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Dresdner Bahn - Bauarbeiten in Berlin
geschrieben von TomB 
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X-Town Traffic
Wie hätte denn die Fernbahntrasse durch Leipzig verlaufen sollen? Der Citytunnel ist doch jetzt schon mit dem S-Bahnverkehr ausgelastet. Es hätte ein großer unterirdischer Fernbahnhof à la Stuttgart21 sowie ein weiterer Tunnel gebaut werden müssen oder was gab es für Ideen?

Ich vermute mal: der ICE wäre im S-Bahn-Verkehr mitgeschwommen – er würde zwar länger am Hbf stehen (der Bahnsteig ist ja lang genug) als eine S-Bahn und das dann dadurch ausgleichen, dass er an den anderen Stationen im Tunnel nicht hält. Somit müsste die Gesamtfahrzeit durch den Tunnel für ICE und S-Bahn etwa gleich sein.
Um die entsprechende Fahrplantrasse frei zu bekommen, hätten dann zwei oder drei S-Bahn-Züge statt durch den Tunnel auf den alten S-Bahn-Strecken in den Kopfbahnhof geführt werden müssen.
Es sind ja sogar schon ICEs durch den Tunnel gefahren.
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Jumbo
Ich vermute mal: der ICE wäre im S-Bahn-Verkehr mitgeschwommen – er würde zwar länger am Hbf stehen (der Bahnsteig ist ja lang genug) als eine S-Bahn und das dann dadurch ausgleichen, dass er an den anderen Stationen im Tunnel nicht hält. Somit müsste die Gesamtfahrzeit durch den Tunnel für ICE und S-Bahn etwa gleich sein.
Um die entsprechende Fahrplantrasse frei zu bekommen, hätten dann zwei oder drei S-Bahn-Züge statt durch den Tunnel auf den alten S-Bahn-Strecken in den Kopfbahnhof geführt werden müssen.

Die Projekte Tunnel Leipzig und VDE 8 haben sich ja mit der Zeit deutlich auseinander entwickelt, in den ersten Ideen Anfang der 1990er-Jahre war lt. [de.wikipedia.org] auch ein viergleisiger Tunnel mit je 2 Gleisen für S-Bahn und Fernbahn angedacht. Offenbar hat Sachsen dann die S-Bahn-Planung eher allein vorangetrieben, weil man damit nicht auf eine Entscheidung und Planung durch Bund und DB warten wollte und man hat später wieder zusammengefunden.

Ggf. hätte man irgendwann auch noch bei der S-Bahn-Tunnel-Planung auf die klassische Variante für andere Bahnstrecken mit durchgehenden Ferngleisen und seitlich liegenden Bahnsteigen und Gleisen für die S-Bahn nur im Bahnhofsbereich wechseln können. Spätestens seit dann die Tunnelbohrmaschinen unterwegs waren, war es natürlich zu spät für entsprechende Umplanungen.
Zitat
Jumbo
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X-Town Traffic
Wie hätte denn die Fernbahntrasse durch Leipzig verlaufen sollen? Der Citytunnel ist doch jetzt schon mit dem S-Bahnverkehr ausgelastet. Es hätte ein großer unterirdischer Fernbahnhof à la Stuttgart21 sowie ein weiterer Tunnel gebaut werden müssen oder was gab es für Ideen?

Ich vermute mal: der ICE wäre im S-Bahn-Verkehr mitgeschwommen – er würde zwar länger am Hbf stehen (der Bahnsteig ist ja lang genug) als eine S-Bahn und das dann dadurch ausgleichen, dass er an den anderen Stationen im Tunnel nicht hält. Somit müsste die Gesamtfahrzeit durch den Tunnel für ICE und S-Bahn etwa gleich sein.
Um die entsprechende Fahrplantrasse frei zu bekommen, hätten dann zwei oder drei S-Bahn-Züge statt durch den Tunnel auf den alten S-Bahn-Strecken in den Kopfbahnhof geführt werden müssen.

Klingt aber irgendwie auch stark nach einer 90er-Jahre-Sparplanung - zumal bei einer Engstelle, die man nicht so einfach beheben könnte. Das wäre betrieblich wahrscheinlich ein ziemliches Desaster geworden.

Edit: @Lopi2000 zufolge war es so schlimm wohl doch nicht.

Die Neubaustrecke Leipzig/Halle - Erfurt hätte aber auch in diesem Szenario Sinn gehabt, als schnelle Verbindung Richtung Frankfurt am Main und zur Anbindung Erfurts.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.2025 13:51 von def.
Zitat
Joe
...

Jetzt aber zurück zur Dresdener Bahn:
Schauen wir mal, ob diese "Gefahrenquelle" am S Buckower Ch. noch beseitigt und der Zaun erhöht wird. Das stadtauswärtige Gleis ist relativ nah am S Bahnsteig.


Wohl wahr! Das ist bedenklich. Zumal direkt südlich von diesem Gitterbereich hohe Wände zum Fernbahngleis am Bahnsteig montiert wurden. Da war man irgendwie nahe der neuen Brücke nicht wirklich konsequent. Warum??

Der entstandene Gefahrenpunkt wurde auch vor ein paar Wochen unmittelbar nach Eröffnung der Brücke und der Bahnsteigzugänge schon von einem der hier bekannten Videoblogger moniert. Ich meine, es war Sven Okas. Er konnte sich auch vorstellen, dass hin und wieder mal jemand an dieser Stelle rüberspringt und die Fernbahn quert, weil er dadurch nicht auf die Brücke hoch muss und auf der östlichen Rampe wieder runterkullern... Möglich ist alles. Vor allem, weil ja 'heute keiner mehr Zeit' hat. ;-)

Gruß
Die Ferkeltaxe



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.2025 13:59 von Ferkeltaxe.
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Ferkeltaxe
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Nemo
Interessant ist aber, dass man immer alles falsch macht. Baut man die günstigste Trasse von Berlin nach Hannover und läßt Magdeburg liegen, dann ist es falsch, nimmt man bei einer anderen Strecke einen Umweg über die Landeshauptstadt Erfurt, dann ist es auch wieder falsch.

Wenn man nur den Fakt der Geradlinigkeit und Kürze einer Strecke betrachtet, stimmt das. ;-) Schaut man sich aber unter anderem den baulichen Aufwand für die Thüringer-Wald-U-Bahn und die Kosten dafür auch im Vergleich zur SFS an der Lehrter Bahn mit an, ändert das die Perspektive schon um Einiges. Und vielleicht hat dies zusammen mit den Verkehrsbedürfnissen / -prognosen in den verschiedenen Trassenvarianten (Immer unter Beachtung der jeweiligen Netzwirkung und resultierender, weiterer Ausbauprojekte usw. usf.!) auch eigentlich zu einem anderen Ergebnis geführt. Möglich, dass in den Abwägungen und Entscheidungen politische Prämissen starken Einfluss pro Erfurt ausgeübt haben. Ist vorstellbar. Ich weiß das alles aber nicht wirklich.

Was wir aber allesamt mit Freude feststellen können: die Dresdener Bahn verläuft ziemlich geradlinig zwischen den beiden Endpunkten. Da haben doch unsere Vorväter damals - im Rahmen der technischen und politischen Möglichkeiten - alles richtig gemacht. :-)

Wenn man sich mal die Geschichte der Dresdner Bahn anschaut, dann stellt man aber fest, dass das auch erst im dritten Versuch dazu kam:
Zunächst gab’s die Verbindung über die Anhalter Bahn über Halle, dann kam die Abkürzung über Jüterbog und Röderau dazu und erst später die parallele Direktverbindung.
Es war also eher eine Evolution anstatt einer Revolution.
Zitat
DerMichael

...

Wenn man sich mal die Geschichte der Dresdner Bahn anschaut, dann stellt man aber fest, dass das auch erst im dritten Versuch dazu kam:
Zunächst gab’s die Verbindung über die Anhalter Bahn über Halle, dann kam die Abkürzung über Jüterbog und Röderau [Edit: ab 1848] dazu und erst später die parallele Direktverbindung.
Es war also eher eine Evolution anstatt einer Revolution.

Im Prinzip stimmt das ja mit der Evolution. Aber seit wann genau sprechen wir von der Dresdener Bahn der Berlin-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft? Das war erst 1875, als auch der erste, zunächst provisorische Dresdener Bhf. in Berlin mit der direkt(est)en Linie in Betrieb ging. Die Bahngesellschaft selbst wurde auch erst 1872, also kurz vor dem Bau der Verbindung über Elsterwerda, gegründet. Die von dir genannten Vorstufen benutzen allesamt für wesentliche Teile Strecken der Anhaltinischen Eisenbahn sowie der Leipzig-Dresdener.

Gruß
Die Ferkeltaxe
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PassusDuriusculus
Danke für die Ergänzungen. Hab mich auch gewundert über die "Metropolregion Gera/Chemnitz", Erfurt ist immerhin Landeshauptstadt. Bei Berlin-Hannover wäre auch eine Potsdam-Magdeburg-Beule sinnvoll gewesen, im Gegensatz zum Lehrter-Lineal

"Metropolregion Chemnitz/Gera" ist in der Tat arg übertrieben, vor allem, da die räumlichen Beziehungen zwischen diesen beiden Oberzentren eher schwach ausgeprägt sind (die Landesgrenze passt da schon raumplanerisch zwischen Sachsen und Thüringen). Aber der Raum Chemnitz/Zwickau/Westsachsen verfügt mir ca. 1,5 Mio über eine deutlich höhere Einwohnerzahl und Wirtschafskraft als Erfurt mit seinem Umland - Landeshauptstadt hin oder her.

Mit der weiter östlich geführten Verbindung Berlin-München wäre nach damaligen Überlegungen ein Abzweig und Einschleifung ins Bestandsnetz (und vermutlich Streckenausbau) im Raum Vogtland in Richtung Chemnitz-Dresden realisiert worden, wodurch der gesamte südsächsische Raum bis nach Dresden eine deutlich schnellere Anbindung nach Süddeutschland erhalten hätte - statt der heutigen "Nulllösung" bezüglich des Fernverkehrs für Chemnitz etc.

Für Erfurt wäre die Anbindung nach Süden dann zweifellos nicht so komfortabel und schnell wie heute - aber es hätten eben viel mehr Menschen weiter östlich von dieser Verbindung profitieren können.

Ingolf
Zitat
Ferkeltaxe
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DerMichael

...

Wenn man sich mal die Geschichte der Dresdner Bahn anschaut, dann stellt man aber fest, dass das auch erst im dritten Versuch dazu kam:
Zunächst gab’s die Verbindung über die Anhalter Bahn über Halle, dann kam die Abkürzung über Jüterbog und Röderau [Edit: ab 1848] dazu und erst später die parallele Direktverbindung.
Es war also eher eine Evolution anstatt einer Revolution.

Im Prinzip stimmt das ja mit der Evolution. Aber seit wann genau sprechen wir von der Dresdener Bahn der Berlin-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft? Das war erst 1875, als auch der erste, zunächst provisorische Dresdener Bhf. in Berlin mit der direkt(est)en Linie in Betrieb ging. Die Bahngesellschaft selbst wurde auch erst 1872, also kurz vor dem Bau der Verbindung über Elsterwerda, gegründet. Die von dir genannten Vorstufen benutzen allesamt für wesentliche Teile Strecken der Anhaltinischen Eisenbahn sowie der Leipzig-Dresdener.

Ja, aber so kann man sich seine Statistiken ja auch zurechtbiegen. Klar war die letzte die kürzeste, sie kam ja auch zuletzt und hätte sonst kaum einen Vorteil gehabt.
Insgesamt war es damals nicht nur um einiges einfacher, irgendwo ne Bahn durchzuschlagen, die Leute warteten ja sehnsüchtig darauf. Mangels Alternativen.
Umweltschutz spielte bei gerade mal 1 Mrd Menschen auf dem Planeten kaum eine Rolle und Lärm wurde noch mit Fortschritt gleichgesetzt.

Was man auch nicht vergessen darf: einige Städte, die heute über Bahnlärm klagen, sind durch die Bahn überhaupt erst entstanden, bzw. bekamen dadurch erst ihre Entwicklungsmöglichkeiten.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.2025 15:02 von DerMichael.
"Metropolregion Chemnitz/Gera" ist tatsächlich etwas irreführend, die korrekte Bezeichnung wäre wohl gewesen: "Raum Chemnitz/Gera innerhalb der Metropolregion Mitteldeutschland", wenn man denn unbedingt ausdrücken möchte, dass beide Städte (zusammen mit Jena und Zwickau) als "Inseln" innerhalb der ländlichen Umgebungen zu dieser Metropolregion gehören und Erfurt nicht.

Die Abgrenzung von "Metropolregionen" ist aber ohnehin von einem ziemlichen Wunschdenken geprägt, wie weit die jeweiligen Kerne in ihr Umland ausstrahlen.
Ich hänge mich mal hier ran - auch bzgl. der VDE8.

Zitat
Nemo
Interessant ist aber, dass man immer alles falsch macht. Baut man die günstigste Trasse von Berlin nach Hannover und läßt Magdeburg liegen, dann ist es falsch, nimmt man bei einer anderen Strecke einen Umweg über die Landeshauptstadt Erfurt, dann ist es auch wieder falsch.

Nochmal: Für den Neu-/Ausbau der SFS entlang der "Lehrter Stammbahn" entschied man sich staatsvertraglich schon (oder noch - je nach Perspektive) zu Zeiten, als es zwischen den Grenzübergangsstellen Oebisfelde und Staaken noch um ein gewissermaßen "exterritoriales Projekt" zur ausschließlichen Beschleunigung des Transitverkehrs zwischen der damaligen BRD und der "BPE Westberlin" ging. Insofern lag es nahe, die letztlich realisierte Variante mit Südumfahrung Stendal zu realisieren. Entsprechend waren bei Maueröffnung bzw. Wiedervereinigung bereits viele auf Basis des - damals noch eher wenig partizipativ ausgelegten -'Eisenbahn- und Planungsrechts der DDR getroffene Festlegungen erfolgt, so dass eine Neuplanung über Magdeburg mehrere Jahre Verzögerung durch Raumordnung, PFV etc. nach "Westrecht" zur Folge gehabt hätte.

Daneben gab es Zusagen der DB/DR - eine "DB Reise&Touristik AG" oder nachmalig "DB Fernverkehr AG" gibt es erst seit Januar 1999 - von 1991 zur "dauerhaften Bedienung" der Strecke Berlin-Potsdam-Brandenburg-Magdeburg-Braunschweig/Halle/Hannover-Ruhr mit stündlichen IR- und IC-Linien. Dass sich später Ludewig, Nawrocki, Mehdorn etc. an Versprechungen der vorherigen Behördenbahn weniger gebunden fühlten als an die "Heilige Kuh Eigenwirtschaftlichkeit des Fernverkehrs", steht auf einem anderen Blatt. Das hätte man evtl. damals vertraglich präziser regeln sollen...

Zu der im ARD-Podcast "Teurer fahren" neu aufgewärmten Debatte um eine evtl. sinnvoller gewesene Führung der VDE8 über Leipzig-Gera-Saalfeld-Lichtenfels ist zu sagen, dass das blo0e Verbinden zweier Punkte - hier Leipzig und Nürnberg - auf der Landkarte im Zuge der Trassierung einer SFS niemals eine Befassung mit Topografie, Siedlungsstruktur sowie anderen Gegebenheiten ersetzen darf. Auch die von Vieregg+Rößner als vorzugswürdig eingestufte Variante hätte nämlich irgendwie zwischen Gera/Saalfeld und Lichtenfels den Höhenzug "Thüringer Wald und Frankenwald" queren müssen, ohne den auf der Bestandsstrecke über Probstzella-Kronach auch heute im Zeitalter der Drehstrom-Hochleistunngsloks bei Güterzügen nach wie vor nötigen Schiebe- oder Vorspannbetrieb zu erfordern und im HGV kein allzu großes "Achterbahn-Feeling" durch zu häufige Neigungswechsel zu generieren. Ohne Tunnel wäre man also auch da nicht ausgekommen. Dass wiederum die SFS Erfurt-Ebensfeld auch in Tagesrandlagen mit weniger ICE-Verkehr trotz vorhandener Überholbahnhöfe und Überleitstellen zu selten von Güterzügen befahren wird, dürfte wohl eher am daselbst ausschließlich verbauten ETCS-L2oS ohne optionale Fahrmöglichkeit auf PZB/LZB sowie für Cargo-EVU unattraktiven Trassenpreisen liegen - die buchen also offenbar lieber entweder Schiebeloks im Frankenwald dazu oder den (Um-)Weg über Bebra-Fulda.

Dazu kämen noch Fragen wie jene, ob ein zur Einbindung der SFS aus/in Richtung Gera in Leipzig Hbf notwendiges "Leipzig21" nun gegenüber Anwohnenden, Naturschützenden etc. wirklich leichter durchsetzbar (gewesen) wäre oder man sich da nicht zunächst ähnliche Dauerkonflikte wie in Lichtenrade oder Stuttgart eingehandelt hätte - der zweigleisige CTL mit seinen Haltepunkten an kurzen Mittelbahnsteigen hätte dafür zumindest komplett anders geplant und im Südwesten eine weitere Zulaufstrecke gebaut werden müssen. Ob zudem Einwohnende von Zeitz, Gera etc. derartige Upgrades in ihren Back- oder Frontyards klaglos hingenommen oder nicht ihrerseits ebenfalls teure Tunnel- oder Lärmschutzlösungen eingefordert hätten...?

Und ja, zur Erfurt-Variante gehörte konzeptionell von Anfang an auch eine ABS/NBS, die irgendwo westlich von Bebra und Bad Hersfeld an die inzwischen seit 34 Jahren unauffällig funktionierende SFS Hannover-Würzburg anschließen sollte. Das scheiterte bisher aber leider auch immer wieder an den üblichen Problemen und die DB hat erst vor ein paar Wochen wieder eine überarbeitete Vorzugsvariante eingereicht - mal sehen, ob's diesmal etwas wird...

Wäre natürlich weniger Bundesknete sowie Planungs- und Baukapazität in der Gegend für den Schwachsinnsneubau der A44 Eisenach-Kassel verausgabt worden, könnten auf der letztgenannten ABS/NBS - möglicherweise - schon längst die Züge fahren... :-(

Viele Grüße
Arnd



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.2025 17:43 von Arnd Hellinger.
Zitat
DerMichael
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Ferkeltaxe
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DerMichael

...

Wenn man sich mal die Geschichte der Dresdner Bahn anschaut, dann stellt man aber fest, dass das auch erst im dritten Versuch dazu kam:
Zunächst gab’s die Verbindung über die Anhalter Bahn über Halle, dann kam die Abkürzung über Jüterbog und Röderau [Edit: ab 1848] dazu und erst später die parallele Direktverbindung.
Es war also eher eine Evolution anstatt einer Revolution.

Im Prinzip stimmt das ja mit der Evolution. Aber seit wann genau sprechen wir von der Dresdener Bahn der Berlin-Dresdener Eisenbahn-Gesellschaft? Das war erst 1875, als auch der erste, zunächst provisorische Dresdener Bhf. in Berlin mit der direkt(est)en Linie in Betrieb ging. Die Bahngesellschaft selbst wurde auch erst 1872, also kurz vor dem Bau der Verbindung über Elsterwerda, gegründet. Die von dir genannten Vorstufen benutzen allesamt für wesentliche Teile Strecken der Anhaltinischen Eisenbahn sowie der Leipzig-Dresdener.

Ja, aber so kann man sich seine Statistiken ja auch zurechtbiegen. Klar war die letzte die kürzeste, sie kam ja auch zuletzt und hätte sonst kaum einen Vorteil gehabt.
Insgesamt war es damals nicht nur um einiges einfacher, irgendwo ne Bahn durchzuschlagen, die Leute warteten ja sehnsüchtig darauf. Mangels Alternativen.
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Na ja, ich denke nicht, dass es bei meinen Detaillierungen um das Zurechtbiegen von Statistiken geht. Zu dieser Pionierzeit in den 1840-ern bis zur Zeit der großen Privatbahnen und frühen Staatsbahnen in den 1870-ern nutzte man eben erstmal Verbindungen, die schon gebaut waren, um "irgendwoanders" zumindest auch über größere Umwege per Bahn hinkommen zu können. Dein Beispiel: nach Dresden erstmal über Halle. Das war allemal bequemer und vermutlich immer noch spürbar schneller, als auf direktem Weg mit der Postkutsche. Aber von A nach B ging eben aufgrund noch nicht verfügbarer Strecken oft nicht "gleich" direkt und man musste erst über C und ggf. noch über D fahren, damit man mit der Bahn nach B gelangte.

Bei der VDE 8.1 geht es aber um einen völligen Neubau einer (ziemlich stringent zu trassierenden) SFS innerhalb eines bestehenden und relativ engen Netzes. Die hätte im Grunde sogar der Luftlinie von Bamberg nach Halle / Leipzig folgen können. Oder eben der gegenüber Erfurt zumindest günstigeren Linie über Gera. Man hatte die Wahl und hat sich für die schwierigere und um einiges teurere Trasse über Erfurt entschieden. Die Gründe hierfür lasse ich jetzt mal außen vor. Bei der Dresdener Bahn hat man sich Anfang der 1870-er Jahre allerdings aus gutem Grund für eine möglichst direkte Trassierung mit nur wenigen Abweichungen (Die deutlichste liegt wohl, bedingt durch das Elbtal, zwischen Niederwartha und Dresden, ex. Berliner Bhf.) entschieden und auch so gebaut. Den damaligen technischen Möglichkeiten folgend, die deutlich andere waren, als die für die VDE8.1. Allerdings war es u. a. aus den von dir genannten Gründen auch einfacher und es ging trotz primitiverer Mittel und Methoden meist schneller, eine Bahnstrecke zu errichten, wenn sie denn mal konzessioniert und auch solide finanziert war.

Insofern hinkt für mich der Vergleich zwischen der Vor- und Baugeschichte der eigentlichen Dresdener Bahn über Elsterwerda und der Vor- und Baugeschichte der VDE8.1 ziemlich. Denn diese 'echte' Dresdener Bahn wurde im Gegensatz zur 8.1 als möglichst umwegfreie und kurze Verbindung konzipiert und erbaut. Bei der Thüringer-Wald-U-Bahn ist dies eben mitnichten so, sie wurde offenbar ganz bewusst auf den Umweg über Erfurt gelegt. Siehe hierzu die vorgelagerten Beiträge in diesem Thread. Und insofern spielt es doch keine Rolle, ob man vor dem Bau der Direktverbindung nach Dresden zunächst einige Zeit auf der Anhalter Bahn über Halle nach Dresden fahren musste. Denn es gab da noch keine Dresdener Bahn. (Zunächst führte zwischen Nürnberg und Halle / Leipzig übrigens ja auch nur eine in weiten Teilen kurvige und langsame Fernstrecke: die aus dem Regnitztal über den Frankenwald und durch das Saaletal. Die Strecke von Nürnberg über Hof nach Leipzig war dazu keine wirklich lohnende Alternative.)

Somit erneut mein Lob auf die Planer und Erbauer der Dresdener Bahn von 1872-75. Sie haben es bzgl. Nutzwert der Strecke richtig gemacht und eine auch heute noch gut ausbaufähige Trassierung gewählt.

Gruß
Die Ferkeltaxe
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Jumbo
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X-Town Traffic
Wie hätte denn die Fernbahntrasse durch Leipzig verlaufen sollen? Der Citytunnel ist doch jetzt schon mit dem S-Bahnverkehr ausgelastet. Es hätte ein großer unterirdischer Fernbahnhof à la Stuttgart21 sowie ein weiterer Tunnel gebaut werden müssen oder was gab es für Ideen?

Ich vermute mal: der ICE wäre im S-Bahn-Verkehr mitgeschwommen – er würde zwar länger am Hbf stehen (der Bahnsteig ist ja lang genug) als eine S-Bahn und das dann dadurch ausgleichen, dass er an den anderen Stationen im Tunnel nicht hält. Somit müsste die Gesamtfahrzeit durch den Tunnel für ICE und S-Bahn etwa gleich sein.

Der Aufgabenträger und die S-Bahn-Fahrgäste hätten sich bedankt, sollte der einzelne Tiefbahnsteig überhaupt 400m Nutzlänge sowie die ausreichende Breite zur Aufnahme sowohl der Fern- als auch Nahverkehrskunden haben - abgesehen von Brandschutz, ausreichend dimensionierten Fluchtwegen etc.. Hätte man "Leipzig Hbf (Tief)" tatsächlich zu einem vollwertigem Systemhalt für ICE und S-Bahn machen wollen, wären dafür mindestens vier Gleise mit vier - besser sechs - Bahnsteigkanten notwendig. Was das für ein Bauwerk geworden wäre, kannst Du Dir ja hoffentlich vorstellen...

Ja, in Zürich HB gibt es das zweifach und in Frankfurt/Main Hbf plant die DB gerade daran - zusätzlich zum seit 1978 vorhandenem viergleisigen Tiefbahnhof der S-Bahn. Ob sie dafür aber je einen PFB und das nötige Kleingeld bekommt...?

Zitat
Jumbo
Um die entsprechende Fahrplantrasse frei zu bekommen, hätten dann zwei oder drei S-Bahn-Züge statt durch den Tunnel auf den alten S-Bahn-Strecken in den Kopfbahnhof geführt werden müssen.

Bitte was??? Grundkonzept von CTL und S-Bahn Mitteldeutschland ist doch aber gerade, im Leipziger Zentrum möglichst alle Linien auf einer vom Fernverkehr weitgehend unabhängig betriebenen Stammstrecke bei maximal vielen Durchbindungen zu bündeln. Dem liefe Deine Idee doch irgendwie zuwider.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
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Jumbo
Zitat
X-Town Traffic
Wie hätte denn die Fernbahntrasse durch Leipzig verlaufen sollen? Der Citytunnel ist doch jetzt schon mit dem S-Bahnverkehr ausgelastet. Es hätte ein großer unterirdischer Fernbahnhof à la Stuttgart21 sowie ein weiterer Tunnel gebaut werden müssen oder was gab es für Ideen?

Ich vermute mal: der ICE wäre im S-Bahn-Verkehr mitgeschwommen – er würde zwar länger am Hbf stehen (der Bahnsteig ist ja lang genug) als eine S-Bahn und das dann dadurch ausgleichen, dass er an den anderen Stationen im Tunnel nicht hält. Somit müsste die Gesamtfahrzeit durch den Tunnel für ICE und S-Bahn etwa gleich sein.

Der Aufgabenträger und die S-Bahn-Fahrgäste hätten sich bedankt, sollte der einzelne Tiefbahnsteig überhaupt 400m Nutzlänge sowie die ausreichende Breite zur Aufnahme sowohl der Fern- als auch Nahverkehrskunden haben - abgesehen von Brandschutz, ausreichend dimensionierten Fluchtwegen etc.. Hätte man "Leipzig Hbf (Tief)" tatsächlich zu einem vollwertigem Systemhalt für ICE und S-Bahn machen wollen, wären dafür mindestens vier Gleise mit vier - besser sechs - Bahnsteigkanten notwendig. Was das für ein Bauwerk geworden wäre, kannst Du Dir ja hoffentlich vorstellen...

Ja, in Zürich HB gibt es das zweifach und in Frankfurt/Main Hbf plant die DB gerade daran - zusätzlich zum seit 1978 vorhandenem viergleisigen Tiefbahnhof der S-Bahn. Ob sie dafür aber je einen PFB und das nötige Kleingeld bekommt...?

Zitat
Jumbo
Um die entsprechende Fahrplantrasse frei zu bekommen, hätten dann zwei oder drei S-Bahn-Züge statt durch den Tunnel auf den alten S-Bahn-Strecken in den Kopfbahnhof geführt werden müssen.

Bitte was??? Grundkonzept von CTL und S-Bahn Mitteldeutschland ist doch aber gerade, im Leipziger Zentrum möglichst alle Linien auf einer vom Fernverkehr weitgehend unabhängig betriebenen Stammstrecke bei maximal vielen Durchbindungen zu bündeln. Dem liefe Deine Idee doch irgendwie zuwider.

Man war sich damals halt nich so sicher, ob man genug Linien zusammen bekommt. Man hat ja seitdem Takte durchaus verdichtet.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zum CTL: es hieß mal, wenn da ein ICE1 durchfährt, belegt der so viele Trassen, dass da eine halbe Ewigkeit keine S-Bahn folgen kann. Der erste Zug war, soweit ich mich erinnere, ein ICE. Aber fahrplantechnisch wäre das angeblich eine Herausforderung.
Technisch möglich wäre es. Aber nicht sinnvoll.

Zur Geschichte kann man ja immer noch auf

[citytunnelleipzig.info]

Nachschauen, wo Andrés Kollege eine Umfangreiche Doku vom Bau gepflegt hat. Ich meine da steht auch irgendwas über den ICE.

Und zwar hier: [www.citytunnelleipzig.info]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.2025 21:30 von DerMichael.
Moin,

heute wurde im Newsletter des Berliner Abgeordnetenhauses eine parlamentarische Anfrage nebst Antworten zur Streichung der südlichen Aufzüge zum S-Bahnhof Buckower Chaussee veröffentlicht:

Zitat

Anfrage der Abgeordneten Oda Hassepaß (Bündnis 90 / Die Grünen) vom 17.10.2025 und Antwort vom 3.11.2025: Barrierefreie Zugänge S-Bahn Buckower Chaussee

Vorbemerkung der Verwaltung: Die Schriftliche Anfrage betrifft (zum Teil) Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit und Kenntnis beantworten kann. Er ist gleichwohl um eine sachgerechte Antwort bemüht und hat daher die DB InfraGO AG (DB AG) sowie das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin um Stellungnahmen gebeten. Diese werden in der Antwort an den entsprechend gekennzeichneten Stellen wiedergegeben.

Vorbemerkung der Abgeordneten: Der Planfeststellungsbeschluss beinhaltet Aufzüge am Südzugang des S-Bahnhofs Buckower Chaussee. Der Berliner Senat verweigert die Kofinanzierung, sodass die DB InfraGo keine Aufzüge entsprechend der Planfeststellung bauen will, obwohl es gesetzliche Ansprüche auf die Schaffung barrierefreier Zugänge bei Umbaumaßnahmen gibt.

Frage 1: Welche Stellungnahme das die Senatsverwaltung gegenüber dem Eisenbahnbundesamt in Bezug auf die Planänderung abgegeben?

Antwort zu 1.: Nachfolgend befindet sich der betreffende Auszug aus der Stellungnahme vom 24.6.2025 seitens der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Abteilung IV, zu der Planänderung:

Zitat

Es wird darauf hingewiesen, dass der Südzugang mit den Aufzügen bauzeitlicher Bestandteil der Kreuzungsvereinbarung ist. Zum Entfall der Aufzüge ist mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und den Behindertenverbänden Kontakt aufzunehmen.

2. Anlagenschutz (§ 18a LuftVG): Nach Prüfung der Unterlagen ist am Standort ab einer Bauhöhe größer 29,00 m über Grund die Flugsicherungsanlage Berlin-Schönefeld PSR + MSSR [SFD][SFD-SRAD] SSR betroffen. Falls diese Bauhöhe - etwa durch Begleitbauwerke - überschritten werden sollte, ist eine Vorlage des Bauvorhabens beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung BAF zum § 18a LuftVG erforderlich.

Das BAF trifft dann die Entscheidung darüber, ob Flugsicherungsanlagen durch die vorgesehene Bebauung gestört werden können. Die Entscheidung des BAF zum § 18a LuftVG wäre dann abzuwarten. [...]

Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass, falls die die Fußgängerüberführung über die Fernbahn nun dauerhaft bestehen bleibt, es sichergestellt werden muss, dass zukünftig ein Regionalverkehrshalt an der Buckower Chaussee errichtet werden kann und es zu keinem Konflikt mit dem Südzugang zur S-Bahn-Station kommt. Außerdem wäre, falls es die Lage der Bahnsteige zulässt, ein Zugang von der Fußgängerüberführung zum Regionalbahnsteig wünschenswert.

Frage 2: Was ist die Kostenschätzung für die Aufzüge und wie ist die Finanzierung aufgeteilt (Bitte zwischen Investition und Betrieb unterscheiden)?

Antwort zu 2.: Die DB AG teilt hierzu Folgendes mit: "Die Kosten zur Herstellung der Barrierefreiheit am Südzugang durch drei Aufzüge hätten voraussichtlich rund 3,75 Mio. EUR betragen (1,25 Mio. EUR je Aufzug)."

Frage 3: Aus welchem Grund hat das Land auf eine Bestellung der barrierefreien Zugänge verzichtet, obwohl der Bedarf planfestgestellt ist?

Frage 7: Warum wurde die Finanzierung entsprechend des Planfeststellungsbeschlusses nicht gesichert?

Antwort zu 3. und 7.: Aufgrund des Sachzusammenhangs werden die Fragen 3 und 7 gemeinsam beantwortet.

Aufgrund der angespannten Haushaltslage und nicht verfügbarer Haushaltsmittel zur Finanzierung des Vorhabens wurde Abstand von der Errichtung der Aufzugsanlagen genommen und das Vorhaben formal bei der DB InfraGO AG abbestellt.

Frage 4: Welche Betroffenheiten hat der Bezirk diesbezüglich genannt?

Antwort zu 4.: Der Bezirk teilt hierzu mit, dass das Bezirksamt am 26.6.2025 eine Stellungnahme an das Eisenbahnbundesamt abgegeben hat. Der 9. Planänderung mit Änderungen am Südzugang des S-Bahn-Haltepunktes Buckower Chaussee wurde nicht zugestimmt. Die Ablehnung der Planänderung wurde mit Belangen des Fachbereiches Stadtplanung, der Abteilung für Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz und der bezirklichen Wirtschaftsförderung begründet.

Frage 5: Mit welchen Zahlen wurde die Annahme einer geringen Fußgängerfrequenz am südlichen Zugang unterlegt und wie wurden sie ermittelt?

Antwort zu 5.: Grundlage der Prognose des Fahrgastaufkommens am Bahnhof Buckower Chaussee und explizit am Südzugang war die Bevölkerungsprognose 2030 des Landes Berlin. Als Annahmen waren ein S-Bahn-Angebot der S2 im 10-Minuten-Takt, die spätere Einrichtung eines Regionalverkehrsangebots auf der Dresdener Bahn mit einem stündlichen Halt je Richtung sowie diverse verkehrende Bus- und Regionalbuslinien unterstellt.

Es wurde keine geringe Fußgängerfrequenz am südlichen Zugang ermittelt. Es wurde "lediglich von einer äußerst geringen Zahl mobilitätseingeschränkter Nutzer des südlichen Zugangs" ausgegangen, was nur einem Anteil des gesamten Quelle-Ziel-Verkehres entspricht.

Frage 6: Auf welches Verständnis von Barrierefreiheit und auf welche gesetzliche Grundlage stützt die Senatsverwaltung die Behauptung, dass die Alternative mit erheblichem Höhenunterschied und 550 m Umweg ein rechtskonformes barrierefreies Angebot sicherstellen würde?

Antwort zu 6.: Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, dass alle Zugänge zu einer Verkehrsstation barrierefrei ausgebaut werden müssen. Der S-Bahnhof Buckower Chaussee ist über vier Aufzüge von der Straßenüberführung barrierefrei erschlossen. Nach Ansicht des Senats ist hiermit eine hinreichende barrierefreie Erreichbarkeit der Verkehrsstation gegeben.

Frage 8: Ist eine Finanzierung über das Sondervermögen grundsätzlich möglich?

Antwort zu 8.: Eine Finanzierung der Maßnahme aus dem Sondervermögen des Bundes ist nicht vorgesehen und entsprechend bisher nicht geprüft.

Frage 9: Welche Altersstruktur weist das Einzugsgebiet südlich des S-Bahnhofs auf?

Antwort zu 9.: Der Bezirk teilt hierzu Folgendes mit: "Der S-Bahnhof Buckower Chaussee liegt am südlichen Rand der Bezirksregion (BZR) Marienfelde Nord. Es scheint von daher sinnvoll, die Altersstruktur der BZR Marienfelde Nord und Marienfelde Süd zu betrachten. Beide Bezirksregionen weisen einen Anteil von Einwohner_innen im Alter von 65 Jahren und mehr auf, der über dem bezirklichen Durchschnitt liegt. Rund jede vierte Person in diesen Bezirksregionen gehört zu dieser Altersgruppe. Beide Regionen weisen zudem Anteile an unter 18-Jährigen auf, die höher sind als der bezirkliche Vergleichswert. Rund 18 % der Einwohner_innen in diesem Gebiet sind im Alter unter 18 Jahren."

Frage 10: Hat die Senatsverwaltung mit Kaufland oder dem Bezirk über alternative Finanzierungsmöglichkeiten gesprochen?

Antwort zu 10: Nein.
.

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zusammenfassung: Barrierefreiheit ist ein teurer Luxus.
Ich bin gerade etwas irritiert wegen der Anzahl von drei Aufzügen, die hier vorgesehen gewesen wären. Ist es nicht so, dass man für den aktuellen Ausbaustand in Buckower Chaussee nur zwei Aufzüge am Südzugang benötigen würde?? Oder irre ich da? Denn ein dritter Aufzug müsste ja wohl östlich der Fernbahngleise im Bereich des potenziellen Regionalbahnsteigs (Richtung stadteinwärts) gebaut werden. Und um den dann auch nutzen zu können, bräuchte es doch zusätzlich eine Fußgängerbrücke (mit ggf. einem Treppenabgang) vom östlichen S-Bahnsteig über die Fernbahngleise... Gibt es die umsonst oder ist sie schon geplant, finanziert und in Bauvorbereitung? Das wäre dann an mir vorbeigegangen.

Was mich im Weiteren irritiert, sind die doch immensen Kosten, die hier für nur einen Aufzug von Ebene 0 zur Ebene +1 veranschlagt werden: 1,25 Mio. Ich will und kann den Wert an sich nicht bezweifeln oder infragestellen. Aber da steht mir schon eine Zeit der Mund offen, wenn ich 1,25 Mio € für einen dieser Aufzüge lese. Das fühlt sich für mich schon "irre viel" an! Weiß da evtl. jemand von euch, ob Aufzüge allgemein inzwischen derartige preisliche Dimensionen angenommen haben? Denn das sind weitestgehend Modulbauten, in Teilen sogar Typbauten, die man zumindest in ihrer Herstellung recht rationell fertigen kann. Und im Falle Buckower Chaussee stehen sie frei und müssen in kein Gebäude eingepasst werden.

Besten Dank für sachdienliche Hinweise zu beiden obigen Punkten.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Ferkeltaxe
Ich bin gerade etwas irritiert wegen der Anzahl von drei Aufzügen, die hier vorgesehen gewesen wären. Ist es nicht so, dass man für den aktuellen Ausbaustand in Buckower Chaussee nur zwei Aufzüge am Südzugang benötigen würde?? Oder irre ich da? Denn ein dritter Aufzug müsste ja wohl östlich der Fernbahngleise im Bereich des potenziellen Regionalbahnsteigs (Richtung stadteinwärts) gebaut werden. Und um den dann auch nutzen zu können, bräuchte es doch zusätzlich eine Fußgängerbrücke (mit ggf. einem Treppenabgang) vom östlichen S-Bahnsteig über die Fernbahngleise... Gibt es die umsonst oder ist sie schon geplant, finanziert und in Bauvorbereitung? Das wäre dann an mir vorbeigegangen.

Was mich im Weiteren irritiert, sind die doch immensen Kosten, die hier für nur einen Aufzug von Ebene 0 zur Ebene +1 veranschlagt werden: 1,25 Mio. Ich will und kann den Wert an sich nicht bezweifeln oder infragestellen. Aber da steht mir schon eine Zeit der Mund offen, wenn ich 1,25 Mio € für einen dieser Aufzüge lese. Das fühlt sich für mich schon "irre viel" an! Weiß da evtl. jemand von euch, ob Aufzüge allgemein inzwischen derartige preisliche Dimensionen angenommen haben? Denn das sind weitestgehend Modulbauten, in Teilen sogar Typbauten, die man zumindest in ihrer Herstellung recht rationell fertigen kann. Und im Falle Buckower Chaussee stehen sie frei und müssen in kein Gebäude eingepasst werden.

Besten Dank für sachdienliche Hinweise zu beiden obigen Punkten.

Die DB kalkuliert nach Kostenkennwertekatalog bei einfachen Verhältnissen mit 500.000 EUR pro Aufzug. Es kann natürlich auch deutlich teurer werden, wenn es irgendwelche Sonderlocken gibt.
Zitat

"Ferkeltaxe" am 13.11.2025 um 11.46 Uhr:

Ich bin gerade etwas irritiert wegen der Anzahl von drei Aufzügen, die hier vorgesehen gewesen wären. Ist es nicht so, dass man für den aktuellen Ausbaustand in Buckower Chaussee nur zwei Aufzüge am Südzugang benötigen würde?

Da in dem Dokument von Anwohnenden die Rede ist, die einen südlichen Zugang nutzen wollen, gehe ich davon aus, dass die drei Aufzüge zu der östlich der Fernbahntrasse liegenden Seite, zum stadteinwärtigen und zum stadtauswärtigen Seitenbahnsteig führen sollten. Und das auch noch, bevor überhaupt an einen Regionalbahnhalt gedacht wurde. Als ich in Lichtenrade wohnte und den südlichen Zugang zum S-Bahnhof Buckower Chaussee nutzte, lag dort schon ein längerer Fußweg von der Ecke Dörfelweg und Eisnerstraße hinter mir, sodass ich mir vorstellen kann, dass nicht sehr viele Menschen den südlichen Zugang nutzen wollen.

Viele Grüße, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
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