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Lange Dauer von Schienenprojekten in D'land - Abhilfe durch Beschleunigungskommission? - NEU: Generalsanierungen
geschrieben von Manfred Erlg 
Sehr sinnvoll, bei dem Ressourcenmangel in allen Branchen, kann man eh nicht überall gleichzeitig bauen.
10. Juli: Es gibt eine neue Presseinformation der Bahn:

Zitat

Generalsanierung: DB InfraGO AG schließt Austausch mit der Bahnbranche zu neuem Zeitplan abb

Weiteres Vorgehen soll Ressourcen der Industrie und Tragfähigkeit von Fahrplankonzepten während der Sanierung stärker berücksichtigen • Bund entscheidet über finale Eintaktung für die Korridore

In Frankfurt a. M. haben gestern die Eisenbahnverkehrsunternehmen, Verbände und Vertreter der Bundesländer mit der DB InfraGO AG den Austausch über die Generalsanierungen auf wichtigen Korridoren im Land fortgeführt. Ziel des Dialogs ist es, die zeitliche Abfolge der Sanierung von hochbelasteten Streckenabschnitten auf insgesamt rund 4.000 Kilometern Länge zu überprüfen und fortzuschreiben. Wie es die Koalitionsvereinbarung vorsieht, wird der Zeitraum an die Laufzeit des Sondervermögens angepasst. Die endgültige Entscheidung über die zeitliche Reihung für die weiteren Korridorsanierungen bis 2036 trifft der Bund.

Planungen 2026 und 2027 auf Kurs

Für 2026 und 2027 bleibt es aufgrund der weit fortgeschrittenen Bau- und Fahrplanungen bei der ursprünglichen Abfolge der Projekte. So sind die Auftragsvergaben an die Industrie weitestgehend erfolgt. Mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen wurden die Umleitungskonzepte bereits umfassend erörtert, und entsprechende Fahrpläne werden derzeit im Detail ausgearbeitet. 2026 werden die Strecken Hagen–Wuppertal–Köln, Nürnberg–Regensburg, Obertraubling–Passau und Troisdorf–Wiesbaden saniert.

2027 soll auf den Korridoren Rosenheim–Salzburg, Lehrte–Berlin, Bremerhaven–Bremen und Fulda–Hanau gebündelt erneuert und modernisiert werden. Die Planungen berücksichtigen die Wechselwirkungen mit anderen Baumaßnahmen, die laufenden Abstimmungen mit Partnerbahnen sowie Planungsfortschritte innerhalb der Projekte. Die Korridorsanierungen Lübeck–Hamburg und Frankfurt–Heidelberg werden in die Folgejahre verschoben. 2027 wird damit in vergleichbarem Umfang saniert wie 2026.

Ab 2028 Anpassungen im Zeitplan bis 2036

Ab 2028 soll der neue, gemeinsam entwickelte Zeitplan greifen. Die überarbeitete Planung ist das Ergebnis aus Rückmeldungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen, u.a. zur Stabilität von Umleitungsverkehren. Zentrale Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt Riedbahn und aus der Vorbereitung der kommenden Korridorsanierungen fließen ebenfalls in die Diskussion mit ein. Die Anzahl parallellaufender Maßnahmen pro Jahr wird damit reduziert. Auch die Bahnbaubranche hatte in diesem Zusammenhang auf begrenzte Ressourcen hingewiesen.

Für das Jahr 2028 wurde die Sanierung der Korridore Köln–Mainz, München–Rosenheim, Hagen–Unna–Hamm sowie Lübeck–Hamburg vorgeschlagen.

Die bisherige Planung für die Korridorsanierungen 2026 sowie die angepasste Projektabfolge ab 2027 wird in den nächsten Wochen mit dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) abgestimmt. Ziel ist es, zur Erfüllung der europäischen Vorgaben Mitte August die Eisenbahnverkehrsunternehmen und weitere Zugangsberechtigte formal über die Aktualisierung der Planungen für 2028 sowie die baubedingten Kapazitätseinschränkungen im Schienennetz für 2029 zu informieren.

Im Rahmen der Generalsanierungen bündelt die DB alle erforderlichen Maßnahmen, um den Zustand von Infrastruktur und Bahnhöfen innerhalb weniger Monate gewerkeübergreifend zu verbessern. Auf diese Weise können Synergien genutzt, schnelle Verbesserungen erzielt und die Einschränkungen für Reisende und Güterverkehrsunternehmen im Vergleich zum Bauen bei laufendem Zugbetrieb begrenzt werden. Pilotprojekt war im vergangenen Jahr die Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim, auf der die DB innerhalb von fünf Monaten zahlreiche Bauarbeiten gebündelt hatte. Die Strecke ist seit 15. Dezember 2024 planmäßig wieder in Betrieb. Ab 1. August startet die umfassende Erneuerung und Modernisierung der Strecke Hamburg–Berlin.

Ab 1. August 2025. Ebenfalls 2025 läuft die Sanierung der Strecke Emmerich – Oberhausen zeitgleich mit Ausbaumaßnahmen für ein drittes Gleis.
Heute Abend beginnt also die neunmonatige Totalsperrung zwischen Hamburg und Berlin. Das generiert natürlich eine Menge Presseartikel, in denen das Projekt - so wie es geplant ist - in Frage gestellt wird. Auch bei der Tagesschau gibt es mehrere Artikel - auch über das gerade vorgelegte Halbjahresergebnis der Bahn.

Zitat

Bahnstrecke Hamburg-Berlin: Noch eine "Generalsanierung" - muss das sein?

Bei der Bahn steht die nächste "Generalsanierung" an. Neun Monate lang wird zwischen Hamburg und Berlin modernisiert - für Pendler eine Zumutung. Muss das sein? Das fragt sich auch die Politik.

[www.tagesschau.de] [mit Audio]


Zitat

Halbjahreszahlen vorgelegt Das komplizierte Geschäft der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn kämpft an vielen Fronten: Es geht um mehr Pünktlichkeit, ein besseres Schienennetz, mehr Wirtschaftlichkeit. Dass sie es dabei so schwer hat, hat viele Gründe.

[www.tagesschau.de] [mit Video]


Zitat

Minister Schnieder zur Bahn: "Natürlich unzufrieden mit Pünktlichkeitswerten

Verkehrsminister Schnieder zeigt sich bei den tagesthemen unzufrieden mit der Bilanz der Deutschen Bahn - vor allem die Pünktlichkeit müsste sich verbessern. Bis zum Sommer will er eine Strategie vorlegen, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen.

[www.tagesschau.de] [mit Video]

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Zitat

Schon wieder 760 Millionen Euro Verlust: Wie Bahn-Chef Richard Lutz die Wende schaffen will

Die Deutsche Bahn bleibt trotz harter Sanierungsmaßnahmen im ersten Halbjahr 2025 in der Verlustzone. Um die Wende zu schaffen, setzt Bahnchef Lutz auf Zumutungen für Belegschaft und Bahnkunden.

[www.tagesspiegel.de]


Zitat

Streckensperrung Hamburg-Berlin: Ersatzverkehr mit Bussen bereits angelaufen

Noch ist die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg offen. Doch der Ersatzverkehr mit Bussen läuft bereits seit dem frühen Morgen.

[www.tagesspiegel.de]
Zur NBS Gelnhausen-Fulda:

Nach einem nüchternen Blick auf den immensen Tunnelanteil schlussfolgere ich, dass man die Mottgers-Spange günstiger hätte bauen können.
Spätestens dann, wenn man den dadurch überflüssig werdenen Ausbau Hanau-Nantenbach gegenrechnet.
Ich unterstelle 1 km Bahntunnel à 100 MioEUR --> 30 Tunnelkilometer zwischen Gelnhausen und Fulda kosten 3 MrdEUR.

Die Spange hätte gerade mal 10 km Umweg Gelnhausen-Fulda und +20 km für Hanau-Rohrbach, also in Summe +30 km verursacht.

Nehmen wir an:
  • 2 Züge pro Stunde und Richtung
  • 18 h Betrieb pro Tag
  • 15 EUR/km Betriebskosten
----> 2/h*2*18h/d*30km*365d*15EUR/km = 11,83 MioEUR / Jahr.

3 Mrd / 11,83 Mio/Jahr = 253 Jahre Amortisationszeit.
Zitat
Chef-Stef
Zur NBS Gelnhausen-Fulda:

Nach einem nüchternen Blick auf den immensen Tunnelanteil schlussfolgere ich, dass man die Mottgers-Spange günstiger hätte bauen können.
Spätestens dann, wenn man den dadurch überflüssig werdenen Ausbau Hanau-Nantenbach gegenrechnet.
Ich unterstelle 1 km Bahntunnel à 100 MioEUR --> 30 Tunnelkilometer zwischen Gelnhausen und Fulda kosten 3 MrdEUR.

Die Spange hätte gerade mal 10 km Umweg Gelnhausen-Fulda und +20 km für Hanau-Rohrbach, also in Summe +30 km verursacht.

Nehmen wir an:
  • 2 Züge pro Stunde und Richtung
  • 18 h Betrieb pro Tag
  • 15 EUR/km Betriebskosten
----> 2/h*2*18h/d*30km*365d*15EUR/km = 11,83 MioEUR / Jahr.

3 Mrd / 11,83 Mio/Jahr = 253 Jahre Amortisationszeit.

Ohne die verlinkte Seite komplett gelesen zu haben: Wieviel Reisezeitverlängerung bedeuten die 30km Umweg? Reisezeit – nicht: Fahrzeit, also unter Berücksichtigung von Anschlüssen, die nur stündlich oder gar zweistündlich fahren und die wegen dem Umweg nicht mehr erreicht werden.
Heute ist der Plan für die zeitlich gestreckten Generalsanierungen im Zeitraum 2028 bis 2036 vorgestellt worden. In den Jahren 2026 und 2027 gibt es keine Änderungen, da die Planungen schon weit fortgeschritten sind.

Presseinformation der Bahn von heute Vormittag:

[www.deutschebahn.com]

Zitat

Generalsanierung: Bund bestätigt mit der Branche abgestimmten neuen Zeitplan der DB InfraGO AG

Überarbeitung berücksichtigt Ressourcen der Industrie und Tragfähigkeit der Fahrplankonzepte •
Kompensation bei Trassenpreisen ab dem kommenden Jahr angestrebt


Bei der Generalsanierung hochbelasteter Streckenabschnitte im Schienennetz bleibt die Deutsche Bahn (DB) auf Kurs. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat dem von der DB InfraGO AG mit Eisenbahnverkehrsunternehmen, Verbänden und Bundesländern überarbeiteten Zeitplan zugestimmt. Damit setzt die DB die in der Koalitionsvereinbarung vorgesehene Anpassung der Sanierungszeiträume an die Laufzeit des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität um. Zudem wurden die Rückmeldungen der Branche, u.a. zur Stabilität von Umleitungsverkehren sowie die Ressourcen der Bahn- und Bauindustrie berücksichtigt.

Der Präsident des Bundesverbands SchienenNahverkehr, Thomas Prechtl, zum neuen Zeitplan: „Es ist dringend geboten, ein der Daseinsvorsorge und der Bedeutung für den Wirtschaftsstandort entsprechend angemessenes SPNV-Angebot und dessen integrierte Verknüpfung mit dem ÖPNV insgesamt aufrecht zu erhalten. Wir sind darum froh, mit dieser breit abgestimmten Abfolge der Generalsanierungen im ganzen Land nun Planungssicherheit für die nächsten zehn Jahre zu haben. Jetzt gilt es, dass bei jeder monatelangen Streckensperrung durch das neue eisenbahnbetrieblich orientierte Streckenlayout auch spürbare Verbesserungen im Angebot für die Fahrgäste herauskommen."

In die mehrstufige Diskussion mit der Bahn- und Baubranche zum Sanierungskonzept im Juni und Juli sind auch zentrale Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt Riedbahn eingeflossen. So wurde die Anzahl parallellaufender Sanierungen pro Jahr auf hochbelasteten Strecken im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen reduziert.

Gleichzeitig strebt die DB InfraGO AG ab 2026 bei den Trassenpreisen Erleichterungen für die Eisenbahnverkehrsunternehmen an, deren Züge wegen der Korridorsanierungen auf Umleitungsstrecken längere Wege zurücklegen müssen. Für diese Verkehre sollen keine höheren Kosten entstehen als auf dem regulären Weg. Für jede Umleitungsstrecke ist ein vorab definierter, prozentualer Entgeltnachlass vorgesehen, der in den Infrastrukturnutzungsbedingungen der DB InfraGO AG veröffentlicht wird. Diese Art der Kompensation erfordert eine Zustimmung der Bundesnetzagentur. Mit einer Entscheidung der Behörde ist frühestens im November zu rechnen.

Im kommenden Jahr werden planmäßig die Generalsanierungen der Korridore Hagen–Wuppertal–Köln, Nürnberg–Regensburg, Obertraubling–Passau und Troisdorf–Unkel/Unkel–Wiesbaden durchgeführt. Die Bauleistungen sind bereits vergeben. Für das Jahr 2027 ist die gebündelte Erneuerung und Modernisierung der Korridore Rosenheim–Salzburg, Lehrte–Berlin, Bremerhaven–Bremen und Fulda–Hanau vorgesehen. Die Planungen berücksichtigen Wechselwirkungen mit anderen Baumaßnahmen und Abstimmungen mit Partnerbahnen. Mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den für den Nahverkehr zuständigen Aufgabenträgern wurden Umleitungskonzepte umfassend erörtert. Entsprechende Fahrpläne werden aktuell im Detail ausgearbeitet. Zudem hat die DB InfraGO AG bereits Unternehmen gebunden, die in den Jahren 2026 und 2027 die erforderlichen Leistungen im Schienenersatzverkehr erbringen.

Für die Jahre ab 2028 wurden folgende Generalsanierungen eingeplant:

2028
Köln–Koblenz/Koblenz–Mainz
München–Rosenheim
Hagen–Unna–Hamm
Lübeck–Hamburg

2029
Hamburg–Hannover
Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen
Forbach–Ludwigshafen
Aachen–Köln

2030
Stuttgart–Ulm
Stendal–Magdeburg
Uelzen–Stendal
Frankfurt–Heidelberg

2031
Mannheim-Karlsruhe
Lehrte–Groß Gleidingen
Bremen–Hamburg
Würzburg–Nürnberg

2032
Bebra–Erfurt
Bebra–Fulda
Münster–Recklinghausen
Weddel–Magdeburg

2033
Bremen-Osnabrück
Osnabrück-Münster
Hamm–Düsseldorf–Köln

2034
Bremen/Rotenburg–Wunstorf
Kassel–Friedberg
Ulm–Augsburg

2035
Minden–Wunstorf
Nordstemmen–Göttingen

2036
Flensburg–Hamburg
Zitat
Chef-Stef
Zur NBS Gelnhausen-Fulda:

Nach einem nüchternen Blick auf den immensen Tunnelanteil schlussfolgere ich, dass man die Mottgers-Spange günstiger hätte bauen können.
Spätestens dann, wenn man den dadurch überflüssig werdenen Ausbau Hanau-Nantenbach gegenrechnet.
Ich unterstelle 1 km Bahntunnel à 100 MioEUR --> 30 Tunnelkilometer zwischen Gelnhausen und Fulda kosten 3 MrdEUR. [...]

Der von Stef-Chef angestellte Kostenvergleich ist irrelevant - selbst wenn er richtig ist. Es ist sinnfrei, alte Planungsvarianten erneut diskutieren zu wollen, ohne alle Fakten zu kennen.

Im Vorfeld des Raumordnungsverfahrens sind 13 Trassenkorridore innerhalb des Suchraums definiert worden, darunter die Variante III nach Mottgers, die als einzige eine Anbindung Richtung Würzburg hatte (bei Obersinn). Beim Variantenvergleich haben die spätere Vorzugsvariante IV und die auf der Westseite des Kinzigtals liegende Variante VII am besten abgeschnitten (fast gleichwertig); beide kamen ins Raumordnungsverfahren. Die Variante III bekam eine sehr schlechte Note; wegen schwerer Mängel beim Thema Gebiets- und Artenschutz wurde sie für nicht genehmigungsfähig gehalten.

Siehe hier [hanau-fulda.deutschebahn.com] unter "Projekt".

Für die Verbindung Hanau - Würzburg verblieb so nur der Weg über Aschaffenburg mit dem viergleisigen Ausbau zwischen Hanau und Mainaschaff sowie dem Neubauabschnitt zwischen Heigenbrücken und Nantenbach.

Die folgende Grafik aus einer Präsentation von 2016 zeigt die sieben Hauptvarianten; außerdem hat es noch Kombinationen gegeben. Farben: orange = Brücke, grün = oberirdisch; blau = Tunnel.


Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschhlossen, das auch die Neu- und Ausbauprojekte der Bahn betrifft. Weitergehende Änderungen im Umweltrecht auf Grundlage der Regelungsvorschläge des BMV sollen durch ein zweites Gesetzgebungspaket bis Ende Februar durch das Bundesumweltministerium (BMUKN) vorgelegt werden.

Dazu die Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums (BMV): [www.bmv.de]

Zitat

Infrastruktur-Zukunftsgesetz von Kabinett beschlossen
Schneller planen, schneller bauen.

Das Bundeskabinett hat heute das von Bundesminister Patrick Schnieder vorgelegte Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschlossen. Damit setzt die Bundesregierung einen zentralen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um und leitet einen grundlegenden Modernisierungsschub für Planung und Genehmigung von Infrastrukturprojekten ein. Ziel ist es, Verfahren deutlich zu vereinfachen, zu digitalisieren und erheblich zu beschleunigen – damit Sanierungen und Ausbauten schneller umgesetzt werden können.

Denn Deutschland steht vor einer zentralen Zukunftsaufgabe: Marode Brücken, überlastete Schienenwege und sanierungsbedürftige Wasserstraßen treffen bislang auf langwierige und komplexe Genehmigungsprozesse. Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz setzt hier an und schafft durch die Änderung maßgeblicher Verfahrens-, Fachplanungs- und Umweltvorschriften die rechtlichen Voraussetzungen für mehr Tempo, Verlässlichkeit und Planungssicherheit beim Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur.

Bundesverkehrsminister Schnieder: "Wir beenden die Zeit der Dauerverfahren. Deutschland braucht eine Infrastruktur, die Sicherheit, Mobilität und wirtschaftliche Stärke garantiert. Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz schaffen wir ein modernes, digitales und wegweisendes Planungsrecht. Wir geben Behörden und Unternehmen endlich Tempo, Klarheit und Verlässlichkeit – damit Sanierungen und Ausbauten dort ankommen, wo sie gebraucht werden: auf unseren Straßen, Brücken, Schienen und Wasserwegen."

Die Modernisierung des Planungsrechts hat bedeutende Auswirkungen – auf Zeit, Geld und Akzeptanz. Durch die Vermeidung doppelter Prüfungen in Raumordnungs- und Linienbestimmungsverfahren können Monate bis Jahre eingespart werden. Durch digitale Verfahren mit Building Information Modeling (BIM) und KI-gestützter Einwendungsbearbeitung können sich Prozesse um bis zu 30 Prozent verkürzen. Verbindliche Fristen verhindern Stillstand durch Nichtentscheidungen. Wenn damit Infrastrukturprojekte nur um zehn Prozent effizienter werden, könnte die Bundesregierung mit den vorhandenen Mitteln deutlich mehr Projekte umsetzen. Zudem können inflationsbedingte Kostensteigerungen bei Bauprojekten durch schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse reduziert werden.

Dafür hat das Bundesverkehrsministerium (BMV) einen umfassenden Gesetzentwurf vorgelegt, der die Verfahren zum einen ganzheitlich in den Blick nimmt und zum anderen dort effizienter und schneller macht, wo es erforderlich ist. Die politische Einigung zu den Inhalten des Gesetzes am 10./11. Dezember 2025 stellte darüber hinaus klar, dass weitergehende Änderungen im Umweltrecht auf Grundlage der Regelungsvorschläge des BMV durch ein zweites Gesetzgebungspaket bis Ende Februar durch das Bundesumweltministerium (BMUKN) vorgelegt werden. Das zeigt, dass die Bundesregierung gemeinsam und auf allen Rechtsgebieten für die nötige Beschleunigung sorgt.

Informationen zu den zentralen Inhalten des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes finden Sie hier: [www.bmv.de]

Der Gesetzesentwurf ist unter nachfolgendem Link abrufbar: [www.bmv.de]

Das Gesetz enthält Artikel mit Änderungen der folgenden Gesetze:

Artikel 1 Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes
Artikel 2 Änderung des Bundesschienenwegeausbaugesetzes
Artikel 3 Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes
Artikel 4 Änderung des Bundesfernstraßengesetzes
Artikel 5 Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes
Artikel 6 Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes
Artikel 7 Änderung des Bundeswasserstraßenausbaugesetzes
Artikel 8 Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes
Artikel 9 Änderung des Luftverkehrsgesetzes
Artikel 10 Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes
Artikel 11 Änderung des Verwaltungsverfahrensgesetzes
Artikel 12 Änderung des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung
Artikel 13 Änderung des Raumordnungsgesetzes
Artikel 14 Änderung des Fernstraßen-Bundesamt-Errichtungsgesetzes
Artikel 15 Änderung des Personenbeförderungsgesetzes
Artikel 16 Änderung des Atomgesetzes
Artikel 17 Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes
Artikel 18 Änderung der Deponieverordnung



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.09.2026 11:22 von Manfred Erlg.
Hier sind noch zwei Presseinformationen der DB aus dem Dezember 2025, 1. zur Zwischenbilanz der Generalsanierung Hamburg-Berlin und 2. zur Gesamtbilanz aller Baumaßnahmen im Jahr 2025:

6. Dezember 2025, Berlin

Zitat

Generalsanierung Hamburg–Berlin im Zeitplan: Erste Bauphase steht vor dem Abschluss

Erneuerung von Gleisen, Weichen sowie Schallschutzwänden weitgehend abgeschlossen •
740 Kilometer Kabel für Anschluss von Anlagen an neue Stellwerkstechnik erforderlich •
Fortlaufende Anpassung des Ersatzverkehrs an die Nachfrage


Rund fünf Monate nach dem Start der Generalsanierung auf der Bahnstrecke Hamburg–Berlin steht die erste Bauphase planmäßig vor dem Abschluss. Mehr als 1.000 Mitarbeitende der DB InfraGO und der beteiligten Bauunternehmen haben seit 1. August mit bis zu 140 Baumaschinen vor allem den sogenannten Oberbau erneuert: 164 km Gleise, 241 Weichen, 5 km Schallschutzwände, 270 Signale, 25 km Oberleitung und 12 Bahnsteige. Damit ist das geplante Bausoll für den Oberbau bereits erfüllt. Für mehr Flexibilität im Betrieb sowie alternative Fahrtmöglichkeiten bei Störungen hat die DB InfraGO außerdem neue Weichenverbindungen und Überleitstellen gebaut und die Oberleitungen entsprechend angepasst. In der nächsten Bauphase steht nun neben den Bahnhöfen die Signal- und Stellwerkstechnik im Fokus.

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG: „Mit dem Abschluss der Oberbauarbeiten geht die Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin in ihre nächste wichtige Phase. Eine moderne Leit- und Sicherungstechnik wird diese wichtige Verbindung langfristig stabiler, leistungsfähiger und zukunftsfest machen. In den kommenden Monaten gilt es nun, mehr als 1.000 einzelne technische Anlagen mit der rundum erneuerten Stellwerkstechnik zu verbinden. Unser Team hat dabei gemeinsam mit den Herstellern also noch einige Herausforderungen vor sich.“

Weiterlesen (Details der weiteren Arbeiten): [www.deutschebahn.com]

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28. Dezember 2025, Berlin

Zitat

Bilanz 2025: DB InfraGO verbaut mehr als 19 Milliarden Euro für bessere Infrastruktur

Bauvolumen in Oberbau-Gewerken über Vorjahr: 2.065 Weichen erneuert, 2.173 km Gleise gebaut •
950 Bahnhöfe modernisiert und 60 moderne Stellwerke errichtet •
DB InfraGO-Vorstandsvorsitzender Philipp Nagl: Fahren und Bauen bleibt große Herausforderung


Für 2025 bilanziert DB InfraGO ein gegenüber Vorjahr weiter gestiegenes Bauvolumen zur Sanierung des Schienennetzes in Deutschland. Auf rund 26.000 Baustellen wurde in den zurückliegenden Monaten planmäßig gebaut - zur Sanierung zahlreicher Strecken und Anlagen, zur Modernisierung von Bahnhöfen sowie zur Erneuerung von Leit- und Sicherungstechnik.

2025 standen dem gemeinwohlorientierten Infrastrukturbereich der Deutschen Bahn dafür mehr als 19 Milliarden Euro zur Verfügung. Zu den größten Vorhaben zählt die laufende Korridorsanierung der Strecke Hamburg-Berlin, die Inbetriebnahme der Dresdner Bahn/Anhalter Bahn sowie die Wiederinbetriebnahme der bei der Flut 2021 zerstörten Ahrtalbahn.

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG: „Wir konnten in diesem Jahr ein riesiges Bauvolumen umsetzen, haben erfolgreich große Projekte und auch viele kleine Maßnahmen fertiggestellt. Das ist eine enorme Leistung unseres InfraGO-Teams. Für 2026 haben wir die Planungs- und Finanzierungssicherheit, um die Sanierung weiter kraftvoll vorantreiben zu können. Zentrale Herausforderung bleibt ‚Fahren und Bauen‘ übereinander zu bekommen. Wir gehen von 28.000 Baustellen aus und einer mindestens gleichbleibenden Betriebsleistung in Höhe von über einer Milliarde Trassenkilometern. Zu Ende 2025 sind 530 Eisenbahnunternehmen, Operateure und Verlader im deutschen Netz unterwegs – der Rekord steht auch für die Attraktivität des Bahnverkehrs.“

Zum Jahresende lässt sich prognostizieren, dass bei den Investitionen im Gesamtnetz des Fahrwegs die Mengen in einigen Gewerken des Oberbaus gegenüber Vorjahr steigen werden. Auch bei den Bahnhöfen liegen Modernisierungsaufkommen und Inbetriebnahmen über jenen des Jahres 2024.

Weiterlesen: [www.deutschebahn.com]

Es folgt eine kurze Vorstellung der Leuchtturmprojekte im Jahr 2025 mit weiterführenden Links.
Wenn man sich derzeit die DB Hafas Fahrplanauskünfte Hamburg - Berlin anschaut, sieht man, dass die ICE Fahrzeiten um die 2 Stunden betragen und regelmäßig erscheint der Hinweis, dass mit weiteren 10 Min. Verspätung gerechnet werden müsse und wenn man sich die bereits beendeten Fahrten anschaut, ist das auch oft der Fall. Also alles deutlich schlechter als vor Beginn der Generalsanierung. DB-seitig herrscht darüber offenbar großes Schweigen und Ursachen kann man nur vermuten.
Obwohl bereits vor Beginn der Arbeiten etliche Teilvorhaben gestrichen wurden, wie z. B. die Ausrüstung mit ETCS, wurde die geplante Zeit deutlich überschritten. Aus Bahnbauer-Kreisen hörte ist das Gerücht, dass Bahnbaufirmen ihre Mitarbeiter abziehen und woanders einsetzen, wenn die vereinbarten wöchentlichen Zahlungen der DB nicht pünktlich eintreffen. Das könnte manchen Stillstand erklären.

Dass Pressemeldungen von der Realität abweichen können, zeigt die weiter oben zitierte der DB vom 6.12.2025, wo es heißt, dass die 5 km erneuerte Lärmschutzwände bereits fertiggestellt seien. Diese 5 km liegen allesamt im Bereich Aumühle - Wohltorf und im Dezember war da aus der S-Bahn gut sichtbar noch fast nichts fertig. Das beschleunigte sich erst Mitte März 2026 und zum ursprünglichen Sperrungsende 30.4.2026 fehlten auch noch etliche Elemente. Erschwerend kam hinzu, dass eine Woche vor Teilinbetriebnahme Hamburg - Schwerin Mitte Mai die Oberleitung eingeschaltet und Belastungsfahrten zur Schotterverdichtung aufgenommen wurden, damit war der Weiterbau mit Zweiwegebagger von der Gleisseite aus nicht mehr möglich und die Baustraße südlich der Strecke lag auch durch Büsche und Bäume getrennt von der Lärmschutzwand. Fortan mühten sich Arbeiter auf Leitern damit ab, die Wandelemente an den Pfeilern hochzuschieben und oben zwischen die Pfeiler einzufädeln. Am Freitagabend vor der Planbetriebsaufnahme waren noch etwa ein Dutzend kurze Wandfelder ohne Elemente, am Montagmorgen aus dem zweiten RE1 nach Rostock war keine Lücke mehr erkennbar, mit Tag- und Nachtschichten am Wochenende hatte man es also gerade noch geschafft. Eine gelungene Planung für dieses kleine Teilvorhaben würde ich mir anders vorstellen.

Ein aktiv bei einem Bahnbauunternehmen auch mehrfach an der Berliner Strecke eingesetzter Mitarbeiter zeigte mir kürzlich auf seinem Dienst-Mobiltelefon, dass es auf der Strecke noch immer eine ganze Reihe Langsamfahrstellen gäbe, eine sogar mit nur 40 km/h. Das hätte ich nach einer Generalsanierung nicht erwartet. Weiter erwähnte er, dass die neu gebauten Stellwerke eigentlich mit ETCS arbeiten sollten, was ja eingespart wurde. Bei den Gleiserneuerungen wurde deshalb wieder LZB eingebaut, was im Zusammenhang mit den neuen Stellwerken allerdings eine Neuzulassung erfordern soll. LZB-Neuzulassungen sind aber angeblich nach irgendwelchen Richtlinien nicht mehr erlaubt. Damit dürfen Züge im Bereich der neuen Stellwerke nicht mehr mit 230 km/h, sondern nur noch 160 km/h fahren. Das würde die jetzigen langen Fahrzeiten erklären und hieße, dass diese gelten, bis ETCS doch noch eingebaut wird, oder LZB ausnahmsweise doch noch neu genehmigt wird, Bürokratie vom Feinsten und vielleicht auch Fehlplanung.

Leider weiß ich nicht, wie ich das alles in endlicher Zeit verifizieren könnte und hoffe auf Kommentierungen von Foristen, die tiefere Einsichten in die Tatsachen und vielleicht auch abweichende Begründungen haben.

Ach ja, warb die DB nicht vor einem Vierteljahrhundert mit 90 Min. Hamburg - Berlin und bietet jetzt gern 130 Min. an?
Ohne konsequenten ETCS-Einbau machen die Generalsanierungen keinen Sinn.
Ein Insider (der ETCS-Einbau für die DB plant/projektiert) hat am Lagerfeuer behauptet, es gäbe halt nur (noch) sehr wenige Menschen, die die Verantwortung der Abnahme aufsich nehmen würden und es i.d.R. daran scheitert (der Einbau).

Da frag ich mich, wie machen es die anderen Länder, um uns herum, denn da scheint mir mehr ETCS eingebaut zu werden.

Zweitens hätte ich lieber eine noch längere Vollsperrung, dafür den ETCS komplett einbau...

Aber wenn es da auch an dem Umgang der DB mit den Baufirmen zu scheitern scheint, kann man ja nichts gutes hoffen.

Wären die Generalsanierungen (gerne mit gestreckten Zeitplänen und den in Deutschland üblichen Verzögerungen...) so umgesetzt worden, wäre das ne richtig geile Sache geworden. Aber jetzt mit der CDU gibts auch wieder niemanden in der Bundesregierung, der Eisenbahn ernst nimmt...
Zitat
PassusDuriusculus
Da frag ich mich, wie machen es die anderen Länder, um uns herum, denn da scheint mir mehr ETCS eingebaut zu werden.

Die Frage ist nur welches Level.

Meistens wird ja Level NTC verbaut, dass letztlich nur bestehende ZB umrüstet ohne das eigentliche Sicherheitsprotokoll zu ändern.
In den NDR Hörfunk - Nachrichten heißt es heute, dass (Hinzugefügt: trotz der überlangen heutigen Fahrplanzeiten) nur jeder vierte Fernzug auf dieser Strecke weniger als 6 Min. Verspätung hat, also nach DB-Meinung "pünktlich" ist. Demnächst sollen die Stellwerke in Büchen und Nauen neue Software erhalten. In mehreren Nächten sollen auch Streckensperrungen für Nachbesserungen erfolgen. Durch die neue Software erhofft man zumindest eine erhöhte Pünktlichkeit. Ob und wann die Vor-Sanierungswerte wieder erreicht werden könnten, wird leider nicht gemeldet.
Noch einmal zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz (siehe mein Beitrag vom 01.01.2026 weiter oben auf dieser Seite):

Artikel des Bundesverkehrsministeriums (BMV) vom 14.07.2026:

[www.bmv.de]

Zitat

Infopapier zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG)

Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz ist das zentrale Beschleunigungsgesetz des Bundesverkehrsministeriums in dieser Legislaturperiode. Es setzt einen wesentlichen Teil des Koalitionsvertrages und der zwischen Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen der Föderalen Modernisierungsagenda um und nutzt die auf nationaler Ebene bestehenden Spielräume zur Beschleunigung konsequent aus. Das Gesetz wurde heute vom Bundesrat beschlossen.

1. Mehr Tempo für Planung und Bau: Warum das InfZuG notwendig ist

[...] Ergebnis: Die Modernisierung des Planungs- und Genehmigungsrechts hat erhebliche Auswirkungen auf Verfahrensdauer, Kosten und Akzeptanz. Durch klare Priorisierung und die Vermeidung doppelter Prüfungen können Monate bis Jahre eingespart werden. Digitale Verfahren, Building Information Modeling (BIM) und KI-gestützte Einwendungsbearbeitungen bieten zusätzlich das Potenzial, einzelne Verfahrensschritte, um bis zu 30 Prozent zu verkürzen.

2. Welche Änderungen wurden im Parlamentarischen Verfahren vorgenommen?

In den vergangenen Wochen gab es intensive Beratungen zwischen Bundesregierung und Koalitionsfraktionen. Zudem wurden Zusagen aus der Gegenäußerung der Bundesregierung zum Entschließungsbeschluss des Bundesrates in die Formulierungshilfe übernommen. Auch wurden im Zuge der parlamentarischen Beratungen auf Initiative des Deutschen Bundestages weitere Regelungen ergänzt oder bestehende Ansätze weiterentwickelt. [...]

3. Praxisbeispiele: Was das Infrastruktur-Zukunftsgesetz konkret verändert

[...]

4. Zum Verfahren

Der Gesetzentwurf wurde am 17. Dezember 2025 im Bundeskabinett beschlossen. Die Stellungnahme des Bundesrates folgte am 30. Januar 2026, die Gegenäußerung der Bundesregierung am 25. Februar 2026. Die erste Lesung im Deutschen Bundestag fand am 26. Februar 2026 statt. Im Frühjahr 2026 wurden intensive Berichterstattergespräche geführt. Die zweite und dritte Lesung im Deutschen Bundestag fand am 26. Juni 2026 statt. Die Befassung des Bundesrates ist für den 10. Juli 2026 vorgesehen [Anmerkung: ist erledigt].

Die wesentlichen Inhalte des Gesetzes sind bereits mehrfach politisch beschlossen worden – im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD, im Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 4. Dezember 2025, im Koalitionsausschuss am 10. Dezember 2025 sowie mit dem Kabinettbeschluss vom 17. Dezember 2025.

Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz ist Teil einer umfassenden Beschleunigungsagenda. Weitere Vorhaben sind die Novelle des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes, das Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur, das Vergabebeschleunigungsgesetz sowie weitere Maßnahmen aus der Föderalen Modernisierungsagenda.

Zu den ersten drei Punkten kann man (siehe Link oben) Erläuterungen, als [...] gekennzeichnet, sichtbar machen.
Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums von heute:

[www.bmv.de]

Zitat

Bund legt mit Infraplan 2026 neuen Rahmen für die Entwicklung der Schieneninfrastruktur vor

Lange: Mit dem Infraplan nehmen wir das gesamte Schienennetz in den Blick

Das Bundesministerium für Verkehr stellt heute den Infraplan 2026 vor. Er führt erstmals die wesentlichen Maßnahmen zur Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur in einer Gesamtsicht zusammen und zeigt für die Jahre 2026 bis 2030, welche Maßnahmen im Schienennetz vorgesehen sind.

Der Infraplan ist Teil des neuen Infrastruktur-Gesamtkonzepts des Bundes. Künftig sollen Leitstrategie, Zielnetz 2035 und Infraplan ineinandergreifen: von den langfristigen verkehrspolitischen Zielen über die Prioritäten für das Netz bis zur konkreten Umsetzung in den kommenden fünf Jahren.

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr:

"Ich fahre selbst viel Bahn und weiß: Für die Menschen zählt am Ende, ob die Bahn verlässlich fährt. Genau daran muss sich auch unsere Infrastrukturpolitik messen lassen. Mit dem Infraplan schauen wir deshalb nicht mehr nur auf einzelne Schienenprojekte und -programme, sondern auf das gesamte Netz. Der Bund gibt Ziele und Prioritäten vor, die DB InfraGO setzt um und wir machen transparent, dass wir vorankommen. Die Probleme im Netz sind über viele Jahre entstanden. Einfach den Schalter umlegen geht nicht. Aber wir können künftig über den ganzheitlichen Blick von Zielnetz und Infraplan die richtigen Prioritäten setzen und dafür sorgen, dass Verbesserungen am Ende bei Fahrgästen und Unternehmen ankommen."

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG:

"Der Infraplan des Bundes ist ein wichtiger Schritt hin zu einer verlässlicheren und leistungsfähigeren Schieneninfrastruktur in Deutschland. Er schafft einen gemeinsamen Rahmen, in dem Ziele, Maßnahmen und Wirkungen transparent zusammengeführt werden. Für uns als DB InfraGO ist das von großer Bedeutung, weil klare Prioritäten die Grundlage für eine wirksame Planung und Umsetzung schaffen. Mit dem Infraplan können wir die richtigen Maßnahmen für Bestandsnetz, Modernisierung und Ausbau gezielt vorantreiben. Das bringt ein Plus an Stabilität und Qualität, und das spüren am Ende auch die Kundinnen und Kunden."

Der Infraplan 2026 umfasst Maßnahmen aus Neu- und Ausbau, Elektrifizierung, Korridorsanierungen, Lärmsanierung, Bahnhöfen sowie Kleine und Mittlere Maßnahmen. Hinzu kommen Maßnahmen des aktuellen GVFG-Bundesprogramms und des Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG). Damit löst sich der Bund stärker von der bisherigen Betrachtung einzelner Programme und richtet den Blick auf die Entwicklung des Gesamtnetzes.

Der Infraplan soll künftig jährlich fortgeschrieben werden. Er wird schrittweise weiterentwickelt, um Verbindlichkeit und Planungssicherheit stetig zu erhöhen. Hierfür soll noch in dieser Legislaturperiode die gesetzliche Verankerung des Infrastruktur-Gesamtkonzepts realisiert und die Verknüpfung mit einem Eisenbahninfrastrukturfonds in die Wege geleitet werden.

Zudem arbeitet das BMV mit dem Infraplan daran, Infrastrukturplanung, Haushaltsplanung des Bundes und Unternehmensplanung der DB InfraGO AG enger als bisher miteinander zu verzahnen.

Weiterführende Informationen:

Infraplan 2026 PDF, 1 MB

Anhang zum Infraplan 2026 PDF, 1 MB
Presse zum Infraplan 2026

DIE ZEIT:
Zitat

Verkehrsministerium stellt neuen Plan zur Bahn-Sanierung vor

Mit dem Infraplan will die Bundesregierung die Modernisierung des Bahnnetzes besser koordinieren. Gewerkschaften kritisieren, dass die Finanzierung nicht geklärt ist.

[...] Die Eisenbahngewerkschaft EVG bezeichnete den Infraplan als überfällig. Viel zu lange habe sich »der Bund bei der Schiene aus der Verantwortung gestohlen«, sagte ‌EVG-Chef Martin Burkert. Deshalb sei die Bahninfrastruktur marode und unzuverlässig, worunter Unternehmen, Fahrgäste und Beschäftigte regelmäßig zu leiden hätten. ​Der Infraplan gehe in die richtige Richtung, aber es sei »zu früh, um Sektkorken knallen zu lassen.« Denn die politischen ⁠Ziele müssten auch finanziell ​hinterlegt werden. [...]

Weiterlesen: [www.zeit.de]

TAGESSPIEGEL:
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Mit neuem Fünf-Jahres-Plan: So will die Bundesregierung die Bahn auf Vordermann bringen

Der Bund investiert viel Geld ins Schienennetz. Doch wie dieses ausgegeben wird, folgte bisher meist dem Zufall. Der neue Infraplan soll das ändern – bleibt aber zunächst lückenhaft.

Deutschland investiert Rekordsummen in die Bahn. Im vergangenen Jahr hat der Bund laut Allianz pro Schiene 222 Euro pro Einwohner für den Erhalt und den Ausbau des Schienennetzes ausgegeben. 2023 waren es nur 115 Euro. Insgesamt möchte die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode über 100 Milliarden Euro bereitstellen. [...]

Weiterlesen: [www.tagesspiegel.de]

Frankfurter Allgemeine:
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Pünktlichere Bahn: Ein Masterplan für die Schiene

Der Bund will die Deutsche Bahn stärker steuern und legt dafür ein neues Konzept vor. Doch etliche Fragen sind noch ungeklärt.

[...] Der Infraplan ist allerdings nur ein Teil eines „Gesamtkonzepts“, das Lange gerne als „magisches Dreieck“ bezeichnet. Schließlich fehlen noch die Milliarden für die Finanzierung des Aufgabenkatalogs. Die Verhandlungen zwischen Bund und Staatskonzern laufen gerade. An der Spitze dieses Dreiecks steht der Eisenbahninfrastrukturfonds, der losgelöst von „Haushaltszufälligkeiten“, wie es Lange nennt, die Finanzierung der gesamten deutschen Schieneninfrastruktur sicherstellen soll. Möglichst schon ab Anfang 2028. Da viele von Langes Parlamentarierkollegen in diesen „Haushaltszufälligkeiten“ eher den bewussten Gestaltungswillen des Gesetzgebers sehen, gibt es über die Einrichtung eines solchen Fonds schon lange Streit. Jedenfalls steht auch der schon seit Jahren auf der Wunschliste der Verkehrspolitiker, soll er doch für mehr Planungssicherheit sorgen. Bisher ist die Finanzierung von Aus- und Neubauprojekten und anderen Maßnahmen von der jeweiligen jährlichen Haushaltslage abhängig. [...]

Weiterlesen: [www.faz.net]



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.10.2026 14:55 von Manfred Erlg.
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Manfred Erlg
TAGESSPIEGEL:
Zitat

Deutschland investiert Rekordsummen in die Bahn. Im vergangenen Jahr hat der Bund laut Allianz pro Schiene 222 Euro pro Einwohner für den Erhalt und den Ausbau des Schienennetzes ausgegeben. 2023 waren es nur 115 Euro. Insgesamt möchte die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode über 100 Milliarden Euro bereitstellen. [...]

Weiterlesen: [www.tagesspiegel.de]

Immerhin tut sich was und die Richtung ist nicht schlecht. Etwas schade finde ich aber, dass der Tagesspiegel hier einfach die Formulierung "Rekordsummen" der DB oder des BMV übernimmt, statt die Zahlen mal einzuordnen. Dann würde deutlich, wie massiv unterfinanziert das System Bahn in Deutschland war und weiterhin ist. Andere vergleichbare europäische Staaten investieren selbst gegenüber dieser "Rekordsumme" ein Vielfaches davon, wenn man es auf die EW-Zahl bezieht.

Dieser Artikel wird der Sache deutlich gerechter: [www.zukunftsnetzwerk-oepnv.de] . Auch wenn er ein Jahr alt ist, hat sich trotz der Steigerung noch nicht viel verändert.
Nachdem es zuletzt viel Kritik an den Generalsanierungen gegeben hat, hat die DB nun ein überarbeitetes Programm vorgestellt. Dazu die heutige Preessemitteilung:

[www.deutschebahn.com]

Zitat

BMV und DB InfraGO entwickeln Strategie der Korridorsanierungen umfassend weiter

Bauplanung bis 2031 angepasst und verschlankt • Bessere Balance zwischen Bauen und Fahren durch stabilere Umleiter und stufenweise Inbetriebnahmen •
Standard zu ETCS vereinbart • Prinzip der Korridorsanierung bleibt richtig • Dialog mit Ländern und Branche gestartet


Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die DB InfraGO haben gemeinsam das Konzept der Korridorsanierungen umfassend weiterentwickelt. Ziel ist mehr Verlässlichkeit auf der Schiene, sowohl beim Verkehr als auch bei den notwendigen Bauarbeiten. Ein Kern des jetzt vorgelegten 5-Punkte-Plans ist die Reduzierung auf 13 Korridorsanierungen im Zeitraum von 2027 bis 2031 – bisher waren in den kommenden fünf Jahren 21 Korridorsanierungen vorgesehen. Damit sollen die enormen Bauvolumina verlässlicher abgeschlossen werden und sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen bleiben. Gleichzeitig trägt diese Reduzierung den knappen Verkehrskapazitäten auf dem vollen deutschen Schienennetz und den Ressourcen der Bauindustrie Rechnung.

Das weiterentwickelte Konzept sieht darüber hinaus eine realistischere Bau- und Fahrplanung sowie stabilere Umleitungsstrecken vor. Eine stufenweise Inbetriebnahme nach Abschluss der Bauarbeiten ist ein weiterer möglicher Baustein, mit dem die Wiederaufnahme des Verkehrs zuverlässiger werden soll. Vereinbart wurde auch, dass bei Korridorsanierungen grundsätzlich ETCS vorbereitet und verbaut werden soll. Die Umsetzung der Maßnahmen auf den einzelnen Korridoren werden BMV und DB InfraGO gemeinsam mit der Branche und den Ländern besprechen und ausgestalten. Entsprechende Dialogformate sind gestartet und werden fortgesetzt.

Steffen Bilger, Bundesminister für Verkehr: „Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig. Aber in der Vergangenheit hat die Umsetzung zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. Deshalb ziehen wir jetzt die Konsequenzen aus den Erfahrungen und verbessern die Strategie. Künftig müssen Korridorsanierungen spürbar zu mehr Verlässlichkeit und Pünktlichkeit auf der Schiene führen. Dafür konzentrieren wir uns auf weniger Korridore, setzen klarere Vorgaben für die Digitalisierung und verlangen eine bessere Planung der Bauvorhaben sowie der Umleitungsverkehre für den Personen- und Güterverkehr. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn, den Ländern und der Branche haben wir eine tragfähige Lösung entwickelt. Für dieses konstruktive Miteinander bin ich dankbar. Jetzt kommt es darauf an, dass die mit den Korridorsanierungen verbundenen Erwartungen auch tatsächlich und vollständig erfüllt werden.“

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn: „Das Prinzip der Korridorsanierungen bleibt der richtige Weg. Ohne die konsequente Bündelung von Baumaßnahmen würde die Sanierung unserer maroden Infrastruktur noch länger dauern. Gleichzeitig haben wir aus den ersten Korridorsanierungen gelernt. Deshalb habe ich im Sommer gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium eine Überarbeitung des Konzepts angestoßen. Mit dem 5-Punkte-Plan ziehen wir jetzt die notwendigen Konsequenzen: Wir wollen die Sanierungen effizienter umsetzen und vor allem die Belastungen für unsere Kundinnen und Kunden während der Bauarbeiten so gering wie möglich halten. Denn die Sanierung des Netzes ist unverzichtbar – aber entscheidend ist auch, wie wir bauen.“

5-Punkte-Plan für verlässlichere Korridorsanierungen

1. Korridorsanierungen priorisieren: Im Zeitraum 2027 bis 2031 werden nur 13 statt 21 Korridorsanierungen vorgesehen. Die Reihung wurde gezielt auf die Vorhaben mit dem größten Nutzen für Qualität, Stabilität und Pünktlichkeit angepasst. Es werden keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben. Dabei werden notwendige Ersatzinvestitionen und ggf. sogar Verbesserungen unabhängig von der Verschiebung realisiert. Die Priorisierung der Korridorsanierungen ab dem Jahr 2032 erfolgt im kommenden Jahr.

2. Netzkapazität sichern und besser steuern: Die DB InfraGO intensiviert die Vorbereitung von Umleiterstrecken und stimmt den Bauablauf von Korridorsanierungen umfassend mit dem übrigen Baugeschehen im Netz ab. Das heißt zum Beispiel, dass Baustellen verschoben oder in ihren Abläufen angepasst werden, um mehr Kapazität für den Verkehr zu schaffen. Bei der Korridorsanierung Lehrte – Berlin steht so ab Februar ein zweiter Umleitungsweg für den Güterverkehr zur Verfügung.

3. Digitalisierung - ETCS ist der neue Standard: Ab Anfang der 2030er-Jahre wird grundsätzlich bei jeder Korridorsanierung direkt „ETCS Level 2 ohne Signale“ verbaut. Voraussetzung dafür sind entsprechende Konsultationen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen gemäß den geltenden gesetzlichen Vorschriften.

In den Jahren vorher bereitet die DB InfraGO grundsätzlich die moderne digitale Zugsteuerung vor, soweit das technisch möglich ist. Das heißt, dass alle erneuerten Stellwerke bereits ETCS-fähig werden, und dass angepasste Signalstandorte und moderne Achszähltechnik verbaut werden – so wie auf der Strecke Hamburg – Berlin. Damit ist die spätere Umrüstung auf „ETCS Level 2 ohne Signale“ bestmöglich vorbereitet. Diese kann erfolgen, wenn die Fahrzeugflotten weitgehend umgerüstet sind.

Auf einigen Abschnitten wie beispielsweise Troisdorf-Wiesbaden und Rosenheim-Salzburg ist, wie mit der Branche abgestimmt, geplant, dass die Übergangstechnologie „ETCS Level 2 mit Signalen“ verbaut wird. Zwischen Frankfurt und Mannheim ist diese Technik seit Mitte des Jahres vollständig in Betrieb.

4. Verlässliche Inbetriebnahmen und stabiler Hochlauf: Der Zugverkehr soll künftig schrittweise hochgefahren werden, in der Regel zunächst mit Güterzügen (Belastungsfahrten), Personenzüge folgen etwas später. In den ersten Wochen können zusätzliche Fahrzeitreserven vorgesehen, einzelne betriebliche Einschränkungen beibehalten oder Kapazitäten unterhalb des späteren Vollbetriebs gefahren werden. Diese Pläne werden intensiv mit der Branche diskutiert werden.

Ein Inbetriebnahme-Team steuert den Übergang vom Bauprojekt in den Regelbetrieb und sorgt dafür, dass kleinere Mängel, die erst im laufenden Betrieb sichtbar werden, schnell bearbeitet werden. Entsprechende Planungen für die Mitte Dezember 2026 anstehenden Inbetriebnahmen der Korridore Obertraubling – Passau und Troisdorf – Wiesbaden laufen bereits.

Die DB InfraGO führt für Korridorsanierungen außerdem ein Drei-Phasen-Modell aus Vor-, Haupt- und Nachlaufphase ein. Maßnahmen, die keine größeren betrieblichen Einschränkungen erfordern, werden soweit möglich vor- oder nachgelagert. Damit sollen Risiken während der Hauptsperrung reduziert und zugesagte Termine zuverlässig eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für die komplexen Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik. Für die beiden aktuell laufenden Korridorsanierungen bedeutet das: Neue Stellwerkstechnik wird in der Hauptsperrzeit baulich fertiggestellt; die Inbetriebnahme erfolgt teilweise dann nachgelagert mit kurzen temporären Sperrzeiten im Jahr 2027. Diese werden in die Fahrpläne eingearbeitet.

5. Sanierungsversprechen einhalten: Die Korridorsanierungen stehen weiterhin für ein klares Versprechen: einmal bauen, einmal grundlegend modernisieren – und die Strecke anschließend möglichst bis zu 10 Jahre weitgehend frei von größeren baubedingten Einschränkungen halten. Die Einhaltung dieses Versprechens stellt die DB InfraGO konsequenter sicher. Gleichzeitig braucht es auch hier mehr Realismus. So halten BMV und DB InfraGO am Ziel fest, dass nach einer Korridorsanierung die infrastrukturbedingten Störungen um 80 Prozent zurückgehen – aber nicht sofort, sondern spätestens 100 Tage nach Inbetriebnahme.

Geplante Korridorreihung 2027 – 2031

Gemäß der fortgeschriebenen Strategie sind in den kommenden fünf Jahren folgende Korridorsanierungen geplant:

2027
Lehrte – Berlin (seit 10/26 im Bau)
Rosenheim – Salzburg
Fulda – Hanau

2028
Köln – Koblenz
München – Rosenheim (1. Etappe)
Hagen – Unna – Hamm
Lübeck – Hamburg

2029
Hamburg – Hannover
Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen
Aachen – Köln

2030
Stendal – Magdeburg
Uelzen – Stendal

2031
Lehrte – Groß Gleidingen [Anmerkung: kurz vor Braunschweig]
München – Rosenheim (2. Etappe)

[Streckenkarte zur angepassten Reihenfolge der Korridore]

Erfolge der bisherigen Korridorsanierungen

Bei aller berechtigten Kritik: Mit keinem anderen Vorgehen wären in so kurzer Zeit so viele nötige Sanierungsmaßnahmen umsetzbar gewesen. Und: Bei den fertigstellten Korridorsanierungen sind – in Abstufungen und nach einiger Zeit – deutliche Verbesserungen hinsichtlich Störungshäufigkeit und Pünktlichkeit messbar. So fahren inzwischen Fernverkehrszüge 20 Prozent pünktlicher aus der Riedbahn (Frankfurt – Mannheim) heraus, als sie hineingefahren sind. Vor der Sanierung haben sie dort Pünktlichkeit verloren. Ein weiteres Beispiel: Auf der Strecke Nürnberg – Regensburg sind die infrastrukturbedingen Störungen seit Abschluss der Korridorsanierung im Sommer um über 90 Prozent zurückgegangen. Diese Korridorsanierung ist außerdem unter den prognostizierten Kosten geblieben, genau wie die Korridorsanierung Hagen – Wuppertal – Köln.
Der Neubau zusätzlicher Gleise zwischen Hamburg und Hannover ist nun beschlossen.

Das ist fantastisch!

Betrüblich ist, dass erst nach 2050 die ersten Züge rollen.

Warum dauert das so lange?

Deutschland benötigt 25 Jahre für Planung und Bau einer neuen Eisenbahnstrecke in einfachem weil ebenen Gelände bei bereits vorhandener Korridorauswahl.

Unglaublich.

Ein Versuch einer Erklärung hier:
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/neubaustrecke-hamburg-hannover-deshalb-dauert-es-noch-jahrzehnte,neubaustrecke-142.html

Was mir fehlt ist eine Politik, die sich energisch bemüht, hier zu beschleunigen und dieses schneckige Deutschlandtempo nicht einfach nur achselzuckend zur Kenntnis nimmt. Das Gesetz zur Planungsbeschleunigung kann nur ein Anfang gewesen sein.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.2026 09:45 von Neu Wulmstorf.
Hier noch der Link auf die Projektwebsite der Bahn, auf der laufend aktuelle Informationen eingestellt werden:

[www.hamburg-bremen-hannover.de]


Weitere Diskussionen zum Projekt bitte nur im Niedersachsen-Forum:

"Großprojekt beschlossen zur Verbesserung des Bahnverkehrs von Hannover nach Hamburg" (Strangtitel gekürzt)

[www.bahninfo-forum.de]
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