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Sind die S-Bahn-Stromschienen-Stromabnehmer bei Fahrleitungsbetrieb geerdet?
geschrieben von NVB 
Weiß das zufällig jemand?

Mit "Erdung" ist in diesem Fall das gleiche Potenzial wie an den Gleisen gemeint.
Zitat
NVB
Weiß das zufällig jemand?

Mit "Erdung" ist in diesem Fall das gleiche Potenzial wie an den Gleisen gemeint.

Um es vorweg zu nehmen: Ich weiß es nicht sicher. Allerdings wäre es aus meiner Erfahrung im Bereich Elektrotechnik nicht sinnvoll, bzw. sogar in gewisser Weise gefährlich, sie mit einem elektrischen Kurzschluss auf Erd-, bzw. Gleispotential zu bringen. Mutmaßlich werden sie im Oberleitungsbetrieb komplett von jedem Potential über Trennschütze getrennt und bekannter Weise durch Einklappen geschützt.

"Schwager KI" mit folgender Frage konfrontiert

Zitat
Alter_Wedler
Sind bei den Zweisystem-S-Bahnen im Oberleitungsbetrieb die Gleichstrom-Stromabnehmer mit dem Erdpotential der Gleise kurzgeschlossen?

gibt er (sie) folgende mir sinnvoll erscheinende Antwort:

Zitat
Schwager KI
Nein, die Gleichstrom-Stromabnehmer sind im Oberleitungsbetrieb nicht dauerhaft oder direkt mit dem Erdpotential kurzgeschlossen. Bei Zweisystem-S-Bahnen (wie den Zügen der Baureihe 474.3 oder 490 der S-Bahn Hamburg) gibt es aus Sicherheits- und Betriebsgründen eine strikte elektrische Trennung der Systeme:Mechanische und elektrische Trennung: Wenn der Zug im Wechselstrom-Oberleitungsbetrieb (15 kV, 16,7 Hz) fährt, sind die Gleichstrom-Stromabnehmer (Stromabnehmerschuhe für die seitliche Stromschiene) mechanisch beigeklappt bzw. eingezogen. Elektronisch und mechanisch werden sie über Systemwahlschalter und Trennschütze komplett vom internen Stromkreis des Zuges und somit auch vom Erdpotential der Achsen/Gleise getrennt.Der Grund: Würde man die Gleichstrom-Stromabnehmer direkt auf Fahrzeugmasse (Gleispotential) legen, bestünde die extreme Gefahr, dass bei einem versehentlichen Ausfahren der Schuhe im Stromschienenbereich ein fataler Kurzschluss zwischen der 1200-V-Gleichstrom-Stromschiene und dem Gleis direkt über das Fahrzeug ausgelöst wird.Schutzschaltungen: Nicht genutzte Stromabnehmer (egal ob Dach- oder Seitenstromabnehmer) werden bei Mehrsystemfahrzeugen im jeweils aktiven Modus grundsätzlich allpolig vom internen Netz getrennt und stattdessen über hochohmige Schutzschaltungen oder Erdungsschalter gegen atmosphärische Aufladungen (statische Elektrizität) gesichert – jedoch niemals so, dass der aktive Hauptstromkreis beeinträchtigt werden kann.

Oder worauf genau zielt Deine Frage?
Zitat
Alter_Wedler
... Oder worauf genau zielt Deine Frage?


Es werden Haltesituationen an niedrigen Bahnsteigen (nicht von mit) diskutiert, wo es zu einem Berühren der Stromschienen-Stromabnehmer kommen könnte. Dieser Halt wäre nur zulässig, wenn die Stromabnehmer geerdet wären, genauer, kein Spanungspotenzial zwischen Wagenkasten und Stromabnehmer auftreten könnte.

Bei den 2-System-AKN-Triebwagen gab bzw. gibt es bei Dieselbetrieb eine entsprechende Schutzschaltung.
Zitat
NVB
Zitat
Alter_Wedler
... Oder worauf genau zielt Deine Frage?


Es werden Haltesituationen an niedrigen Bahnsteigen (nicht von mit) diskutiert, wo es zu einem Berühren der Stromschienen-Stromabnehmer kommen könnte. Dieser Halt wäre nur zulässig, wenn die Stromabnehmer geerdet wären, genauer, kein Spanungspotenzial zwischen Wagenkasten und Stromabnehmer auftreten könnte.

Bei den 2-System-AKN-Triebwagen gab bzw. gibt es bei Dieselbetrieb eine entsprechende Schutzschaltung.

Könnte man in so einer Situation nicht auch eine geerdete Stromschiene im Bahnsteigbereich verlegen? Dann wäre ein ausgeklappter Stromabnehmer geerdet. Oder geht vom eingeklappten Stromabnehmer auch eine Gefahr aus?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
NVB
Zitat
Alter_Wedler
... Oder worauf genau zielt Deine Frage?


Es werden Haltesituationen an niedrigen Bahnsteigen (nicht von mit) diskutiert, wo es zu einem Berühren der Stromschienen-Stromabnehmer kommen könnte. Dieser Halt wäre nur zulässig, wenn die Stromabnehmer geerdet wären, genauer, kein Spanungspotenzial zwischen Wagenkasten und Stromabnehmer auftreten könnte.

Bei den 2-System-AKN-Triebwagen gab bzw. gibt es bei Dieselbetrieb eine entsprechende Schutzschaltung.

Moin,

wer möchte denn sowas für welche Strecke diskutieren? Die Fahrzeuge dürfen nur an Bahnsteigen mit mindestens 76cm Bahnsteighöhe halten, Highlights wie Kupfermühle müssten mit der derzeitigen Zulassung durchfahren werden. (Mal von anderen Punkten ganz abgesehen.)

VG

DT5 Online - Seit 2012 die Website rund um Hamburgs Nahverkehr: [www.dt5online.de]
Zitat
DT5-Online
... wer möchte denn sowas für welche Strecke diskutieren? Die Fahrzeuge dürfen nur an Bahnsteigen mit mindestens 76cm Bahnsteighöhe halten, Highlights wie Kupfermühle müssten mit der derzeitigen Zulassung durchfahren werden. (Mal von anderen Punkten ganz abgesehen.) ...


Genau, ich bin ja Deiner Meinung, doch es gibt Politiker, die träumen ganz anders. ;-)
Zitat
NVB
Zitat
DT5-Online
... wer möchte denn sowas für welche Strecke diskutieren? Die Fahrzeuge dürfen nur an Bahnsteigen mit mindestens 76cm Bahnsteighöhe halten, Highlights wie Kupfermühle müssten mit der derzeitigen Zulassung durchfahren werden. (Mal von anderen Punkten ganz abgesehen.) ...


Genau, ich bin ja Deiner Meinung, doch es gibt Politiker, die träumen ganz anders. ;-)

Man könnte das ganze ja noch mit Klapptrittstufen kombinieren (Scherz).

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
NVB
Zitat
Alter_Wedler
... Oder worauf genau zielt Deine Frage?


Es werden Haltesituationen an niedrigen Bahnsteigen (nicht von mit) diskutiert, wo es zu einem Berühren der Stromschienen-Stromabnehmer kommen könnte. Dieser Halt wäre nur zulässig, wenn die Stromabnehmer geerdet wären, genauer, kein Spanungspotenzial zwischen Wagenkasten und Stromabnehmer auftreten könnte.

Bei den 2-System-AKN-Triebwagen gab bzw. gibt es bei Dieselbetrieb eine entsprechende Schutzschaltung.

Bei 2-System-Dieselfahrzeugen macht das ja auch Sinn die Gleichstrom-Stromabnehmer zu erden an niedrigen Bahnsteigen, aber KEINESFALLS auf Gleisen, auf denen eine Gleichstromschiene in Betrieb ist, z.B. im Bereich des Bahnhof Eidelstedt.

Bei Fahrzeugen unter Fahrleitungs-Hochspannung sieht das schon wieder ganz anders aus.

PS: Dein kleiner Rechtschreibfehler "Spanungspotenzial zwischen Wagenkasten und Stromabnehmer" bringt mich auf schmunzelnde "Reibungsgedanken".
Da hat wohl jemand die rührende Befürchtung, dass an der Stromschienen-Abnehmren unter Oberleitung 15kV 16,7Hz anliegen. Nette Idee. "Geerdet", also niederohmig an "Masse" angeschlossen, müssen und dürfen sie nicht sein. Elektrisch getrennt mit hochohmigem Potenzialausgleich reicht völlig, um sich als paddeliger Bahnsteigkantensteher keinen Schlag zu holen

Gruß, Mattiias
Zitat
masi1157
Da hat wohl jemand die rührende Befürchtung, dass an der Stromschienen-Abnehmren unter Oberleitung 15kV 16,7Hz anliegen. Nette Idee. "Geerdet", also niederohmig an "Masse" angeschlossen, müssen und dürfen sie nicht sein. Elektrisch getrennt mit hochohmigem Potenzialausgleich reicht völlig, um sich als paddeliger Bahnsteigkantensteher keinen Schlag zu holen

Gruß, Mattiias

So wird das auch bei den Diesel-2-Systemern gemacht sein und nicht direkt kurzgeschlossen.
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