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Alkoholverbot an Bahnhöfen - nur Aktionismus?
geschrieben von Stanze 
Die Bahn will Alkoholkonsum in Bahnhöfen verbieten. Bringt das was?

* Man darf vorher trinken
* Man darf in Zügen trinken
* Man darf in Bahnhofgaststätten trinken
* Man darf in Lounges trinken - manchmal sogar kostenlos.
* Man darf weiterhin in den Läden Alkohol kaufen.

- nur selbst gekauften Alkohol darf man nicht überall trinken.

Das ist doch Hohn, das ändert doch kaum etwas an den Problemen und betrifft wohl eher Reisende und ihr Wegbier, als die Problemverursacher.

Und das drohende Hausverbot, ist auch eher eine leere Drohung:

Zitat
https://openjur.de/u/297548.html
Soweit die Hausverbote allerdings nach den Urteilsfeststellungen vorsehen, daß das Betretensverbot nicht gelten soll, soweit sich der Reisewillige auf „kürzestem Wege unverzüglich zu den Zügen“ begibt, ist diese Beschränkung nicht zulässig. Einem Reisewilligen, der ein Hausverbot zu beachten hat, ist auch zu gestatten, sich angemessene Zeit vor Abfahrt der Züge bzw. U-Bahnen einzufinden, die Wartezeit an einer beliebigen, dem Publikum zugänglichen Stelle zu verbringen und dabei im Rahmen des üblichen die Einrichtungen (Toiletten, Ladengeschäfte etc.) zu benutzen; er ist für die Dauer einer angemessenen Wartezeit dann so zu behandeln wie jeder andere Reisende auch (vgl. auch OLG Köln, VRS 90, 115 ff.).

Das ist doch nicht durchsetzbar, weil Mobilität zu den Grundbedürfnissen zählt.
Die Idee wurde am Hamburger Hbf getestet, und da brachte es was
Zitat
christian schmidt
Die Idee wurde am Hamburger Hbf getestet, und da brachte es was

Es brachte was um die Alkoholiker und Pennerszene aus dem Bahnhof fern zu halten. Für Streitwillige in Zügen bringt das nichts.

Man muss schon schauen, was da eigentlich bewertet wird.
Du schreibst es ja selbst, ein Verkaufsverbot, idealerweise auch in der Umgebung und im "Speise-"wagen, würde imo mehr nutzen. Da denke ich gerade an einen inzwischen verstorbenen Betreiber eines Getränkeladens. Da ohne Schanklizenz hat er Kunden, die die alkoholhaltigen Getränke noch vor Ort konsumieren wollten konsequent vom Parkplatz verwiesen - da war er eisern. Er hat aber nicht vergessen auf die Parkbank auf der anderen Strassenseite hinzuweisen, wo sich seinerseits der entsprechende Personenkreis dann auch immer getroffen hat.
Zudem sehe ich nicht, wie man das einigermassen flächendeckend durchsetzen will. Sieht man ja bei den rauchfreien Bahnhöfen bzw. dem Rauchverbot ausserhalb der gekennzeichneten Bereiche das quasi niemanden interessiert.

LG frankentux
87
Zitat
Stanze
Die Bahn will Alkoholkonsum in Bahnhöfen verbieten. Bringt das was?

* Man darf vorher trinken
* Man darf in Zügen trinken
* Man darf in Bahnhofgaststätten trinken
* Man darf in Lounges trinken - manchmal sogar kostenlos.
* Man darf weiterhin in den Läden Alkohol kaufen.

- nur selbst gekauften Alkohol darf man nicht überall trinken.

Das ist doch Hohn, das ändert doch kaum etwas an den Problemen und betrifft wohl eher Reisende und ihr Wegbier, als die Problemverursacher.

Und das drohende Hausverbot, ist auch eher eine leere Drohung:

Zitat
https://openjur.de/u/297548.html
Soweit die Hausverbote allerdings nach den Urteilsfeststellungen vorsehen, daß das Betretensverbot nicht gelten soll, soweit sich der Reisewillige auf „kürzestem Wege unverzüglich zu den Zügen“ begibt, ist diese Beschränkung nicht zulässig. Einem Reisewilligen, der ein Hausverbot zu beachten hat, ist auch zu gestatten, sich angemessene Zeit vor Abfahrt der Züge bzw. U-Bahnen einzufinden, die Wartezeit an einer beliebigen, dem Publikum zugänglichen Stelle zu verbringen und dabei im Rahmen des üblichen die Einrichtungen (Toiletten, Ladengeschäfte etc.) zu benutzen; er ist für die Dauer einer angemessenen Wartezeit dann so zu behandeln wie jeder andere Reisende auch (vgl. auch OLG Köln, VRS 90, 115 ff.).

Das ist doch nicht durchsetzbar, weil Mobilität zu den Grundbedürfnissen zählt.

Man beachte auch:

Im Rahmen der rechtlichen Würdigung hat das Amtsgericht zwar ausgeführt, die Erteilung „des Hausverbotes“ an den Angeklagten habe auch einen sachlichen Grund; der sachliche Grund sei der, daß der Angeklagte im Rahmen von Drogengeschäften in den B-Ebenen angetroffen worden sei und aus diesem Grund die Hausverbote erteilt worden seien. Dies reicht jedoch nicht aus.
...
Zudem läßt die pauschale Feststellung „ im Rahmen von Drogengeschäften“ nicht erkennen, ob und auf welche Weise der Angeklagte selbst in Drogengeschäfte verwickelt war. Auf eine bloße Vermutung kann jedoch kein Zutrittsverbot gestützt werden

Schmunzeln musste ich beim Bezug auf ein Urteil des Reichsgerichts vom 12.12.1884.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.07.2026 08:04 von Neu Wulmstorf.
Zitat
Stanze
Zitat
christian schmidt
Die Idee wurde am Hamburger Hbf getestet, und da brachte es was

Es brachte was um die Alkoholiker und Pennerszene aus dem Bahnhof fern zu halten. Für Streitwillige in Zügen bringt das nichts.

Man muss schon schauen, was da eigentlich bewertet wird.

Ja und? Das Alkoholverbot an den Bahnhöfen hat einen positiven Effekt auf den Bahnhöfen. Es wäre natürlich schön wenn es auch zusätzlich einen positiven Effekt auf dem Mond anderswo hätte. Aber wenn es genau da wirkt wo man es erwartet, und ein großes Problem der Bahn reduziert, ist die Antwort auf die Frage 'Bringt das was?' doch eindeutig Ja!
Zitat
christian schmidt
Zitat
Stanze
Zitat
christian schmidt
Die Idee wurde am Hamburger Hbf getestet, und da brachte es was

Es brachte was um die Alkoholiker und Pennerszene aus dem Bahnhof fern zu halten. Für Streitwillige in Zügen bringt das nichts.

Man muss schon schauen, was da eigentlich bewertet wird.

Ja und? Das Alkoholverbot an den Bahnhöfen hat einen positiven Effekt auf den Bahnhöfen. Es wäre natürlich schön wenn es auch zusätzlich einen positiven Effekt auf dem Mond anderswo hätte. Aber wenn es genau da wirkt wo man es erwartet, und ein großes Problem der Bahn reduziert, ist die Antwort auf die Frage 'Bringt das was?' doch eindeutig Ja!

Nochmals: Das Alkoholverbot wurde verkündet, als im Zug nach Karlsruhe ein Betrunkener, der angeblich Arbeitslos, Obdachlos und ohne Ticket war, angeblich auf einen Bahnmitarbeiter einschlug.

Gegen sowas hilft kein partielles Alkoholverbot an Bahnhöfen! Ist das echt so schwer zu verstehen.

Und wie sich langsam herausstellt, war der Betrunkene, weder Obdachlos, noch Arbeitslos, noch hatte er kein Ticket. Und die Schlägerei fing wohl auch der Bahn Mitarbeiter an.

Siehe: [archive.ph]
Ah, danke, dass das Alkohol-Verbot nur als Maßnahme gegen genau solche Zwischenfälle angekündigt wurde habe ich irgendwie verpasst.

Trotzdem finde ich dass das Alkohol-Verbot an Bahnhöfen gut. Zwar finde ich man könnte es im Detail etwas besser machen, aber auch so wie es ist halte ich es für positiv. Weil es halt was bringt, auch wenn dass hauptsächlich woanders ist als in diesem Zwischenfall (d.h. Bahnhof anstatt von Zug).

Bur weil die Pressestelle fabuliert ist das Prinzip nicht schlecht.
Hallo allseits,

also ich stimme zu, das für den konkreten Fall das Alkoholverbot nix gebracht hätte, außerdem wissen wir alle, das die bei Alk-Verbot Alkoholische Getränke im Zweifel nur in andere Behälter umgefüllt werden, und darin in die Verbotszonen gebracht werden, allerdings gegen ein Verkaufsverbot habe ich nichts, vielleicht können manche Läden dann dafür mehr nicht-alkoholische Getränke ins Angebot nehmen, sodass man auf dem Weg zur Arbeit mehr Getränkeauswahl im Bahnhof hat.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Zitat
Daniel Vielberth
allerdings gegen ein Verkaufsverbot habe ich nichts, vielleicht können manche Läden dann dafür mehr nicht-alkoholische Getränke ins Angebot nehmen, sodass man auf dem Weg zur Arbeit mehr Getränkeauswahl im Bahnhof hat.
Verkaufsverbot würde imo auch mehr bringen. Bevor die Läden oder gar Discounter am Morgen aufmachen, sieht man imo eher Leute die ihren Rausch, wovon auch immer, ausschlafen als solche, die (eher noch als schon) konsumieren. Leer ist der Bahnhof um die Zeit aber bei weitem nicht.
Zur Hervorhebung von mir - muss ich mir Gedanken machen, dass du schon auf dem Weg zur Arbeit am Bahnhof Alkohol kaufst? SCNR

LG frankentux
An Frankentux

Natürlich kaufe ich keine alkoholischen Getränke ich trinke generell keinen Alkohol, aber tatsächlich ist es so dass ich meistens meine Verpflegung für die Schichten mir am Hauptbahnhof hole, mal Yormas mal Brezen Kolb mal Ditsch, und manches Mal würde ich mir dort halt andere Getränke wünschen z.b mal eine 1,5 l Flasche Almdudler.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Alles ist wie immer, nur schlimmer... (Bernd das Brot)
Hey Daniel, Kolb und Ditsch verkaufen doch eh keinen Alkohol. Der Laden links neben Ditsch verkauft Almdudler.

Aber Grundsätzlich, was würde es bringen im kompletten Bahnhof keinen Alkohol mehr zu verkaufen?

Nürnberg HBF hat täglich ca. 150.000 Reisende. Die, die Probleme machen, also Nichtreisende (150-300?) die trinken, die kaufen ihr Zeugs doch eh nicht in den teuren Bahnhofsläden.

Auch ein Verkaufsverbot an Bahnhöfen würde die Probleme nicht lösen.

Ich sehe das so, dass dies Scheinlösungen sind, die keine Probleme lösen, aber Einschränkungen für das Groh der normalen Reisenden bringen. Und zusätzlichen Aufwand für Bahn/Polizei.
Zitat
Stanze
Ich sehe das so, dass dies Scheinlösungen sind, die keine Probleme lösen, aber Einschränkungen für das Groh der normalen Reisenden bringen. Und zusätzlichen Aufwand für Bahn/Polizei.

Das sehe ich auch so. Die überwiegende Mehrheit von Menschen, die sich in Folge von Alkoholeinfluss daneben benehmen, kommen nach meiner Beobachtung von Fußballspielen und/oder vom Feiern in Ausgehvierteln und ähnlichen Bereichen und sind meist nicht von den überteuerten Getränken am Bahnhof allein betrunken.

Wenn ich am Ende langer Geschäftsreisen den Tag mit ein bisschen Wein oder Bier auf der Rückfahrt ausklingen lasse, störe ich damit niemanden und dennoch sind ich und die es mir gleich tun am ehesten die Leidtragenden dieses Aktionismus.

Das eigentliche Problem, dass alkoholisierte Männerhorden Mitreisender unter Alkoholeinfluss beleidigen, bedrohen und mehr, wird damit nicht mal ansatzweise gelöst.
Zitat
Stanze
... die kaufen ihr Zeugs doch eh nicht in den teuren Bahnhofsläden.
Dann geh mal eine Etage tiefer. Ich weiss nicht ob das üblich oder nur ein "besonderes Angebot" einzelner Mitarbeiter ist. Beim Discounter dort braucht man sich nicht mal zu Regal bemühen, da steht ein Karton hochprozentiges direkt an der Kasse aus dem man dort ähnlich wie bei Zigaretten auf Nachfrage bedient wird.
Ich habe den umgestalteten Bahnhof in Neumarkt diese Woche noch nicht besucht. Würde mich wundern, wenn die Gruppe, die dort immer war nicht wieder dort wäre. Gäbe es bei Yormas eine Kundenkarte, hätten die sicher Goldstatus.
Das sind jetzt nur zwei an denen ich oft genug bin, gibt es sicher auch anderswo.

LG frankentux
Zitat
frankentux
Dann geh mal eine Etage tiefer. Ich weiss nicht ob das üblich oder nur ein "besonderes Angebot" einzelner Mitarbeiter ist. Beim Discounter dort braucht man sich nicht mal zu Regal bemühen, da steht ein Karton hochprozentiges direkt an der Kasse aus dem man dort ähnlich wie bei Zigaretten auf Nachfrage bedient wird.

Dafür braucht es aber keine Verbote, die alle Reisenden betreffen, sondern es würde genügen, entsprechende Überlegungen in die jeweiligen Gewerbemietverträge zu schreiben. Es bleibt halt die Frage, ob man die Gewerbeflächen noch so teuer vermieten kann, wenn wichtige Gewinnbringer für die Mieter nicht mehr zum Sortiment gehören dürfen.
Zitat
frankentux
Zitat
Daniel Vielberth
allerdings gegen ein Verkaufsverbot habe ich nichts, vielleicht können manche Läden dann dafür mehr nicht-alkoholische Getränke ins Angebot nehmen, sodass man auf dem Weg zur Arbeit mehr Getränkeauswahl im Bahnhof hat.
Verkaufsverbot würde imo auch mehr bringen. Bevor die Läden oder gar Discounter am Morgen aufmachen, sieht man imo eher Leute die ihren Rausch, wovon auch immer, ausschlafen als solche, die (eher noch als schon) konsumieren. Leer ist der Bahnhof um die Zeit aber bei weitem nicht.
Zur Hervorhebung von mir - muss ich mir Gedanken machen, dass du schon auf dem Weg zur Arbeit am Bahnhof Alkohol kaufst? SCNR

Aus dem Satz von Daniel würde ich entnehmen, dass er gerade keine alkoholischen Getränke kauft.
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