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Fernverkehr für Lauf an der Pegnitz?
geschrieben von Nukebro 
Die Grünen haben auf BlueSky einen Gesetzesvorschlag gepostet und den mit einer KI-Grafik illustriert [bsky.app] dort sind Pläne für mehr Fernverkehrshalte eingezeichnet, in der Region unter anderem Lauf an der Pegnitz. Was haltet ihr davon? Ist es sinnvoll den ICE alle 20 Kilometer halten zu lassen? Fahren überhaupt noch Leute mit dem IC wenn der so oft hält wie ein Regio aber nicht im Deutschlandticket inkludiert ist?

Anmerkung an die Forenmoderation: eine mit KI erstellte Grafik kann kein Copyright haben da nur menschlich erstellte Werke Copyright haben.

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!


"Die Grünen"... naja...
In Lauf hält nicht mal ein RE! Und selbst in HEB nicht alle.
Man sollte bei sowas einfach realistisch bleiben.
Zitat
Nukebro
Die Grünen haben auf BlueSky einen Gesetzesvorschlag gepostet und den mit einer KI-Grafik illustriert [bsky.app] dort sind Pläne für mehr Fernverkehrshalte eingezeichnet, in der Region unter anderem Lauf an der Pegnitz. Was haltet ihr davon? Ist es sinnvoll den ICE alle 20 Kilometer halten zu lassen? Fahren überhaupt noch Leute mit dem IC wenn der so oft hält wie ein Regio aber nicht im Deutschlandticket inkludiert ist?

Wie so oft ein sinnvoller Vorschlag der Grünen, weshalb ich sie auch gern wähle.

Zwischen dem eigenwirtschaftlichen Fernverkehr und dem subventionierten Nahverkehr klafft zunehmend eine Lücke, um die sich politisch gekümmert werden sollte. Mit der absehbaren weiteren Öffnung des Fernverkehrs für weitere Betreiber, wird sich die DB offenbar wie die Wettbewerber mehr auf die Rennstrecken konzentrieren und es werden noch mehr fernverkehrswürdige Städte auf der Strecke bleiben.

Auch der Deutschlandtakt sieht ja eine Kategorie FR vor, die eher den früheren Interregios entspricht und vermutlich nicht einfach durch einen Markt verschiedener renditeorientierter Fernverkehrsrosinenpicker zustande kommen wird, aber dennoch eine sinnvolle Ergänzung zwischen dem heutigen ICE- und SPNV-Netz wäre. Die scharfe Trennung zwischen beiden Verkehrsarten hat eine Lücke gelassen, die regionalpolitisch nicht so richtig sinnvoll ist.

Wie dies mit der aktuellen Tarifrealität des Deutschlandtickets in Einklang zu bringen ist, wäre natürlich noch zu klären, aber auch hier wären ja durchaus diskussionswürdige andere Abgrenzungen denkbar, so könnte z.B. ein solcher bestellter Fernverkehr auch in das Ticket aufgenommen werden und damit die Probleme von manchen Regionalzugverbindungen, die durch das Deutschlandticket nun stärker in Richtung Fernverkehr tendieren, lindern.

Für mehr Details sei auch der Blick in den verlinkten Text empfohlen:
[www.gruene-bundestag.de]

Was mir in den Details bzw. im Gesetzesvorschlag aber auch noch fehlt, sind fixe Auswahlkriterien für die genannten Städte. Sind es z.B. Mittelstädte (ab 20000 EW) oder Mittelzentren als raumordnerische Kategorie? Solche Ansätze fände ich zumindest als gute Diskussionsgrundlage geeignet, es muss ja noch lange nicht heißen, dass künftig alle ICEs, die eine solche Stadt durchfahren, dort auch halten müssen.

Zitat
Nukebro
Anmerkung an die Forenmoderation: eine mit KI erstellte Grafik kann kein Copyright haben da nur menschlich erstellte Werke Copyright haben.

Eine gewagte These, zumal es sich ja nicht um eine allein durch die KI erstellte Grafik handelt, sondern um eine "mithilfe von KI erstellte" Grafik. In diesem konkreten Fall ist das zwar wohl ohnehin unerheblich, da es sich ja um eine Grafik handelt, die dazu konzipiert ist, geteilt zu werden, um für die Partei und den Gesetzesentwurf zu werben. Aber auch ein Foto eines Busses oder Zuges, von dem Menschen mit Hilfe der KI-Fototools auf Smartphones retuschiert wurden, zählt ja zu solchen "mithilfe von KI erstellten" Abbildungen und da sind manche Fotografen ja schon ziemlich eigen, was die Urheberrechte angeht. Auch wenn ich deren weitgehende Ansprüche nicht unbedingt teile und für mich selbst auch nicht in Anspruch nehme, sind sie auch nicht völlig von der Hand zu weisen.
Ich krieg als Parteimitglied Schmerzen bei der Grafik.

Zum einen ordnet sie Fernbahnlinien spontan der Zugkategorie IC/ICE zu, weist dann aber nichtexistente Linien aus.
Zum anderen wirkt das nicht durchdacht. Fernzüge müssen nicht überall halten, das kann auch guter Nahverkehr erledigen wie die hochwertigen RE/IRE-Verbindungen, z.B. auf der Marschbahn, am Bodensee oder eben in Ostbayern.
Zusätzlicher Fernverkehr würde das zu Grunde liegende Problem von solchen langlaufenden Nahverkehrslinien eher noch verschärfen, weil sie dann für den verspäteten Fernverkehr in die Überholung genommen werden.

Besser wäre aus meiner Sicht, die Kapazität und die Infrastruktur für diese langlaufenden Nahverkehrslinien auszubauen. Also z.B. längere Bahnsteige, längere Begegnungsabschnitte, Fahrzeuge mit höherer Kapazität, ausreichend Fahrrad- und Gepäckabstellplätze, ausreichend Toiletten für Redundanz, Anschlusssicherung in der Fläche.
einfach mal das offizielle angucken: [www.gruene-bundestag.de]

Und nicht irgend einen KI Quatsch.

Edit: auf der Seite haben sie ganz unten auch den KI Quatsch verlinkt, auch wenn er nicht in den Daten enthalten ist.

Ansonsten ist der Inhalt auch nicht wirklich durchdacht.

So Sätze wie: "Der ICE fährt durch deinen Bahnhof – halten wird er erst zwei Städte weiter. Wer in [...], Schweinfurt oder [...]wohnt, sitzt erst mal im Auto, bevor es überhaupt losgeht mit der Bahn. "
Sind Blödsinn. Zum einen liegt Schweinfurt an keiner Regulären ICE Strecke, zum anderen kann man auch mit dem RE zu einem ICE Halt fahren und muß man kein Auto nehmen. Und wenn ein ICE an jedem Sautrog hält wird er uninteressant. Das macht dann Auto und Flieger wieder interessant.

Oder: "Neue Anbieter wie Flixtrain oder Italo drängen auf den Markt, und das kann gut für dich sein: bessere Angebote, günstigere Preise."

Das sind reine gewinnorientierte Firmen, die DB zumindest noch etwas den Anspruch ganz Deutschland zu erschließen. Ich teile die Befürchtung dass mit den Markteintritt von Italo das Angebot inder Fläche geringer wird.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.08.2026 17:20 von Stanze.
Danke für den Link.
Frei nach Ludwig Toma muß der Fernverkehr imo nicht überall halten, wo mal ein Abgeordneter gewohnt hat. Oder nach welchen Kriterien wurden die Orte ausgewählt?
Speziell in Franken würde mir eher Bayreuth fehlen - der einzige Sitz einer Bezirksregierung in Bayern ohne direkte Bahnverbindung nach München, wenn man schon Metropolen wie Kirchenlaibach (nach veralteten Daten in Wikipedia 842 Einwohner) in die Liste aufnimmt.

LG frankentux



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.08.2026 17:20 von frankentux.
Zitat
frankentux
Danke für den Link.
Frei nach Ludwig Toma muß der Fernverkehr imo nicht überall halten, wo mal ein Abgeordneter gewohnt hat. Oder nach welchen Kriterien wurden die Orte ausgewählt?
Speziell in Franken würde mir eher Bayreuth fehlen - der einzige Sitz einer Bezirksregierung in Bayern ohne direkte Bahnverbindung nach München, wenn man schon Metropolen wie Kirchenlaibach (nach veralteten Daten in Wikipedia 842 Einwohner) in die Liste aufnimmt.

Kirchenlaibach ist Bahnknoten. Bayreuth nicht. Wenn man eine NBS bauen würde, wäre Bayreuth vermutlich groß genug für einen Bahnhof aber nicht groß genug für eine signifikante Abweichung von der "Ideallinie". Ob dann ein "Rübenbahnhof" außerhalb von Bayreuth die bessere Lösung wäre? Mit einigen wenigen Zügen am Tagesrand die tatsächlich den alten Hauptbahnhof anfahren? Wobei ja auf den Relationen von Nürnberg nach (Nord)Osten leider eh keine Neubaustrecken in der Diskussion sind...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Es geht doch bei dem Vorschlag um eine bessere Anbindung der Region - aber welcher Region und wohin?
Davon abgesehen, dass wir einen schnellen FV Nürnberg-Prag eher nciht erleben werden und ob der dann an den im Plan eingezeichneten potentiellen Halten vorbeikommt, steht nochmal auf einem anderen Blatt.

LG frankentux
Zitat
frankentux
Es geht doch bei dem Vorschlag um eine bessere Anbindung der Region - aber welcher Region und wohin?

Es geht ja vor allem erstmal um ein bundesweites prinzipielles Konzept und weniger darum, welcher einzelne Bahnhof exakt von welcher Linie bedient werden würde.
Zitat
Nukebro

Kirchenlaibach ist Bahnknoten. Bayreuth nicht.

Mit dem Argument fehlen aber dann trotzdem Halte in westentlich größeren Bahnknoten.

Früher haben, zumindest in Tagesrandlage, IC in Fürth gehalten.Da kann man bei Umsteigen Verbindungen schnell mal 20 Minuten sparen wenn man in Fürth statt Nürnberg schon in den Fernzug steigen kann.
Der Knoten Treuchtlingen, an dem nach wie vor ein paar ICE halten viele aber auch nur durchfahren und dann in Donauwörth halten, taucht in der Karte gar nicht auf. Viele Reisende könnten allgemein sicher auch durch halte am Rand der Großstädte profitieren und dadurch Reisezeit sparen. In München gibt es das in München Ost und in München Pasing. Von Nürnberg her kommend hat man diese Möglichkeit nicht. Man hat nichtmal regelmäßig in Ingolstadt einen schlanken Anschluss an den RE1. Und selbst wenn, dann hält der am Rand von München nur in Petershausen, nicht aber in Dachau.
Zitat
Lopi2000
Zitat
frankentux
Es geht doch bei dem Vorschlag um eine bessere Anbindung der Region - aber welcher Region und wohin?

Es geht ja vor allem erstmal um ein bundesweites prinzipielles Konzept und weniger darum, welcher einzelne Bahnhof exakt von welcher Linie bedient werden würde.

Ein wirklich durchdachtes Konzept kann ich beim Blick auf diese Karte beim besten Willen nicht erkennen.
Zitat
marco2206
Zitat
Lopi2000
Es geht ja vor allem erstmal um ein bundesweites prinzipielles Konzept und weniger darum, welcher einzelne Bahnhof exakt von welcher Linie bedient werden würde.

Ein wirklich durchdachtes Konzept kann ich beim Blick auf diese Karte beim besten Willen nicht erkennen.

Wie schon erwähnt, die Karte ist AI-Slop und für social media gedacht.

Das Konzept wird auch in diesem Zeit-Artikel vorgestellt: Was, wenn kein ICE mehr in Münster und Bamberg hält?

»Wir dürfen nicht abwarten und hoffen, dass alles gut geht, sondern müssen früh Regeln schaffen, die ein breites Angebot in der Fläche sicherstellen«, sagt Matthias Gastel. Der Bahnexperte der Grünen hat das Konzept maßgeblich entwickelt.

...

Gelingen soll das so:
Der Bund gründet eine GmbH, die definiert, welche Städte künftig einen Fernverkehrsanschluss bekommen sollen. Außerdem macht sie Vorgaben zu Streckenverläufen und zur Taktung. Wo braucht es Sprinter-Verbindungen ohne Halte in der Provinz? Wo Züge, die gerade ländliche Räume anbinden sollen? Maßgeblich dafür soll der Deutschlandtakt sein.


...

Der Bund soll steuern
Denn das staatliche Unternehmen soll gemeinsam mit der Deutschen Bahn, Flix, Italo und allen weiteren interessierten Bahnunternehmen künftig besprechen, welche der geplanten Verbindungen und Anschlüsse sich aus Ticketverkäufen finanzieren lassen.
Ist der eigenwirtschaftliche Betrieb auf einer geplanten Strecke nicht möglich, soll dann im ersten Schritt die Schienenmaut gesenkt werden, die Eisenbahnunternehmen zahlen müssen, um auf dem deutschen Schienennetz zu fahren. Das Kalkül dahinter: Wenn die Kosten für den Betrieb sinken, können Bahnunternehmen die Verbindungen auch anbieten, wenn die Nachfrage nicht so groß ist.


Ja, es gibt einen Bedarf für ein B-Netz im Fernverkehr.
Früher gab es IR, IC und IC2, die alle Schritt für Schritt eingestellt wurden, bzw. ICEs, die nördlich von Hannver / Hamburg und südlich von Augsburg / München in die Feriengebiete fuhren und so umsteigefreie Verbindungen boten.
Insofern gehe ich mit den Grünen mit.

Verbindungen wie der Mü-Nü-Express und der RE200 von Nürnberg nach Erfurt gelten als Nahverkehr, der von den Ländern bestellt und bezahlt wird. Ob man die zugunsten eines neuen Fernverkehrs dann aufgibt?

Ob man dann die „Franken-Sachsen-Magistrale“ wirklich in Lauf, Kirchenlaibach und Reichenbach (19.000Ew) halten lassen sollte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das ist ja die Crux - die bestehende Trasse ist kurvig, langsam (Der Drops mit der Neigetec is mMn gelutscht) und führt an Bayreuth vorbei.

Genauso fragwürdig ist die wirklich fehlende Mitte-Deutschland-Verbindung: Ein Schnellverkehr zwischen den Bahnhöfen der Thüringer Städtekette von Eisenach bis Gera und evtl. weiter nach Zwickau und Chemnitz tut Not. Ob ein solcher Zug dann in Stadtroda (6.700Ew), Schmölln (13.000Ew), Hohenstein-Ernsthal (13.000Ew) halten sollte, bezweifel ich.

Denn dann würde meine Nachbarin fragen, warum der „ICE“ in Lauf hält, aber nicht in Röthenbach (12.481Ew). :-)

Herzliche Grüße - euer Laufer,
der sich jetzt überlegt, ob der ICE rechts oder links der Pegnitz halten soll.
Hallo allseits,

also letztlich gibt es nur einen Punkt, wo ich den Grünen so halbwegs zustimme, nämlich, das der Fokus eigentlich schon lange nicht mehr auf schneller höher weiter liegen sollte, sondern die Erschließung der Fläche endlich mal Priorität haben sollte. Das war und ist der Größte Fehler der Bahn und immer noch nciht korrigiert, Mein Paradebesipiel dafür war, wo man den meistgefragten Schüler-RE einer Relation einfach mal zugunsten eines ICE-Sprinter gekillt hat, wo mit Sicherheit mehr Kunden vergrault wurden, als jetzt im Sprinter sitzen. Da hätte aber auch die Bahn noch was zu lernen, die mit ihrer Werbung und Aktionen auch stets auf die Einmal-Fahrgäste des Fernverkehr ziehlt, die Bestandskunden und speziell Pendler, die hingegen überwiegend im Nahverkehr sitzen hingegen als gottgegeben nimmt und letztere eher selten durch Aktionen oder Vorteile verwöhnt.

Der Satz
> Der Bund gründet eine GmbH, die definiert, welche Städte künftig einen Fernverkehrsanschluss bekommen sollen.

klingt dabei zunächst mal nach der Schaffung von bezahlten politischen Posten, die man dann ggf künftig für die Endlagerung nicht mehr verwendbarer Politiker nutzen könnte, denn wahrscheinlich kommt nie etwas dabei raus, das eine Maßnahme in der Realität zu einem benutzbaren Zug führt, sprich wir haben einfach nur neue durch den Steuerzahler bezahlte Politikerablagen geschaffen. Oder gemäß den klassischen Spruch: Wer nicht mehr weiter weiß, gründet erstmal einen Arbeitskreis".

Und selbst wenn was rauskäme: Recht viel mehr, die eine Art Bundesweiter BEG die dann Leistungen noch dem Motto "der billigste gewinnt" ausschreiben würde, kommt garantiert nicht raus, und wir alle wissen ja schon von Nahverkehr, das wer billig kauft zweimal kauft, weil dann wieder zuwenige Fahrzeuge beschafft werden, keine Reserven dasind, und der Neufahrzeugezwang gleichzeitig Fahrzeuge, die keine 25 Jahre gelaufen sind, schon auf den Schrott hauen will, sprich all das, was wir am Auschreibungswesen kennen und "lieben" erweitern wir auf weitere Anwendungsfelder.

Außerdem müssen für die zusätzlichen B-Züge erstmal Trassen da sein, da müsste man zum einen fragen, warum man diese Idee nicht in Deutschlandtakt eingebracht hat, und überhaupt ist die Frage: Wenn der Deutschlandtakt doch eigentlich die vermeintliche Bedarfsermittlung hätte gewesen sein sollen, heißt der Antrag dann, das man den Deutschlandtakt jetzt schon wieder verwirft, quasi wie unser NVEP ein Gutachten, das man erstellt hat, um mal ein Gutachten zu erstellen, was zusammen mit den anderen Gutachten verstauben darf?

Und auf die Frage zu kommen: Nein Lauf wird sicher kein Fernverkehrshalt, wenn dann würde höchstens Sinn machen, die REs halten zu lassen, aber da man mal die ganzen Blödsinnigen Halteschema-Varianten killen sollte, ist dann halt die Frage: Braucht es das wirklich bei jedem Zug, und wenn die Antwort nein ist, dann folgt daraus: gar nicht!

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.08.2026 08:36 von Daniel Vielberth.
Zitat
laufer
Zitat
marco2206
Zitat
Lopi2000
Es geht ja vor allem erstmal um ein bundesweites prinzipielles Konzept und weniger darum, welcher einzelne Bahnhof exakt von welcher Linie bedient werden würde.

Ein wirklich durchdachtes Konzept kann ich beim Blick auf diese Karte beim besten Willen nicht erkennen.

Wie schon erwähnt, die Karte ist AI-Slop und für social media gedacht.

Das Konzept wird auch in diesem Zeit-Artikel vorgestellt: Was, wenn kein ICE mehr in Münster und Bamberg hält?

»Wir dürfen nicht abwarten und hoffen, dass alles gut geht, sondern müssen früh Regeln schaffen, die ein breites Angebot in der Fläche sicherstellen«, sagt Matthias Gastel. Der Bahnexperte der Grünen hat das Konzept maßgeblich entwickelt.

Das Konzept habe ich mir zugegeben nicht durchgelesen.
Aber selbst wenn da tatsächlich schlüssiges drin steht dann sollte man das auch vernünftig präsentieren. Diese Grafik macht das ehr nicht.

Ja, vielerorts fehlt einfach der Inter Regio als Zuggattung. Zwar gibt es stattdessen oft Langlaufende RE. Aber an die früheren IR kommen diese oftmals nicht heran. Sei es, weil die RE von der Kapazität und Auslastung her lange Strecken weniger angenehm machen, oder aber auch die Haltepolitik.

Ich denke da gerade speziell an den ehemaligen IR Würzburg - Ansbach - Treuchtlingen - München.

Der RE 80 kann da meiner Meinung nach definitiv nicht mithalten. Natürlich, heute hat man vor allem wegen dem Deutschlandticket für sowas ganz andere Vorraussetzungen für so ein Angebot. Wenn das Deutschlandticket in einem neuen IR nicht gelten würde wäre die Nutzung wohl ehr gering. Andererseits fehlt jetzt ja schon Geld und es drohen bestehende Leistungen ausgedünnt zu werden. Und das muss natürlich auch alles bedacht werden wenn man tatsächlich wieder mehr Fernverkehr in der fläche haben möchte.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.08.2026 08:40 von marco2206.
Zitat
marco2206
Das Konzept habe ich mir zugegeben nicht durchgelesen.
Aber selbst wenn da tatsächlich schlüssiges drin steht dann sollte man das auch vernünftig präsentieren. Diese Grafik macht das ehr nicht.

Es ist in der Tat etwas irritierend, dass die Grafik mehr darstellt als das Konzept oder der Gesetzesentwurf unmittelbar beinhaltet.

Es geht darin zunächst mal nur um das Prinzip, die Lücke zwischen eigenwirtschaftlichem Fernverkehr und subventioniertem Nahverkehr mit einer bundeseigenen neutralen Vergabeinstitution zu schließen, die dann für diese Lücke Züge bestellt.

Jeder einzelne dargestellte Halt (oder auch nur die Kriterien für die Auswahl der Halte) stehen nicht im Konzept oder Gesetzesentwurf, vermitteln aber sicherlich den Menschen in den betroffenen Städten, dass man im Konzept auch an die Mittelstädte im ländlichen Raum denkt, die sich häufig abgehängt fühlen. Gerade im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt spielt das aktuell auch eine Rolle.

Die dargestellte Linie Aachen-Cottbus wäre z.B. für die durchfahrenen Regionen sicher ein Gewinn, würde aber im derzeitigen Markt nicht eigenständig starten, weil sie wenigstens in der Anfangszeit nicht wirtschaftlich ist. Eine solche Linie zwischen den 7 durchfahrenen Bundesländern abzustimmen, erscheint aber auch nicht realistisch.
@Daniel beim Nah- und Regionalverkehr machen ja schon die Verkehrsverbünde Werbung. Und früher gab es durchaus auch einiges an Werbung für Länder- Quer durchs Land und Wochenendtickets. Die sind jetzt halt mit dem D-Ticket (für das DB und Co. Auch Werbung machen) deutlich weniger attraktiv geworden. Ich sehe also nicht, dass DB als Konzern prinzipiell nicht gewillt wäre, Werbung für den Regionalverkehr zu machen. Und was schnelle Verbindungen vs. Fläche angeht: es ist falsch da einen Gegensatz aufzumachen. Jede Neubaustrecke ermöglicht auf den Bestandsstrecken mehr Verkehr. Und die Kostenunterschiede zwischen einer NBS für 160 und einer für 300 sind nicht so gravierend, dass sie nicht von den Nutzenunterschieden ausgeglichen werden könnten. Und wenn man sich die Frage stellt "verlagert der ICE wirklich Verkehr?" Vergleiche einfach mal die Flugpläne von NUE Anno 2018 mit Anno 2021 – VDE8 hat da zur Einstellung so mancher innerdeutschen Flugverbindung geführt. Die Seuche tat dann ihr Übriges...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Mit plakativen/aggresiven Angeboten wie "ab 6.99 durch Deutschland" (oder so ähnlich) kann die DB halt im NV nicht werben, weil sie dort den Preis nicht macht.
Zitat
Nukebro
... D-Ticket (für das DB und Co. Auch Werbung machen)
Das ist wie bei einlösen eines Rezepts in der Apotheke - der Preis ist für dich (und imo auch für die Krankenkasse) immer der selbe. Trotzdem machen manche Werbung, weil du ja vielleicht auch noch was andres kaufst oder mindestens das ohnehin nötige System mitfinanzierst.

LG frankentux



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.08.2026 17:10 von frankentux.
an Nukebro

Stammgäste für Gelegenheitsfahrgäste opfern macht in keinen Universum sinn, noch nichtmal in einer Spiegelwelt. Trotzdem hat die VDE8 zum Teil genau zu sowas geführt. Aber nichts desto trotz, ziehen wir doch mal den vorsichtigen Vergleich, wieviel für die Wiedererschließung der Fläche getan wird, im Vergleich zu den Rennstrecken. Die beiden Rennstrecken, die in letzter Zeit entstanden sind kennt jeder, wie sieht es also mit der Erschließung der Fläche seither aus?

Hier eine Tabelle reaktvierter Bahnen mit Hilfe von Gemini, ich bitte besonders auf die Spalte EIU zu achten.

"
Strecke (Abschnitt)               | Jahr      | EIU (Infrastruktur)         | EVU (Betreiber)
Mellrichstadt - Fladungen (Sond.) | 1996      | Rhön-Zügle e.V.             | Rhön-Zügle e.V.
Gessertshausen - Markt Wald       | ab 2003   | Stauden-Verkehrs-GmbH (SVG) | Staudenbahn (SVG)
Hörpolding - Traunreut            | 2006      | DB InfraGO AG               | Südostbayernbahn
Bayreuth - Weidenberg             | 2007      | DRE / BRE                   | agilis
Altenstadt (WN) - Neustadt (WN)   | 2007      | DB InfraGO AG               | DB Regio AG
Passau - Freyung (Ilztalbahn)     | 2011      | Ilztalbahn GmbH / RSE       | Ilztalbahn GmbH
Senden - Weißenhorn               | 2013      | SWU Verkehr GmbH            | DB Regio AG
Selb-Plößberg - Aš (CZ)           | 2015      | DB InfraGO AG / SŽ (CZ)     | Agilis / ČD
Gotteszell - Viechtach            | 2016/2025 | Regentalbahn AG / Netinera  | Die Länderbahn

und zur Vollständigkeit die geplanten/ auf der langen Bank / wird vielleicht irgendwann man Regelbetrieb

Strecke (Abschnitt)               | EIU (Infrastruktur)         | EVU (Betreiber)
Gunzenhausen - Wassertrüdingen    | BayernBahn GmbH             | DB Regio AG
Dombühl - Dinkelsbühl - Wassertr. | BayernBahn GmbH             | DB Regio AG
Gessertshausen - Langenneufnach   | SWU Verkehr GmbH            | BRB
Seligenstadt - Volkach-Astheim    | Mainschleifenbahn Infra GmbH| 
Maxhütte-Haidhof - Burglengenfeld | DB InfraGO AG               | 
Lohr Bf - Lohr Stadt              | DB InfraGO AG               | 
Passau - Freyung (Ilztalbahn)     | Ilztalbahn GmbH / RSE       |

Ich habe bewusst diese Form gewählt, weil dann wird es dann deutlich wird. Zum Bundesnetz (also DB InfraGo oder seinerzeit noch Netz) sind für die Wiedererschließung der Fläche genau
   2 , 5 7 5 km (Hörpolding)
+  5 , 2 3 4 km  (Selb-Plößberg bis Infrastrukturgrenze)
+  0 , 4 0 0 km (Reaktivierung Eslarner Bockel)
---------------
=  8 , 2 0 9 km

dazu gekommen, alles andere nur, wenn man ein privates EIU finden konnte, was bereit war die Strecken aus Bundesbestand heraus zu lößen und zu betreiben. Ich empfinde das als ein gewisses Missverhältnis im Vergleich zu den Schnellstrecken.

> Und was schnelle Verbindungen vs. Fläche angeht: es ist falsch da einen Gegensatz aufzumachen.

Da ist aber einer, bei Flächenerschließung durch den Bund haben sich seit wieder Strecken gebaut werden genau 8km getan, der Rest nur weil Privatbahnen gegen alle Widerstände versuchen, Trassen zu retten und zu erhalten, und dann höre ich dauernd, das Geld muss in die Schnellfahrstrecken und oder Schnellverkehre.

Man kann noch zugute halten, das auch einzelne Halte an Bestandsstrecken reaktiviert wurden, aber auch da immer noch zuwenig. Bevor man schon wieder an Schnell denkt, sollten mal die Defiizite im Nahverkehr ausgeräumt werden, nicht zu vergessen zahlreiche Kandidaten, die eigentlich Sinn machen würden, aber gar nicht in Erwägung gezogen werden wie Schnaittenbach - Amberg.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
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2 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.08.2026 00:25 von Daniel Vielberth.
Da sind aber die Neubaustrecken für S-Bahnen nicht dabei. Gerade in München wird da ja einiges an Geld in die Hand genommen. Letztlich ist es billiger, Wohnraum in den Städten zu bauen, als in jedes Dorf Bahnstrecken zu bauen. Ist aber halt politisch unbeliebt, so was zu sagen und zu fordern... Zumal auch, wie ein Forist hier zurecht schreibt, klassische Nebenbahnen als EBO-Bahn kaum mehr neu gebaut werden können. Bahnübergänge und niedrige Kurvenradien wie sie auf Nebenstrecken früher die Regel waren bekommt man heute nur noch als BOStrab genehmigt. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist weiß ich auch nicht so wirklich. Und ja Reaktivierung kann – gerade wenn Bestandsschutz greift – einiges leisten. Aber teilweise sind die Strecken halt für den Bedarf zu Kaisers Zeiten gebaut und nicht den heutigen... Hier in der Region zum Beispiel würden die meisten Leute in Höchstadt nicht unbedingt den Umweg über Forchheim nehmen, wenn man nach Erlangen will...

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