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Fernbusfahrer überschreiten Lenkzeiten
geschrieben von Vielfahrer 
Bei einer Kontrolle am ZOB Hannover am 20.01.14 hat die Polizei 18 Fernlinienbusse überprüft. Es wurden insgesamt 35 Verstöße festgestellt, 34 bei innerdeutschen Linienbussen, einer bei einem ausländischen Bus. Hauptsächlich waren es Verstöße gegen die Lenkzeitvorschriften, bei einem Fahrer wurde sogar eine manipulierte Fahrtenkarte sichergestellt. (Der komplette Artikel steht in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, kann aber nicht verlinkt werden, da kostenpflichtig.)

Bin mal gespannt, wie schnell der aktuelle Fernbus-Hype vorbei ist, wenn bei weiteren Kontrollen noch mehr solche Verstöße registriert werden.

Viele Grüße,
Olaf
Da werden einfach mehr Fahrer auf Strecke geschickt, die Fahrpreise um 2/3 Prozent erhöht, Strecken und Abfahrzeiten untereinander abgestimmt und damit hat es sich erledigt.
Sicherlich werden einige Betriebe wieder aus dem Liniengeschäft aussteigen, aber im allgemeinen werden die Busse m.M. auf Dauer ein Bestandteil des Fernverkehrs bleiben, was gut ist für diejenigen welche mit der Bahn unterwegs sind da hier wieder mehr Platz ist.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.01.2014 21:40 von STZFa.
Wenn man einfach mehr Fahrer auf Strecke schickt muss man die Fahrpreise um bedeutend mehr als 2-3% erhoehen. Schau dir mal nur die Jahresberichte einiger Busfirmen an, da wirst du sehen das die Personalkosten im Betrieb locker 50-75% der Gesamtkosten sind.
Zitat
Vielfahrer
Bei einer Kontrolle am ZOB Hannover am 20.01.14 hat die Polizei 18 Fernlinienbusse überprüft. ... Bin mal gespannt, wie schnell der aktuelle Fernbus-Hype vorbei ist, wenn bei weiteren Kontrollen noch mehr solche Verstöße registriert werden.

Die Kontrollen sind ja gerade auch dazu da, für mehr Sicherheit zu sorgen, bei einem entsprechenden Kontrolldruck werden die Busunternehmen sich schon anpassen und ggf. den Fahrer- und Fahrzeugeinsatz anders disponieren. Der Kontrolltag am 20.01. ist aber auch nicht unbedingt repräsentativ, schließlich gab es an diesem Tag den ersten größeren Wintereinbruch des Jahres, so dass zumindest ein Teil der Lenkzeitüberschreitungen witterungsbedingten Verspätungen geschuldet sein dürfte.
Einen entsprechenden Bericht gibt es jetzt auch beim NDR: [www.ndr.de]
Zitat
Vielfahrer
Einen entsprechenden Bericht gibt es jetzt auch beim NDR: [www.ndr.de]

Leider fehlen ein paar Hintergrundinfos, um diesen Bericht sinnvoll einordnen zu können. Wenn nur ein einziges Strafverfahren eingeleitet wurde, kann es ja nicht ganz so schlimm sein, wie es zuerst klingt. Die 35 Verstöße können sich auch alle oder zumindest großteils auf den vom Strafverfahren betroffenen Fahrer beziehen. Problematisch finde ich bei solchen Kontrollen, dass es in der Regel nur die Fahrer erwischt, die aber aufgrund des Druck ihres Arbeitgebers kaum eine andere Wahl haben, hier sollte ggf. auch ein Punktesystem für Verkehrsunternehmen (und Speditionen) erwogen werden, um schwarze Schafe zuverlässiger zu ermitteln.
Hallo Lopi2000,

Zitat
Lopi2000
Die Kontrollen sind ja gerade auch dazu da, für mehr Sicherheit zu sorgen, bei einem entsprechenden Kontrolldruck werden die Busunternehmen sich schon anpassen und ggf. den Fahrer- und Fahrzeugeinsatz anders disponieren.

Leider zeigt die Kontrolle gerade das Gegenteil. Das Thema der verschleppten Lenkzeiten ist trauriger Weise ja auch ein absoluter Dauerbrenner.

Hinter dem Betrieb der Linien stehen überwiegend (oder sogar ganz) Busbetriebe, die teils schon lange Erfahrungen in der Disposition haben müssen. Von daher gibt's nichts mehr zu lernen, sondern die Kontrolle hat gezeigt, wie knapp da jetzt schon kalkuliert wird.


Zitat
Lopi2000
Der Kontrolltag am 20.01. ist aber auch nicht unbedingt repräsentativ,...

Da kann ich Deine liberale Haltung nicht nachvollziehen. Lenkzeiten sind kein Spaß und dienen dem Schutz der Fahrer und der Allgemeinheit. Man kann gerne darüber streiten, ob eine Überschreitung von vielleicht 10 Minuten nun wirklich der berichtenswerte Hammer ist. Andererseits, wird eine Grauzone eingeführt, so wird die auch ausgenutzt werden und die Überschreitungen der Lenkzeiten durch die Fahrer als selbstverständlich abverlangt werden.

Da bleibt die ordentliche Disposition der Busunternehmen gefragt und nicht nur ein Auge zugedrückt.


Grüße
Boris
Zitat
Boris
Da kann ich Deine liberale Haltung nicht nachvollziehen. Lenkzeiten sind kein Spaß und dienen dem Schutz der Fahrer und der Allgemeinheit. Man kann gerne darüber streiten, ob eine Überschreitung von vielleicht 10 Minuten nun wirklich der berichtenswerte Hammer ist. Andererseits, wird eine Grauzone eingeführt, so wird die auch ausgenutzt werden und die Überschreitungen der Lenkzeiten durch die Fahrer als selbstverständlich abverlangt werden.

Da bleibt die ordentliche Disposition der Busunternehmen gefragt und nicht nur ein Auge zugedrückt.

Sehe ich komplett genauso, nur stelle ich dann doch in Frage, ob man nun eine Stichprobe an einem Ausnahmetag zum Anlass nehmen sollte, einer ganzen Branche in den Niedergang zu schreiben, wie es im Ausgangsposting der Fall ist.

Natürlich braucht es einen großen Kontrolldruck, wenn solche Stichproben regelmäßig so schlecht ausfallen. Und vor allem - wie schon erwähnt - eine Weitergabe des Drucks an die Unternehmen, die die Fahrer oftmals zu diesen Überschreitungen drängen. Das Thema ist ja schon ein alter Hut, was das Speditions- und Reisebusgewerbe angeht, dass es nun auch den Fernbusmarkt betrifft wundert mich nicht.
Hallo,

leider scheint es sich zu bewahrheiten, dass der Markt ohne Regelverletzungen nicht auskommt. Keine drei Monte später gab es dieses Ergebnis bei einer Kontrolle in Hannover: Fernbus-Fahrer sitzen zu lange hinterm Steuer.


Grüße
Boris
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