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Dr. Ing. E.h. Wilhelm Stein: Die Geschichte der Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft 1911–1948, Hamburg o.J., Seite 12
Die Bürgerschaft hatte am 1.12.1909 beschlossen, den Senat um Vorlag von Plänen zu ersuchen, um die Eimsbütteler Zweiglinie in nordwestlicher Richtung zu verlängern. Der Senat hat die Geldmittel hierfür beantragt.
[...]
Die Verhandlungen mit dem Staat über die Änderung der Eimsbütteler Zweiglinie haben unter Beteiligung der Stammgesellschaften zu der Linienführung Marktplatz - Hellkamp geführt.
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Fredrik
@Karsten
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Dr. Ing. E.h. Wilhelm Stein: Die Geschichte der Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft 1911–1948, Hamburg o.J., Seite 12
Die Bürgerschaft hatte am 1.12.1909 beschlossen, den Senat um Vorlag von Plänen zu ersuchen, um die Eimsbütteler Zweiglinie in nordwestlicher Richtung zu verlängern. Der Senat hat die Geldmittel hierfür beantragt.
[...]
Die Verhandlungen mit dem Staat über die Änderung der Eimsbütteler Zweiglinie haben unter Beteiligung der Stammgesellschaften zu der Linienführung Marktplatz - Hellkamp geführt.
In Ulrich Alexis Christiansen: Hamburgs dunkle Welten - Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt (Berlin 2008) sind auf den Seiten 50 und 51 die Hintergründe geschildert, die zu der kurvenreichen neuen Linienführung führten. Sehr vereinfacht gesagt, hatte man vor, die Verlängerung nach Nordwesten auf einen geschütteten Damm zu bauen. Das fand bei den betroffenen Grundeigentümern überhaupt keine Gegenliebe. Die darauf gewählte neue Streckenführung schloss mehr Einwohner an die U-Bahn an und ermöglichte auch eine spätere Verlängerung nach Hagenbeck.
Fredrik
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Gleismann
Hallo!
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Vielen Dank für die Hinweise!
Die Änderung der Linienführung des Eimsbütteler Zweigs muß nach meinem Verständnis um 1912 geschehen sein. Einerseits zeigt die Festschrift von 1912 noch die ursprüngliche Streckenführung...
Daß man in Eimsbüttel mal einen Damm schütten wollte, war mir völlig neu! Wieder was gelernt.
Ist mit "Nordwesten" Richtung Hellkamp gemeint? Oder eher Richtung Marktplatz - Langenfelde?---
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Ursprünglich sollte die Strecke weiter bis zum Eimsbütteler Marktplatz geführt werden, wo die Endhaltestelle der Linie mit einer Abstellanlage entstehen sollte. Der Nachteil dabei: Die U-Bahn würde nur den Rand Eimsbüttels tangieren. Daher wurde nach der Umsetzung des ersten Bauabschnittes mit der Unterquerung des Isebekkanals und dem Rohbau der Haltestelle Christuskirche der weitere Streckenverlauf zum Jahreswechsel 1910/11 komplett umgeplant und die Strecke verlängert.
Die Idee, die Strecke hinter der Christuskirche oberirdisch zu führen wäre zwar kostengünstiger gewesen, wurde jedoch wegen der massiven Veränderungen im Stadtteil und des Widerspruchs der Bewohnerschaft verworfen. Stattdessen wurde also die Tunnelstrecke bis zur Emilienstraße fortgeführt, wo eine Tunnelhaltestelle mit Mittelbahnsteig gebaut wurde. Zur Eröffnung am 21. Oktober 1913 wurde der bisherige Pendelbetrieb vom Schlump aus bis zur neuen Endhaltestelle Emilienstraße ausgedehnt. Unterdessen waren die Planungen für den weiteren Verlauf finalisiert und um zwei Haltestellen ergänzt worden, während die Bauarbeiten weiterliefen. Bald führte die U-Bahn als Tunnelstrecke quer durch Eimsbüttel: Hinter der Haltestelle Emilienstraße bog die Linie unter dem Eimsbütteler Marktplatz in den Heußweg ab. Mitten im Zentrum Eimsbüttels, an der Kreuzung mit der Osterstraße, wurde die gleichnamige, mit einem Mittelbahnsteig versehene Haltestelle angelegt. Dem Straßenverlauf weiter folgend wurde die U-Bahn vom Heußweg aus im Stellinger Weg weitergebaut, wo an der Ecke zum Hellkamp die Endhaltestelle mit einer dahinter liegenden Abstellanlage errichtet wurde. Ende Mai 1914 war die Zweiglinie nach Eimsbüttel schließlich komplett fertiggestellt und wurde in Betrieb genommen.
Damit hatten die mittlerweile mehr als 120.000 Bewohner*innen des zweitgrößten Stadtteils Hamburgs nunmehr durch mehrere Haltestellen gut erreichbaren Zugang zum modernen Verkehrsmittel U-Bahn erhalten. So ging es für die Eimsbüttler*innen nun einfacher in weite Teile der Stadt hinaus und vor allem berufliche Wege waren leichter zu bewältigen. Insbesondere für diejenigen Arbeiter*innen, die sich im Hafen verdingten, war die U-Bahn nun eine Alternative zum langen Fußmarsch. Überhaupt rückte die noch immer wachsende Stadt durch die U-Bahn weiter zusammen, denn die inneren Distanzen überbrückte das neue Verkehrsmittel schnell und zuverlässig. In Eimsbüttel kam die U-Bahn jedoch zunächst nicht weiter als zum Hellkamp, denn kurz dahinter lag die Hamburgische Stadtgrenze. Und mit dem Nachbarstaat Preußen konnten sich die Stadt Hamburg und die HOCHBAHN nicht auf eine Fortführung der U-Bahn einigen.
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Ist mit "Nordwesten" Richtung Hellkamp gemeint? Oder eher Richtung Marktplatz - Langenfelde? Das mit der Richtung Langenfelde wurde in der VVM-Publikation "Verkehrshistorische Reihe" über den Ausflugsverkehr in den Norden und Westen Hamburgs (Heft 16) erwähnt.
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Fredrik
...Ich habe heute die neue HN erhalten. Auf deren Rücktitel ist ein Schnellbahnpan von 1912 abgedruckt - Methfesselstraße statt Hellkamp...Ein sonniges Wochenende wünscht
Fredrik
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Sonnabend
...obwohl Hellkamp doch erst am 23. Mai 1914 eröffnet wurde?
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Re: Die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Hamburg : von den Anfängen bis 1894 24.03.2025 14:31 |
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Re: Die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Hamburg : von den Anfängen bis 1894 24.03.2025 17:06 |
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histor
Heydens Buch ist quasi die Bibel der Verkehrsgeschichte Hamburgs bis zur Elektrifizierung der Pferdebahnen 1894.
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histor
So wie zu sehen ist, ist der Scan sehr sorgfältig gemacht (besser als die von Google-
books) und zwar einschließlich der Photos und vor allem der beigelegten Linienpläne...
Danke für den Link
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Sonnabend
Moin
ich habe im Hamburger Adressbuch 1940 eine vollständige Übersicht der alten und neuen Straßennamen gefunden.
(...)
Eine vernünftige, vollständige Übersicht über Umbenennungen aus der (direkten) Nachkriegszeit habe ich noch nicht gefunden.
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Re: Historisches von U- und S-Bahn in Hamburg 09.04.2025 19:58 |
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Re: Historisches von U- und S-Bahn in Hamburg 09.04.2025 23:34 |
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Die Hochbahn in der "Stunde Null" 1945 06.05.2025 19:21 |
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01. Juni 1975 - Eröffnung des ersten Abschnitts City-S-Bahn 01.06.2025 16:52 |
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30. Oktober 1966: Verlängerung der Eimsbütteler Linie 03.06.2025 21:22 |
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Re: Historisches von U- und S-Bahn in Hamburg 03.06.2025 22:22 |
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Abendblatt
Eine Delegation des ukrainischen Ministeriums für das Transportwesen informiert sich heute in Hamburg über das Konzept für den automatischen U-Bahn-Betrieb und die Überwachung des Oberflächenverkehrs.