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Zukunft der U1
geschrieben von Nukebro 
Zukunft der U1
22.01.2026 15:22
Die U1 ist Nürnbergs älteste U-Bahn-Linie und die einzige bundesweit die zwei Großstädte miteinander verbindet. Seit in Fürth die Pläne für eine Station "Kieselbühl" de facto "gestorben" sind, gilt sie allgemein als "fertig". Aber man hört immer wieder mal von Vorschlägen, einen Abzweig im Südosten zum Klinikum Süd zu bauen oder für eine neue Station entlang der bestehenden Strecke in der Nähe der künftigen TU Nürnberg bzw. des neuen Stadtteils "Lichtenreuth".

Auf der U1 fahren mit den G1 die neuesten Fahrzeuge im Netz, gleichzeitig ist sie die einzige fahrergesteuerte Linie. Wenn in dreißig Jahren oder so ein Ersatz der G1 ins Blickfeld rückt halte ich einen Ersatz durch automatisierte Fahrzeuge für wahrscheinlich. Allerdings könnte schon der Ersatz der DT3 bzw. DT3F auf der U2/U3 dazu führen, dass ein neues Automatisierungssystem in Nürnberg zum Einsatz kommen könnte. Ob Siemens noch einmal Fahrzeuge mit der bestehenden Technik liefern will, wage ich zu bezweifeln. Und auch die VAG täte sich meines Erachtens einen Gefallen wenn man im Jahr 2050 nicht für weitere dreißig, vierzig Jahre die Technologie der 2000er-Jahre zementiert...

Die G1 haben "Vorkehrungen" zum Einbau einer Automatik die wohl im Wesentlichen darin bestehen, dass man Platz für entsprechend Einbauten gelassen hat. Auch sollen die Fahrerkabinen angeblich einfach auszubauen sein.

Was denkt ihr, wie sieht die U1 im Jahre 2075 aus?

____________
Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Re: Zukunft der U1
22.01.2026 18:02
Zitat
Nukebro
Die G1 haben "Vorkehrungen" zum Einbau einer Automatik die wohl im Wesentlichen darin bestehen, dass man Platz für entsprechend Einbauten gelassen hat.

Das wesentliche ist, dass die G1 ein "Drive-by-Wire" System haben. Damit kann man den Zug wahlweise von einem Fahrpult oder einem Rechner fahrbefehle ausführen lassen.

Und ja, für die Rechner wurde Platz gelassen.

Zitat
Nukebro
Wenn in dreißig Jahren oder so ein Ersatz der G1 ins Blickfeld rückt halte ich einen Ersatz durch automatisierte Fahrzeuge für wahrscheinlich.

Was hat eine mögliche Automatisierung mit neuen Fahrzeugen zu tun? Das teure und aufwändige ist bei der Automatisierung die Streckeneinrichtung.

Der Typ VAG G1 basiert auf der Plattform: Siemens Inspiro, auf der weltweit einige Fahrzeuge unterwegs sind.

In der Metro Kuala Lumpur fährt dieser Typ bereits fahrerlos. In Wien soll es in den 30ern so weit sein und München fängt auch an ein CBTC System zu bauen.


Zitat
Nukebro
Allerdings könnte schon der Ersatz der DT3 bzw. DT3F auf der U2/U3 dazu führen, dass ein neues Automatisierungssystem in Nürnberg zum Einsatz kommen könnte. Ob Siemens noch einmal Fahrzeuge mit der bestehenden Technik liefern will, wage ich zu bezweifeln. Und auch die VAG täte sich meines Erachtens einen Gefallen wenn man im Jahr 2050 nicht für weitere dreißig, vierzig Jahre die Technologie der 2000er-Jahre zementiert...

Vorne weg, du scheinst Technologie und Technik zu verwechseln oder nicht zu differenzieren.

Technologisch ist größtenteils zwischen den Nürnberger Automatisierung System und den Aktuellen Siemens CBTC wenig unterschied. Letzteres basiert auf ersteren.
Technisch haben sich die Rechnergenerationen geändert, die Software wird Postcompiled konfiguriert, usw... Die grundlegende Funktionsweise ist gleich.

Grundlegend besteht so ein System aus 3 Elementen:
* Leitstelleneinrichtungen
* Streckeneinrichtungen
* Fahrzeugeinrichtungen

Der Hauptunterschied zwischen dem was in Nürnberg verbaut ist und was Siemens jetzt anbietet besteht in der Streckeneinrichtung und der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Strecke.

Die Streckeneinrichtung in Nürnberg basiert auf LZB 500 (Version 524). In den U-Bahnhöfen sieht man schön die Drahtschleifen zwischen den Schienen. Damit wird die aktuelle Position des Zugs ermittelt und eine bidirektionale Kommunikation zwischen Fahrzeug und Strecke ermöglicht.

Aktuelle CBTCs haben keine Drahtschleifen mehr. Sie nutzen Balisen zur Grundpositionsermittlung. Odometrie zur Ermittlung der aktuellen Position.
Die Kommunikation funktioniert über Funk.

Für Fahrzeuge bedeutet dies sie brauchen ein anders Lesegerät ob man eine Balise + Odometrie oder einen Linienleiter auslesen will. Und natürlich andere Aufbereitungsrechner um die Position den Fahrzeugrechner mitzuteilen. Bei der Kommunikation das gleiche.

Aber der Großteil der Fahrzeugeinrichtung ist gleich.

LZB ist technologisch nicht veraltet, sondern nur teuer: material- und arbeitsintensiv. Beim Bau einer Strecke als auch bei der Instandhaltung.

Es wurde hier mal erzählt dass es Versuche gibt einige G1 zu automatisieren. Gibt es da mehr Infos?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.2026 18:08 von Stanze.
Re: Zukunft der U1
22.01.2026 18:13
Ob Fürth da mitspielt beim automatischen Betrieb auf der U1?
Re: Zukunft der U1
22.01.2026 18:56
Zitat
Marktkauf
Ob Fürth da mitspielt beim automatischen Betrieb auf der U1?

Warum sollten sie nicht?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 02:11
Auf der U1 müßte Fürth die Kosten für ihre 7 Bahnhöfe wohl selber zahlen.

Des Weiteren würde die VAG die U1 auch erst mit Neufahrzeugen (G2?) möglicherweise auf automatischen Betrieb umstellen wollen.
Zitat
Nukebro
Zitat
Marktkauf
Ob Fürth da mitspielt beim automatischen Betrieb auf der U1?

Warum sollten sie nicht?

Weil der laufende U-Bahnbetrieb für Fürth bereits jetzt nicht ganz billig ist...
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 09:30
Zitat
subwayschorsch
Zitat
Nukebro
Zitat
Marktkauf
Ob Fürth da mitspielt beim automatischen Betrieb auf der U1?

Warum sollten sie nicht?

Weil der laufende U-Bahnbetrieb für Fürth bereits jetzt nicht ganz billig ist...

So ist es....

VAG Nürnberg
Möchte wohl ab den 30 Jahren die Automatisierung mit den neuen Fahrzeugen auf der ganzen U1.

Stadt Fürth
Wird jeden Euro mit Kopfschmerzen zahlen, den der Betrieb und Unterhalt ihrer 7 Bahnhöfe kostet.

Da muss Nürnberg noch sehr viel mit Fürth reden müssen, um Ihr Ja zu bekommen.
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 10:06
Zitat
Marktkauf
VAG Nürnberg
Möchte wohl ab den 30 Jahren die Automatisierung mit den neuen Fahrzeugen auf der ganzen U1.
Wie habe ich das zu verstehen? Ist vorher schon ein Mischbetrieb vorgesehen?

Die S-Bahn ist so schnell, der Umstieg für mich kürzer, ich fahre fast gar nicht mehr mit der U-Bahn nach Fürth und innerhalb eher mit dem Bus. Da ich so selten fahre, kann ich aber nicht beurteilen, ob ich da die Regel oder die Ausnahme bin.
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 10:07
Hat Fürth derzeit nicht am meisten Geld von allen drei Städten? ;)
Zitat
frankentux
Zitat
Marktkauf
VAG Nürnberg
Möchte wohl ab den 30 Jahren die Automatisierung mit den neuen Fahrzeugen auf der ganzen U1.
Wie habe ich das zu verstehen? Ist vorher schon ein Mischbetrieb vorgesehen? ....

Alles Spekulation und Kaffeesatz.
Man muss sich erstmal erkundigen, wie es mit dem aktuellen Automatikbetrieb weitergehen wird, welches System in Frage käme, wie aufwändig die Umrüstung der Strecke (unter rollendem Rad) dann wäre, ob man die bisherigen Fahrzeuge weiternutzen kann (dann wie, wenn nur ein System intern verbaut ist), oder man parallel dazu komplett neue Fahrzeuge beschafft und komplett von Null alles neu aufbaut. Und was dann mit den DT3Fahrzeugen passieren könnte, oder wie man die G1 einbinden könnte --> Dann fehlen künftig wieder Fahrzeuge auf der U1 ...auch, ob die U1 automatisiert werden könnte (und wie die Oberflächenabschnitte abgesichert werden müssten...!!!)
Alles nicht ganz so einfach, was da auch längerfristig bedacht werden muss.
Und vor allem wer das finanziert.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.01.2026 10:51 von subwayschorsch.
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 11:29
Langfristig spart sich die Stadt Fürth aber Geld wenn man kein Fahrpersonal mehr bezahlen muss.

Und zum Himmel offene U-Bahn-Abschnitte gibt es in etlichen Netzen automatisiert. Zum Beispiel in Kopenhagen. Das ist also nicht unmöglich.

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 11:35
Zitat
Nukebro
Langfristig spart sich die Stadt Fürth aber Geld wenn man kein Fahrpersonal mehr bezahlen muss.
Ich bin kein Experte für autonomes fahren,aber was man so liest, bracuht die automatische derzeit U-Bahn "für eventuelle Notfälle" auch einiges an geschultem Fahrpersonal. Das wird ja auch immer angeführt, warum man nachts nicht durchfahren kann/will.
Zitat
frankentux
Zitat
Nukebro
Langfristig spart sich die Stadt Fürth aber Geld wenn man kein Fahrpersonal mehr bezahlen muss.
Ich bin kein Experte für autonomes fahren,aber was man so liest, bracuht die automatische derzeit U-Bahn "für eventuelle Notfälle" auch einiges an geschultem Fahrpersonal. Das wird ja auch immer angeführt, warum man nachts nicht durchfahren kann/will.

Na klar, nicht nur für "Notfälle"!
Die Technik, egal ob an Strecke oder am Fahrzeug, muss gewartet und repariert werden. Und das wird zunehmend komplexer und verlangt ausgebildete Fachkräfte.
Wobei man ein defektes Fahrzeug mit entsprechendem Personal noch von der Strecke holen kann, eine Störung an der Strecke jedoch den Betrieb komplett stilllegen könnte, dann geht garnichts mehr. Und im zitierten "Nofall" muss dann kurzfristig ein Techniker vorhanden sein. Da kann man nicht bis zum nächsten Tag warten.
Bei dem hochgelobten Automatikbetrieb verlagern sich nur die Arbeitsplätze, es werden weder weniger noch wird es unterm Strich billiger...
Zitat
Nukebro
Langfristig spart sich die Stadt Fürth aber Geld wenn man kein Fahrpersonal mehr bezahlen muss.

Und zum Himmel offene U-Bahn-Abschnitte gibt es in etlichen Netzen automatisiert. Zum Beispiel in Kopenhagen. Das ist also nicht unmöglich.

Es ist nicht unmöglich, aber erfordert einen hohen technischen Aufwand und soll sicher, aber nicht zu empfindlich sein. Und muss die deutsche Bürokratie und Sicherheitsbestimmungen erfüllen... das dauert und kostet.
Wie oft heißt es "Auslösung einer Sicherheitseinrichtung"... dann steht der Betrieb erstmal.
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 12:46
Wenn der automatische Betrieb angeblich teurer ist, warum ist er dann beim Neubau mehr und mehr die Regel?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Wenn der automatische Betrieb angeblich teurer ist, warum ist er dann beim Neubau mehr und mehr die Regel?

Das hab zumindest ich nicht geschrieben. Nur, dass es nicht billiger wird.
Man ist halt betrieblich flexibler, was die Fahrzeugeinsätze betrifft und spart sich das Personal vor Ort, was Toiletten-, Raucher und gesetzlich vorgeschriebene Pausen betrifft, das auch mal krank sein darf, verschläft, längere Umsteigezeiten beim manuellen Wenden benötigt... so gesehen wirtschaftlicher. Und die Arbeitsplätze verlagern sich mehr zu Wartung.
Aber in der Grundanschaffung teuer (zumindest Rubin Nürnberg, weil komplett neu).

Doch auch bei Streiks bleibt auch der automatische Betrieb stehen, wenn die Mitarbeiter am Leitstand ihre Arbeit niederlegen.
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 15:01
Fürth ist kein Stadtteil von Nürnberg. Auch wenn sich die U-Bahn über beide Städte erstreckt, muss Nürnberg schon die Meinung der Kleeblattstadt akzeptierten.

Ich glaube Fürth sagt auch in 10 Jahren nein.
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 16:33
Zitat
Marktkauf
VAG Nürnberg
Möchte wohl ab den 30 Jahren die Automatisierung mit den neuen Fahrzeugen auf der ganzen U1.

Wie kommst du zu der Aussage?
Deine eigene Vermutung oder oder irgendwo gehört oder etwas greifbares von jemand Verantwortlichen?

So wirklich macht das wenig Sinn alles auf einmal zu machen.


Neue Leitstelle + Neue Streckenausrüstung + Neue Fahrzeuge mit ATO
Wenn man sich die neune Fahrzeuge sparen kann und die bestehenden G1 mit ATO nachrüsten kann.

Immerhin haben die G1 um die 263 Mio € gekostet und fahren hoffentlich noch 30 Jahre +
Re: Zukunft der U1
23.01.2026 17:43
Zitat
Stanze
Zitat
Marktkauf
VAG Nürnberg
Möchte wohl ab den 30 Jahren die Automatisierung mit den neuen Fahrzeugen auf der ganzen U1.

Wie kommst du zu der Aussage?
Deine eigene Vermutung oder oder irgendwo gehört oder etwas greifbares von jemand Verantwortlichen?

So wirklich macht das wenig Sinn alles auf einmal zu machen.


Neue Leitstelle + Neue Streckenausrüstung + Neue Fahrzeuge mit ATO
Wenn man sich die neune Fahrzeuge sparen kann und die bestehenden G1 mit ATO nachrüsten kann.

Immerhin haben die G1 um die 263 Mio € gekostet und fahren hoffentlich noch 30 Jahre +

Es geht doch um den Nachfolger vom DT3/DT3F.
Re: Zukunft der U1
24.01.2026 11:01
Zitat
subwayschorsch
Man muss sich erstmal erkundigen, wie es mit dem aktuellen Automatikbetrieb weitergehen wird, welches System in Frage käme...

Man kann ja den bestehenden Automatikbetrieb erstmal weiterlaufen lassen. Diese konnte schon am von Anfang mit einem weiteren Zugbeeinflussungssystem kommunizieren. (U2 PZB, U3 LZB). Für die Verbindung am Plärrer sollte doch eine Kommunikationsbrücke möglich sein.

Die neue Abstellanlage mit Kleinwartung scheint auch dafür zu sein, dass auf den Strängen U2/3 - U1 unterschiedliche Fahrzeuge untergebracht werden.

Zitat
subwayschorsch
Und was dann mit den DT3Fahrzeugen passieren könnte, oder wie man die G1 einbinden könnte...

Die DT3 sind ca. 20 Jahre alt, die DT3F ca. 15 Jahre. Ich denke vor Ende der Lebensdauer (35-40 Jahre) wird eh nicht viel passieren.

Zitat
subwayschorsch
und wie die Oberflächenabschnitte abgesichert werden müssten...!

Die Strecke an sich ist ja abgeschirmt. Man kommt nur von oben rein, also Vögel. Bei großen Vögel wie Gänse und Störche ist es eher unwahrscheinlich, dass sie auf Schotter oder Beton landen um Futter zu suchen. Eher Vögel wie Tauben, Krähen, Falken usw... Naja, wenn sie meinen da reinzufliegen, der Zug sollte es problemlos überstehen.

Und die Bahnsteige muss man absichern. Da auch eine Taube bei ausgebreiteten Flügel eine Fläche wie ein Kleinkind darstellen kann, taugt das bisherige Lidarsystem eher nicht. Vermutlich werden da Bahnsteigtüren verbaut.

Zitat
subwayschorsch
Und vor allem wer das finanziert.

Das ist wohl die entscheidende Frage!

Zitat
subwayschorsch
...wie aufwändig die Umrüstung der Strecke (unter rollendem Rad) dann wäre,...

Aktuelle CBTCs nutzen Balisen. Der Einbau von Festbalisen ist wesentlich weniger Aufwand als die Kabelschleifen eines LZB Systems.
Ich hab das mal für die Bhf Schweinau und Hohe Marter skizziert.

Alle anderen Bauteile sind nicht direkt in den Schienen. Also Streckenrechner, Funkanlage.

Der größte Störfaktor wird wohl die Umstellung der Weichen sein.

Allgemein hab ich die Tage einen Artikel zu den Thema gelesen, der verspricht, das die Preise sinken könnten:
[www.heise.de]


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