Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Fernverkehr Nürnberg-Prag
geschrieben von Nukebro 
Hallo allseits,

ich erwarte zwar das das Thema wieder im Sande verläuft, aber die CD hat uns ein Geschenk sondersgleichen gemacht, und es bräuchte nur ein mutiges EVU den Gelegenheit beim Schopfe zu packen. Ich war jüngst mal wieder im geliebten Tschechien und durfte dabei feststellen, das die Leistung, die früher Supercity war nun auf Railjet umgestellt ist. Vermutlich nicht ganz freiwilllig, wahrscheinlich hat man inzwischen einfach zu viele Supercity gecrasht, aber egal, das Ergebnis zählt...

Für alle die diese spezielle Leistung nicht kennen: Es handelt sich um ein Zugpaar, das von Bohumin nahe der polnischen und auch der slovakischen Grenze über Ostrava (formal drittgrößte stadt Tschechiens, praktisch ein Haufen Kleinstädte mit gemeinsamen Straßenbahnnetz) über Olomouc (Olmütz), Praha (Prag), Plzen (Pilsen) nach Cheb und Frantiskovy Lazne (Franzensbad) fährt. Und ie Leistung ist jetzt Railjet. Nicht nur das man den sowieso bis Pilsen wie früher mit Bayern-Böhmenticket nutzen darf, das entscheidende ist: Das wäre ein Zug vom vorne und hinten Schraubkupplung. Man miete sich eine belibige Diesellok, die deutsche und tschechische Zulassung hat, hänge die in Franzenbad an den Zug und könnte die Leistung über Selb-Plößberg easy nach Hof verlängern, oder, wenn denn dereinst mal die Pegnitzstrecke wieder funktioniert, streiche den Teil Cheb - Franzensbad und hätte einen excellenten Anwärter für internationalen Reisezugverkehr ab Nürnberg. Und das völlig unabhängig davon, ob man mit der Oberleitung dereinst noch zu Potte kommt oder nicht.

Bei DB Unterfirmen habe ich wenig Hoffnung, Fernverkehr wird abwinken, Regionalverkehr ist tendenziell der etwas falsche Ansprechpartner, aber so Leute wie die Länderbahn, die hätten sogar schon die richtigen Loks dafür, da hoffe ich wirklich, das die bald entdecken, was man da nutzen könnte. Man kann ja bescheiden mit dem einen Zugpaar beginnen, aber ich glaube, das bliebe nicht lange bei sowenig...

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Ich vermute diese Verbindung wäre egal ob mit Nahverkehrticket oder Fernverkehrticket nutzbar irgendwann sogar so beliebt das die Züge zu Sardinenbüchsen werden und man dann das Angebot einstampft weil es eben ZU Beliebt und ZU oft genutzt wird, wäre auch nicht das erste mal das dies passiert in der Eisenbahngeschichte!

Viele Grüße
Christian0911
(Mein YouTube-Kanal)
Zitat
Christian0911
Ich vermute diese Verbindung wäre egal ob mit Nahverkehrticket oder Fernverkehrticket nutzbar irgendwann sogar so beliebt das die Züge zu Sardinenbüchsen werden und man dann das Angebot einstampft weil es eben ZU Beliebt und ZU oft genutzt wird, wäre auch nicht das erste mal das dies passiert in der Eisenbahngeschichte!
kommt auf den Preis an. Und wenn es ohne Zuschüsse gehen soll ist die Frage ob man auf einen Preis kommen kann, der ökonomisch darstellbar ist...

____________
Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Daniel Vielberth
...
Das wäre ein Zug vom vorne und hinten Schraubkupplung. Man miete sich eine belibige Diesellok, die deutsche und tschechische Zulassung hat, hänge die in Franzenbad an den Zug und könnte die Leistung über Selb-Plößberg easy nach Hof verlängern,
...

Beliebige Diesellok und Railjet im Fahrgastverkehr glaube ich nicht das zusammen passt, bzw. im Fahrgastbetrieb zugelassen ist. Da bräuchte man eine Lok mit ÖBB WTB. Müsste die Baureihe 248, die Vectron Dualmode in der Variante für DB Fernverkehr haben weil diese ja auch die Talgos bespannen. Und die ÖBB 2016 müsste die Ausrüstung haben, damit dieser ja auch Wendezüge gefahren werden.

Bliebe noch die Frage der Zulassung und eventuell auch ob die Leistung der Zugsammelschiene ausreicht. Die Baureihe 218 war ja auch wegen der benötigten Leistung der Zugsammelschiene vor langen Klimatisierten Zügen oft in Doppeltraktion unterwegs.

Technisches Detail am Rande für Interessierte: Damit die Zugsammelschiene gemeinsam von zwei Generatoren versorgt werden kann müssen diese ja Phasensyncron einspeisen. Um das zu erreichen gibt es bei einer Doppeltraktion der Baureihe 218 ein zusätzliches Heitsteuerkabel. Damit werden die Umrichter für die Zugheizung Synchronisiert.

Ende der 90er Jahre gab es da zwei verschiedene Varianten die untereinander nicht kompatibel waren. Für die Unklimatisieren IR zwischen Nürnberg und Dresden war das glaube ich, da reichte aber wohl meist auch die Heizleistung einer Lok aus wenn man da mal zwei Loks hatte die "nicht zusammen passten".
Zitat
marco2206
Zitat
Daniel Vielberth
...
Das wäre ein Zug vom vorne und hinten Schraubkupplung. Man miete sich eine belibige Diesellok, die deutsche und tschechische Zulassung hat, hänge die in Franzenbad an den Zug und könnte die Leistung über Selb-Plößberg easy nach Hof verlängern,
...

Beliebige Diesellok und Railjet im Fahrgastverkehr glaube ich nicht das zusammen passt, bzw. im Fahrgastbetrieb zugelassen ist. Da bräuchte man eine Lok mit ÖBB WTB. Müsste die Baureihe 248, die Vectron Dualmode in der Variante für DB Fernverkehr haben weil diese ja auch die Talgos bespannen. Und die ÖBB 2016 müsste die Ausrüstung haben, damit dieser ja auch Wendezüge gefahren werden.

Die Viaggio Comforts (jetzt unter dem Markennamen Vectrain) dürfen meines Wissens nach mit beliebigen Triebfahrzeugen eingesetzt werden, solange die mindestens TB0 kann. Bei modernen Loks wäre sogar TB0 mit seitenselektiver Türfreigabe möglich.
Die Interjet waren regelmäßig mit Altbauloks unterwegs.

Zitat

Bliebe noch die Frage der Zulassung und eventuell auch ob die Leistung der Zugsammelschiene ausreicht. Die Baureihe 218 war ja auch wegen der benötigten Leistung der Zugsammelschiene vor langen Klimatisierten Zügen oft in Doppeltraktion unterwegs.

Technisches Detail am Rande für Interessierte: Damit die Zugsammelschiene gemeinsam von zwei Generatoren versorgt werden kann müssen diese ja Phasensyncron einspeisen. Um das zu erreichen gibt es bei einer Doppeltraktion der Baureihe 218 ein zusätzliches Heitsteuerkabel. Damit werden die Umrichter für die Zugheizung Synchronisiert.

Ende der 90er Jahre gab es da zwei verschiedene Varianten die untereinander nicht kompatibel waren. Für die Unklimatisieren IR zwischen Nürnberg und Dresden war das glaube ich, da reichte aber wohl meist auch die Heizleistung einer Lok aus wenn man da mal zwei Loks hatte die "nicht zusammen passten".

Zulassung ist kein Problem bis auf das leidige Thema Steuerwagen. Die Plattform ist mehrfach in DE und CZ zugelassen, das gilt insbesondere für die ComfortJet und Interjet-Generation der Wagen. Die Wagen haben UIC Z-Maße, sind also genau so freizügig einsetzbar wie IC-/EC-Wagen.

Zugsammelschiene sollte auch kein Thema sein: die Vectron Dual Mode haben 480kW ZS-Leistung, die dementsprechend die Traktionsleistung mindert. Das sollte grob für 8 bis 9 UIC-Z-Wagen reichen, also ca. 240m Zuglänge. Problematisch wird dann eher die fehlende Traktionsleistung, oder? 160 sind dann auch in der Ebene nicht mehr drin.
Hallo zusammen,

das man im Hof umfahren muss, und den Steuerwagen nicht nutzen kann, ist schon klar, stört aber net groß. Man müsste die Wendezeit in Hof eh recht großzügig dimensionieren, damit ein derartiger Langläufer die Verspätung nicht gleich wieder in die Gegenrichtung verschleppt. Ich würde sogar die E-Lok am Zug lassen und mitschleppen. Auf der Strecke Franzensbad - Oberkotzau ist eh maximal Tempo 100 drin, und das kurze Stück bis Hof braucht man keinen Geschwindigkeitsrekord mehr aufstellen. Ander sähe das aus, wenn man nach Nürnberg fahren wollte, aber dazu muss ja erstmal die Strecke wieder da sein... Geschleppt über Weiden und Neukirchen dürfte dann doch etwas zuviel des guten sein.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen