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"Wer in den 395er einsteigt, wird abgezockt"
geschrieben von lexi4berlin 
...schreibt der Berliner Kurier:

"Was sich die BVG bei der Buslinie 395 leistet, ist so fies, fieser geht's nicht. Hier werden die Fahrgäste regelrecht abgezockt. Der 395er startet am S-Bahnhof Mahlsdorf, tuckert über den U-Bahnhof Hönow wieder nach Mahlsdorf. Man fährt im Kreis. Durch Berlin, Tarifbereich AB, keine Mehrkosten. Denkste! Denn ab der Riesaer Straße geht der Stress los. Wer weiter gen Rand-Berlin will, wird per Durchsage aufgefordert einen Zuschlag zu bezahlen.

Denn der Bus kreuzt für läppische fünf Stationen Brandenburg. Tarifbereich C. Wer also zum Beispiel zur Haltestelle Lübecker Straße möchte, muss löhnen..."

Quelle


Was haltet Ihr
1) von diesem Umstand
2) von dieser Berichterstattung?
Naja, ein typischer Sommerlochartikel der Boulevardpresse halt.

In einem Zonentarif gibt es immer härten, aber die Bewohner, die hier wegen einer ABC-Monatskarte jammern, sollten sich auch überlegen, wie die Alternative zu einem Zonentarif für sie aussähe. Derzeit werden Langstreckenfahrten von Mahlsdorfer Wohngebieten bis ins Stadtzentrum u.a. durch kurze Citystrecken quersubventioniert.

Ich würde nicht von einer besonderen Härte sprechen, wenn für die fast 20 km Luftlinie von Mahlsdorf zum Hauptbahnhof statt derselbe Fahrpreis wie für die Strecke Prenzlauer Berg - Hauptbahnhof nun 70 Cent mehr verlangt werden. Ist natürlich ärgerlich, dass dies nun faktisch für einen unnötigen Umweg passiert, aber preislich immer noch fair.

Interessanter Nebenaspekt: man sieht mal wieder, wie ineffektiv die Ticket-Sichtkontrollen durch den Fahrer sind, wenn sich die Interviewten darüber aufregen, dass hier Kontrolleure unterwegs sind. Gerade auf solch einer Strecke müssten die Fahrer eigentlich wohl jedem 2. Fahrgast einen Anschlussfahrschein aufdrücken.
Diese "Berichterstattung" ist grausam. Ich halte davon garnix. Als Fahrpersonal hat man es schwer genug sich mit den Fahrgästen an den Tarifgrenzen auseinanderzusetzen, die den Tarif tatsächlich nicht verstehen, aber auch welche die ihn nicht verstehen wollen, bzw. bewusst versuchen zu umgehen.

Durch dieses "einfache" ABC-System erkaufen wir uns eben Tarifungerechtigkeiten an der Grenze. Und da ist Hönow bei weitem kein Einzelfall. Der Kurier würde doch ebenso losjammern, wenn wir ein "gerechtes" Tarifsystem mit einem Entfernungstarif hätten, was dann "viel zu kompliziert" ist.

Es gibt zwischen B und C eine klare Grenze, die auf die Stadtgrenze festgelegt ist. Und Hönow ist nunmal außerhalb. Der U-Bahnhof Hönow ist sogar schon einer der tariflichen Sonderfälle, denn der U-Bahnhof liegt noch in B, die Bushaltestelle aber in C. Und das ist auch gut so, denn wer mit dem 943 von Hönow Nord nach Hoppegarten durchfahren will, der zahlt nur 1,40. Wer dagegen mit dem 941 nach Birkenstein will hat Pech und muss wegen "nur 2 Haltestellen" BC für 2,50, statt Wabentarif für 1,40 lösen.
Wer nach Erkner, Teltow Stadt oder Hennigsdorf will, der muss gar für "nur eine Station" extra C zahlen.

Es gibt Fälle, da kann man sich weit mehr aufregen, als über diesen Fall. Man könnte den 395 natürlich auch zur Risaer Str. umlenken, dann wäre das Problem gelöst und er bliebe in B. Hönow hat dann eben Pech.
Für den N5 wird sogar nur eine Station als C gezählt.

PS: Da hat Loopi gleichzeitig geschrieben. ;)

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.2010 13:32 von Jay.
Tja, ich glaube mit Tarifsystemen kann man ganze Promotionen füllen! Der Weisheit letzter Schluss ist da wohl noch nicht herausgefunden worden, es gibt da lediglich eine klare These:

Es gibt nur einen gerechten, einfachen Tarif, der keinerlei Ausnahmeregelungen benötigt, von jedem verstanden wird und dazu auchnoch bezahlbar ist: der Nulltarif!


P.S. Was ist eigentlich, wenn die zwei Stunden für eine fahrplanmäßige Verbindung nicht reichen? Z.B. von Moßkopfring (Berlin) nach Lanzendorfer Weg (Berlin)? Nicht das es wirklich viele Fahrgäste am Tag betreffen würde, aber muss ich dann zweimal zahlen? Und warum zwigt mir VBB-Online für diese Verbindung denn bitte einen Fahrpreis von 2,10 Euro an?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
...dort kann im Transit m.w. der 694er Bus mit Potsdam A/B-Fahrscheinen genutzt werden, obwohl Steinstücken zu Berlin B gehört.

Es existieren auch einige andere Transitregelungen im VBB, vorwiegend für Zeitkarteninhaber wegen mangelhafter Alternativen die ohne Berührung des Fremdgebiets auskommen.


Im vorliegenden Fall ist allerdings verständlich, das keine solche Transitregelung getroffen wurde.
Schließlich sind nur die Haltestellen "An den Siedlergärten" und "Wacholderheide" betroffen, für die nur 250m entfernt erlaubte Alternativen bestehen.

Problematisch ist allerdings die fehlende A/B-Alternative für Fahrgäste die mit Straßenbahn oder U5 in die Lemkestraße wollen - die haben nur den Umweg über S Mahlsdorf als Alternative. Eine Führung in beiden Richtungen über eine B-Haltestelle im Einzugsbereich der Tramendstelle Riesaer Straße könnte Abhilfe schaffen.
Allerdings würden die Mehrkilometer die BVG finanziell stärker belasten als ein Verzicht auf den C-Aufpreis auf dieser Linie.


Übrigens eine Transitregelung der BVG existiert beim X54:
Die Haltestelle Teupitzer Straße befindet sich im Land Brandenburg - die Landesgrenze verläuft an der Südlichen Straßenkante. Trotzdem ist diese Haltestelle Berlin B zugeordnet.
Giovanni schrieb:
-------------------------------------------------------
> Übrigens eine Transitregelung der BVG existiert
> beim X54:
> Die Haltestelle Teupitzer Straße befindet sich im
> Land Brandenburg - die Landesgrenze verläuft an
> der Südlichen Straßenkante. Trotzdem ist diese
> Haltestelle Berlin B zugeordnet.

Die scheint aber eher im "Graubereich" gelöst worden zu sein, in dem der Grenzverlauf nicht ganz so streng interpretiert wurde. Der einzige für die BVG in die aktuellen VBB-Tarifbestimmungen aufgenommene Transitfall betrifft die Linie 260, die 2 Stationen im nördlichen Schönefeld hat, die mit einem B-Fahrausweis durchfahren werden dürfen.
lexi4berlin schrieb:
-------------------------------------------------------
> ...schreibt der Berliner Kurier:
>
> "Was sich die BVG bei der Buslinie 395 leistet,
> ist so fies, fieser geht's nicht. Hier
> werden die Fahrgäste regelrecht abgezockt. Der
> 395er startet am S-Bahnhof Mahlsdorf, tuckert über
> den U-Bahnhof Hönow wieder nach Mahlsdorf. Man
> fährt im Kreis. Durch Berlin, Tarifbereich AB,
> keine Mehrkosten. Denkste! Denn ab der Riesaer
> Straße geht der Stress los. Wer weiter gen
> Rand-Berlin will, wird per Durchsage aufgefordert
> einen Zuschlag zu bezahlen.

Solange du von B nach B fährst brauchst du kein C-Fahrschein, ist auf der OL 260 genauso.
Lopi2000 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Giovanni schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Übrigens eine Transitregelung der BVG existiert
> > beim X54:
> > Die Haltestelle Teupitzer Straße befindet sich
> im
> > Land Brandenburg - die Landesgrenze verläuft an
> > der Südlichen Straßenkante. Trotzdem ist diese
> > Haltestelle Berlin B zugeordnet.
>
> Die scheint aber eher im "Graubereich" gelöst
> worden zu sein, in dem der Grenzverlauf nicht ganz
> so streng interpretiert wurde. Der einzige für die
> BVG in die aktuellen VBB-Tarifbestimmungen
> aufgenommene Transitfall betrifft die Linie 260,
> die 2 Stationen im nördlichen Schönefeld hat, die
> mit einem B-Fahrausweis durchfahren werden dürfen.

Der Unterschied ist:
Teupitzer Straße ist laut Tarifzonenplan und BVG-Stadtplan im Bereich B.
[www.fahrinfo-berlin.de]

Die Linie 260 durchfährt tatsächlich dem Bereich C zugeordnete Haltestellen.

Es ist schon lange nicht mehr unüblich, das die Tarifgrenze nicht mit der Gemeindegrenze identisch ist.
BV3222 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Solange du von B nach B fährst brauchst du kein
> C-Fahrschein, ist auf der OL 260 genauso.

Auf der Linie 260 ist es auch - wie von mir zitiert in den Tarifbestimmungen als Transitfall geregelt. Ansonsten richtet sich der Tarif von den durchfahrenen Zonen, das ist ja auch Anlass des Artikels.
Also ich fahre öfters mit diesem Bus... und ich habe noch nie in den 14 Jahren, die ich jetzt in Mahlsdorf wohne, einen Anschlussfahrausweis gekauft.
Selbst wenn ich am U-Bahnhof Hönow einsteige, wurde ich noch nie dazu aufgefordert, obwohl sich der Busfahrer meine Fahrkarte genau angeguckt hat (meist steigen ja nur 1-3 Personen ein, also genug Zeit zum genauer raufgucken)...
Du willst uns also mitteilen, du hättest die 40 ¤ EBE schon "herausgefahren" ... ;)

Gruß

Edith hat 'n Wort hinzugefügt...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.2010 17:51 von Wutzkman.
Na sind es nicht 15 ¤ für das sogenannte "Grau-"Fahren?


BVG = Alle meckern drüber, aber ohne geht es nicht !

Jut jemeinte Jrüße
Nico
Sommerloch-Thema pur.

Es gibt bestimmt Themen über die man bei der BVG meckern kann.
Aber so ein Unsinn gehört bestimmt nicht dazu.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1894-2019
Heute gabs die Fortsetzung mit Antworten von der bösen BVG und dem bösen VBB. Ich bleibe dabei - da hat sich der Kurier einen schlechten Fall ausgesucht. Gibt weit problematischere Stellen.

@S5: es sollte sich herumgesprochen haben, dass man am Busfahrer auch mit nem Stück Bonbonpapier vorbeikommt. Bloß weil sie nix sagen, heißt das noch lange nicht, dass sie es nicht merken.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
BV3222 schrieb:
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> Solange du von B nach B fährst brauchst du kein
> C-Fahrschein, ist auf der OL 260 genauso.

Das als allgemeingültig darzustellen ist schwachsinnig. Ob von Buch nach Hohenschönhausen über Lindenberg, Von Pankow nach Hermsdorf über Schildow oder Rudow nach Buckow über Großziethen - C ist immer fällig.

Dein Beispiel ist - wie es ja nun schon des Öfteren hier Thema war - ein Ausnahmefall.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Bei einigen Linien gibt es Sonderregelungen, d.h. man braucht tatsächlich keinen BC-Fahrschein um den Bereich C zu "durchfahren", das ist allerdings nicht allgemeingültig - für die 395 gilt es leider nicht.
Dafür ist aber die 395 eine Ringlinie, d.h. ein Kurzstreckenfahrschein gilt für die gesamte Fahrt.
Für jemanden, der dann mit einer anderen Linie weiterfahren muss, ist das natürlich keine Lösung.
Aber wie hier schon mehrfach erwähnt, Tarifungerechtigkeiten wird es immer geben, gerade bei Linien, die zwei Tarifbereiche durchfahren.
Tattergreis schrieb:
-------------------------------------------------------
> Dafür ist aber die 395 eine Ringlinie, d.h. ein
> Kurzstreckenfahrschein gilt für die gesamte
> Fahrt.

Jetzt nicht dein Ernst, oder? Von Mahlsdorf nach Mahlsdorf? Nehm' ich dir nicht ab.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Diese Regelung gilt für alle Ringlinien.
Hat auch einen einfachen Grund: Wer mit einer Kurzstrecke bis zu 6 Stationen fahren darf, will ja vielleicht auch wieder zurück - und auch für diese Fahrt muss die Kurzstrecke gelten.
Da es aber auf Ringlinien keine Fahrten in die entgegengesetzte Richtung gibt, gilt die Regelung, dass der Kurzstreckentarif dann für die gesamte Linienlänge gilt.
Wird bloß so nicht gerne publiziert, ist ja schöner wenn die Kunden Normaltarif bezahlen, weil sie das nicht wissen.
Tattergreis schrieb:
-------------------------------------------------------
> Diese Regelung gilt für alle Ringlinien.

Also auch für die Ringbahn? Wenn es eine solche Regelung gibt, steht das sicher auch irgendwo in den Tarifbestimmungen. Oder es ist halt eine Kulanzregelung einzelner Fahrer, die aber dann strenggenommen trotzdem ein Schwarzfahren ist.

Es gibt ja auch genauso andere "Ungerechtigkeiten" bei denen Umwege gefahren oder zusätzliche Haltestellen nur in einer Richtung bedient werden und auch bezahlt werden müssen, wie z.B. Stichfahrten.
Woher soll denn bitte diese Regelung stammen ?!
Und was soll das mit dem Normaltarif - damit darf man doch keien Ringfahrten machen...


Heute hatte die Bild ein neues Thema:
Der böse Berliner ÖPNV - ständig lässt man (natürlich mit Absicht) Fahrstühle ausfallen.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1894-2019
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