Die S1 sollte allein aufgrund ihres Namens (üblicherweise ist die Linie 1 die wichtigste im Netz) und der Tatsache, dass sie die drei größten Städte im Netz anbinden (Nürnberg, Erlangen und Fürth) besonderes Augenmerk bekommen. Jahrelang war sie aufgrund der Situation in Fürth gefühlt die unzuverlässigste Linie im Netz. Aber auch jetzt ist es leider immer noch so, dass die Linie immer wieder durch belegte Gleisabschnitte oder Überholungen blockiert wird. Gleichzeitig ist der Verkehrsbedarf auf der Kernstrecke Nürnberg-Erlangen ungebrochen und wächst tendenziell eher noch.
Es gibt in der Schweiz den Grundsatz "Elektronik vor Beton". Deshalb zunächst einmal die Frage: kann man mit ETCS, Blockverdichtung, Computerisierung (digital sind ohnehin alle Signale, auch die aus Holz oder Blech) o.ä. noch nennenswerte Kapazitäten heben? Ich bezweifle das zwar, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren...
Dann wird natürlich die StUB in gewissen Ausmaß zur Entlastung beitragen – gewisse Relationen werden künftig mit der StUB attraktiver als mit der S1. Andererseits besteht die Gefahr dass bei Ausfall der StUB noch mehr Verkehr auf die S1 drängt als das heute bei Ausfall der Busse 20, 30 & 290 der Fall ist.
Ich sehe in folgender Reihenfolge die Prioritäten und die Wahrscheinlichkeiten dass es auch gebaut wird: vollständige Viergleisigkeit von Erlangen bis Fürth, eigene zwei S-Bahn-Gleise Fürth bis Nürnberg und zu guter Letzt, neuer S-Bahn-Strang Nürnberg-Erlangen unter Umgehung von Fürth (idealerweise auch nutzbar für den RE, der ebenfalls gut nachgefragt wird). Darüber hinaus sollte zur Entlastung des Hauptbahnhofs in Nürnberg darüber nachgedacht werden, mehr Halte in Nürnberg bei der S1 einzuführen bzw. zu reaktivieren (ich erwähne an dieser Stelle jetzt nicht meinen anderen Vorschlag zur Entlastung des Knotens Nürnberg Hauptbahnhof)
Ich weiß, dass immer wieder argumentiert wird, es gäbe doch kein Geld und dann auch immer der fränkische Minderwertigkeitskomplex dazu kommt... Aber wenn München für viel Geld eine zweite Stammstrecke bauen kann, dann kann Nürnberg/Erlangen/Fürth, welches gut halb so viele Einwohner hat wie München doch auch eine erste Stammstrecke fordern! Eine S-Bahn zwischen drei Großstädten in derartiger räumlicher Nähe zueinander ist außerhalb von NRW eher selten. Und ich denke ein zehn-Minuten-Takt sollte perspektivisch das Ziel sein. Wenn man gar nicht mehr auf Fahrpläne schauen muss, weil ohnehin binnen relativ kurzer Zeit ein Zug kommt, steigt die Attraktivität enorm. Es gibt da im Englischen den Ausdruck "frequency is freedom" – ein guter Takt ist Freiheit.
Wie seht ihr das? Würde eine S-Bahn zwischen Nürnberg und Fürth mit zwei eigenen Gleisen Tunnel erfordern? Oder bekäme man das auch oberirdisch hin?
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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!