Zitat
Nemo
Zitat
Henning
Ab etwa welchem Jahr könnte die Umstellung der Spannung bei der S-Bahn frühestens beginnen?

Mit dem Lieferbeginn der entsprechenden Fahrzeuge. Der steht aber noch nicht fest.

Ich muss mich korrigieren. Man muss natürlich eine ausreichende Anzahl an Zweispannungsfahrzeugen haben, die ausreicht um, die erste Linie zu betreiben (natürlich mit Reserve).


Interessant wäre sowas vielleicht wenn man sich für die Express-S-Bahn von Nauen nach Strausberg Nord entscheiden würde für den sowieso neuzubauenden Abschnitt nach Nauen.

Man bräuchte dann bereits relativ viele Fahrzeuge - das möge sich jeder selbst ausrechnen aber grob geschätzt bei 2 Stunden Fahrzeit von Nauen nach Strausberg Nord macht das 4 Stunden Umlaufzeit, im 20min-Takt komme ich auf zwölf Züge zzgl. mindestens 2 Züge Reserve. Also sollte man 14 zweispannungsfähige Züge haben, wenn man die Strecke in Betrieb nimmt. Die Strategie wäre dann wohl zuerst die Stadtbahn-Zulaufstrecken umzurüsten und dann die Stadtbahn.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Da es im Sammelthread Verkehrspolitik in Berlin keine Resonanz findet und hier sicher besser aufgehoben ist, zitiere ich nochmal den Post von André:

Zitat
andre_de
Hallo,

indirekt sind die Präsentationen der potentiellen Anbieter der S-Bahn-Ausschreibungen Nord-Süd und Stadtbahn veröffentlicht worden. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich so vorgesehen war. Nichtsdestotrotz finden sich in den Unterlagen viele interessante Aussagen und Erkenntnisse:

https://www.parlament-berlin.de/adosservice/18/Haupt/vorgang/h18-0516.Q-v.pdf

Viele Grüße
André

Interessant finde ich v.a., wie die Bewerber die lächerlichen Vorstellungen des Senats abkanzeln (1200 V? Schnelltrennkupplungen? Einzelwagenzulassung? Kuppelbarkeit mit Schraubenkupplungen?).

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!
Zitat
dubito ergo sum
Interessant finde ich v.a., wie die Bewerber die lächerlichen Vorstellungen des Senats abkanzeln (1200 V? Schnelltrennkupplungen? Einzelwagenzulassung? Kuppelbarkeit mit Schraubenkupplungen?).

Was wohl daran liegt, daß die lächerlich sind?

1200V - kostet mehr als es bringt und sorgt in der Übergangszeit für Probleme
Schnelltrennkupplung - was ist die vorhandene Scharfenbergkupplung?
Einzelwagenzulassung - was soll das bringen bei durchgehbaren Viertel- und Halbzügen?
Kuppelbarkeit mit Schraubenkupplungen - wozu soll das gut sein, es gibt Adapter für Fahrzeuge mit Schraubenkupplung
Zitat
Havelländer
Zitat
dubito ergo sum
Interessant finde ich v.a., wie die Bewerber die lächerlichen Vorstellungen des Senats abkanzeln (1200 V? Schnelltrennkupplungen? Einzelwagenzulassung? Kuppelbarkeit mit Schraubenkupplungen?).

Was wohl daran liegt, daß die lächerlich sind?

1200V - kostet mehr als es bringt und sorgt in der Übergangszeit für Probleme
Schnelltrennkupplung - was ist die vorhandene Scharfenbergkupplung?
Einzelwagenzulassung - was soll das bringen bei durchgehbaren Viertel- und Halbzügen?
Kuppelbarkeit mit Schraubenkupplungen - wozu soll das gut sein, es gibt Adapter für Fahrzeuge mit Schraubenkupplung

1500 V wären als Bahnstromsystem besser, da auch anderswo gebräuchlich, 750 V ist typisch bei U- und Straßenbahnen, also auch von der Stange erhältlich. 1200V gibt es nur bei der Hamburger S-Bahn und würde dann dieses Stromsystem für die Hamburger günstiger machen. Mit anderen Worten, wenn dann Nägel mit Köpfen und auf 1500 V gehen oder gleich Kabel oben rüber...

Schnelltrennkupplung bezieht sich auf die Kupplung zwischen den Wagen eines Fahrzeugs (also wie bekommt man die Einheiten eines 4-Wagen-Zuges in der Werkstatt auseinander?). Will man nicht häufig machen, also ist das Quatsch.

Einzelwagenzulassung hätte zusammen mit einer Schnelltrennkupplung den Vorteil, dass man beliebiger Züge zusammenbauen kann. Vielleicht braucht man ja in 15 Jahren auch mal 9-Wagen-Züge oder realistischerweise auch nur 2-Wagen-Züge, wenn man aber nur 4-Wagen-Züge bestellt hat, dann passt das nicht.

Die Schraubenkupplung ist in der Tat Quatsch, die möchte man ja auch andernorts eher loswerden. Wenn man jedoch sowieso nicht kuppeln mag, dann braucht man auch keine automatische Kupplung. An die Mitnahme von Reisezug- oder Güterwagen in einem Zug glaube ich nicht. Für andere Zwecke gibt es bekanntermaßen Adapter.

Man sieht bei solchen Fragen halt deutlich, dass da offensichtlich jemand alles richtig machen wollte und man einfach alle Fragen gestellt hat. Fragen kostet hier ja noch nichts. Man kann ja auch mal fragen, welche alten Zöpfe man abschneiden kann oder man abschneiden sollte.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.04.2019 14:53 von Nemo.
Zitat
Nemo
Schnelltrennkupplung bezieht sich auf die Kupplung zwischen den Wagen eines Fahrzeugs (also wie bekommt man die Einheiten eines 4-Wagen-Zuges in der Werkstatt auseinander?). Will man nicht häufig machen, also ist das Quatsch.

Das siehst Du anders wenn Du mal zwei Fahrzeuge unterwegs trennen mußt weil eine Person unter dem Zug ist. Da ist man froh wenn man die Wagen "schnell" auseinander bekommt.

Die anderen Punkte sehe ich auch so.
Die "Schnelltrennkupplung" heißt im Fachjargon "Zwischenkupplung", wie z.B. beim HK kann man die Wagen 2 und 3 entkuppeln, um im Falle eines Falles auch auf Strecke diese trennen zu können.
Die Kupplung die nur in der Werkstatt getrennt werden kann, heißt "Kurzkupplung", z.B. ist Wagen 481 mit 482 kurz gekuppelt. Das nur nebenbei damit alle wissen um was es geht.

LG

Im Untergrund liegen Tunnel ;-)
Zitat
Nemo
1500 V wären als Bahnstromsystem besser, da auch anderswo gebräuchlich, 750 V ist typisch bei U- und Straßenbahnen, also auch von der Stange erhältlich. 1200V gibt es nur bei der Hamburger S-Bahn und würde dann dieses Stromsystem für die Hamburger günstiger machen. Mit anderen Worten, wenn dann Nägel mit Köpfen und auf 1500 V gehen oder gleich Kabel oben rüber...

Eine Umstellung auf Oberleitung würde den Verzicht auf den Nordsüdtunnel einschließlich der im Bau befindlichen "S21" erfordern, kommt also nicht infrage.
Die Nennspannung von 1200 V stünde im Widerspruch zur geltenden Europäischen Norm EN 50163 (Spannungen von Bahnsystemen). Für Neubauten und grundlegende Änderungen sind nur noch Gleichspannung 750V, 1500V, 3000V, und Wechselspannung 15kV, 25 kV zulässig. Natürlich dürfen bestehende Anlagen wie die 1200V der S-Bahn Hamburg oder 600V bei diversen Straßenbahnbetrieben weiter betrieben werden.

so long

Mario
Oder Akkus um Stromschienenfrei mit 120 Sachen raus ins Umland zu kommen.
Zitat
der weiße bim
Zitat
Nemo
1500 V wären als Bahnstromsystem besser, da auch anderswo gebräuchlich, 750 V ist typisch bei U- und Straßenbahnen, also auch von der Stange erhältlich. 1200V gibt es nur bei der Hamburger S-Bahn und würde dann dieses Stromsystem für die Hamburger günstiger machen. Mit anderen Worten, wenn dann Nägel mit Köpfen und auf 1500 V gehen oder gleich Kabel oben rüber...

Eine Umstellung auf Oberleitung würde den Verzicht auf den Nordsüdtunnel einschließlich der im Bau befindlichen "S21" erfordern, kommt also nicht infrage.
Naja, der Nordsüdtunnel verhindert zwar eine partielle Elektrifizierung per Oberleitung auf den Nordsüdstrecken aber auf den Stadtbahn- und Ringbahnzuläuferstrecken erscheint mir das nicht weniger überlegenswert als eine Spannungserhöhung.

Klar ist natürlich, dass ein Mehrsystemfahrzeug auch abgebügelt nicht durch den Tunnel fahren könnte - aber sonst?

Ich kann mir da jedenfalls einige Szenarien in der Weiterentwicklung des Berliner S-Bahnnetzes vorstellen, bei denen man auch auf derartige Fahrzeuge zurückgreifen könnte. Stichwort: Express-S-Bahn

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.04.2019 11:57 von Nemo.
^^Nemo?

Du bist Dir klar, welch' Geister Du gerade riefst?

:O
[www.morgenpost.de]

Mehr Fahrgäste aber weniger Gewinn bei der S-Bahn.
Die Qualitäts-Maßnahme "Türen an den Bahnsteigenden" ist im Ostbahnhof an den S-Bahnsteigen nun umgesetzt, wie ich heute im Vorbeifahren sehen konnte.

Viele Grüße
André
Fast 50 Millionen Euro Gewinn bei einem Betrieb mit 100% subventionierten Strecken und null eigenwirtschaftlichen. Irgendwas ist doch da faul in der Abrechnung.
Zitat
VvJ-Ente
Fast 50 Millionen Euro Gewinn bei einem Betrieb mit 100% subventionierten Strecken und null eigenwirtschaftlichen. Irgendwas ist doch da faul in der Abrechnung.

Du kommst mit der Empörung ja jedes Jahr um die Ecke, dann wollen wir das doch mal rechtlich beleuchten: Es handelt sich um das Bilanzjahr 2018. In diesem Jahr hat die S-Bahn ihren Betrieb auf Grundlage von vorher direkt an sie vergebene Verkehrsverträge erbracht. Da die S-Bahn Berlin GmbH kein landeseigener Betrieb ist muss per Überkompensationskontrolle geprüft werden, ob der Unternehmer nicht vielleicht mehr als den angemessenen Gewinn kalkuliert hat.

Das geht zum Beispiel auch aus dieser kleinen Anfrage hervor:

[kleineanfragen.de]

"Vor Abschluss der Interimsverträge für die Teilnetze Ring, Stadtbahn und Nord/Süd wurde
eine ex ante Überkompensationskontrolle gemäß Anhang zur Verordnung der
Europäischen Gemeinschaft [VO(EG)] Nr. 1370/2007 durchgeführt. Die Länder Berlin und
Brandenburg als Vertragspartner der S-Bahn Berlin GmbH haben auf der Grundlage
dieser Überkompensationskontrolle festgestellt, dass die Ausgleichsleistungen dieser
Verträge den Anforderungen der VO (EG) Nr. 1370/2007 entsprechen und die Zuschüsse
der Länder nicht über die gem. der VO anrechenbaren Kosten zuzüglich eines
angemessenen Gewinns hinausgehen. Der Vertrag Teilnetz Ring wurde im Ergebnis eines
wettbewerblichen Verfahrens geschlossen. Eine nachträgliche Preisreduzierung ist
rechtlich nicht möglich."

Nun hältst du das für "faul". Wie viel Gewinn hältst du denn für unangemessen. In den MoPo-Artikel steht sie hätten bei 746,5 Mio Umsatz 49,4 Mio Gewinn gemacht. Das ist doch ne Gewinnrendite von 6,5%. Ist das zu viel?

*******
Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
Berliner Zeitung zum Thema S-Bahn:

„Wir werden die Stadt lahmlegen“ S-Bahner sagen Verkehrssenatorin den Kampf an"

klick hier

Dieser Beitrag passt ins Bild der Berliner Politik zum Thema ÖPNV...
Du meinst wohl eher: Dieser Beitrag passt ins Bild zur aktuellen Lage der EVG...

Die EVG sieht hier ihre Felle davonschwimmen; um den ÖPNV und die Fahrgäste geht es ihr doch überhaupt nicht.
Stichwort Verlust des Vertretungsanspruchs des Werkstattpersonals!

Warum sollte ein FDL, der nichts mit der S Bahn Berlin GmbH zu tun hat, in einen solchen politischen Streik eingreifen und „die Signale auf Rot stellen“?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.04.2019 08:48 von Salzufler.
Zitat
Salzufler
Du meinst wohl eher: Dieser Beitrag passt ins Bild zur aktuellen Lage der EVG...

Die EVG sieht hier ihre Felle davonschwimmen; um den ÖPNV und die Fahrgäste geht es ihr doch überhaupt nicht.
Stichwort Verlust des Vertretungsanspruchs des Werkstattpersonals!

Warum sollte ein FDL, der nichts mit der S Bahn Berlin GmbH zu tun hat, in einen solchen politischen Streik eingreifen und „die Signale auf Rot stellen“?

Sehr richtig. Das hat Peter Neumann auch gut herausgestellt - dafür muss man allerdings mehr als die ersten drei Zeilen lesen. Ein guter Artikel, der die verschiedenen Seiten etwas beleuchtet. Insbesondere auch den Punkt, dass die "böse Zerschlagung" konzernintern längst passiert ist.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
@Logital: Nach meinem Verständnis sind Subventionen im Bereich Nahverkehr dazu da, Defizite auszugleichen, die durch unrentable Strecken entstehen, die aber betrieben werden sollen, um bestimmte Regionen nicht vom ÖPNV abzuhängen. Dass da auch mal etwas übrigbleiben kann, wäre nicht mein Problem, aber Jahr für Jahr achtstellige Beträge finde ich deutlich zu viel. Dass da aktuell das Geld mit Besteller-Entgelt -> Bundeshaushalt quasi "nur" von der rechten in die linke Tasche wandert, ist ja eigentlich nicht so gewollt gewesen. Hätte sich der rollende Schwarzgeldtransporteur und seine Bagage in den späten 90ern durchgesetzt, würde das Geld jetzt nicht zum Bund, sondern in die Tasche irgendwelcher Aktionäre wandern.

Erschwerend kommt dazu, dass der Betrieb ja nun schon länger nicht gerade super läuft. Da wäre es m.E. besser, wenn man statt Gewinn abzuführen den Überschuss dazu nutzt, Fahrgäste und/oder Personal etwas für die Erschwernisse auszuzahlen. Und wenn es ein Hunderter extra für Fahrer und technisches Personal ist, oder ein Gratismonat/eine Gratiswoche für Abonnementen.

Und sollten in dem "Gewinn" Rückstellungen für zukünftige Investitionen in Züge (Netz kann es ja nicht sein, dafür gibt es ja Trassengebühren) o.ä. enthalten sein, dann soll man das bitte auch genau so ausweisen und nicht "Gewinn" nennen...
Zitat
Nemo
...Klar ist natürlich, dass ein Mehrsystemfahrzeug auch ab(e)gebügelt nicht durch den Tunnel fahren könnte - aber sonst?
Es gibt mindestens eine Bahngesellschaft (ich verrate nicht, welche), die nicht gewusst hat, dass das nicht geht und die Stromabnehmer vor/zwischen den Fahrzeugen angeordnet hat, wo sie soweit abgesenkt werden koennen, dass sie nicht mehr ins Lichtraumprofil ragen. Aber die zustaendige Behoerde wuerde sicher Gruende finden, warum das in Deutschland nicht geht.
Henner
Zitat
VvJ-Ente
@Logital: Nach meinem Verständnis sind Subventionen im Bereich Nahverkehr dazu da, Defizite auszugleichen, die durch unrentable Strecken entstehen, die aber betrieben werden sollen, um bestimmte Regionen nicht vom ÖPNV abzuhängen. Dass da auch mal etwas übrigbleiben kann, wäre nicht mein Problem...

Das "es kann auch etwas übrig bleiben" trifft gut auf landeseigenen Unternehmen wie die BVG zu. Tatsächlich bleibt da gemessen am Jahresumsatz kaum was übrig. Die BVG hat ja auch gestern ihre Bilanz vorgestellt, war ja fast ne Punktlandung.

Wenn ich aber ein Unternehmen beauftrage steht dem Unternehme die angemessene Rendite zu. Willkommen in der Marktwirtschaft.

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