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Der BerlKönig der BVG
geschrieben von Micha 
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Nemo
Der Verschwörungstheoretiker in mir denkt dabei natürlich an Einfluss aus der Autoindustrie.

Na so abwegig ist das wohl nicht: Mit Vollgas in den Verkehrskollaps
Re: Der BerlKönig der BVG
12.09.2018 21:09
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hvhasel
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Lopi2000
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andre_de
Von daher wohl einfach nur wieder ein weitere Nummer zur Selbstdarstellung und Imagepflege. Macht natürlich mehr Spaß, als sich um das anstrengende Tagesgeschäft zu kümmern.

Ich denke schon, dass es auch wichtig ist, in diesem Markt von Beginn an Präsenz zu zeigen und zu versuchen, die Angebote gut mit dem weiteren ÖPNV zu verzahnen. So kann man ggf. den Markt für rein kommerzielle Konkurrenten kleinhalten und hat selbst in der Hand, ob und wieweit der klassische ÖPNV von diesem neuen Markt zurückgedrängt wird. Ansonsten klagen sich Uber und Co. irgendwie ein und die BVG kann nur zusehen.

Wobei der Markt durch CleverShuttle und Allygator ja schon viel besser abgedeckt ist. Deshalb teile ich Andrés Ansicht. Wieder ein schöner Fototermin für Frau Nikutta, der von den realen Problemen der BVG und ihrer Mitarbeiter ablenkt.

CleverShuttle und Allygator sind aber meiner Erfahrung nach faktisch nicht verfügbar. Bei Allygator gabs quasi nie freie Fahrzeuge (ich weiß nicht ob das besser geworden ist, seit das Bediengebiet verkleinert wurde), bei Clevershuttle werden nur lukrative Fahrten angenommen, für Strecken von 2 km am Rande des S-Bahn-Rings bekommt man einfach keine Fahrt, am Rande des Bediengebietes werden nicht mal längere längere Fahrten angenommen.

Werden bei BerlKönig alle Fahrten bedient? Ansonsten sind für mich diese "Fahrtgemeinschaftsdienste" keine Verkehrsmittel, die dem öffentlichen Verkehr zuzuordnen sind. Wesentliche Merkmale für ÖV sind auch die allgemeine Zugänglichkeit, Beförderungspflicht, ein regelmäßiges Angebot und Tarifgebundenheit.
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Nemo
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Wutzkman
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micha774
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Nemo
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VvJ-Ente
Können wir ja gründen. Ich schlage HandelsOrganisation vor. ^^

Karstadt und Kaufhof gehen ja gerade mit gutem Beispiel voran...

Das werden wohl um die 2000 Beschäftigte und der Staat nicht so toll finden...

Warum sollten sie nicht? Kaufhaus entgeht mit der Fusion einer fast sicheren Pleite, die Jobs wären damit weg. So aber hat man wenigstens noch die Chance, sie zu erhalten. Und der Staat muss eben erkennen, dass Karstadt und Kaufhof nicht wirklich in Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich gemeinsam gegen beispielsweise Amazon behaupten müssen.

Es geht nur darum, ob Karstadt und Kaufhof gemeinsam eine marktbeherrschende Stellung hätten. Konkurrenten waren sie sicherlich. Ich sehe jedenfalls keine Marktbeherrschung. Aber wer weiß, marktbeherrschend ist diese AG dann natürlich im Segment der Offlinevollsortiementwarenhäuser...

Das ist mir bewusst. Und wir beide sehen auch keine Marktbeherrschung. Doch wenn das Bundeskartellamt oder auch Sinn darin eine marktbeherrschende Stellung sehen sollten, dann ignorieren sie die marktbeherrschende Präsenz des Onlinehandels völlig. Das ist übrigens einer der Hauptgründe, warum insbesondere Kaufhof nun so dasteht, wie sie es tun.


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micha774
2000 Stellen werden wohl abgebaut. Die Mehrzahl derer wird sicher woanders für weniger arbeiten müssen wenn sie was finden. Bedeutet weniger Steuereinnahmen. Die, die kein Glück haben werden fallen dem Staat zur Last der dann eingreifen muß.

Nochmal: Speziell bei Kaufhof würden ohne die Fusion demnächst sowieso alle Stellen gestrichen werden, bei Karstadt möglicherweise auch. Durch die Fusion könnte man wenigstens einen Teil der Jobs versuchen zu erhalten.
Ich kenne den Arbeitsmarkt in dieser Branche leider nicht. Wenn ich mir jedoch viele andere Branchen im Arbeitsmarkt anschaue, kann ich mir nicht vorstellen, dass es bei euch derzeit so extrem aussieht.
WARNUNG: Einmal noch OFF TOPIC ;-)

Da macht sich einer die Taschen voll und es wird hingenommen das weniger Leute als gedacht arbeitslos werden. (Lieber 10 Leute a 1000 Euro monatlich feuern statt einen Manager mit 10.000 Euro monatlich überspitzt ausgedrückt). Das alles unter dem Mantel "betriebliche Notwendigkeit".

Zudem wird der Tarifvertrag sicher unterwandert durch Privatisierung.
Kapitalismus ole.

Wie bekannt sein sollte, arbeite ich selbst im Handel und kenne tlw. Verträge die die privaten Arbeitgeber vorlegen und kann da nur mit dem Kopf schütteln das die Leute heute so weit sind, diese zu unterschreiben. Oder nur noch Teilzeit und der Arbeitnehmer braucht einen Zweitjob der auf Kosten der Familie/Kinder geht.

Totschlagargument: es gibt immer einen der es für weniger macht. Egal ob qualifiziert oder nicht, egal ob er/sie der deutschen Sprache mächtig ist.

Wohlgemerkt: ich übe meinen Beruf noch überwiegend mit Freude aus und hatte Glück, das ich beim Arbeitsplatz(-geber)wechsel gut wegkam aber allgemein zusammengefasst kann das, was im Handel abgeht nicht des Rätsels Lösung sein. Manager verspekulieren sich oder treffen Fehlentscheidungen und die Basis leidet drunter. Das läuft auf ein Monopol hinaus und die großen 3 oder 4 diktieren die Preise.
Zitat
micha774
WARNUNG: Einmal noch OFF TOPIC ;-)

Da macht sich einer die Taschen voll und es wird hingenommen das weniger Leute als gedacht arbeitslos werden. (Lieber 10 Leute a 1000 Euro monatlich feuern statt einen Manager mit 10.000 Euro monatlich überspitzt ausgedrückt). Das alles unter dem Mantel "betriebliche Notwendigkeit".

Die Frage ist: Gibt es denn den einen Manager mit 10.000, den man feuern könnte, wodurch dann alles besser wird? Vermutlich nein.


Zitat
micha774
Zudem wird der Tarifvertrag sicher unterwandert durch Privatisierung. Kapitalismus ole.

Mindestlohn wird nicht gezahlt?


Zitat
micha774
Oder nur noch Teilzeit und der Arbeitnehmer braucht einen Zweitjob der auf Kosten der Familie/Kinder geht.

Theoretisch: Der betroffene Arbeitnehmer könnte den Zweitjob auch in Teilzeit machen, und zwar zu der Zeit, wo er beim ersten Arbeitgeber die restliche Stunden arbeiten würde. Dann wären zumindest die viel zitierten armen Kinder nicht betroffen.
1) Die meisten Jobs werden doch in der Verwaltung wegfallen, ergo im Management.

2) Es wird doch wieder ganz tolle Sozialpläne geben, die dafür sorgen, dass eher Leute mit 35 Jahren Betriebszugehörigkeit (und damit Altverträgen!) bleiben dürfen, statt den Leiharbeitern vor 3 Jahren auf Teilzeit eingestellten Aushilfen (die ja laut diesem Forum eh keine Arbeitsmoral haben).
Zitat
micha774
Zudem wird der Tarifvertrag sicher unterwandert durch Privatisierung.
Kapitalismus ole.

Dieses Thema könnte man ja auch wieder ins "on topic" zurückführen. Wie sieht es eigentlich hier mit den Beschäftigungsverhältnissen der Fahrer aus? Die Rechnung kam zumindest von der BVG AöR, sind die Fahrer dort auch beschäftigt oder eher bei einem Subunternehmen? Spätestens, wenn man beginnt über eine Ausdehnung des Angebots an den Stadtrand als Ersatz für bisherige Nachtbusangebote nachzudenken, wird es auch hier zu gewissen Verteilungskämpfen kommen, falls die Personale unterschiedlich entlohnt werden.

Mit einer AöR im Hintergrund sollten die Beschäftigungsbedingungen grundsätzlich ein Stück weit besser sein als sie es bei Taxibetrieben oder Anbietern wie Uber wären.
Zitat
Arec
CleverShuttle und Allygator sind aber meiner Erfahrung nach faktisch nicht verfügbar. Bei Allygator gabs quasi nie freie Fahrzeuge (ich weiß nicht ob das besser geworden ist, seit das Bediengebiet verkleinert wurde), bei Clevershuttle werden nur lukrative Fahrten angenommen, für Strecken von 2 km am Rande des S-Bahn-Rings bekommt man einfach keine Fahrt, am Rande des Bediengebietes werden nicht mal längere längere Fahrten angenommen.

Werden bei BerlKönig alle Fahrten bedient? Ansonsten sind für mich diese "Fahrtgemeinschaftsdienste" keine Verkehrsmittel, die dem öffentlichen Verkehr zuzuordnen sind. Wesentliche Merkmale für ÖV sind auch die allgemeine Zugänglichkeit, Beförderungspflicht, ein regelmäßiges Angebot und Tarifgebundenheit.

Danke für das Benennen Deiner Erfahrungen. So sieht es natürlich gleich etwas anders aus mit den Fahrdiensten. Die hier verlinkte ARD-Reportage hat ja auch nicht ganz unrecht, am Ende werden vor allem die "normalen" ÖPNV-Fahrgäste angesprochen, ähnlich wie beim Carsharing auch.

Weitergesponnen könnte die Ironie der Geschichte sein, dass die BVG durch den BerlKönig, quasi als selbsterfüllende Prophezeiung, ihr eigenes Angebot (gerade in der Nachtzeit) konterkariert und dann wegen mangelnder Nutzung zurückfährt oder zurückfahren muss. Der "normale" ÖPNV-Nutzer bliebe sprichwörtlich auf der Strecke.
Zitat
Lopi2000
Ich finde es allerdings auch eher fragwürdig, ob dieses Angebot unbedingt in der Innenstadt zuerst an den Start gehen muss. Für den Stadtrand und allgemein dünnerbesiedelte Räume würde ich es dagegen als Ergänzung bis Ersatz für klassischen ÖPNV für denkbar halten - dann natürlich auf den ÖPNV-Preis heruntersubventioniert.
Am Stadtrand wird man aber wohl eher nicht die notwendige Nachfrage für einen Pilotbetrieb generieren können. Dort wohnen auch nicht unbedingt die Leute, die sowas gerne ausprobieren würden (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Und auch in zentraleren Gegenden ist so ein Angebot sinnvoll. Besonders am späten Abend kann es durchaus sein, dass man mit dem ÖPNV mehr als doppelt so lange wie tagsüber brauchen würde. Da nehme ich auch schon mal ein DriveNow nach Hause (ca. 15min nachts, mit dem ÖPNV dann über 45min).
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