Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Frage zur Reaktivierung der Heidekrautbahn zwischen Basdorf - Wilhelmsruh
geschrieben von Bahnfreund Schranke 
Update von heute morgen:
(1) Fangen wir mal am Anfang an: Der Damm wurde jetzt auf voller Länge porentief rasiert. Dabei kam noch einiges zum Vorschein. Links sieht man diese seltsamen Stangen. Ich vermute mal, das sind uralte Stromleitungen aus der Anfangszeit der Elektrifizierung. Rechts daneben in dem Loch noch ein paar gemauerte Fundamente. Der Lage nach zu urteilen, keine Überbleibsel der NEB.
(2) Vermutlich kamen die Kabel da her.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.2025 10:53 von DerMichael.


(1) Der rasierte Damm im weiteren Verlauf
(2) Aus diesen drei Löchern und noch diversen anderen, die bereits wieder verfüllt wurden, wurde etwas rausgeholt. Dazu kommen wir später noch.


(1) Höhe Aufsicht. Schön zu sehen: der Dammaufbau mit dem alten Vorkriegsschotter.
(2) Blick zurück über die Baufläche


(1) Weitere Kabelreste
(2) Der ehemalige Inhalt der Löcher: Säulenfundamente. Mittwoch lagen da noch einige mehr. Aufgrund der Lage im Damm vermute ich, dass das noch Überbleibsel des ursprünglichen Bahnhofs der Nordbahn sind, der an dieser Stelle mal stand, bevor die Nordbahn auf den Damm gelegt wurde.
So, wie ich das sehe, ist das Baufeld jetzt für den Aufbau des neuen Haltepunkts präpariert. Ab jetzt müsste es losgehen mit dem Aufschütten.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.2025 10:52 von DerMichael.


Was holt man bitte alles aus dem Damm?
Säulenfundamente? Alte Kabel von der ersten Elektrifizierung? Vorkriegsschotter?

Aber Gleise und Schwelle wurden schon zwischenzeitlich mal getauscht, ja?

Sind eigentlich Archäologen zugegen, die sich das dort einmal genauer anschauen?
Zitat
Slighter
Was holt man bitte alles aus dem Damm?
Säulenfundamente? Alte Kabel von der ersten Elektrifizierung? Vorkriegsschotter?

Aber Gleise und Schwelle wurden schon zwischenzeitlich mal getauscht, ja?

Sind eigentlich Archäologen zugegen, die sich das dort einmal genauer anschauen?

Das 2. Gleis wurde doch von den Russen mitgenommen und das übriggebliebene Gleis dann 1952 mit der Einstellung des Fernverkehrs quasi stillgelegt. Glaub nicht, dass nach '45 da nochmal was getauscht wurde. Abgesehen vom S-Bahngleis, aber das liegt ja direkt am Bahnsteig.
Unten bei der NEB, was ja mitten im Grenzgebiet lag, wurde doch auch erst die Mauer gebaut und danach die Anlagen abgerissen, um Schussfreiheit zu haben. Die werden da kaum gründlich aufgeräumt haben.
Beim Abriss der Sparbögen an der Wollankstraße wurden auch jetzt erst die alten Kellerfundamente der alten Bebauung entfernt.
Übrigens kann man bei den Bildern der Wollankstraße sehen, dass die Sparbögen auch nicht vollständig beseitigt wurden und die Pfeiler einfach im Damm eingegraben wurden.

Sehr lange schien das Umspannwerk nicht in Betrieb gewesen zu sein:
[www.berlin.de]


Seit dem letzten Jahr ist da die ehemalige Schule vom Sportforum an der Landsberger Allee, das bis dahin marodeste Gymnasium Berlins, drin:
[idg.berlin]



8 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.03.2025 19:24 von DerMichael.
Übrigens kann man sich hier ziemlich hoch aufgelöste Luftbilder von 1928 herunterladen, auf denen man halbwegs erkennen kann, dass da nichts mehr direkt am Bahndamm stand (1928_3885826.ecw).
In Google Earth kann man über die Zeitschiene auch fast so weit zurück. Aber auch da steht nichts mehr direkt am Bahndamm.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.03.2025 22:32 von DerMichael.
Zitat
DerMichael
Übrigens kann man sich hier ziemlich hoch aufgelöste Luftbilder von 1928 herunterladen, auf denen man halbwegs erkennen kann, dass da nichts mehr direkt am Bahndamm stand (1928_3885826.ecw).
In Google Earth kann man über die Zeitschiene auch fast so weit zurück. Aber auch da steht nichts mehr direkt am Bahndamm.

Wow, danke für diesen Netzfund.
Da sind ja richtig tolle Luftbilder dabei.

Nicht nur auf dem Bild von Wilhelmsruh / Schönholz mit dem richtig langen Güterzug mit Dampflok, sondern auch das Luftbild von Schildow, worüber sich meine Eltern freuen werden.
Zitat
DerMichael
Sehr lange schien das Umspannwerk nicht in Betrieb gewesen zu sein:
[www.berlin.de]

Wie kommst du zu dieser These?
Immerhin hatte die Bewag, später Ebag (Bewag-Ost) das Umspannwerk ab 1926 68 Jahre lang zur Energieverteilung genutzt. Ein sehr langer Zeitraum bei der schnellen Entwicklung der Elektrotechnik im 20. Jahrhundert.
Schau dir mal das Foto der Schaltwarte aus der von dir verlinkten Senats-Webseite genauer an: Schreibtisch und Telefon sind unverkennbar 90er Jahre. Erst Ende 1993 endete der Betrieb als Abspannwerk im Zusammenhang mit der Neuordnung der Gesamtberliner Elektroenergieversorgung.
Das renommierte Architektenbüro Max Dudler lieferte die Pläne für den Umbau zum Bürogebäude 2004 bis 2008 nach dem Verkauf an die Rosco-Immobiliengruppe aus Bad Hersfeld. Von dieser sind durch die Schulämter die notwendigen Räume für den Betrieb des Gymnasiums angemietet und entsprechend umgebaut worden. Bis zum Schuljahresbeginn 2027 soll der Ersatzstandort genutzt werden, falls es gelingt, die Sanierung des Standortes Kniprodestraße bis dahin abzuschließen.
Die gut recherchierte Geschichte zum Nachlesen gibts in der Morgenpost (Bezirksteil Pankow) vom 9.12.2023.

so long

Mario
Zitat
chilldow
Zitat
DerMichael
Übrigens kann man sich hier ziemlich hoch aufgelöste Luftbilder von 1928 herunterladen, auf denen man halbwegs erkennen kann, dass da nichts mehr direkt am Bahndamm stand (1928_3885826.ecw).
In Google Earth kann man über die Zeitschiene auch fast so weit zurück. Aber auch da steht nichts mehr direkt am Bahndamm.

Wow, danke für diesen Netzfund.
Da sind ja richtig tolle Luftbilder dabei.

Nicht nur auf dem Bild von Wilhelmsruh / Schönholz mit dem richtig langen Güterzug mit Dampflok, sondern auch das Luftbild von Schildow, worüber sich meine Eltern freuen werden.

Freut mich. Hier der Link zum Rest der Stadt: [gdi.berlin.de]
Zitat

"DerMichael" am 26.3.2025 um 7.22 Uhr:

[...] Hier der Link zum Rest der Stadt: [gdi.berlin.de]

Das sind übrigens die gleichen Luftbilder, wie die, die in der Tagesspiegel-Luftbilder-Vergleichseite verwendet wurden.

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.03.2025 07:43 von krickstadt.
Diese Sammlung hier ist übrigens oft aktueller als Google Maps. Die Luftbilder von 1928 dürften dieselben sein.
Es ist letztlich alles benutzerfreundlicher aufgearbeitet und beruht auf den Sammlungen von Berlin:

[luftbilder.berlin.codefor.de]
Zwei Bilder von heute:
(1) Der Damm wurde weiter abgetragen und gesichert. Auch am Boden wurde Material aufgebracht.
(2) Auch eine Art der Drainage


Noch ein Bild von gestern.
Sad-Fact am Rande:
Lt. Wikipedia wurde diese Strecke am 10. Juli 1877 eröffnet. Ab 1912 wurde die Strecke auf den Damm gelegt. "Mit Schließung des Stettiner Bahnhofs wurde der Reisezugverkehr auf dem Berliner Teil der Nordbahn zum Fahrplanwechsel am 18. Mai 1952 eingestellt." Damit endete nach knapp 75 Jahren der Fernverkehr durch Wilhelmsruh.
Seit dem 18.Mai 1952 sind nun fast 73 Jahre vergangen. Somit fahren in zwei Jahren genauso lange keine Fernzüge mehr auf der Strecke, wie vorher Fernzüge auf der Strecke fuhren.

Ich hab hier noch ein extrem gut aufgelöstes vom 05. Juni 1954 gefunden:


Mehr gibt es hier:
[gdi.berlin.de]



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.2025 15:52 von DerMichael.


Wenn 1912 schon auf den Damm gebaut wurde, warum ist dann auf dem Luftbild 1928 das Nasse Dreieck noch vollständig. Was ich übrigens faszinierend finde. Befindet sich die Verbindung Stettiner Bahn - Nordbahn dort auch auf einem Damm? Und warum wurde sie dann abgerissen? Bisher dachte ich immer, die ist einfach nicht mit hochgebaut worden.
Ne, das Nasse Dreieck verschwand doch erst mit dem Mauerbau, als die Verbindung vom Rangierbahnhof Pankow zum Güterbahnhof Schönholz abgebaut wurde. Wollankstraße hatte doch drei Fernbahnbrücken. Also wurde das mit hochgebaut. Mit dem Umbau des Nordkreuzes in den 90ern wurden dann sämtliche Spuren beseitigt.
Luftbild von 1959:


Zum Vergleich 1969:


Weitere hier:
[gdi.berlin.de]



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.2025 18:38 von DerMichael.
Ah, danke für die Aufklärung. Das ist an mir vorbeigegangen. Das nasse Dreieck war nicht meine Spielwiese, vermutlich zu nass. ;-)
Zitat

"Heidekraut" am 31.3.2025 um 12.04 Uhr:

[...] Das nasse Dreieck war nicht meine Spielwiese, vermutlich zu nass.

Warum hatte dieses Gleisdreieck diesen (Spitz-)Namen? War das ein sumpfiges Gebiet? Als Westberliner kannte man das "nasse Dreieck" als ein wegen Häusersetzungen bekanntes, heruntergekommendes Wohngebiet südlich des Schlosses Charlottenburg. Ein Abendschaubericht vom 26. Januar 1965 zeigt die Misere, die am Ende eine Grünanlage ergab, auf der nichts mehr gebaut werden darf.

Viele Grüße, Thomas

PS: Es gibt einen Wikipedia-Artikel zum nassen Dreieck "im 'Dreiländereck' zwischen den Ortsteilen Gesundbrunnen, Prenzlauer Berg und Pankow". Dem nassen Dreieck in Charlottenburg ist "nur" ein Dreizeiler auf "berlin.de" gewidmet. ;-)

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.03.2025 13:08 von krickstadt.
Der Wiki-Artikel ist ein Null-Artikel. Im Abschnitt Geschichte erfährt man nichts über den Ursprung und die Geschichte, sondern nur über die eher armselige Gegenwart. Herkunft, Etymologie, ursprünglicher Zweck und Bedeutung, Eisenbahngeschichte usw. Fehlanzeige. Also weniger ein Enzyklopädie-Artikel als ein aktueller Zeitungsbericht irgendwelcher Aktivisten. Da lob ich mir doch den Hinweis auf das nasse Dreieck in berlin.de. ;-) Und lasst mich raten, eine Verlinkung und irgendwelcher Bezug zum Artikel Bahnhof Pankow/Ehemaliger Rangierbahnhof, ist nicht vorhanden.

Ich bin noch ein bisschen am recherchieren, aus meiner Sicht und Erinnerung ist es ein alter Flurname. Und hat ursprünglich erstmal nichts mit den Bahnstrecke zu tun. Das kam dann mit der Erbauung der Stettiner Bahn und der Nordbahn hinzu. Wobei ursprünglich die Stettiner Bahn ja die Nordbahn kreuzte, oder umgekehrt. Also kein Dreieck bildete.

Das ist wahrscheinlich wieder so eine Sache, die nur ich mir einbilde. Ich kenne den Begriff für das nämliche Gebiet schon seit meiner Kindheit, also mindestens seit den 50er Jahren. Der Artikel erweckt den Eindruck, dass er erst nach dem Mauerfall durch die Mauer-Brache entstanden ist.

Hier gibt es ein schönes Foto mit dem Bau des Gleichrichterwerkes am "Nassen Dreieck" 1922. Im Hintergrund sieht man den besagten Bahndamm (die Verbindungskurve) mit der eindrucksvollen Brücke.

Gleichrichterwerk



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.04.2025 02:27 von Heidekraut.
Es gab in den 80ern mal Pläne das Gelände für den Wohnungsbau nutzbar zu machen, Zufahrt von der Esplanade. Ein Modell stand im Pankower Rathaus (Westteil der Stadt nicht modelliert). Das wären dann Plattenbauten mit Blick Richtung Grenze, teilweise schon im Sperrgebiet, das Modell verschwand recht schnell und die Presse schrieb nie wieder darüber. Irgendwie ist da jemand von oben die Fantasie gewalttig durchgegangen. Könnte zur 750 Jahr-Feier gewesen sein. Die Wege zum ÖPNV waren auch nicht gerade kurz.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen