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Megaflop RUBIN - wie geht es weiter?
geschrieben von HansL 
Die meisten wüssten vermutlich nicht was Rubin ist, wenn man wie bei dem Werbevideos der VAG im Vorfeld zur AGT Bahn in Lille einfach eine beliebige Oma fragt die einmal alle 7 Wochen U-Bahn fährt, wird die erzählen, dass alles gut und schön ist, fragt man die regulären Pendler die das immer fahren, wird man wahrscheinlich jede Menge Horrorstories hören wo es nicht funktioniert hat.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.03.2026 12:47 von Daniel Vielberth.
Zitat
Daniel Vielberth
Die meisten wüssten vermutlich nicht was Rubin ist, ...

RUBIN = "Realisierung einer automatisierten U-Bahn in Nürnberg"

Mit Rubin wird das Projekt zur Planung, Bau und Einführung der automatisierten U-Bahn bezeichnet und nicht die automatisierte U-Bahn an sich. Es ist auch keine Marke wie einer mal kolportiert hat.
Zitat
Stanze
Zitat
Daniel Vielberth
Die meisten wüssten vermutlich nicht was Rubin ist, ...

RUBIN = "Realisierung einer automatisierten U-Bahn in Nürnberg"

Mit Rubin wird das Projekt zur Planung, Bau und Einführung der automatisierten U-Bahn bezeichnet und nicht die automatisierte U-Bahn an sich. Es ist auch keine Marke wie einer mal kolportiert hat.

Ist doch egal, ob es eine Vermarktung unter diesem Namen gab. Oder ob es damit nur naiven Auftraggebern angedreht wurde.
Die Ergebnisse sprechen für sich: es war einer der größten Flops des Jahrhunderts!
Oder möchten Sie das ernsthaft bestreiten?
"Einer der größten Flops des Jahrhunderts"....

Drunter tun wir's nicht?

Vielleicht wäre ein wenig verbale Abrüstung angeraten...

Ich fände übrigens mal interessant ob andere U-Bahn-Automatisierungen von einer lauten Minderheit negativ gesehen werden...

____________
Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
HansL
Die Ergebnisse sprechen für sich: es war einer der größten Flops des Jahrhunderts!

Das sehe ich nicht so. Den 400s-Takt auf der U2 im Mischbetrieb (bis ca 2011?) fand ich immer nervig. Ohne Automatisierung gäbe es auf der U3 am Wochenende bestimmt keinen 5-Minuten-Takt.

Und ich finde es sehr angenehm, dass außerhalb des Schülerverkehrs die Bahnen i.d.R. doch auf die Sekunde exakt fahren. Zu frühe Abfahrten sind ganz ausgeschlossen.

Zudem laufen die Beschleunigungs- und Verzögerungsphasen wunderbar ohne Geruckel ab.
Wenn es wirklich ein Flop gewesen wäre, müsste man ja die Frage beantworten, ob man nicht von anderen Betrieben lernen kann und deren System übernehmen. Wenn 2035 eh neue Technik benötigt wird wäre das ja die güldene Gelegenheit "jetzt gleich was gescheites" zu verbauen.

Oder geht es gar nicht darum, die beste U-Bahn, die in Nürnberg möglich ist zu bekommen?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Wenn es wirklich ein Flop gewesen wäre, müsste man ja die Frage beantworten, ob man nicht von anderen Betrieben lernen kann und deren System übernehmen. Wenn 2035 eh neue Technik benötigt wird wäre das ja die güldene Gelegenheit "jetzt gleich was gescheites" zu verbauen.

Oder geht es gar nicht darum, die beste U-Bahn, die in Nürnberg möglich ist zu bekommen?

Erst mal eine Bewertung: was kostet es, was bringt es? Lohnt sich die Automatisierung? Oder würde ein Zugleitsystem billiger das Gleiche bringen.
Wenn Umstellung auf andere Automatisierung, dann sollte man über Bahnsteigtüren nachdenken. Dann wäre man die größte Schwachstelle, die komplizierte Bahnsteigüberwachung los.
Zitat
spuernase
Zitat
HansL
Die Ergebnisse sprechen für sich: es war einer der größten Flops des Jahrhunderts!

Das sehe ich nicht so. Den 400s-Takt auf der U2 im Mischbetrieb (bis ca 2011?) fand ich immer nervig. Ohne Automatisierung gäbe es auf der U3 am Wochenende bestimmt keinen 5-Minuten-Takt.

Und ich finde es sehr angenehm, dass außerhalb des Schülerverkehrs die Bahnen i.d.R. doch auf die Sekunde exakt fahren. Zu frühe Abfahrten sind ganz ausgeschlossen.

Zudem laufen die Beschleunigungs- und Verzögerungsphasen wunderbar ohne Geruckel ab.

Es spricht ja nichts dagegen, das oben beschriebene mit Halbautomatik zu erreichen. Oder mit einer vernünftig konzipierten Vollautomatik.
Als Megaflop bezeichne ich RUBIN, weil es erst um Jahre verzögert eingesetzt werden konnte. Dann nie das Versprochene geleistet hat. Und man jetzt nach wenigen Jahren halbwegs funktionierenden Betriebs schon wieder über den Ersatz des Systems nachdenken muss.

Es bringt wenig, nur über vergangene Fehler nachzudenken. Ohne daraus für künftiges zu lernen. Mit ehrlicher Analyse, was erreicht werden kann. Und was nicht. @Daniel hat sehr gut beschrieben, auf was zu achten ist.
Auf keinen Fall sollte man wieder auf einen Anbieter hereinfallen, der das Blaue vom Himmel herunter verspricht. Ohne Chance, das Versprechen zu halten.

NB: dieses Thema findet allgemein große Beachtung. Wenn man sucht, kommen überraschend viele Treffer mit Titel "Megaflop Rubin" und ähnlichem.
Das Thema war und ist ergiebiger, als ich dachte. Es fand viel Resonanz, wie ich an einigen sehr qualifizierten Antworten erkennen kann, die ich bekam. Danke an alle, die hier engagiert mitdiskutiert haben. Das hat diesem Thema und dem ganzen Forum erstaunlichen Zulauf gebracht.

Vor allem, wie sehr die Zeit drängt, jetzt eine Nachfolgelösung für dieses System zu implementieren, hat mich erschüttert. Bis 2035 scheint die Zeit zwar noch lang. Aber wenn man sich ansieht, was bis dahin geschehen muss, sieht es ganz anders aus. Jetzt muss man schleunigst entscheiden, was man will und ein Pflichtenheft erstellen. Erst wenn man das hat, kann eine Ausschreibung beginnen. Und erst dann kann man an den Systementwurf gehen und am Ende das Ganze implementieren.

Was gilt es festzulegen und zu klären:
1. Soll die neue Lösung für das gesamte Netz kommen?
2. Sollen Erweiterungen auf nicht abgesicherten Trassen möglich sein?
3. Wie will man mit den Spitzenlasten künftig umgehen?
4. Welche Lösungen will man an den Linienverzweigungen haben?
5. Für welchen Takt soll die gemeinsame Strecke tauglich sein?
6. Was soll mit den vorhandenen Fahrzeugen geschehen?
7. Wann will man welche Neufahrzeuge beschaffen?

Ja, und sicher muss man auch entscheiden, ob und wieweit man künftig noch auf eine wie auch immer geartete Automatisierung setzen will.

Da werden sicher schon Zuständige darüber nachdenken, wie man dies lösen möchte. Darüber erfährt man leider meines Wissens bisher nichts.

Interessant wäre sicher, wie man sich den Betrieb ab 2035 vorstellt. Und wie man dahin kommen will. Dieses Thema ist somit noch längst nicht abgeschlossen.
Eine große Schwäche von RUBIN war, dass das System nicht auf der U1 zum Einsatz kommen konnte. Eigentlich ein Witz: 3 Linien mit 2 wenig kompatiblen Systemen. Ein Grund: die aufwändige bisherige Bahnsteigüberwachung funktioniert nicht in oberirdischen Bahnhöfen.
Diesen Kardinalfehler sollte man sicher nicht wiederholen. Das führt zur ersten Entscheidung: soll es künftig Vollautomatik auf allen 3 Linien geben? Oder begnügt man sich mit einer Halbautomatik?
Sinnvolle Vollautomatiken gibt es viele auf der Welt. Erfolgreiche Systeme setzen auf Bahnsteigtüren und ersetzen so die untaugliche Überwachung des Bahnsteigs. Auch wenn sich Schülermassen dort drängen, die Züge müssen bei der Einfahrt nicht wie jetzt auf Schrittgescheindigkeit herumtergebremst werden. Und Werkstattzüge bleiben nicht vor dem Bahnhof stehen, sondern können mit dem höchst möglichen Tempo durchfahren.
Oder man fährt Halbautomatik. Die Fahrer sind nur noch für Notbremsungen und für den reibungslosen Fahrgastwechsel zuständig, bleiben aber immer an Bord. Dafür könnte man sich KUSSler und vielleicht auch Personal in der Leitstelle sparen.
Das müsste man bewerten und durchrechnen. Und bald dieses erste Grundsatzentscheidung treffen.
Gibt es weltweit irgendwo ein Beispiel wo man von GoA4 nach mehreren Jahren im Betrieb auf ein anderes System gewechselt ist, welches einen geringeren Automatisierungsgrad hat?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Frage: Ist irgendeiner von uns schon jemals in dem Bahnhof gestanden, wo es gerade eine "Sicherheitsauslösung" gab, und hat mit eigenen Augen gesehen das das Problem von den BGÜ-Leisten kam, z.B. durch eine fiegende Taube, oder Schüler, die sich auf die Bahnsteigkannte gesetzt haben oder ist das alles nur Vermutung? Wobei letzterer Fall ja auch völlig zurecht eine Auslösung und keine Fehlfunktion wäre. Und ersterer: Ich habe in den Fällen wo ich Tauben im Gleistrog habe fliegen sehen, nie nachher die Durschsage "Auslösung einer Sicherheitseinrichtung" gehört, und stand noch nie auf dem betroffenen Bahnhof wenn es passierte und die Durchsage kam. Ich weiß aber sehr wohl aus vor Automatik Zeiten von dumm-Geborenen, mit etwas zu viel Körperkraft dafür um zu weniger Verstand, die damals am Nordostbahnhof einen Ball von Bahnsteig gegen Hintergleiswände schossen, der Ball flog natürlich nicht zum Bahnsteig zurück, derjenige ist ein Gleis gehüpft, holt seinen Ball aus dem Gleis, hat es tatsächlich mit einem Sprung wieder auf den Bahnsteig geschafft, und das selbe noch zweimal gemacht. Und das ist ein Fall, der früher eben undetektiert geblieben wäre, bei dem heute aber die U-Bahn völlig zurecht angehalten würde, und so jemand heutzutage hoffentlich in die Gummizelle käme.

Es gibt wesentlich mehr Dinge, dieSicherheitsauslösungen verursachen können, Auslösungen der Kontakte an den Notausgängen, die Türkontakte die den Zuggang zu Betriebsräumen bzw die Zwischentüren die Betriebsräume wiederum von den Sicherheitsstegen im Tunnel trennen, genausogut könnte auch in einem Wagen eine Türnotentblockierung betätigt werden. Bevor hier die BGÜ-Leisten permanent beschuldigt werden Fehlauslösungen zu haben, die Ursache allen Übels zu sein, möchte ich wenigstens EINEN Beweis dafür. Bislang finden sich hier nur Vermutungen vor.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.03.2026 12:17 von Daniel Vielberth.
Bisher sind auch die oberirdischen Streckenteile der U1 in Langwasser und Muggenhof gegen Betreten abgesichert. Dies macht die Überwachung für automatischen Betrieb einfacher.

Jetzt werden hier auch Erweiterungen Richtung Großhabersdorf und Gräfenberg diskutiert. Vor allem für letzere ist nicht vorstellbar, dass angesichts der vielen Bahnübergänge, die sicher nicht alle verschwinden werden, eine komplette Absicherung der Trasse gegen Betreten möglich sein könnte. Was unter anderem auch die Frage aufwirft, wie die Fahrzeuge ihren Strom bekommen. Über durchgehende seitliche Stromschiene sicher nicht.

Aber auch in Hinsicht Automatisierung: Vollautomatierung wird auch 2035 unter dieser Voraussetzung noch nicht möglich sein. Da muss weiterhin vorne ein Fahrer steuern. Wenn man davon ausgeht: Gibt es dann Sinn, im Zentrum auf Vollautomatisierung zu setzen? Oder verzichtet man darauf und lässt auch da einen Fahrer mitfahren?
Zitat
HansL
Bisher sind auch die oberirdischen Streckenteile der U1 in Langwasser und Muggenhof gegen Betreten abgesichert. Dies macht die Überwachung für automatischen Betrieb einfacher.

Jetzt werden hier auch Erweiterungen Richtung Großhabersdorf und Gräfenberg diskutiert. Vor allem für letzere ist nicht vorstellbar, dass angesichts der vielen Bahnübergänge, die sicher nicht alle verschwinden werden, eine komplette Absicherung der Trasse gegen Betreten möglich sein könnte. Was unter anderem auch die Frage aufwirft, wie die Fahrzeuge ihren Strom bekommen. Über durchgehende seitliche Stromschiene sicher nicht.

Aber auch in Hinsicht Automatisierung: Vollautomatierung wird auch 2035 unter dieser Voraussetzung noch nicht möglich sein. Da muss weiterhin vorne ein Fahrer steuern. Wenn man davon ausgeht: Gibt es dann Sinn, im Zentrum auf Vollautomatisierung zu setzen? Oder verzichtet man darauf und lässt auch da einen Fahrer mitfahren?

Die Hamburger und Berliner S-Bahn fahren mit seitlicher Stromschiene und da gibt es auch Bahnübergänge. Warum soll das in Nürnberg nicht gehen?

Und was die Überwachung der Strecke angeht: Es gibt jetzt bereits Versuche den Fahrweg mittels Kamera zu überwachen. Das Erkennen von Personen auf Überwachungskameras ist inzwischen Standard. Bis wirklich mal eine Verlängerung in Richtung Großhabersdorf kommt ist die Technik bestimmt deutlich weiter als Heute und dann muss man eben schauen was geht.
Zum Glück denkt man nicht überall und nicht jeder so pessimistisch. Denn irgendjemand muss ja Mal damit anfangen neue Technik einzusetzen. Und insofern war auch Rubin sicher kein Megaflop sondern ein Innovatives Projekt das eben seine Startschwierigkeiten hatte.

So, und jetzt viel Spaß beim auf mich eindreschen, bzw. beim Löschen lassen meines Beitrags. Vielen Dank!
Zitat
marco2206
Zitat
HansL
Bisher sind auch die oberirdischen Streckenteile der U1 in Langwasser und Muggenhof gegen Betreten abgesichert. Dies macht die Überwachung für automatischen Betrieb einfacher.

Jetzt werden hier auch Erweiterungen Richtung Großhabersdorf und Gräfenberg diskutiert. Vor allem für letzere ist nicht vorstellbar, dass angesichts der vielen Bahnübergänge, die sicher nicht alle verschwinden werden, eine komplette Absicherung der Trasse gegen Betreten möglich sein könnte. Was unter anderem auch die Frage aufwirft, wie die Fahrzeuge ihren Strom bekommen. Über durchgehende seitliche Stromschiene sicher nicht.

Aber auch in Hinsicht Automatisierung: Vollautomatierung wird auch 2035 unter dieser Voraussetzung noch nicht möglich sein. Da muss weiterhin vorne ein Fahrer steuern. Wenn man davon ausgeht: Gibt es dann Sinn, im Zentrum auf Vollautomatisierung zu setzen? Oder verzichtet man darauf und lässt auch da einen Fahrer mitfahren?

Die Hamburger und Berliner S-Bahn fahren mit seitlicher Stromschiene und da gibt es auch Bahnübergänge. Warum soll das in Nürnberg nicht gehen?

Und was die Überwachung der Strecke angeht: Es gibt jetzt bereits Versuche den Fahrweg mittels Kamera zu überwachen. Das Erkennen von Personen auf Überwachungskameras ist inzwischen Standard. Bis wirklich mal eine Verlängerung in Richtung Großhabersdorf kommt ist die Technik bestimmt deutlich weiter als Heute und dann muss man eben schauen was geht.
Zum Glück denkt man nicht überall und nicht jeder so pessimistisch. Denn irgendjemand muss ja Mal damit anfangen neue Technik einzusetzen. Und insofern war auch Rubin sicher kein Megaflop sondern ein Innovatives Projekt das eben seine Startschwierigkeiten hatte.

So, und jetzt viel Spaß beim auf mich eindreschen, bzw. beim Löschen lassen meines Beitrags. Vielen Dank!

Warum sollte ich das Löschen Ihres Beitrags beantragen? Oder auf Sie eindreschen? Wenn er sachlich bleibt und ohne persönliche Angriffe?

Ich weiß, dass es in Berlin seitliche Stromschienen gibt. Und Diskussionen dazu zur Sicherheit. Ich möchte die Diskussion nicht erleben, wenn ein spielendes Kind mal nachsehen wollte, was diese komischen seitlichen Kästen verbergen. Dass man bei älteren Strecken noch Bestandsschutz gelten lässt, mag ja sein. Aber eine ganze Neubaustrecke damit ausrüsten. Kann mir nicht vorstellen, dass sich hier in Bayern ein Verantwortlicher darauf einlässt.

Autonomes Fahren wird selbst für Autos in den USA schon in der Praxis erprobt. Und es werden bereits autonom fahrende S-Bahn-Züge nach Skandinavien geliefert. Auch für nicht isolierte Strecken. Zu möglichen Einsätzen auch für in Deutschland befindlichen Strecken befragt, kamen überwiegend skeptische Antworten. Gerade auch von den zuständigen Gewerkschaften. Diese Skepsis teile ich durchaus. Ich halte es für keine gute Idee, auf unabgesicherten Überlandstrecken Züge autonom fahren zu lassen.

Aber wenn es einen Umschwung im Sicherheitsdenken in diese Richtung geben soll: dann müsste man jetzt über eine Änderung der einschlägigen Vorschriften nachdenken. Denn die Änderungen müssten in Kraft sein, bevor man die konkreten Grundsatzentscheidungen trifft.

Aber wie sehen Sie es: wäre es eine gute Idee, jetzt damit zu beginnen, Lokführer Schritt für Schritt durch Automaten zu ersetzen?
Zitat
HansL

Aber wie sehen Sie es: wäre es eine gute Idee, jetzt damit zu beginnen, Lokführer Schritt für Schritt durch Automaten zu ersetzen?

Irgendwann wird das wohl kommen. Eins nach dem anderen.Aber sicher nicht von Heute auf Morgen. Und Geschlossene Systeme wie U-Bahnen bieten sich da eben als "Einstieg" in solche Techniken an. Gerade auch wenn es erstmal nur ein Teil des Netzes ist. Dann kann man wenn es wirklich nicht Funktioniert auch recht einfach wieder zurückrudern.

Im Fall einer Verlängerung der U-Bahn Richtung Großhabersdorf sollte man realistisch gesehen aber mindestens von 10 Jahren schon einmal ausgehen bis da überhaupt mal mit konkreten Planungen losgehen könnte. Die Mühlen der Politik mahlen Langsam wenn es um den Ausbau der Infrastruktur geht. Für Planung und Realisierung kann man wohl mindestens nochmal 10 Jahre rechnen. Ein komplett fahrerloser Betrieb mit Automatischer Fahrwegüberwachung ließe sich sicher auch während der Detailplanung noch problemlos berücksichtigen.
Und ich gehe mal davon aus das man grundsätzlich Technisch bei künftigen U-Bahn Projekten einen zumindest Teilautomatischen Betrieb immer berücksichtigen und sehr oft auch realisieren wird. Und wenn es nur noch um die Fahrwegbeobachtung geht dann braucht man dafür wenn alles vorbereitet ist am Ende nur noch Fahrzeuge die das "können".

Nochmal kurz zur Stromschiene, wenn auch oben nicht im Zitat:
U-Bahn Fahrzeuge als BEMUs wurden bereits bei dem Thema zur U-Bahn nach Gräfenberg ins Spiel gebracht und die wären nach Großhabersdorf noch viel einfacher einzusetzen als nach Gräfenberg (Grund sind viel weniger Steigungen auf der Strecke nach Großhabersdorf und damit weniger notwendige Akkukapazität).



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.03.2026 10:47 von marco2206.
an marco2206

> Die Hamburger und Berliner S-Bahn fahren mit seitlicher
> Stromschiene und da gibt es auch Bahnübergänge.
> Warum soll das in Nürnberg nicht gehen?

In Berlin wurde sogar (das hab ich auch schon oft hier im Forum erwähnt) noch 2017 neu ein ebenerdiger Überweg über Gleise mit Stromschiene neu angelegt (Bf Strausberg neuer Bahnsteigzugang). Wenn sogar neu sowas durchzukriegen ist, und sogar Berlin das hinkriegt, wäre es bei uns auch machbar, wobei ich Gebersdorf bis Zirndorf-Leichendorf eh so planen würde, das es den Kriterien einer Voll-U-Bahn entspricht, hinter Leichendorf kann man den Takt ggf so schwächen, das auch Bahnübergange zumutbar würden.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Daniel Vielberth
an marco2206

> Die Hamburger und Berliner S-Bahn fahren mit seitlicher
> Stromschiene und da gibt es auch Bahnübergänge.
> Warum soll das in Nürnberg nicht gehen?

In Berlin wurde sogar (das hab ich auch schon oft hier im Forum erwähnt) noch 2017 neu ein ebenerdiger Überweg über Gleise mit Stromschiene neu angelegt (Bf Strausberg neuer Bahnsteigzugang). Wenn sogar neu sowas durchzukriegen ist, und sogar Berlin das hinkriegt, wäre es bei uns auch machbar, wobei ich Gebersdorf bis Zirndorf-Leichendorf eh so planen würde, das es den Kriterien einer Voll-U-Bahn entspricht, hinter Leichendorf kann man den Takt ggf so schwächen, das auch Bahnübergange zumutbar würden.

Die Geschichte in Straußberg ist mir geläufig. Da fährt halt schon lange die Bahn ungesichert mit Stromschiene durch schwach besiedeltes Gebiet. Mich wundert zwar, dass da immer noch ein neuer Bahnübergang genehmigt wird. Das geht wohl wegen Bestandsschutz. Die Eltern an der Strecke hatten ja genügend Zeit, ihre Kinder vor dieser Gefahr zu warnen. Offensichtlich erfolgreich.

Aber eine Strecke neu wie die nach Gräfenberg mit dieser Technik auszubauen? Da gibt es einen Aufstand der Eltern in den angrenzenden Wohnvierteln. Zu Recht. Es darf nicht sein, dass man ohne Not neue Gefahrenquellen schafft. In Bayern gibt es da m.E. Vorschriften, die den Neubau seitlicher Stromschienen neben ungesicherten Trassen wirksam verhindern.

Ich denke auch: Wenn Strom bis Gräfenberg, so ist BEMU das Mittel der Wahl.
Wie viele Menschenleben man retten könnte, wenn man innerorts generell Tempo 30 hätte und jede Landstraße einen baulich getrennten Fuß- und Radweg hätte...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zum Thema Bahnübergang und Stromschiene: mir ist nicht bekannt, dass die Neuanlage von Stromschienen an BÜs verboten wäre oder besondere Sicherheitsvorschriften gelten. Schwierig ist eher, Bahnübergänge an sich neu anzulegen. Strausberg war auch nur möglich, weil es nur um Fußgänger bzw. eine Reisendenquerung ging, die nicht als Bahnübergänge gelten.

Zitat
HansL
Aber eine Strecke neu wie die nach Gräfenberg mit dieser Technik auszubauen? Da gibt es einen Aufstand der Eltern in den angrenzenden Wohnvierteln. Zu Recht. Es darf nicht sein, dass man ohne Not neue Gefahrenquellen schafft. In Bayern gibt es da m.E. Vorschriften, die den Neubau seitlicher Stromschienen neben ungesicherten Trassen wirksam verhindern.

Wenn dir eine solche Regelung bekannt ist, verlink sie bitte. Ich sehe die Gefahr ehrlich gesagt nicht als besonders hoch an. In dem Moment, wo das Kind im Gleisbereich ist, ist es bereits in Gefahr.
Ansonsten sehe ich es wie Marco: für solche Überlandverbindungen wird man künftig zuerst an BEMU und dann Elektrifizierung denken. Je nach Gegebenheiten sind die 30 bis 100 jährigen Kapitalkosten identisch oder sehr, sehr ähnlich (siehe die VDE-Studie zum Dürener Netz). Dafür erspart man sich viele Kopfschmerzen mit Stromversorgung, Materialdiebstahl, Unwetter & Co.

Zitat
HansL
Sinnvolle Vollautomatiken gibt es viele auf der Welt. Erfolgreiche Systeme setzen auf Bahnsteigtüren und ersetzen so die untaugliche Überwachung des Bahnsteigs. Auch wenn sich Schülermassen dort drängen, die Züge müssen bei der Einfahrt nicht wie jetzt auf Schrittgescheindigkeit herumtergebremst werden. Und Werkstattzüge bleiben nicht vor dem Bahnhof stehen, sondern können mit dem höchst möglichen Tempo durchfahren.

Interessant wäre, ob man mit Bahnsteigtüren eine Ausnahmegenehmigung bekommt von der Regelung, dass an Bahnsteigen ohne Halt nur mit 40 vorbeigefahren werden darf.
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