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Dresdner Bahn - Bauarbeiten in Berlin
geschrieben von TomB 
Zitat
DerMichael
Das Problem ist doch eher: dass alles wasserdicht und gerichtsfest sein muss.

Das ist nicht das Problem sondern die Definition eines Rechtsstaates. Und es ist aus gutem Grund so, dass sich jedes Individium dagegen wehren kann, wenn es in seinen Rechten beeinträchtigt wird.

Der häufig geäußerte Wunsch nach einer Entbürokratisierung führt dann (zusammen mit einer großen Klagebereitschaft) dazu, dass Details nicht mehr gesetzlich oder anderswie bürokratisch geregelt werden, sondern die Kombination aus Pragmatismus und "Juristerei" zu Gutachten, Gegengutachten und Urteilen über diese führen.

Zitat
DerMichael
Man denke nur an die Busspuren in Steglitz, die wieder abgebaut werden mussten.

Gerade an diesem Beispiel lässt es sich gut zeigen:
Auch wenn ich es wenig verkehrswendefreundlich finde: die alte Regelung war klar und eindeutig, wurde ignoriert und daher wurde die Busspur juristisch wieder einkassiert. In der Regelung hieß es klar: Wenn mehr als X Busse pro Stunde fahren, darf eine Busspur angeordnet werden, sonst nicht. Die neue Regelung, die ich inhaltlich begrüße, führt dazu, dass es keine so klare Grenze mehr gibt und die Begründung der Busspur sauberer herausgearbeitet werden muss.
Zitat
Lopi2000
[[quote=DerMichael]
Man denke nur an die Busspuren in Steglitz, die wieder abgebaut werden mussten.

Gerade an diesem Beispiel lässt es sich gut zeigen:
Auch wenn ich es wenig verkehrswendefreundlich finde: die alte Regelung war klar und eindeutig, wurde ignoriert und daher wurde die Busspur juristisch wieder einkassiert. In der Regelung hieß es klar: Wenn mehr als X Busse pro Stunde fahren, darf eine Busspur angeordnet werden, sonst nicht. Die neue Regelung, die ich inhaltlich begrüße, führt dazu, dass es keine so klare Grenze mehr gibt und die Begründung der Busspur sauberer herausgearbeitet werden muss.[/quote]

Naja, die einfachste Lösung wäre doch hier gewesen, einfach jegliche Bedingung abzuschaffen. Will eine Straßenverkehrsbehörde eine Busspur anordnen, soll sie es machen, Ende.
Zitat
Lopi2000
Zitat
DerMichael
Das Problem ist doch eher: dass alles wasserdicht und gerichtsfest sein muss.

Das ist nicht das Problem sondern die Definition eines Rechtsstaates. Und es ist aus gutem Grund so, dass sich jedes Individium dagegen wehren kann, wenn es in seinen Rechten beeinträchtigt wird.

Der häufig geäußerte Wunsch nach einer Entbürokratisierung führt dann (zusammen mit einer großen Klagebereitschaft) dazu, dass Details nicht mehr gesetzlich oder anderswie bürokratisch geregelt werden, sondern die Kombination aus Pragmatismus und "Juristerei" zu Gutachten, Gegengutachten und Urteilen über diese führen.

Zitat
DerMichael
Man denke nur an die Busspuren in Steglitz, die wieder abgebaut werden mussten.

Gerade an diesem Beispiel lässt es sich gut zeigen:
Auch wenn ich es wenig verkehrswendefreundlich finde: die alte Regelung war klar und eindeutig, wurde ignoriert und daher wurde die Busspur juristisch wieder einkassiert. In der Regelung hieß es klar: Wenn mehr als X Busse pro Stunde fahren, darf eine Busspur angeordnet werden, sonst nicht. Die neue Regelung, die ich inhaltlich begrüße, führt dazu, dass es keine so klare Grenze mehr gibt und die Begründung der Busspur sauberer herausgearbeitet werden muss.

Kann man so machen. Dann darf man sich aber auch nicht aufregen, wenn Hinz und Kunz dagegen klagt.

Und vor allem sollte man dann nicht den Schwarzen Peter den Verbänden in die Schuhe schieben.

Ich bleibe dabei: da hat eine Lobby noch eine Rechnung mit der DUH offen und das soll jetzt herangezogen werden, um allen Verbänden das Klagerecht zu nehmen, obwohl es die NIMBYs und klagewütige Privatpersonen und BIs sind, denen irgendetwas nicht passt.
Zitat
Lopi2000
[...]
Zitat
DerMichael
Man denke nur an die Busspuren in Steglitz, die wieder abgebaut werden mussten.

Gerade an diesem Beispiel lässt es sich gut zeigen:
Auch wenn ich es wenig verkehrswendefreundlich finde: die alte Regelung war klar und eindeutig, wurde ignoriert und daher wurde die Busspur juristisch wieder einkassiert. In der Regelung hieß es klar: Wenn mehr als X Busse pro Stunde fahren, darf eine Busspur angeordnet werden, sonst nicht. Die neue Regelung, die ich inhaltlich begrüße, führt dazu, dass es keine so klare Grenze mehr gibt und die Begründung der Busspur sauberer herausgearbeitet werden muss.

Zunächst einmal ging es um die Clayallee und einen Eilentscheid, kein ordentliches Gerichtsverfahren. Der Eilentscheid war offensichtlich fehlerbehaftet, da das Gericht die falsche Anzahl an Bussen angesetzt hatte. Zudem lässt sich hinterfragen, ob die Abwägung, dass der Fahrzeitgewinn zu gering sei, in einem Hauptsacheverfahren haltbar gewesen wäre. Zudem hätte die Senatsverwaltung zusätzliche Unterlagen zur Begründung einreichen können. Mit der (damals) bevorstehenden Änderung der entsprechenden Rechtsgrundlage wäre es problemlos möglich gewesen den Eilentscheid zu hinterfragen und ggf. sogar außer Kraft setzen zu lassen. Stattdessen hat die Senatsverwaltung gar nichts gemacht und den Eilentscheid akzeptiert, womit sämtliche Busspurprojekte 'temporär' eingestellt wurden und teilweise Rechtsmittel gegen andere Busspuren eingelegt wurden.

Kurzum: Nicht der Rechtsweg war hier das Problem, sondern wieder einmal die politische Komponente. Und damit hat die damals grüne Hausleitung mit ihrem Desinteresse einen ziemlichen Flurschaden beim ÖPNV in dieser Stadt hinterlassen.

All das ist aber ziemlich abschweifend zur Dresdener Bahn, abgesehen davon, dass es auch dort nicht das Verbandsklagerecht oder die (gescheiterte) Klage von Anwohnern war, sondern die Politik, die dafür sorgte, dass die Verkehrsverwaltung einfach keine Planauslegung angesetzt hat. Resultat ist, dass zwischenzeitlich der "Schienenbonus" beim Lärmschutz gestrichen wurde und daher der Lärmschutz komplett überarbeitet werden musste und die nun realisierten Lärmschutzwände eingearbeitet wurden, während auf zusätzliche (betrieblich sinnvolle) Weichen zum überleiten von einem auf das andere Gleis leider nicht nachträglich dazukamen. Ebensowenig, wie die S-Bahnhof Kamenzer Damm oder der Regionalbahnhalt Buckower Chaussee. Beides wurde aber mit angesetzt, um der S-Bahnverlängerung nach Rangsdorf das Genick zu brechen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
marc-j
Zitat
Lopi2000
Zitat
DerMichael
Man denke nur an die Busspuren in Steglitz, die wieder abgebaut werden mussten.

Gerade an diesem Beispiel lässt es sich gut zeigen:
Auch wenn ich es wenig verkehrswendefreundlich finde: die alte Regelung war klar und eindeutig, wurde ignoriert und daher wurde die Busspur juristisch wieder einkassiert. In der Regelung hieß es klar: Wenn mehr als X Busse pro Stunde fahren, darf eine Busspur angeordnet werden, sonst nicht. Die neue Regelung, die ich inhaltlich begrüße, führt dazu, dass es keine so klare Grenze mehr gibt und die Begründung der Busspur sauberer herausgearbeitet werden muss.

Naja, die einfachste Lösung wäre doch hier gewesen, einfach jegliche Bedingung abzuschaffen. Will eine Straßenverkehrsbehörde eine Busspur anordnen, soll sie es machen, Ende.

Das öffnete dann aber auch Willkürentscheidungen Tür und Tor - transparent nachvollziehbare Kriterien bzw. definierte Ermessensspielräume sollte es schon geben, wollen wir hier nicht den Herren Putin, Trump oder Xi nacheifern.

Wir sehen, das Thema ist komplex...

Viele Grüße
Arnd
Hallo,

zurück zur Dresdener Bahn in Berlin:

von den Abnahmefahrten und dem nun laufenden Betrieb auf den neuen Fernbahngleisen habe ich eine kleine Galerie erstellt:

https://www.baustellen-doku.info/berlin_dresdener-bahn/PFA1_Marienfelde_Attilastrasse-Schichauweg/20251208/

Damit schließe ich die Baustellendokumentation zur Dresdener Bahn ab. Seit 2017 sind insgesamt 57 Galerien entstanden, das Bild der Strecke hat sich in dieser Zeit komplett gewandelt. Wer noch einmal zurückblicken will, findet hier die Gesamtübersicht:

https://www.baustellen-doku.info/berlin_dresdener-bahn/

Viele Grüße
André
Vielen Danke André, für die jahrelange (kritische) Dokumentation. Wie schon angedeutet, hadere ich mit dem Ergebnis auch in vielen Punkten. Insbesondere natürlich den verpassten Chancen. Seien es die Offensichtlichen, wie die fehlenden Haltepunkte Kamenzer Damm und Buckower Chaussee (Fernbahn), aber auch der weniger bekannte Wunsch nach einem Turmbahnhof am Kreuz Glasower Damm, der aus meiner Sicht sowohl für die S2, vor allem aber die RB22 und RB32 ein Quantensprung wäre. Dann natürlich die fehlende Zweigleisigkeit der S2 (und die aktiv verbaute Option dafür). Und zu guter Letzt der "optimierte" Spurplan, der eine flexible Betriebsführung verunmöglicht. Aus meiner Sicht wären am Abzweig Mariendorf (Attilastr.), mindestens im Südkopf vom Güterbahnhof Marienfelde, in Glasower Damm Nord und beidseitig in Blankenfelde volle Trapeze notwendig. Zumindest im Südkopf von Blankenfelde besteht die Hoffnung, dass das bauzeitliche Trapez verstetigt wird.

"Vergeigt" wurde auch der Umbau Glasower Damm Ost auf dem Außenring. An dieser wichtigen Nahtstelle zwischen Außenring und Flughafenanbindung wurde günstig/einfach statt nach betrieblichen Belangen geplant. Insofern müssen die nicht wenigen Streckenwechsler fast immer das Gegengleis der anderen Strecke kreuzen und sorgen damit für Fahrstraßenausschlüsse. Als 3. Strecke kommt dann noch die Schönefelder Kurve aus Blankenfelde hinzu, die einfach nur in den Außenring mündet. Der absolute Trassenkiller ist hier die RB24. Sie muss wahlweise ab BER in Gegengleis fahren, um über die Verbindung Selchow Ost - Selchow West ins Gegengleis des Außenrings zu kommen und dann direkt in die Kurve abzubiegen. Oder sie fährt im Regelgleis und muss dann in Glasower Damm Ost einmal komplett von rechts nach links rüber und verunmöglicht so Zugfahrten auf den anderen drei Gleisen. Bei RB22 und RB32 kann zumindest noch ein Zug in Richtung Osten fahren. Für ein 5. Gleis hätte der Platz sicher noch gereicht. Dass das Problem zumindest im Ansatz erkannt wurde, zeigen ja die Begehren im Rahmen des Deutschlandtaktes an der Einbindung der Flughafenstrecke zu basteln.

Und nun als wirklich letzter Punkt (für den Augenblick) wurde die deutlich kürzere Flughafenanbindung von der S2 aus vergeigt, so wie auch der Flughafenbahnhof "zu klein" gestaltet wurde.

--- Signatur ---
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