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2. Gleis nach Wedel
geschrieben von NWT47 
2. Gleis nach Wedel
20.03.2026 17:57
Laut SHZ soll ein ganztägiger 10min Takt nach Wedel eingeführt und der Ast Blankenese - Wedel durchgängig zweigleisig ausgebaut werden.

Quelle: SHZ

Der Ausbau ist auf jeden Fall richtig und gut für die Zuverlässigkeit, allerdings wurde das Angebot in Schleswig-Holstein gerade erst ausgedünnt. Woher nun gegen den Trend der 10min Takt nach Wedel kommen soll, erschließt sich mir nicht.
Re: 2. Gleis nach Wedel
20.03.2026 18:01
Rissen, Sülldorf und Iserbrook sind noch diesseits der Landesgrenze. Gibt es da genug Bedarf nach 10-Minuten-Takt, dass leere Kassen in Kiel eventuell egal sind?
Re: 2. Gleis nach Wedel
20.03.2026 19:15
Offensichtlich nicht, sonst würde der Takt jetzt schon gefahren werden. Möglich ist es ja jetzt schon, das 2. Gleis würde aber mehr Stabilität bringen.
Re: 2. Gleis nach Wedel
20.03.2026 19:18
Die Logik versteh' ich jetzt nicht.
Zitat
Sören
Die Logik versteh' ich jetzt nicht.

Moin,
die S-Bahnen fahren schon heute alle 10 Minuten bis Wedel - nur eben nur zur HVZ. Immer wieder wird ein ganztägiger 10 Minuten-Takt ins Spiel gebracht. Den möchte die S-Bahn aber nur anbieten, wenn die Infrastruktur "mitwächst": In der HVZ sind keine Puffer/Reserven vorhanden, da nimmt man bewusst das Risiko von Verzögerungen in Kauf. Aber dieses Risiko möchte man gern zeitlich begrenzt haben und nicht ganztags.

Also: Angebotsorientierte Mehrleistungen nur, wenn sie auch verlässlich funktionieren und nicht den Betrieb "ins Verderben stürzen"

VG

DT5 Online - Seit 2012 die Website rund um Hamburgs Nahverkehr: [www.dt5online.de]
Wo fehlen denn in der HVZ die Puffer/Reserven? Wedel, Rissen, Sülldorf, Blankenese? Könnte man z.B. einen stabilen 10-Minuten-Takt bis Rissen fahren?
Man könnte ein stabilen 10 Min Takt bis Rissen fahren, nur würde das mehr heiße Luft transportieren, als eine wirklichen Nutzen, der große Teil ist schon bis Wedel unterwegs.

Man müsste den zweigleisigen Abschnitt im Bereich der Ölweiche etwas vergrößern und die Geschwindigkeit bisschen anheben. Mein letzter Stand ist auch, das man in Wedel zur HVZ mit schnellen Wechsel arbeitet. Heisst der aus Hamburg fährt nach kurzer Wende zurück, anders als zu den üblichen Zeiten. Ob das noch aktuell ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Mfg

Sascha Behn
Ohne genaue Sachinformationen, nur mit Erfahrungswerten, dürfte das Nadelör in allererster Linie der Bahnhof Sülldorf und die Zugbegegnung dort sein.
Nach meiner Einschätzung würde es schon viel bringen zwischen Sülldorf und Rissen möglichst weit zweigleisig auszubauen und ebenso zwischen Sülldorf und Iserbrook (bis vor die Gleisbrücke über die B431).
Sülldorf-Iserbrook ist aber am wichtigsten! Wenn ein Zug aus Richtung Blankenese verspätet ist überträgt sich die Verspätung in Sülldorf unmittelbar auf den Zug, der stadteinwärts warten muss, nicht nur im 10-Min-Takt.
Wenn dieser wartende Zug sich schon vor Eintreffen des verspäteten Zuges in Bewegung setzen und bis kurz vor Iserbrook vorrücken kann, bringt das schon bis zu 3,5 Minuten Pufferzeit.

Zwischen Rissen und Sülldorf ist das in der HVZ (10-Min-Takt) ähnlich. Der aus Wedel kommende Zug muss möglicherweise auf den Zug aus Sülldorf wegen der Eingleisigkeit warten.
Allerdings begegnen sich die Züge im 10-Minuten-Takt (sonst nie) nicht genau in Rissen, sondern eher auf offener Strecke zwischen Wedel und Rissen. Deshalb ist ja mehr als die halbe Strecke Rissen-Wedel bis hinter die ehemalige "Ölweiche" bereits vor Jahrzehnten (parallel zur Eröffnung der neuen S-Bahn-Station Rissen in den 80ern meine ich) zweigleisig ausgebaut worden. Diese Zweigleisigkeit bringt hier bestimmt heute schon 1-2 Minuten Pufferzeit

Problem für den zweigleisigen Ausbau zwischen Rissen und Sülldorf sind die beiden Bahnübergänge, aber vor allem der an der Straße Sieversstücken (1 Gleis). Hier muss wohl im Fall eines Ausbaus der Strecke gleich eine höhenfreie Kreuzung (Brücke/Unterführung) gebaut werden. Der Übergang am Bahnhof Sülldorf ist bereits zweigleisig vor der zusammenführenden Weiche.

Der Ausbau des kurzen eingleisigen Abschnittes über den Bahnübergang Autal in Wedel würde in heutiger Fahrplanlage wenig Vorteile bringen. Und auch hier müsste eine höhenfreie Kreuzung (Unterführung) der Straße Autal geschaffen werden. Die Gleise müssen sowieso höhengleich gekreuzt werden bei ca. jeder 2. Fahrt und wechselweiser Gleisnutzung am Bahnsteig. Da kann man es auch gleich bei einem Gleis auf dem kurzen Abschnitt belassen. Die Trasse des ehemaligen zweiten (Güter-)Gleises zwischen Bahnübergang und Bahnhof in Wedel ist mittlerweile auch teilweise überbaut, z.B. mit einem Sendemast. Ob man den rückbauen würde, ist mir unklar. Früher war der Bahnübergang mal zweigleisig (in meiner Kindheit). Das Gütergleis endete aber kurz hinter dem BÜ mit einem Prellbock.
In Wedel kommen die Züge normalerweise auf Minute 9 an und fahren auf Minute 3 Richtung Hamburg ab. Das sind bereits 3,5 - 4 Minuten Pufferzeit.

Ich glaube nicht, dass auf Wedeler Gebiet weiter zweigleisig ausgebaut würde, als bisher.

Gruß
Alter_Wedler



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.04.2026 15:51 von Alter_Wedler.
Ich habe mal eine Übersicht über die Gleisanlagen erstellt.

Das zweite Gleis zwischen Sülldorf und der Brücke Iserbrook über die B431 müsste eigentlich schnell und kostengünstig zu bauen sein.
Dort ist Platz für ein zweites Gleis, keine BÜs und keine Brücken.

Wenn der Haltepunkt Iserbrook zum zweigleisigen Bahnhof ausgebaut wird, wird es sicher teuer, weil

a.) ein neuer zweigleisiger Bahnsteig gebaut werden muss,
b.) die Fußgängerbrücke neben der Gleisbrücke über die B431 durch eine Brücke für das zweite Gleis ersetzt werden muss und
c) östlich versetzt eine neue Fußgängerbrücke zu bauen ist.

Zwischen Iserbrook und Blankenese scheint mir auch genug Platz für ein zweites Gleis zu sein, auf jeden Fall bis zum Beginn der Schrebergärtenanlage in Blankenese. Leider ist wohl die gerade neu gebaute Fußgängerbrücke (Verlängerung der Bargfredestraße) über das S-Bahn-Gleis dort nur für die Überquerung von einem Gleis ausgelegt, wenn ich das richtig sehe.

Man muss aber bedenken, dass in Blankenese und Sülldorf noch die alte mechanische Stellwerkstechnik und Formsignale in Betrieb sind. Ohne die ohnehin geplante Umstellung auf moderne Stellwerktechnik und das neue Stellwerk in Wedel kann man also in dem gesammten Bereich einen (auch nur teilweise) zweigleisigen Ausbau vergessen. Und für den Bahnhof Sülldorf bedeutet das einen Komplettumbau, weil auch der Bahnsteig-BÜ ersetzt werden muss (alles mechanische Technik) und Brückenübergänge geschaffen werden müssen.

Also mal eben ein Stück zweites Gleis dazu bauen können wir vergessen! Das wird ein Komplettumbau der ganzen Strecke werden, aber ja vielleicht in mehreren Etappen, schon mit neuer Stellwerkstechnik für alle einzelnen Streckenabschnitte vorbereitet.

Edit: Gleisübersichtsplan überarbeitet im Bereich Rissen



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.04.2026 08:02 von Alter_Wedler.


Zitat
Sascha Behn
Man könnte ein stabilen 10 Min Takt bis Rissen fahren, nur würde das mehr heiße Luft transportieren, als eine wirklichen Nutzen, der große Teil ist schon bis Wedel unterwegs.

Also, soweit ich weiß ist nicht der letzte Abschnitt Rissen-Wedel das Problem, sondern Sülldorf und Blankenese sind die kritischen Bahnhöfe.

Zitat
Sascha Behn
Man müsste den zweigleisigen Abschnitt im Bereich der Ölweiche etwas vergrößern und die Geschwindigkeit bisschen anheben.

Das macht doch gar keinen Sinn. Die Strecke ist bereits über die Ölweiche hinaus bis kurz vor der Fußgangerbrücke Voßhagen zweigleisig. Wozu die vielleicht 200 Meter bis vor den BÜ verlängern? Die Zugkreuzung findet auf dem bereits zweigleisigen Abschnitt in Höhe des Schulauer Moorwegs statt.
Wenn der aus Hamburg kommende Zug verspätet ist, kann der Wedeler Zug, der ja in der Regel pünktlich starten kann wegen der 4 Minuten Stand- und Pufferzeit bis Rissen durchstarten, unabhängig vom verspäteten Gegenzug. Und eine Geschwindigkeitserhöhung macht dort auch keinen Sinn, 1. wegen der dauerhaften Langsamfahrstelle im Bereich BÜ Autal und Bahnhofsvorfeld und 2. weil doch auf Höhe Famila die Züge zukünftig irgendwann an der Haltestelle Wedel Ost halten sollen.

Zitat
Sascha Behn
Mein letzter Stand ist auch, das man in Wedel zur HVZ mit schnellen Wechsel arbeitet. Heisst der aus Hamburg fährt nach kurzer Wende zurück, anders als zu den üblichen Zeiten. Ob das noch aktuell ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Das wird manchmal gemacht, aber ich meine nur deshalb, weil auf diese Weise ein Vollzug (ein Umlauf) eingespart wird. Zur Betriebsstabilität trägt das nun gerade nicht bei, eher im Gegenteil. Früher stand über Jahrzehnte immer auf einem der beiden Gleise in Wedel ein Zug am Bahnsteig. Der aus Hamburg ankommende Zug fuhr ins andere Gleis ein und wartete 14 Minuten, bevor er wieder gen Hamburg startete, wenn der nächste Gegenzug ankam. Wenn ein Zug aus Hamburg mehr als 3 Minuten verspätet ist, kann er am Signal Höhe Famila aufgehalten werden und der pünktlich abfahrende Zug aus Wedel fährt vor. Das ist zwar ärgerlich für die Fahrgäste aus Hamburg, weil sich die Verspätung dann noch vergrößert, aber die Anschluss-Busse sind dann eh in der Regel schon weg. Ich hab das früher sehr oft so erlebt. In Wedel mit zwei Zügen im Wechsel zu arbeiten erhöht also auch ganz erheblich die Betriebsstabilität. Mit dem "schnellen Wechsel" und nur einem Zug mit 4 Minuten Stand- und Pufferzeit geht das natürlich nicht. Dann wird die Verspätung, wenn auch etwas verringert, wieder nach Hamburg hinein verschleppt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.04.2026 05:34 von Alter_Wedler.
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