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Nürnberg vs München - es ist mal wieder soweit...
geschrieben von Daniel Vielberth 
Zitat
Daniel Vielberth
Als Betriebler sehe ich weniger Werkstätten, weniger (Reserve-)Fahrzeuge grade bei hochbelasteten Systemen als grundlegend falschen Weg an...

Es geht bei den Einsparungen ja nicht darum, hinterher zu wenige Fahrzeuge oder Werkstätten zu haben (sondern genau die richtige Zahl). Und es geht darum, den heute durch Trennung in zwei inkompatible Systeme unnötig doppelt vorgehaltenen Aufwand zu reduzieren. Hat man gleiche Wagen, die bei U- wie S-Bahn eingesetzt werden können, dann schrumpft dadurch der Fahrzeugbedarf etwas, und betrieblich nimmt die Flexibilität immens zu, da man frei skalieren und tauschen kann (insbesondere bei Einzelwagen). Die größten finanziellen Vorteile dürften jedoch bei der einheitlichen Technik und dabei dem weniger aufwändigen Wissens- und Ersatzteil-Management liegen, sowie der größeren Bestelllose und damit niedrigeren Einkaufspreise.
Zitat
Daniel Vielberth
an hub17

> Der Münchner Stromabnehmer "kann" übrigens nicht wirklich mehr als der Nürnberger. München hat nur eine andere Technische Aufsichtsbehörde und
> Branddirektion...

Hier wüsste ich es gerne ganz genau: Heißt das, der Nürnberger Stromabnehmer könnte dann auch Seiteneinläufe?
Sind die heute beim A-Wagen verwendeten Bauformen noch 100% identisch (also wirklich nur andere Farbe), oder hat München mal auf andere umgestellt?
Falls letzteres warum (falls Forderung Aufsichtsbehörde, womit begründet?)?
Und erweitert, gibt es in München seit Beginn an Seiteneinläufe (mir sind die bewusst erst nach dem Umbau von Fröttmaning aufgefallen)?
Oder ist der anschließende Satz so gemeint, das Seiteneinläufe in Nürnberg nicht genehmigbar wären?

Die von Dir als Seiteneinläufe bezeichneten Stellen zum Ein- und Ausfädeln der Stromabnehmer werden bei uns "Weicheneinläufe" genannt, existieren meines Wissens nach seit Beginn an und benötigen keinen speziellen Stromabnehmer. Mehr als rauf und runter kann somit auch der Münchner Stromabnehmer nicht. Er hat nur eine andere Farbe (MVG: Rot = stromführend = gefährlich) und eine ggü. der Nürnberger Ausführung etwas veränderte Kabelführung. Warum diese verändert wurde, ist mir nicht bekannt. Möglicherweise gab es hierzu mal eine behördliche Auflage oder es hat sich in der Praxis als sinnvoll gezeigt. Anstelle des Einbaus von Weicheneinläufen kann man die Stromschiene auch einfach unterbrechen und den Stromabnehmer entsprechend aus- und wieder einfädeln. Insb. auf Hauptgleisen führt dies aber vermehrt zu Flammbogen, wenn trotz Stromschienenlücke durchgehend viel Strom auf die Motoren gegeben wird, also beispielsweise an Abzweigungen permanent beschleunigt werden soll, um die "Performance" hoch zu halten ;). Leistet man sich keine Weicheneinläufe, ist es daher ratsam vor der Lücke den Strom auf die Motoren aus- und nach der Lücke wieder einzuschalten, was dann natürlich mit Fahrzeitverlusten verbunden ist.

Ergänzung: Weicheneinläufe zu verwenden, könnte daher auch in direktem Zusammenhang mit der Verwendung des Zugsicherungssystems "Linienzugbeeinflussung - LZB 500" (für München spezifisch: LZB 502) stehen. Dabei ist ein Fahren mit normaler und kurzer Fahrzeit möglich. In letzterem Modus versucht der Zug - sofern automatisch geführt - immer die streckenseitig zugelassene Höchstgeschwindigkeit bis hin zu 80 km/h zu erreichen. Welchen Sinn macht so ein Modus, wenn ich auf Hauptgleisen an diversen Stellen rollen muss?

Die Väter der Münchner U-Bahn scheuten seinerzeit also keine Kosten und Mühen, wohingegen sich in Nürnberg gemüht wurde, Kosten zu sparen.

Weil jeder Zug zählt!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.2021 00:17 von Subwaycommander.
Zitat
benji2
Zitat
Daniel Vielberth
Als Betriebler sehe ich weniger Werkstätten, weniger (Reserve-)Fahrzeuge grade bei hochbelasteten Systemen als grundlegend falschen Weg an...

Es geht bei den Einsparungen ja nicht darum, hinterher zu wenige Fahrzeuge oder Werkstätten zu haben (sondern genau die richtige Zahl). Und es geht darum, den heute durch Trennung in zwei inkompatible Systeme unnötig doppelt vorgehaltenen Aufwand zu reduzieren. Hat man gleiche Wagen, die bei U- wie S-Bahn eingesetzt werden können, dann schrumpft dadurch der Fahrzeugbedarf etwas, und betrieblich nimmt die Flexibilität immens zu, da man frei skalieren und tauschen kann (insbesondere bei Einzelwagen). Die größten finanziellen Vorteile dürften jedoch bei der einheitlichen Technik und dabei dem weniger aufwändigen Wissens- und Ersatzteil-Management liegen, sowie der größeren Bestelllose und damit niedrigeren Einkaufspreise.

Wo bitte wird hier doppelter Aufwand betrieben, der überflüssig wäre? Beide Systeme, wenngleich sich in München ähnlicher als in Nürnberg, erfüllen heute und auch in absehbarer Zukunft sehr unterschiedliche Aufgaben und verfügen daher auch über entsprechend unterschiedliche Fahrzeuge. Was macht es für einen Sinn, Fahrzeuge für die U-Bahn anzuschaffen, die z.B. weit über 100 km/h fahren können und nach dementsprechenden Normen gebaut sind, wenn die Strecken nur für 80 km/h zugelassen sind? Oder warum Fahrzeuge mit großen Fahrradabteilen für die U-Bahn? Jedes Fahrrad in der U-Bahn ist dort ein Fahrrad zu viel! Bei S-Bahnzügen z.B. nach Wolfratshausen ins Voralpenland ein ganz anderes Thema.

Also doch keine so große Flexibilität und Einzelwagen wird es zumindest die nächsten Jahrzehnte nicht mehr geben.
Was das Ersatzteilmanagement angeht, stimmt, aber dafür genügt es bereits, wenn jedes System nur ein oder zwei Fahrzeugtypen im Einsatz hat und somit Technik wie sonstige Bauteile weitgehend für sich vereinheitlicht sind. Aber selbst das ist in der heutigen Zeit mit sich ständig ändernden Normen, Auflagen, Stand der Technik etc. komplizierter als es den Anschein macht.

Weil jeder Zug zählt!
an subwaycommander

Zitat

Die von Dir als Seiteneinläufe bezeichneten Stellen zum Ein- und Ausfädeln der Stromabnehmer werden bei uns "Weicheneinläufe" genannt, existieren meines Wissens nach seit Beginn an und benötigen keinen speziellen Stromabnehmer. Mehr als rauf und runter kann somit auch der Münchner Stromabnehmer nicht. Er hat nur eine andere Farbe (MVG: Rot = stromführend = gefährlich)

Vielen Dank für die Ausführungen. Sehr interessant das die selbe Sache in Berlin (S-Bahn) und München zwei unterschiedliche Namen hat. Bleibt final noch die Frage, warum man dann bei den Kaufwagen damals die Münchner Abnehmer gegen Nürnberger getaucht hat, oder lagen die Stromabnehmer gar nicht bei, sodass Nürnberg eigene montieren musste?

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
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Anbei, hier habe ich noch einen Link aufgebuddelt, wo u.a mal ein Nürnberger im München erlegt wurde: [www.trambahn.de]

Gruß D. Vielberth
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