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Kreuzungsbauwerk Holstenstraße
geschrieben von DT5-Online 
Zitat
Gleismann

Ich habe das Querverbindungsgleis als temporär angesehen, da es ja gestrichelt dargestellt wurde und Staisch dazu "Alter Zustand und und Fahrwege während der Umstellung ... sind gestrichelt dargestellt" geschrieben hat. Inwieweit es vorher schon da war, weiß ich leider auch nicht. Ältere Gleispläne, gerade von Altona, habe ich nicht, außer einen Ausschnitt von etwa 1900, zu sehen auf [www.gleismann.de] , wo es keine Verbindung gibt. Wenn es einen Nachweis gibt, daß es zwischen 1900 und 1979 da war, werde ich natürlich die Darstellung ändern.

Nach Deiner Antwort war ich nun inspiriert mal nach alten Stadtplänen im Internet zu suchen und habe einen gefunden, auf dem es so aussieht, dass es die Gleisverbindung Bahrenfeld - Holstenstraße bereits zu Kriegszeiten gegeben hat: [www.biblio.com] (auf den Plan klicken, dann erscheint er in voller Größe)

Ich finde auf dem Plan keine Jahresangabe. Aber wie ich beim Suchen nach historisch markanten Einträgen bemerkte, ist die Hochbahn nach Rothenburgsort noch und schon verzeichnet.
Das würde bedeuten, dass es das Verbindungsgleis (ob mit oder ohne Stromschiene oder der damaligen S-Bahn-Oberleitung) bereits vor 1943 gegeben hat.

Was sagen die Historiker hier im Forum dazu?

Wie ich gerade gesehen habe, ist in dem Plan die Straßenbahn-Strecke nach Billbrook noch nicht eingezeichnet (Eröffnung 1.11.1930 lt. horstbu.de).
Das bedeutet, dass das Verbindungsgleis anscheinend schon vor 1930 bestanden hat.

Gruß Alter_Wedler

Edit: Ergänzung 1930



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.12.2025 17:50 von Alter_Wedler.
Der Bahnhof Altona heisst auf dem Plan ja auch noch "Hauptbahnhof" und das war nur bis zum Groß-Hamburg-Gesetz (1.4.1938) der Fall.
Moin,

in einem Bebauungsplan sind Gleisführungen abgebildet, es gibt allerdings keine eingezeichnete Weichenverbindung.
[daten-hamburg.de]

Das gilt auch für die im [geoportal-hamburg.de] abgebildeten historischen Grundkarten, wobei ich da nicht weiß, ob die Gleisführungen immer verlässlich dargestellt sind.

Gruß
Zitat
Djensi
Das gilt auch für die im [geoportal-hamburg.de] abgebildeten historischen Grundkarten, wobei ich da nicht weiß, ob die Gleisführungen immer verlässlich dargestellt sind.
Gruß

Ich sehe da viele Weichen.
Wo hast du Zweifel, ob es verlässlich ist?

Einzig die Station Ottensen ist (noch) nicht eingezeichnet.
Zitat
Djensi
Moin,

in einem Bebauungsplan sind Gleisführungen abgebildet, es gibt allerdings keine eingezeichnete Weichenverbindung.
[daten-hamburg.de]

Das gilt auch für die im [geoportal-hamburg.de] abgebildeten historischen Grundkarten, wobei ich da nicht weiß, ob die Gleisführungen immer verlässlich dargestellt sind.

Gruß

Ja, bei Geoportal sieht es auch so aus, als gäbe es keine Weichenverbindung vom Gleis von Bahrenfeld nach Diebsteich-Fern, bzw. Güterbahn (ganz westlich) und dem Gleis Holstenstraße -Altona (S-Bahn).
Aber der Gleiswechsel östlich von Bahrenfeld ist auch nicht eingezeichnet, ebensowenig das Kehrgleis Othmarschen und die Gleise vom Güterbahnhof Klein Flottbek, der 1950-60 noch bestand und heute nicht mehr.
Also keine verlässliche Aussage auf den Plänen. Schade!
Zitat
Alter_Wedler

Nach Deiner Antwort war ich nun inspiriert mal nach alten Stadtplänen im Internet zu suchen und habe einen gefunden, auf dem es so aussieht, dass es die Gleisverbindung Bahrenfeld - Holstenstraße bereits zu Kriegszeiten gegeben hat: [www.biblio.com] (auf den Plan klicken, dann erscheint er in voller Größe)

Gruß Alter_Wedler

Hallo!

In dem von Dir genannten Plan (vielen Dank für den Link!) finde ich bei der Verbindungskurve eine Verbindung von Bahrenfeld zur Holstenstraße, aber keine Kurve der Vorortbahn von Altona zur Holstenstraße und auch keine von Bahrenfeld nach Norden (entlang des Güterbahnhofs Kohlentwiete), dafür führt eine elektrische Strecke (wohl die heutige S-Bahn) parallel zur Fernbahn über den Altonaer Güterbahnhof ... das sieht alles auch nicht sehr verläßlich aus, muß ich leider sagen.

Viele Grüße
Karsten Leiding

www.gleismann.de
Hallo!

Ich habe zum Bau des Überwerfungsbauwerk westlich der Haltestelle Holstenstraße in der Broschüre "Schnellbahnbau in Hamburg" von 1969 auf den Seiten 54 bis 57 einige Erläuterungen zum Bau sowie Skizzen und Fotos gefunden. Aus Datenschutzgründen gebe ich aber keine Scans daraus wieder. Aus dem Inhalt geht unter anderem hervor, daß für den Bau des Bauwerks sogar die Fernbahn nach Süden verlegt werden mußte, um Platz zu schaffen. Das Bauwerk wurde bereits für den zweigleisigen Betrieb ausgelegt, auch wenn in der Anfangszeit nur ein Gleis existierte.

Auf einem Bild sieht man, daß auf der Brücke über die Stresemannstraße nur das Gleis Langenfelde - Holstenstraße lag. Das andere war noch nicht vorhanden. Das muß wohl in dem Zeitraum 1962 - 1965 gewesen sein, als die S-Bahn bis Langenfelde gefahren ist und dort bahnsteiggleich in die AKN umgestiegen werden konnte.

Viele Grüße
Karsten Leiding

www.gleismann.de
Zitat
Gleismann

Hallo!

In dem von Dir genannten Plan (vielen Dank für den Link!) finde ich bei der Verbindungskurve eine Verbindung von Bahrenfeld zur Holstenstraße, aber keine Kurve der Vorortbahn von Altona zur Holstenstraße und auch keine von Bahrenfeld nach Norden (entlang des Güterbahnhofs Kohlentwiete), dafür führt eine elektrische Strecke (wohl die heutige S-Bahn) parallel zur Fernbahn über den Altonaer Güterbahnhof ... das sieht alles auch nicht sehr verläßlich aus, muß ich leider sagen.

Ja, da gebe ich Dir recht. Es war mir auch aufgefallen. Deshalb mein "Ruf" nach den Historikern. Dass das Gleis Bahrenfeld - Diebsteich entlang Kohlentwiete fehlt, ist sehr verdächtig. Denn dieses Gleis muss es zu der Zeit des Planes (zwischen 1916 und 1927) gegeben haben. Aber wer weiß. Es scheint alles nicht verlässlich.
Bei den alten Planzeiträumen ist auch zu berücksichtigen, dass die Grundlage Hamburger Karten vor dem Zusammenschluss mit Altona die Basis sind.
Hallo zusammen,

ich habe mich extra im Forum angemeldet, um diesen Beitrag zu schreiben.

Im Fotoarchiv der Eisenbahnstiftung (https://eisenbahnstiftung.de/bildergalerie) gibt es unter dem Suchbegriff “Holstenstraße” eine Reihe von Photos vom Bau der Verbindungskurve Holstenstraße -> Diebsteich und insbesondere auch vom Bau des hier heiß diskutierten Kreuzungsbauwerks Anfang der 60er Jahre. Der Zug kommt von der Unterführung.

S-Bahn Hamburg (67) -> Datum 22.02.1962
In diesem Bild kommt ein Zug aus Richtung Diebsteich nach Holstenstraße gefahren.
im Hintergrund sieht man die Verzweigungsweiche, an dem sich das Richtungsgleis von Holstenstraße nach rechts auf die eingleisige Überführung nach Altona und nach links zur Unterführung Richtung Diebsteich verzweigt.

S-Bahn Hamburg (68) -> Datum 04.1962
Jetzt wird es spannend, das Bild ist aus einem Zug von Altona nach Holstenstraße aufgenommen. Dieser fährt vor Umstellung auf Linksverkehr südlich der zweigleisigen Ausfädelung nach Diebsteich.
Seit der Umstellung auf Linksverkehr führt diese Fahrbeziehung auch durch die Unterführung.
Auf dem Bild ist eindeutig zu erkennen, dass sowohl die eingleisige Brücke, als auch die Unterführung der Verbindungskurve von Anfang so ausgeführt wurde, wie sie jetzt noch ist.

S-Bahn Hamburg (69) -> Datum 04.1962
Auf diesem Bild sieht man, dass die Verbindungskurve anfangs nur eingleisig ausgeführt war.

Im Luftbild auf dem Geoportal Hamburg kann man übrigens auch genau die alte Gleisführung nachvollziehen, hier ist der Bereich wesentlich besser zu sehen, als auf dem Google-Luftbild.


Viele Grüße

Andi



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.12.2025 15:58 von andi1910.
Aufm Handy finde ich weder die Fotos noch ein Luftbild. Ich guck nachher mal am PC.

Ich finde es ja nach wie vor erstaunlich, dass die damals bloß für die Ausfädelung nach/von Pinneberg so aufwändig und offenbar vorausschauend bzgl. Linksverkehr gebaut haben. Oder war das dann nur Glück, dass es so einfach möglich war? Erstaunlich, aber dann war es wohl wirklich so.


Gruß, Matthias
Hi Andy - vielen Dank für die Links, da sind wirklich ein viele tolle Fotos dabei!

Ich denke "S-Bahn Hamburg (68)" ist in dieser Frage das entscheidende Foto, denn genau die Strecke die dieser Zug fährt gibt es nicht mehr (und ist der auf dem Google-Luftbild parallel zum ICE liegende Grünstreifen).

@masi - die Ausfädelung wurde doch gar nicht extra-aufwändig gebaut? Bei einer niveaufreien Abzweigung muss dass Gleis von Holstenstraße nach Altona das Gleis von Diebsteich nach Holstenstraße über- oder unterqueren. Selsbst wenn man nur die Strecke nach Langenfelde bauen wollte, da gibt es doch keine Alternative die viel einfacher wäre?
Zitat
christian schmidt
...da gibt es doch keine Alternative die viel einfacher wäre?

Na ja doch! Nach S Holstenstraße zweigt das Gleis Rtg. Diebsteich, also nach "rechts", zunächst nach links ab und das Gleis Rtg. Altona muss dann gleich 2 Gleise überqueren. Wenn das Gleis Rtg. Diebsteich gleich nach rechts abzweigen würde, müsste das Altona-Gleis nur das eine Gegengleis aus Diebsteich überqueren.

Damit wäre der Umstieg auf Linksverkehr zw. Altona und Holstenstraße nicht so einfach möglich gewesen. Aber haben die das schon in den 60ern so im Hinterkopf gehabt?

Nun gut, es gab zunächst nur 1 Gleis vom/zum Diebsteich. Und das hätte dann nicht das "gleich nach rechts" abzweigende Gleis sein können, sondern musste zwischen die Gleise nach/von Altona geführt werden. Aber warum später dann auch das zweite Gleis? War für was anderes kein Platz?

Wie auch immer, entweder haben die in den 60ern schon so vorausschauend geplant, oder sie haben später einfach Glück gehabt.


Gruß, Matthias
Zitat
masi1157
Na ja doch! Nach S Holstenstraße zweigt das Gleis Rtg. Diebsteich, also nach "rechts", zunächst nach links ab und das Gleis Rtg. Altona muss dann gleich 2 Gleise überqueren. Wenn das Gleis Rtg. Diebsteich gleich nach rechts abzweigen würde, müsste das Altona-Gleis nur das eine Gegengleis aus Diebsteich überqueren.

Damit wäre der Umstieg auf Linksverkehr zw. Altona und Holstenstraße nicht so einfach möglich gewesen.

Du irrst! Auch dann wäre der Umstieg auf Linksverkehr ganz genau so einfach möglich gewesen.
Auch wenn nur das eine Gleis Diebssteich -> Holstenstraße überbrückt worden wäre, ist es genau das, was auch die "Gleisverdrehung" zum Linksverkehr von und nach Altona ermöglicht.

Es ist also völlig "Banane", ob die Planer den "zukünftigen" Linksverkehr bereits 1960-62 beim Bau der Abzeigung im Blick hatten. Wenn nicht: Glück gehabt!

Der Gleisplan hätte dann einfach so ausgesehen:



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.2026 19:18 von Alter_Wedler.


Hallo!

Mir ist auf Bild 60 aufgefallen, daß der Platz für die Strecke nach Langenfelde zwischen den beiden Häusern an der Stresemannstraße sehr begrenzt ist. Wenn man jetzt das Gleis nach Langenfelde separat noch nördlich des Gleises nach Altona geführt hätte, wäre man wahrscheinlich mit dem Gleisbogen nicht mehr hingekommen und hätte das östliche Gebäude abreißen müssen.

Ich habe leider zur Zeit keine Möglichkeit, das als Zeichnung darzustellen, um meine Vermutung zu visualisieren, aber ich denke, daß die ausgeführte Version die Platz sparendste ist.

Ich bin als Kind und als Jugendlicher mehrmals in der Woche die Strecke entlang gefahren und habe immer gestaunt und mich gewundert, wie eng die Trasse zwischen die Häusern gebaut worden ist und daß das trotzdem noch gepaßt hat. Mir taten die Menschen leid, die dort direkt an der Strecke wohnen und mit dem Lärm leben müssen, wenn eine S-Bahn vorbeifährt. Na gut, die Strese ist auch nicht ruhiger...

Viele Grüße
Karsten Leiding

www.gleismann.de
Zitat
Gleismann
Mir ist auf Bild 60 aufgefallen, daß der Platz für die Strecke nach Langenfelde zwischen den beiden Häusern an der Stresemannstraße sehr begrenzt ist. Wenn man jetzt das Gleis nach Langenfelde separat noch nördlich des Gleises nach Altona geführt hätte, wäre man wahrscheinlich mit dem Gleisbogen nicht mehr hingekommen und hätte das östliche Gebäude abreißen müssen.

Das habe ich mir auch schon gedacht, und es wäre eine denkbare Erklärung.


Gruß, Matthias
Zitat
masi1157
Na ja doch! Nach S Holstenstraße zweigt das Gleis Rtg. Diebsteich, also nach "rechts", zunächst nach links ab und das Gleis Rtg. Altona muss dann gleich 2 Gleise überqueren. Wenn das Gleis Rtg. Diebsteich gleich nach rechts abzweigen würde, müsste das Altona-Gleis nur das eine Gegengleis aus Diebsteich überqueren.

Naja, ich glaube nicht dass das irgendwie einfacher gewesen wäre. Die Brücke des Gleises Holstenstraße-Altona wäre zwar ein paar Meter kürzer gewesen, aber dfür hätte die Rampe dafür zwischen den Gleisen Holstenstraße-Diebsteich und Diebsteich-Holstenstraße gebaut werden müssen anstelle rechts an der Seite. (Oder alternativ wie Eidelstedt, wo der Abzweig oben auf der Rampe erfolt, was aber auch irgedwie nicht einfacher aussieht.)
Zitat
christian schmidt
Oder alternativ wie Eidelstedt, wo der Abzweig oben auf der Rampe erfolt, was aber auch irgedwie nicht einfacher aussieht.

In Eidelstedt ist es im Prinzip so gelöst, wie ich es für am einfachsten halten würde: Es wird nur 1 Gleis über/unterquert, nicht 2 wie in Holstenstraße. In Eidelstedt ist die Unterführung der Güterumgehungsbahn im Weg, deshalb wohl der späte Abzweig auf der Rampe. Und in Holstenstraße waren vermutlich die Randbedingungen (z.B. Lücke in der Häuserreihe) so, dass die gewählte Lösung dort dann doch die einfachere war. Rein von der Gleisführung her würde ich die Über/Unterquerung nur 1 Gleises für einfacher halten. Aber die Randbedingungen....


Gruß, Matthias
Hallo zusammen,

meiner Meinung ist die gebaute Variante auch im Ursprungszustand ziemlich optimal gewesen. Keine zu engen Radien, bautechnisch sicherlich einfacher zu realisieren gewesen, als nur ein Gleis zwischen den anderen auf einer Rampe hoch zu führen und von diesem Gleis dann auch noch abzuzweigen.
Und nicht zu verachten ist denke ich auch, dass die Gleisführung so sehr übersichtlich ist.

Mir war die ganze Zeit so, als hätte ich schonmal ein weiteres Bild gesehen, auf dem die Gleisführung noch besser zu erkennen ist. Und tatsächlich habe ich es nach ein bisschen Suchen gefunden.

Im Kreisarchiv Storman gibt es dieses Photo. Es wurde 1969 aufgenommen und ist eine gute Ergänzung zum Bild S-Bahn Hamburg (67) aus meinem ersten Beitrag. Hier kann man die Gleisführung ohne einfahrende S-Bahn erkennen:
https://www.kreisarchiv-stormarn.de/mediadb/525831/
Über den Download-Button kann man es in voller Auflösung sehen.

Danben gibt es noch dieses Bild von 1968:
https://www.kreisarchiv-stormarn.de/mediadb/525727/
Ein Vergleichsbild zu S-Bahn Hamburg (68).

PS: Das Kreisarchiv Storman hat online noch eine riesige Menge andere Photos mit Eisenbahn- und insbesondere Nahverkehrsbezug zu Hamburg. So gibt es dort eine große Menge an Bildern der Hamburger Straßenbahn.

Viele Grüße

Andi
Vielen Dank, andi1910,

die Fotos aus dem Kreisarchiv stammen von einem Eisenbahn-Enthusiasten, der damals in Trittau wohnte. Dort ist mit den richtigen Suchbegriffen gut zum Niedergang vieler Strecken der damaligen DB zu recherchieren. Ich wusste auch um die Fotos der Strecke bei der Holstenstraße, bin aber nicht darauf gekommen diese im Kreisarchiv Stormarn zu verorten.
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