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ÖV Atlas der "Agora Verkehrswende" – Franken "abgehängt"?
geschrieben von Nukebro 
[www.agora-verkehrswende.de] der Lobbyverband "Agora Verkehrswende" hat einen "ÖV Atlas" veröffentlicht, der einordnet wie gut der ÖPNV in gegebenen Gegenden ist. Auch wenn die Stadt Nürnberg relativ gut abschneidet, sieht es in den weniger urbanen Gegenden von Franken nicht so gut aus. Was sagt ihr zu den Daten?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Wie soll man auf einer Karte auch etwas darstellen, was nur Lippenbekenntnis ist, aber keine Auswirkungen auf die gelebte Realität hat? Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, das die Karte, wenn man sie vor der sog "Verkehrswende" angefertigt hätte, genauso aussähe.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Daniel Vielberth
Wie soll man auf einer Karte auch etwas darstellen, was nur Lippenbekenntnis ist, aber keine Auswirkungen auf die gelebte Realität hat? Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, das die Karte, wenn man sie vor der sog "Verkehrswende" angefertigt hätte, genauso aussähe.

Man erkennt schon Regionen, in denen die Verkehrswende in den letzten Jahren vorankam: Dass es z.B. in Nordwestmecklenburg oder Ludwigslust-Parchim verhältnismäßig gut aussieht, ist schon Ergebnis der dortigen Angebotsoffensive. Ebenso fällt auf, dass es im schon längerfristig grün-schwarzen Baden-Württemberg in der Fläche deutlich besser aussieht als in großen Teilen Bayerns. Da der ÖPNV grundsätzlich erstmal kommunale Angelegenheit ist, spielt offenbar sowohl die jeweilige Ausrichtung im Landkreis ebenso eine Rolle wie eine mögliche Unterstützung des ÖPNV durch die Landespolitik. In vielen Regionen ist die Politik auf allen Ebenen aber offenbar nach wie vor der Meinung: "ÖPNV = Schulbus, den andere mitbenutzen dürfen, falls das Auto mal kaputt ist".
Zitat
Daniel Vielberth
Wie soll man auf einer Karte auch etwas darstellen, was nur Lippenbekenntnis ist, aber keine Auswirkungen auf die gelebte Realität hat? Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, das die Karte, wenn man sie vor der sog "Verkehrswende" angefertigt hätte, genauso aussähe.

Man hat ja durchaus bis Corona an einigen Stellen das Angebot verbessert, auch auf dem Land und dem Umland einiger Städte. Daher denke ich, dass es da schon Gegenden geben wird, die ein oder zwei Stufen nach oben geklettert sein werden. Die Grundaussage, dass man in großen Städten meistens einen sehr guten ÖPNV hat, in kleineren Städten und auf dem Land eher nicht, bleibt natürlich erhalten. Das war aber eigentlich schon immer so. Selbst die autonomen Fahrzeuge setzt man heute eher in Städten ein und nicht auf dem Land, das heißt es wird auch in Zukunft so bleiben.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Mittelfristig stellt sich angesichts der demographischen Entwicklung auch die Frage wo das Fahrpersonal für Taktverdichtungen und neue Angebote her kommen soll...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Mittelfristig stellt sich angesichts der demographischen Entwicklung auch die Frage wo das Fahrpersonal für Taktverdichtungen und neue Angebote her kommen soll...

In Sachsen-Anhalt gibt es aktuell ein langfristig angelegtes Projekt, autonomes und vernetztes Fahren im ÖPNV in der Fläche an den Start zu bringen. Gerade für den ländlichen Raum wäre dies sicherlich eine Chance. In der sehr dünn besiedelten Altmark ist man mit einem (natürlich erstmal personalintensiven) Rufbussystem in Kombination mit "großen" Buslinien schon ganz gut aufgestellt.

[mid.sachsen-anhalt.de]
Ja angesicht dessen das es mit der Sicherheit im Netz ja keinerlei Probleme gibt, und so ein System ja auch völlig Fehlerunanfällig insbesondere für Hacking ist ist, ist autonomes Fahren sicher eine sehr gute Idee... wenn wenn die Bevölkerung aktiv dezimieren will.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Nukebro
. Auch wenn die Stadt Nürnberg relativ gut abschneidet, sieht es in den weniger urbanen Gegenden von Franken nicht so gut aus. Was sagt ihr zu den Daten?

Oh welch revolutionäre Erkenntnis dieses Lobbyisten Verbands: Am Land ist der ÖPNV schlechter als in der Stadt.

Und damit es besonders Trist aussieht haben sie auch unbewohnte Gebiete mit dargestellt. Z.B die Waldgebiete zwischen Nürnberg und Erlangen mit 0 Einwohnern.


Einer der Kritikpunkte an Agora (Engergiewende) ist, dass ihre Vorschläge und Konzepte den ÖPNV am Land verschlechtern würden.


Zitat
Stanze
Zitat
Nukebro
. Auch wenn die Stadt Nürnberg relativ gut abschneidet, sieht es in den weniger urbanen Gegenden von Franken nicht so gut aus. Was sagt ihr zu den Daten?

Oh welch revolutionäre Erkenntnis dieses Lobbyisten Verbands: Am Land ist der ÖPNV schlechter als in der Stadt.

Und damit es besonders Trist aussieht haben sie auch unbewohnte Gebiete mit dargestellt. Z.B die Waldgebiete zwischen Nürnberg und Erlangen mit 0 Einwohnern.


Einer der Kritikpunkte an Agora (Engergiewende) ist, dass ihre Vorschläge und Konzepte den ÖPNV am Land verschlechtern würden.

Wer kritisiert das denn? Die Mini-ÖPNV-Unternehmen, die schon immer mit ihren beiden Schulbussen je 2 Fahrtenpaare bedienen und meinen, das sei genug ÖPNV für den ländlichen Raum, weil ein weiterer Bus ihren Investitionsspielraum sprengen würde? Oder gibt es auch ernsthafte Kritik und diskussionswürdige Hinweise?

Wer mit solchen bundesweiten Daten arbeitet, weiß, dass es ein paar kleine unbewohnte Gebiete gibt. Diese kann man entweder so darstellen wie hier gemacht oder weiß lassen. Inhaltlich macht das keinen großen Unterschied, weil es eh nur sehr wenige Gebiete sind, aber es sieht unschön aus, wenn es diese weißen Flecken gibt. Wer draufklickt, wird ja über diese kleinen Details informiert.

Übrigens gibt es auch eine Studie von 2023, mit der man die Daten vergleichen kann. Leider ist aber eine andere räumliche Ebene gewählt, so dass der unmittelbare Vergleich etwas umständlich ist.
Zitat
Lopi2000
Wer kritisiert das denn? Die Mini-ÖPNV-Unternehmen, die schon immer mit ihren beiden Schulbussen je 2 Fahrtenpaare bedienen und meinen, das sei genug ÖPNV für den ländlichen Raum, weil ein weiterer Bus ihren Investitionsspielraum sprengen würde? Oder gibt es auch ernsthafte Kritik und diskussionswürdige Hinweise?

Vorneweg, du kannst deine Arroganz, gegenüber Land bzw. deren ÖPNV-Unternehmen für dich behalten.

Die Vorschläge von Agora Energiewende wurden vielfach kritisiert, dass sie einseitig z.B. auf höhere CO₂-Preise oder den Abbau von fossilen Subventionen (z. B. beim Diesel) zu fordern, bevor verlässliche Alternativen auf dem Land existieren. Auch von verschiedenen Politikern nicht nur aus konservativen Kreisen.

Agora Energiewende waren auch die, die den sogenannten Heizungshammer entworfen haben. Die Ampel wollte diesen zwar nie in der Härte umsetzen, nichts desto trotz hat diese Lobbyisten Gruppe den so entworfen.


Zitat
Lopi2000
Wer mit solchen bundesweiten Daten arbeitet, weiß, dass es ein paar kleine unbewohnte Gebiete gibt. Diese kann man entweder so darstellen wie hier gemacht oder weiß lassen. Inhaltlich macht das keinen großen Unterschied, weil es eh nur sehr wenige Gebiete sind, aber es sieht unschön aus, wenn es diese weißen Flecken gibt. Wer draufklickt, wird ja über diese kleinen Details informiert.

Übrigens gibt es auch eine Studie von 2023, mit der man die Daten vergleichen kann. Leider ist aber eine andere räumliche Ebene gewählt, so dass der unmittelbare Vergleich etwas umständlich ist.

Man kann im 2023 Atlas reinzoomen, und dann werden auch die Detailgebiete dargestellt. Unbewohnte Gebiete werden weiß dargestellt.
Beim 2026 Atlas werden unbewohnte Gebiete genauso wie Gebiete mit schlechten ÖPNV dargestellt.

Das ist nicht nur "unschön", es verfälscht die Information. Die meisten Menschen schauen oberflächlich auf Graphiken ohne Details zu beachten.
Sind Agora Verkehrswende und Agora Energiewende nicht unterschiedliche Vereine?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Sind Agora Verkehrswende und Agora Energiewende nicht unterschiedliche Vereine?

Jein, Vereine sind beide ohnehin nicht, sondern gemeinnützige GmbHs, die beide zumindest gemeinsame Entstehungsgeschichten mit der Mercatorstiftung im Hintergrund haben, aber sich eigenständig weiter entwickeln.
Zitat
Nukebro
Sind Agora Verkehrswende und Agora Energiewende nicht unterschiedliche Vereine?

gehört beides zu Agora Think Tanks.
Zitat
Stanze
Zitat
Lopi2000
Wer kritisiert das denn? Die Mini-ÖPNV-Unternehmen, die schon immer mit ihren beiden Schulbussen je 2 Fahrtenpaare bedienen und meinen, das sei genug ÖPNV für den ländlichen Raum, weil ein weiterer Bus ihren Investitionsspielraum sprengen würde? Oder gibt es auch ernsthafte Kritik und diskussionswürdige Hinweise?

Vorneweg, du kannst deine Arroganz, gegenüber Land bzw. deren ÖPNV-Unternehmen für dich behalten.

Tihi, das ist ja mal ein putziger Vorwurf angesichts Deines Framings der gemeinnützigen Agora-Gesellschaften.

Leider sind die großen fossilen Energiekonzerne immer noch gute Sponsoren "konservativer" Politik und Medien und das sicher aus gutem Grund und mit Erfolg.

Es geht in dem Atlas überhaupt nicht um die Frage, ob in einem kleinen Waldstückchen, auf das hier gezoomt wurde, jemand lebt und/oder ein Bus hält, sondern darum, dass ganze Landstriche vor allem in Bayern hier zu Recht als schlecht darstellt werden, während deutlich ärmere Regionen es offenbar hinbekommen, einen deutlich besseren ÖPNV hinzubekommen und damit die unsinnigen Behauptungen bayerischer Busunternehmer widerlegen, das alles wäre für den ländlichen Raum viel zu früh.
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