch die Tunnelhöhe (vgl. auch hier Steinbühler Tunnel).

Entweder muss sich Siemens also eine andere Lösung zum Trafotransport (anderer Weg oder unter der Oberleitung) einfallen lassen oder aber die Oberleitung muss in irgend einer Form für jeden Transport demontiert werden. Sicherlich gibt es hierfür (gegen einen gewissen von Siemens zu finanzierenden Aufpreis?) eine Lösung (abseits normaler, gespannter Oberleitungsseile), welche dies ohne allzu großen Aufwand ermöglicht.
Keine Ahnung, welchen Rechtsanspruch Siemens darauf hat, ihre Trafos zum Hafen bringen zu dürfen. Und ob da eine Oberleitung zu dulden wäre und ob Siemens die dadurch entstehenden Kosten zu tragen hätte, wenn man eine Lösung für dieses Problem findet.

Aber wie auch immer: ich denke nicht, dass wegen einer Straßenbahn das Trafowerk dichtgemacht werden würde. Das traut sich niemand, eher gibt es keine Straßenbahn.

Die zweite Anbindung zum Betriebswerk spielt bei der Planung eine Nebenrolle. Die alten Garnituren kommen jetzt über die Gugelstraße dorthin, das ändert sich ja nicht. Jetzt können sie über die Minervastraße nicht einrücken, weil es keine Gleise gibt. Künftig geht das vielleicht nicht wegen der Oberleitungsprobleme. Damit ändert sich doch überhaupt nichts!

Aber die neueren Garnituren hätten dann ab 2028 eine zweite Möglichkeit. Wenn es zu den neuen Strecken nach Herzogenaurach und Neuselsbrunn kommt, so wird der aktuelle Fahrzeugbestand nicht mehr das Rückrad des Straßenbahnverkehrs sein.

Die jetzt zur Neubeschaffung anstehenden Fahrzeuge können "Akku". Müsste man nur einbauen.
Also im Berliner Fall eines Turbinenwerks an einer geplanten Straßenbahnstrecke (Turmstr.-Jungfernheide) will man die Oberleitung so bauen, dass man sie für einen Trafotransport mit zwei Hebebühnen oder ähnlichem hochdrücken kann. Ein Problem sehe ich daher auch bei Trafos nicht.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Das Thema des zweiten Ausrückwegs ist nicht zu vernachlässigen. Bei fast jedem größeren Bauprojekt in der Südstadt werden Blindgänger gefunden, die schon öfters zu einer Sperrung der Depotzufahrt geführt haben. Außerdem müssen auf jeder Strecke irgendwann mal Schienen und Oberleitungen erneuert werden, was man entweder extrem (zeit-)aufwändig mit einer eingleisig passierbaren Baustelle lösen kann ODER man hat einen zweiten Ausrückweg und kann einen der beiden in solchen Fällen einen Monat sperren und alles in Ruhe abarbeiten. Hätte man die stark verschlissenen Schienen nicht in der Bahnhofsstr sondern in der Gugelstr gefunden, wäre nicht nur das halbe, sondern gleich das ganze Straßenbahnnetz stillgestanden. Die fehlende Redundanz im Nürnberger Netz ist ein echtes Problem und diese Strecke wäre ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einem Netz, das diese Bezeichnung wert ist. Dafür ist aber auch wichtig, dass die Strecke unter Oberleitung steht.

Was die Oberleitung angeht, bin ich relativ entspannt. Es gibt letztendlich nur zwei Konfliktpunkte:
1. Die Ausfahrt vom Werk auf die Minervastr Dianastraße (müsste Kreuzung Nimrodstr. sein, wenn ich mich nicht täusche).
2. Die Rbf-Unterführung in Fahrtrichtung Worzeldorfer Str.
Auf der restlichen Strecke können Tram und Trafo quasi nebeneinander herfahren.
Auf diesen kurzen Stücken kann man - falls es keine kreative Lösung gibt - an den wenigen Tagen im Jahr, an denen ein Trafo bewegt wird, die Oberleitung auch abhängen. Wie gesagt, ich sehe da kein großes Problem und schon gar nicht die Notwendigkeit, fahrzeugseitig irgendwelche Änderungen vorzunehmen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.02.2020 16:41 von Sebastian90475.
Zitat
Sebastian90475
Was die Oberleitung angeht, bin ich relativ entspannt. Es gibt letztendlich nur zwei Konfliktpunkte:
1. Die Ausfahrt vom Werk auf die Minervastr (müsste Kreuzung Nimrodstr. sein, wenn ich mich nicht täusche).
2. Die Rbf-Unterführung in Fahrtrichtung Worzeldorfer Str.

Das verstehe ich gerade nicht, das Werk hat doch keine Ausfahrt zur Minervastraße. Meinst du die Ausfahrt zur Dianastraße, über die man dann unter den Rbf-Zufahrtsgleisen durch zur Minervastraße kommt?

Für solche korzen Strecken gäbe es auch konstruktive Lösungen. Im Ruhrgebiet gibts/gabs? Konstruktionen mit hohen Masten und an diesen höhenverschiebbaren Auslegern, mit denen man die Fahrleitung bei Bedarf auf eine schwertransportverträgliche Höhe anheben kann. Das käme für Kreuzungen mit der Fahrleitung in Frage. Sowas gab es sogar für Eisenbahnoberleitungen.


Unter der Brücke könnte ich mir Lösungen vorstellen, wie man sie in Werkstätten einsetzt um per Kran das Fahrzeugdach zu erreichen, z.B. seitlich ausschwenkbare Deckenstromschienen. Da wäre die Frage wie lang der Abschnitt ist um zu sehen ob sowas geht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.02.2020 08:35 von hub17.
Zitat
hub17
Das verstehe ich gerade nicht, das Werk hat doch keine Ausfahrt zur Minervastraße. Meinst du die Ausfahrt zur Dianastraße, über die man dann unter den Rbf-Zufahrtsgleisen durch zur Minervastraße kommt?

Ja, ich meinte die Dianastraße. Da hat mich mein Gedächtnis im Stich gelassen. Diese höhenverstellbaren Oberleitungen klingen doch nach einer guten Lösung, zumal bei der Tram sowohl elektrische als auch mechanische Spannung auf der Leitung deutlich geringer sind als bei der Bahn, was die Umsetzung einer solchen Einrichtung etwas vereinfachen sollte.
Ich hoffe doch, dass man im Fall des schnellen Ausbaus die Wendeschleife Giebitzenhof dennoch beibehalten würde?
Zitat
KDanny41
Ich hoffe doch, dass man im Fall des schnellen Ausbaus die Wendeschleife Giebitzenhof dennoch beibehalten würde?
Das geht zwar aus den Stadtrats-Unterlagen nicht wirklich hervor, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich diesen wichtigen Brechungspunkt im Netz kaputtmachen würde. Ansonsten wäre ja das ganze Stück zwischen Landgrabenstraße, Gibitzenhof und Minervastraße nicht befahrbar, wenn zwischen Finkenbrunn und Worzeldorfer Str. irgendein Problem/Baumaßnahme wäre.
Zitat
Gugelhupf
Zitat
KDanny41
Ich hoffe doch, dass man im Fall des schnellen Ausbaus die Wendeschleife Giebitzenhof dennoch beibehalten würde?
Das geht zwar aus den Stadtrats-Unterlagen nicht wirklich hervor, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich diesen wichtigen Brechungspunkt im Netz kaputtmachen würde. Ansonsten wäre ja das ganze Stück zwischen Landgrabenstraße, Gibitzenhof und Minervastraße nicht befahrbar, wenn zwischen Finkenbrunn und Worzeldorfer Str. irgendein Problem/Baumaßnahme wäre.

Das ist natürlich richtig, aber ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass man die Schleife Thon sofort entfernt. Da geht man doch auch jetzt schon die Gewissheit ein, dass beim Bau der StUB zwischen Plärrer und Wegfeld nix mehr geht auf der 4..
Zitat
KDanny41
Zitat
Gugelhupf
Zitat
KDanny41
Ich hoffe doch, dass man im Fall des schnellen Ausbaus die Wendeschleife Giebitzenhof dennoch beibehalten würde?
Das geht zwar aus den Stadtrats-Unterlagen nicht wirklich hervor, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich diesen wichtigen Brechungspunkt im Netz kaputtmachen würde. Ansonsten wäre ja das ganze Stück zwischen Landgrabenstraße, Gibitzenhof und Minervastraße nicht befahrbar, wenn zwischen Finkenbrunn und Worzeldorfer Str. irgendein Problem/Baumaßnahme wäre.

Das ist natürlich richtig, aber ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass man die Schleife Thon sofort entfernt. Da geht man doch auch jetzt schon die Gewissheit ein, dass beim Bau der StUB zwischen Plärrer und Wegfeld nix mehr geht auf der 4..

Die Wendschleife Gibitzenhof wird auf jeden Fall bleiben, da dort die Verstärkerzüge für den 5-Min-Takt der 4 enden müssen. Die Gartenstadt wird nach der Verlängerung von zwei Trams plus parallelen Buslinien versorgt werden, ich kann mir da beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein 5-Min-Takt auf der 4 bis Worzeldorfer Straße nötig sein wird. Es stimmt auch, dass beim Wegfall dieser Schleife der komplette Südast des 4ers verdammt störanfällig würde, da ein Problem zwischen Landgrabenstraße und Worzeldorfer Straße ausreichen würde, um den kompletten Betrieb lahmzulegen.

Dass die Schleife in Thon nicht mehr am Netz ist, liegt eher daran, dass sie kaum an die neue Strecke angeschlossen werden kann. Das abzweigende Gleis in Richtung Wendeschleife so zu legen, dass es die Weiche des einfädelnden Gleises Richtung Plärrer nicht schneidet, ist kaum möglich (einfach mal auf Maps anschauen). Außerdem wurde ein Teil der Wendeschleife entfernt, um Platz für die Bushaltestelle in der Forchheimer Straße zu machen. Zwischen Am Wegfeld und Plärrer gibt es zum Ausweichen die Pirkheimerstraße (Schleife Stadtpark), die bei Störungen regelmäßig genutzt wird.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen