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Autonome Busse
geschrieben von schallundrausch 
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Logital
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andre_de
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Railroader
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andre_de
Eine Straßenbahn mit Magnetschienenbremse hat doch keinen längeren Bremsweg als ein MIV-Fahrzeug, im Gegenteil!

Eine 50 km/h schnelle Straßenbahn mit Magnetschienenbremse kommt bei jeden Witterungsverhältnissen schneller zum Stehen als ein 50 km/h schneller PKW?

Ja, dem ist so. Beim Einsatz der Magnetschienenbremse im Zuge einer Gefahrenbremsung erreicht diese eine Verzögerung von fast 3 m/s². Dann purzeln allerdings auch alle stehenden Fahrgäste um. Daher bremsen Schienenfahrzeuge normalerweise nur in der Größenordnung von 1 m/s². Ein gummibereiftes Fahrzeug erreicht diese 3 m/s² nur bei perfekten Straßenbedingungen.

Im Übrigen ist die Wirkung einer Magnetschienenbremse per se unabhängig von den Witterungsverhältnissen, das ist auch deren hauptsächlicher Einsatzweck. Daher ist es ja umso fataler, dass man diese damals bei der Baureihe 481 eingespart hatte.

Viele Grüße
André

Schon mal selbst eine Straßenbahn gefahren? Und die Gefahrenbremsung mit allen Registern vollzogen? Du wärst enttäuscht wie gut mam noch Standsicherheit hat. Die Magnetschienenbremse wirkt es bei niedrigen Geschwindigkeiten richtig gut.
Eine Straßenbahn hätte bestenfalls bei Glatteis bessere Karten als ein PKW.

Völlig richtig. Wer mal beruflich Schienenfahrzeuge bewegt hat, weiss das im Schlaf.

Natürlich sind die Maximalwerte für Straßenbahnbremsen (die der straßenabhängigen Bahnen wohlgemerkt, bei der U-Bahn braucht man sich auch bei einer Notbremsung eigentlich nicht festzuhalten) in deutschen Regelwerken exakt festgelegt. In der Technischen Regeln Bremsen (TR Br) zur BOStrab sind in Anlage 2A und 2B die Maximalwerte in Abhängigkeit zur Fahrgeschwindigkeit tabellarisch und in Anlage 2C grafisch dargestellt.
Die Wirkung der gewöhnlichen Magnetschienenbremse wird oft und gern überschätzt. Wie aus Tabelle 3 hervorgeht, liegt die Verzögerung allein dieser Bremse je nach Geschwindigkeit bei lediglich 0,3 bis 0,4 m/s2. Der Anhalteweg nur mit Schienenbremsen beträgt selbst bei 20 km/h noch 40m!
Auf die Bremswerte nach Tabelle 1 kann sich der Fahrer verlassen, danach richtet er den Sicherheitsabstand ein, da der einfache Fehlerfall (Ausfall einer Bremse) beherrscht wird. Bei 20 km/h ist also 20 m Mindestabstand einzuhalten, bei 50 km/h bereits 94, also fast 100 m! Wer also in weniger als 100 m Abstand zu einer normale 50 km/h fahrenden Straßenbahn das Gleis quert, nötigt den regeltreuen Fahrer bereits zur Bremsung. Denn wenn der Mensch plötzlich stehen bleibt oder stolpert, ist der sonst tot.
Tabelle 2 und auch die Grafik in Anhang 2C sagen eindeutig, bei 50 km/h ist unter 39 m (ein langer Flexity) auch bei leerem Wagen und besten Umständen nichts zu machen. Viel mehr - höhere Verzögerungswerte als 2,47 m/s2 (aus 50 km/h) sind gar nicht zulässig, vor allem wegen der stark ansteigenden Unfallgefahr für die Insassen. Innerstädtisch sollten deshalb Gleisbereiche immer mit Gittern versehen werden. Früher war das so üblich, außerdem belehrten Polizisten jeden Fußgänger, der Bahnkörper außerhalb von Überwegen überquerte.

Man kann gar nicht eindringlich genug warnen, vor allem Kinder ...

so long

Mario


Re: Autonome Busse
25.10.2019 05:48
Ich hole mal diesen alten Thread wieder hoch, da ich ein interessantes Erlebnis hatte. Ein Freund holte mich mit seinem neusten TESLA 3 ab und wir fuhren bei recht dichtem Verkehr in der Bay Area ueber die Autobahn ins "Nachbardorf". Zu meinem Erstaunen liess mein Freund das Lenkrad los, liess das Auto im autonomen Mode fahren und unterhielt sich angeregt mit mir. Auf meine Frage, ob das legal ist und ob er sich sicher fuehle, antwortete er nur: "Das machen wir doch alle!" Nach Verlassen der Autobahn hat er dann allerdings wieder das Lenkrad uebernommen.
Waehrend der ganzen Fahrt war auf dem Bildschirm nachzuverfolgen, was der Bordcomputer "sieht". Er hatte etwa 10 Fahrzeuge rund um den TESLA gleichzeitig in Echtzeit im Blickfeld; mehr als ein Mensch verfolgen kann. Auch als er das Steuer wieder uebernahm, konnte man die Fahrzeug/Fussgaengererkennung am Bildschirm sehen. Ziemlich eindrucksvoll, obwohl TESLA nicht die am weitesten entwickelte Software hat.
Henner
Zitat
md95129
Ich hole mal diesen alten Thread wieder hoch, da ich ein interessantes Erlebnis hatte. Ein Freund holte mich mit seinem neusten TESLA 3 ab und wir fuhren bei recht dichtem Verkehr in der Bay Area ueber die Autobahn ins "Nachbardorf". Zu meinem Erstaunen liess mein Freund das Lenkrad los, liess das Auto im autonomen Mode fahren und unterhielt sich angeregt mit mir. Auf meine Frage, ob das legal ist und ob er sich sicher fuehle, antwortete er nur: "Das machen wir doch alle!" Nach Verlassen der Autobahn hat er dann allerdings wieder das Lenkrad uebernommen.
Waehrend der ganzen Fahrt war auf dem Bildschirm nachzuverfolgen, was der Bordcomputer "sieht". Er hatte etwa 10 Fahrzeuge rund um den TESLA gleichzeitig in Echtzeit im Blickfeld; mehr als ein Mensch verfolgen kann. Auch als er das Steuer wieder uebernahm, konnte man die Fahrzeug/Fussgaengererkennung am Bildschirm sehen. Ziemlich eindrucksvoll, obwohl TESLA nicht die am weitesten entwickelte Software hat.
Henner

Man muss aber auch mal sich über die Terminologie einigen. Was du beschreibst, sind bei mir im Kopf Kombinationen aus unterschiedlichen Fahrerassistenzsytemen. Konkret spurhalten und Abstandhalten. Das ist recht trivial auf eine klar gegliederten und nur von Autos befahrene Straßen.

Mit echtem autonomem fahren im Stadtverkehr mit Spurwechsel, abbiegen und einer Vielzahl anderer, weniger berechenbarer Verkehrsteilnehmer hat das sehr wenig zu tun.
Re: Autonome Busse
26.10.2019 16:52
Na ja, ganz so blauaeugig bin ich ja nicht. Immerhin wurde ein mehrfacher Spurwechsel mit Abbiegen von der Autobahn 880 auf 237 automatisch durchgefuehrt. Worauf es mir aber eher ankam, war die detaillierte stilisierte Darstellung der Umgebung, meiner Meinung nach die komplizierteste Aufgabe eines solchen Systems.
Henner
Re: Autonome Busse
20.01.2020 12:54
Laut rbb24 wurde zum Wochenende der autonome Busverkehr auf der Testlinie "See-Meile" in Tegel beendet. Eine genaue Auswertung des Projektes soll Mitte Februar vorliegen und bei einer Bürgerveranstaltung in Reinickendorf vorgestellt werden.

Gruß
Micha

Hierzu die

Zitat
BVG Pressemeldung

18.01.2020



See-Meile: Auswertung des Testbetriebs liegt Mitte Februar vor



Der deutschlandweit erste Testversuch mit einem hochautomatisierten Kleinbus im öffentlichen Straßenland einer Großstadt ist am 17. Januar 2020 abgeschlossen worden.



Die Resonanz der Fahrgäste war positiv: Seit dem Start des Testbetriebs am 16. August 2019 haben rund 16.000 Fahrgäste das Angebot genutzt, die Strecke vom U-Bahnhof Alt-Tegel bis zu den Seeterrassen am Tegeler See mit dem kleinen gelben Bus kostenlos zurückzulegen. Insgesamt hat das Fahrzeug der Firma EasyMile rund 4.200 Kilometer unfallfrei zurückgelegt.



Die Auswertung des Testbetriebs wird Mitte Februar vorliegen und anschließend bei einer Bürgerveranstaltung in Reinickendorf vorgestellt. Der Termin wird rechtzeitig, u.a. auf der Projektwebsite www.see-meile.com, bekanntgegeben.



Die ursprünglich geplante Verlängerung des Testversuchs bis zum 16. Februar 2020 konnte nicht voll ausgeschöpft werden, da sich der Einbau eines Platzes für Rollstuhlfahrer*innen nicht mehr fristgerecht umsetzen ließ. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten auch hierfür Erfahrungswerte gesammelt werden, sodass in künftigen Projekten die Barrierefreiheit sichergestellt werden kann.



Unter der Dachmarke „Digitales Testfeld Stadtverkehr“ sind insgesamt acht Partner am Forschungsprojekt See-Meile beteiligt. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe unterstützt den Fahrzeughersteller EasyMile mit einer finanziellen Förderung in Höhe von 200.000 Euro. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz koordiniert den Verkehrsversuch und hat die Zulassung des Fahrzeugs und die Liniengenehmigung intensiv begleitet. Eine begleitende Akzeptanzstudie wird durch die DB-Tochter ioki durchgeführt. Der Bezirk Reinickendorf hat maßgeblich dazu beigetragen, dieses erste automatisierte Projekt im öffentlichen Straßenland zu realisieren. Einen Stellplatz und die Ladeinfrastruktur hat das Fahrzeug auf dem Gelände der Berliner Wasserbetriebe. Nicht zuletzt ist auch die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO mit an Bord.


Beste Grüße
Harald Tschirner
Re: Autonome Busse
21.01.2020 13:47
Zitat
Micha
Laut rbb24 wurde zum Wochenende der autonome Busverkehr auf der Testlinie "See-Meile" in Tegel beendet. Eine genaue Auswertung des Projektes soll Mitte Februar vorliegen und bei einer Bürgerveranstaltung in Reinickendorf vorgestellt werden.

Gruß
Micha

Das ist aber schön! Wann und wo fand eigentlich die Auswertung des Tests Akkubus auf Linie 204 statt?

*******
Das wird man doch wohl noch schreiben dürfen! ;-)
Re: Autonome Busse
21.01.2020 13:58
Kann mich Deiner Frage leider nur anschließen.

Gruß
Micha

Re: Autonome Busse
21.01.2020 22:42
Zitat
Logital
Wann und wo fand eigentlich die Auswertung des Tests Akkubus auf Linie 204 statt?

Da es sich um ein Forschungsprojekt der TU Berlin in Kooperation mit mehreren Partnern handelte, sind die meisten Publikationen über das Fachgebiet "Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik" der TU erschienen. Dazu ist überwiegend in verschiedenen wissenschaftlichen Journals publiziert worden. In der Publikationsliste des Fachbereichs finden sich einige Artikel, die (auch) aus dem eBus Berlin-Projekt entstanden sein dürften: [www.mpm.tu-berlin.de]

Wie bei derartigen Kooperationsprojekten üblich wird man aber sicher auch die Interessen der Industriepartner schützen wollen und nicht zu viele Details preis geben. Leider sind die meisten Artikel kostenpflichtig, es gibt aber z.B. die Dissertation einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Projekt, die über den VÖBB-Katalog gefunden und online gelesen werden kann.
Re: Autonome Busse
18.02.2020 20:58
Hallo zusammen!

Der Tagesspiegel meldet, dass im Sommer der Betrieb von autonomen Kleinbussen des Typs "EasyMile" in Tegel wieder aufgenommen werden soll: Selbstfahrender Bus in Tegel ab dem Sommer wieder im Einsatz.

Dabei sollen drei Kleinbusse auf mehreren Routen für 18 Monate durch Alt-Tegel fahren, unter anderem auch wieder zwischen Alt-Tegel und Greenwichpromenade. Eine weitere Neuerung ist, dass die Busse dann bis zu 18 km/h fahren sollen anstatt bisher maximal 12 km/h. Der Betrieb ist für 18 Monate angesetzt.

Viele Grüße
Manuel
Re: Autonome Busse
19.02.2020 12:52
Zitat
manuelberlin
Hallo zusammen!

Der Tagesspiegel meldet, dass im Sommer der Betrieb von autonomen Kleinbussen des Typs "EasyMile" in Tegel wieder aufgenommen werden soll: Selbstfahrender Bus in Tegel ab dem Sommer wieder im Einsatz.

Dabei sollen drei Kleinbusse auf mehreren Routen für 18 Monate durch Alt-Tegel fahren, unter anderem auch wieder zwischen Alt-Tegel und Greenwichpromenade. Eine weitere Neuerung ist, dass die Busse dann bis zu 18 km/h fahren sollen anstatt bisher maximal 12 km/h. Der Betrieb ist für 18 Monate angesetzt.

Viele Grüße
Manuel


EasyMile, oder wie die BVG plante Tegel lahm zu legen.... Mal ganz ehrlich, ich halte mehr von Autonomen U-Bahnen. Bevor die BVG hier nicht weiter kommt (oder kommen will, siehe Neufahrzeuge), können sie das mit den Kleinbussen zurück stellen.
Autonome U-Bahnen waren auf dem Fahrgastsprechtag auch wieder Thema. In ihm sieht man allerdings keinen großen Nutzen, da der Fahrer eines U-Bahn-Zugs eine sehr hohe Zahl Fahrgäste befördert, womit die Personalkosten auf die Fahrgastzahlen hochgerechnet gering sind. Deshalb ist der Anspruch, Kleinbusse für wenige Fahrgäste fahrerlos (also ohne direkte Personalkosten) zu betreiben, natürlich wichtiger.

Tegel lahm legen? Von drei Kleinbussen? Tegel ist voll von Autos, von stehenden und fahrenden. Deren Besitzer legen Tegel lahm. Schon heute und seit vielen Jahren.

****
Dieser Text ist zu gut, um mit einer Signatur von ihm abzulenken.
Re: Autonome Busse
06.08.2020 11:49
Hallo,

die Berliner Zeitung berichtet heute auf Seite 10 über die

Zitat

Rückkehr der rollenden Brotbüchsen

Selbstfahrende Kleinbusse werden bald wieder in Mitte und später auch in Tegel verkehren

[...] Peter Neumann

Auch online ist der Artikel zu finden und dies kostenlos (soweit ich weiß und wie es bei mir als zahlendem Abonnent ohne Eingabe eines Zugangscodes funktioniert).

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Re: Autonome Busse
15.10.2020 13:00
Hallo,

zur Fortführung und Ausweitung des Testbetriebs in Tegel ab Dezember gibt es eine Pressemitteilung:

https://www.berlin.de/sen/uvk/presse/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.1004463.php

Viele Grüße
André
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