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Warum werden Expresslinien gegenüber den normalen Linien so schlecht angenommen?
geschrieben von NVB 
Es ist auch meine eigene Erfahrung: Expresslinien haben und hatten es schwer, gegen parallel laufende Linien anzukommen. Es gibt viele Versuche in der gesamten Bundesrepublik und die sind meistens gescheitert. Auch im Fernverkehr werden und wurden Sprinterzüge eher übersichtlich genutzt. In Hamburg fällt mir dazu die frühere Expresslinie Bergedorf – Geesthacht ein und jetzt hat die HADAG die Expressfähre Landungsbrücke – Finkenwerder mit manchmal nur zehn Fahrgästen gerade wieder eingestellt.

Was meint Ihr, woran liegt der Misserfolg solcher Linien?
Also von einem Misserfolg kann in Hamburg bei den Expressbussen nicht wirklich sprechen.

Die Linien X27, X30, X32 und X35 aber auch X95 haben sogar neue Fahrgäste zum ÖPNV gebracht.

Die X80 ist im Hamburger Abschnitt auch immer gut ausgelastet, was aber auch am Angebot liegt.

Selbst im Fernverkehr wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember das Sprinter-Angebot ausgebaut.

Das die Expressfähre nach Finkenwerder ein Reinfall ist/war liegt am Fahrplanangebot aber auch den ständigen Ausfällen wegen Personalmangel

Mfg

Sascha Behn
Da hat Sascha vollkommen recht. Einige Linien könnten sogar verdichtet oder wenigstens auf Gelenkbus umgestellt werden, wie ja schon bei der X80 geschehen. Die Bergedorfer X-Linien jedenfalls kommen sehr gut an.
Im Westen wird die X3 total gut angenommen, während die neue X21 ohne Probleme mit Solobussen gefahren werden könnte.
Der X27 wird nach meiner beonachtung schon gut angenommen. Wobei das auch immer von Abschnitt zu Abschnitt verschieden.
Meine Beobachtung:
Bergedorf-Rahlstedt (voll)
Berne-Sasel (recht leer)
Poppenbüttel wieder etwas voller.
Den X87 bin ich Jahre gefahren. Einst am Sonntag nur eine Handvoll fahrten....da stand man dann förmlich auf der A24 auf dem Gang.
Selbst die stündlichen Fahrten wurde er immer gut angenommen. Eine Stunde von HH nach Ratzeburg, ohne Umstieg, dass schafft nicht mal die Bahn....so sie denn fuhr (RE1...). A24 selten Stau und Dahmetal-Fahrer sehr aktiv auf dem Gas (um es mal so schreiben).
Als (wenn auch z. T. gelegentlicher) X27, X32 und X35 -Nutzer kann ich bestätigen, dass die Busse offensichtlich ein Erfolg sind.
Der X35 z. B. ist eine gute und umstiegsfreie Alternative aus der Stadt in den Osten Hamburgs und umgekehrt.
Zitat
Djensi
Als (wenn auch z. T. gelegentlicher) X27, X32 und X35 -Nutzer kann ich bestätigen, dass die Busse offensichtlich ein Erfolg sind.
Der X35 z. B. ist eine gute und umstiegsfreie Alternative aus der Stadt in den Osten Hamburgs und umgekehrt.

Dessen Tage wohl mit Eröffnung der U4 nach Horner Geest gezählt sein dürften. Dann wird vielleicht die 10 nach U-Horner Geest fahren und bis Sorenkoppel verlängert.
Zitat
NVB
die frühere Expresslinie Bergedorf – Geesthacht
Heute gibt es da drei Linien, die über die A25 düsen: X80, X82 und 8800. Also für mich klingt das eher nach einem Ausbau, als nach Scheitern.
Zitat
heini44
Zitat
NVB
die frühere Expresslinie Bergedorf – Geesthacht
Heute gibt es da drei Linien, die über die A25 düsen: X80, X82 und 8800. Also für mich klingt das eher nach einem Ausbau, als nach Scheitern.

Wenn er den E31 meint: der heißt doch jetzt 8800.
Zitat
Erol
... Wenn er den E31 meint: der heißt doch jetzt 8800.

In der Tat, den meinte ich.

Ich hatte mich mit meiner Frage nicht exakt genug ausgedrückt. Ich meinte vergleichbare Expresslinien, die parallel zu normalen Linien fahren. Da ist meine Erfahrung, dass die Expresslinien vergleichsweise leer sind. Und der E31 war ein gutes Beispiel für mangelnde Nutzung und selbst das nachfolgende Pärchen, wo der eine Bus proppevoll über Land nach Geesthacht gefahren ist und der andere halbleer um einiges schneller über die Autobahn.

Auch andere Städte mit "Eilzugverkehr" haben seit Jahren die Probleme, dass die eigentlich attraktivere Linie deutlich schlechter genutzt wird. Auch bei der HADAG-Expressfähre kann ich nicht verstehen, warum die kaum einer genutzt hat, bei der großen Fahrzeitersparnis. Klar, Unzuverlässigkeit kann ein Argument sein, doch nicht vollständig die mangelnde Nutzung begründen.

Bei der Geesthachter Linie hatte ich damals Fahrgäste befragt und da war Unsicherheit über die bedienten Haltestellen die hauptsächliche Ursache für die schlechtere Nutzung der Expresslinie.
Ich denke, dass ganz einfach der Bedarf nicht vorhanden ist.
Mit einem Bus, der von A nach Z fährt und dabei alle Haltestellen von B bis Y bedient, fahren alle Fahrgäste, die zu einer dieser Haltestellen wollen, ergo ist der Bus bei einem dichten Takt immer voll.

Wie viele von diesen Menschen wollen jetzt aber ausgerechnet nur zwischen A, F, K, O, S und Z pendeln? Vermutlich maximal 20 bis 30 Prozent. Für diese ist der Express ideal, weil er eine Zeitersparnis bringt. Statt eines 10-Minuten-Taktes auf der normalen Linie würde hier vom Bedarf her nun ein 30-Minuten-Takt vollkommen ausreichend sein, durch den aber die normale Linie durchaus etwas entlastet würde.
Die heutigen Expressbusse kann man nur bedingt mit den alten Eilbussen vergleichen.

Die Eilbusse fuhr meistens zur HVZ in Lastrichtung, wogegen die Expressbusse (nicht alle) fast schon ein vollwertige Linien sind und Lücken geschlossen haben.

Mfg

Sascha Behn
Wobei der E31 schon eine Ausnahme war: der fuhr auch am Wochenende, was mir sehr gelegen kam, wegen Besuchen in Geesthacht und Lauenburg.
Zitat
Erol
Wobei der E31 schon eine Ausnahme war: der fuhr auch am Wochenende, was mir sehr gelegen kam, wegen Besuchen in Geesthacht und Lauenburg.

Das war aber später, ziemlich zum Ende des E31 und dieser endete in Tesperhude. Anfänglich (Februar 1972) waren die Eilbusse nur eine schnelle Verbindung zwischen den Großsiedlungen und der Schnellbahn.

Mfg

Sascha Behn
Hier sind die Zahlen von 2023, allerdings nur für Hamburg.
Da kann man gut sehen, dass am Bhf. Bergedort weniger Menschen in den 8890 einsteigen, als in 8800 und X82 zusammengerechnet - und das noch ohne X80.
Es ist ja nichts neues, dass neue Linien/Verbindungen immer erst mal ein paar Jahre brauchen bis sie angenommen werden. Vermutlich hat sich inzwischen herumgesprochen, wo die Linien halten.
Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die X Linien schlecht angenommen werden. Aber ich kann mir 2 Gründe vorstellen, warum zumindest Spontanfahrer die Linien meiden:

1. Mag nicht jeder wissen, dass für die X Linien kein Zuschlag notwendig ist (und natürlich auch das Deutschlandticket gilt). Das X in der Linienbezeichnung ist ja schon eine Abweichung von den sonstigen Linienbezeichnungen im Busverkehr in Hamburg

2. Wenn ich nur ein paar Haltestellen weiter muss, weiss ich ggf. nicht, ob der X Bus dort auch hält, selbst wenn ich weiss, dass er den gleichen Linienweg nimmt. Für spontanes Einsteigen kann es daher riskant sein.

Tobias
Der X32 ist für mich eine Bereicherung. Erstmal hält er nicht an jeder Milchkanne, dann komme ich damit ohne Umsteigen nach Horn oder Wandsbek.
Die Umstellung des 31ers auf X80 führte zwar zeitweise zu Überfüllung, ist dennoch eine Alternative zur ewig gestörten S-Bahn.

Aber - gehört das nicht eher ins Busforum?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.2026 14:50 von Erol.
Im Gegensatz zu den Metrobuslinien, die zumindest auf Teilstrecken gewisse Kriterien erfüllen müssen, auch wenn die Einhaltung manchmal etwas "schwammig" erscheint, scheinen die X-Linien ein reines Experimentierfeld ohne Regeln zu sein. Mal sind sie sowas wie umdeklarierte frühere Eilbusse, mal eher ein Werksverkehr, mal Schnellbusnachfolger mit etwas weniger Halten und Langläufen einmal durch die ganze Stadt, mal sowas wie ein Stadtbus, der dann aber kilometerweit gar keinen Halt mehr hat und mal ein weitgehend alternativloser Überlandbus - so mein nicht sehr tiefgehender Eindruck.

Meine erste X-Bus Erfahrung war der X35, den ich damals ab Hbf. nahm, nachdem mir der M5 gerade davongefahren war in der Hoffnung, diesen dank "Express" später in der Hoheluftchaussee noch erreichen zu können, aber Fehlanzeige, der X war 5 Minuten langsamer als der M und ich konnte gerade noch einen späteren M5 erreichen, da war ich erst mal X-"geheilt". Das war dann wohl auch die Ursache für den schleichenden Tod des Gelenkbus-Nachfolgers des ehemaligen Groß Borsteler "Schnell"busses, der Name allein macht es eben nicht und die auch wenig genutzte Leiche heißt nun 105 als Vorläufer der U5 die dann ja auch die City direkt mit dem UKE verbinden soll, deren Haltestelle aber eher im Hinterhof des Krankenhauses geplant ist, wo es noch nie einen ÖPNV-Halt gegeben hat, etwa 600 m vom jetzigen Haupteingang entfernt, den auch der 105 bedient.

Die nächste X-Bus Erfahrung war der X30, auch schon als er noch M30 hieß. Immer nur Richtung Harburg, Ziel Veranstaltung im Bahnhofsgebäude Harburg. Angenehm eine brauchbare Bestuhlung mit Kopfstütze und Dreipunktgurt, der auch sofort angelegt wird. 10 Wochen schmerzhafte Verletzungen dank Hochbahn- und VHH-Bussen reichen mir wirklich. Bis zur Autobahn Allermöhe eher ein Eilbus mit Erschließung des Stadtteils und gut besetzt, auf der Autobahn können dann alle sitzen. Bei der letzten Nutzung noch ohne die inzwischen fast alltäglichen Autobahn-Staus. Meine Fahrt-Relation Aumühle - Bf. Harburg: Je nach Anschluss-Wartezeit kaum Reisezeit-Vorteil X30, Favorit eher S7 - Metronom, Sitz- und Fahrtkomfort immer Bahn vor Bus.

Wenn es denn fahrplanmäßig möglich und leidlich zuverlässig ist, gerne Express-Regionalbahn statt U/S/A-"Langsambahnen", da kann sich auch ein zusätzlicher Umstieg lohnen, wenn man sein Ziel dann deutlich früher erreicht. Auch wenn die Zuverlässigkeit immer mehr zu wünschen übrig lässt, werden die Regionalzüge von/nach Harburg, Bergedorf und Pinneberg gerne der S-Bahn vorgezogen. Ein Bedarf an Express-Verbindungen scheint durchaus vorhanden zu sein, zumindest, wenn die Vorteile auch wirklich nutzbar sind.
Zitat
Erol
Der X32 ist für mich eine Bereicherung. Erstmal hält er nicht an jeder Milchkanne, dann komme ich damit ohne Umsteigen nach Horn oder Wandsbek.

Danke, auch für mich ist der X32 eine Bereicherung. Optimal wäre, wenn VHH und HVV sich noch auf eine gemeinsamen Endpunkt einigen könnten. VHH-intern fährt der X32 immer nur bis U/S Wandsbeker Chaussee wodurch die HVV-App öfters durcheinander kommt und nicht weiß wo der Bus vor dem U Wandbek Markt gerade ist.

Der neue X21 bringt mir auf dem Abschnitt Hagenbecks Tierpark - S Stellingen gegenüber dem 22 keinen Vorteil, da er zur selben Minute abfährt, aber durch den zusätzlichen Fußweg vom Binsbarg zum Bahnhof S Stellingen brauche ich durch die Ampel sogar länger als die gegenüber dem 22 eingesparte Fahrzeit. Natürlich ist dieser kurze Abschnitt nicht repräsentativ für einen X-Bus.
Naja, Wandsbek Markt ist ja schon gut ausgelastet. Und der Turnus über den ZOB würde dem X32 ziemlich Fahrzeit kosten, weil er sich durch die ganzen HHA-Busse kämpfen müsste. Ich glaube kaum, dass da noch Platz für den X32 wäre.
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