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Brandbrief des Personalrats der BVG-Straßenbahn: Zu wenig Personal, marode Infrastruktur
geschrieben von nicolaas 
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Railroader
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T6Jagdpilot

Denn davon gibt's auch keine neuen Fahrer, Handwerker, Dienstplaner, Gruppenleiter, Gleisbauingeneure etc pp..

Das ist eben der Punkt. Man unterstellt ja den Unternehmen immer, sie könnten schnell alles ändern, wollten sie denn nur. Zugegeben, manches, wie Fahrgastinfo etc. könnten sie wirklich zeitnah verbessern, aber am Grundproblem ändert sich doch nichts. Auch wenn die Presse zum tausendsten Mal schreibt, dass die S-Bahn oder die BVG kacke ist und Herr Buchner und Frau Nikutta dadurch schlaflose Nächte haben, ändert sich nix daran, dass auch morgen noch ein Personalmangel herrscht.

Was heißt "schnell alles ändern"? Wir sprechen hier ja nicht von einem Problem, das völlig unvermittelt gestern um 13:57 Uhr aufgetaucht ist - sondern einem, das sich über Jahre angekündigt hat und nun schon seit Jahren besteht. Und ehrlich gesagt kann ich mich des Eindrucks erwehren, das zumindest Frau N. sich um jeden Mist kümmert, aber nicht um einen funktionierenden Fahrbetrieb.

Offensichtlich kommen immer mehr (vorhandene, angehende und potentielle) Fahrer darauf, dass bei ihrem Job der Aufwand (Schichtdienst, nun auch nicht mehr gegebene Planbarkeit des verbliebenen Privatlebens etc.) in keinem Aufwand zum Nutzen (dem Gehalt) steht. Dann wäre das doch der Hebel, an dem man arbeiten müsste. Stattdessen druckst man seit Jahren rum um das, was eigentlich eindeutig ist.

Ja, das geht nicht von heute auf morgen, weil ja die Budgetplanung angepasst werden muss. Aber auch nicht innerhalb eines halben Jahrzehnts, zumindest bei der landeseigenen BVG? Wofür steht eigentlich nochmal das "S" in "SPD", die zuletzt fast zwei Jahrzehnte für den ÖPNV zuständig war? Und ich meinte, der Senat bestünde aktuell vor allem aus linken Parteien? Oder heißt links nur, dass man die privaten Wohnungsbauträger, an die man zehntausende städtische Wohnungen selbst verkauft hat, nun doof findet, aber sich um Kleinigkeiten wie einen zuverlässigen Nahverkehr und die angemessene Bezahlung seiner Angestellten nicht kümmert?

Und unabhängig davon wäre ein bisschen Wertschätzung für die Fahrer billig zu haben: wie wäre es beispielsweise damit, wenn die BVG auf die nächste Werbekampagne verzichtete und das dafür vorgesehene Geld als zusätzlichen Bonus an alle Fahrer auszahlte, die sich den Saftladen schon zehn Jahre und länger antun? Sicher könnten sie sich davon kein Loft in Manhattan leisten, aber es wäre mal eine Form der Anerkennung. Stattdessen ein Tritt in den Hintern nach dem anderen: da wird die im Brandbrief geäußerte Kritik mehr oder weniger als Lüge abgetan, da wird die eh schon schwierige Planbarkeit des Privatlebens unmöglich gemacht.

Der Fisch scheint mir aber - Ferndiagnose - tatsächlich vom Kopf her zu stinken: bei der S-Bahn durch die Vorgaben des Mutterkonzerns bzw. der Bundespolitik, bei der BVG durch Frau N., der anscheinend auch egal ist, wer unter ihr gerade Verkehrssenator/in ist. Die reist lieber in der Weltgeschichte rum (war sie nicht neulich sogar in China?) und sorgt für schöne Fotos, statt sich um akute Probleme ihres Unternehmens zu kümmern, die nun schon seit einem guten halben Jahrzehnt bestehen. Und dem Vernehmen nach installiert sie in ihrem Umkreis ja vor allem Abnicker und Jasager, in Verbindung mit fehlendem Kontakt zur Basis ein hochgefährliches Verhalten.
Zitat
def
Und unabhängig davon wäre ein bisschen Wertschätzung für die Fahrer billig zu haben: wie wäre es beispielsweise damit, wenn die BVG auf die nächste Werbekampagne verzichtete und das dafür vorgesehene Geld als zusätzlichen Bonus an alle Fahrer auszahlte, die sich den Saftladen schon zehn Jahre und länger antun? Sicher könnten sie sich davon kein Loft in Manhattan leisten, aber es wäre mal eine Form der Anerkennung.

Die Fahrer würden sich mit den 25 Euro den Hintern abwischen und sich - zurecht - verarscht vorkommen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.2018 06:37 von B-V 3313.
Man wollte ja einen Notfahrplan auf die Beine stellen, dann grätschte der Senat (=Aufgabenträger) dazwischen. Man kann der BVG nicht einmal Untätigkeit vorwerfen, natürlich aber eine mangelnde Öffentlichkeitsarbeit in diesem Punkt.

In Sachen Personalmangel steht man ja deutschlandweit nicht alleine da. Man erinnere sich an die 99 in Potsdam und gestern (vor der Geiselnahme) sah ich auf der Homepage der Kölner KVB zwei konkret benannte Züge der Linien 4 und 12 als Ausfall. Mein Kontakt bestätigte mir Personalmangel als Grund. Der Fisch stinkt also nicht nur bei der BVG, er stinkt in der ganzen Republik. Da würde ich mir mehr Öffentlichkeitsarbeit der VUs, der Gewerkschaften und auch vom VDV wünschen.

Vielleicht sollte beim nächsten Kanzlerduell mal ein Bus-/Straßenbahnfahrer im Publikum sitzen und den Fokus auf seine Probleme lenken. Das hat bei den Pflegekräften auch ganz gut geklappt. Auch wenn dort natürlich noch viel mehr passieren muss.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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B-V 3313
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def
Und unabhängig davon wäre ein bisschen Wertschätzung für die Fahrer billig zu haben: wie wäre es beispielsweise damit, wenn die BVG auf die nächste Werbekampagne verzichtete und das dafür vorgesehene Geld als zusätzlichen Bonus an alle Fahrer auszahlte, die sich den Saftladen schon zehn Jahre und länger antun? Sicher könnten sie sich davon kein Loft in Manhattan leisten, aber es wäre mal eine Form der Anerkennung.

Die Fahrer würden sich mit den 25 Euro den Hintern abwischen und sich - zurecht - verarscht vorkommen.

Oh, ich habe jetzt nur an die Straßenbahnfahrer gedacht. im Zweifelsfall streicht man eben das Marketingbudget für fünf Jahre komplett (und/ oder sinnbefreite Dienstreisen der Frau N., die vor allem der Öffentlichkeitsarbeit dienen, aber nicht dem Unternehmen). Das Ganze grenzt derzeit eh an öffentlich geförderte Freunderlwirtschaft, oder gab es bisher irgendeinen Nachweis, dass damit zumindest mittelfristig die Einnahmen gesteigert wurden? Ja, es gibt steigende Fahrgastzahlen - in einer wachsenden Stadt, in der die Zuzügler eher ÖPNV-affinen Gruppen zuzurechnen sind, mit stetig steigenden Touristenzahlen. Solange es keinen Nachweis gibt, dass die Turnschuh-Kampagnen der letzten Jahre positive Auswirkungen auf die Einnahmen hatten, sollte in einem öffentlichen Betrieb das Budget eingefroren werden - solange, bis eine positive Evaluierung oder eine Strategieänderung, die dies bewirkt, vorliegt.

("Positive Evaluierung" bedeutet nicht "hohe Aufmerksamkeit", sondern "höhere Einnahmen". Ich weiß nicht, wie es Euch geht, ich kann mir beim Bäcker mit hoher Aufmerksamkeit nichts kaufen. Und meine Vermieterin würde hohe Aufmerksamkeit auch nicht als Zahlungsmittel akzeptieren.)

Zitat
B-V 3313
Man wollte ja einen Notfahrplan auf die Beine stellen, dann grätschte der Senat (=Aufgabenträger) dazwischen. Man kann der BVG nicht einmal Untätigkeit vorwerfen, natürlich aber eine mangelnde Öffentlichkeitsarbeit in diesem Punkt.

Dann soll sie endlich das einmal kommunizieren. Leider ist auch in der BVG das Fahrradfahrer-Syndrom seit Jahren schon sehr stark ausgeprägt: nach oben buckeln, nach unten treten. Während man trotz jahrelangen politikverursachten Fahrzeug- und Personalmangels von Frau N. noch nie ein kritisches Wort an der Senatspolitik vernehmen konnte, wird nach jedem weiteren offenen Brief der Belegschaft mittels Pressesprecherin (wenn auch durch die Blume) verkündet, dass das ja alles Übertreibungen und Lügen seien. Kein Wunder, dass ihre Amtszeit immer wieder verlängert wird, ist Nikutta für die Politik doch ausgesprochen bequem. Das spricht wiederum auch nicht für die Politik, wenn sie sich nur mit Ja-Sagern umgibt.

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B-V 3313
In Sachen Personalmangel steht man ja deutschlandweit nicht alleine da. Man erinnere sich an die 99 in Potsdam und gestern (vor der Geiselnahme) sah ich auf der Homepage der Kölner KVB zwei konkret benannte Züge der Linien 4 und 12 als Ausfall. Mein Kontakt bestätigte mir Personalmangel als Grund. Der Fisch stinkt also nicht nur bei der BVG, er stinkt in der ganzen Republik. Da würde ich mir mehr Öffentlichkeitsarbeit der VUs, der Gewerkschaften und auch vom VDV wünschen.

Das wäre natürlich auch vonnöten. Letztlich wird aber der ÖPNV (außer der Bahn) überwiegend auf regionaler oder kommunaler Ebene organisiert. Es ist niemandem verboten, Arbeitsbedingungen und Löhne zu verbessern. Ja, es geht nicht von heute auf morgen, aber zumindest in Berlin ist das Problem schon seit Jahren akut und weitere Jahre absehbar. Wenn man schon bei dem Notfahrplan vor einigen Jahren (samstags keine 18 und 67 etc.) angefangen hätte, wirklich wirksame Maßnahmen zu ergreifen (also nicht nur wie wild ausbilden, sondern eben auch Arbeitsbedingungen und Löhne zu verbessern), wären wir heute schon einen Schritt weiter. Da ist völlig egal, was in Köln oder Potsdam passiert.

Und selbst wenn es ein Wettrennen um die besten Arbeitsbedingungen und Löhne fürs Fahr- und Betriebspersonal zwischen den Verkehrsunternehmen gäbe - es gäbe schlimmeres. Denn das sind die Leute, die starke private und gesundheitliche Einschränkungen in Kauf nehmen, um den Laden am Laufen und die Gesellschaft für mobil zu halten. Und die gehören - ebenso wie Pflegekräfte oder andere Menschen in gesellschaftlich wichtigen Berufen - anständig bezahlt und anständig behandelt.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.2018 08:02 von def.
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B-V 3313
Vielleicht sollte beim nächsten Kanzlerduell mal ein Bus-/Straßenbahnfahrer im Publikum sitzen und den Fokus auf seine Probleme lenken. Das hat bei den Pflegekräften auch ganz gut geklappt. Auch wenn dort natürlich noch viel mehr passieren muss.

Und davon fallen dann neue Leute vom Himmel? Auch wenn die Bezahlung ein (großes) Problem ist, aber die Bevölkerungsentwicklung ist ein viel größeres. Und auch wenn die Medien und einige Parteien uns anderes weiß machen wollen, aber wer heute noch nicht in Arbeit ist, die_der hat dafür gute Gründe.
Währenddessen schieben einige Bundesländer neuerdings gezielt Geflüchtete mit Ausbildungsplätzen ab, weil bei denen die „Ausreiseabsicht“ ja nicht gegeben sei. Ganz großes Kino!
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Tradibahner
hab ich auch eine Eisenbahnfachzeitschrift im Rücken.

Gute Besserung! Gerade solche Rückengeschichten werden oft unterschätzt.


SCNR
Zitat
Tradibahner
Im Gegensatz zu euch, hab ich auch eine Eisenbahnfachzeitschrift im Rücken.

Es gibt in der deutschen Presselandschaft keine Eisenbahnfachzeitschriften, auch wenn sich einige Blätter so bezeichnen, sind das nichts weiter als monatliche Fuzzy-Bilderblättchen von oft zweifelhafter journalistischer Tiefe.
Wer dann noch einen wie dich im Repertoire hat, dem kann es wirtschaftlich nicht gut gehen!
Was der Quatsch mit sogenannten Brandbriefen bewirken soll, erschließt sich mir nicht.
Im Personalrat der BVG sitzen Mitarbeiter, die der Gewerkschaft Verdi angehören und diese sind nicht
erst seit wenigen Jahren dabei.
Lohndumping und miese Arbeitsbedingungen haben Personalmangel zur Folge.
Verursacher sind Senat und Verdi.
Berlin: BVG-Knebelabschluss zementiert Niedriglöhne
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eiterfugel
Auch wenn die Bezahlung ein (großes) Problem ist, aber die Bevölkerungsentwicklung ist ein viel größeres.
Widerspruch!
Der Bevölkerungsaustausch ist kein großes Problem.
Bier ist billig und Fußball läuft.
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Havelländer
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Tradibahner
Im Gegensatz zu euch, hab ich auch eine Eisenbahnfachzeitschrift im Rücken.

Es gibt in der deutschen Presselandschaft keine Eisenbahnfachzeitschriften, auch wenn sich einige Blätter so bezeichnen, sind das nichts weiter als monatliche Fuzzy-Bilderblättchen von oft zweifelhafter journalistischer Tiefe.
Wer dann noch einen wie dich im Repertoire hat, dem kann es wirtschaftlich nicht gut gehen!

Du musst es ja wissen, und deine Aussage wird wohl auch einen persönlichen Grund haben. Steckt da etwa Frust und Neid dahinter?

MfG Holger



Hoch lebe die Meinungs- und Pressefreiheit!



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Havelländer
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Tradibahner
Im Gegensatz zu euch, hab ich auch eine Eisenbahnfachzeitschrift im Rücken.

Es gibt in der deutschen Presselandschaft keine Eisenbahnfachzeitschriften, auch wenn sich einige Blätter so bezeichnen, sind das nichts weiter als monatliche Fuzzy-Bilderblättchen von oft zweifelhafter journalistischer Tiefe.
Wer dann noch einen wie dich im Repertoire hat, dem kann es wirtschaftlich nicht gut gehen!

Es gibt auch jenseits des Fuzzy-Horizonts Zeitschriften:

z.B.: ZEVrail – Glasers Annalen, Verkehr und Technik, Nahverkehrsnachrichten um jetzt mal nur einige zu nennen. Allerdings bekommt man die nur per Abo, wenn man beim richtigen Verein Mitglied ist oder in einer gut sortierten Bibliothek.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
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Nemo

Es gibt auch jenseits des Fuzzy-Horizonts Zeitschriften:

z.B.: ZEVrail – Glasers Annalen, Verkehr und Technik, Nahverkehrsnachrichten um jetzt mal nur einige zu nennen. Allerdings bekommt man die nur per Abo, wenn man beim richtigen Verein Mitglied ist oder in einer gut sortierten Bibliothek.

Das stimmt so nicht, diese Fachzeitschriften kamm man auch als Nichtmitglied im Abo beziehen. Die Zeitschriften sind aber manchmal im Mitgliedsbeitrag enthalten oder werden an Vereinsmitglieder billiger abgegeben.

Aber allen Fachzeitschriften ist gemeinsam, daß man sie im Zeitschriftenladen nicht erhält.
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Nemo

Es gibt auch jenseits des Fuzzy-Horizonts Zeitschriften:

z.B.: ZEVrail – Glasers Annalen, Verkehr und Technik, Nahverkehrsnachrichten um jetzt mal nur einige zu nennen. Allerdings bekommt man die nur per Abo, wenn man beim richtigen Verein Mitglied ist oder in einer gut sortierten Bibliothek.

Die sind mit Sicherheit nicht auf Knipsbildchen und Twittereien eines "Tradibahner" angewiesen ;-) Der durchschnittliche Konsument eines Enten-Kuriers oder Straßenbahnmagazins wird mit den Texten in Glasers Annalen überfordert sein.
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Havelländer
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Nemo

Es gibt auch jenseits des Fuzzy-Horizonts Zeitschriften:

z.B.: ZEVrail – Glasers Annalen, Verkehr und Technik, Nahverkehrsnachrichten um jetzt mal nur einige zu nennen. Allerdings bekommt man die nur per Abo, wenn man beim richtigen Verein Mitglied ist oder in einer gut sortierten Bibliothek.

Die sind mit Sicherheit nicht auf Knipsbildchen und Twittereien eines "Tradibahner" angewiesen ;-) Der durchschnittliche Konsument eines Enten-Kuriers oder Straßenbahnmagazins wird mit den Texten in Glasers Annalen überfordert sein.

Aha

MfG Holger



Hoch lebe die Meinungs- und Pressefreiheit!



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B-V 3313
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def
Und unabhängig davon wäre ein bisschen Wertschätzung für die Fahrer billig zu haben: wie wäre es beispielsweise damit, wenn die BVG auf die nächste Werbekampagne verzichtete und das dafür vorgesehene Geld als zusätzlichen Bonus an alle Fahrer auszahlte, die sich den Saftladen schon zehn Jahre und länger antun? Sicher könnten sie sich davon kein Loft in Manhattan leisten, aber es wäre mal eine Form der Anerkennung.

Die Fahrer würden sich mit den 25 Euro den Hintern abwischen und sich - zurecht - verarscht vorkommen.

Soviel wären es nicht mal. Die Kosten einer normalen Marketingaktion von vielleicht 30.000 Euro aufgeteilt unter den rund 7.000 Fahrdienstleistenden des Konzerns würde pro Nase 4,28 Euro rauskommen, steuerlich als geldwerten Vorteil zu veranlagen. So was gibt es jedes Jahr als Weihnachtspräsent mit gelben Herzchen ...

Dabei hindert niemand die Tarifpartner (KAV und ver.di) daran, einen deutlichen Nachschlag für das Fahrpersonal zu gewähren. Um eine Hausnummer zu nennen, vielleicht einen Fahrdienstzuschlag von 1000 Euro im Monat. Damit wäre ein echte Wertschätzung dieser Berufsgruppe gegeben, man könnte sich die Bewerber wieder aussuchen und "schwarze Schafe" durch Reduzierung der freiwillig gezahlten Zulage bei berechtigten Beschwerden einfangen.
Die Mehrkosten von rund hundert Millionen pro Jahr würden jede der eine Milliarde Einzelfahrten mit der BVG um etwa 10 Cent verteuern. Ein hoher Preis - aber dringend nötig.

so long

Mario
Ich kenne leider nur einen einzigen ex-Straßenbahnfahrer bei der BVG. Bei ihm war der Hauptgrund die schlechte Dienstplanung. Mit dem ausgezahlten Monatslohn war er eigentlicht zufrieden.
Klar gegen mehr im Monat hat niemand was aber die teils chaotische Dienstplanung geht auch vielen Tf bei der Bahn auf den Zeiger und sorgt für Verdruß. Ich denke nicht, daß man mit 1000€ mehr im Monat einen Großteil des Fahrpersonals zufrieden stellt, wenn das Dienst-Chaos bleibt.
Eher sollte man dem Senat die Einmischung untersagen!
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Havelländer
Ich kenne leider nur einen einzigen ex-Straßenbahnfahrer bei der BVG. Bei ihm war der Hauptgrund die schlechte Dienstplanung. Mit dem ausgezahlten Monatslohn war er eigentlicht zufrieden.
Klar gegen mehr im Monat hat niemand was aber die teils chaotische Dienstplanung geht auch vielen Tf bei der Bahn auf den Zeiger und sorgt für Verdruß. Ich denke nicht, daß man mit 1000€ mehr im Monat einen Großteil des Fahrpersonals zufrieden stellt, wenn das Dienst-Chaos bleibt.
Eher sollte man dem Senat die Einmischung untersagen!

Was ist denn die Ursache für die chaotische Dienstplanung? Schlechte Software? Zu wenig Disponenten? Zu wenig Fahrer? Zuviele Fahrer, die auf gelben Schein frei machen oder ein zu hoher kurzfirstiger Krankenstand? Vielleicht sollte man zunächst diese Ursache beseitigen?

Edit: Oder ist die Realität einfach chaotisch?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.2018 12:37 von Nemo.
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Nemo
Was ist denn die Ursache für die chaotische Dienstplanung? Schlechte Software? Zu wenig Disponenten? Zu wenig Fahrer? Zuviele Fahrer, die auf gelben Schein frei machen oder ein zu hoher kurzfirstiger Krankenstand? Vielleicht sollte man zunächst diese Ursache beseitigen?

Das Grundübel ist der Fahrermangel, hausgemacht durch den zusammen gestrichenen Stellenplan aus der "Sparen-bis-es-quietscht"-Ära.

Zu wenige Fahrer heißt Überstunden, fehlende Ablösung auf der Strecke, ausfallende Umläufe, Überfüllungen der verbleibenden Wagen, Stress, Hektik, Beschwerden, steigender Krankenstand, Fluktuation - ein Teufelskreis.
Verwaltung, Dienstplaner, Technik, Gruppenleiter, Zugprüfer, Verkehrsmeister u.s.w. müssen im Fahrdienst aushelfen - deren Arbeit bleibt liegen oder wird schlecht gemacht. Folge: defekte/fehlende Wagen, Liegenbleiber, Aussetzer, unbesetzte oder doppelt besetzte Dienste - beschleunigt den Teufelskreis noch weiter.

so long

Mario
Und da sehe ich den simplen Gedanken "einfach mehr Geld" auch nicht als Lösung. Könnte höchstens ein winziger Baustein sein.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
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Jay
Bereits gezogene Dienste wurden mehrfach storniert, weil der Dienstplan neu erstellt werden musste. Daran ist auch der Aufgabenträger nicht ganz unschuldig. Der nicht kommunizierte "Notfahrplan" zum 1. Oktober war bereits ausgearbeitet und verteilt, wurde aber nicht genehmigt. Stattdessen gibt es nun weiterhin die unplanmäßigen Ausfälle der M5-8 Verstärker und teilweise bei Stammzügen.
Der Aufgabenträger hat keine Einführung eines Notfahrplans verhindert. Im Gegenteil: Er fordert von der BVG eine stabile Fahrplanerbringung (eigentlich des bestellten Fahrplans; wenn der dauerhaft nicht sichergestellt werden kann, dann eines temporär reduzierten Notfahrplans).

Die Frage sollte vielmehr an die BVG-Vorstandschefin (die nebenbei auch noch Betriebsvorstand ist und damit die Missstände in allen drei Betriebsbereichen direkt verantwortet) und die BVG-Aufsichtsratschefin gehen, wieso man bei dem Personalmangel keinen Notfahrplan hat. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: Der Begriff Notfahrplan klingt für Frau Dr. Nikutta und Frau Pop nicht hip und passt nicht zum eigenen Image.
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