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Potentieller Personalmangel im ÖPNV durch demographische Entwicklung
geschrieben von Nukebro 
Im Faden über die rechte Pegnitzstrecke wurde gerade wieder über das Thema Fahrermangel bei Bus, Bahn und Lkw angesichts der demographischen Entwicklung diskutiert. Ich halte das für ein wichtiges Thema, das hier auch diskutiert werden sollte, aber bitte unter seiner eigenen Überschrift.

Ich denke der Fahrermangel wird kommen und die einzigen Wege, ihm abzuhelfen (mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen die es nicht umsonst geben wird) ohne an der Technologie bzw. Infrastruktur was zu ändern, kosten nun einmal Geld. Und Geld ist bekanntlich knapp.

Ich denke aber schon, dass man was tun kann. Zum Beispiel braucht die Straßenbahn weniger Personal pro Fahrgast als der Bus, die U-Bahn weniger als die Straßenbahn und die automatisierte U-Bahn nochmal weniger. (Und mit Bahnsteigtüren braucht es auch weniger Personal am Bahnsteig). Daher ist der Bau der StUB und der weitere Ausbau von U- und Straßenbahn auf jeden Fall zu begrüßen da er Busfahrer durch Straßenbahnfahrer und automatische U-Bahnen ersetzen hilft.

Ich denke auch die Automatisierung der U1 wird irgendwann wieder diskutiert werden. Spätestens wenn der Bund Fördergelder in Aussicht stellt wird es für die VAG irgendwann wirtschaftlich sinnvoll sein, diesen Schritt zu gehen.

Beim Lkw böte sich natürlich der Umstieg der Güter auf die Bahn an (Container, RoLa, Wiederinbetriebnahme der Gleisanschlüsse die mit MORA C sinnlos zerstört wurden), allerdings hat die Bahn ein erhebliches Problem mit ihren Kupplungen von vorvorvorgestern. Ausgerechnet die Amis haben bei der Fracht eine automatische Kupplung (fahren aber trotzdem fast nur noch Ganzzüge) und in Europa soll das nicht gehen? Das wird mit zunehmend älter werdenden MitarbeiterInnen immer weniger vermittelbar sein, dass da händisch geschraubt werden muss...

Was denkt ihr, wird es so Dinge wie zuletzt in Erlangen wo der Takt ausgedünnt wurde, weil er bei dünner Personaldecke nicht mehr zuverlässig fahrbar war, öfter geben? Kann die Anwerbung von StudentInnen für die Straßenbahn mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein? Oder fahren im Jahr 2100 eh nur noch Robotaxis aus dem Hause XAmaGooglWeibou?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Wenn ich in letzter Zeit Bus gefahren bin, waren die besten FahrerInnen kürzlich Zugewanderte.
Im Steigerwald fand zwar die bosnische Fahrerin zunächst nicht die Haltestelle. Aber nach telefonischer Reklamation kam sie nach einer halben Stunde zurück.
Wie sie dann die enge kurvenreiche Strecke sicher meisterte - Hut ab. Die Frau kann fahren! Später an den Haltestellen sprach sie die Wartenden an und machte den Leuten klar, dass sie der Regionalbus schneller an ihr Ziel bringt.
Das war nicht die einzige schöne Erfahrung. Richtung Neumarkt gab es zum Beispiel einen sehr netten und gut fahrenden Albaner. Der mit seinem Vater und anderen Zuwandandern maßgeblich diese Linie gut bedient. Überhaupt werden viele Busse von Menschen gesteuert, die nicht hier geboren sind.
Sicher sind nicht alle Zuwanderer so qualifiziert. Aber das sind auch nicht alle gebürtigen Deutschen.
LKW und Bus fahren kann man lernen. Und es gibt auch eine Menge Afrikaner, die das ausgezeichnet können. Viel Sprachkenntnisse braucht man auch hier nicht, um Linienbusse zu steuern. Und die erwerben sich qualifizierte Bewerber schnell.
Was ist die Realität? Da werden selbst Leute mit jahrelanger Erfahrung und Sprachkenntnissen im Job schikaniert. Sie fahren schon lange Bus, aber bevor der Führerschein umgeschrieben wird, gibt es jede Menge bürokratische Hindernisse.
Wenn wir endlich den Wettlauf der Schäbigkeit gegenüber Migranten aufgeben würden, hätten wir sicher keinerlei Mangel an Fahrpersonal.
„Verkehrswende braucht gute Arbeit – Wege aus der Personalkrise im ÖPNV“:
Studie von ver.di und Klima-Allianz Deutschland zeigt Reformbedarf und Lösungen für den Fahrdienst


Pressemitteilung vom 09.12.2025

Zitat

Für das Fahrpersonal im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gelten Arbeitsbedingungen, die so unattraktiv sind wie in kaum einer anderen Branche – mit negativen Folgen wie Personalmangel, Ausfällen, hoher Fluktuation. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Klima-Allianz-Deutschland, die erstmals systematisch die tarifvertraglichen Arbeitsbedingungen von rund 128.000 Tarifbeschäftigten im Fahrdienst analysiert – aber auch Lösungen aufzeigt und durchrechnet. Überlange und geteilte Schichten, unbezahlte Pausen, häufig wechselnde Arbeitszeiten und Dienstorte sind ein entscheidender Faktor beim Branchenthema Fahrermangel. So summieren sich allein die im Dienstplan festgelegten Pausenzeiten jenseits der gesetzlichen Pflichtdauer jedes Jahr auf zweieinhalb Wochen unbezahlte Arbeit, wie die von KCW Consultants erstellte Studie beschreibt. [...]

Die Studie berechnet konkret, welche Mittel notwendig wären, um ein zukunftsfähiges ÖPNV-Angebot mit besseren Arbeitsbedingungen und mehr Personal aufzubauen, und präsentiert Vorschläge, wie die Beschäftigten entlastet werden können: Maßnahmen wie eine Begrenzung unbezahlter Pausen, Schichtbeginn und -ende am selben Ort, ausreichende Ruhezeiten oder eine verkürzte Arbeitswoche verbessern die Attraktivität des Berufs. Mit dadurch sinkenden Krankenständen könnten Kosten von bis zu 300 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich eingespart werden. Insgesamt erfordern die vorgeschlagenen Verbesserungen rund sieben Prozent zusätzliche Mittel im Verhältnis zum heutigen ÖPNV-Gesamtbudget: Das entspricht in absoluten Zahlen 1,76 Milliarden Euro bei Gesamtausgaben von fast 24 Milliarden Euro pro Jahr. [...]

Vollständig + Link auf die Studie: [www.verdi.de]



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.12.2025 22:05 von Manfred Erlg.
Wie wird man Busfahrer?
16.12.2025 11:11
Ja @Manfred, das ist auch ein wichtiger Punkt: Wie sind die Arbeitsbedingungen. Aber vor allem auch: Wie wird man Busfahrer?

Wenn ich Bäcker werden will, suche ich mir eine Lehrstelle. Und bekomme schon in der Ausbildung etwas bezahlt.

Aber wenn ich Busfahrer werden will, brauche ich erst mal einen PKW-Führerschein. Dann kann ich einen LKW-Führerschein machen. Und dann den Busführerschein. Wer zahlt das?

Bis vor einigen Jahren zahlte man das in der Regel komplett selbst. Früher machten Viele machten Ihre Führerscheine bei der Bundeswehr - auf Kosten des Staates. Und konnten dann als Busfahrer arbeiten. Diese gehen jetzt in Rente.

Wie ist das heute? Die VAG bildet Studenten als Straßenbahnfahrer aus. Aber gibt es ein ähnliches Programm auch für Busfahrer? Oder trägt man die Kosten für den Bus-Führerschein dazu nach wie vor selbst?

Die schlechten Arbeitsbedingungen in diesem Job sind ja nur eines der Probleme, warum man so schwer Personal findet. Aber in Frage kommendes Personal muss ja zuerst mal die nötige Fahrerlaubnis haben. Vielleicht sollte man auch von dieser Seite gesehen ein Programm entwickeln, das die Ausbildung unterstützt.
Berufskraftfahrer ist ein Ausbildungsberuf, z.B. einer der ersten Treffer in der Suchmaschine meiner Wahl die DB [db.jobs] . VAG finde ich schnell nicht, aber die bilden recht sicher auch selbst aus,aktuell suchen sie Fahrlehrer D/D1.
Sonst läuft viel übers Arbeitsamt als Umschulung. Das ist das Y-Reisen in der heutigen Zeit - der Staat zahlt.
Aber die weg fallenden Bundeswehr-Führerscheine im zivilen Leben sind und bleiben ein Problem für die Rekrutierung von BusfahrerInnen...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Die Anwerbung von Fahrpersonal im Ausland könnte an der zunehmend migrationsfeindlichen Politik scheitern...

Ich hätte ja auch lieber eine andere Politik, aber....

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Andererseits haben Städte schon die Abschaffung des Fahrkartenverkaufs beim Fahrer damit begründet, das so die Fahrer künftig kein Deutsch mehr sprechen müssen. Wobei ichs selbst in Unternehmen mit Fahrerverkauf schon erlebt habe, das der Fahrer kein Deutsch verstand, erst als ich auf Englisch gefragt habe, konnte er meine Frage beantworten. Ich frage mich, wie er da korrekt Fahrkarten verkaufen will, wenn er überhaupt net rafft, was die Leute zu ihm sagen?? Sprachverstehen sollte m. M. trotzdem Voraussetzung für so einen Job sein. Auch wenn das dann heißt das nur die Migranten, die ausreichend Deutsch können, so einem Job bekommen können. Aber die Bahn macht ja grad den selben Fehler, Sprachniveaus zu senken - mit erwartbaren Folgen.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Daniel Vielberth
Andererseits haben Städte schon die Abschaffung des Fahrkartenverkaufs beim Fahrer damit begründet, das so die Fahrer künftig kein Deutsch mehr sprechen müssen. Wobei ichs selbst in Unternehmen mit Fahrerverkauf schon erlebt habe, das der Fahrer kein Deutsch verstand, erst als ich auf Englisch gefragt habe, konnte er meine Frage beantworten. Ich frage mich, wie er da korrekt Fahrkarten verkaufen will, wenn er überhaupt net rafft, was die Leute zu ihm sagen?? Sprachverstehen sollte m. M. trotzdem Voraussetzung für so einen Job sein. Auch wenn das dann heißt das nur die Migranten, die ausreichend Deutsch können, so einem Job bekommen können. Aber die Bahn macht ja grad den selben Fehler, Sprachniveaus zu senken - mit erwartbaren Folgen.

Der Fahrkartenverkauf ist weitgehend abgeschafft. Und wird vollends abgeschafft. Auch weil er auch im besten Fall nur zu Verzögerungen führt. Kaum jemand braucht noch einen Fahrschein. Alle haben irgend ein Abo. Und den Restlichen kann man durchaus zumuten, einen Automaten zu nutzen. Nötigenfalls im Bus.
Wozu braucht ein Fahrer dann noch Deutsch? Er muss fahren können. Die Haltestellen finden. Und mit der Leitstelle reden können. Aber mit Fahrgästen kommunizieren? Das ist klar zu viel verlangt. Liegt aber oft an den mangelnden Deutschkenntnissen der Fahrgäste. Nicht jeder Oberpfälzer wird in Franken verstanden.
Zitat
HansL
Zitat
Daniel Vielberth
Andererseits haben Städte schon die Abschaffung des Fahrkartenverkaufs beim Fahrer damit begründet, das so die Fahrer künftig kein Deutsch mehr sprechen müssen. Wobei ichs selbst in Unternehmen mit Fahrerverkauf schon erlebt habe, das der Fahrer kein Deutsch verstand, erst als ich auf Englisch gefragt habe, konnte er meine Frage beantworten. Ich frage mich, wie er da korrekt Fahrkarten verkaufen will, wenn er überhaupt net rafft, was die Leute zu ihm sagen?? Sprachverstehen sollte m. M. trotzdem Voraussetzung für so einen Job sein. Auch wenn das dann heißt das nur die Migranten, die ausreichend Deutsch können, so einem Job bekommen können. Aber die Bahn macht ja grad den selben Fehler, Sprachniveaus zu senken - mit erwartbaren Folgen.

Der Fahrkartenverkauf ist weitgehend abgeschafft. Und wird vollends abgeschafft. Auch weil er auch im besten Fall nur zu Verzögerungen führt. Kaum jemand braucht noch einen Fahrschein. Alle haben irgend ein Abo. Und den Restlichen kann man durchaus zumuten, einen Automaten zu nutzen. Nötigenfalls im Bus.
Wozu braucht ein Fahrer dann noch Deutsch? Er muss fahren können. Die Haltestellen finden. Und mit der Leitstelle reden können. Aber mit Fahrgästen kommunizieren? Das ist klar zu viel verlangt. Liegt aber oft an den mangelnden Deutschkenntnissen der Fahrgäste. Nicht jeder Oberpfälzer wird in Franken verstanden.

An jeder Bushaltestelle Fahrkartenautomaten vorhalten verursacht unverhältnismäßige Kosten. Und ich finde schon dass es immer möglich sein sollte mit Bargeld einen gültigen Busfahrschein zu erwerben. Man hat ja bei einigen Bussen eingeführt, dass die Fahrerin oder der Fahrer kontrollieren soll ob gültige Tickets vorhanden sind. Wo soll dann der Automat im Bus hin, damit das Personal die Übersicht behalten kann wer tatsächlich einen Fahrschein nachlöst?

Das ist ja schon bei der App teilweise das Problem wenn man erst beim Einsteigen feststellt, dass man den Geldbeutel mit Buskarte und Bargeld daheim vergessen hat und man eigentlich gerne ein App Ticket lösen würde aber der Bus kann natürlich nicht warten...

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Zitat
HansL

Der Fahrkartenverkauf ist weitgehend abgeschafft.

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Wozu braucht ein Fahrer dann noch Deutsch? Er muss fahren können. Die Haltestellen finden. Und mit der Leitstelle reden können.
Zitat
marco2206
Zitat
HansL

Der Fahrkartenverkauf ist weitgehend abgeschafft.

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Wozu braucht ein Fahrer dann noch Deutsch? Er muss fahren können. Die Haltestellen finden. Und mit der Leitstelle reden können.

Genau! Es muss halt kein B1-Zertifikat sein. Die zwangsläufig formalisierte Kommunikation mit der Leitstelle reicht.
Zitat
HansL
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marco2206
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HansL

Der Fahrkartenverkauf ist weitgehend abgeschafft.

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Wozu braucht ein Fahrer dann noch Deutsch? Er muss fahren können. Die Haltestellen finden. Und mit der Leitstelle reden können.

Genau! Es muss halt kein B1-Zertifikat sein. Die zwangsläufig formalisierte Kommunikation mit der Leitstelle reicht.

Und wenn es dann ein Problem ist, das sich nicht in Standardfloskeln abhandeln lässt?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Zitat
HansL
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marco2206
Zitat
HansL

Der Fahrkartenverkauf ist weitgehend abgeschafft.

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Wozu braucht ein Fahrer dann noch Deutsch? Er muss fahren können. Die Haltestellen finden. Und mit der Leitstelle reden können.

Genau! Es muss halt kein B1-Zertifikat sein. Die zwangsläufig formalisierte Kommunikation mit der Leitstelle reicht.

Und wenn es dann ein Problem ist, das sich nicht in Standardfloskeln abhandeln lässt?

Die BusfahrerInnen, die ich in letzter Zeit erlebt hatte, sprachen oft kein perfektes Deutsch. Aber für die Verständigung reichte es allemal.
Wann man welchen Fahrschein braucht, damit sind auch biodeutsche Busfahrer in der Regel überfordert. Das liegt nicht an Ihnen. Sondern an den komplizierten Tarifen. Und an begriffsstutzigen Fahrgästen.

Bus fahren können alle gut bis ausgezeichnet. Das Problem ist oft nur schwachsinnige Bürokratie bei der Anerkennung von Führerscheinen. Kombiniert leider oft mit Fremdenfeindlichkeit auch in manchen Behörden.
Zitat
Nukebro
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HansL
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marco2206
Zitat
HansL

Der Fahrkartenverkauf ist weitgehend abgeschafft.

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Wozu braucht ein Fahrer dann noch Deutsch? Er muss fahren können. Die Haltestellen finden. Und mit der Leitstelle reden können.

Genau! Es muss halt kein B1-Zertifikat sein. Die zwangsläufig formalisierte Kommunikation mit der Leitstelle reicht.

Und wenn es dann ein Problem ist, das sich nicht in Standardfloskeln abhandeln lässt?

Dann heißt es "ich nicht wissen was du von mir wollen"

Selbst schon gehört als Antwort auf einen Probenotruf, bei dem der Tf aufgefordert wird den Empfang der durchsage zu bestätigen. Und das im Eisenbahnbereich , wo entsprechende Sprachkentnisse voraussetzung sind...
Zitat
marco2206

Dann heißt es "ich nicht wissen was du von mir wollen"

Selbst schon gehört als Antwort auf einen Probenotruf, bei dem der Tf aufgefordert wird den Empfang der durchsage zu bestätigen. Und das im Eisenbahnbereich , wo entsprechende Sprachkentnisse voraussetzung sind...

Wie oft hat denn ein Busfahrer eine derart komplizierte Situation, dass er exzellente Sprachkenntnisse braucht? Öfter als jeder andere Autofahrer?

Dann könnte man ja gleich an der Grenze einen Sprachtest einführen. Und verbieten, dass man ohne gutes Deutsch auf einer deutschen Autobahn fährt.

Man kann aus allem ein Problem machen. Heute hat jedes Handy ein Sprachprogramm mit Übersetzung von jeder Sprache in jede andere. Damit kann man sich notfalls immer verständigen. Wobei ich bei einem Fahrer eines Linienbusses beim besten Willen nicht wüsste, wann dies jemals nötig sein könnte.
Zitat
HansL
Zitat
marco2206

Dann heißt es "ich nicht wissen was du von mir wollen"

Selbst schon gehört als Antwort auf einen Probenotruf, bei dem der Tf aufgefordert wird den Empfang der durchsage zu bestätigen. Und das im Eisenbahnbereich , wo entsprechende Sprachkentnisse voraussetzung sind...

Wie oft hat denn ein Busfahrer eine derart komplizierte Situation, dass er exzellente Sprachkenntnisse braucht? Öfter als jeder andere Autofahrer?

Dann könnte man ja gleich an der Grenze einen Sprachtest einführen. Und verbieten, dass man ohne gutes Deutsch auf einer deutschen Autobahn fährt.

Man kann aus allem ein Problem machen. Heute hat jedes Handy ein Sprachprogramm mit Übersetzung von jeder Sprache in jede andere. Damit kann man sich notfalls immer verständigen. Wobei ich bei einem Fahrer eines Linienbusses beim besten Willen nicht wüsste, wann dies jemals nötig sein könnte.

Nun beim privaten Kfz-Verkehr wird allgemein ein deutlich niedrigeres Sicherheitslevel als in jedem anderen Verkehrsbereich acceptiert. Selbst der Unterschied "Millionär spielt mit Cessna" zu "kommerzielle Luftfahrt" ist nicht derart eklatant wie "Omma fährt noch mit 95 mit Führerschein aus der Adenauer-Zeit" zu "mit Ü50 schaut der Betriebsarzt aber ganz genau hin".

Und es gibt diverse Szenarien in denen sichere Sprachkenntnisse wünschenswert wären. Zum Beispiel wenn es zu einem Unfall kommt der die Erstversorgung von Verletzten erforderlich macht. Oder wenn im Bus eine Auseinandersetzung zwischen Fahrgästen eskaliert. Wer wenn nicht die Busfahrerin oder der Busfahrer sollte da einschreiten?

Übrigens kann man bei gezieltem Recruiting im Ausland auch bereits im Herkunftsland Sprachkenntnisse vermitteln. Siehe dieses Video über DB Bewerber in Vietnam [www.youtube.com]

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
an Marco2206

oder während der Ausbildung so von einem damaligen Klassenkameraden gehört als wegen Betriebsstörung Gegengleis gefahren werden sollte: Tf in gebrochenen Deutsch) : "Befehl - was ist das?"

Aber man legt es ja unbedingt drauf an, das ganze vollends gegen die Wand zu fahren. Wobei ich auch nicht verstehe, warum man im Autoverkehr so larifari zulässt, wenn es nach mir ginge müsste man da auch für jedes Land in dem man fahren möchte einen extra-Führerschein haben. Damit sichergestellt ist, dass man wirklich jedes vor Ort vorhandene Schild auf Anhieb versteht und sofort weiß, in welcher Situation man ist. und vielleicht auch die ungeschriebenen Gesetze von vor Ort kennt.

Beispiel Tschechien: theoretisch ist es EU-weit einheitlich das Autofahrer vom Zebrastreifen anzuhalten haben wenn ihn einer überqueren möchte, in Deutschland hält aber fast keiner, in Tschechien schon. Die einzigen die einen als Fußgänger auch in Tschechien am Zebrastreifen zu überfahren versuchen sind die deutschen Autofahrer. Die Erfahrung mache ich jedes Mal wenn ich drüben bin. Da würde ich mir auch wünschen, dass die Deutschen erst eine Schulung für tschechische Fahrkultur machen müssen, bevor sie dort im Land fahren dürfen.

Aufgrund der wesentlich höheren Gefährdung im Straßenverkehr müsste es eigentlich, wenn man es richtig machen würde, es beim Autoverkehr sogar strenger als bei der Eisenbahn sein, aber wenn es im Straßenverkehr so wäre wie es bei der Eisenbahn früher war, würde es wahrscheinlich schon genügen.

Wobei wenn ich dran denke, das Beispiel was ich oben angeführt habe, wo ich den Busfahrer was gefragt habe, da wollte ich vom Busfahrer lediglich wissen wie viel Minuten er an der Endstation Aufenthalt hat, weil ich meine Geschäfte dann so schnell erledigen wollte, um ihn wieder für die Rückfahrt zu erwischen, und selbst so eine einfache Information war er nicht in der Lage auf Deutsch zu verstehen. Und das ganze hat sich in Erlangen ereignet. Die Probleme sind also nicht irgendwo anders, sondern schon hier.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.12.2025 18:15 von Daniel Vielberth.
Das Wiener Übereinkommen sorgt dafür dass die wichtigsten Verkehrszeichen europaweit sehr ähnlich und ohne Sprachkenntnisse "lesbar" sind. Und Dinge wie "welche Gesetze werden wo häufiger gebrochen" können und sollen nicht Gegenstand einer Ausbildung sein. Wenn man im Ausland ist sollte man eher noch defensiver fahren...

[de.wikipedia.org]

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UHM
Re: Wie wird man Busfahrer?
17.12.2025 19:56
Zitat
frankentux
Sonst läuft viel übers Arbeitsamt als Umschulung. Das ist das Y-Reisen in der heutigen Zeit - der Staat zahlt.

Das macht gerade auch ein Bekannter von mir.
Von dem weiß ich jetzt auch: Der Lkw-Führerschein ist keine Voraussetzung mehr für den Bus-Schein. Es reicht heutzutage der normale Pkw-Führerschein. Kann man auch durch Google herausfinden.

Tschö
UHM
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