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Sammelthread: Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von Arnd Hellinger 
Zitat
phönix
Konsequenz wäre doch eher, die Baken abzubauen und einfach die rechte Spur als Radspur zu markieren...

Gäbe es auch nur ansatzweise eine Akzeptanz der Radverkehrsanlagen durch den MIV hätte man so etwas durchaus mal überlegen können. Die Baken wurden erst in Reaktion auf das Fehlverhalten eines erheblichen Teils des MIV eingeführt, der Radverkehrsanlagen wahlweise als Park-/Haltestreifen oder weitere Fahrspur nutzt. Die Nutzbarkeit bzw. die Schutzwirkung gingen dadurch leider weitgehend verloren.

Seit Juli 2018 gibt es diese Möglichkeit nicht mehr, denn Radverkehrsanlagen an Hauptverkehrsstraße sind lt. § 43 (2) MobG so zu gestalten, "dass unzulässiges Befahren und Halten durch Kraftfahrzeuge unterbleibt."
Zitat
der weiße bim
Zitat
PassusDuriusculus
Genau das haben wir. Es wird ein Angebot geschaffen (Pull/ vernünftige Radspur) und gleichzeitig Einschränkung (Push/ eine Autospur weniger)

Dann müsste man von den drei Fahrspuren der Richtungsfahrbahnen auf dem Adlergestell also zwei für den Fahrradverkehr reservieren und eine für den Autoverkehr. Dann würde sich nach einer gewissen Zeit das politisch gewünschte Verhältnis zwei Drittel Fahrradfahrer / ein Drittel Autofahrer quasi von selbst einstellen?

In hoch verdichteten Innenstadtlagen und in Wohnstraßen ist das tatsächlich ein probates Mittel.

So hat man zum Beispiel in Utrecht oder Kopenhagen das Auto aus der Innenstadt so gut wie komplett vergrämt.
Im konkreten Fall ginge die Forderung aber zu weit. Wir sind doch nicht radikal und ideologisch.

Im Übrigen gilt es auch, die Kapazität zu berücksichtigen. Denn letztendlich wollen wir Menschen bewegen, nicht Fahrzeuge (ob mit oder ohne Motor). Ein MIV-Fahrstreifen hat eine Kapazität von ca. 1.200 Fahrzeugen/Stunde, also rund 1.500 Personen/h. Ein Radfahrstreifen selber Breite lässt über 3.500 Fahrräder/Stunde durch. Durch die Umwidmung eines Fahrstreifens wurde der Querschnitt des Adlergestell also um über 40% erweitert. Dies erscheint mir für den Moment ausreichend, eine weitere Kapazitätssteigerung halte ich derzeit für nicht notwendig.
Zitat
phönix
@alle: Ich wundere mich, aus welchen Gründen die Einrichtung der Radspur am Adlergestell als Symbolpolitik so viel Aufmerksamkeit erheischt. Übermäßig viele Radfahrer gibt es auf der Strecke doch ohnehin nicht, und andererseits stört der Radweg den Wirtschaftsverkehr und den MIV auf den verbleibenden Spuren doch nur ein wenig und zwar nur deshalb, weil die aufgestellten Baken bei Abbiegevorgängen behindern. Und noch dazu kosten diese Baken dauerhaft recht viel, da sie teuer angemietet werden. Konsequenz wäre doch eher, die Baken abzubauen und einfach die rechte Spur als Radspur zu markieren...

Die Kritik geht ganz klar in eine Richtung - es ist nur einer auf den Nebensatz angesprungen und hat den Wista-Thread mit dem Radwegthema gehijacked. Die starke Meinung provozierte einige Antworten.

Symbolpolitik bleibt das tatsächlich so lange aus den einzelnen, begrüßenswerten Stücken nicht irgendwann ein brauchbares Netz zusammenwächst. O und wann das passiert, ist derzeit leider nicht abzusehen.

Aber kurz ein Widerspruch zu den hohen Kosten - die Baken sind nicht teuer. Zumindest nicht, wenn man die Kosten ins Verhältnis zu anderer Verkehrsinfrastruktur setzt. Die Kosten für die Einrichtung eines temporären Radfahrstreifens belaufen sich auf ungefähr 20.000 Euro/km. Plus noch einmal derselbe Betrag für die Pflege und Wartung im ersten Jahr. Das entspricht ungefähr allein den Planungskosten, die für eine permanente Radverkehrsanlage anfallen. Allerdings wird diese Planung dramatisch billiger, wenn vorher "am lebenden Objekt" geübt und geforscht werden kann. Da fast alle diese Popupradwege in permanente Installationen überführt werden sollen, entstehen durch die temporäre Vorwegnahme fast keine zusätzlichen Kosten. Im Zweifel ist die Herangehensweise sogar deutlich billiger, weil etwaige Probleme im temporäre Stadium erkannt und geändert werden können, anstatt einen baulich angelegten Radweg später teuer wieder umzubauen.
Zitat
T6JP
Ich habe keine Stress für neue Situationen, rege mich aber auf wenn Veränderungen im Straßennetz idelogiebedingt sind, statt sich an Tatsachen bzw. Nutzungszahlen zu orientieren.


Du, pass auf, der kann nach hinten losgehen. Im Rahmen einer Untersuchung für die RSV wurde eine Ad-Hoc-Zählung am Schönhauser Tor durchgeführt. Kam raus, in der Morgen-HVZ waren mehr Räder als Autos unterwegs. Wohlgemerkt es war ein regnerischer Novembertag. Selbst wenn man einen gnädigen besetzungsgrad von 1,4 Pers/PKW zugrundelegte (im Berufsverkehr ist der niedriger) stand es in in Personen pro Ampelphase 1:1 Rad zu Auto.
Bei 9 m Straßenbreite für den MIV. Und 1,50 m für die Räder.

Wenn man Deine Logik zugrundelegt, dann müsste man dort dem Auto zwei Spuren wegnehmen und dem Rad zuschlagen. Das ist mir zu radikal.
Zitat
schallundrausch
Zitat
T6JP
Ich habe keine Stress für neue Situationen, rege mich aber auf wenn Veränderungen im Straßennetz idelogiebedingt sind, statt sich an Tatsachen bzw. Nutzungszahlen zu orientieren.


Du, pass auf, der kann nach hinten losgehen. Im Rahmen einer Untersuchung für die RSV wurde eine Ad-Hoc-Zählung am Schönhauser Tor durchgeführt. Kam raus, in der Morgen-HVZ waren mehr Räder als Autos unterwegs. Wohlgemerkt es war ein regnerischer Novembertag. Selbst wenn man einen gnädigen besetzungsgrad von 1,4 Pers/PKW zugrundelegte (im Berufsverkehr ist der niedriger) stand es in in Personen pro Ampelphase 1:1 Rad zu Auto.
Bei 9 m Straßenbreite für den MIV. Und 1,50 m für die Räder.

Wenn man Deine Logik zugrundelegt, dann müsste man dort dem Auto zwei Spuren wegnehmen und dem Rad zuschlagen. Das ist mir zu radikal.

Oder die Radfahrer stehen halt im Stau...wäre die Kehrseite der Medaille...

T6JP
Die Beiträge von def und Florian beantworte ich ein andermal, ist mir am Laptop zu umständlich zu bearbeiten.
Hallo Jagdpilot, hallo zusammen,

In der Innenstadt gibt es tatsächlich Kreuzungen, an denen man in der HVZ regelmäßig mit dem Rad nicht in der nächsten Ampelphase rüberkommt und dementsprechend im Stau steht.

Viele Grüße
Manuel

Zitat
T6Jagdpilot

Oder die Radfahrer stehen halt im Stau...wäre die Kehrseite der Medaille...

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Oder die Radfahrer stehen halt im Stau...wäre die Kehrseite der Medaille...T6JP

Für wen? Für was?
Für die Stadtfläche pro Fahrzeug? Für den Kraftstoffverbrauch? Für die Luftqualität? Oder für die Radfahrer, weil es mit weniger Kraftverkehrsbeteiligung die Ampel erst gar nicht bräuchte? Folglich ist die Ursache für einen Radverkehrsstau der MIV selbst.

Es macht einen Unterschied ob ein Stau aus x Kraftfahrzeugen oder aus x Fahrrädern besteht. Der Ein-Euro-Prägung auf der einen Seite steht eine 155-Euro-Prägung auf der anderen Seite gegenüber. Komische Medaillen hast du da ;-) Die Medaillen-Metapher ist eben ein beliebter Taschenspielertrick um zwei Dinge gleichwertig aussehen zu lassen wo keine Gleichwertigkeit vorhanden ist.

Viele Grüße
Florian Schulz

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2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.07.2020 19:39 von Florian Schulz.
Zitat
schallundrausch
... 20.000 Euro/km. Plus noch einmal derselbe Betrag für die Pflege und Wartung im ersten Jahr.

20.000 Euro Miete für 1 km Warnbaken je Jahr? Für Teile, die vielleicht 20 Jahre fast ohne Pflege und Wartung eingesetzt werden können? Da scheint sich aber jemand eine goldene Nase zu verdienen. Vielleicht sollte man mal den Autoproduzenten den Tip geben, dass das die neue Goldgräberbranche wird.

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
phönix
Zitat
schallundrausch
... 20.000 Euro/km. Plus noch einmal derselbe Betrag für die Pflege und Wartung im ersten Jahr.

20.000 Euro Miete für 1 km Warnbaken je Jahr? Für Teile, die vielleicht 20 Jahre fast ohne Pflege und Wartung eingesetzt werden können? Da scheint sich aber jemand eine goldene Nase zu verdienen. Vielleicht sollte man mal den Autoproduzenten den Tip geben, dass das die neue Goldgräberbranche wird.

Noch schneller und einfacher reich werden kann man offenbar mit dem Aufbringen eines 1000 Meter langen Striches auf die Fahrbahn, wofür ja ebenfalls 20.000 Euro bereitgehalten werden. Obwohl - Pflege und Wartung klingt auch nicht schlecht, aber dafür muß man sicherlich mehr Zeit investieren.


Beginne den Tag mit einem Lächeln - dann hast Du es hinter Dir.
Zitat
phönix
Zitat
schallundrausch
... 20.000 Euro/km. Plus noch einmal derselbe Betrag für die Pflege und Wartung im ersten Jahr.

20.000 Euro Miete für 1 km Warnbaken je Jahr? Für Teile, die vielleicht 20 Jahre fast ohne Pflege und Wartung eingesetzt werden können? Da scheint sich aber jemand eine goldene Nase zu verdienen. Vielleicht sollte man mal den Autoproduzenten den Tip geben, dass das die neue Goldgräberbranche wird.

Tolle Diskursstrategie: nachdem Arian recht plausibel auf Deinen vorgehenden Beitrag eingegangen ist, hängst Du Dich nun an einem nebensächlichen Aspekt auf - und boom, redet keiner mehr über das ursprüngliche Thema, sondern über den Nebenaspekt.
Zitat
Florian Schulz
Zitat
T6Jagdpilot
Oder die Radfahrer stehen halt im Stau...wäre die Kehrseite der Medaille...T6JP

Für wen? Für was?
Für die Stadtfläche pro Fahrzeug? Für den Kraftstoffverbrauch? Für die Luftqualität? Oder für die Radfahrer, weil es mit weniger Kraftverkehrsbeteiligung die Ampel erst gar nicht bräuchte? Folglich ist die Ursache für einen Radverkehrsstau der MIV selbst.

Es macht einen Unterschied ob ein Stau aus x Kraftfahrzeugen oder aus x Fahrrädern besteht. Der Ein-Euro-Prägung auf der einen Seite steht eine 155-Euro-Prägung auf der anderen Seite gegenüber. Komische Medaillen hast du da ;-) Die Medaillen-Metapher ist eben ein beliebter Taschenspielertrick um zwei Dinge gleichwertig aussehen zu lassen wo keine Gleichwertigkeit vorhanden ist.

Viele Grüße
Florian Schulz

Und..wäre es nun unzumutbar für Radfahrer, im Stau zu stehen??
Oder ist es normals das das nur KFZ machen??

T6JP
Zitat
def
Eine weitere Anmerkung zum Nachbarthread:

Zitat
T6JP
Zitat
schallundrausch
Ich seh da keine Autos. Wozu brauche die da überhaupt eigen Fahrspuren?

Dann stell Dich im Berufsverkehr da oben hin und zähle nochmal...oder dann wenn die Kolonne aus Schöneweide ankommt.

Und Du mach Dir einmal den Spaß, die Kolonne in S-Bahnen umzurechnen. Ich schätze: 1. Eine einzige S-Bahn könnte die Autofahrenden in der gesamte Kolonne bequem aufnehmen, und die meisten könnten wahrscheinlich sogar sitzen.

In die aber keiner der Autofahrenden einsteigen will, wohlmöglich auch aus dem Grund das mal von weiter als Schönefeld "einreist".
Und mit Transportfahrzeugen ist es ganz schlecht möglich, in die S-Bahn umzusteigen, glaube nicht das Meister Röhrich seine Schnüffelstücken tragen möchte.

T6JP



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.2020 09:07 von T6Jagdpilot.
Zitat
Florian Schulz
Zitat
T6Jagdpilot
In der Gegenrichtung wird der Radweg auch nicht mehr genutzt..und ist angeblich baulich besser.
Warum wurde der auf der Bahnseite dann nicht instandgesetzt, wenn er angeblich so schlecht war?
Und nochmals, auf der Bahnseite ist kein Fussgängerverkehr, der Konflikte beschert..da läuft keiner lang!

Warum soll Geld ausgegeben werden das baulich in gutem Zustand befindliche Adlergestell umzubauen?
Das Geld wäre für die Radwegsanierung besser angelegt....

Mir fehlt die Lust, auf Absolut-Behauptungen wie keiner, nie und immer einzugehen. Aber ich frage mich, warum du eine Radwegsanierung befürwortest, wo du im Absatz davor noch betonst, dass dort keiner langfährt. Das ergibt keinen Sinn.


Zitat
T6Jagdpilot
Die Stadtautobahn entlastet das Adlergestell übrigens nicht-da geht der Nord-Süd Transitverkehr über die Stadtautobahn..sämtliche Navis
schlagen diesen Weg vor, statt wie früher über den Berliner Ring. Das hat man wohl damals bei der Planung übersehen.
Nebenbeibemerkt finde ich den Abschnitt Grenzallee-Treptower Park als genauso fehlgeplant.
Ich habe keine Stress für neue Situationen, rege mich aber auf wenn Veränderungen im Straßennetz idelogiebedingt sind, statt sich an Tatsachen bzw. Nutzungszahlen zu orientieren.

Wenn du den Kampfbegriff "ideologiebedingt" durch "angebotsorientiert" ersetzt, lösen sich eine Reihe merkwürdiger Argumentationsketten der letzten Stunden wieder von selbst auf. Ich bin mir sicher, dass du die steigenden Radverkehrszahlen der letzten Jahre und insbesondere der letzte Monate mitbekommen hast. Macht man sich zudem klar, dass der Planungsstil seit Jahren von der Nachfrageplanung sich immer mehr zur Ideolo... zum angebotsorientierten Ansatz verlagert, sollte man eigentlich von alleine auf den Schluss kommen, dass der Radweg eine Reaktion auf gegenwärtige Tendenzen in der Mobilitätswende ist. Ich verstehe nicht, wie man den messbaren Trend leugnen kann und fast jede Infrastrukturmaßnahme, die die aktuellen Entwicklungen ein Stück weit Rechnung trägt, so verhemend bekämpft. Hast du Angst ein Stück gewohnten Wohlstand abgeben zu müssen?

EDIT: Ach mist, Nachfrage und Angebot verhunzt. Ich sollte dazu sagen, dass die Angebotsplanung im Kraftverkehr der letzten 60 Jahre zu den Verkehrs- und Umweltfolgen geführt hat, die wir heute haben. Wohingegen die Angebotsplanung im Umweltverbund wegen seiner deutlich nachhaltigeren Massentauglichkeit in jedem Fall zu begrüßen ist.

Viele Grüße
Florian Schulz

Ein Vorschreiber hat schon ein Argument, was ich anbringen wollte erwähnt-
die Kosten für das anlegen des Radfahrstreifens..
für die hätte mal wohl auch mit einem Asphaltleger von Würgerking bis zum Adlergestell eine Schicht über den ach so stuckerigen Radweg ziehen können.
Grüne Farbe brauchts für den Weg ja bestimmt nicht...aber sichtlich mehr Radler wird es trotzdem nicht anziehen.

Angebot und Nachfrage- da draussen lang wird es niemals so eine Nachfrage wie in der Innenstadt oder auf Ausflugsstrecke wie am KH Köpenick geben.
Deshalb halte ich diesen Radfahrstreifen nach wie vor für Überflüssig.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Und..wäre es nun unzumutbar für Radfahrer, im Stau zu stehen??
Oder ist es normals das das nur KFZ machen??

Im Stau zu stehen ist für Radfahrende genauso unzumutbar wie für Autofahrende, denn für beide Gruppen verlängert sich die Reisezeit. Allerdings verursacht eine der beiden Gruppen dabei mehr negative Unweltauswirkungen. Auf den Punkt gehst du ja wie immer nicht ein.

Viele Grüße
Florian Schulz

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Zitat
def
Ich führe mal im richtigen Thread die Diskussion aus dem WISTA-II-Thread fort.

Zitat
T6JP
In der Gegenrichtung wird der Radweg auch nicht mehr genutzt..und ist angeblich baulich besser.

Logisch - wenn man einen Weg in eine Richtung nicht vernünftig zurücklegen kann, macht man das in der Gegenrichtung auch nicht.

Zitat
T6JP
Warum soll Geld ausgegeben werden das baulich in gutem Zustand befindliche Adlergestell umzubauen?

Damit der Grund, mit dem die A113 gerechtfertigt wurde, eintritt: eine deutlich Entlastung der B96A. Nicht nur hier, auch weiter stadteinwärts.

Zitat
T6JP
Die Stadtautobahn entlastet das Adlergestell übrigens nicht-da geht der Nord-Süd Transitverkehr über die Stadtautobahn..sämtliche Navis
schlagen diesen Weg vor, statt wie früher über den Berliner Ring. Das hat man wohl damals bei der Planung übersehen.

Also war der Grund für die A113 schlicht gelogen. Ganz so simpel ist es aber auch: der Verkehr aus dem Raum Schönefeld Richtung Neukölln und Zentrum dürfte nun viel eher über die A113 laufen. Weil man aber versäumte, die B96A zurückzubauen, füllten sich die Lücken schnell wieder.

Zitat
T6JP
Ich habe keine Stress für neue Situationen, rege mich aber auf wenn Veränderungen im Straßennetz idelogiebedingt sind, statt sich an Tatsachen bzw. Nutzungszahlen zu orientieren.

DU bist derjenige, der hier einer Ideologie anhängt - z.B. indem Du Deine persönlichen, subjektiven Beobachtungen ein-, zweimal am Tag (wenn überhaupt) als Tatsachen verkaufst und nicht berücksichtigst, dass schlechte Nachfrage auch Folge eines schlechten Angebots sein kann; und dass sich ein neues Angebot auch erstmal rumsprechen muss.

Deinen "Tatsachen" zufolge hätte die M10 durch die Bernauer Straße niemals gebaut werden dürfen, weil der 245er (alle 20 min, unzuverlässig, und kurz vor der U2 endend) schlecht ausgelastet war. Und was wäre eigentlich, wenn man die Fahrgastzahlen als Entscheidungsgrundlage genommen hätte, als selbst der kurze Abschnitt zwischen Eberswalder Straße und Nordbahnhof nochmal zerstückelt war in den 120er und den 245er?

Man sieht aber als Autofahrender, wenn man aus Grossbeeren ankommt, wie viele von da weiter über die B96a weiter aufs Adlergestell fahren.
Zur Stadtautobahn biegen wenige ab-da kommt in der Tat mehr Transitverkehr an.

Warum man das Transitaufkommen damals nicht mit berechnet hat, obwohl da schon die Stadtautobahn regelmässig überfüllt war-keine Ahnung.
Können ja mal studierte Leute nachforschen...

Die aus Brandenburg einfahrenden würden auch weiter das Adlegestell nutzen, wenn es vermälert wird-dann stehen sie aber dort im Stau..die Adlershofer wird es freuen.
Umsteiger dann zum ÖPNV oder zum Rad-minimal, selbst wenn die S-Bahn noch öfter fahren würde-die meisten pendeln über Schönefeld usw.hinaus.

Und ich bin überzeugt- spätestens ab November stellen viele derjenigen, die sich grad ein Rad gekauft haben, das Ding in den Keller-
und fahren wieder Auto oder dann doch wieder Öffis wenn auch noch wegen Corona gemieden-und der Radweg, welcher hier Stein des Disskussionsanstoßes war, wird noch leerer werden.

Zu Deinem Einwand mit der M10-theoretisch hätte man die Bahn nicht bauen müssen, wollte aber alte Strecken/Anschlüsse wieder herstellen.
Dann wäre auch die Frage gewesen, ob sich Fahrgastzahlen anders entwickelt haben, weil sich Wege verändert/verkürzt haben.
In der Innenstadt eher nachvollziehbar als auf Strecken, die schon der olle Kurfürst mit der Kutsche auf dem Weg zur Jagd zurückgelegt haben dürfte.
Das angesichts Fahrgästen, die von erwähnten Buslinien nebst schlechter Umsteigebeziehungen durch die Bahn abgelöst einen Mehrbedarf gebracht haben, ist erfreulich,
auf das Adlergestell samt Fernpendlern aber nicht unbedingt umlegbar.
Ebenso wie Nutzung vom Rad in der Innenstadt der Nutzung neben kilometerlangen Einfallstraßen ohne Wohnbebauung nicht vergleichbar ist.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Angebot und Nachfrage- da draussen lang wird es niemals so eine Nachfrage wie in der Innenstadt oder auf Ausflugsstrecke wie am KH Köpenick geben.

... wo sich Radfahrer und Fußgänger in beide Richtungen einen ein Meter breiten Weg, der zwischen zwei Hecken und durch eine Straßenbahnhaltestelle verläuft, teilen müssen.


Beginne den Tag mit einem Lächeln - dann hast Du es hinter Dir.
@T6Jagdpilot
Mir fehlt die Lust auf längst besprochenes nochmal einzugehen. Daher begnüge dich mit Links zum Nachlesen.

Zitat
T6Jagdpilot
die Kosten für das anlegen des Radfahrstreifens..
für die hätte mal wohl auch mit einem Asphaltleger von Würgerking bis zum Adlergestell eine Schicht über den ach so stuckerigen Radweg ziehen können.

Allerdings wird diese Planung dramatisch billiger, wenn vorher "am lebenden Objekt" geübt und geforscht werden kann. Da fast alle diese Popupradwege in permanente Installationen überführt werden sollen, entstehen durch die temporäre Vorwegnahme fast keine zusätzlichen Kosten.
[www.bahninfo-forum.de]


Zitat
T6Jagdpilot
Angebot und Nachfrage- da draussen lang wird es niemals so eine Nachfrage wie in der Innenstadt oder auf Ausflugsstrecke wie am KH Köpenick geben

Jeder, der regelmäßig mit dem Rad in der Gegend ist, weiß, dass man die Michael-Brückner-Straße stadtauswärts nicht fahren kann. Eben weil der vorhandene "Radweg" ein Witz ist, und ein Ausweichen auf die Straße im Bestfall nur mit aggressiven Gehupe quittiert wird. Also ja, es wird noch etwas dauern, ehe sich das herumgesprochen hat, dass man dort nun doch besser fahren kann
[www.bahninfo-forum.de]

Viele Grüße
Florian Schulz

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2 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.2020 09:56 von Florian Schulz.
Zitat
def
... hängst Du Dich nun an einem nebensächlichen Aspekt auf - und boom, redet keiner mehr über das ursprüngliche Thema, sondern über den Nebenaspekt.

@def Ich freue mich ja für Dich, das für Dich Geld geht nur ein Nebenaspekt ist - herzlichen Glückwunsch - aber für viele andere Menschen inklusive der öffentlichen Hand sind die bei Ihnen auflaufenden Kosten tatsächlich gar nicht so nebensächlich, wie Du annimmst.

Mit besten Grüßen

phönix
Öhm, def wollte sicher nicht die finanzielle Bedeutung für den Privatmann streitig machen, sondern mahnte das Beibehalten der Argumentationskette an. Deine Kritik richtete sich ja gegen die Kosten. Daraufhin stellte schallundrausch sie in Relation zum Nutzen. Und statt darauf einzugehen, stellst du die Kosten weiterhin als absolute Größe dar, die aus privater Sicht ganz doll hoch erscheinen mögen, aus Sicht der staatlichen Haushaltsführung in Wirklichkeit aber absolute Peanuts sind. Für den Kontext mal auf die Schnelle zusammengegoogelt: Ein Wall-Wartehäuschen kostet durchschnittlich 10 000 Euro, ein Fahrkartenautomat 40 000 Euro und eine Eisenbahnweiche 80 000 Euro.

Viele Grüße
Florian Schulz

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2 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.2020 10:51 von Florian Schulz.
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