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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 10:52 |
Zitat
Herbert
(...)
Die S7 wiederum liegt spürbar über dem SOLL-Wert des Verkehrsvertrags: 94,5 % Pünktlichkeit. Zweitbester Monatswert seit ihrer Einführung.
(...)
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 12:42 |
Leider erst heute etwas Zeit zu antworten. Ich kenne die Berliner Verhältnisse nicht detailliert genug um alles richtig zu beantworten, aber diese waren deutlich anders als in Hamburg. Die "Stadt- und Ringbahn" entstand bereits um 1890 mit getrennten Gleisen für den übrigen Bahnverkehr. Das war überwiegend später auch bei den strahlenförmigen Außenstrecken für die S-Bahn der Fall. Es gab also kaum Notwendigkeit für Güterverkehr auf S-Bahn Gleisen. Dennoch hatten diese meines Wissens volles Eisenbahnprofil und auch die Stromschienen der Berliner S-Bahn liegen außerhalb des Fahrzeugprofils. In Berlin waren viele kleinere Brücken älter als in Hamburg und diese hatten üblicherweise Tragwerke, die kaum über Schienenoberkante hinausragten. Ich weiß nicht, ob und wie viele Brücken in Berlin Stromschienenlücken erforderten und wie dies bei von unten bestrichener Stromschiene gelöst wurde. In Hamburg befanden sich die problematischen Brücken vor allem auf der Anfang der 1920er gebauten Alstertalbahn, teils kann man die Führungsschienen von den Bahnsteigenden aus sehen. Aus dem fahrenden Zug kann man das ohne Streckensicht kaum erkennen, weil die Stromschienen außerhalb der Stationen meist zwischen den Gleisen liegen und die Sicht aus dem Seitenfenster dorthin schwierig ist. So weiß ich auch ad hoc nicht, wo sonst in Hamburg das der Fall ist. Einen seit einigen Jahren neuen stromschienenfreien Abschnitt gibt es in Rothenburgsort auf der Brücke über die Güterumgehungsbahn, dort sollen die Gründe allerdings zerstörerische Kriechströme sein, die man anders nicht verhindern konnte.Zitat
christian schmidt
Aber warum hat die Berliner S-Bahn dann Stromschienen wie die U-Bahn, und nicht wie die Hamburger S-Bahn? Die Berliber S-Bahn teilte sich doch auch Strecken mit Güterzügen? Wo liegen die Stromschienen dort (innerhalb oder außerhalb des Fahrzeug-Umgrenzungsprofils)?
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 13:05 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 14:29 |
Zitat
wgr22453
Die "Stadt- und Ringbahn" entstand bereits um 1890 mit getrennten Gleisen für den übrigen Bahnverkehr.
Zitat
wgr22453
Das war überwiegend später auch bei den strahlenförmigen Außenstrecken für die S-Bahn der Fall. Es gab also kaum Notwendigkeit für Güterverkehr auf S-Bahn Gleisen.
Zitat
wgr22453
Dennoch hatten diese meines Wissens volles Eisenbahnprofil und auch die Stromschienen der Berliner S-Bahn liegen außerhalb des Fahrzeugprofils.
Zitat
wgr22453
Einen seit einigen Jahren neuen stromschienenfreien Abschnitt gibt es in Rothenburgsort auf der Brücke über die Güterumgehungsbahn, dort sollen die Gründe allerdings zerstörerische Kriechströme sein, die man anders nicht verhindern konnte.
Zitat
wgr22453
Die Gründe für den Hamburger Gleichstrombetrieb sind sicher weniger bei den Technikern der Reichsbahn zu finden - der Wechselstrom-Oberleitungsbetrieb verlief ja durchaus erfolgreich - als vielmehr bei den größenwahnsinnigen Politgrößen der 1930er Jahre. Nachdem man in Berlin bereits den Nord-Süd Tunnel ohne Eisenbahnprofil für die S-Bahn durchgesetzt hatte, sollte ja vom "Altonaer Balkon" aus eine riesige doppelstöckige Hängebrücke nach Süden führen, oben tausende Autos, unten u. a. eine S-Bahn mit Stromschiene statt höhenaufwändiger Oberleitung. Damit war der Abschied von der Oberleitung politisch entschieden (wohl ohne die Meinung der Reichsbahn einzuholen).
Zitat
https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologische_Liste_der_Streckenelektrifizierung_der_Deutschen_Reichsbahn
Vereinbarung eines einheitlichen elektrischen Systems
In Voraussicht auf eine spätere Vereinigung der Teilnetze wurde 1912 von den Verwaltungen der Bayerischen Staatseisenbahnen, der Badischen Staatseisenbahnen und der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft im „Übereinkommen betreffend die Ausführung elektrischer Zugförderung“ vereinbart, ihre Vollbahnen ausschließlich mit Einphasenwechselstrom 15 kV 16⅔ Hz zu elektrifizieren. Folglich wurden ab 1912 – sieht man von der meterspurigen Schmalspurbahn Klingenthal–Sachsenberg-Georgenthal (Musikwinkel, Königreich Sachsen) ab – alle Länderbahnstrecken mit diesem System elektrifiziert oder, sofern eine zeitnahe Anpassung aus technischer Sicht nicht möglich war, zu einem späteren Zeitpunkt umgestellt.
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 15:51 |
Zitat
wgr22453
Wenn die S-Bahn endlich mal vernünftig informieren würde, welche dringenden Instandsetzungsarbeiten wo an welcher Strecke zu den Ausfällen führen, könnte man ja vielleicht Verständnis dafür entwickeln, aber man will wohl nur Wutbürger züchten.
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 16:20 |
Ich finde, dass man ausgefallene Fahrten als eine Verspätung von einem Takt zählen lassen sollte.Zitat
wgr22453
Das finde ich auch. Kaum Anreiz zur Pünktlichkeit für die Verkehrsunternehmen. Richtig gehandhabt wird aber zumindest, dass alle Stationsankunftszeiten ausschlaggebend sind. Für den ÖPNV-Kunden zählt jede Minute Verspätung, das kann ja schon reichen, um einen Anschluss zu verpassen, selbst wenn dieser alle 3 Min. fährt, bei einem weiteren Umstieg kann das schon weit mehr werden, wenn es da nur alle 20, 60, ... Minuten weitergeht. Die Ausschreibungen sollten für jede Minute verspätete Ankunft (und vielleicht auch verfrühte Abfahrt) einen Maluspunkt vorsehen, dann entstände ein höherer Druck zur Pünktlichkeit. Und dass ausfallende Fahrten als pünktlich zählen, entspricht auch nicht der Realität, man müsste unendlich lange auf diese warten und wenn man das nicht will, eine andere Fahrtmöglichkeit finden.Zitat
TripleS
Und die 3-Minuten-Regel ist im Nahverkehr eh Unsinn
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 17:24 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 21:56 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 24.02.2026 22:18 |
Zitat
wgr22453
@Alter_Wedler (Beitrag vom 24.02.2026 14:29):
In meiner Kommentierung ging es darum, Fragen zu beantworten, warum es mit der Stromschiene in Hamburg anders gelaufen ist, als in Berlin. Eine Stadt- und Ringbahn gab es bekanntlich nur in Berlin, dass die Aussagen darüber auf Hamburg nicht zutreffen, ist also nicht verwunderlich. Zwischen Bahrenfeld und Wedel und Ohlsdorf - Poppenbüttel gab es eben keine weiteren Gleise neben denen für den Stadt- und Vorortverkehr wie in Berlin.
Eine Umstellung der Hamburger Wechselstrom S-Bahn auf 15 KV 16,7 Hz wäre sicherlich wesentlich einfacher gewesen als auf Gleichstrom. Man hätte das Kraftwerk umstellen und Isolatoren tauschen müssen. Als 1924-27 neue Fahrzeuge beschafft und die verbleibenden Altfahrzeuge neue elektrische Ausrüstungen erhielten, wäre eine solche Umstellung nicht unmöglich gewesen. Die 15 KV galten aber nur für Fernverkehrsstrecken und dazu gehörte die Stadt- und Vorortbahn nicht. Gleisverbindungen in die allgemeine Eisenbahnwelt gab es nur in Ohlsdorf, Berliner Tor, Hauptbahnhof, Altona und Bahrenfeld - Langenfelde. Bis etwa 1912 gab es Bestrebungen, die Berliner Strecke bis Friedrichsruh mit dem Vorortbahnsystem zu elektrifizieren
Wie in Berlin befindet sich die Stromschiene außerhalb des Lichtraumprofils und die abliegenden Stromabnehmer innerhalb des Fahrzeugumgrenzungsprofils, sodass Fahrzeuge und Strecken kompatibel mit anderen Eisenbahnfahrzeugen sind. Die Profile finden sich in der "Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO)" mit Gesetzeskraft, leicht im Internet zu finden. Damit war es auch problemlos, die bis 1990 wenig genutzten Ferngleise Richtung Berlin mit Stromschiene für die S-Bahn auszurüsten.
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 26.02.2026 07:15 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 26.02.2026 17:31 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 27.02.2026 16:02 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 27.02.2026 18:04 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 27.02.2026 20:03 |
Zitat
wgr22453
. Immerhin war ich noch knapp eine Min. früher zu Hause, als wenn alles fahrplanmäßig gelaufen wäre!
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 03.03.2026 08:41 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 03.03.2026 13:22 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 03.03.2026 19:22 |
Zitat
zurückbleiben-bitte
Keine echte Störung, aber doch eine Einschränkung.
[www.ndr.de]
Chaotische Zustände im Berufsverkehr und jede Menge Frust bei Bahnreisenden am Bahnhof Pinneberg am Montagmorgen (2.3.): Wegen Bauarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Pinneberg und Hamburg beginnen bzw. enden alle Regionalzüge seit Freitagabend in Pinneberg. Dort ist ein Umstieg von der bzw. in die S-Bahn notwendig. In den Stoßzeiten des Berufsverkehrs sorgt das für jede Menge Gedränge auf den Bahnsteigen.
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 03.03.2026 21:53 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 04.03.2026 07:46 |
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Re: Sammelthread Störungen S-Bahn [2] 04.03.2026 20:07 |
Zitat
Rüdiger
Schon merkwürdig..... warum hat denn die Deutsche Bahn oder Nah-SH oder wer immer dafür zuständig ist, nicht bei der S-Bahn HH angefragt, ob während dieser Bauarbeiten, ist ja immerhin ein ganzer Monat, die S5 nicht wenigstens Mo-Fr in der verlängerten HVZ von 6-10 und 15-20 Uhr von und bis Pinneberg verlängert werden kann?