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Bekanntgabe Ergebnisse Ausschreibung VBB RE/RB Strecken
geschrieben von Stadtbahner475 
@André: Ich kann andersrum weiterhin das Schlechtreden nicht nachvollziehen. Nicht jeder Fahrgast will "auf dem schnellsten Weg" irgendwo hin. Es gibt auch Viele, die lieber eine Teilstrecke bequem zurücklegen, sofern sie zuverlässig funktioniert. Und genau das bietet der RE7V künftig - nämlich Sitzplätze bis Wannsee. Und wenn man sich nicht allzu doof anstellt, gibt es anschließend nen Sitzplatz in der S-Bahn. Warum also sollten jene Fahrgäste, die nach Zehlendorf, Steglitz, Schöneberg oder zum Potsdamer Platz wollen nicht künftig auf die Kombination RE7+S1 setzen? Die RB13-Fahrgäste begnügen sich ja auch damit nur bis Spandau/Jungfernheide zu kommen und dann umsteigen zu müssen.

Klar würde ich es auch lieber sehen, wenn die Züge über Wannsee hinaus fahren würden, aber trotzdem ist der 30er-Takt eine klare Verbesserung und @ralf wohl kaum mit der heutigen RB33 vergleichbar, die "nur" den Abschnitt von Michendorf nach Wannsee verstärkt, was hoffentlich zukünftig die RB37 zusätzlich tut, wenn man sich davon verabschiedet das Ding in Rehbrücke zu verenden und tatsächlich bis Wannsee zu führen.

Ich könnte mir auch gut eine Verbindung von Michendorf über Saarmund in den Tunnel vorstellen, wie sie schon mal mit Einzelfahrten bei Bauarbeiten angeboten wurde. Aber das dürfte wohl erst mit Eröffnung der Dresdner Bahn halbwegs realistisch sein.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Das wollte ich übrigens gerade noch fragen:
Laut VBB_Auschreibung endet dieser RB37 nämlich in Rehbrücke. Optional bis Wannsee, aber hat denn der VBB schon die Verlängerung erklärt?
Zitat
Jay
Klar würde ich es auch lieber sehen, wenn die Züge über Wannsee hinaus fahren würden, aber trotzdem ist der 30er-Takt eine klare Verbesserung ...
Das ist Deine Meinung. Die mir bekannten, potentiellen Anwohner/Bahnnutzer sehen das anders und werden sich das Umsteigen nur im Notfall antun. Wenn Bahnfahrt nach Berlin oder zurück, dann mit dem einen durchgehenden Zug.
Zitat
ralf51
Das wollte ich übrigens gerade noch fragen:
Laut VBB_Auschreibung endet dieser RB37 nämlich in Rehbrücke. Optional bis Wannsee, aber hat denn der VBB schon die Verlängerung erklärt?

Ja, die RB 37 wird bis Wannsee fahren:

[www.vbb.de]
Zitat
Pressemitteilung VBB
Berlin – Beelitz – Bad Belzig: Die Linie RE7 wird zwischen Bad Belzig und Berlin Wannsee ganztags auf zwei Züge pro Stunde verdichtet. Zum Einsatz kommen runderneuerte Talent 2-Triebwagen, die in Spitzenzeiten pro Fahrt 420 Sitzplätze aufweisen. Die in Wannsee endenden und beginnenden Züge haben einen kurzen Anschluss in Richtung Berlin.

Gemeinsam mit der neuen Linie RB37, die zwischen Beelitz und Berlin die heutige RB33 ersetzt, besteht zwischen Michendorf und Berlin-Wannsee ganztägig ein Angebot von drei Zügen in der Stunde.

Gruß
PEG 650.08
Zitat
ralf51
Zitat
Jay
Klar würde ich es auch lieber sehen, wenn die Züge über Wannsee hinaus fahren würden, aber trotzdem ist der 30er-Takt eine klare Verbesserung ...
Das ist Deine Meinung. Die mir bekannten, potentiellen Anwohner/Bahnnutzer sehen das anders und werden sich das Umsteigen nur im Notfall antun. Wenn Bahnfahrt nach Berlin oder zurück, dann mit dem einen durchgehenden Zug.

Es gibt auch sehr viele Pendler die aus der 5B*-Region nach Potsdam wollen (Rehbrücke, M. Babelsbg., Hbf via Wannsee)! Also leer werden die Wannsee-Züge (im Durchschnitt) nicht sein, darauf verwette ich eine ABC-Monatskarte. :)

* = Belzig Baitz Brück Borkheide Beelitz

-------------------
MfG, S5M



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.2019 00:46 von S5 Mahlsdorf.
Zitat
ralf51
Zitat
Jay
Klar würde ich es auch lieber sehen, wenn die Züge über Wannsee hinaus fahren würden, aber trotzdem ist der 30er-Takt eine klare Verbesserung ...
Das ist Deine Meinung. Die mir bekannten, potentiellen Anwohner/Bahnnutzer sehen das anders und werden sich das Umsteigen nur im Notfall antun. Wenn Bahnfahrt nach Berlin oder zurück, dann mit dem einen durchgehenden Zug.

Warum äußerst du dich nicht zur RB13? Da braucht man nicht wild herumzuspekulieren, sondern kann sich die Nutzung in der Realität angucken! Es gibt keine homogene Fahrgastmasse, sondern viele Einzelinteressen und verschiedene Stressresilienzen. Die Nutzungsentscheidung kann sogar von Tag zu Tag unterschiedlich ausfallen.

Wenn es Veränderungen gibt, wird immer gerne vorher irgendwas erzählt und hinterher doch anders gehandelt. Wie oft hieß es in der Vergangenheit schon "brauchen wir nicht" und trotzdem waren die Züge dann voll. Es gab in Berlin nur eine Strecke, die nicht die Prognosen deutlich übertroffen hat - und das war die S25 nach Teltow Stadt.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
X-Town Traffic
Wenn die RE7-Vertärker genau um 30 Min. versetzt fahren, sind sie :57 in Wannsee und schon 5 Min. später kommt der RE1. Das dürfte deutlich attraktiver sein für Umsteiger.

Im Moment kommt der RE1 zu dieser Zeit. Aber im neuen "Netz" doch nicht, dann passt der 30-Minuten-Takt des RE7 nicht mehr zum 20-Minuten-Takt des RE1.

André
Zitat
Jay
@André: Ich kann andersrum weiterhin das Schlechtreden nicht nachvollziehen. Nicht jeder Fahrgast will "auf dem schnellsten Weg" irgendwo hin.

Doch, wer morgens zur Arbeit pendelt und abends wieder heim möchte, der will das möglichst schnell und mit so wenig Umsteigevorgängen wie möglich hinter sich bringen.
Und der RE7 wird morgens in Berlin erstmals am Bahnhof Charlottenburg merklich leerer.
Es wurde ein 30'-Takt zwischen Belzig und Berlin angekündigt. Dass mit Berlin aber dann Wannsee gemeint ist, ist doch ein schlechter Scherz und bestätigt mal wieder meinen Eindruck, dass die Verantwortlichen in Brandenburg und beim VBB noch nicht wirklich realisiert haben, dass die Pendlerströme sich seit 1988 verändert haben.

Zitat

Klar würde ich es auch lieber sehen, wenn die Züge über Wannsee hinaus fahren würden, aber trotzdem ist der 30er-Takt eine klare Verbesserung und @ralf wohl kaum mit der heutigen RB33 vergleichbar, die "nur" den Abschnitt von Michendorf nach Wannsee verstärkt, was hoffentlich zukünftig die RB37 zusätzlich tut, wenn man sich davon verabschiedet das Ding in Rehbrücke zu verenden und tatsächlich bis Wannsee zu führen.

Dass man ernsthaft in Erwägung zieht, die RB37 in Rehbrücke enden zu lassen, lässt einen doch verzweifeln. (Wie gesagt, als wären wir im Jahr 1988)

Zitat

Ich könnte mir auch gut eine Verbindung von Michendorf über Saarmund in den Tunnel vorstellen, wie sie schon mal mit Einzelfahrten bei Bauarbeiten angeboten wurde. Aber das dürfte wohl erst mit Eröffnung der Dresdner Bahn halbwegs realistisch sein.

Über Lichterfelde Ost und das Südkreuz? Sorry, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das der breiten Masse wirklich etwa nützt.
Ein Großteil der Pendler - und es werden ja immer mehr, die in den Speckgürtel ziehen - dürfte ein Fahrtziel innerhalb des S-Bahnrings ansteuern, was sich auch jeden Morgen im Stau auf der AVUS abbildet.
Denen würde ein vernünftiger RE7 nützen, dem Rest eine Verlängerung der RB33/RB37 nach Steglitz oder besser Schöneberg.

Aber, ganz wie 1988, verbrät man die Zugkilometer lieber auf dem heiligen Sputnik-Express (RB20) und verhilft dem Potsdamer DDR-Hauptbahnhof zu einem neuen Leben. Prioritätensetzung ist alles.

Grüße
Nic
Zitat
Nicolas Jost
Über Lichterfelde Ost und das Südkreuz? Sorry, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das der breiten Masse wirklich etwa nützt.
Ein Großteil der Pendler - und es werden ja immer mehr, die in den Speckgürtel ziehen - dürfte ein Fahrtziel innerhalb des S-Bahnrings ansteuern, was sich auch jeden Morgen im Stau auf der AVUS abbildet.
Denen würde ein vernünftiger RE7 nützen, dem Rest eine Verlängerung der RB33/RB37 nach Steglitz oder besser Schöneberg.

Wenn "dem Rest" die Verbindung bis Steglitz/ Schöneberg reicht, dann wäre ein verlängerter RE 7-Zwischentakt am Südkreuz da schon sehr
nahe dran und böte Umstieg auf die Ringbahn. Und selbst wenn sie diese Ziele innerhalb des Rings haben, heißt es auch nicht, dass
es direkt am Ostbahnhof, Ostkreuz usw. ist. Es erfolgt also auch hier ein Umstieg auf S- und U-Bahn.

Man muss sich nur mal die ganzen Umsteigeknoten ansehen: Zoologischer Garten, Friedrichstraße, Gesundbrunnen, ja sogar das
Ostkreuz ist als Endpunkt vieler aus Osten kommender Linien meist "nur" Umsteigestation.

Gruß
PEG 650.08



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.2019 04:01 von PEG 650.08.
Zitat
andre_de
Dann verspricht man mit der Ausschreibung, dass der Takt bis Bad Belzig verdoppelt wird und komfortable Doppelstockzüge eingesetzt werden.

Wer hat denn das versprochen?

*******
Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
Zitat
Nicolas Jost
Aber, ganz wie 1988, verbrät man die Zugkilometer lieber auf dem heiligen Sputnik-Express (RB20) und verhilft dem Potsdamer DDR-Hauptbahnhof zu einem neuen Leben. Prioritätensetzung ist alles.

Es ist übrigens ebenso verdammt 1988, Berlin für den Nabel der Welt oder zumindest des Landes zu halten und andere Bedürfnisse zu ignorieren oder ins Lächerliche zu ziehen...
Ebenso verdammt ist es den ÖPNV immer in überlasteten Stammstrecken zu bündeln. Das zieht den stadtplanerisch negativen Effekt nach sich, dass sich dort die meisten Ziele, vor allem Bürotürme, sammeln. Eine polyzentrische Stadt zu entwickeln ist da deutlich sinnvoller.

*******
Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
Also eigene Erfahrung, als ich täglich von Potsdam Charlottenhof zur UdK an der U Spichernstr gependelt bin.

Klar habe ich mir immer vorgenommen, möglichts leer und möglichst bis Zoo durchfahrend den Zug zu wählen.
Z. B. 6:38 oder 8:38 ab P-Charlottenhof.
Realistisch war dann der 7:08 Zug, den ich ganz oft (länger im Bad gebraucht, Zeitung zu interessant, Noten gesucht etc.) nicht geschafft habe und meistens die Umsteigeverbindung (7:16 ab P-Charlottenhof und Umstieg in P-Hauptbahnhof) genutzt habe.

Aber weg von meinem Fall zu nackten Zahlen, undzwar aus diesem hier vor kurzem verlinkten CDU-Fahrplan-Konkretisierungs-Papier:

Demzufolge gibt es in Wannsee folgende Zugfolge ab 2022:

:02 Ankunft RB37 (Option)
:17 RE1 --> FF(O) nur im BV
:25 RE7 --> Senftenberg
:37 RE1 --> FF(O)
:45 Ankunft RE7V
:52 RB23 --> BER*
:57 RE1 --> FF(O)
*in Betriebsstufe 2 nur im BV und 5 Min früher

Also die RB37 hat keine guten Anschlüsse. Im Berufsverkehr (BV) immerhin noch nach einer Viertelstunde an den RE1, aber die S-Bahnen (derzeit :03) in die Innenstadt werden direkt verpasst.

Der endende RE7-Verstärker hat einen guten Anschluss an die RB23, die in der Betriebsstufe 2 allerdings nur im BV fährt und gleich auf die RB23 folgt ganztags noch der RE1, der gut erreicht wird.
In die Gegenrichtung sieht es wiefolgt aus:

:03 RE1 aus Berlin
:08 RB23 aus Berlin
:14 beginnender RE7V
:23 RE1 aus Berlin
:33 RE7 aus Berlin
:43 RE1 aus Berlin (nur BV)
:58 beginnende RB37*

*im CDU-Papier nicht vorhanden. Fahrzeit Wannsee/Rehbrücke von mir mir 10 Minuten geachätzt. Jedoch entstünde bei der von der CDU errechneten Fahrplanlage eine Wendezeit von fast einer Stunde in Wannsee... Hmmm


Also in die Gegenrichtung das gleiche Spiel, nur dass der Anschluss von der S-Bahn zur RB37 besser wäre.
Weitere attraktive Takte sind mir aufgefallen:

Außerhalb des Berufsverkehrs gibt es in Brandenburg an der Havel einen 49/11-Minuten-Takt von/nach Berlin....


für die Verbindung Potsdam Charlottenhof - Berlin City (Charlottenhof ist der Pendlerbahnhof schlechthin) gibt es mit durchgehenden Zügen ebenso eine 6/54-Minuten-Takt(!)
Die anderen drei Regionalbahnen in Charlottenhof (2x aus Golm, 1x aus Jüterbog), fahren alle direkt hintereinander mit Anschluss an den RE1 aus Magdeburg. Es gibt also eine Umsteigeverbindung P-Charlottenhof bis Berlin, aber nicht zum vermutlich nicht so vollen Verstärker, der für Menschen aus Potsdam-West nicht nutzbar ist
Aus Kapazitäts- und Taktsicht halte ich die Ausschreibung für gelungen. Ich bin sicher, dass das Umsteigen von vorzeitig endenden Verstärkern kein Problem darstellt.

Was ich total bemängele sind die konkreten Zeitlagen der einzelnen Züge und ich hoffe, dass sich entweder die CDU zu Wahlkampfzwecken verrechnet hat, oder bei Fahrplanwechseln noch in den konkreten Abfahrtszeiten etwas verbessert werden kann.
Zitat
PassusDuriusculus
Aus Kapazitäts- und Taktsicht halte ich die Ausschreibung für gelungen. Ich bin sicher, dass das Umsteigen von vorzeitig endenden Verstärkern kein Problem darstellt.

Was ich total bemängele sind die konkreten Zeitlagen der einzelnen Züge und ich hoffe, dass sich entweder die CDU zu Wahlkampfzwecken verrechnet hat, oder bei Fahrplanwechseln noch in den konkreten Abfahrtszeiten etwas verbessert werden kann.

Also ich würde auch eher einen miesen Fahrplan ausschreiben, wenn der reale dann besser ist, freuen sich alle. Schreibt man einen realistischen Fahrplan aus und es klappt irgendwo nicht, dann fehlen wegen der optimierten Umläufe wieder überall die Fahrzeuge und der Betreiber braucht dann mehr Geld => man hat Ärger.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Logital
Zitat
andre_de
Dann verspricht man mit der Ausschreibung, dass der Takt bis Bad Belzig verdoppelt wird und komfortable Doppelstockzüge eingesetzt werden.

Wer hat denn das versprochen?

Der VBB, u.a. gezeigt auf den VBB-Regionaldialogen 2017 (siehe z.B. "Regiodialog LNVP 2017dh (SW)_aktualisiert.pdf", 09.06.2017, Seite 15), zusammen mit der Aussage "30-Minuten-Takt und Erhöhung der Fahrzeuggröße". Letzteres stimmt ja wohl auch nicht, schließlich gibt es auch heute schon 5+3-Fahrten mit den Talent 2.

Viele Grüße
André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.2019 21:39 von andre_de.
Zufälligerweise zeitgleich mit unserer Diskussion hier veröffentlichte der viv e.V. heute einen treffenden "Zwischenruf", der sich mit der Alltags-Untauglichkeit der Talent-2-Inneneinrichtung und der verfehlten Fahrzeugpolitik des VBB beschäftigt. Ich zitiere einfach mal komplett, die Meldung ist sicher dafür gedacht:

Zitat

stellen Sie sich vor:
Eine Dame mittleren Alters, gepflegt, mit kleinem Rollkoffer, offenbar eher bahnunerfahren, steigt an einem Berliner Vorortbahnhof in den RE7. Der Zug ist, obwohl der Berufsverkehr vorbei ist, gut gefüllt. Zum Einsatz kommt ein Elektrotriebzug des Typs "TALENT".

Unsere Dame, offenbar auf dem Weg zum Berliner Hauptbahnhof, sucht also einen Platz für sich und ihren Koffer.

Erster Versuch: Mehrzweckabteil
Hier sitzen viele "Normalreisende", für die dieses Abteil eigentlich nicht gemacht ist, Und weil die Klappsitze so schmal sind, möchte sich unsere Reisende nicht auf den freien Sitz zwischen zwei Herren drängen. Gegenüber sitzt eine etwas korpulentere Dame, die, versunken in ihrem Mobiltelefon, drei Sitze beansprucht. In der Mitte sie, links und rechts "überhängend". Da sie von ihrer Umwelt entkoppelt erscheint, findet sie auch nichts dabei, drei Sitzplätze zu belegen.

Zweiter Versuch: eine Zweierreihe
Am Fenster sitzt scheinbar eine Studentin, vor sich auf dem Klapptischchen das Laptop. Auf dem Gangplatz, der Zug ist gut gefüllt, liegt der Rucksack. Auf die Frage unserer Reisenden, ob sie sich setzen dürfe, kommt die Erwiderung: "Nein, geht grad nicht".

Dritter Versuch: noch eine Zweierreihe
Auf dem Gangplatz sitzt ein Herr mittleren Alters, auch sehr gepflegt, verkabelt. Es folgt die Frage, ob sie sich setzen dürfe. Der Herr, ein wenig mürrisch, steht auf. Unsere Reisende, offenbar in Sorge um ihren Koffer, quetscht erst ihren Koffer in den Fußraum des Fensterplatzes, dann sich selbst. Der Herr, noch mürrischer schauend, beobachtet regungslos die Szenerie. Unsere Reisende stellt fest: läuft nicht. Also wieder zurück, den Herrn fragend, ob er nicht vielleicht an das Fenster durchrutschen könne. Nach kurzer Erläuterung, warum das schlecht sei, geht es nun doch. Unsere Reisende sitzt endlich, neben sich den kleinen Rollkoffer, der nun den Gang fast versperrt.

Diese kleine Geschichte sagt ein wenig was aus über das menschliche "Miteinander" in der Gegenwart. Aber das ist hier gar nicht das Thema.

Der Zug ist modern. Er ist leise, barrierefrei, klimatisiert, beschleunigt schnell, ist sauber und bietet Steckdosen. Er ist vom Aufgabenträger so bestellt und bietet formal Komfort.

Und doch bietet er eines nicht: Platz! Die Sitze sind schmal, sehr schmal. Er ist eng, jedenfalls wenn er gut gefüllt ist. Er ist für Reisende mit Gepäck, und solche soll es in einem Regionalexpress auch geben, einfach nicht gemacht. Und wenn man bedenkt, dass die Eisenbahn auch immer mit dem Auto konkurriert, dann möchte man den Aufgabenträgern zurufen:


"Denkt an den Alltag! Denkt an die Praxis und weniger formal! Denkt an die Fahrgäste!"
Ich finde eigentlich, der Ruf nach mehr Miteinander wäre hier angebrachter. Es ist einfach nicht anständig, mehr Platz für sich einzunehmen als notwendig, sobald es eng wird. Es ist nicht anständig, sich in der HVZ, allein, mit 'nem Kubikmeter Blech ummantelt auf die A100 zu stellen, ebenso ist es unanständig als Alleinstehender drei Zimmer in Pankow zu bewohnen oder ein 23 Stunden täglich stehendes Auto in 'ner Seitenstraße der Prenzlauer Allee zu parken.

Und ja, ich setze mich auch sehr gern allein an 'n Viererplatz mit Tischchen im Zug und bin auch kein Fan allzu großer Nähe im Bus. Aber wenn ich sehe, dass es voll wird, wenn 'ne Familie suchend durch den Zug läuft, ich gerade im Fahrradabteil stehe wenn einer mit so 'nem Ding ankommt...ja, dann mache ich natürlich Platz. Und ich käme nicht auf die Idee, mich demonstrativ auf den Gangplatz zu setzen damit's neben mir auch frei bleibt oder gar den Rucksack auf den Sitz zu packen. Wer mehr Raum für sich beanspruchen will, darf halt nicht gleichzeitig in 'ner Millionenstadt leben wollen.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
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