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Neues ICE-Werk
geschrieben von HansL 
Re: Neues ICE-Werk
26.11.2020 11:27
Zitat
Daniel Vielberth
Hallo allseits,

an marco2206

> Warum Abzweigstelle? Die Zugfahrt würde doch erst nach der Abzweigstelle enden. Also die "Einfahrgruppe" Zum Bahnhof ICE Werk machen, dort ein
> Hauptsignal für einfahrende Züge aufstellen, fertig.

Meie Frage ist eben, ob es das braucht. Wenn den Verkehr rein/raus sowie Bereitsteller übernehmen, ist die direkte Anbindung an die Schnellstrecke gar nicht erforderlich, weil ohnehin vorher eine Zugübergabe stattfinden muss, die an den Blocksignalen der Abzweigstelle Reichswald nunmal keinen Sinn macht.

an nvf

> In München gibt es ein Heer von Bereitstellungslokführern, die die Garnituren aus den Werken und Abstellanlagen in den Hbf fahren. Der Stecken-Tf
> übernimmt / Übergibt in der Regel am Bahnsteig im Hbf

Danke, für die Info, das war fast meine Vermutung, jetzt wo ich es sicher weiß bestätigt es meine obige Vermutung, das eine direkte Zufahrt Werk - Schnellstrecke alleine wegen der üblichen Arbeitsvorgänge gar nicht gebraucht würde.

Nur weil das in München so gemacht wird muss es doch nicht überall so gemacht werden. Vor allem dann nicht, wenn es eine ganz andere Ausgangslage ist. Denn das Nürnberger Werk wäre ja wesentlich weiter vor den Toren vom Hbf als das in München.
[www.nordbayern.de]

Schon eigenartig, dass zu dieser Alternative vor Ort bisher niemand irgendwelche Informationen haben will.

Kann es sein, dass Baiersdorf nur in einer frühen Phase in der Vorauswahl war, dann aber recht bald schon ausgeschieden ist? Klar, in dieser Ecke gibt es jede Menge Äcker, auf die man ein ICE-Werk stellen könnte. Aber Grund- und Hochwasser wäre dann schon ein echtes zu lösendes Problem.

Wobei das die großen Speditionshallen bei Kersbach offensichtlich auch nicht verhindert hat.
Hallo allseits,

vielleicht pokert die Bahn einfach nur. Es sah ja schon zu Beginn so aus, als ob man sich auf das eine Gelände mit einer bestmmten Gleisführung schon festgelegt hat, und die "Bürgerbeteiligung" eher Showeinlage werden sollte, die bereits beschlossenes abnickt (bei unserer derzeitigen Stadtführung hat man ja, wann immer man die Argmumente "Geld" und/oder "Arbeitsplätze" bringt, ja eh einen Freifahrtschein auch andere selbst höherangige Rechtsgüter zu übertölpern, wie wir seit Corona wissen) und als man merkte, es läuft nicht glatt durch, hat man eine Karte der Region aufgehängt, paar Dartpfeile genommen, drauf gespickert, und da wo die hängenblieben, behauptet man, das wären die überprüften Alternativstandorte.... ;-)

Allerdings denke ich, der Staat könnte da auch mal umgekehrt pokern: Klar die Bahn würde von sich aus die Entseuchung der Muna nicht an der Backe haben wollen, da bin ich mir sicher. Wenn nun aber Nürnberg und Feucht das Bundesliegenschaftsamt bearbeiten könnten, dass das die Muna-Fläche gegen die Auflage der Entseuchung kostenlos der Bahn überlässt, dann würde das so leuchten wie ein Stern am Himmel, und dann sollte der Altenfurt-Standort erfolgreich vom Tisch sein. Nur mal so als Idee.
Für den Staat wäre das nicht der schlechteste Deal, denn die Entseuchung müsste eh gemacht werden, und irgendwann bliebe es sowieso an der BRD hängen, und auch kein anderer Investor tut sich das freiwillig an, das Gelände darf man getrost als relativ unverkaufbar einschätzen.

Für die Bahn wäre der Stadtort nicht mehr teurer als die anderen, Umweltbedenken wären vom Tisch bzw leicht abbügelbar (Wie gesagt, die Bäume und der Boden sind Sondermüll, müssten aber zur Herstellung eines tragfähigen Untergrunds eh weggebaggert werden), der verbleibende Wald und der Industriepark sorgen gegenüber den umliegenden Siedlungen für einen erfreulichen natürlichen Schallschutz, und nicht zuletzt ist das Areal so groß, das ggf mit Anlage einer schleifenförmigen Hallenauffahrt am hinteren Ende sogar das Konzept der zu durchfahrenden Wartungshalle ohne Sägezahnfahrten möglich ist.

Und die Anwohner währen auch Gewinner, das Werk ist weiter weg, das Muna Gelände hatte für diese vorher schon keinen Wert (man darf ja nicht rein) also Naherholungsgebiet und ähnliche Argumente sind hinfällig, kurz:

Ich sehe da eine win-win-win Situation. Man müsste das nur irgendwie mal der Zeitung zutragen, das sollte mal breit kommuniziert werden (die prinzipielle Idee der Muna hats ja scheinbar auch vom Forum in die Zeitung geschafft... ;-) )

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Wieder ein Jahr, aus dem man nichts gelernt hat...



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.11.2020 15:39 von Daniel Vielberth.
40 Hektar für das neue ICE-Werk werden benötigt.

100 Hektar hat Aurelis nun für Wohnbau und Uni weiterverkauft.

Nürnberg bekommt ein neues Quartier: Das ehemalige Güterbahnhofareal an der Brunecker Straße wird neu bebaut. Auf rund 100 Hektar Land sollen Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten und sogar eine neue Universität entstehen.

[www.infranken.de]


Aurelis, als Grundstücksverwertungsgesellschaft, hat den Grund von der Deutschen Bundesbahn (Steuerzahler) bei deren "Privatisierung" bekommen/gekauft?

Und nun sucht irgendeine Tochtergesellschaft der Bahn wieder 40 Hektar für das neue ICE-Werk, am besten ganz günstig im Steckerlaswald neben der B8 - oder im vorbelasteten Gebiet der Muna - denn das könnte dort fast "umsonst" zu bekommen sein.

Die Altlasten der Muna erbte der deutsche Staat (Steuerzahler) und damit auch die Kosten einer Entkontaminierung des "verseuchten" Bodens.

Das Logistik-Zentrum dort steht wohl nicht auf dem ehemaligen Militärgelände?
an Elixir

> Das Logistik-Zentrum dort steht wohl nicht auf dem ehemaligen Militärgelände?

Doch aber m. W wurde der Bereich des Logistikzentrum um den Flughafen von den Amerikanern weit länger genutzt, sodass eine gewisse Entseuchung dort alleine schon durch die Weiternutzung als Flugplatz stattgefunden haben muss, weil die Amerikaner werden ihr Flüge kaum auf den Rakenstümpfen des 1948(?) in die Luft geflogenen Munitionszuges haben starten und landen lassen. Klar das Areal war kein unbeschriebenes Blatt, aber im Gegensatz zum Hauptbereich gehe ich schon aus, das der weit gefährlichere Bereich der ungenutzte ist. Die Bunker, in denen die chemischen und biologischen Kampfstoffe lagern, wurden damals m.W. (weiß jemand genaueres?) noch nicht angetastet.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Wieder ein Jahr, aus dem man nichts gelernt hat...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.11.2020 18:50 von Daniel Vielberth.
Zitat
elixir
40 Hektar für das neue ICE-Werk werden benötigt.

100 Hektar hat Aurelis nun für Wohnbau und Uni weiterverkauft.

Nürnberg bekommt ein neues Quartier: Das ehemalige Güterbahnhofareal an der Brunecker Straße wird neu bebaut. Auf rund 100 Hektar Land sollen Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten und sogar eine neue Universität entstehen.

[www.infranken.de]


Aurelis, als Grundstücksverwertungsgesellschaft, hat den Grund von der Deutschen Bundesbahn (Steuerzahler) bei deren "Privatisierung" bekommen/gekauft?

Und nun sucht irgendeine Tochtergesellschaft der Bahn wieder 40 Hektar für das neue ICE-Werk, am besten ganz günstig im Steckerlaswald neben der B8 - oder im vorbelasteten Gebiet der Muna - denn das könnte dort fast "umsonst" zu bekommen sein.

Die Altlasten der Muna erbte der deutsche Staat (Steuerzahler) und damit auch die Kosten einer Entkontaminierung des "verseuchten" Bodens.

Das Logistik-Zentrum dort steht wohl nicht auf dem ehemaligen Militärgelände?

Hi,

also egal wie oft das Thema Südbahnhof noch hervorgeholt wird, es ist durch. Der neue Stadteil wird inklusive Uni gebaut und damit ist hier definitiv kein Platz mehr für das ICE-Werk.
Man darf nicht einfach hinterher sagen, hättet ihr doch diese Flächen verwendet. Da muss man schon die zeitliche Reihenfolge beachten. Der Beschluss für den neuen Stadteil lag zeitlich einfach vor der Entscheidung für ein neues ICE-Werk in Nürnberg.
Und in der heutigen Zeit werden einfach keine Flächen mitten in der Stadt vorgehalten für eventuelle Erweiterungen...

Gruß NANS
Die Bahn lässt jetzt zusätzlich zu den bekannten 5 möglichen Standorten jetzt auch 2 Flächen bei Feucht untersuchen.

Siehe: [www.nordbayern.de]

Und auch das Thema Rangierbahnhof ist noch nicht durch. Das Gelände nördlich des Ausbesserungswerkes ist zwar für die neue TU vergeben. Aber südlich gibt es noch Flächen, die in Frage kämen. Da residiert im Moment der Gleisbau, aber der könnte sicher auch andere Standorte finden.
Endlich mal gute Nachrichten, danke dafür!

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Wieder ein Jahr, aus dem man nichts gelernt hat...
Zitat
HansL
Die Bahn lässt jetzt zusätzlich zu den bekannten 5 möglichen Standorten jetzt auch 2 Flächen bei Feucht untersuchen.

Siehe: [www.nordbayern.de]

Und auch das Thema Rangierbahnhof ist noch nicht durch. Das Gelände nördlich des Ausbesserungswerkes ist zwar für die neue TU vergeben. Aber südlich gibt es noch Flächen, die in Frage kämen. Da residiert im Moment der Gleisbau, aber der könnte sicher auch andere Standorte finden.

Häuptling HansL spricht mit gespaltener Zunge.

Aus dem Leserkommentar in der Zeitung:

Für den Bahnbetrieb wäre zwar wahrscheinlich das Günstigste, aber dass wieder ein Stück Wald mit Vogelschutzgebiet und eine Orchideenwiese dafür geopfert werden muss?

Und als Altenfurther würde ich auch nicht die ganze Nacht den Test der Signalhörner der Züge hören wollen.



Sehr bedenklich die Argumente mit den Vögeln und Blumen.

Der Gipfel aber ist, dass die Signalhörner die ganze Nacht über tröten.

Etwa 25 Züge sollen behandelt werden in 24 Stunden, wieviel sind das im Schnitt dann von 22 bis 6 Uhr?

Das ist für mich Polemik.
Zitat
elixir
Der Gipfel aber ist, dass die Signalhörner die ganze Nacht über tröten.

Etwa 25 Züge sollen behandelt werden in 24 Stunden, wieviel sind das im Schnitt dann von 22 bis 6 Uhr?

Das ist für mich Polemik.

Na ja, etwa 2-3 pro Stunde, denn die Nacht ist wahrscheinlich der Schwerpunkt der Wartungsarbeiten. Tagsüber müssen die meisten ICE ja Geld verdienen fahren, wie wir Menschen. Nur ein kleinerer Teil der ICE sind Nachteulen. Selbst wenn es nur 1 Zug pro Stunde wäre, verschlechtert das vielen Menschen den Schlaf. Da kann ich die Aufregung schon verstehen.

Was ich allerdings nicht verstehe: Bei jedem Bauvorhaben müssen heute strenge Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Das wird hier doch nicht anders sein? Oder hat die Bahn eine davon unabhängige Lizenz zum Tröten??? Wer kennt sich da genauer aus?

Doch selbst wenn: Dann soll sie halt bitte eine schallgedämmte Halle für das Testen der Signalhörner bauen, aus der kein Mucks mehr nach außen dringen kann. Diese ca. 420 m lange Halle lässt sich vielleicht mit der Wasch-Straße kombinieren. Halte ich für ein technisch lösbares Problem.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2021 23:55 von benji2.
Um ehrlich zu sein wäre ich zwar ja eigentlich immer der Meinung, wer neben einer Bahnstrecke wohnt darf sich über Bahnlärm nicht beschweren denn idR hat er sich den Wohnort wohl selbst ausgewählt und so eine Bahnlinie erscheint ja nicht plötzlich einfach so auf dem Plenum!

Aber in diesem Fall, denke ich einfach auch das der Standort einfach nicht passend ist, ich gehe da mit der Meinung von Daniel einher das man es lieber auf dem Gebiet der alten MUNA platzieren sollte, oder ähnliches, einfach weil das dort auch topografisch wohl einfacher erreichbar wäre... bzw mit weniger Aufwand beim Umbau der Gleisanlagen. Evtl könnte man sogar auch wieder dem Ort Wendelstein einen Bahnanschluss bescheren, allerdings müsste dieser dann bis mindestens Langwasser-Süd durchgehen wenn man es halbwegs für Personenverkehr attraktiv gestalten wollte, sprich eine neue Magistrale Feucht-Wendelstein-Langwasser schaffen, ich weiß das ist wohl mehr als unrealistisch, aber vllt könnte man da dann den Bus 50 auch wieder einsparen wenn man den GNF halbwegs sinnvoll mit anbinden könnte...

Viele Grüße
Christian0911
(Mein YouTube-Kanal)
@elixir: Hast Du Probleme mit dem Verständnis einfacher Texte?

Zitat
elixir
HansL spricht mit gespaltener Zunge.

Aus dem Leserkommentar in der Zeitung:

Für den Bahnbetrieb wäre zwar wahrscheinlich das Günstigste, aber dass wieder ein Stück Wald mit Vogelschutzgebiet und eine Orchideenwiese dafür geopfert werden muss?

Und als Altenfurther würde ich auch nicht die ganze Nacht den Test der Signalhörner der Züge hören wollen.

Sehr bedenklich die Argumente mit den Vögeln und Blumen. Der Gipfel aber ist, dass die Signalhörner die ganze Nacht über tröten. Etwa 25 Züge sollen behandelt werden in 24 Stunden, wieviel sind das im Schnitt dann von 22 bis 6 Uhr?

Das ist für mich Polemik.

Was ist daran "gespaltene Zunge", wenn es für eine Standortentscheidung ein Für und Wider gibt? Was für die Bahn das Beste sein könnte, muss ja nicht die allgemein beste Lösung sein. Und ja, auch Naturschutzbelange gehören in die Abwägung genauso wie die Belange der Anwohner. Über so etwas Selbstverständliches sollte man doch gar nicht diskutieren müssen.

Und wegen der Signalhörner: Die Altenfurter haben sich in Köln erkundigt. Und die Leute dort haben sich über starke Beeinträchtigungen nachts beschwert - wegen der Signalhörner, aber auch wegen der Beleuchtung. Der Vorschlag, den Test der Hupen in einer geschlossenen Halle zu machen, hat die Bahn abgelehnt mit der Begründung, dass dies aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht ginge. Das muss im Freien gemacht werden, weil die Züge vorher nicht wieder auf die Strecke dürfen.

Wie gravierend dieses Problem ist, kann ich auch nicht beurteilen. Mag ja sein, dass da Betroffene überempfindlich reagieren könnten. Aber trotzdem kann man sich das ja mal genauer anschauen und sachlich bewerten. Was soll daran polemisch sein, solche Fragen auch nur zuzulassen?

Wo der beste Platz für das ICE-Werk wäre, kann ich bisher auch nicht beurteilen. Die dafür nötigen Fakten liefert hoffentlich jetzt das Raumordnungsverfahren. Ich bin sehr gespannt, was da auf den Tisch kommt.

Dass über die verschiedenen Standorte heftig diskutiert wird, muss so sein. Aber was soll diese Aufgeregtheit bei Fragen, die man aufwerfen und beantworten kann?
Hallo allseits,

heute im Schwabacher Teil der NZ gefunden.

Die Presse hat den Standort Muna jedenfalls mal aufgegriffen.

Dieser Standort würde eine problemlose und ohne zusätzliche, teuere Kunstbauten, für die Zuführung der ICE-Züge ermöglichen.

Es reicht eine Weiche aus dem Streckengleis Nürnberg-Regensburg.

Schneller, besser und kostengünstiger geht es nirgends im Raum Nürnberg, dort sind auf etwa 800 m Länge schon Gleisverbindungen von/in alle Gleise zum Hauptbahnhof und selbst zum ICE-Ausbesserungswerk am Rangierbahnhof vorhanden.


[www.nordbayern.de]


Leider formieren sich auch für diesen Standort die vermeintlichen Umweltschützer und Bedenkenträger - hoffentlich werden nun keine seltenen Blumen, Gräser und ganz seltenes Kleingetier auf dem Gelände gefunden.

elixir
Hallo allseits,

ich bekomme bei den Zeitungsartikel wirklich den Eindruck, der Protest der "Umweltschützer" muss einfach nur des Protestes halber gemacht werden, und nicht der Sache halber.

Damit dieses "Biotop" mal richtig eingeschätzt wird, gebe ich in eigenen Worten mal einen Bericht aus der NN von vor paar Jahren wieder: Die Giftgaskampfstoffe, die noch im Boden liegen, sind in Flaschen mit Petroleumfüllung eingelagert, da Petroleum offenbar das Senfgas so stabilisiert, das es sich nicht selbst zersetzt. Das war zu Produktionszeit die gängige Abfüllung. Vor einigen Jahren konnte im Grundwasser um die Muna Petroleum nachgewiesen werden. Aufgrund dessen hat man rund um die Muna aufgegraben und künstliche Wände gebaut, damit das Grundwasser nicht mehr weiter fließen kann.
Kurz: Zumindest ein Teil der Senfgasflschen ist zerbrochen, und der Gehölzbestand auf der Muna hat das Zeug sicher auch aufgenommen. Deswegen ist der Wald auf der Muna nicht übertriebener Maßen sondern im wahrsten Sinne des Wortes Sondermüll. Wenn die Bahn da bis 6m Erde abtragen muss, dient das also nicht nur dem Bau des Werkes sondern auch und vor allem der Entseuchung einer tickenden Zeitbombe. Wer diesen Wald schützen will, schützt das falsche. Sollten die Ortsansässigen dort eigentlich wissen. Von dem Bomben und der Munition, die 1946 beim Brand eines Güterzuges hoch gingen und sich verteilt haben - und auch weg müssen - weiß man ja scheinbar.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Wieder ein Jahr, aus dem man nichts gelernt hat...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.02.2021 16:27 von Daniel Vielberth.
An Daniel:
So einfach ist es nicht. Der Bereich, in dem die hochgiftigen Reste liegen und der mit Betonmauern umgeben wurde ist die Wiese im südwestlichen Teil des Geländes. Auf Google Earth gibt es ein Bild aus der Bauphase (10/2006), auf dem die Umrisse der beiden Betonmauern gut zu erkennen sind. Dort steht heute kein Wald mehr, um die von dir angesprochenen Probleme zu vermeiden.

Das restliche Gelände hat keine derartige Bodenverseuchung und ist deshalb ein ganz normaler Wald. Ja, es liegen dort mehr Überreste aus dem Krieg (Bomben und Munition, die bei der mehrjährigen Aufräumaktion nach der Explosion nicht gefunden wurden) als im restlichen Wald rund um Nürnberg, aber ansonsten ist der Wald kein bisschen minderwertiger als der Wald bei Fischbach/Altenfurt. Von "Sondermüll" zu sprechen ist völliger Blödsinn.

Was die Umweltschutzverbände kapiert haben, ist dass die Bahn mit diesem Vorschlag nur versucht, Kommunalpolitiker und Anwohner zu beschwichtigen, indem sie einen abgelegeneren Standort ebenfalls prüft. Dass dieser neue Standort aber das Hauptproblem des anderen Vorschlags (extremer Waldverlust) nicht ansatzweise löst, wird dabei von allen Seiten unter den Teppich gekehrt. Selbst die Anwohner in Fischbach/Altenfurt, die bis vor einer Woche behauptet haben, Wald fällen und Klimaschutz sei unvereinbar, sind von den Standorten MUNA (Wald), südlich der MUNA (Wald) und Allersberg (Wald) hellauf begeistert. Die Umweltschützer sind hier (so ungern ich das auch sage) die einzigen, die eine nachvollziehbare und objektive Position vertreten, statt ihre Meinung je nach persönlicher Betroffenheit zu ändern.

An elixir:
Um mal auf das Argument der "einfachen Zufahrt" einzugehen: Am Standort Fischbach/Altenfurt hat die Bahn mit kreuzungsfreien, zweigleisigen Verbindungen nach Nürnberg UND München geplant. Zur MUNA bräuchte man also vier neue Verbindungskurven, die zusätzliche Waldflächen benötigen würden und die die Zerschneidungswirkung des ICE-Werks noch verschlimmern würden.

Den kompletten Verkehr (immerhin 50 Fahrten täglich) auf einem Gleis abzuwickeln, das dann auch noch in die Abzweigung Reichswald mündet (und dort bei jedem fahrenden ICE zwei Hauptstrecken blockiert werden), ist ein realitätsferner Wunschtraum. Den Verkehr in Richtung ICE-Werk kann man dort sicher unterbringen, für den Gegenverkehr ist dort aber definitiv kein Platz. Schon heute stauen sich täglich die Güterzüge bei Altenfurt, weil sie auf ihre Slots Richtung Regensburg warten müssen. ICEs im Gegenverkehr zu fahren würde auf jeden Fall einige dieser Slots zerschießen, weil die ICEs ja nur dann fahren können, wenn grad in beiden Richtungen keine Personenzüge kommen. Und was fährt, wenn kein Personenverkehr unterwegs ist? Richtig, die Güterzüge, weil sie auf der hoch ausgelasteten Strecke nach Regensburg auf freie Kapazitäten zwischen Personenzügen warten müssen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.02.2021 13:59 von Sebastian90475.
Sebastian90475

> Ja, es liegen dort mehr Überreste aus dem Krieg (Bomben und Munition, die bei der mehrjährigen Aufräumaktion nach der Explosion nicht gefunden wurden) als im restlichen Wald rund um Nürnberg,

Richtig, in Brunnen würden auch schon TNT-Verbindungen gefunden, und selbst amtliche Schriftstücke sprechen beim Feuchter Gelände von der am stärksten verseuchten Muna von ganz Bayern.

> aber ansonsten ist der Wald kein bisschen minderwertiger als der Wald bei Fischbach/Altenfurt.

Als Sauerstoff-Produzent vielleicht, aber alle anderen Funktionen kann dieser Wald ja schon deswegen nicht erfüllen, weil man aus Gefahr für Mensch und Tier ja gar nicht hineinkommt. Selbst blanker Steckalaswald entlang der Bahnstrecke (was ja auch net die beste Form von Wald ist) erfüllt noch mehr Funktion als diese unfreiwillige Giftstoff-Förderanlage, die die Probleme aus der Erde wieder hochfördert (und die Bodenerosion macht dann noch den Rest)

> Von "Sondermüll" zu sprechen ist völliger Blödsinn.

Das sehe ich anders, und ich bin mir sicher, das Holz dieses Waldes kann und darf weder der Holzindustrie noch sonstwem zugeführt werden, sondern ist und bleibt wertlos und auch eine in Zukunft nie nutzbare Ressource. Da solche Projekte ohnehin immer einen biologischen Ausgleichplan beinhalten müssen, und alles, wirklich alles besser ist, als der IST-Zustand, ist das ein Gelände, das man wirklich leichten Herzens opfern kann. Im Übrigen ist die Muna meines Wissens größer als das Bedarf des ICE-Werkes, setzt man selbiges auf den am meisten verseuchten Teil, und entseucht ringum und forstet anschließen auf, bzw lässt stehen, was man stehen lassen kann, ist die Umweltbilanz mit Sicherheit bei weitem besser als jegliches weiter so, Augen und und durch. Das schuldet der Staat übrigens eigentlich auch dem Bürger, nur als Geldgründen liefert er nicht. Genau wie am Silberbuck.

> Die Umweltschützer sind hier (so ungern ich das auch sage) die einzigen, die eine nachvollziehbare und objektive Position vertreten, statt ihre Meinung
> je nach persönlicher Betroffenheit zu ändern.

Ob immer nein sagen, egal ob die Gesamtfolgen positiv oder negativ sind wirklich unter Objektivität zählt, dazu habe ich eine andere Meinung. Aber jedem seine Meinung. Ich bleibe - wie seit beginn der Diskussion - Befürworter des Munageländes, alleine schon, weil die Bahn das einzige Unternehmen ist, dem ich in Zusammenarbeit mit der Bund zutraue, das Gebiet so gründlich umzukrempeln, das nachher wirklich die Situation besser als vorher ist, ein normaler Investor wird das gar nicht stemmen können. Aber bei der Bahn steckt ja indirekt wieder der Bund drin. Deswegen wäre das die einzige Kombi, mit der man das notwendige möglich machen könnte. (Übrigens auch vom Gewerbepark Nürnberg Feucht, hat man viel mehr gefunden, als einem lieb war und als man erwartet hatte, das noch am Rande. Das war meines Wissens auch der Grund, warum man nicht mehr Flächen ausgewiesen hat, sondern dann nach der ersten Ausbaustufe hängen geblieben ist)

Es ist vielleicht die einzige Chance, die Schäden von vor 70 Jahren nochmal und diesmal richtig auszumerzen zu können. Versaut man diese, muss man halt warten, bei bei einem saftigen Waldbrand sich das Problem des Waldes - und dann leider auch aller umliegenden Ortschaften - von selbst löst. Diese Sorge hat man nämlich bereits, wenn das Ding einmal richtig brennt, haben wir ein echtes Problem. Eines, das Gemeinde Feucht und Feuerwehr auch schon erkannt haben. Und gegen das Bäume schützen gar nix tut, ganz im Gegenteil.

Zur Waldbrandthematik:

[feucht.die-franken.eu]
[spd-stadtratsfraktion.nuernberg.de]

Und allgemein:
[www.wehrtechnikmuseum.de]

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Wieder ein Jahr, aus dem man nichts gelernt hat...



7 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.02.2021 23:08 von Daniel Vielberth.
Zitat
Sebastian90475

Zitat
elixir
Ich dachte bisher, du bist Praktiker?

Wie meinst du das?

Muß man Bauingenieur sein, um sich z.B. über eine U-Bahn nach Oberasbach, Gedanken zu machen?

Ich beschäftige mich lieber mit den wirklich in den nächsten Jahren anstehenden Projekten, wie z.B. den S-Bahn-Verschwenk, den Gütertunnel, die S-Bahn nach Neustadt oder das ICE-Werk.
Zitat
Sebastian90475

An elixir:
Um mal auf das Argument der "einfachen Zufahrt" einzugehen: Am Standort Fischbach/Altenfurt hat die Bahn mit kreuzungsfreien, zweigleisigen Verbindungen nach Nürnberg UND München geplant.

Zur MUNA bräuchte man also vier neue Verbindungskurven, die zusätzliche Waldflächen benötigen würden und die die Zerschneidungswirkung des ICE-Werks noch verschlimmern würden.

Den kompletten Verkehr (immerhin 50 Fahrten täglich) auf einem Gleis abzuwickeln, das dann auch noch in die Abzweigung Reichswald mündet (und dort bei jedem fahrenden ICE zwei Hauptstrecken blockiert werden), ist ein realitätsferner Wunschtraum. Den Verkehr in Richtung ICE-Werk kann man dort sicher unterbringen, für den Gegenverkehr ist dort aber definitiv kein Platz. Schon heute stauen sich täglich die Güterzüge bei Altenfurt, weil sie auf ihre Slots Richtung Regensburg warten müssen. ICEs im Gegenverkehr zu fahren würde auf jeden Fall einige dieser Slots zerschießen, weil die ICEs ja nur dann fahren können, wenn grad in beiden Richtungen keine Personenzüge kommen. Und was fährt, wenn kein Personenverkehr unterwegs ist? Richtig, die Güterzüge, weil sie auf der hoch ausgelasteten Strecke nach Regensburg auf freie Kapazitäten zwischen Personenzügen warten müssen. Um hier mal einen Beitrag vom 18.10.20?? zu zitieren:

Auf die Pläne für eine "kreuzungsfreie" An- und Abfahrt beim Standort Fischbach/Altenfurt bin ich mal gespannt - oder hast du gar schon welche gesehen? - Dann laß uns doch bitte teilhaben.

Und bitte für was bräuchte man zum MUNA-Gelände 4 (in Worten vier) NEUE Verbindungskurven.

Zeichne die mal zum besseren Verstehen grob auf - bevor wir hier weiter aneinander vorbei diskutieren!

Ich sprach nicht von EINEM Gleis, sondern von einer Weiche abzweigend aus dem Streckengleis nach Regensburg.

Wieviele Start/Warte- und Ziel-Gleise hinter dieser ersten Weiche liegen könnten, bleibt dann den Planern überlassen, um einen flüssigen Verkehr dort abzuwickeln.

elixir


NB: Mal was grundsätzliches zu den schreibenden Leuten hier und in den meisten anderen Foren.

Nur bei wenigen Schreibern ist der Beruf/Tätigkeit bzw. die genossene Ausbildung bekannt oder zu erahnen - das führt immer wieder zu Verständnisproblemen bei mir, weil ich den fachlichen Tiefgang, ob Fachwissen oder Dampfplauderer, der Diskutanten nicht erkennen kann.

Manche schwurbeln eine zeitlang hier rum und vertagen dann das Thema, wenn ihre Spekulatius verbraucht sind, weil keine Zeit mehr, für gerade dieses Thema vorhanden ist.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.02.2021 18:47 von elixir.
Zitat
elixir

Auf die Pläne für eine "kreuzungsfreie" An- und Abfahrt beim Standort Fischbach/Altenfurt bin ich mal gespannt - oder hast du gar schon welche gesehen? - Dann laß uns doch bitte teilhaben.

Darüber wurde doch hier auch schon diskutiert.
Komplett Kreuzungs/Konfliktfrei wäre das auch nicht. Aber im Vergleich zu "einer Weiche im Streckengleis Nürnberg-Regensburg" wäre da weniger davon betroffen. Denn mit der "eine Weiche" Lösung zur Anbindung der Muna wird auf dem Weg vom Hbf dorthin eine Trasse zwischen Hbf und Reichswald auf der Fernbahn benötigt, und dann noch eine Trasse Reichswald - Abzweig Muna/ICE Werk benötigt. Letztere kann dann aber kein Güterzug vom Rbf richtung Regensburg mehr nutzen, dieser kurze Abschnitt würde also stärker ausgelastet. Vor allem aber auch weil mit der eine Weiche Lösung ja auch alle Züge vom Werk Muna zum Hbf diesen Abschnitt in der Gegenrichtung befahren müssten, dabei aber zusätzlich noch das Gleis der SFS nach Ingolstadt kreuzen müssten.

Bei der Lösung Werk Fischbach mit Anbindung über die S-Bahn muss man lediglich ein Gleis kreuzen wenn man vom Hbf kommt. Bei der Fahrt zum Hbf garkeins.

Das war wohl damit gemeint.
Stimmt so.

Wenn die S-Bahn dann noch Trassen frei hat.

Ganz ohne Konflikte mit der "normalen" Bahn, wäre eine Zu-/Abführung der ICE-Züge, über die Abstellanlage Baggerloch in die Ringbahn und weiter Dutzendteich.

Auf der Ringbahn dürften wohl noch einige Trassen frei sein.

Mal sehen welche Variante gewählt wird.
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