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Kommt bis 2100 eine U4? Und wenn ja wo?
geschrieben von Nukebro 
Nürnberg wächst bekanntlich (was es zum Zeitpunkt, als die U1 in Langwasser eröffnet wurde, nicht getan hat) und der Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr wächst und soll das nach breitem politischen Konsens auch weiterhin tun.

Für mich ist es also offensichtlich, dass neben der Straßenbahn und der S-Bahn auch die U-Bahn wachsen soll, um künftige Verkehrsbedürfnisse abdecken zu können. Sicherlich ist nach der Vollendung der Strecke nach Gebersdorf erst einmal die Strecke nach Reichelsdorf Nord in Angriff zu nehmen, aber perspektivisch wird sich dann auch die Frage stellen, ob man nicht doch eine dritte Stammstrecke bauen sollte. Und dann auch die Frage "wo".

Ich denke auch eine verkürzte Strecke Zabo-Plärrer könnte interessant sein und mein Vorschlag für eine Ring-U-Bahn ist ja auch allseits bekannt. Was wären andere mögliche Streckenführungen?

Und ja das Datum 2100 ist nicht aus Jux und Dollerei gewählt. Es geht hier um langfristige Perspektiven nicht um "in der nächsten Stadtratsperiode geht das eh nicht weil kein Geld und will auch niemand"...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Wofür muss man denn schon wieder einen neuen Thread öffnen?! 🤔😒

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Zitat
BahnMarkus
Wofür muss man denn schon wieder einen neuen Thread öffnen?! 🤔😒

In welchen bestehenden Faden hätte ich das denn posten sollen?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Hallo Nukebro,

ich denke zwar, die Antwort, die jetzt kommt, wird die sein, die du tendenziell eher nicht wirst hören wollen, kann auch passieren, das die Forenleitung es löscht, bevor du es überhaupt lesen kannst, aber ich versuche so Wahrheitsgemäß wie möglich zu antworten, trotz aller erwartebaren Widerstände, die die nachfolgende antwort auslösen wird:

Zunächst mal gilt es festzuhalten, das die meisten Zukunftsszenarien an exat einem bestimmten Fehler kranken und deswegen unbrauchbar sind: Zukunftsprognosen werden immer auf der Prämisse erstellt "wenn alle Dinge so weiter gehen, wie bisher". Also man geht das aus, das die 1949 gegründete Bundesrepublik mit der 1949er Verfassung so exitsiert, weiter alle 4 Jahre Bundestagswahlen alle 5 Jahre Gemeinderatswahlen sind, und das alles einfach ewig ungefähr so wie jetzt weiterläuft. Europa schaut ungefähr gleich aus (+/- Ukraine vielleicht). Das ist zwar die erstrebenswerteste Zukunft, aber auch die Unwahrscheinlichste. Und gerade so Projekte wie die StuB verstärken die Zweifel noch. Ich sehe die Fragezeichen, ich erkläre es:

Wenn man sich mit den Entwicklungsphasen der Eisenbahn und städtischer Verkehrsmittel hier in Europa und auch quer über den Globus ausseinnandersetzt trifft man auf ein sehr stetes Muster, das immer, wenn die Planungen zu sehr überquellen der Optimismus zu sehr steigt und die Projekte zu groß werden, dann wieder ein kompletter Systemzusammenbruch kommt, und am Ende nichts umgesetzt wird, bzw nur kleinste Brötchen gebacken werden können. Mit den Deutschlandtakt und der StuB haben wir Prjekte, die dem Kulinationspunkt vergangener Systeme nicht unähnlich sehen und es wäre vermessen, anzunehmen, das uns diesmal nix passieren kann.

Statt dem Szenario a) mit alles geht auf ewig immer so weiter müssen wir also Zukunftsszenarian in betracht ziehen, die komplett anders sind. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit könnte das z.B auch b) sein, das es der Menschheit gelingt, sich im nächsten Weltkrieg ganz aus zu rotten (So lange es dann keine Überlebenden gibt, wäre das z.B für den Planeten das beste). Die Frage städtischer Schienensysteme stellt sich dann kaum noch. Genauso gut kann der Krieg aber auch c) rein konventionell geführt werden, und dann kommt es sehr darauf an, ob es Nürnberg dann noch gibt, wenn ja in welchen Staatsgebiet und unter welcher Besatzungs/ Schutzmacht. Sollte Nürnberg wie das letzte mal Glück haben, und in einer "guten" Zone landen, könnte das aus den Ländern mit weniger Glück einen erheblichen Zustrom bedeuten, der sich zunächst in wilden Siedelungen, dann in geplanten Wohnbau und dann in entsprechenden Erweiterungen das Nahverkehrs an Stellen, von denen wir heute noch nichtmal träumen bedeuten. Ein Vorkriegsbürger Nürnbergs hätte sich die Hochhäuser Langwassers auch nie vorstellen können. Da wir aber weder wissen, wie die Zerstörungen sein werden, noch wo dann vielleicht plötzlich kein Reichwald mehr steht, ist das ein ziemliches Stochern im Nebel, anzunehmen, wo dann was geschieht aber nicht. Um mal einen Vergleich zur Vergangenheit zu ziehen: Schon nach dem zweiten Weltkrieg hatte man überlegt, Nürnberg als Mahnmahl stehen zu lassen, und nebendrann nochmal ganz neu an zu fangen. Wer sagt uns, das man es nach dem III. nicht so macht?

Mischt man noch religiöse Endzeitvorstellungen mit rein, könnte d) danach ein reiner Aggrarweltbürgergesellschaft ohne Technik und ohne Staatsgebiete entstehen in der jegliche Städte verboten sind, und jeder Mensch zwangsweise wieder als Selbstversorger leben muss (JA, es gibt Religionen mit diesem Zukunftsbild, lustigerweise nennen die das dann Paradies), in dem die Menschen nichts mehr zu melden haben, und e) müssen wir auch Entwicklungen in Betracht ziehen, die so absurd sind, das selbst die blühenste Fantsasie nicht ausreicht, es sich jetzt schon vorstellen zu können.

Müsste ich selbst auswählen, was mir am Liebsten wäre, würde meine Reihenfolge vermutlich a - c - e- b - d sein, aber alleine schon aufgrund dessen ist es schwierig, konkrete Streckenaussagen zu machen. Man müsste immer erstmal definieren , von was für einer Zukunft man ausgeht, um dann die darauf aufbauendes Szenarien durchzuspielen. Ehrlich gesagt, glaube ich kaum, das sich hier im Forum auf diese notwendige Tiefe irgendjemand einlassen würde, außerdem kann so ein Thema schnell im Hohn und Spott derer ertrinken, die sich eine andere Zukunft als nach a) gar nicht vorstellen wollen oder können. Gerade jetzt, wo in jeglichen Bereich eine sich selbst verschärfende Zuspitzung und Eskalation sowohl der Weltpolitik bis hinunter zum Miteinnader der Menschen zu beobachten ist, sollten Gewissheiten bezüglich der Zukunft mit ziemlicher Vorsicht betrachtet werden.

Deswegen die ernsthafte Frage: Willst du da wirklich so tief reingehen, wie es das Thema erfordern würde, oder sollen nur für die unwahrscheinlichste Variante a) paar Trassen durchdekliniert werden?

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.03.2026 23:08 von Daniel Vielberth.
Wenn ich mir die Geschichte angucke, dann sind Planungen durchaus fähig Strukturbrüche, Kriege, Regimewechsel zu überleben. In Berlin plant man einige neue U-Bahnstrecken seit über 100 Jahren und die Planungen sind immer noch aktuell.
Dazwischen gab es zwei Weltkriege, eine Monarchie, 2 Diktaturen und 2 demokratische Staatssysteme. Gut, das heißt, dass eine Realisierung eher unwahrscheinlich ist, die Idee bleibt aber.

Auch wenn schlechte Zeiten kommen, kann es danach auch wieder gut werden.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
an Nemo

Ja, andererseits wäre in Berlin durchaus denkbar, das die U7 und die U9 in dieser Form nie gekommen wären, wenn es nicht die Aufsplittung in zwei quasi-Städte mit eigenen Zentren gegeben hätte. Dann wäre die H vielleicht immer noch die CII. und nur südlich Mehringdamm. Oder ein gewisses Achsenkreuz nahe dem Tiergarten wäre die neue Stadtmitte geworden - ich gehe davon aus, das dir die Dinge, auf die ich anspiele, bestimmt alle geläufig sind. Umgekehrt sind viele Kleinprofilplanungen sehr schnell obsolet geworden. Die U5 als KleinprofilAbzweig aus der U2 ebenso, wie großzügige Planungen der Schöneberger Stadtlinie unds selbst um die U2 nach Spandau ist es erstaunlich ruhig geworden.

Ich denke, unserer Generalverkehrsplan lässt sich am ehesten mit eurem 200km-Plan gleichsetzen, und beide sind typische Nachkriegskonstrukte mit ähnlichen Zielsetzungen, die aber noch keinen Krieg überdauern mussten.

Aber ich stimme dir in dem Punkt zu, das in einigen Fällen erst die Brüche in der Geschichte zu neuen Ausschlägen führten. Das ist auch der Grund, warum ich z.B ein schnelleres U-Bahnwachstum in einem Szenario nach c) annähme also bei a), eben auch weil unser Staat schon ziemlich gelähmt ist, und zu viele an zu vielen Stellen derzeit reinquatschen können und gleichzeitig im bestehenden System die Reformfähigkeit ziemlich limmitiert ist.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Nukebro
Zitat
BahnMarkus
Wofür muss man denn schon wieder einen neuen Thread öffnen?! 🤔😒

In welchen bestehenden Faden hätte ich das denn posten sollen?

Gar nicht. Das wird hier niemand mehr erleben, nicht mal mehr ich.

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Mein Blog: [www.markustippner.de]
Meines Wissens ging man beim Beschluss, die U-Bahn in Nürnberg zu bauen, davon aus, dass Nürnberg einmal 1 Mio. Einwohner haben wird. Dies ist heute aber nicht mehr absehbar. Die U-Bahn fährt zwar schon lange, die Bevölkerungszahlen haben sich dann aber kaum noch weiterentwickelt.

Tschö
UHM
Der Straßenbahn gehört die Zukunft.
gleich kommt wieder Marktkauf und behauptet das nur der Tram die zukunft gehört!!!!

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Pro S-Bahn Cadolzburg - Fürth - Nbg Nordost - Gräfenberg
Zitat
Nukebro
Nürnberg wächst bekanntlich (was es zum Zeitpunkt, als die U1 in Langwasser eröffnet wurde, nicht getan hat) und der Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr wächst und soll das nach breitem politischen Konsens auch weiterhin tun. ...

Da wurde nur ein neuer Stadtteil ans öffentliche nahrverkehr angeschlossen, mir wäre neu das wir nur neue U Bahnen bauen wenn Nürnberg wächst.
Und bis 2100, bitte wir planen doch nicht bis 2100?
Zitat
E-Biker
Zitat
Nukebro
Nürnberg wächst bekanntlich (was es zum Zeitpunkt, als die U1 in Langwasser eröffnet wurde, nicht getan hat) und der Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr wächst und soll das nach breitem politischen Konsens auch weiterhin tun. ...

Da wurde nur ein neuer Stadtteil ans öffentliche nahrverkehr angeschlossen, mir wäre neu das wir nur neue U Bahnen bauen wenn Nürnberg wächst.
Und bis 2100, bitte wir planen doch nicht bis 2100?

Äh, nein. Gerade als die U1 in Langwasser gebaut wurde gab es bei der Entwicklung der Einwohnerzahl einen Riesensprung durch den neuen Stadtteil. Nürnberg hatte 1972 erstmals mehr als 500.000 Einwohner. Und jeder dachte wohl es geht so weiter. Aber nach 1972 ging's dann erstmal bergab, erst 2017 hat man die Einwohnerzahl wieder erreicht, die man 1972 schon hatte.
Einwohnerentwicklung Wikipedia

Tschö
UHM



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.04.2026 21:10 von UHM.
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