Umso mehr ergibt es Sinn seit den 1960er Jahren mal über diese Situation nachzudenken. Meine Meinung dazu:
Die Idee der Verlegung finde ich gar nicht schlecht, da über die Lösung der neuen zentralen Haltestelle Fruchtallee/Ring 2 eine massiv verbesserte Netzwirkung erreicht würde. Zudem verschöbe sich die Lage der U3 bei einer neuen Station Schulterblatt sinnvollerweise Richtung Westen, d.h. in Richtung der großen Erschließungslücke "Schanze" mit Verlegung der Station Feldstraße. Die neue Kreuzungsstation Verbindungsbahn/U2 läge auch deutlich günstiger (Einzugsbereich Uni-Standorte) als die heutige U3-Station Sternschanze mit Erschließung von Park, Schlachthof und nur temporär genutzter Messe.
Ich wette, dass die Anzahl der erschlossenen Einwohner durch das Modell sogar höher läge, selbst wenn nahräumlich um Christuskirche und Emilienstraße die Wege im Einzelfall weiter würden.
Eine Sache habe ich aber noch nicht ganz verstanden: Soll die U3 dann einen zusätzlichen Ast erhalten (Richtung Diebsteich?) und wie/wo soll der ausfädeln? Der wäre an sich auch genial hinsichtlich Neuerschließung und Verbindungswirkung. Somit würde auch die Überbedienung des Nordrings der U3 besser austariert werden. Gerade im Verstärkungsverkehr zur HVZ und im 5er-Takt abends ist dieser Abschnitt überbedient. Da kann man die Kapa Richtung Diebsteich ablenken, erst recht, wenn wir die Zuglängen jetzt auch noch um 50% erhöhen.
Aber das wird hier langsam ein eigenes Thema und ja, realistisch ist eine Planung in diese Richtung aktuell wohl auch nicht, da keinerlei Vorplanungen existieren.
Aber Anpassungsbedarf in diesem Bereich besteht ohne Frage:
- fehlende 2. Ausgänge Emilienstraße, Sternschanze, Feldstraße, Schlump und Christuskirche
- ungünstige Lage der Haltestelle Sternschanze inkl. suboptimalem Umstieg zur S-Bahn
- schlechte Erschließung Bereich Schanze / St. Pauli Nord
- Station Feldstraße mit viel vergebenem Erschließungspotenzial
- fehlende Netzverknüpfung S-Bahn <> U2 und 20/25 <> U2 (hier ist der Umstieg Richtung Norden gefragt, nicht Richtung Stadt; das ist aus dem Bereich Altona ein Krampf und wird durch die 30 leidlich geheilt; attraktiv ist anders, auch wenn man mit doppeltem Umstieg auf Teufel komm raus die U2 irgendwie erreichen kann)
Anlässlich der Bahnsteigverlängerungen der U3 stehen sowieso Umbauten an. Da kann man die kleinen Verlegungen doch noch ranflanschen :-). Insgesamt wäre dies natürlich ein Mrd-Projekt bei den heutigen Preisen. Erinnert alles irgendwie an die U2xU5-Aktion in Wien ...
Frage: Wäre es den Preis wert? Die Chancen stünden m.E. nicht schlecht und verkehrlich ergäbe es m.E. Sinn.