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Neue Baureihe 483 / 484
geschrieben von Bäderbahn 
Dumme Frage: Haben die S-Bahnen kompatible Bremsluftleitungen oder wurden temporare Schlaeuche angebracht, um den hinteren Schutz/Materialkurs/Kuppelwagen zu bremsen?
Henner
Die S-Bahnen haben Luftleitungen. Diese sind aber an den Scharfenberg-Kupplungen, also nicht kompatibel mit den europäischen Kupplungen. Ein Adapter schafft aber Abhilfe. Ich kann Dir aber nicht sagen, ob man die Luftleitungen als Durchgangsleitung nutzen kann oder ob dann immer die Bremse der S-Bahn mit in Betrieb ist.

Bäderbahn
Zitat
Bäderbahn
Die Bremsen vom neuen Zug werden noch nicht abgenommen sein. So wird der Zug durch die Lok und die Güterwagen gebremst.

Würde der Zug sich gar nicht bremsen lassen, wenn nur die Lok da wäre?
Zitat
Einmannbetrieb
Die Dinger heißen (hießen) bei der S-Bahn immer Materialkurswagen, da damit die Materialfuhre zwischen dem Raw/Hw und den S-Bahnbetriebswerken zum Zwecke des Austausches von Ersatzteilen gefahren wurde. Überwiegend wurden die Flachwagen mit Viertelzügen der Altbaureihen 275 - 277 (475 - 477) und später auch der BR 485 gefahren. 2004 fuhr man während einer mehrmonatigen Sperrung des Tunnels jede Nacht zwischen dem S-Bw Friedrichsfelde und Mahlow via Rangsdorf mittels zweier V60 Ost immer zwei Dreiviertelzüge zum nächtlichen Zugaustausch. Die mitgeführten Materialkurswagen dienten als Bremswagen, man hatte sie zusätzlich mit extra schweren Sachen beladen, damit durch die höhere Beladung eine höhere Bremskraft erzielt werden konnte, denn die sechs 481er fuhren ungebremst mit.

Ich kann mich nicht erinnern, dass 2004 irgendwo bei der S-Bahn eine mehrmonatige Streckensperrung war.
Zitat
md95129
Dumme Frage: Haben die S-Bahnen kompatible Bremsluftleitungen oder wurden temporare Schlaeuche angebracht, um den hinteren Schutz/Materialkurs/Kuppelwagen zu bremsen?
Henner

Der hintere Wagen muss ja nicht unbedingt gebremst sein. Meines Erachtens funktioniert eine Eisenbahnbremse doch über die Entlüftung der Bremsleitung - würde man nun die Leitung der S-Bahn mit entlüften, dann dürfte ja dort ebenfalls die Bremse aktiviert werden, was ja nicht gewünscht ist. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Wagen nur als zweiter Kupplungsadapter zum Rangieren/Kehren benutzt wird, und es keinen Bremsleitungsadapter gibt.
Zitat
SaroEngels

Der hintere Wagen muss ja nicht unbedingt gebremst sein.

Doch muss er. Das erste und letzte Fahrzeug müssen eine wirkende Bremse haben.
Zitat
Henning
Zitat
Bäderbahn
Die Bremsen vom neuen Zug werden noch nicht abgenommen sein. So wird der Zug durch die Lok und die Güterwagen gebremst.

Würde der Zug sich gar nicht bremsen lassen, wenn nur die Lok da wäre?

Doch, er würde nur durch die Lok gebremst werden und nicht durch das Anlegen seiner eigenen Bremsen.

Zitat
Henning
Zitat
Einmannbetrieb
Die Dinger heißen (hießen) bei der S-Bahn immer Materialkurswagen, da damit die Materialfuhre zwischen dem Raw/Hw und den S-Bahnbetriebswerken zum Zwecke des Austausches von Ersatzteilen gefahren wurde. Überwiegend wurden die Flachwagen mit Viertelzügen der Altbaureihen 275 - 277 (475 - 477) und später auch der BR 485 gefahren. 2004 fuhr man während einer mehrmonatigen Sperrung des Tunnels jede Nacht zwischen dem S-Bw Friedrichsfelde und Mahlow via Rangsdorf mittels zweier V60 Ost immer zwei Dreiviertelzüge zum nächtlichen Zugaustausch. Die mitgeführten Materialkurswagen dienten als Bremswagen, man hatte sie zusätzlich mit extra schweren Sachen beladen, damit durch die höhere Beladung eine höhere Bremskraft erzielt werden konnte, denn die sechs 481er fuhren ungebremst mit.

Ich kann mich nicht erinnern, dass 2004 irgendwo bei der S-Bahn eine mehrmonatige Streckensperrung war.

Zahlendreher. Meinte 2002. Danke für den Hinweis.
Zitat
SaroEngels
Meines Erachtens funktioniert eine Eisenbahnbremse doch über die Entlüftung der Bremsleitung - würde man nun die Leitung der S-Bahn mit entlüften, dann dürfte ja dort ebenfalls die Bremse aktiviert werden, was ja nicht gewünscht ist.

Ich habe einmal die Möglichkeit, die Druckluftzufuhr zum Triebwagen zu unterbrechen (indem ich den Absperrhahn an der Kupplung bestätige), andererseits kann man aber auch die Bremse als solche ausstellen (wenn sie etwa schadhaft ist). In letzterem Fall ist die Hauptluftleitung weiterhin durchgängig, die überführten Wagen sind in diesem Moment praktisch nur Leitungswagen, damit der hintere Kupplungswagen noch mit Druckluft versorgt wird. Wie schon erwähnt, müssen grundsätzlich das erste und letzte Fahrzeug eine funktionierende Bremse haben, wobei auch Ausnahmen möglich sind (steht alles in der BreVo).
Zitat
Einmannbetrieb
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Railroader
Zitat
Tf-34074-

Man man man Kollege Railroader, dass weis doch jeder Eisenbahner. :D Schau doch mal hier: Hier kuppeln!!! ;)

LOL. Den Begriff habe ich echt noch nie gehört. Kenne das unter Schutzwagen.
Wenn die S-Bahn ihre Materialkurswagen (Flachwagen) noch hat, dann sollten sie Dir vielleicht mal unter die Augen kommen. Hier ein Bild von 2010:


Quelle: www.stadtschnellbahn-berlin.de

Die Dinger heißen (hießen) bei der S-Bahn immer Materialkurswagen, da damit die Materialfuhre zwischen dem Raw/Hw und den S-Bahnbetriebswerken zum Zwecke des Austausches von Ersatzteilen gefahren wurde. Überwiegend wurden die Flachwagen mit Viertelzügen der Altbaureihen 275 - 277 (475 - 477) und später auch der BR 485 gefahren. 2002 fuhr man während einer mehrmonatigen Sperrung des Tunnels jede Nacht zwischen dem S-Bw Friedrichsfelde und Mahlow via Rangsdorf mittels zweier V60 Ost immer zwei Dreiviertelzüge zum nächtlichen Zugaustausch. Die mitgeführten Materialkurswagen dienten als Bremswagen, man hatte sie zusätzlich mit extra schweren Sachen beladen, damit durch die höhere Beladung eine höhere Bremskraft erzielt werden konnte, denn die sechs 481er fuhren ungebremst mit.

Edit: 2004 gegen 2002 ausgetauscht.

Die (Flach)Wagen habe ich 2015 während der Ostkreuzsperrung in Friedrichshagen im Einsatz erwischt.
Da wurden die S-Bahnzüge von und nach Erkner über die Fernbahn gezogen.

T6JP


(Leicht OT) Bei der Berliner U-Bahn gibts solche Adapterwagen auch. Die sind mit alten Schwellen beladen.

T6JP


Zitat
SaroEngels
Der hintere Wagen muss ja nicht unbedingt gebremst sein. Meines Erachtens funktioniert eine Eisenbahnbremse doch über die Entlüftung der Bremsleitung - würde man nun die Leitung der S-Bahn mit entlüften, dann dürfte ja dort ebenfalls die Bremse aktiviert werden, was ja nicht gewünscht ist. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Wagen nur als zweiter Kupplungsadapter zum Rangieren/Kehren benutzt wird, und es keinen Bremsleitungsadapter gibt.

Wie schon mehrfach erwähnt, müssen vom Grundsatz her das erste und das letzte Fahrzeug eines Zuges eine wirkende Bremse haben. Hintergrund: bei einer Zugtrennung reißt ja auch die Hauptluftleitung auseinander und die Luft entweicht, und bei Druckabfall in der HL legen ja die Bremsen an. Dadurch, dass das erste und letzte Fahrzeug eine wirkende Bremse haben müssen, ist sichergestellt, dass zumindest IRGENDWIE beide Zugteile nach einer Zugtrennung dann auch wirklich zum Halten kommen. Der von Dir erwähnte Aspekt, dass man sich bei einem Fahrtrichtungswechsel das Umstecken eines Kupplungsadapters spart, ist also in dem Fall "nur" ein äußerst angenehmer Nebeneffekt.

Im konkreten Fall sind keine Bypass-Leitungen zu sehen (solche kommen zum Einsatz, wenn die HL an sich in einem Fahrzeug nicht brauchbar ist (ich erinnere mich an eine Überführung einer ausgebrannten 186er, wo alle Bremsen manuell gelöst wurden und die Luft mittels extra gelegter Leitungen quasi an der Lok vorbei geführt wurde, weil auch die HL innerhalb der Lok beschädigt war)), sodass davon auszugehen ist, dass tatsächlich die eigene HL des 484er als reine Leitung verwendet wurde und die Bremse an sich ausgeschaltet war, sprich mittels Absperrhahn das Anlegen der Bremsen bei Druckabfall verhindert wird. Der Zug dürfte also - bei 7 Fahrzeugen im Zugverband, aber nur drei wirkenden Bremsen - sehr sehr wenig Bremshundertstel gehabt haben...
^
Platte, 182004,
danke fuer die Antwort. Es ist immer erfrischend, die Erklaerungen wirklicher Fachleute zu lesen.
Henner
Zitat
Einmannbetrieb
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Henning
Zitat
Bäderbahn
Die Bremsen vom neuen Zug werden noch nicht abgenommen sein. So wird der Zug durch die Lok und die Güterwagen gebremst.

Würde der Zug sich gar nicht bremsen lassen, wenn nur die Lok da wäre?

Doch, er würde nur durch die Lok gebremst werden und nicht durch das Anlegen seiner eigenen Bremsen.

Warum darf man so etwas nicht machen?
Zitat
Henning

Warum darf so etwas nicht machen?

Weil ein Zug eine gewisse Anzahl an Bremsprozenten (Mindestbremshundertstel) benötigt und, wie bereits sehr gut von 182 004 erklärt, der Teil hinter der Lok, dessen Bremsen abgeschaltet sind, im Falle einer Trennung von Lok und "Anhängsel" nicht mehr selbsttätig bremsen würde. Das große Eisenbahnunglück von Elsterwerda hatte übrigens diesen Umstand als Ursache. Die Bremsen zwischen Lok und Wagenzug waren druckluftmäßig nicht verbunden, so dass nur die Lok gebremst hat, deren Bremswirkung nicht ausreichte.
Ist es eigentlich geplant das die BR 483/484 mit der BR 481/482 Kuppelbar sein wird ? (Ähnlich wie bei HK und IK)

LG
Zitat
Paul1405
Ist es eigentlich geplant das die BR 483/484 mit der BR 481/482 Kuppelbar sein wird ? (Ähnlich wie bei HK und IK)

LG

Nein, ich hoffe doch nicht!

LG

Im Untergrund liegen Tunnel ;-)
Nein, das wird es nicht geben. Der Aufwand der Anpassungen wäre zu hoch. Und beide Flottengrößen rechtfertigen einen getrennten Einsatz durchaus. Zum Abschleppen oder Wegschieben wird eine rein mechanische Kupplung natürlich möglich sein.

Davon abgesehen bezweifle ich, dass man beim 481er sich überhaupt noch irgendwelche (technischen) Maßnahmen überlegt, die nicht zwingend notwendig sind. Eine solche Kuppelbarkeit halte ICH für nicht zwingend notwendig aufgrund der angesprochenen Tatsache mit den jeweiligen Flottengrößen beider Baureihen.
Also ich halte es für nicht nötig, da die Baureihen sich weder eine Linie, noch ein Betriebswerk teilen.
Zitat
Flexist
Also ich halte es für nicht nötig, da die Baureihen sich weder eine Linie, noch ein Betriebswerk teilen.

Nach aktuellen Stand teilen die beiden Flotten sich ja nichtmal einen Verkehrsvertrag.

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Zitat
Railroader
Zitat
Henning

Warum darf man so etwas nicht machen?

Weil ein Zug eine gewisse Anzahl an Bremsprozenten (Mindestbremshundertstel) benötigt und, wie bereits sehr gut von 182 004 erklärt, der Teil hinter der Lok, dessen Bremsen abgeschaltet sind, im Falle einer Trennung von Lok und "Anhängsel" nicht mehr selbsttätig bremsen würde. Das große Eisenbahnunglück von Elsterwerda hatte übrigens diesen Umstand als Ursache. Die Bremsen zwischen Lok und Wagenzug waren druckluftmäßig nicht verbunden, so dass nur die Lok gebremst hat, deren Bremswirkung nicht ausreichte.

Wieviel Prozent bräuchte man mindestens?

Das Zugunglück von Paris vor 30 Jahren hatte auch diesen Umstand als Ursache. Siehe [www.youtube.com]
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