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Bahnstrom in Nordbayern
geschrieben von HansL 
Re: Das ist so sinnvoll
30.01.2026 19:44
Zitat
HansL
Zitat
Nukebro
Zitat
UHM
Die abgeschalteten Kraftwerksstandorte werden ja jetzt Standorte für Giga-Stromspeicher. :)

Und in Biblis steht ein Gaskraftwerk [de.wikipedia.org]

Statt unsinniger Großkraftwerke hat man so flexibel einsetzbare Anlagen, die das Problem möglicher Dunkelflauten helfen, zu entschärfen.
Vor allem ist da schon die Netzinfrastruktur da. Oft kann ja Strom nur deshalb nicht eingespeist werden, weil es an Leitungskapazität fehlt.

Und wenn dann trotzdem mal der Strom nicht reicht, muss man halt abregeln. Nach klar vorher festgelegt sein muss. Krankenhäuser und Bahnstrom zuletzt.

Du findest also fossiles Gas besser als eine CO2-freie Technologie die selbstverständlich auch Lastfolge fahren kann?

Und was soll an "Großkraftwerken" schlecht sein? Ist das die fragwürdige Ideologie des Bundesverdienstkreuzträgers Amory Lovins?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro

Du findest also fossiles Gas besser als eine CO2-freie Technologie die selbstverständlich auch Lastfolge fahren kann?

Und was soll an "Großkraftwerken" schlecht sein? Ist das die fragwürdige Ideologie des Bundesverdienstkreuzträgers Amory Lovins?

Gas muss nicht fossil sein. Und ist im übrigen auch nur Brückentechnologie. Bis es genug Speicher gibt, die zusammen mit sinnvoller Verbrauchssteuerung für einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage sorgen.

Dass Atomkraft CO2-frei wäre, ist ein Märchen. Das man nur erzählen kann, wenn man alles ausblendet, was damit verbunden ist. Alleine die Unmengen an Beton, die verbaut werden müssen, bis die Reaktor anläuft. Und die zu einem großen Teil nicht recycelt werden können. Der Bergbau, die Anreicherung des Urans, die Entsorgung, all das erzeugt Aufwand und ist alles andere als CO2-frei.

Und ein Kraftwerk, das kaum gesteuert werden kann, sondern im wesentlichen nur läuft oder nicht läuft, passte noch nie in die Landschaft und jetzt immer weniger. Kohle und Atom lässt sich nicht kurzfristig an den Bedarf anpassen, Gas hingegen schon.

Und was an Großkraftwerken problematisch ist? Wenn sie ausfallen, fehlt plötzlich sehr viel Strom auf einmal. Das haben vor einiger Zeit die Franzosen bitter erfahren müssen, als ein großes Teil ihrer AKW nicht lief. Zum Teil, weil es heiß war und es an Kühlwasser fehlte. Da hätte es einen flächendeckenden Blackout gegeben, wenn Deutschland nicht ausgeholfen hätte.

Strom und vor allem auch Bahnstrom erzeugt man besser in kleineren und vor allem flexibel steuerbaren Einheiten. Dass das funktioniert, sieht man schon daran, dass Deutschland das stabilste Netz weit und breit betreibt. Obwohl immer mehr Ökostrom erzeugt wird.

Aber nochmal: hier ist ein Nahverkehrsforum und kein Energieforum! Bitte suchen Sie sich eine andere Plattform für Ihre aus der Zeit gefallenen Vorstellungen.
[en.wikipedia.org] wer sich für ernstzunehmende Quellen bzgl. der CO2-Intensität interessiert sei hierauf verwiesen... Den Rest dieses BS Bingos der millionenfach widerlegten Behauptungen deutscher Antis kommentiere ich jetzt nicht. Außer soviel: das ist das Niveau von "der Ausbau des Frankenschnellwegs wird Verkehrsprobleme dauerhaft lösen"

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Fehlender Live Cycle
31.01.2026 12:38
Zitat
Nukebro
[en.wikipedia.org] wer sich für ernstzunehmende Quellen bzgl. der CO2-Intensität interessiert sei hierauf verwiesen... Den Rest dieses BS Bingos der millionenfach widerlegten Behauptungen deutscher Antis kommentiere ich jetzt nicht. Außer soviel: das ist das Niveau von "der Ausbau des Frankenschnellwegs wird Verkehrsprobleme dauerhaft lösen"

Haben Sie diesen Artikel selbst gelesen? Da ist ein eigener Abschnitt, dass die vollen Live Cycle-Kosten eben nicht betrachtet wurden. Richtig, für alle Energieformen. Aber ganz besonders für Atomkraft.

Denn nichts ist so aufwändig wie die Herstellung von Uranbrennstäben vom Bergwerk bis zum Kraftwerk. Mit erheblichem Energieaufwand. Mit erheblichen Transportkosten. Und was ganz fehlt, ist die Entsorgung. Nicht nur der Brennelemente. Werden die ins Zwischenlager gebeamt? Und irgendwann ins Endlager. Wird da keine Energie verbraucht? Für Transport und Lagerung.

Und der Abriss der alten Anlagen ist auch CO2-Neutral? Diese Argumente sind überhaupt nicht widerlegt und schon gleich nicht Millionenfach. Und schon gar nicht von Ihnen mit Ihrem Link, den Sie per Google gefunden haben. Der aber zum Thema kaum etwas beiträgt. Auch nach Einschätzung selbst der Autoren nicht.

Die Wiedereinführung von Atomkraft wird genauso wenig Energieprobleme lösen wie der Ausbau des Frankenschnellwegs geeignet ist, Verkehrsprobleme zu lösen. Das sind die gleichen völlig überholten Konzepte. Möglichst groß, möglichst teuer, möglichst aufwändig.

Aber gehen wir doch bitte zurück: Wie kann eine Bahnstromversorgung für Nordbayern aussehen? Da können wir getrost davon ausgehen: Der Strom ist da. Und müssen uns nicht verzetteln in einer unsinnigen Diskussion, wo genau er herkommt und wie die Quellen zu bewerten sind. Das gehört nicht in dieses Forum!
Der Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose und eine Gaspipeline nach Russland ist eine super Idee... Nicht wahr?

Und es ist schon interessant, dass der IPCC plötzlich keine gute Quelle mehr sein soll wenn er sagt was außerhalb von Deutschland und Österreich die allermeisten Leute wissen: Kernenergie erzeugt so gut wie kein CO2.

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Was soll diese Polemik?
31.01.2026 17:27
Zitat
Nukebro
Der Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose und eine Gaspipeline nach Russland ist eine super Idee... Nicht wahr?

Und es ist schon interessant, dass der IPCC plötzlich keine gute Quelle mehr sein soll wenn er sagt was außerhalb von Deutschland und Österreich die allermeisten Leute wissen: Kernenergie erzeugt so gut wie kein CO2.

Das ist doch jetzt wirklich unterste Schublade! Ich habe Ihren Beitrag der Administration gemeldet. Klar themenfremd.

Sie sind ja noch nicht einmal in der Lage, die von Ihnen angegebene Quelle zu lesen. Da steht doch ganz klar, dass im wesentlichen nur der CO2-Ausstoß betrachtet wird, der im laufenden Betrieb entsteht. Da kommt kaum was, weil es keine fossile Verbrennung gibt. Binse! Aber was passieren muss, bis das Kraftwerk überhaupt anläuft und was bei der Entsorgung geschieht, das wird im zitierten Bericht gar nicht betrachtet. Das steht sogar explizit im zitierten Artikel.

Das wollen Sie wie alle Kernkraftfans nicht wahrhaben: Kernkraft erzeugt sehr wohl beachtliche Mengen CO2! Wenn man den ganzen Cyklus betrachtet. Aber darauf gehen Sie überhaupt nicht ein, sondern stellen nur eine längst widerlegte allgemeine Behauptung in den Raum.
Re: Das ist so sinnvoll
31.01.2026 17:45
Zitat
Nukebro
Zitat
UHM
Die abgeschalteten Kraftwerksstandorte werden ja jetzt Standorte für Giga-Stromspeicher. :)

Und in Biblis steht ein Gaskraftwerk [de.wikipedia.org]
Zitat
Nukebro
Du findest also fossiles Gas besser als eine CO2-freie Technologie die selbstverständlich auch Lastfolge fahren kann?

Hast du dir mal das Einsatzprofil des Gaskraftwerks angeguckt? 500-1500 Stunden im Jahr. Sowas kann kein Großkraftwerk, erst recht kein AKW leisten. Die müssen je nach Typ immer 20-40% Last haben. Brauchen auch wesentlich länger um sie hochzufahren als Gasturbinen.

Solche Ausgleichskraftwerke wird man noch relativ lange brauchen.


Zitat
HansL
Und wenn dann trotzdem mal der Strom nicht reicht, muss man halt abregeln. Nach klar vorher festgelegt sein muss. Krankenhäuser und Bahnstrom zuletzt.

Ich würde Bahnstrom gar nicht so hoch priorisieren. Die ersten Stunden vielleicht schon, aber so nach 1-2 Tagen, würde ich eher Züge ausfallen lassen, als el. geheizte Häuser ihre Wärmequelle länger auszuschalten. Aber vorher kommen eh Industrien dran, dann sollte es für Züge und Häuser reichen.
Zitat
Stanze
Zitat
Nukebro
Du findest also fossiles Gas besser als eine CO2-freie Technologie die selbstverständlich auch Lastfolge fahren kann?

Hast du dir mal das Einsatzprofil des Gaskraftwerks angeguckt? 500-1500 Stunden im Jahr. Sowas kann kein Großkraftwerk, erst recht kein AKW leisten. Die müssen je nach Typ immer 20-40% Last haben. Brauchen auch wesentlich länger um sie hochzufahren als Gasturbinen.

Solche Ausgleichskraftwerke wird man noch relativ lange brauchen.

Zitat
HansL
Und wenn dann trotzdem mal der Strom nicht reicht, muss man halt abregeln. Nach klar vorher festgelegt sein muss. Krankenhäuser und Bahnstrom zuletzt.

Ich würde Bahnstrom gar nicht so hoch priorisieren. Die ersten Stunden vielleicht schon, aber so nach 1-2 Tagen, würde ich eher Züge ausfallen lassen, als el. geheizte Häuser ihre Wärmequelle länger auszuschalten. Aber vorher kommen eh Industrien dran, dann sollte es für Züge und Häuser reichen.

Danke @Stanze: Klar wird man noch einige Zeit Gaskraftwerke brauchen, um Lücken zu füllen. Das Gas kommt schon lange nicht mehr aus Russland, wie @Nukepro fälschlich es darstellt. Und ist immer weniger fossilen Ursprungs.

Aber man muss auch etwas tun, um nötigenfalls den Verbrauch zu drosseln. Irrsinnige Mengen verbrauchen immer stärker große Rechenzentren, die nicht wirklich notwendige Dienste zur Verfügung zu stellen. Da könnte man im Ernstfall den Strom rationieren, so dass einiges eben nicht mehr so schnell geht. Weil die Anbieter Ihre Geschwindigkeit reduzieren müssen. Da werden halt mal keine Streaming-Dienste angeboten, keine Bitcoins geschürft und bei den KI-Dienstleistungen muss man darauf verzichten, die Nachbarin virtuell auszuziehen.

Das dürfte fast immer reichen. Aber auch bei Haushalten könnte man notfalls Kontingente einführen. Die Wärmepumpe braucht nicht unbedingt so viel Strom, aber vielleicht muss man das E-Auto nicht aufladen. Das kann ja jeder entscheiden, ob er es lieber warm hat oder Auto fährt. Prinzipiell ist vieles möglich, was man tun könnte, um bei Dunkelflauten Strom zu sparen. Zum Teil muss man da noch technische Voraussetzungen schaffen. So dass man zum Beispiel den E-Auto-Akku auch zum Zurückspeisen von Strom ins Netz nutzen könnte. Geht prinzipiell, aber man braucht halt intelligente Zähler und muss fahrzeugseitig die Möglichkeit vorsehen. Dann werden das viele von sich aus tun, wenn es sich für sie rechnet. Aber vor allem braucht es noch rechtliche Möglichkeiten.

Da ist einiges im Entstehen. Aber man wird sich darauf verlassen können, dass Bahnstrom immer ausreichend zur Verfügung steht. Großkraftwerke in Grundlast sind da eher hinderlich als nützlich.
Zitat
Stanze
Zitat
HansL
Sicher ist Oberleitung effizienter als Akku.

Oh, so pauschal kann man das nicht sagen.

Da spielen 2 Faktoren zwischen Stromerzeuger und Verbraucher eine Rolle

* Strom Umformung/Transformierung
* Reokkupation

Ich glaube nicht mal mehr 20% des Bahnstroms wird mit spezifischen Kraftwerken erzeugt, die bahntypische 16,7 Hz erzeugen.
Die restlichen 80% werden von der allgemeinen Stromerzeugung entnommen und von 50 Hz auf 16,7 Hz umgeformt.

Die alten mechanischen Umformer haben fast 20% Verluste.
Moderne Umrichter haben 2-5% Verluste. Der Multilevel IGBT im Kraftwerk Franken 1 soll so 2-3% Verluste haben. Ältere, wie GTO-Thyristor Umrichter mehr.
Beim Umrichter im Kraftwerk Datteln spricht der Hersteller von fast 100% Effizienz. andere Quellen von 98-99%

Die Transformation von einer Spannung auf eine andere (Bahn: 110kv > 16 kv, bzw: Hochspannung > Mittelspannung) liegt über all bei etwas 0,5-1 % Verlust.

Bei der Reokkupation spießen moderne E-Loks 30-40% der Energie wieder ins Netz zurück.
Dabei agieren die Drehstrom Fahrmotoren als Drehstrom Generatoren. Der gewonnene Strom muss dabei in
a) 1-phasigen Strom transformiert werden
b) auf 16kV gebracht werden
c) Frequenzsynchron zur 16,7 Hz Oberleitung sein.
Ein aufwendiger, verlustbehafteter Vorgang.

Ein Akku Triebzug muss den Drehstrom aus den Motoren nur in Gleichspannung umwandeln.
Das ist einfacher und verlustärmer.

Aus Tests mit KFZs weiß man, dass EAutos auf reinen Autobahnstrecken 50-60% der Energie zurück gewinnen können. (Stadt:20-25, Überland 30-40%)
Man kann Vermuten, dass Akku Züge einiges mehr an Energie Rückgewinnen als Oberleitung Züge.

Nun folgendes Szenario:

Eine längere Strecke, bei der größtenteils kein Bahnstrom in der nähe ist. Das ist wohl die Mehrheit der nicht elektrifizierten Strecken.

Für eine Oberleitung müsste man zumindest teilweise Allgemeinen Strom in Bahnstrom transformieren.
Zum Akkuladen ist es egal welcher Strom vor Ort ist.
Plus die bessere Energierückgewinnen.

Es kommt auf vieles an um zu wissen was bei welcher Strecke Energieeffizienter ist.
Den Energieaufwand für die Herstellung und Errichtung von Oberleitungen gar noch nicht eingerechnet.

Zitat
HansL
Aber es gibt mittlerweile Millionen von Akkus, die meist 23 Stunden am Tag nutzlos auf der Straße stehen. Die könnte man nutzen, wenn man nur wollte.

Dafür gibt es aktuell in Deutschland 0,0% Infrastruktur.
Weder an den Fahrzeugen, noch an den Ladesäulen/Wallboxen

Zitat
HansL
Aber sicher ist es sinnvoller Erzeugung und Verbrauch anzugleichen. Verbrauchsseitig sind zum Beispiel Kühlhäuser eine Option. Zu viel Strom im Netz => einfach 2 ° tiefer kühlen. Zu wenig Strom => Kühlung ausschalten.

Das ist aber ein reines Balancing des Energiebedarf im Netz. Und kein Stromspeichern wie Baerbock mal behauptet hat.

Ich wundere mich, weshalb dieser Beitrag keine Antworten bekommen hat. Ich hätte mich schon gefreut, wenn die aufgeworfenen Fragen diskutiert worden wären.

Insbesondere: Wo ist eine Oberleitung sinnvoll? Wo wäre ein Akkubetrieb die bessere Lösung. Warum genau? Es gibt ja ein Konzept für die Elektrifizierung von Nordbayern zum Teil mit Akku-Betrieb. Sollte man das so machen? Oder gäbe es sinnvolle Modifizierungen?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.2026 10:58 von HansL.
Sicherlich ist eine Oberleitung letztendlich sinnvoller als Akku-Betrieb. Das hat aber nichts mit der Effizienz zu tun, die Stanze da jetzt schildert, sondern aus anderen Gründen. Stanze hat nur die Effizienz berücksichtigt, weil halt auch nur die Effizienz als Thema gerade aktuell war.
Die BEG hat sich hauptsächlich deshalb für den Akku-Betrieb entschieden, weil es viel zu lange dauern würde bis überall Oberleitungen wären, sie selbst da auch wenig Einfluß darauf hat. Insofern ist das Ganze auch als Zwischenlösung konzipiert.
Die Alternative mit Wasserstoff-Fahrzeugen wurde deswegen eliminiert, weil alles was man für die Wasserstofffahrzeuge an Infrastruktur braucht (Tankstellen) dann wenn die Oberleitung da ist man wieder abreißen kann. Dagegen ist die Infrastruktur für den Akku-Betrieb dann später teilweise auch für die Oberleitung mit nutzbar und das Geld dafür also nicht so hinausgeschmissen wie für die Wassestoff-Alternative.
Die Stromversorgung für die Ladestationen können später für die Oberleitung mit verwendet werden, die Oberleitungsinseln können für die spätere Oberleitung mitverwendet werden, bei den Akku-Fahrzeugen braucht man den Akku eigentlich nur auszubauen, und man hat ein reines Oberleitungsfahrzeug.
Bei Wasserstoff bräuchte man dagegen alles neu wenn man auf Oberleitung umstellt.

Tschö
UHM



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.2026 16:45 von UHM.
Zitat
UHM
Sicherlich ist eine Oberleitung letztendlich sinnvoller als Akku-Betrieb. Das hat aber nichts mit der Effizienz zu tun, die Stanze da jetzt schildert, sondern aus anderen Gründen. Stanze hat nur die Effizienz berücksichtigt, weil halt auch nur die Effizienz als Thema gerade aktuell war.
Die BEG hat sich hauptsächlich deshalb für den Akku-Betrieb entschieden, weil es viel zu lange dauern würde bis überall Oberleitungen wären, sie selbst da auch wenig Einfluß darauf hat. Insofern ist das Ganze auch als Zwischenlösung konzipiert.
Die Alternative mit Wasserstoff-Fahrzeugen wurde deswegen eliminiert, weil alles was man für die Wasserstofffahrzeuge an Infrastruktur braucht (Tankstellen) dann wenn die Oberleitung da ist man wieder abreißen kann. Dagegen ist die Infrastruktur für den Akku-Betrieb dann später teilweise auch für die Oberleitung mit nutzbar und das Geld dafür also nicht so hinausgeschmissen wie für die Wassestoff-Alternative.
Die Stromversorgung für die Ladestationen können später für die Oberleitung mit verwendet werden, die Oberleitungsinseln können für die spätere Oberleitung mitverwendet werden, bei den Akku-Fahrzeugen braucht man den Akku eigentlich nur auszubauen, und man hat ein reines Oberleitungsfahrzeug.
Bei Wasserstoff bräuchte man dagegen alles neu wenn man auf Oberleitung umstellt.

Du hast zwei wesentliche Punkte vergessen:
  • Der Betrieb mit Wasserstoff ist deutlich teurer als Diesel und Diesel nochmal deutlich teurer als Akku- oder Oberleitungsbetrieb. Selbst in Chemieparks gibt es keinen günstigen Wasserstoff als "Abfall", dafür ist die Nachfrage nach Wasserstoff schon eine Weile zu hoch.
  • Die Betriebserfahrung mit Wasserstoffzügen, bisher alles Brennstoffzellenfahrzeuge, ist unterirdisch. Auf flachen Strecken mit langem Haltestellenabstand wie bei der EVB geht es gerade so, im Taunus war es ein kompletter Reinfall. Das hatte primär zwei Gründe:
    • Brennstoffzellenfahrzeuge brauchen Pufferbatterien, da Brennstoffzellen für konstante Leistungen ausgelegt sind. Im Taunus mit den starken Steigungen und kurzen Haltestellenabständen haben die Fahrzeuge die Pufferbatterien leergefahren, die Brennstoffzellen alleine waren zu schwach.
    • Brennstoffzellen stellen hohe Anforderungen an die Reinheit von Wasserstoff. Der Wasserstoff aus dem Chemiepark in Höchst war zu stark verunreinigt und hat die Brennstoffzellen viel schneller verschlissen als geplant.

Daher ist Wasserstoff im Vollbahnbereich in Europa eigentlich nicht mehr relevant. Dafür sind BEMUs zu günstig, zu flexibel und haben bei unseren kurzen Elektrifizierungslücken keinen nennenswerten Nachteil.
Mir ging es jetzt eigentlich nicht um den Wasserstoff an sich, sondern darum aufzuzeigen, dass sowieso irgendwann alles für Oberleitung umgestellt werden soll.
Wenn man noch weiter an der Wasserstofftechnologie herumtüftelt wird die mit Sicherheit irgendwann besser, aber den Weg will man wohl nicht mehr weitergehen. Wasserstoff wäre zumindest noch eine Möglichkeit um als Stromspeicher für Kraftwerke zu dienen, aber da müsste sich auch erst noch viel entwickeln.

Tschö
UHM
Wasserstoff wird schon für andere Dinge gebraucht. Zum Beispiel das Haber-Bosch Verfahren. Ohne das sähe es mit der Welternährung bald ziemlich düster aus...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
UHM
Sicherlich ist eine Oberleitung letztendlich sinnvoller als Akku-Betrieb.

Das hängt von vielen Faktoren ab.

Heute gehen die Akkutriebzüge zwischen Leipzig und Chemnitz in Betrieb. Wobei das hier nur eine Überbrückungslösung sein soll, bis die Strecke Elektrifiziert ist.
Interessant dabei ist, dass in Chemnitz per Dachstromabnehmer normale Mittelspannung mit 15kV und 50 Hz benutzt wird.

Aber allgemein sehe ich nicht auf jeder Strecke eine Oberleitung als sinnvoller.
Im Regelfall wird man eine Wirtschaftliche Betrachtung machen.
Kosten für die Errichtung der Oberleitung mit Stromversorgung ist nur ein Teil. Wartung derselben, als auch evtl. Umbauten von Brücken, Tunnels und Bahnübergängen können hinzukommen.

Bei kurzen Stich-Nebenstrecken bei der gerade mal einmal pro Stunde und Richtung ein Triebwagen fährt, kann eine BEMU Lösung günstiger sein.
Schneller umgesetzt und mit weniger Eingriffen in den laufenden Betrieb ist es in der Regel auch.

Hier im Raum könnte ich mir vorstellen:
* Siegelsdorf - Markt Erlbach
* Neukirchen - Simmelsdorf-Hüttenbach

auch
* Roth - Hilpoltstein

Evtl. kann man Erlbach und Hüttenbach durchverbinden um die Akkuzüge noch besser auszunutzen.
Ich denke bei S-Bahnen ist die Akkutechnologie nicht unbedingt sinnvoll denn man braucht kurze Wendezeiten (kein Laden am Endbahnhof) und möglichst viele Sitz- und Stehplätze (kein Platz im Innenraum für Akkus). Dazu kommt der Bedarf an spurtstarken Fahrzeugen (=möglichst leicht und leistungsfähig). Wenn also, wie zumindest offiziell geplant, die Strecke nach Simmelsdorf mittelfristig in die S-Bahn eingegliedert werden soll, halte ich da eine Elektrifizierung mit Oberleitung für sinnvoller als Akkuzüge.

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Ich denke bei S-Bahnen ist die Akkutechnologie nicht unbedingt sinnvoll denn man braucht kurze Wendezeiten (kein Laden am Endbahnhof) und möglichst viele Sitz- und Stehplätze (kein Platz im Innenraum für Akkus). Dazu kommt der Bedarf an spurtstarken Fahrzeugen (=möglichst leicht und leistungsfähig). Wenn also, wie zumindest offiziell geplant, die Strecke nach Simmelsdorf mittelfristig in die S-Bahn eingegliedert werden soll, halte ich da eine Elektrifizierung mit Oberleitung für sinnvoller als Akkuzüge.

1) die kurzen Stichstrecken schaffen die Züge ohne nachzuladen hin und zurück. (Br 1440.4 120 km Reichweite im Akkubetrieb)
2) die Akkus sind auf dem Dach oder unter dem Fahrzeug und nicht im Innenraum.
3) ob die Züge mit 1.0 ms/2 oder 0,9 ms/2 beschleunigen wirkt sich in der Realität nicht wirklich aus. da auf dieser Stichstrecken eh nur 50km/h gefahren werden darf. Und nach Markt Erlbach 60km/h
Durchgebundene Züge?
02.02.2026 16:42
Zitat
Stanze
Zitat
Nukebro
Ich denke bei S-Bahnen ist die Akkutechnologie nicht unbedingt sinnvoll denn man braucht kurze Wendezeiten (kein Laden am Endbahnhof) und möglichst viele Sitz- und Stehplätze (kein Platz im Innenraum für Akkus). Dazu kommt der Bedarf an spurtstarken Fahrzeugen (=möglichst leicht und leistungsfähig). Wenn also, wie zumindest offiziell geplant, die Strecke nach Simmelsdorf mittelfristig in die S-Bahn eingegliedert werden soll, halte ich da eine Elektrifizierung mit Oberleitung für sinnvoller als Akkuzüge.

1) die kurzen Stichstrecken schaffen die Züge ohne nachzuladen hin und zurück. (Br 1440.4 120 km Reichweite im Akkubetrieb)
2) die Akkus sind auf dem Dach oder unter dem Fahrzeug und nicht im Innenraum.
3) ob die Züge mit 1.0 ms/2 oder 0,9 ms/2 beschleunigen wirkt sich in der Realität nicht wirklich aus. da auf dieser Stichstrecken eh nur 50km/h gefahren werden darf. Und nach Markt Erlbach 60km/h

Bei der S-Bahn nach Hiltpoldstein gehe ich schon davon aus, dass ich nicht in Roth umsteigen muss, wenn ich aus Richtung Nürnberg komme. Dann müssten die Züge auf der ganzen Linie ihre Akkus mitschleppen. Das sollte man schon mitdenken, wenn man diskutiert, ob sich eine Oberleitung lohnt.
Zitat
HansL
Dann müssten die Züge auf der ganzen Linie ihre Akkus mitschleppen. Das sollte man schon mitdenken, wenn man diskutiert, ob sich eine Oberleitung lohnt.

Was soll man da groß mitdenken?

Es ist nicht so wie bei den Autos, bei denen Stromer über 50% mehr Leergewicht auf die Wage bringen als vergleichbare Verbrenner.
Bei Zügen sind es so ca. 7%.

Ehrlich gesagt verstehe ich die Einwände nicht. Gerade diese Stichstrecken werden, wenn überhaupt, als aller letztes Elektrifiziert.
Dann behaltet doch die Diesel. *kopfschüttel*
Es hat eben auch Vorzüge keine Splittergattungen vorhalten zu müssen. Die S-Bahn wird vermutlich auch in Zukunft als Ganzes ausgeschrieben werden. Da ist es sinnvoll möglichst eine, maximal zwei Baureihen vorzusehen. Wenn einzelne Strecken mit, andere ohne Akku betrieben werden gibt es wieder mehr verschiedene Fahrzeuge. Je einheitlicher die Flotte, desto eher kann auch ein Fahrzeug von Ast A auf Ast B "aushelfen" und desto weniger Reserve braucht man bei gleicher Leistungsfähigkeit...

Das sind alles keine K.O. Kriterien aber sollte halt bedacht werden...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Es hat eben auch Vorzüge keine Splittergattungen vorhalten zu müssen. Die S-Bahn wird vermutlich auch in Zukunft als Ganzes ausgeschrieben werden. Da ist es sinnvoll möglichst eine, maximal zwei Baureihen vorzusehen. Wenn einzelne Strecken mit, andere ohne Akku betrieben werden gibt es wieder mehr verschiedene Fahrzeuge. Je einheitlicher die Flotte, desto eher kann auch ein Fahrzeug von Ast A auf Ast B "aushelfen" und desto weniger Reserve braucht man bei gleicher Leistungsfähigkeit...

Die S-Bahn wurde auch letztes mal nicht als "Ganzes" ausgeschrieben:
Zitat
Ausschreibung 2017
* Los 1 – S-Bahn Linien S1 und S2
* Los 2 – S-Bahn Linien S3 bis S5

Und das alles was du da oben als Nachteil aufzählst erspart man sich, wenn man es weiterhin als Dieselnetz ausschreibt?
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