Moin,

nicht nur in Anbetracht des M-N-X und der Skodazüge, sondern eigentlich bei nahezu jeder Neuausschreibung von Netzen gibt es zu Beginn des neuen Verkehrsvertrages und häufig auch zum Ende des alten größere Probleme. Sei es, dass die neuen Züge noch nicht bereitstehen (aus verschiedenen Gründen), die Mitarbeiter noch nicht geschult sind, oder in ausreichender Zahl vorhanden, etc.
Auch bei den scheidenden VU gibt es gegen Ende häufig Personalfluktuation in signifikantem Ausmaß.

Deshalb möchte ich zur Diskussion stellen, ob die BEG vielleicht vermeidbare Fehler bei der Neuvergabe begeht, und regelmäßig nicht daraus lernt.

Insbesondere treiben mich dabei folgende Fragen um, bestimmt gibt es aber noch mehr Aspekte, auf die ich gespannt bin:

1. Sind die Ausschreibungen zu kurzfristig? Also ist es möglicherweise kaum möglich zwischen rechtssicherem Abschluss des Verkehrsvertrages und Beginn des Verkehrsvertrages Fahrzeuge zu beschaffen?

2. Könnten die Probleme beim Übergang zwischen zwei Verkehrsverträgen durch Maßnahmen minimiert werden? Z.B. durch eine vertraglich festgelegte Kooperationspflicht über einen gewissen Zeitraum zwischen dem alten und dem neuen VU, beispielsweise in einer schrittweisen Übergabe des Netzes, Zugumlauf für Zugumlauf.

3. Wäre es besser wenn die BEG über einen eigenen (oder einen von einem weiteren beauftragten Unternehmen) Fahrzeugpool verfügt? Könnten dadurch möglicherweise Probleme bei der Beschaffung entschärft werden, und möglicherweise die Nutzungsdauer von Zügen verlängert werden und somit Kosten gespart werden, die dann bei Punkten 1 und 2 investiert werden?

4. Oder macht die BEG bezüglich der Ausschreibungen das meiste Richtig und die Ursachen der Probleme sind wo anders zu verorten?

Und jezt ihr!
Das Problem sind die Ausschreibungen an sich, nicht deren Ausgestaltung!

Und gerade jetzt, da sollte ganz allgemein endlich mal ein umdenken einsetzen! Damit würden dann auch "Probleme" des ÖPNV, oder allgemein "Verkehrsprobleme" verschwinden, oder einfach weniger werden.

Einerseits läuft vieles in der Wirtschaft inzwischen im Modus "Globalisierung". Gleichzeitig aber auch vieles mit "Zentralisierung" (z.b. von vielen Firmen und damit Arbeitsplätzen in Ballungsräumen, aber auch bei Schulen etc.)

Genau diese Punkte stellen sich nun aber als Gefahr für die Bevölkerung heraus! Wir müssen in unserer Gesellschaft wieder mehr hin zu dezentralen, kleinerern Strukturen und mehr regionaler Wertschöpfung. Und beides würde sich dann auch in den Anforderungen an den ÖPNV, ja allgemein in geänderten mobilitätsverhalten auswirken.

Bauarbeiten S-Bahn Nürnberg
Zitat
marco2206
Das Problem sind die Ausschreibungen an sich, nicht deren Ausgestaltung!

Und gerade jetzt, da sollte ganz allgemein endlich mal ein umdenken einsetzen! Damit würden dann auch "Probleme" des ÖPNV, oder allgemein "Verkehrsprobleme" verschwinden, oder einfach weniger werden.

Einerseits läuft vieles in der Wirtschaft inzwischen im Modus "Globalisierung". Gleichzeitig aber auch vieles mit "Zentralisierung" (z.b. von vielen Firmen und damit Arbeitsplätzen in Ballungsräumen, aber auch bei Schulen etc.)

Genau diese Punkte stellen sich nun aber als Gefahr für die Bevölkerung heraus! Wir müssen in unserer Gesellschaft wieder mehr hin zu dezentralen, kleinerern Strukturen und mehr regionaler Wertschöpfung. Und beides würde sich dann auch in den Anforderungen an den ÖPNV, ja allgemein in geänderten mobilitätsverhalten auswirken.

Ich stimme dir da im Wesentlichen zu, jedoch ist zu erwarten, dass am Grundproblem "Ausschreibung" auch aufgrund europarechtlicher Vorgaben erstmal nicht vorbeizukommen ist.

Ich glaube jedoch, dass durch die Erarbeitung und Einhaltung von verschiedenen Stadarts (technischer, organisatorischer und sozialer) viele Probleme entschärft werden können. Auf eine Diskussion dahingehend würde ich mich freuen.
Zitat
Sebbale

... [s. oben] ...

1. Sind die Ausschreibungen zu kurzfristig? Also ist es möglicherweise kaum möglich zwischen rechtssicherem Abschluss des Verkehrsvertrages und Beginn des Verkehrsvertrages Fahrzeuge zu beschaffen?

Möglicherweise ja angesichts der Tatsache, daß immer häufiger mehrinstanzige Anfechtungen der Zuschlagsbeschlüsse stattfinden; diese teilweise jahrelange Zeit fehlt dann zum Schluß - und wehe, wenn dann bis zur Abnahme der Fz Zulassungsbestimmungen geändert worden sind und/oder die Anfangszulassung an tatsächlichen Mängeln scheitert. Dann werden aus zwei Jahren schnell vier bis unendlich ...

Zitat
Sebbale
2. Könnten die Probleme beim Übergang zwischen zwei Verkehrsverträgen durch Maßnahmen minimiert werden? Z.B. durch eine vertraglich festgelegte Kooperationspflicht über einen gewissen Zeitraum zwischen dem alten und dem neuen VU, beispielsweise in einer schrittweisen Übergabe des Netzes, Zugumlauf für Zugumlauf.

Das mit der umlaufweisen Übernahme wäre schon schön; hätten doch beide Seiten mehr Flexibilität, die jeweiligen internen Folgen aufzufangen. Ich denke aber, daß dies wohl auch im Zusammenhang mit dem folgenden Aspekt zu diskutieren wäre:

Zitat
Sebbale
3. Wäre es besser wenn die BEG über einen eigenen (oder einen von einem weiteren beauftragten Unternehmen) Fahrzeugpool verfügt? Könnten dadurch möglicherweise Probleme bei der Beschaffung entschärft werden, und möglicherweise die Nutzungsdauer von Zügen verlängert werden und somit Kosten gespart werden, die dann bei Punkten 1 und 2 investiert werden?

Da bietet der ja ansonsten als ständiger Hemmschuh wirkende Föderalismus in Deutschland auch 'mal die Chance zu beweisen, daß er doch 'mal 'was bringen könnte - müßte man sich die ja woanders (Niedersachsen, Mitteldeutschland, Sachsen, Brandenburg ??) bereits bestehenden Fz-Pool-Konzepte und ihre Wirkung schärfer ansehen.

Zitat
Sebbale
4. Oder macht die BEG bezüglich der Ausschreibungen das meiste Richtig und die Ursachen der Probleme sind wo anders zu verorten?

Und jezt ihr!

Möglicherweise - falls doch lernfähig - könnte man ja auch 'mal über seinen Hamsterkäfig hinausblicken; so scheinen ja woanders Dinge auch manchmal besser zu laufen. (S.: [www.bahninfo-forum.de] was den RRX mit Desiro HC und auch Bayern betrifft!) Aber da war und ist ja "bloß" DB Regio selbst betroffen; daran wird deutlich sichtbar, daß die Ursachenkette multikausal ist und daß überhaupt nichts absolut unmöglich ist ("allda'naddiif'looß"), wenn man will. Dann soll und darf man nämlich auch.

Weiter!

sb
Hallo zusammen

Angesichts der manchmal chaotischen Zustände wäre ich dafür der Staat beschafft die Fahrzeuge und stellt sie dem EVU zur Verfügung die Lackierung ware bei juristischen Streitigkeiten dann änderbar und die Fahrzeuge könnten dann nach Beendigung der Ausschreibung bestellt werden

LG michel
Hallo zusammen,

ich würde mir wünschen, dass vor einer Ausschreibung die bestehenden Schwachstellen in allen Kategorien analysiert werden und auch die täglichen Nutzer (Pendler, allg. Fahrgäste) mit einbezogen werden um einen Einfluss auf Neues zu haben.
Zitat
StribelB

... [s. oben] ...

Zitat
Sebbale
3. Wäre es besser wenn die BEG über einen eigenen (oder einen von einem weiteren beauftragten Unternehmen) Fahrzeugpool verfügt? ... [s. oben] ...

Da bietet der ja ansonsten als ständiger Hemmschuh wirkende Föderalismus in Deutschland auch 'mal die Chance zu beweisen, daß er doch 'mal 'was bringen könnte - müßte man sich die ja woanders (Niedersachsen, Mitteldeutschland, Sachsen, Brandenburg ??) bereits bestehenden Fz-Pool-Konzepte und ihre Wirkung schärfer ansehen.

Zitat
Sebbale
4. Oder macht die BEG bezüglich der Ausschreibungen das meiste Richtig und die Ursachen der Probleme sind wo anders zu verorten?

Und jezt ihr!

Möglicherweise - falls doch lernfähig - könnte man ja auch 'mal über seinen Hamsterkäfig hinausblicken; so scheinen ja woanders Dinge auch manchmal besser zu laufen. (S.: [www.bahninfo-forum.de] was den RRX mit Desiro HC und auch Bayern betrifft!) Aber da war und ist ja "bloß" DB Regio selbst betroffen; daran wird deutlich sichtbar, daß die Ursachenkette multikausal ist und daß überhaupt nichts absolut unmöglich ist ("allda'naddiif'looß"), wenn man will. Dann soll und darf man nämlich auch.

Weiter!

sb

zu 3.: ... und selbstverständlich NRW mit dem Fz-Pool für RRX,
zu 4.: ... der bieterneutral seitens des Landes aufgebaut wurde - allerdings zwar wohl ursprünglich auf DB Regio abgestellt, jetzt aber den "Ausschreibungssiegern" abellio NRW und National Express zugewiesen; die Tests, die zur Zulassung durchzuführen waren, hatte Siemens allerdings bei DB Systemtechnik beauftragt - ein kluger Schachzug angesichts der wirklich "zügigen" Umsetzung. Das sollte man als mustergültig ansehen!

Heraus zum 1. Mai!!

sb
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