Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Berlin schafft sich für 3 Mrd Euro eigene S-Bahnzüge an
geschrieben von Nemo 
Zitat
schallundrausch
OT: ich finde das vollkommen OK, dass beim Thema Siemensbahn sofort nach dem Bund gerufen wird. Das ist eine Bundeseigene Eisenbahn (gewesen) und man muss sich auch vom ach so großzügigen Siemenskonzern nicht blenden lassen. Die wollen hier 600 Millionen investieren, was vollkommen in Ordnung ist. Da jetzt als Kommune zur Seite zu springen und überschlägig eine Milliarde in die Siemensbahn stecken, wäre doch schon etwas unverhältnismäßig. Zumal mir spontan etliche Verkehrsprojekte einfallen, die das Geld dringender bräuchten...

Bei meiner Kritik zur Siemensbahn ging es mir gar nicht darum dass das Land Berlin hier jetzt die Gelder bereitstellen soll.
Mit fehlt hier schon das Minimalste: nämlich die Aussage, "ja, wir wollen dass die Siemensbahn wieder fährt". Und zwar dass sie der VBB als Linie bestellt von Gartenfeld hinein in den neuen S21 Tiefbahnhof oder in irgendeiner Form.

Was man hört ist Kaczmarek von der Bahn, der die Überlegung anstellt die Strecke aus Kostengründen besser Richtung Süden in den Westring einzubinden.
Wo bleibt da das Land Berlin das sagt: nein...wir wollen die Strecke so und so?

Stattdessen hört man Frau Pop in der Abendschau die da sagt wir warten erst mal das Jahr 2019 ab, da legt uns die Bahn dann vor was das kostet.
Das billigere (die Einbindung in den Westring) wird man dann wohl nehmen weil man vorher nicht definiert hat was man wirklich will.

Ähnlich sieht es mit der Stammbahn aus. Man könnte die Beispiel fast endlos fortführen.
Und dann soll Vordergründig ein Landeseigener Fahrzeugpark und die Zerschlagung der S-Bahn Vorteile für alle bringen?

--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog
Zitat
Stefan Metze
Man könnte die Beispiel fast endlos fortführen.

Nein, bitte nicht.. Gibt es nichts besseres im Leben zu tun?

IsarSteve
Zitat
B-V 3313
Zitat
Stefan Metze
Wie Berlin mit einem eigenen Fahrzeugpark umgeht sieht man ja gerade bei der Berliner U-Bahn.

Während hingegen die DB/S-Bahn mit ihrer perfekten Wartung und dem ausreichenden Wagenpark ja seit Jahrzehnten ein Musterbeispiel darstellt...

Wie schon oben geschrieben, es wird bei Problemen auch heute noch gern mit der Krise von 2009 argumentiert.

Im Gegensatz zur U-Bahn fährt bei der S-Bahn der gesamte Wagenpark. Und die S-Bahn muss ihre Wagen auch nicht mit dem LKW durch die Stadt bewegen wenn sie auf andere Linien umgesetzt oder in andere BWs zur Reparatur verbracht werden sollen.

Dass die DB in den letzten Jahren für Berlin keine neuen Züge beschafft hat liegt ganz allein am damaligen Eiertanz des Stadtentwicklungssenators.

--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog
Zitat
Stefan Metze
Im Gegensatz zur U-Bahn fährt bei der S-Bahn der gesamte Wagenpark.

Willst du uns für dumm verkaufen? Erstens stehen natürlich auch bei der S-Bahn täglich Züge in den Werkstätten und zweitens wird bis heute nicht die bestellte Leistung gefahren. Man verschrottete bekanntlich mutwillig nach Gutsherrenart vom Steuerzahler finanzierte und fahrfähige Züge.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Railroader
Zitat
vasarius

Mir fehlt hier in der Diskussion ehrlich gesagt ein realistischer Gegenvorschlag, was Berlin und Brandenburg besseres tun sollten als das, was sie gerade in Angriff nehmen.

Die geschilderten Probleme herrschen bundesweit und vergleicht man uns mit NRW oder der S-Bahn München, geht es uns noch ganz gut. Es müsste sich grundlegend etwas ändern. Infrastruktur in staatlich kontrollierte Hände, wofür man eine eigene Behörde schaffen kann. Das wäre schon mal ein Anfang. Geht in Spanien doch auch mit der Adif.

Der Bund ist Eigentümer der Bahn. Er muss doch hier auch andere Regulierungs- und Kontrollmöglichkeiten haben, als die Lösung in Ausschreibungen zu sehen?

Das Problem bei Ausschreibungen ist doch mE folgendes: Jeder will gewinnen, keiner kennt die Angebote der Mitbewerber. Schreibt nun ein Unternehmen seine Leistung mit Aufsichten und Reservezügen überall aus, die es ja bezahlt haben möchte, kann es schnell unattraktiv werden, wenn der Mitbewerber es nicht tut. Das hat ein bisschen was von "Der Preis ist heiß". Jetzt werden Einige wieder sagen, gewiss geht es nicht nur über die Kosten. Das mag ja alles stimmen, aber welche Großzügigkeit kann sich ein Bietender erlauben und wo hat er Einsparpotential?

Es herrscht aus meiner Sicht immer noch diese Geiz-ist-Geil-Mentalatität. Möglichst viel Leistung für möglichst wenig Geld. Das kann doch aber am Ende nicht aufgehen, ohne dass es irgendwo einen Haken gibt. Das sieht doch jeder, der irgendwo etwas Hochwertiges für wenig Geld kauft. Am Ende ist das Produkt zwar häufig durchaus den Erwartungen entsprechend, aber entweder der Kundenservice miserabel und/oder die Mitarbeiter der Firma arbeiten unter schlechten Bedingungen.

Wenn man die Autos von der Straße kriegen will, sollte man beim ÖPNV nicht um jeden Cent handeln, sondern investieren. Natürlich gibt es ein auch aus meiner Sicht verständliches Argument: Der Monopolist bestimmt die Preise. Aber gibt es hier a) durch Gesetzesänderungen etc keine anderen Möglichkeiten der Kontrolle und werde ich b) als Fahrgast bei 3 Betreibern wirklich günstigere Fahrpreise erleben oder fließt das gewonnene Geld eh nur wieder in die Staatskasse?

Hallo,

ich verstehe Deine Haltung, und meiner Meinung nach bist Du auch der einzige hier, der eine vernünftigen Grund hat, für das bestehende Modell zu argumentieren. Dei Kommunikationswege innerhalb eines Betriebs sind kürzer, man muss sich nicht all 8 Jahre einen neuen Arbeitgeber suchen, Jobsicherheit, Kontinuität, Kollegialität, und so weiter. Bin ich vollkommen bei Dir.

Ich bin auch bei Dir, wenn Du sagst, es muss mehr in den ÖPNV investiert werden. Vor allem im Verhältnis zum Straßenbau. Von Pro-Kopf-Ausgaben wie in Österreich oder gar in der Schweiz können wir ja nur träumen.
Aber vor allem geht es darum, das gezahlte Geld, welches immer endlich sein wird, sinnvoll und kostenbewusst auszugeben. Und da kommen wir genau zu dem Punkt - die DB hat das Land Berlin bei der Ringausschreibung übel über den Tisch gezogen. Kein Vorwurf, das Land war dumm und selber schuld. Das (Monopol-)Angebot ist offensichtlcih mit so großzügien margen kalkuliert, dass die S-Bahn absehbar mit dem Ring jährlich satte Gewinne an die Konzernmutter abführen wird. Dort werden sie dann im Jahresbudget untergehen oder vom Bund abgeschöpft werden und in den Bundeshaushalt eingehen. So oder so sind diese Mittel für Berlin verloren, ohne Gegenwert.
Aber nun haben wir den Salat, und der Fehler muss unbedingt ein zweites Mal verhindert werden. Das geht nur mit:
Offener Ausschreibung, mit möglichst vielen Teilnehmern. Das geht aber nur mit Aufteilung in Lose (Teilnetze) und Auslagerung der Fahrzeugbeschaffung, damit auch kleinere Unternehmen Zugang finden. Damit werden die enormen Zugkilometerkosten auf ein vernünftiges Maß gedrückt.
Oder (das ist jedenfalls meine Lieblingslösung): Direktvergabe an ein _kommunales_ S-Bahn-Unternehmen. Dieses steht dann unter direkte Aufsicht von Landesbehörden, und wenn es 'zu gut' wirtschaftet, dann fließen die gewinne direkt wieder zurück an das Land und könne sofort für Investitionen, Mehrleistungen oder anderes verwendet werden.
@schallundrausch: Woher weißt du denn überhaupt, dass das Land über den Tisch gezogen wurde?
Der Vertrag läuft nicht mal. Klar kann man hochrechnen, ob da hohe Gewinne rauskommen - aber das kann doch niemand wirklich mal voraussagen. Kein andere Anbieter wollte sich das antun (warum wohl?) - die hohen Kosten werden ja nicht ohne Grund entstanden sein.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1894-2019
Zitat
B-V 3313
Zitat
Stefan Metze
Im Gegensatz zur U-Bahn fährt bei der S-Bahn der gesamte Wagenpark.

Willst du uns für dumm verkaufen? Erstens stehen natürlich auch bei der S-Bahn täglich Züge in den Werkstätten und zweitens wird bis heute nicht die bestellte Leistung gefahren. Man verschrottete bekanntlich mutwillig nach Gutsherrenart vom Steuerzahler finanzierte und fahrfähige Züge.

Vielleicht schlägst du mal nen anderen Ton an?!

Bei der S-Bahn steht ganz sicher nicht bis zu 1/3 der Flotte in den Werkstätten weil die Wagenkästen irreparabel sind oder den Mitarbeitern in anders gearteten Formen und den Fingern weggammeln.
Die großen Mängel die zum Komplett-Rückzug der Zulassung führten sind bei der S-Bahn behoben. Das ist Fakt.
Man probiert jetzt neue Drehgestelle aus dass man wieder 100km/h fahren darf.

Ja Fakt ist auch dass vor über 10 Jahren S-Bahnzüge verschrottet wurden, da hast du recht. Aber ein weiterer Fakt ist dass sich die Länder Berlin und Brandenburg das ewig einfach angeguckt haben und danach zu lang sich nicht entscheiden wollten/konnten wie sie vorgehen. Deshalb fährt die bestellte Leistung heute nicht.

Wenn du dich deshalb persönlich beleidigt fühlst tut mir das leid, aber es ist dein Problem.

--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog
Zitat
485er-Liebhaber
@schallundrausch: Woher weißt du denn überhaupt, dass das Land über den Tisch gezogen wurde?
Der Vertrag läuft nicht mal. Klar kann man hochrechnen, ob da hohe Gewinne rauskommen - aber das kann doch niemand wirklich mal voraussagen. Kein andere Anbieter wollte sich das antun (warum wohl?) - die hohen Kosten werden ja nicht ohne Grund entstanden sein.

Kurzes Stichwort - Zugangsbarrieren. Kein anderer Anbieter wollte sich das antun - das stimmt nicht ganz. Eher wahr ist, dass die Ausschreibung schon so auf die DB zugeschnitten war, dass nur sie gewinnen _konnte_ Als das klar war, sind die anderen Anbieter verständlicherweise abgesprungen. Einer der wichtigsten Punkte waren die Fahrzeuge. Die kosten insgesamt knapp eine Milliarde Euro, und nur die DB war in der Lage, diese Finanzierung aus eigener Kraft zu stemmen. Kleinere Anbieter wären nicht in der Lage gewesen, diese vorab zu finanzieren und dann über die Vertragslaufzeit zu refinanzieren. Und in dem Satz steckt ja schon die Crux drin 'kleinere Anbieter', 'kleinere als die DB', 'kleinere als der größte'... also ist nur die Nummer eins übrig geblieben. Diesen Geburtsfehler korrigiert man nun gottseidank für die folgenden Ausschreibungen durch den Landeseigenen Fahrzeugpool.

Was die Gewinne anbetrifft, da hast Du recht, ich müsste hellsehen können, um die vorherzusagen. Was ich aber weiß, ist, dass das Land in Reaktion auf die Krise 2009 sehr restriktive Maluszahlungen für Schlechtleistung in den Vertrag geschrieben hat. Die DB hat diese wiederum in ihr Angebot eingepreist und ist so bei überhöhten Preisen angekommen.

Meine These: die Preise sind so kalkuliert, dass selbst bei extremen Ausfällen und fälligen Strafzahlungen die Bahn immer noch im 'plus' bleibt. Läuft es richtig 'schlecht', und alle Züge sind pünktlich, dann zahlt das Land richtig drauf und vergoldet der Bahn ihren .... Puffer.
Die Intention war ja, dass das EVU das Risiko für seine eigene Leistung trägt und stärker in Regress genommen werden kann als bisher. Rausgekommen ist aber eine doppelte Absicherung, das Risiko trägt das Land, es zahlt bei Schlechtleistung zu viel, bei Gutleistung noch viel mehr.

Ich kann nur die km-Preise jetzt und Ringbahn-neu vergleichen. Und da fällt auf, dass die deutlich teurer geworden sind.
Klar ist das kein beweis, weil Vergleichbarkeit nicht unbedingt gegeben ist. Warten wir noch zwei Jahre ab, bis die neuen Verträge unterschrieben sind. Dann haben wir ähnliche Bedingungen auf Ring- und Stadtbahn, Neufahrzeuge, Maluszahlungen in ähnlicher Höhe. Wenn ich recht behalte, dann werden die Preise für den Zugkilometer bei vergleichbarer Qualität auf dem Netzt Stadtbahn deutlich niedriger sein als auf dem Ring.
Zitat
schallundrausch

Oder (das ist jedenfalls meine Lieblingslösung): Direktvergabe an ein _kommunales_ S-Bahn-Unternehmen. Dieses steht dann unter direkte Aufsicht von Landesbehörden, und wenn es 'zu gut' wirtschaftet, dann fließen die gewinne direkt wieder zurück an das Land und könne sofort für Investitionen, Mehrleistungen oder anderes verwendet werden.

Das wäre auch mein Favorit.
Zitat
Railroader
Zitat
schallundrausch

Oder (das ist jedenfalls meine Lieblingslösung): Direktvergabe an ein _kommunales_ S-Bahn-Unternehmen. Dieses steht dann unter direkte Aufsicht von Landesbehörden, und wenn es 'zu gut' wirtschaftet, dann fließen die gewinne direkt wieder zurück an das Land und könne sofort für Investitionen, Mehrleistungen oder anderes verwendet werden.

Das wäre auch mein Favorit.

"Geil", eine zweite BVG. Aus Mitarbeiter-Sicht mag die Vorstellung ja ganz kuschelig sein. Aus Fahrgastsicht: Nein, danke! Übrigens, das Zitat von schallundrausch oben bekommt eine interessante Aussage, wenn man "oder anderes" unterstreicht, wie ich es mal gemacht habe ;-)
@B-V 3313

Zitat
merlinbt01
Den das Land bestellt den Verkehr und legt die Max kosten fest. Und wir haben immer noch Geiz ist geil Mentalität!

Du hast die Ringbahnausschreibung nicht im geringsten mitbekommen oder verstanden. Das Land muss den von der Bahn geforderten Preis zahlen. Und der ist ziemlich deftig!

Ich habe sie mitbekommen und verstanden. Billig geht nicht mehr! Den wer billig kauft, kauft doppelt so mein denken. Und wenn sich das Land dennoch über den Tisch ziehen lässt (so wie du sagst) dann tut es mir leid, es spricht dann nicht wirklich für die Kompetenz des Verhandlungspartners.
Da aber der Vertrag noch nicht läuft kann man eh nur hochrechnen was dort rauskommen könnte.

Zitat
merlinbt01
Die S-Bahn in Berlin ist so einzigartig, da sollte nicht jedes X beliebiges VU Verkehr machen dürfen.

Weil du das so möchtest?

Nö, ich würde es mir wünschen.

Zitat
merlinbt01
Alleine wenn ich schon an Strecken/ Fahrzeug Spezialisierungen denke.

Die ist überall erforderlich.

Ach dann habe ich eventuell was falsch verstanden als wir gelernt haben das
verschiedene Strecken eine Profilbeschränkungen haben (NS Tunnel, Brücken := Höhe und länge der Waagen)
Streckensicherung noch auf einem eignen Standard Fahrsperre sind. (ja die Umstellung auf ZBS läuft ja)
Wobei HH läuft mit PzB
Signalabstände diese stehen teilweise sehr eng (nicht der Standartabstand siehe Stadtbahn)
Wir haben ein VZ System als kleinste Wageneinheit.



Zitat
merlinbt01
Ganz zu schweigen das wir keine Dachstromabnehmer haben und auch noch mit einer anderen Stromstärke fahren.

Und? Das ist doch keine Berliner Einmaligkeit!

Doch:
den HH fährt mit Gleichspannung (1200V)/ Wechselspannung (15kV, 16,7Hz) per Dachstromabnehmer
München fährt nur noch die U Bahn mit 750V was wir bitte nicht vergleichen mit einer S-Bahn.
Alles andere was sich S-Bahn nennt ist für mich in Wirklichkeit nen Regio, hier würde ich sogar München zählen aber aufgrund der takt dichte bleibt es ne S-Bahn

Bei der takt dichte in Berlin können nur HH, F oder M noch mit halten.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.2019 15:55 von merlinbt01.
Zitat
andre_de

"Geil", eine zweite BVG. Aus Mitarbeiter-Sicht mag die Vorstellung ja ganz kuschelig sein. Aus Fahrgastsicht: Nein, danke! Übrigens, das Zitat von schallundrausch oben bekommt eine interessante Aussage, wenn man "oder anderes" unterstreicht, wie ich es mal gemacht habe ;-)

Aus Mitarbeitersicht ist eine Bundesbahn am besten. Nur die wird nicht kommen. Ich bin halt gegen Zersplittung, nicht nur aus Mitarbeitersicht, sondern auch aus Sicht des Kunden, weil ich von den Nachteilen überzeugt bin. Vergabe des kompletten Systems an einen Privaten ist rechtlich nicht zulässig, also wäre ein kommunales Unternehmen ein für mich akzeptierter Kompromiss, wenn auch nicht ideal.
Zitat
Stefan Metze
Wie sehr diese ganze Ausschreiberei von Leistungen nicht funktioniert sieht man beim RE2.
- die Leistungen sind auf Jahre festgeschrieben und sehr unflexibel anpassbar
- Fahrzeugreserven gibt es praktisch nicht
- die Triebzüge wurden so definiert dass sie sich gar nicht erst erweitern oder mit anderen kombinieren lassen
- Mehrleistungen gehen über das vertraglich vereinbarte hinaus, es muss in langen Prozessen EU-Konform nachverhandelt werden
- das Unternehmen ist dann gezwungen neue Triebzüge vom leergefegten Markt zu kaufen
- das Unternehmen ist gezwungen vom leergefegten Arbeitsmarkt Zugpersonal zu akquirieren
- geht etwas kaputt oder ist jemand krank, fällt die Fahrt eben den ganzen Tag aus...so wie letzte Woche beim RE2 Verstärker mehrfach geschehen

Hallo Stefan,

all diese kritikwürdigen Punkte sind doch aber nicht prinzipbedingt, sondern Folge von kurzsichtigen, starren und falschen Ausschreibungsbedingungen. Hier hat der VBB damals große Fehler gemacht (und hoffentlich daraus gelernt). Im Übrigen haben auch andere Verkehrsverbünde bei den ersten Ausschreibungen diese Fehler gemacht und fordern neuerdings explizit auch Fahrzeugreserven, Angebotsoptionen usw. ein.

Und zur Kritik der Anzahl an beteiligten Akteuren: Auch heute schon gibt es die Kette, die immer gilt:

Fahrzeughersteller -> Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge -> Betrieb der Fahrzeuge

Heute sind Instandhaltung und Betrieb bei einer Firma zusammen (S-Bahn Berlin GmbH), und es gibt eine externe Schnittstelle zum Hersteller (z.B., um Fehler zu finden, Modernisierungen abzustimmen usw.). Bei einem Landesfahrzeugpool mit einer Ausschreibung für Herstellung und Wartung/Instandhaltung verschiebt sich die Schnittstelle nur, es kommt aber keine hinzu. Und hier kann man sich durchaus überlegen, ob nicht der Fahrzeughersteller tatsächlich die besseren Kompetenzen und Möglichkeiten hat, ein Fahrzeug über 15 oder 30 Jahre funktionsfähig auf die Schiene zu stellen, ohne sich (als Hersteller) nach der Gewährleistung zurückzulehnen und für jeden Handschlag die Hand aufzuhalten. Genug Regionen in Deutschland zeigen, dass diese Bündelung sinnvoll funktioniert, und es ist im Nahverkehrsmarkt derzeit sogar ganz klar der Trend. Dass dagegen der Betreiber auch die Wartung/Instandhaltung der Fahrzeuge macht, ist nicht per se das bessere Modell, sondern wird immer mehr zum Ausnahmefall.

Viele Grüße
André
Wer von Euch einen Facebook-Account hat, kann das Thema "Bahnstruktur" hier [www.facebook.com] auch gerne eingehender mit mir diskutieren. Ich bitte dann aber, möglichst ebenfalls auf der Sachebene zu bleiben und von persönlichen Bewertungen ("Inkompetenz", "Träumereien"...) soweit machbar abzusehen...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
schallundrausch

Genau das meinte ich mit dieser Fürsorglichkeitssehnsucht. Mache die S-Bahn nur groß und mächtig genug, dann wird sie alles tun, was du willst. Gib der DB freie Hand über die Infrastruktur, Züge und Personal und du wirst siehe, sie wird dir geben eine störungsarmen Betrieb und frohe Mitarbeiter und glückliche Kunden und wird da erstrahlen in wahrer Größe. Natürlich zu total korrekten Preisen, denn die Bahn ist groß und sie ist gut, und sie ist edel und echt knorke.

Ich träume ja auch manchmal von einer besseren Welt, in der Menschen einfach gütig und nett zueinander sind (dann steige ich Schönleinstraße aus). Merkst Du nicht, wie schon fast kindlich-naiv das ist, was Du schreibst?

Deine Verbitterung in allen Ehren, und in Teilen geht es mir genauso wie Dir. Ich habe allerdings auch eine S-Bahn erlebt, in der die Prioritäten völlig anders gesetzt wurden, als das heute der Fall ist. Meine Berufsausbildung habe ich im RAW Schöneweide gemacht zu einer Zeit, als ein Herr Dr. Kittlaus Vize der DR und damit auch Chef S-Bahn gewesen ist. Hierdurch war die S-Bahn als Rückrad des Berliner Verkehrs schon mit einer ganz anderen Bedeutung versehen worden. Die S-Bahn hat gefühlt besser funktioniert, ein Hort der Glückseligkeit war sie aber nicht. Damals rannte aber auch keiner mit der "Stoppuhr" durch die Gegend und hat sich über jede Minute Verspätung ereifert usw. . Der Niedergang hat mit der sog. Bahnreform begonnen, hat sich mit der S-Bahnkrise verdeutlicht, die ja bis heute anhält. Die Verkehrsminister der verganenen zwei Jahrzehnte haben für die Bahn keinen Blick mehr gehabt, sie hatten schließlich die Fahrzeugindustrie und Bauindustrie im Schlepptau und für die zu sorgen. So hat denn dieser arrogante Bahnkonzern gegenüber Berlin immer auf dem hohen Roß gesessen, was am Ende zu dem (Irr-)Glauben bei der Politik geführt hat, daß Leistung durch Ausschreibung nur noch besser werden kann. Von fernwestlichen EU-Politikern sind da bisher denn auch keine Einsichten zu erkennen gewesen, auch die haben ihren Anteil daran.
Jeder der glaubt, mit Ausschreibungen einer zerhackstückten S-Bahn zu einem besseren Nahverkehr in Berlin zu kommen, ist dem Glauben näher, als dem Wissen. Der Rest steht hier im Forum geschrieben, sehr schön von klugen Mitstreitern formuliert.

Gruß O-37
Zitat
merlinbt01
Ich habe sie mitbekommen und verstanden. Billig geht nicht mehr! Den wer billig kauft, kauft doppelt so mein denken.

Und zwischen billig und überteuert gibt es für dich nichts?

Zitat
merlinbt01
Und wenn sich das Land dennoch über den Tisch ziehen lässt (so wie du sagst) dann tut es mir leid, es spricht dann nicht wirklich für die Kompetenz des Verhandlungspartners.

Blödsinn. Das spricht gegen das bisherige Monopol der Bahn und die Möglichkeit den Preis zu diktieren.

Zitat
merlinbt01
Da aber der Vertrag noch nicht läuft kann man eh nur hochrechnen was dort rauskommen könnte.

Schön abgeschrieben.

Zitat
merlinbt01
Nö, ich würde es mir wünschen.

So läuft die Welt nunmal nicht.

Zitat
merlinbt01
Ach dann habe ich eventuell was falsch verstanden als wir gelernt haben das
verschiedene Strecken eine Profilbeschränkungen haben (NS Tunnel, Brücken := Höhe und länge der Waagen)
Streckensicherung noch auf einem eignen Standard Fahrsperre sind. (ja die Umstellung auf ZBS läuft ja)
Wobei HH läuft mit PzB
Signalabstände diese stehen teilweise sehr eng (nicht der Standartabstand siehe Stadtbahn)
Wir haben ein VZ System als kleinste Wageneinheit.

Und? Ein Münchener S-Bahn-TF kann also morgen einfach so in Dresden fahren?

Zitat
merlinbt01
Doch:
den HH fährt mit Gleichspannung (1200V)/ Wechselspannung (15kV, 16,7Hz) per Dachstromabnehmer
München fährt nur noch die U Bahn mit 750V was wir bitte nicht vergleichen mit einer S-Bahn.

Die Welt endet nicht hinter der deutschen Staatsgrenze!

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
merlinbt01

Doch:
den HH fährt mit Gleichspannung (1200V)/ Wechselspannung (15kV, 16,7Hz) per Dachstromabnehmer
München fährt nur noch die U Bahn mit 750V was wir bitte nicht vergleichen mit einer S-Bahn.
Alles andere was sich S-Bahn nennt ist für mich in Wirklichkeit nen Regio, hier würde ich sogar München zählen aber aufgrund der takt dichte bleibt es ne S-Bahn

Bei der takt dichte in Berlin können nur HH, F oder M noch mit halten.

Gibt es irgendwo eine Definition wie eine S-Bahn zu fahren oder auszusehen hat? Die 423 sind speziell für eine S-Bahn gebaute Fahrzeuge, genauso wie ihre Nachkommen. Sie beziehen halt nur ihren Strom von woanders her und außerhalb der Stadt sind 120 Km/h eben mehr die Regel als 90 Km/h. Eine furchtbare Sache sowas.
Zitat
B-V 3313
Und? Ein Münchener S-Bahn-TF kann also morgen einfach so in Dresden fahren?

Die Einarbeitung wäre wesentlich kürzer. Er bräuchte nur eine Schulung und Prüfung für die Baureihe (etwa 2 Wochen) , wenn er die noch nicht hat und Einweisung über die Besonderheiten, Streckenkenntnis. Ein Münchener S-Bahn-TF, der in Berlin fahren will, braucht hingegen 3 Monate Schulung.
Zitat
Railroader
Die Einarbeitung wäre wesentlich kürzer. Er bräuchte nur eine Schulung und Prüfung für die Baureihe (etwa 2 Wochen) , wenn er die noch nicht hat und Einweisung über die Besonderheiten, Streckenkenntnis. Ein Münchener S-Bahn-TF, der in Berlin fahren will, braucht hingegen 3 Monate Schulung.

Die Länge ist wurst. Er kann nicht mal eben wechseln und darum geht es doch.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313

Die Länge ist wurst. Er kann nicht mal eben wechseln und darum geht es doch.

Um was ging es denn überhaupt? Hab das in dem Kontext irgendwie nicht verstanden.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen