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Dresdner Bahn - Bauarbeiten in Berlin
geschrieben von TomB 
"Und an der Stettiner Bahn haben die Anwohner um diese Schallschutzwände ja geradezu verzweifelt gebettelt"

Hat man denen gezeigt worum sie da gebettelt haben? Ob wirklich alle Anwohner mit dem bescheuerten Anblick dieser Wände so zufrieden sind?
In meinen Augen ist das Landschaftszerstörung und gehört nachhaltig verboten. Wenn ich an einer Verkehrsader wohne, und das tue ich, muss ich mit den Geräuschen leben oder wegziehen.
Der Einbau neuer Lager in Güterwagen geht voran und gleichzeitig verschandelt man die Bahn Anlagen mit so einem Mist! Bescheuerter geht es nicht. Bleibt zu hoffen, dass diese Wände eine ähnlich miserabel Qualität aufweisen wie neuerdings gelieferte Fahrzeuge und sie bald wieder abgebaut werden müssen.

Beste Grüße
Harald Tschirner
Ich denke, die wussten was sie wollten:

BI "Lärmschutz-Planung der Stettiner Bahn".

Aber im Gegensatz zu den Leuten im Süden schien die Sache doch eher konstruktiv gelaufen zu sein.

Ich denke, das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Anwohner, insbesondere wegen der Schwedter-Kesselwagen, wiegt etwas höher, als das Bedürfnis eines nur kurz mal vorbeifahrenden Fahrgastes, sich in Ruhe die schönen Vorgärten ansehen zu können. Somit bietet die Schallschutzwand nicht nur Lärm-, sondern auch Sichtschutz.

Ich denke, bei der Abwägung zw. dem ästhetischem Empfinden einzelner und dem Ruhebedürfnis der Anwohner ist das letztere sicherlich höher einzuschätzen.
Und der Einwand, dass man an einer Bahnstrecke gefälligst Lärm zu ertragen hat, damit meine Aussicht nicht verschandelt wird, finde ich persönlich ziemlich anmaßend und unsozial.
Sichtschutz schön und gut - gleichzeitig entstand aber auch ein Ästhetikschutz - sowas ist nun nicht mehr gegeben. Im Übrigen ist der überwiegende Teil der Lärmschutzwände bislang dort entstanden, wo diese Kesselwaggonzüge gar nicht entlang fahren. In Karow, Buch, Panketal und Bernau stehen meines Wissens (und für mich glücklicherweise) noch keine dieser primitiven Lochblechwände. Das macht aber auch kaum noch etwas, denn die Züge sind in den letzten Jahren deutlich leiser geworden.

Am Karower Kreuz entstehen irrwitzig hohe Lärmschutzwände aus Blocksteinen.

Mit den etwas niedrigeren Lochblechwänden wurde die Strecke zwischen Bornholmer Straße und Karower Kreuz eingehaust. Damit hat man sich der enormen Lärmprobleme angenommen, die die 481er, die Lokomotiven der 101- und 112er-Reihe, die 628er, die Talen-I-Züge der NEB und die brandneuen Twindexx-Züge verursachen. Und natürlich die - vermutlich tatsächlich - lautesten Züge, die hier entlang fahren: Die 646er vom RE66.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
DerMichael

Und der Einwand, dass man an einer Bahnstrecke gefälligst Lärm zu ertragen hat, damit meine Aussicht nicht verschandelt wird, finde ich persönlich ziemlich anmaßend und unsozial.

Deine Meinung ist dir unbenommen. Ich empfinde es dagegen als anmaßend, dass einige wenige, die an einer seit 1842 bestehenden Bahnlinie wohnen, tausenden von Bewohnern anderer Gegenden, die irgendwie an diesen Gebilden vorbeikommen, die Sicht versperren lassen.

Und: Kesselwagenzüge fahren da seit eh und je und vor der Elektrifizierung der Strecke mit rußenden Dampf- und Diesellokomotiven vor klappernden Kesselwagen. Damals wäre ein Schall- und Sichtschutz erheblich wichtiger gewesen, als in Zeiten von Flüsterlagern und E-Loks.

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Philipp Borchert

Mit den etwas niedrigeren Lochblechwänden wurde die Strecke zwischen Bornholmer Straße und Karower Kreuz eingehaust. Damit hat man sich der enormen Lärmprobleme angenommen, die die 481er, die Lokomotiven der 101- und 112er-Reihe, die 628er, die Talen-I-Züge der NEB und die brandneuen Twindexx-Züge verursachen. Und natürlich die - vermutlich tatsächlich - lautesten Züge, die hier entlang fahren: Die 646er vom RE66.

Viele EVU im Güterverkehr bestellen Laufwege über den Berliner Innenring und bekommen sie dann auch. Im von Dir benannten Abschnitt Bornholmer Straße - Karower Kreuz sind auf der Fernbahn mitnichten nur Reisezüge unterwegs.
Zitat
DerMichael
Ich denke, die wussten was sie wollten:

BI "Lärmschutz-Planung der Stettiner Bahn".

(...)
Ich denke, das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Anwohner, insbesondere wegen der Schwedter-Kesselwagen, wiegt etwas höher, als das Bedürfnis eines nur kurz mal vorbeifahrenden Fahrgastes, sich in Ruhe die schönen Vorgärten ansehen zu können. Somit bietet die Schallschutzwand nicht nur Lärm-, sondern auch Sichtschutz.

Ich denke, bei der Abwägung zw. dem ästhetischem Empfinden einzelner und dem Ruhebedürfnis der Anwohner ist das letztere sicherlich höher einzuschätzen.

Und der Einwand, dass man an einer Bahnstrecke gefälligst Lärm zu ertragen hat, damit meine Aussicht nicht verschandelt wird, finde ich persönlich ziemlich anmaßend und unsozial.

Lärmschutz ist Gesundheitsschutz, im Grundsatz also in Ordnung. Dennoch einmal umgekehrt: Hätte ich so ein "Häuschen" im "Blankenburgischen", würde ich wohl folgendes denken: Der Lärm ist weg, sehr schön - aber jetzt kann ich die Bahn nicht mehr sehen. Außerdem verschatten mir diese blöden undurchsichtigen Lärmschutzwände meine Terrasse - das geht gar nicht!

In der Zukunft muß es einfach bessere Lösungen geben,

meint Marienfelde.
Es geht noch schlimmer, wenn man sieht, was gerade noch so an der Rheintalbahn verbaut wird:
Riegel-March.

Sehr schön auch aus der Perspektive der Bahn:
Animation

Was mich sehr viel mehr ärgert, ist der Umstand, dass die Bahnen komplett eingehaust werden müssen, während die daneben liegende Autobahn, die ja einen Dauerlärmpegel verursacht, überhaupt keinen Schallschutz hat.

Auch so ein schönes Beispiel ist die A114. Während für die Elektrifizierung einer Bahn plötzlich strenge Schallschutzgrenzwerte berücksichtigt werden müssen, heißt es beim Ausbau der A114 von jeweils 2 Fahrspuren auf 2Spuren + Standstreifen, dass Lärmschutz an Autobahnen eine freiwillige Leistung des Bundes ist:

Siehe: A114 Aktuelles

Zitat
berlin.de - A114

Wunsch nach zusätzlichem Lärmschutz
Mit der geplanten Erneuerung der Fahrbahnbefestigungen mit einem lärmmindernden Fahrbahnbelag (gegenüber der bestehenden schadhaften Befestigung aus Betonplatten) und der dauerhaften Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h nehmen die Schallemissionen im Bereich der Baustrecke ab. Grundlage der Berechnungen bildeten die Verkehrsprognosewerte 2025 unter Berücksichtigung des erwarteten Bevölkerungszuwachses in Berlin. Es werden demnach nach Umsetzung der Erneuerungsmaßnahmen Pegelreduzierungen von ca. 5 dB(A) erreicht. Damit sind die Voraussetzungen für Maßnahmen der Lärmvorsorge nicht erfüllt.

Der Beurteilungspegel wird ausschließlich rechnerisch ermittelt, Messungen vor Ort sind in den entsprechenden Verfahren nicht vorgesehen und haben deshalb auch nicht stattgefunden.

Wir sahen es – auch vor dem Hintergrund der uns vorliegenden zahlreichen Bürgeranfragen – allerdings als wichtig an, eine Untersuchung zur Lärmsanierung anzuschließen. Darin wurde auch die Verhältnismäßigkeit des Abbruches der bestehenden (eine Erhöhung ist aus statischen Gründen nicht möglich) und des Neubaus einer höheren und längeren Lärmschutzwand betrachtet. Diese Lärmsanierung stellt eine freiwillige Leistung des Bundes unter Vorbehalt der dafür im Bundeshaushalt zur Verfügung gestellten Mittel dar. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden gegenwärtig mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur abgestimmt.

Zum besseren Verständnis des komplizierten Themenbereiches Lärmschutz ist vorgesehen, auf der Webseite in naher Zukunft entsprechende Erläuterungen einzustellen.

Sehr nett auch in Pankow-Heinersdorf: während man die S-Bahn wg. dem Autobahnlärm gar nicht wahrnimmt, muss die Bahn eingehaust werden, die Autobahn aber nicht.

Es kommt einem so vor, als ob der Bahnausbau vorsätzlich verteuert werden soll, bei Autobahnen aber alles nicht so schlimm ist.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.2018 13:20 von DerMichael.
Hallo,

im südlichen Abschnitt (PFA 2) laufen die bauvorbereitenden Maßnahmen auf Hochtouren. Eine neue kleine Galerie zeigt den Fortschritt:

http://www.baustellen-doku.info/berlin_dresdener-bahn/PFA2_Lichtenrade_Schichauweg-Stadtgrenze/20180714/

Viele Grüße
André
Zitat
DerMichael
Sehr nett auch in Pankow-Heinersdorf: während man die S-Bahn wg. dem Autobahnlärm gar nicht wahrnimmt, muss die Bahn eingehaust werden, die Autobahn aber nicht.

Es kommt einem so vor, als ob der Bahnausbau vorsätzlich verteuert werden soll, bei Autobahnen aber alles nicht so schlimm ist.

Beim Schutz vor Bahnlärm geht es nicht um die S-Bahn (zumindest seit wieder Instandhaltung an der BR 480 erfolgt, davor röhrten die Dinger ziemlich heftig).
Die Schutzwände sollen den Lärm der (vor allem nachts fahrenden) Güterzüge etwas dämpfen.

Schon mal erlebt, wenn so ein 500-Meter-Kesselwagenzug mit 80 Sachen angedröhnt kommt und in die Bremse geht? Hört man nachts noch im Weißensee! Und die Leute an der Granitzstraße fallen aus dem Bett (nicht die Mitarbeiter in der DB-Betriebszentrale, die ist klimatisiert).

Der Vergleich mit der Autobahn stimmt auch bezüglich der Geschwindigkeiten nicht. Die A114 ist (und bleibt) wegen Lärmschutz auf 80 km/h limitiert. Die S- und Fernbahn ist jetzt schon bei 100 km/h, künftig nach dem Ausbau Blankenburg - Buch eher 120 oder 160 km/h. Doppelte Geschwindigkeit macht vierfachen Lärm.

so long

Mario


Es geht um diesen Teil:
Zitat

Mit der geplanten Erneuerung der Fahrbahnbefestigungen mit einem lärmmindernden Fahrbahnbelag (gegenüber der bestehenden schadhaften Befestigung aus Betonplatten) und der dauerhaften Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h nehmen die Schallemissionen im Bereich der Baustrecke ab. Grundlage der Berechnungen bildeten die Verkehrsprognosewerte 2025 unter Berücksichtigung des erwarteten Bevölkerungszuwachses in Berlin. Es werden demnach nach Umsetzung der Erneuerungsmaßnahmen Pegelreduzierungen von ca. 5 dB(A) erreicht. Damit sind die Voraussetzungen für Maßnahmen der Lärmvorsorge nicht erfüllt.

Am südlichen Innenring z.B. findet die Elektrifizierung nicht statt, weil unbedingt weitere Lärmschutzgrenzwerte eingehalten werden müssen, obwohl durch die Elektrifizierung der Lärm bereits abnimmt und nur sporadisch mal ein Zug vorbeikommt, an Autobahnen wird, obwohl dort fast ununterbrochen Verkehr ist, darauf verzichtet. "Freiwillige Leistung des Bundes". Warum diese Ungleichbehandlung? Werden die Kesselzüge auch auf der Dresdner Bahn fahren? Wieviele Güterzüge sind denn eigentlich auf der Dresdner Bahn vorgesehen? Warum wird die Dresdner eingehaust, die Stadtautobahn aber nicht?
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