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Krise bei der Berliner Straßenbahn
geschrieben von Marienfelde 
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Bekanntmachung Neues SSL-Zertifikat wird installiert (Wochenende 14./15.7.) 19.07.2018 20:52
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micha774
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Railroader
Umso wütender ist man dann, wenn man liest, dass das Gehalt von Frau Nikutta stetig steigt, sie dem Fahrpersonal aber erzählt, dass man ja gerne mehr bezahlen würde, das Geld aber einfach nicht da ist.

Den Satz merken wenn es um die nächste Lohnrunde für die Mitarbeiter geht.

Wenn man mal Pressemeldungen und Tarifverträge vergleicht, zeigt sich, dass die Gehälter von Frau Nikutta und den unteren Lohngruppen ungefähr parallel entwickeln. Angesichts der absoluten Lohnhöhe sind natürlich die (prozentual vergleichbaren) Zuwächse bei Führungskräften auch entsprechend höher. Würde Frau Nikutta komplett auf ihre Gehaltserhöhung verzichten und diese den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten zu Gute kommen, hätte jeder rund einen Euro mehr pro Jahr. Ich denke nicht, dass man allein mit einer solchen Debatte ausreichend Mittel für marktgerechtere Gehälter zusammen bekommt.
Vorgesetzte haben aber auch eine Art Vorbildfunktion.

Es würde keinem weh tun statt 40.000 "nur" 35.000 monatlich zu verdienen, wenn es dem Allgemeinwohl der Mitarbeiter dient.
Zum Grundgehalt kommen ja auch noch satte Tantiemen und Boni. Es gab mal einen Artikel über die Gehälter, wenn auch nur in der BZ.

[www.bz-berlin.de]
Insgesamt ist die Stadt Berlin meiner Meinung nach nicht mehr in der Lage, den ÖPNV richtig zu organisieren. Daher kommen immer wieder Krisen bei S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn.
Zitat
micha774
Es würde keinem weh tun statt 40.000 "nur" 35.000 monatlich zu verdienen, wenn es dem Allgemeinwohl der Mitarbeiter dient.

Zum einen gewöhnt man sich mehr oder weniger an jedes Gehalt und es tut dann auch weh, auf einen Teil davon zu verzichten, zum anderen hätte jeder Mitarbeiter dann ca. 30 Cent mehr, wenn ein anderer Mitarbeiter auf 5.000 Euro verzichtet und dies umverteilt würde.
Hier geht es auch nochmal um Geldverschwendung :


"BVG zahlt Führungskräften doppelte Gehälter. Der Führungswechsel in mehreren Bereichen der BVG wird teuer: Zum Teil werden Leiter parallel bezahlt – oder es gibt Abfindungen."

[www.google.de]

Nun könnte man auch hier sagen, wäre das nicht so, würde das Fahrpersonal nur 2 Euro im Monat mehr kriegen. Das kann aber nicht der Ansatz sein. Man kann den Leuten nicht sagen, dass man kein Geld hat, es dann aber aus dem Fenster schmeißen.

Wenn die Zahlen aus der Presse stimmen, ist Frau Nikuttas Gehalt mal eben um 20 Prozent gestiegen. Haben die Fahrer denn auch eine Lohnerhöhung von 20 Prozent plus Erfolgsbeteiligung erhalten?
Zitat
Henning
Insgesamt ist die Stadt Berlin meiner Meinung nach nicht mehr in der Lage, den ÖPNV richtig zu organisieren. Daher kommen immer wieder Krisen bei S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn.

Diese Zustandsbeschreibung ist sicher nicht ganz falsch. Sie trifft aber leider nicht nur auf Berlin zu, sondern auf sehr viele Städte in Deutschland. Bei einer Wahl zwischen der S-Bahn Rhein-Main und der Berliner S-Bahn wähle ich die Berliner S-Bahn, trotz ihres derzeitigen Zustands. Auch eine Wahl zwischen dem städtischen Nahverkehr in Essen und Berlin würde mit leichtfallen.

Ich glaube, in Berlin wird es besser werden, weil die Einsicht in die Wichtigkeit des ÖPNV gewachsen ist. Dies kommt z.B. im milliardenschweren "BVG-Investitionsprogramm" zum Ausdruck, ebenso in den Bemühungen zum Ausbau der S-Bahn und des Regionalverkehrs.

Bundesweit ist die Debatte um Fahrverbote nicht das schlechteste, was aus unserer Sicht passieren konnte: Die Stärkung des ÖV bietet sich hier als ein Lösungsansatz an.

In Kiel stimmt der Rat für die Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs, in Wiesbaden werden die Planungen für die (aus Mainz kommende) Citybahn neuerdings von einer Bürgerinitiative PRO Citybahn begleitet, in Wuppertal startet ein SPD-Mitglied eine Unterschriftenaktion "zurück zur Straßenbahn" (sh. hier: [www.change.org]) - das Umfeld für einen besseren ÖPNV ist gar nicht so schlecht,

meint Marienfelde.
Zitat
Lopi2000
... zum anderen hätte jeder Mitarbeiter dann ca. 30 Cent mehr, wenn ein anderer Mitarbeiter auf 5.000 Euro verzichtet und dies umverteilt würde.

Ja, selbst wenn Frau Dr. Nikutta ganz ohne Bezahlung arbeiten würde, wäre von der Einsparung nur eine Stundenlohnerhöhung von 1 bis 2 Cent (brutto) je nach Vergütungsgruppe für alle BVG-Mitarbeiter finanzierbar. Dabei bekleidet sie sogar zwei Vollzeitstellen, die des Vorstandsvorsitzenden und die des Betriebsvorstands. Selbst in erheblich kleineren kommunalen Verkehrsbetrieben sind tatsächlich zwei Manager mit ähnlichen Gehältern für beide Funktionen engagiert.

Erheblich aufwändiger sind die vielen vom Vorstand geschaffenen Stabsabteilungen mit jeweils wenigen, aber gut dotierten Stellen, die inzwischen den Trias-Bau total ausfüllen.

so long

Mario
Klar kann sich ein Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes nix dafür kaufen wenn Frau Nikutta auf Gehalt verzichtet. Aber wie gesagt, es wäre ein Zeichen der Führungsebene, das man auf die Beschäftigten zählt und vertraut, in Zeiten eines Grube bei der DB und Müller bei VW die ihre Millionengehälter verteidigen und für gut befinden.
Zitat
micha774
Aber wie gesagt, es wäre ein Zeichen der Führungsebene, das man auf die Beschäftigten zählt und vertraut, in Zeiten eines Grube bei der DB und Müller bei VW die ihre Millionengehälter verteidigen und für gut befinden.

"Ihr seid mir was wert, also verzichte ich auf mein Gehalt!", was ist das denn für eine weltfremde Logik? Und Grube ist auch nicht mehr bei der DB.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313


"Ihr seid mir was wert, also verzichte ich auf mein Gehalt!",

Das nicht, aber man sollte sich Sprüche sparen, dass kein Geld da ist, wenn man selbst üppig mehr bekommt. Das ist der Belegschaft schwer zu vermitteln. Zudem geht es ja auch nicht um eine Gehaltskürzung. Das Unverständnis beruht eher der nicht nachvollziehbaren Erhöhung der Managergehälter und das gerade bei der BVG, die von Steuergeldern finanziert wird.

Erfolge des Unternehmens müssen auch nicht allein den Managern in Form von satten Boni zugute kommen. Es gibt genügend Möglichkeiten, mit dem Geld auch Feste und Veranstaltungen für die Mitarbeiter auf unterster Ebene zu organisieren. Zwar kann dann auch nicht jeder dran teilnehmen, aber es wäre ein gutes Zeichen der Wertschätzung.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.2018 21:39 von Railroader.
Zitat
Railroader

Das nicht, aber man sollte sich Sprüche sparen, dass kein Geld da ist, wenn man selbst üppig mehr bekommt. Das ist der Belegschaft schwer zu vermitteln.

Erfolge des Unternehmens müssen auch nicht allein den Managern in Form von satten Boni zugute kommen. Es gibt genügend Möglichkeiten, mit dem Geld auch Feste und Veranstaltungen für die Mitarbeiter auf unterster Ebene zu organisieren. Zwar kann dann auch nicht jeder dran teilnehmen, aber es wäre ein gutes Zeichen der Wertschätzung.

Dazu gibt es jedes Jahr ein Mitarbeiterfest als gutes Zeichen der Wertschätzung. Weiterhin gibt es Bereiche, wo man sich die Mitarbeiter einmal im Quartal treffen. Neben einer Zeitgutschrift gibt es manchmal auch einen finanziellen Zuschuß durch den Arbeitgeber.
Zitat
Bd2001
Weiterhin gibt es Bereiche, wo man sich die Mitarbeiter einmal im Quartal treffen. Neben einer Zeitgutschrift gibt es manchmal auch einen finanziellen Zuschuß durch den Arbeitgeber.

Trifft das auch auf das Fahrpersonal zu? Wäre ja schon mal ein Anfang.

Man wird aber nicht drum herum kommen, kreativ und innovativ zu agieren, um Personal zu gewinnen. Zu aller erst sollte man die befristeten Arbeitsverträge abschaffen, da dies aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Faktor ist, sich gegen ein Unternehmen zu entscheiden oder sich nicht daran zu binden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.2018 21:55 von Railroader.
Zitat
Railroader
Zitat
B-V 3313


"Ihr seid mir was wert, also verzichte ich auf mein Gehalt!",

Das nicht, aber man sollte sich Sprüche sparen, dass kein Geld da ist, wenn man selbst üppig mehr bekommt. Das ist der Belegschaft schwer zu vermitteln. Zudem geht es ja auch nicht um eine Gehaltskürzung. Das Unverständnis beruht eher der nicht nachvollziehbaren Erhöhung der Managergehälter und das gerade bei der BVG, die von Steuergeldern finanziert wird.

Was mich ärgert ist, dass die Gehälter in der Chef-Etage zwar jede Menge Geld für die ach so große Verantwortung vorsehen, aber das umgekehrt überhaupt nicht passiert. Wenn der Laden läuft (und zwar nicht nur auf BWL-Ebene, auch zur Zufriedenheit von Personal und Kunden), können Nikutta&Co gerne Millionen verdienen, 5 Dienstwagen gleichzeitig fahren, goldene Klobrillen anfordern, was auch immer. Kein Problem. Aber wenn es wie jetzt an allen Ecken und Enden brennt, dann ist Schei$$e schippen und trocken Schwarzbrot essen angesagt, auch bei den Chefs. Das passiert aber nicht. Die finden trotzdem Ausreden und Paragraphen, warum sie ihre Gehaltserhöhungen und Boni einstecken und wenn es gaaaaanz schlimm kommt, verschwinden sie mit einer Abfindung um den nächsten Betrieb zu ruinieren (Hallo Herr Mehdorn!). Da kann man auch unserem Jagdpiloten sagen, "Du, pass mal auf - wenn du nicht aufhörst, in jeder Schicht 3 Straßenbahnen mit Anlauf gegen irgendwelche Autos zu fahren, dann bekommst du von uns außer der Kündigung noch 3 Jahresgehälter steuerfrei und ein Empfehlungsschreiben, mit dem dich jeder andere Betrieb sofort und mit Höchstgehalt einstellt..."
@ VvJ-Ente

Das könnten jetzt auch einige als Polemik beschreiben, Polemik und Populismus ist ja im heutigen Zeitgeist eine Beschreibung für Meinungen die einem nicht in den Kram Passen.

VvJ-Ente, ich bin bei Deinem letzten Beitrag voll bei Dir, die Manager, die gerne als "Leistungsträger" bezeichnet werden, werden vollgestopft, egal ob der Betrieb gut oder schlecht läuft.

Na wir werden es nicht ändern können....

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Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit

Viele Grüße aus Wedding
Zitat
Wollankstraße
Polemik und Populismus ist ja im heutigen Zeitgeist eine Beschreibung für Meinungen die einem nicht in den Kram Passen.

Dem ist natürlich nicht so, aber das verstehen Leute, die außer billiger Polemik und stumpfsinnigem Populismus nicht viel können, eben auch nicht.
Zitat
Marienfelde
Zitat
Henning
Insgesamt ist die Stadt Berlin meiner Meinung nach nicht mehr in der Lage, den ÖPNV richtig zu organisieren. Daher kommen immer wieder Krisen bei S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn.

Diese Zustandsbeschreibung ist sicher nicht ganz falsch. Sie trifft aber leider nicht nur auf Berlin zu, sondern auf sehr viele Städte in Deutschland. Bei einer Wahl zwischen der S-Bahn Rhein-Main und der Berliner S-Bahn wähle ich die Berliner S-Bahn, trotz ihres derzeitigen Zustands. Auch eine Wahl zwischen dem städtischen Nahverkehr in Essen und Berlin würde mit leichtfallen.

Die S-Bahn Rhein-Main ist wesentlich besser als die Berliner S-Bahn, da dort vor wenigen Jahren die alte Baureihe 420 durch die neuen 430er ersetzt wurden.

Beim städtischen Nahverkehr in Essen wüsste ich auch nicht was dort schlecht sein soll.
Als ob die 420er "Heiliger ET" jemals ein Problem gewesen wären.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Die 420er haben im Vergleich zu den moderneren S-Bahntypen 423, 422 und 430 wesentlich mehr Nachteile. Sie sind lauter; Wagen sind nicht durchgängig; haben keine automatische Stationsansagen und -anzeigen; sind nicht klimatisiert; verbrauchen mehr Strom.

Da die Frankfurter 420er noch die alten bis zur 6. Bauserie und damit Baujahr 1981 die jüngsten waren, war der Austausch schon dringend nötig gewesen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.03.2018 12:05 von Henning.
Also mir gefällt die S-Bahn Rhein-Main irgendwie auch mehr als die Berliner S-Bahn, aber viel zuverlässiger ist sie auch nicht! Es gibt doch eigentlich kein S-Bahnsystem in Deutschland (außer irgendwelche Dorf-S-Bahnen wie in Freiburg oder Hannover oder so), welches keine großen Probleme in Punkto Kapazität, Zuverlässigkeit oder Sauberkeit hat. Kaputtgespart, und/oder wichtige Ausbauten verschleppt, wurde praktisch überall. Auch in München oder HH oder so.

Diese oder nächste Woche ist in Ffm glaube ich die Stammstrecke der S-Bahn in der Innenstadt gesperrt. Zwar in den hessischen Osterferien, trotzdem ist jedes Mal wenn der City Tunnel dicht ist, die Hölle los. Vergleiche mal, wie lange man jetzt z.B. von OF zum Konsti oder so braucht, mit und ohne City Tunnel!

Und wie kann man allen ernstes die "Qualität" von S-Bahnnetzen nur anhand der dort eingesetzten Fahrzeuge bewerten!?!?!?
Weil jetzt irgendein Eisenbahnfreak die neuen Fahrzeuge supertoll findet (wegen für den Fahrgast so wichtigen Faktoren wie Wagenübergänge, was natürlich besonders wichtig ist, wenn ich 30 Minuten in der S3 von Frankfurt nach Dreieich-Bruchschlag sitze, da hat man natürlich Bock, immer ständig durch den Zug zu laufen) , ist also automatisch das ganze S-Bahn-Netz dufte?

Faktoren wie Sauberkeit (wo vor allem die unterirdischen Stationen verbesserungswürdig sind wie Ostendstraße z.B., aber es hat sich verbessert! und Berlin ist da auch alles andere als ein Vorbild) oder Geschwidnigkeit (hier steckt die S-Bahn Rhein-Main die Berliner S-Bahn locker in die Tasche) sind also unwichtig?
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