Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Tarifverhandlungen für BVG- und BT-Beschäftigte zwischen Ver.di und KAV 2019
geschrieben von der weiße bim 
Immerhin: wenn dann bei Streiks oder wegen Personalmangels die Busse auf dem 300er ausfallen, sind das wenigstens umweltfreundliche Ausfälle. Immerhin sind das dann elektrische Busse. Die BVG und die grüne Verkehrssenatorin setzen eben Prioritäten.

Ich verstehe das Problem nicht: auf der einen Seite gibt es offensichtlich einen großen Mangel an Personal, z.B. an Fahrern. Offensichtlich sprechen die aktuellen Arbeitsbedingungen und/oder das Gehalt nicht genügend potentielle (geeignete) Bewerber an. Und was macht die BVG? Bietet ein bisschen Inflationsausgleich an. Vielleicht wird es wirklich einmal Zeit, die Nikutta auszutauschen, bevor uns allen der ganze Laden wirklich um die Ohren fliegt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.03.2019 11:14 von def.
Nachwievor ist die Dame dafür engagiert worden, die Bude so effizent wie möglich zu machen.
Und nach dem Tarifabschluß für den übrigen öffentl. Dienst liegt eine Meßlatte.
Die Stimmung gestern in der RG Bude war jedenfalls schon am Kochen, die Kollegen fühlen sich vom AG Angebot mehr als provoziert.

T6JP
Und nebenbei will man die langen 4 Minuten gesetzlicher Wendezeit an den Endstellen wegfallen lassen ?
Na so ein Arbeitgeber wird sein Personal nicht so lieben . Da kann man nämlich reichlich einsparen auch wenns kurz klingt mit vier Minuten.
Man muss sich einmal die Absurdität des Ganzen vor Augen halten. Wir haben einen aus drei Parteien bestehenden Senat: für eine der Parteien ist der ÖPNV angeblich total wichtig, die beiden anderen haben in historischer Hinsicht ihre (gemeinsamen) Wurzeln im Arbeitermilieu.

Nun haben wir die Situation, dass die BVG unter einem erheblichen Arbeitskräftemangel leidet, offensichtlich, weil die vielfach als unattraktiv wahrgenommenen Berufe auch noch eher mäßig bezahlt sind.

Nun sollte man annehmen, dass alle beteiligten Parteien ein Interesse an möglichst guten Abschlüssen für die Beschäftigten haben: die Grünen, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des ÖPNV sicherzustellen, sPD und Linke, um Arbeitnehmern ein besseres Leben zu ermöglichen. Und was passiert in Wirklichkeit? Man bietet einen Inflationsausgleich an.

Ein beliebtes Spiel (nicht nur bei der BVG, auch in der Privatwirtschaft) dürfte auch ein Grund für den Sinkflug der sPD sein, war sie doch daran immer wieder beteilit: gibt es Personalüberschüsse, müssen alle "den Gürtel enger schnallen", also z.B. auf Gehalt verzichten, wenn es nicht direkt eine Kündigung gibt. Läuft es gut und gibt es zu wenig Personal, müssen alle flexibler werden und zu immer mehr Überstunden bereit sein - das in Personalüberhangszeiten gern zitierte Gesetz des Marktes (geringere Nachfrage => niedrigere Preise) ist vergessen, wenn es plötzlich um den Umkehrschluss geht. Letztlich haben also immer die Arbeitnehmer die A****karte.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.03.2019 16:26 von def.
Zitat
biesdorfer83


Was die Erhöhung der Schichtzeit angeht, kann ich nur herzlich lachen. Bei mir liegt der Turnus bei 6/2 6/2 6/2 5/3. In einer sechser Woche komme ich min. auf 48 Std. Die Regel sind im Schnitt 52-54Std. Wenn dann die 5er Woche dran ist, sind es trotzdem 40-42Std. Und man kann sicher sein, das die Disposition anruft und fragt, ob du an einem freien Tag helfen könntest. Wenn man sich dazu bereit erklärt, haste wieder ne sechser Woche und bist dann zum 4. Mal in Folge bei rund 50 Std.

Hatte auch mal sowas ähnliches, das ging über Monate, irgendwann hab ich mir die Überstunden einfach auszahlen lassen, um wieder auf null (oder zumindest in die Richtung) zu kommen. Wie ist das eigentlich bei Euch, geht das auch? Oder müsst ihr die Plusstunden mitschleppen bis in alle Ewigkeit?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.03.2019 16:45 von schallundrausch.
Zitat
biesdorfer83
Auf die Mindestwendezeiten wird ja jetzt schon in teilen Verzichtet.

Pastor-Niemöller-Platz (Linie 107) 2 min
Alt-Blankenburg (sonntags, Linie 158) 0 min
Am Wasserturm (sonntags, Linie 158) 1 min
Hofzeichendamm (Linie 350) 2 min
S Buch (SVZ, Linie 353) 0 min …. usw.

Das "Angebot" der Arbeitgebervertretung ist definitiv abzulehnen.

Die Mindestwendezeit wurde beim Abschluss des 6. Änderungstarifvertrags 2011 glücklicherweise festgeschrieben, so dass ihre Einhaltung alternativlos ist. Kein Personalrat wird Fahr- und Dienstplänen zustimmen, die dagegen verstoßen. Allerdings gilt die Mindestwendezeit nicht für Kietzlinien am Stadtrand.

Zitat
6. ÄTV zum TV-N Berlin
(12) Die planmäßige Haltezeit (im U-Bahnbereich: Kehrzeit) an Endstellen muss im Straßenbahn- und U-Bahn-Betrieb sowie auf Metrobuslinien in der Zeit von 6.00 bis 22.00 Uhr grundsätzlich mindestens 4 Minuten betragen.

Dennoch ist der 158er sonntags mit einem einzigen Wagen auf dem fast 8 km langen Rundkurs mit exakt einer Minute planmäßiger Wendezeit (und der Forderung Verfrühung zu vermeiden) echt grenzwertig. Hier müsste man den 30-Minutentakt fordern, was für die Anschlüsse auf jeder zweiten Runde ziemlich schlecht wäre.

Dennoch gilt es die Mindestwendezeit zu erhalten, denn dafür wurden 2011 arbeitgeberseitig sicher Lohnprozente angerechnet (und zwar für alle tarifgebundenen Mitarbeiter und nicht nur für das Fahrpersonal). Eine Erhöhung auf 5 Minuten wäre hier das richtige Signal. Bei Kurzlinien unter 15 Minuten Fahrzeit pro Richtung wäre sie an einem Ende zu fordern, ansonsten an beiden.

so long

Mario
Zitat
def

Nun sollte man annehmen, dass alle beteiligten Parteien ein Interesse an möglichst guten Abschlüssen für die Beschäftigten haben: die Grünen, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des ÖPNV sicherzustellen, sPD und Linke, um Arbeitnehmern ein besseres Leben zu ermöglichen. Und was passiert in Wirklichkeit? Man bietet einen Inflationsausgleich an.

Traurig aber wahr und eben gerade im Bezug auf die geplante Verkehrswende nicht nachvollziehbar.
Neue Pressemitteilung von Verdi [bb.verdi.de]

Hier der Text: Bewegung im BVG-Tarifkonflikt?
Beim heutigen Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben hat es bislang keine besonderen Vorkommnisse gegeben, es gab auch keine Streikbrecher. Die BVG-Busse werden bis etwa 22.00 Uhr in den Depots bleiben, danach ist der Warnstreik beendet.
Als erste Reaktion auf den Bus-Warnstreik ist ver.di von der Arbeitgeberseite zu einem weiteren Tarifgespräch am kommenden Montag, dem 18. März 2019 eingeladen worden. „Ob zu diesem Termin auch ein neues, verbessertes Angebot vorgelegt wird, haben die Arbeitgeber bislang offengelassen. Aber natürlich werden wir uns am Montag mit den Arbeitgebern treffen. Aber eins muss klar sein: Eine Lösung des Konfliktes ist nur dann möglich, wenn die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen und die von ihnen angestrebten Verschlechterungen zurücknehmen“, sagte Jeremy Arndt, ver.di-Verhandlungsführer.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen