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Dresdner Bahn - Bauarbeiten in Berlin
geschrieben von TomB 
Hallo,

motiviert durch eine sehr nette und großzügige Aufmerksamkeit neulich (Danke @Arnd ;-) habe ich den schönen Wintersonnentag zu Jahresbeginn genutzt, um wieder mal den Baufortschritt zu dokumentieren. Hier zunächst aus dem PFA 2 (Bahnhof Lichtenrade bis Stadtgrenze):

http://www.baustellen-doku.info/berlin_dresdener-bahn/PFA2_Lichtenrade_Schichauweg-Stadtgrenze/20200102/

Bilder vom PFA 1 folgen noch.

Viele Grüße
André
Hallo André,

danke für das Update. Tolle Einblicke in den Baufortschritt.
Immer wieder ärgerlich wenn man lesen muss, dass ein zweigleisiger Ausbau der S-Bahn-Strecke nicht berücksichtigt wird.

Mit der Eröffnung des AirPorts BER und weiterer Ansiedlung großer Unternehmen in AirPort Nähe werden auch zwangsläufig weitere Ansiedlungen von anhängigem Gewerbe und auch Fachkräfte in der Region stattfinden, wie die Beispiele Tesla und Microvast zeigen.

Offenbar setzt man in Brandenburg weiterhin nicht auf einen Ausbau der Infrastruktur des ÖPNV im Speckgürtel.

--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog
Zitat
andre_de
Zitat
Jay
Zitat
T6
[...]
Sicherlich hätte sich die Gemeinde ihre Einwände vorher überlegen können und diese in das laufende Verfahren einbringen können.
Wäre für den Fortgang der Bauarbeiten mit großer Sicherheit dienlicher gewesen.
[...]

Wie ich schon anmerkte, ist genau das passiert. Das Problem ist halt bloß, dass die Gemeinde nicht weiß was sie will. Irgendwann ist im Planungsverfahren aber mal Punkt X erreicht und da die Gemeinde es nun wieder anders haben will, entsteht das Problem.

In einem der Fälle ist es z.B. so, dass Gemeinde und Bahn vereinbart hatten nur auf einer Straßenseite einen gemeinsamen Geh- und Radweg (in doppelter Breite) anzulegen. Nun ist der Gemeinde aber eingefallen, dass sie den doch gerne auf beiden Seiten hätte.

Es gibt bei solchen Bahn-Ausbauvorhaben schon ein grundsätzliches Problem. Der Projektrahmen eines Bahn-Bauvorhabens wird nämlich z.B. an Kreuzungspunkten sehr eng gesteckt, und stellt auf Projektkosten einfach nur den Zustand wie vorher wieder her, und zwar OHNE Beachtung aktueller Regeln z.B. für Fahrbahnbreiten, Fuß- und Radwege usw. Das sieht man sehr "schön" an den vielen gerade ersatzneugebauten Brücken an der Stettiner Bahn.

Sobald der Baulastträger der Straße oder die Gemeinde nun meint, dass man das beim Neubau gleich alles etwas schöner und ordentlicher machen sollte, wird sie für jegliche Mehrkosten zur Kasse gebeten. Und z.B. eine Aufweitung einer Brücke wird da sehr schnell sehr teuer. Hinzu kommt, dass gerade kleinere Gemeinden nun nicht unbedingt kurzfristig die Haushaltsmittel für sowas eingestellt haben, nur weil da die Bahn irgendwo eine Brücke neu baut, ggf. ist das zu dem Zeitpunkt der Gemeinde auch nicht ganz so wichtig wie vielleicht ein Kindergarten oder ein neues Feuerwehrauto.

Im Ergebnis entstehen dann Bauwerke (mit einer Lebensdauer >100 Jahre!), die zwar nicht schlechter sind als das Bauwerk oder die Situation vorher, aber eben nicht dem aktuellen und zukünftigen Anspruch entsprechen.

Viele Grüße
André

Ich hatte inzwischen die Gelegenheit mit jemandem aus der Gemeinde zu reden. Demnach geht es nicht (mehr) um die eigentlichen Brücken, sondern um die anschließende Infrastruktur. Die Gemeinde (bzw. deren Anwalt) hätte gerne, dass die Bahn den Planfeststellungsbereich entsprechend vergrößert. Hintergrund: Hier wird dauerhauft nicht gemeindeeigenes Gelände in Anspruch genommen und die Gemeinde hätte es lieber, wenn die Bahn sich um Kauf/Enteignung kümmert, als wenn sie das selbst tun müsste.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Und das Thema macht man nach dem Beschluss auf?
Hallo,

es ist wieder eine (zumindest für mich) aufschlussreiche parlamentarische Anfrage zum S-Bahnhof Kamenzer Damm veröffentlicht worden:

Zitat

Anfrage des Abgeordneten Oliver Friederici (CDU) vom 17.1.2020 und Antwort vom 30.1.2020: S-Bahnhof am Kamenzer Damm (S-Bahnlinie 2)?

Frage 1: Worin ist begründet, dass der Berliner Senat nicht mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gemeinsam die Deutsche Bahn AG beauftragt hat, auf den neu zu trassierenden Bahnstrecken der Dresdner Bahn, gleichfalls einen neuen S-Bahnhof Kamenzer Damm zu schaffen (erbitte umfangreiche Begründung)?

Antwort zu 1.: Der Berliner Senat hat die Schaffung eines neuen S-Bahnhofs "Kamenzer Damm" nicht gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bei der Deutschen Bahn AG (DB AG) beauftragt, da der VBB nicht für die Bestellung von Ausbauvorhaben der S-Bahn-Infrastruktur in Berlin verantwortlich ist.

Frage 2: Kann dieser etwaige Bahnhof Kamenzer Damm noch nachträglich vor Inbetriebnahme oder auch nach Inbetriebnahme der neuen Dresdner Bahn bestellt, projektiert, gebaut und eröffnet werden?

Antwort zu 2.: Nach Vorliegen der nötigen Voraussetzungen kann der etwaige S-Bahnhof "Kamenzer Damm" bestellt und projektiert werden. Bau und Eröffnung können erst nach Inbetriebnahme der neuen Dresdener Bahn erfolgen.

Frage 3: Hat der Senat bereits diesbezügliche Planungsgespräche für diesen weiteren Bahnhof auf der S2 mit der S-Bahn Berlin GmbH, der Deutschen Bahn oder dem Land Brandenburg geführt?

Antwort zu 3.: In einem "Kundendialog zur zukünftigen Infrastruktur S-Bahn" wurde bereits am 10.7.2018 u. a. über den möglichen S-Bahnhof "Kamenzer Damm" u.a. mit der S-Bahn Berlin GmbH, der Deutsche Bahn AG (DB AG) und dem Land Brandenburg gesprochen. Anschließend fanden im Rahmen des Infrastrukturprojekts i2030 weitere diesbezügliche Planungsgespräche mit der DB AG und dem Land Brandenburg statt.

Frage 4: Betrachtet der Senat die Schaffung eines S-Bahnhofes Kamenzer Damm als Attraktivitätsförderung für den Öffentlichen Nahverkehr in Berlin?

Antwort zu 4.: Ja, die Schaffung einer zusätzlichen Verkehrsstation für die S-Bahn, wie z. B. des möglichen S-Bahnhofs "Kamenzer Damm", kann zur Attraktivitätsförderung für den Öffentlichen Nahverkehr in Berlin beitragen.

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
Hallo,

es ist wieder eine (zumindest für mich) aufschlussreiche parlamentarische Anfrage zum S-Bahnhof Kamenzer Damm veröffentlicht worden:


...
Gruß, Thomas

Das schöne daran ist, der Herr ist:


Verkehrs- und landwirtschaftspolitischer Sprecher, Vorsitzender des Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klimaschutz .

Lg
Ju
Zitat
T6
Zitat
krickstadt
Hallo,

es ist wieder eine (zumindest für mich) aufschlussreiche parlamentarische Anfrage zum S-Bahnhof Kamenzer Damm veröffentlicht worden:


...
Gruß, Thomas

Das schöne daran ist, der Herr ist:


Verkehrs- und landwirtschaftspolitischer Sprecher, Vorsitzender des Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klimaschutz .

Nun, zu Herrn Friederici kann man stehen, wie man will. Zwei Dinge sind aus meiner Sicht an der Antwort auf die Kleine Anfrage bemerkenswert:

1. Das überhebliche Abbügeln der (inhaltlich durchaus gerechtfertigten) Frage 1 durch die Senatsverwaltung, indem man sich hinter einem Formulierungsfehler versteckt. Das zeugt nicht gerade von viel Demokratieverständnis. Wahrscheinlich haben sich die Verwaltungsmitarbeiter beim Formulieren der Antwort kaputtgelacht angesichts ihrer "geistreichen" Idee.

2. Ich halte es für fahrlässig, gerade NICHT vor Abschluss der Bauarbeiten an der Dresdener Bahn den S-Bahnhof Kamenzer Damm und den Regionalhalt Buckower Chaussee zu bestellen. Stattdessen lässt sich die Senatsverwaltung mit dem plumpen Argument der DB "eine Bestellung jetzt gefährdet die Fertigstellung der Dresdener Bahn" wie ein kleines Kind fortschicken, obwohl die These völlig aus der Luft gegriffen ist. Vielmehr würde eine frühzeitige Bestellung sicherstellen, dass
- die Stationen tatsächlich realisierbar sind und nicht mit den aktuellen Plänen kollidieren
- sie zeitnaher und deutlich kostengünstiger und einfacher realisiert werden können
- im hierfür nötiges Planänderungsverfahren genau die Auswirkungen, Abhängigkeiten und Risiken fundiert ermittelt und bewertet werden.

Ein solches PÄV ist tagtägliches Geschäft bei solchen Vorhaben und keineswegs die große riskante Ausnahme. Durch die fundierte Ausarbeitung und Bewertung wird gerade NICHT das Vorhaben gefährdet. Bis zum Abschluss des PÄV gilt ohnehin der genehmigte Plan.

Speziell beim Regionalbahnhof Buckower Chaussee hat sich das Land mit der pauschalen Aussage der Bahn "lässt sich später problemlos einfügen" abspeisen lassen. Dabei ist genau das nach meiner Wahrnehmung nicht fundiert untersucht worden. Eine grobe Abschätzung im Lageplan lässt die Aussage zwar plausibel erscheinen, hier würde ein gemeinsamer Mittelbahnsteig zwischen S- und Fernbahn sowie ein Seitenbahnsteig an der Fernbahn hinpassen (wenn auch nur knapp). Schaut man sich aber in Querschnitt das Höhenniveau der Gleise an, dann stellt man fest, dass eben dieser angedachte gemeinsame Mittelbahnsteig eine Illusion ist, da zum einen das Fernbahngleis aufgrund der Oberleitung deutlich tiefer liegt, und zum anderen der S-Bahnsteig mit seinen 96cm Bahnsteighöhe nochmal deutlich höher ist als der am tieferen Gleis nötige niedrige Regionalbahnsteig. Damit benötigt man separate (und trotzdem nebeneinanderliegende) Bahnsteige, von denen jeder die volle Breite benötigt statt der "Synergiebreite" eines Mittelbahnsteigs. Und dafür ist dort in der aktuellen Planung kein Platz!

Viele Grüße
André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.2020 21:06 von andre_de.
@ Andre: Bin absolut deiner Meinung! Dieses Vorgehen seitens des Senats (aber auch der Bahn) ist fahrlässig wenn nicht sogar grob fahrlässig. Es geht hier um schonenderen (und verantwortungsvollen) Umgang mit (Steuer-)Mitteln, Ressourcen und vor allem aber auch um Vereinfachung von nachträglichen Ergänzungsbauten verbunden mit spürbaren Verkürzungsmöglichkeiten bei den Terminschienen. Eigentlich ist das alles schlicht unglaublich, was da abgeht!
Können wir als Bürger und Steuerzahler da irgendwie Einfluss nehmen und solchen Irrwitz bremsen? (Dito beim Halt "Perleberger Brücke" der S21 und anderen.)

@Arndt: Du hast doch da sicher einen Tipp?

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Ferkeltaxe
@ Andre: Bin absolut deiner Meinung! Dieses Vorgehen seitens des Senats (aber auch der Bahn) ist fahrlässig wenn nicht sogar grob fahrlässig. Es geht hier um schonenderen (und verantwortungsvollen) Umgang mit (Steuer-)Mitteln, Ressourcen und vor allem aber auch um Vereinfachung von nachträglichen Ergänzungsbauten verbunden mit spürbaren Verkürzungsmöglichkeiten bei den Terminschienen. Eigentlich ist das alles schlicht unglaublich, was da abgeht!
Können wir als Bürger und Steuerzahler da irgendwie Einfluss nehmen und solchen Irrwitz bremsen? (Dito beim Halt "Perleberger Brücke" der S21 und anderen.)

@Arnd: Du hast doch da sicher einen Tipp?

Zunächst würde ich Sachverhalt sowie daraus resultierende Forderung in dieses Formular hier eintragen und _ WICHTIG - nach dem Absenden den Dir per E-Mail zugegangenen Aktivierungslink anklicken, dann eine Kopie davon als PDF auf meinem Rechner speichern und dieselbe den diversen in Berlin tätigen Zeitungen, Fernseh-/Rundfunkanstalten etc. auf elektronischem Postwege zukommen lassen. Ob Du das auch an IGEB, Pro Bahn oder VCD schickst, musst Du selbst entscheiden.

Außerdem solltest Du die verkehrspolitischen Sprecher aller 6 Fraktionen im Abgeordnetenhaus auch nochmal direkt anschreiben...

Wenn Du weitere Hilfe brauchst, gerne. :-)

Viele Grüße
Arnd
@ Arndt: Danke!

@ Alle anderen, die das so sehen wie Andre, ich, ... , und deshalb ein "gewisses" Grummeln in der Magengegend haben: schließt euch an und nutzt ebenfalls diese Möglichkeiten!

Noch eine Frage: Hat eigentlich der Bundesrechnungshof, der in meinen Augen zwar immer nur hinweisend und maximal mahnend auftritt, hier irgendwelche Möglichkeiten, um im Vorfeld einzugreifen und derartige Formen von Verschwendung mit zu verhindern?

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Ferkeltaxe
Hat eigentlich der Bundesrechnungshof, der in meinen Augen zwar immer nur hinweisend und maximal mahnend auftritt, hier irgendwelche Möglichkeiten, um im Vorfeld einzugreifen und derartige Formen von Verschwendung mit zu verhindern?

nach [de.wikipedia.org] : nein

Mit besten Grüßen

phönix
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