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Sammelthread Störungen S-Bahn [2]
geschrieben von Forummaster Hamburg 
Viele Brücken aus der Zeit (nicht nur bei der Bahn) haben massive Probleme man sagt nur als Beispiel die Brücke an der Bergedorfer Straße über die AKN Strecke oder der Norderelbebrücke. Das hat also nicht zwangsläufig ein Armutszeugnis.

Mfg

Sascha Behn
Zitat
Sascha Behn
Viele Brücken aus der Zeit (nicht nur bei der Bahn) haben massive Probleme man sagt nur als Beispiel die Brücke an der Bergedorfer Straße über die AKN Strecke oder der Norderelbebrücke. Das hat also nicht zwangsläufig ein Armutszeugnis.

Und wenn, dann nicht unbedingt nur für die DB AG, sondern für all diejenigen, denen "fit für die Börse" und eine "schwarze Null" jahrzehntelang wichtiger waren als eine funktionierende Infrastruktur. Nun haben wir halt nicht so viele monetäre Schulden, aber dafür deutlich mehr in Form eines Sanierungsstaus - zwischen "Sparen, bis es quietscht" und "Sparen, bis es knackt und bricht" ist halt leider nur ein schmaler Grat.
Das Armutszeugnis ist eher der Bau der Brücken. Aber zur Bauzeit eben Stand der Technik.
Das der Schaden (erst) jetzt auffällt liegt daran, dass nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden alle Brücke aus der Zeit akribisch kontrolliert werden.
Wobei man sich natürlich fragen kann, warum es vorher keine tiefer gehenden Kontrollen gab. Die Antwort dürfte, wie so oft lauten: Geld sparen...
Zitat
TripleS
Warum fahren eigentlich nicht einfach alle S2 bis Elbgaustraße (oder Pinneberg, so wie damals)? Im Citytunnel ist ja so schon genug Betrieb, die zusätzlichen S2en braucht da doch wirklich niemand. Und SEV Holstenstraße <--> Altona sollte sogar die S-Bahn unfallfrei hingebastelt bekommen. Diese "Ringlinie" finde ich völlig überflüssig und absurd.

Die Verbindung nach Elbgaustraße wird ja durch die S5 abgedeckt. Wozu auf diesem für die Bergedorfer uninteressanten Ast noch mehr verkehr? Diese Verbindung (damals S21) hat sich ja gerade nicht bewährt und ist ja bei der Linienumstellung extra abgeschafft worden, weil die Verbindung nach Altona (von Bergedorf) wichtiger ist. Dieser Ringverkehr ist für die Bergedorfer sogar besser als der regelverkehr, weil so ganztägig sowohl die City-S-Bahn, Altona, als auch die Verbindungsbahn umsteigefrei erreichbar ist.
Fall Carolabrücke Dresden: Spannbetonbrücken haben ein Problem: Der Spannstahl lässt sich nicht zerstörungsfrei prüfen!!! Für eine Prüfung muss der Beton geöffnet und ein Stück Stahl aus den fest vergossenen Hülsen herausgeschnitten werden zur Prüfung. Damit wird das Brückenbauwerk geschwächt und die Lebensdauer verkürzt! Bei der Carolabrücke hatte man den Spannstahl auf der Unterseite, an wenig belasteten Bereichen der Brücke geprüft und der sah "gut" aus. Was man nicht wusste: An der Oberseite des Kastenprofils unterhalb der Fahrbahn (auch ein Grund, weshalb man nur an der Unterseite das Bauwerk geöffnet hatte) war der Stahl massiv geschwächt durch Feuchtigkeitseintragung und der damit einhergehenden Korrosion.
Man hatte das Bauwerk auch jährlich auf Risse geprüft - wenn ein Brückenbauwerk geschwächt wird, findet vorher eine Verformung statt und es bilden sich Risse. Anhand der Carolabrücke hat sich aber gezeigt, dass diese Annahme bei Spannbetonbrücken mit Henningsdorfer Spannstahl nicht der Fall ist: Es bilden sich nur kaum messbare Risse bis zum kapitalen Versagen. Der Henningsdorfer Spannstahl ist sehr spröde - ein findet keine Verformung statt - er bricht ohne Ankündigung.

Nach dem Einsturz ließ sich alles ins kleinste Detail prüfen und die nun gewonnenen Erkenntnisse über den Hennigsdorfer Spannstahl sind leider erschreckend und schlimmer als befürchtet. Sämtliche Anlagenverantwortliche wollen einen Einsturz einer Brücke unter allen Umständen verhindern und gehen nun auf Nummer sicher.
Vermutlich würden viele gesperrte Brücken noch 20-30 Jahre halten - aber niemand weiß es. Also wird gesperrt.

Kurz gesagt: Das hat nix mit Jahrelanger Sparmaßnahmen zu tun - das ist natürlich auch der Fall - aber hauptsächlich waren die Annahmen und Prüfverfahren nicht ausreichend.
Brücken mit neuwertigen Spannstahl haben das Problem nicht: Diese Stähle verformen sich vor dem Versagen - es bilden sich Risse im Beton, die der Brückenprüfer rechtzeitig erkennt und die Brücke sperren kann.
Danke DB-Bahner für die Erläuterungen.
Hatte ich im Zuge der Thematik an anderen Stellen auch schon lesen können. Im Osten sind mittlerweile eine Vielzahl an Bauwerken, auch kleinere Fußgängerbrücken, die nachweislich mit dem Stahl gebaut worden gesperrt oder schon abgerissen worden.
Zitat
Computerfreak
Dieser Ringverkehr ist für die Bergedorfer sogar besser als der regelverkehr, weil so ganztägig sowohl die City-S-Bahn, Altona, als auch die Verbindungsbahn umsteigefrei erreichbar ist.

Es werden doch wohl kaum Bergedorfer, die z.B. zur Holstenstraße wollen, den langen Weg unten rum am Hafen nehmen und über Altona fahren. Deutlich besser wäre wohl ein Umstieg am HBF in die S5.
Aber gut, so hat man die Wahl zwischen schnell und bequem.
Theoretisch könnte man die S5 bis Sternschanze/Diebsteich verkürzen und die S2 im Gegenzug bis Elbgaustraße verlängern, wodurch kein Anschlussverlust (abgesehen von Verspätungen) zur S1 besteht und den Buslinien entlang der Strecke nach Bergedorf.

Ach ja im Nachtverkehr verkehrt die S2 weiterhin Richtung Altona über Dammtor, fährt aber ab Sternschanze über das Gegengleis bis Altona.

Mfg

Sascha Behn



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.08.2025 11:54 von Sascha Behn.
Zitat
zurückbleiben-bitte
[www.mopo.de]

Bittere Nachricht für viele Fahrgäste in Hamburg: Die S-Bahn-Linie S2 kann bis Jahresende nicht mehr wie gewohnt zwischen Holstenstraße und Altona rollen. Grund ist die Eisenbahnbrücke Holstenstraße, die bei einer Inspektion gravierende Mängel zeigte.

Das Bauwerk stammt noch aus den frühen 1960er-Jahren – jetzt ist eine umfassende Tiefenprüfung nötig. Die Untersuchungen und die Planung der Sanierung dauern nach Angaben der Deutschen Bahn bis Ende Dezember. Erst dann soll klar sein, wie es mit der Brücke und dem gesperrten Gleis weitergeht.

Echt unglaublich wie lange alleine das wieder dauert, typisch Deutschland. In keinem westeuropäischen Land scheint die Infrastruktur auch nur annähernd so marode zu sein wie hier.
Ah, der Reflex kommt sogar noch durch, wenn nur wenige Beiträge vorher ziemlich detailliert dargestellt wurde, wie es tatsächlich zusammenhängt.


Gruß, Matthias
Hier wird sich auch die Frage stellen, wie viel Geld man für eine Sanierung oder Ersatz ausgeben möchte, wenn die Brücke durch den VET nicht mehr benötigt wird.

Es wird also dringend eine Entscheidung benötigt, ob der VET kommen soll oder nicht.
Ist die Brücke tatsächlich aus den 60ern? Mein Verständnis war, dass das eine Brücke ist, die notwendig wurde, seit die S-Bahn von Holstenstraße "falsch rum" in den damals neuen unterirdischen Bahnhof Altona fährt. Also im Zusammenhang mit dem Citytunnel gebaut. Ich erinnere mich auch düster, dass da in den 70ern mächtig gebaut wurde (damals mein Weg von Billstedt zur FABRIK), an Bauarbeiten in den 60ern würde ich mich sowieso nicht erinnern.


Gruß, Matthias
Zitat
masi1157
Ist die Brücke tatsächlich aus den 60ern? Mein Verständnis war, dass das eine Brücke ist, die notwendig wurde, seit die S-Bahn von Holstenstraße "falsch rum" in den damals neuen unterirdischen Bahnhof Altona fährt. Also im Zusammenhang mit dem Citytunnel gebaut. Ich erinnere mich auch düster, dass da in den 70ern mächtig gebaut wurde (damals mein Weg von Billstedt zur FABRIK), an Bauarbeiten in den 60ern würde ich mich sowieso nicht erinnern.
Gruß, Matthias

Das Kreuzungsbauwerk an der Holstenstraße wurde im Zusammenhang mit der Ausfädelung der Stellinger Strecke (erster Abschnitt bis Langenfelde, 1962) errichtet. Anfangs wurde auch der Abschnitt Altona - Holstenstraße im Rechtsverkehr betrieben. Das ging bis zum Freitag, dem 20.04.1979 Betriebsschluss. Danach wurde dieser Abschnitt für die Umbauarbeiten 3 Tage stillgelegt und am Dienstag, dem 24.04.1979 Betriebsbeginn wiedereröffnet, nun im Linksverkehr, um in Altona Fahrstraßenkruzungen zu vermeiden. Am 21.04.1979 Betriebsbeginn wurde ja der Citytunnel mit der Blankeneser S-Bahnstrecke verknüpft. Somit waren Altona und der Blankeneser Ast nicht abgeschnitten in der 3-tägigen Bauzeit. Nach dem Umbau waren noch die Schwellenabdrücke der ehmaligen, nun nicht mehr benötigten Gleisverbindung des südlichen Gleises der Verbindung Altona - Holstenstraße zum Gleis Diebsteich - Holstenstraße direkt neben den Fernbahngleisen zu erkennen. Mittlerweile sind die zugewachsen.
Zitat
Computerfreak
Danach wurde dieser Abschnitt für die Umbauarbeiten 3 Tage stillgelegt
Einfach fantastisch, was man damals innerhalb von nur drei Tagen so alles geschafft hat! Heutzutage wären dafür mindestens 3 Wochen Pause während der Sommerferien fällig.
Am Ende stellt sich heraus, dass die Brücke so marode ist, dass diese nur durch ein Neubau ersetzt werden kann.
Ich bin gespannt, was man dann mit der S2 plant.

Eine Idee wäre die S2 statt in Altona in Diebsteich enden zu lassen, so, dass die S2 wie bisher über Dammtor fahren kann.
Zwischen Holstenstraße und Altona gibt es die 3 Linien, die knapp in 3/7-Minuten Takt in 6 - 7 Minuten nach Altona bzw. Holstenstraße fahren.
Der 5-Minuten-Takt-Verstärker enden dann in Sternschanze und wendet dort.

So hätte man weiterhin die Linien-"Reinheit" beibehalten und kein Mischbetrieb einer Linie auf unterschiedlichen Wegen, was man ja mit den wenigen S-Bahnlinien ursprünglich auch erreichen wollte. Und sowie es aussieht, gibt es auch bereits Einsetzer, die in Diebsteich statt in Altona beginnen auf der Minute xx:07. Dies könnte man dann auf den ganzen Tag erweitern.
Zitat
Koschi1988
Am Ende stellt sich heraus, dass die Brücke so marode ist, dass diese nur durch ein Neubau ersetzt werden kann.
Ich bin gespannt, was man dann mit der S2 plant.

Eine Idee wäre die S2 statt in Altona in Diebsteich enden zu lassen, so, dass die S2 wie bisher über Dammtor fahren kann.
Zwischen Holstenstraße und Altona gibt es die 3 Linien, die knapp in 3/7-Minuten Takt in 6 - 7 Minuten nach Altona bzw. Holstenstraße fahren.
Der 5-Minuten-Takt-Verstärker enden dann in Sternschanze und wendet dort.

So hätte man weiterhin die Linien-"Reinheit" beibehalten und kein Mischbetrieb einer Linie auf unterschiedlichen Wegen, was man ja mit den wenigen S-Bahnlinien ursprünglich auch erreichen wollte. Und sowie es aussieht, gibt es auch bereits Einsetzer, die in Diebsteich statt in Altona beginnen auf der Minute xx:07. Dies könnte man dann auf den ganzen Tag erweitern.

Wenn das Bauwerk erneuert werden muss (wovon ich ausgehe), dann wird es komplett abgerissen, was bedeutet, jenseits von Holstenstraße nichts mehr fährt, weder nach Altona, noch nach Diebsteich. Holstenstraße selbst wird auch nicht angefahren, was ja die Erneuerung der Sternbrücke erleichtert.

In der kurzen 5-7-jährigen Bauzeit wird das Netz wohl etwas angepasst: S1 und S3 unverändert, S2 nur Sternschanze - Bergedorf/Aumühle, S5 durch den City-Tunnel. Das gibt Chancen, das geplante Zukunftsnetz zu optimieren, indem nach Abschluss der Bauarbeiten nicht einfach zum jetzigen Regelnetz zurückkehrt. Die S-Bahnstrecken nach Kaltenkirchen und vielleicht auch nach Bad Oldesloe werden ja dann zwischendrin eröffnet.
Ich bin gespannt, ob man bis Ende des Jahres auch die Brücke der S3 prüfen wird zwischen Altona und Diebsteich.

Es bleibt bis Ende des Jahres abzuwarten.
Wurde die nicht erst 1981 in Betrieb genommen? Nun, dann kann man auch gleich diesen S3 Viadukt in Hammerbrook checken, der ja auch schon 42 Jahre benutzt wird.
Zitat
Erol
Wurde die nicht erst 1981 in Betrieb genommen? Nun, dann kann man auch gleich diesen S3 Viadukt in Hammerbrook checken, der ja auch schon 42 Jahre benutzt wird.

Brücken werden aller 3 Jahre geprüft und aller 6 Jahre kommt die große Hauptprüfung. In Deutschland steht kein Ingenieurbauwerk 42 Jahre ungeprüft rum ;-)
als nächstes prüft man dann das Bauwerk der Harburger S-Bahn in Hammerbrook? Also das eine Brücke die im Realsozialismus unter Zeitdruck und Materialknappheit nach 50 den Geist aufgibt (Sanierung hin- oder her), kann man ja irgendwo nachvollziehen. Aber deswegen jetzt auch Brücken die hier nach westlichen Standards zehn Jahre später entstanden kritisch zu beäugen, finde ich dann etwas arg übertrieben. Kontrollen haben doch immer stattgefunden.
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