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Zweigleisigkeit der S 25/26 zwischen Südende und Lichterfelde Ost
geschrieben von Marienfelde 
Der Abgeordnete Oliver Friederici (CDU) hat sich in einer schriftlichen Anfrage nach dem Wiederaufbau des zweiten S-Bahngleises zwischen Südende und Lichterfelde Ost erkundigt.

Der Senat erkennt keinen kurzfristigen Ausbaubedarf und stuft das zweite Gleis als weiteren Bedarf im Realisierungshorizont nach 2035 ein.

"Auf dem betreffenden Abschnitt von Südende bis Lichterfelde Ost verkehren die S-Bahnlinien S25 und S26 in einem sich überlagernden 10-Minuten-Takt in der Haupt- und Nebenverkehrszeit. Gemäß des NVP ist auf dem Abschnitt auch langfristig ein 10-Minuten-Takt vorgesehen.

Dieses Angebot kann mit der vorhandenen Infrastruktur grundsätzlich zuverlässig erbracht werden. In Abwägung mit anderen prioritären Vorhaben für den zweigleisigen Ausbau, welche für geplante Angebotserweiterungen zwingend erforderlich sind, wurde der zweigleisige Ausbau auf dem Südabschnitt der S-Bahnlinien S25 und S26 dementsprechend als weiterer Bedarf eing(e)ordnet.

Im Rahmen der Untersuchungen in i2030 für die S-Bahnverlängerung von Teltow Stadt nach Sputendorfer Straße wird der zweigleisige Ausbau zwischen Südende und Lichterfelde Ost gegenwärtig jedoch als eine Option untersucht.

In Abhängigkeit der konkreten Ausbauplanungen und Fahrplankonzepte sowohl für die benannte S-Bahnverlängerung als auch für die übrigen i2030-Korridore kann die Maßnahmen notwendig werden, um die Fahrplan- und Betriebsstabilität im Nord-Süd-System der S-Bahn sicherzustellen."


Zwei Gedanken sind mir bei dieser wegweisenden Antwort des Senats in den Sinn gekommen:

1. Welche "anderen prioritären Vorhaben für den zweigleisigen Ausbau" bei der Berliner S-Bahn werden vom Land Berlin derzeit vorangetrieben und wann werden sie abgeschlossen sein?

2. Nach dem heute gültigen Fahrplan startet eine S 26 nach Teltow Stadt in Südende z.B. zur Minute 09, in Lankwitz zur Minute 11 und in Lichterfelde Ost zur Minute 13.

Eine S 25 nach Hennigsdorf fährt im Bf Lichterfelde Ost z.B. zur Minute 12, in Lankwitz zur Minute 14 und in Südende zur Minute 16 ab.

Bereits eine geringe Verspätung einer S 26 nach Teltow führt bei diesem Fahrplan zu einer Folgeverspätung der S 25 nach Hennigsdorf - das ist die Linie, die zwischen Schönholz und Tegel durchgehend mit einem Gleis auskommen muß.

Wie man "mit der vorhandenen Infrastruktur grundsätzlich zuverlässig" alle 10 Minuten fahren kann, bleibt das Geheimnis des Senats - die praktischen Erfahrungen sprechen nicht unbedingt dafür,

meint Marienfelde.


Hier noch ein Link zur Anfrage: [pardok.parlament-berlin.de]
Seit Januar arbeite ich u.a. in Hennigsdorf und muss immer gegen halb 6 im Berufsverkehr die S25 dorthin nutzen. In Gesundbrunnen kommt sie bisher nur zu spät, wenn die vorfahrenden S2 und S1 eine Verspätungen hatten.
Zitat
Marienfelde
Zwei Gedanken sind mir bei dieser wegweisenden Antwort des Senats in den Sinn gekommen:

1. Welche "anderen prioritären Vorhaben für den zweigleisigen Ausbau" bei der Berliner S-Bahn werden vom Land Berlin derzeit vorangetrieben und wann werden sie abgeschlossen sein?

2. Nach dem heute gültigen Fahrplan startet eine S 26 nach Teltow Stadt in Südende z.B. zur Minute 09, in Lankwitz zur Minute 11 und in Lichterfelde Ost zur Minute 13.

Eine S 25 nach Hennigsdorf fährt im Bf Lichterfelde Ost z.B. zur Minute 12, in Lankwitz zur Minute 14 und in Südende zur Minute 16 ab.

Bereits eine geringe Verspätung einer S 26 nach Teltow führt bei diesem Fahrplan zu einer Folgeverspätung der S 25 nach Hennigsdorf - das ist die Linie, die zwischen Schönholz und Tegel durchgehend mit einem Gleis auskommen muß.

Wie man "mit der vorhandenen Infrastruktur grundsätzlich zuverlässig" alle 10 Minuten fahren kann, bleibt das Geheimnis des Senats - die praktischen Erfahrungen sprechen nicht unbedingt dafür

Ja, das sehe ich ähnlich, zumindest solange die Kremmener Bahn noch so lange eingleisige Abschnitte hat (was ja nördlich von Tegel auch langfristig der Fall sein dürfte).

Gleichwohl würde ich den zweigleisigen Ausbau der S-Bahn-Strecke zwischen Wannsee und Potsdam für noch wichtiger halten, weil der nicht nur eine höhere Zuverlässigkeit, sondern auch eine Beschleunigung mit sich brächte (und der eingleisige Abschnitt m.E. auch länger ist). Da fallen die Länder Berlin und Brandenburg aber auch nicht durch verstärktes Engagement auf, das das Ignorieren der Situation in Lankwitz rechtfertigen könnte.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.2020 11:12 von def.
Zitat
def
Ja, das sehe ich ähnlich, zumindest solange die Kremmener Bahn noch so lange eingleisige Abschnitte hat (was ja nördlich von Tegel auch langfristig der Fall sein dürfte).

Das stimmt m.W. nicht ganz. Im Zuge des Ausbaus der nördlichen S25 und der Durchbindung des RE 6 ist (neben dem dreigleisigen Ausbau von Schönholz bis Tegel) geplant, von Tegel bis Hennigsdorf die Zweigleisigkeit herzustellen, und beide Gleise sowohl mit der S-Bahn als auch mit dem RE 6 zu nutzen.

Viele Grüße
André
Zitat
andre_de
Zitat
def
Ja, das sehe ich ähnlich, zumindest solange die Kremmener Bahn noch so lange eingleisige Abschnitte hat (was ja nördlich von Tegel auch langfristig der Fall sein dürfte).

Das stimmt m.W. nicht ganz. Im Zuge des Ausbaus der nördlichen S25 und der Durchbindung des RE 6 ist (neben dem dreigleisigen Ausbau von Schönholz bis Tegel) geplant, von Tegel bis Hennigsdorf die Zweigleisigkeit herzustellen, und beide Gleise sowohl mit der S-Bahn als auch mit dem RE 6 zu nutzen.

Ah gut, danke. Mein letzter Stand war, dass nur bis Tegel zweigleisig ausgebaut wird. Ist denn inzwischen irgendwas geplant oder entschieden? Oder gibt es wenigstens eine Vorzugsvariante?

(Ich weiß, etwas off-topic. Aber letztlich ist der geplante Ausbauzustand der Kremmener Bahn m.E. ein Indikator dafür, wie dringend der zweigleisige Ausbau im Bereich Lankwitz ist.)
Zitat
def
Ah gut, danke. Mein letzter Stand war, dass nur bis Tegel zweigleisig ausgebaut wird. Ist denn inzwischen irgendwas geplant oder entschieden? Oder gibt es wenigstens eine Vorzugsvariante?

Gibt noch nichts Konkretes. Hier findest Du den aktuellen (Ende 2019) Stand der Steckbriefe:

https://www.parlament-berlin.de/adosservice/18/Haupt/vorgang/h18-1221.C-v.pdf

Viele Grüße
André
zwischen Schönholz und Tegel gibt es in 2020 erst mal EStw und ZBS, sonst nichts. Es bleibt bei einer kurzen Ausweichstelle zwischen km 6,5 und 7,2. Meines Wissens ist da auch nichts an 2-Gleisigkeit geplant, auch zwischen Tegel und Henningsdorf nicht.
Mich würde auch einmal interessieren, ob es einen Ausbauplan mit Prioritäten gibt, welche 1-gleisigen Strecken zu 2-gleisigen ausgebaut werden sollen.
Zitat
Jim Knopf vom Niederrhein
zwischen Schönholz und Tegel gibt es in 2020 erst mal EStw und ZBS, sonst nichts. Es bleibt bei einer kurzen Ausweichstelle zwischen km 6,5 und 7,2. Meines Wissens ist da auch nichts an 2-Gleisigkeit geplant, auch zwischen Tegel und Henningsdorf nicht.

Geplant, aber ohne konkreten Realisierungstermin und ohne ausgeführte Entwurfsplanung oder auch nur eine Idee fürs zukünftige Betriebsprogramm.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Dankenswerterweise hat sich Rainer Pannier (der langjährige Vorsitzende der Bürgerinitiative für eine S-Bahnanbindung Rangsdorf (BISAR e. V.) vor einiger Zeit der Frage der eingleisigen Strecken im Netz der Berliner S-Bahn in der IGEB-Zeitschrift "Signal" angenommen:

"Eingleisige S-Bahn-Strecken in Berlin und Brandenburg

Zweites Gleis nach sowjetischer Demontage noch nicht wieder errichtet

Lichtenrade—Blankenfelde 6,00 km
Südende—Lichterfelde Ost 2,00 km
Wannsee—Potsdam 9,89 km
Bln-Schönholz—Hennigsdorf 15,63 km
Bln-Buch—Bernau 8,19 km
Bln-Frohnau—Hohen Neuendorf 4,27 km
Oranienburg (Einfahrbereich) 0,45 km

Summe 46,43 km

S-Bahn-Strecken, die nach 1945 zum Teil eingleisig errichtet wurden

Zeuthen—Königs Wusterhausen 6,00 km
Lichterfelde Süd—Teltow Stadt 3,30 km
Hoppegarten—Strausberg 15,32 km
Strausberg—Strausberg Nord 8,98 km

In Diskussion befindliche, bisher nicht realisierte S-Bahn-Wiederaufbauten

Bln-Spandau—Falkensee 8,57 km
Hennigsdorf—Velten (Mark) 5,88 km
Blankenfelde—Rangsdorf 4,70 km
Zehlendorf—Düppel 2,20 km

S-Bahn-Strecken außer Betrieb

Wannsee—Stahnsdorf
Bln-Spandau—Staaken (Trasse durch Fernbahn genutzt/verbaut)
Jungfernheide—Bln-Gartenfeld (z.T. Ersatz U 7)
Jungfernheide—Bln-Spandau (Trasse durch Fernbahn genutzt/verbaut)

Angaben nach Rainer Pannier, Blankenfelde

BISAR e. V. im DBV"

Ich glaube, diese Liste ist - abgesehen von Ergänzungen zweigleisiger Abschnitte zwischen Tegel und Hennigsdorf sowie in Potsdam - noch aktuell. Ach ja: Erschienen ist der Artikel "Eingleisige Strecken beeinträchtigen Berliner S-Bahn" übrigens im Signal 5/2009 (Dezember 2009), Seite 22: [signalarchiv.de]

Nachtrag: Entschuldigung, ich habe den zweigleisigen Begegnungsabschnitt zwischen Strausberg und Hegermühle vergessen. Insgesamt also doch eine sehr dynamische Entwicklung seit 2009.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.2020 15:07 von Marienfelde.
Schönholz - Tegel wird meiens Wissens erst 2021 auf ESTW (mit ZBS) umgerüstet. Im Spurplan ändert sich nichts.
Zitat
Jim Knopf vom Niederrhein
zwischen Schönholz und Tegel gibt es in 2020 erst mal EStw und ZBS, sonst nichts. Es bleibt bei einer kurzen Ausweichstelle zwischen km 6,5 und 7,2. Meines Wissens ist da auch nichts an 2-Gleisigkeit geplant, auch zwischen Tegel und Henningsdorf nicht.

Um 2020 ging es hier aber nicht, sondern um die weitere Perspektive! Und dazu gibt es ein konkret beschriebenes Vorhaben in i2030, und ein noch länger existierendes Vorhaben zur Grundinstandsetzung und Ausbau der S-Bahn-Strecke bis Tegel mit dem Zeithorizont von ungefähr 2025. Die ESTW-Ausrüstung ist wesentliche Voraussetzung hierfür und erfolgt daher zuerst.
Zitat
Marienfelde
Dankenswerterweise hat sich Rainer Pannier (der langjährige Vorsitzende der Bürgerinitiative für eine S-Bahnanbindung Rangsdorf (BISAR e. V.) vor einiger Zeit der Frage der eingleisigen Strecken im Netz der Berliner S-Bahn in der IGEB-Zeitschrift "Signal" angenommen:
"Eingleisige S-Bahn-Strecken in Berlin und Brandenburg

vielen Dank für die Aufstellung. Gibt´s seitens S-Bahn denn konkrete Vorstellungen, welche Streckenabschnitte bzgl. Fahrplanstabilität Priorität haben und 2-gleisig ausgebaut werden sollen ?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.2020 16:41 von Jim Knopf vom Niederrhein.
Ist es eigentlich auf mal geplant die S-Bahnstrecke zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf zweigleisig auszubauen?
Zitat
Marienfelde
Zitat
Rainer Pannier (der langjährige Vorsitzende der Bürgerinitiative für eine S-Bahnanbindung Rangsdorf (BISAR e. V.) vor einiger Zeit der Frage der eingleisigen Strecken im Netz der Berliner S-Bahn in der IGEB-Zeitschrift "Signal"

"Eingleisige S-Bahn-Strecken in Berlin und Brandenburg

Zweites Gleis nach sowjetischer Demontage noch nicht wieder errichtet

Oranienburg (Einfahrbereich) 0,45 km

ups, das war da schonmal viergleisig (also einschließlich Fernbahn)?

Ich kann mich noch schwach dran erinnern, dass in den 70-ern die zweite Brücke über den Oder-Havel-Kanal gebaut wurde, um überhaupt ein eigenes eignenes S-Bahn-Gleis zu bekommen. Dafür wurde die niveaufreie Einfädelung der Umgehungsbahn aus Richtung Kremmen in den Güterbahnhof aufgegeben. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die Engstelle der Nordbahn erst nach dem Krieg so entstanden ist.
Und gab es schon vor der Demontage (1945/46) eingleisige Strecken im Berliner S-Bahnnetz?
Zitat
Heidekraut
Und gab es schon vor der Demontage (1945/46) eingleisige Strecken im Berliner S-Bahnnetz?

Nach Spindlersfeld war es immer schon eingleisig.
Stimmt, hat ich nicht daran gedacht. Noch wo?
Zitat
Bd2001
Zitat
Heidekraut
Und gab es schon vor der Demontage (1945/46) eingleisige Strecken im Berliner S-Bahnnetz?

Nach Spindlersfeld war es immer schon eingleisig.

Nach Stahnsdorf ebenfalls.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Latschenkiefer
Schönholz - Tegel wird meiens Wissens erst 2021 auf ESTW (mit ZBS) umgerüstet. Im Spurplan ändert sich nichts.
Die Inbetriebnahme ist vielleicht erst 2021, die Bauarbeiten fürs ESTW beginnen aber schon jetzt am letzten Februar-Wochenende.
Übriegens ist man in Tegel im Bereich der alten Kehrgleise bereits seit paar Tagen am werkeln, bzw. rückbauen. Dort, wo dann auch die neuen hinkommen.
Zitat
SBahner
Zitat
Latschenkiefer
Schönholz - Tegel wird meiens Wissens erst 2021 auf ESTW (mit ZBS) umgerüstet. Im Spurplan ändert sich nichts.
Die Inbetriebnahme ist vielleicht erst 2021, die Bauarbeiten fürs ESTW beginnen aber schon jetzt am letzten Februar-Wochenende.
Übriegens ist man in Tegel im Bereich der alten Kehrgleise bereits seit paar Tagen am werkeln, bzw. rückbauen. Dort, wo dann auch die neuen hinkommen.

Genau genommen haben die Bauarbeiten fürs ESTW sogar schon weit im letzten Jahr begonnen.

Was genau wird dann am letzten Februar-Wochenende passieren, weißt Du das? Und weißt Du oder jemand anderes, wo ganz genau das ESTW-Stellrechnergebäude hinkommt?

Viele Grüße
André
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