Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Frage zur Reaktivierung der Heidekrautbahn zwischen Basdorf - Wilhelmsruh
geschrieben von Bahnfreund Schranke 
Das würde bedeuten, dass meine Erinnerung mich vollständig hinters Licht geführt hat. Denn vor 1953, daran würde ich mich kaum noch erinnern können.
Zitat
Heidekraut
Das würde bedeuten, dass meine Erinnerung mich vollständig hinters Licht geführt hat. Denn vor 1953, daran würde ich mich kaum noch erinnern können.
Auch ich habe so meine Probleme mit den Erinnerungen. Meine älteste Erinnerung stammt aus meiner Lehrzeit als Elektrosignalschlosser der DR auf eben dieser Strecke und endete an einer Gleissperre irgendwo hinter Blankenfelde oder Rosenthal. Zu dieser Zeit gab es wohl nur noch Güterverkehr bis Wilhelmsruh. Der Personenverkehr endete noch in Blankenfelde. Zuvor soll es ja noch eine Werkshaltestelle für die MA von Bergmann Borsig gegeben haben. Hat irgendjemand ne Ahnung wo diese war?
Grüße in die Runde

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
*** man sollte nicht alles so eng sehen, das weitet den Blick ***
Zitat
bahnwege
[...] noch einen im Netz gefundenen Link: [asset.museum-digital.org] zur Situation des früheren Bahnhofs nach dem Mauerbau beisteuern. [...]

Vielen Dank für diesen Link! Ein ganz hervorragendes Bild mit sehr viel Infogehalt.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
bahnwege
[...] Zuvor soll es ja noch eine Werkshaltestelle für die MA von Bergmann Borsig gegeben haben. Hat irgendjemand ne Ahnung wo diese war?
[...]

Soweit mir bekannt ist, lag die genau nördlich der Hertzstraße. Also dort, wo heute noch zwischen grünen Zäunen einiger 'Krimskrams' auf einer Fläche aus vielen Betonplatten rumliegt. Dieser Haltepunkt wurde genutzt, bis man diesen Werksverkehr für BB auf Busse umstellen konnte. Im Ergebnis war es möglich, den PV der Strecke bis Rosenthal und später Blankenfelde zurückzuziehen. Darüber hinaus konnte der Streckenabschnitt vom nördlichen Anschlussgleis des BB-Geländes, das ja bis heute existiert, bis zur Hertzstraße dann auch final stillgelegt werden. Womit die Grenze an dieser Stelle noch sicherer wurde...

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Ferkeltaxe
[...] Soweit mir bekannt ist, lag die genau nördlich der Hertzstraße. Also dort, wo heute noch zwischen grünen Zäunen einiger 'Krimskrams' auf einer Fläche aus vielen Betonplatten rumliegt.

Danke, damit rundet sich mein Bild ab

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
*** man sollte nicht alles so eng sehen, das weitet den Blick ***
Nein, aus meiner Erinnerung (auf die man ja nichts mehr geben kann) und entsprechend des Streckenplanes befand sich der Haltepunkt Bergmann-Borsig bis Sommer 1961 direkt südlich der Lessingstraße. Dort befand sich ja auch der Haupteingang zum Werksgelände. Der neue Haltepunkt soll dann nördlich der Lessingstraße sein.

Ich bin allerdings schon 1951 in die Nähe gezogen. Nur, dass ich mich an irgendeinen Zustand so früh noch erinnern kann, ist höchst unwahrscheinlich.

Vor der Einstellung des Personenverkehrs auf der Stammstrecke 1983 war der südlichste Haltepunkt erst in Schildow, später in Blankenfelde oder umgekehrt. Rosenthal lag doch viel zu sehr im Grenzgebiet, sodass dieser Bahnhof nicht in Frage kam. Weiter nach Süden fuhren eben nur noch die Güterzüge in den Werksanschluss und von einem bestimmten Zeitpunkt an durch Sperranlagen. Davon gibt es Fotos. Die Werktätigen des Betriebes mussten in Werksbusse umsteigen, um zur Arbeit zu kommen.
Zitat
Heidekraut

Vor der Einstellung des Personenverkehrs auf der Stammstrecke 1983 war der südlichste Haltepunkt erst in Schildow, später in Blankenfelde oder umgekehrt. Rosenthal lag doch viel zu sehr im Grenzgebiet, sodass dieser Bahnhof nicht in Frage kam. Weiter nach Süden fuhren eben nur noch die Güterzüge in den Werksanschluss und von einem bestimmten Zeitpunkt an durch Sperranlagen. Davon gibt es Fotos. Die Werktätigen des Betriebes mussten in Werksbusse umsteigen, um zur Arbeit zu kommen.

Wie ich oben bereits beschrieben habe, kenne ich den Betrieb aus meiner Lehrzeit, zumindest bis zur benannten Gleissperre (siehe Bild). Zunächst ging der PV noch bis nach Blankenfelde. Die MA von BB mussten von da mit Bus zu ihrem Arbeitsplatz.

Grüße an die grauen Zellen der Erinnerung

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
*** man sollte nicht alles so eng sehen, das weitet den Blick ***


Habe ich was anderes geschrieben? Wurde der Gleisanker jedes Mal entfernt, wenn ein Güterzug passierte? Als ich mit einem der letzten Züge fuhr, jedenfalls an dem Tag der Einstellung, da stiegen wir, so glaube ich, in Schildow ein. Ich traf mich mit einem Freund, wir wollten ein letztes Mal Heidekraut fahren.
Zitat
Heidekraut
[...] entsprechend des Streckenplanes befand sich der Haltepunkt Bergmann-Borsig bis Sommer 1961 direkt südlich der Lessingstraße. Dort befand sich ja auch der Haupteingang zum Werksgelände.

- Bitte setz uns doch einen Link zu dem von dir erwähnten Streckenplan. Oder füg den relevanten Ausschnitt direkt als Bild hier ein. Das wäre super.
- An der Hertzstraße befand sich doch auch ein Werkseingang. Da wäre es nicht unlogisch gewesen, den Haltpunkt für BB zwischen Lessing- und Hertzstraße anzuordnen... (Muss natürlich nicht zwingend auch so gemacht worden sein.)
- Was ich mich auch frage: Hat es den Werkshaltepunkt tatsächlich vor dem Mauerbau gegeben? Denn bis dahin war doch der Endbahnhof Wilhelmsruh frei nutzbar. Meiner Meinung nach hat man die Teil-Funktion des PV zum Werk von dem ab Mauerbau geschlossenen Endbahnhof auf diesen als Ersatz gebauten Haltepunkt verlagert. Oder lieg ich da falsch?

Zitat
Heidekraut
[...]
Vor der Einstellung des Personenverkehrs auf der Stammstrecke 1983 war der südlichste Haltepunkt erst in Schildow, später in Blankenfelde oder umgekehrt. Rosenthal lag doch viel zu sehr im Grenzgebiet, sodass dieser Bahnhof nicht in Frage kam. [...]

Mit Letzterem dürftest du möglicherweise recht haben. (Allerdings habe ich immer noch die Streckenkarte aus den frühen / mittleren 60-ern vor meinem geistigen Auge, in der PV bis Rosenthal eingetragen war.)
Beim südlichsten Haltepunkt nördlich von Rosenthal ist die Reihenfolge aber zunächst Blankenfelde und später Schildow gewesen.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Heidekraut
[...]
Wurde der Gleisanker jedes Mal entfernt, wenn ein Güterzug passierte? [...]

Es handelt sich gemäß des Fotos von bahnwege um eine Gleissperre mit Schloss. D. h., sie wurde vor jedem Passieren per Schlüssel geöffnet und konnte so von der Schiene zur Seite weggeklappt werden. Und wie ich das Grenzregieme an der Staatsgrenze West kenne, hatten diesen Schlüssel höchstwahrscheinlich die Grenztruppen ständig in Verwahrung. Diese werden jede Zugfahrt im Grenzgebiet auch mit Bewachern direkt begleitet haben.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Ferkeltaxe

Es handelt sich gemäß des Fotos von bahnwege um eine Gleissperre mit Schloss. D. h., sie wurde vor jedem Passieren per Schlüssel geöffnet und konnte so von der Schiene zur Seite weggeklappt werden. Und wie ich das Grenzregieme an der Staatsgrenze West kenne, hatten diesen Schlüssel höchstwahrscheinlich die Grenztruppen ständig in Verwahrung. Diese werden jede Zugfahrt im Grenzgebiet auch mit Bewachern direkt begleitet haben.

Ich glaube mal, das du es richtig beschrieben hast. Ich musste damals als Lehrling meinen Signalwerker(Ausbilder) begleiten, weil wohl das Schloss klemmte, oder getauscht werden sollte. Zu dieser Zeit fuhren die Züge nach Blankenfelde nur zu Zeiten des Schichtwechsels der Arbeiter von BB.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
*** man sollte nicht alles so eng sehen, das weitet den Blick ***
Zitat
Ferkeltaxe
Zitat
Heidekraut
[...] entsprechend des Streckenplanes befand sich der Haltepunkt Bergmann-Borsig bis Sommer 1961 direkt südlich der Lessingstraße. Dort befand sich ja auch der Haupteingang zum Werksgelände.

- Bitte setz uns doch einen Link zu dem von dir erwähnten Streckenplan. Oder füg den relevanten Ausschnitt direkt als Bild hier ein. Das wäre super.
- An der Hertzstraße befand sich doch auch ein Werkseingang. Da wäre es nicht unlogisch gewesen, den Haltpunkt für BB zwischen Lessing- und Hertzstraße anzuordnen... (Muss natürlich nicht zwingend auch so gemacht worden sein.)
- Was ich mich auch frage: Hat es den Werkshaltepunkt tatsächlich vor dem Mauerbau gegeben? Denn bis dahin war doch der Endbahnhof Wilhelmsruh frei nutzbar. Meiner Meinung nach hat man die Teil-Funktion des PV zum Werk von dem ab Mauerbau geschlossenen Endbahnhof auf diesen als Ersatz gebauten Haltepunkt verlagert. Oder lieg ich da falsch?

Zitat
Heidekraut
[...]
Vor der Einstellung des Personenverkehrs auf der Stammstrecke 1983 war der südlichste Haltepunkt erst in Schildow, später in Blankenfelde oder umgekehrt. Rosenthal lag doch viel zu sehr im Grenzgebiet, sodass dieser Bahnhof nicht in Frage kam. [...]

Mit Letzterem dürftest du möglicherweise recht haben. (Allerdings habe ich immer noch die Streckenkarte aus den frühen / mittleren 60-ern vor meinem geistigen Auge, in der PV bis Rosenthal eingetragen war.)
Beim südlichsten Haltepunkt nördlich von Rosenthal ist die Reihenfolge aber zunächst Blankenfelde und später Schildow gewesen.

Ich habe den Gleisplan abgespeichert, muss aber noch untersuchen, ob ich den hier einstellen darf. Hertzstraße war ein weiterer Zugang zum Werk, der aber keine solche Bedeutung hatte. Er ist ja auch heute noch schmaler. Die Gebäude die im südlichen Teil des Geländes stehen, waren damals zum größten Teil noch Ruinen, also weniger wichtiger Zugang. Der Bahnhof Wilhelmsruh war für die Arbeiter zu weit weg von den eigentlichen Arbeitsplätzen. Deswegen wurde der Werksbahnhof an der Lessingstraße schon in den 50er Jahren eingerichtet. Nach dem Mauerbau hatte er ja keine Bedeutung mehr und war abgesperrt, später abgerissen, wohl im Zuge des Ausbaus der Grenzsicherungsanlagen in den 70er Jahren. An diese Zeit habe ich keine Erinnerungen. Da war ich woanders im Leben. Da liegst du also falsch. Da vor dem Mauerbau in den ersten Jahren auch Arbeiter aus dem Westteil der Stadt nach BB kamen, war der Zugang vom S-Bahnhof aus natürlich auch wichtig.
Noch 1983 und auch am letzten Einsatztag, gab es einen richtigen Fahrplan mit mehreren Zügen am Tag zu dem jeder Zugang hatte, erst in Blankenfelde und später dann in Schildow. Ich erinnere mich komischerweise an grüne Doppelstockwagen mit einer Diesellok, oder war's noch eine Dampflok? Der letzte Zug aber war ein Dieseltriebwagen, wie aus verschiedenen Quellen und Erzählungen hervorgeht. Das hatte mich schon öfter verwirrt. Und das Gefühl, noch einmal mit der Heidekrautbahn zu fahren, bezog sich eben nur auf diesen kurzen Abschnitt der Stammstrecke. Also auch über Mönchmühle etc. Dass man später von Karow nach Basdorf und weiter fahren konnte, betrieben von der DR, sahen wir nicht mehr als Heidekrautbahn an. Komisch, oder?
ich habe mal nach alten kursbüchern gesucht und bin zunächst erst einmal für das Jahr 1956 fündig geworden.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
*** man sollte nicht alles so eng sehen, das weitet den Blick ***


Die letzten Beiträge sind ja echt interessant, vorallem das alte Foto vom Bahnhof Wilhelmsruh. Danke für den Link.
Aber über eine Stunde von Wilhelmsruh nach Basdorf ist schon krass, da hat der 5:30 Uhr Zug doch sicher auf die MA von BB gewartet, wenn der dann 15 Min. bis Rosenthal gebraucht hat.
Zitat
Heidekraut
[...]
Ich habe den Gleisplan abgespeichert, muss aber noch untersuchen, ob ich den hier einstellen darf.
Vielleicht ist das unter Angabe der Quelle kein Problem. Wäre auf jeden Fall sehr interessant für mehrere hier im Forum.

Zitat
Heidekraut
[...]
Der Bahnhof Wilhelmsruh war für die Arbeiter zu weit weg von den eigentlichen Arbeitsplätzen. Deswegen wurde der Werksbahnhof an der Lessingstraße schon in den 50er Jahren eingerichtet.[...]
War das damals wirklich schon ein Grund? Da lief man doch noch ganz andere Strecken zu Fuß oder überbrückte Lücken mit dem Fahrrad... Ich vermute eher, man wollte möglichst viel vom Verkehr von der noch offenen Grenze fernhalten (Mit dem verbesserten Zugang zum BB-Werk ließ sich das öffentlich gut begründen.). Denn an den grundsätztlich offenen Sektorengrenzen wurde ja seit 1952 durch die DDR zumindest systematisch kontrolliert. An anderen Bahnstrecken, bei denen der Verkehr die Grenze kreuzte, baute man ja öfter sogar noch zusätzliche Kontrollbahnsteige oder -stege. Z. B. westlich S-Bhf. Schönhauser Allee. Der neue BAR-Bahnhof Schönefeld z. B. wurde schon direkt inkl. der Kontrollfunktion geplant und errichtet.

Zitat
Heidekraut
[...] Nach dem Mauerbau hatte er ja keine Bedeutung mehr und war abgesperrt, [...]
Hierbei wäre interessant, ob der PV bis zum Werkbahnhof direkt mit dem Mauerbau schon final eingestellt wurde, oder ob er auch danach noch für eine Zeit stattfand, nachdem die ersten Grenzsicherungsanlagen von Rosenthal bis Wilhelmsruh fertiggestellt waren, die Grenze also erstmal pioniertechnisch gesichert war?
Analog stellt sich die Frage weiterhin auch für den eigentlichen Endbahnhof. Weiß da jemand mehr oder gibt es entsprechende Fahrpläne?

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Heidekraut
[...] Ich erinnere mich komischerweise an grüne Doppelstockwagen mit einer Diesellok, [...]
Eine V100 mit Doppelstöckern (grüne Gliederzüge DBz, DBv ist mir jetzt nicht in Erinnerung) war meines Wissens lange Zeit Standard auf der Heidekraut. Zumindest zu den hochfrequentierten Tageszeiten. Und speziell seit die Bedienung im PV komplett über Karow-Basdorf lief. Da war der Verkehr quasi eine Ergänzung des S-Bahnsystems bis hin zum Tarif. Pläne zur Gleichstromelektrifizierung gab es ebenfalls, die aber außer ein paar Gleismetern mit Schwellen für Stromschienenhalter nicht realisiert wurden.

Gruß
Die Ferkeltaxe
ich habe nochmal nach alten Kursbüchern gesucht und bin unter [www.eisenbahnwelt.com] fündig geworden. 1970 gab es wohl noch die Möglichkeit bis Blankenfelde zu fahren (deckt sich mit meiner Erinnerung)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
*** man sollte nicht alles so eng sehen, das weitet den Blick ***


Hier noch die alte Netzspinne von 1982, da gings wohl auch noch bis Blankenfelde: www.s-bahn-galerie.de
Es ist möglich, dass die Erinnerung mehrere Fahrten zusammenzieht und ich vorher schon mit den Doppelstockzügen gefahren bin, aber an den Schienenbus, oder Triebwagen kann ich mich eben nicht erinnern, der aber angeblich die letzte Garnitur war.

Versuche doch erstmal einen älteren Faden zu finden hier im Forum, denn dieser Gleislan war schon einmal Gegenstand der Diskussion Den Plan habe ich nicht auf dem Laptop und muss dazu erst an meinen Desktop.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen