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Neue E-Buslieferungen
geschrieben von Harald Tschirner 
Zitat
marc-j
Und seit wann muss sich denn Busverkehr rechnen? Und wie „rechnet“ sich Lärmschutz, Emissionsschutz, Klimaschutz?

Spätestens seit in Massen die "schwarze Null angebetet" wird und man meint "Städte wie Unternehmen" führen zu müssen, hat sich diese Ansicht wohl irgendwie durchgesetzt. Auch wenn dies glücklicherweise meist nicht so interpretiert wird, dass jede einzelne Fahrt ihren Anteil zum Gewinn beitragen muss, ist der Druck auf die Verkehrsbetriebe, gut zu wirtschaften durchaus da. Und selbst wenn eine sinnvolle Stadtpolitik mit gewissen Zuschüssen leben kann und will, ist es schon sinnvoll, zwischen unterschiedlichen Investitionsvarianten bewusst zu entscheiden. Aus diesem Grund gab/gibt es ja auch Förderprogramme des Bundes, um den Umstieg auf die Elektromobilität zu erleichtern. Vom bereits erfolgten Umstieg in der Serienproduktion von Bussen und Bahnen profitieren nun sicherlich auch die Speditionen, weil die Hersteller die Technik schon einige Jahre lang im Alltag erproben und optimieren konnten.
Zitat
der weiße bim
Die sogenannte "Dekarbonisierung" des Busverkehrs ist im BVG-Verkehrsvertrag 2020 - 2035 vertraglich festgeschrieben. Im §24 heißt es dazu:
Zitat

Die Erbringung der gemäß § 9 Abs. 1 festgelegten Leistungen soll entsprechend § 26 Abs. 9 MobG schrittweise auf alternative Antriebe bzw. nicht fossile Antriebsenergien bis zum 31. Dezember 2030 umgestellt werden. ...

Einzelheiten enthält die Anlage 13.

Von "rasant" kann keine Rede sein, die Nichterfüllung des Verkehrsvertrags in diesem Punkt ist vom BVG-Vorstand öffentlich eingestanden worden. Von Beschaffung und Einsatz der für Spandau vorgesehenen Batterie-Obusse nebst Errichtung von Fahrleitungen wurde vor Jahren Abstand genommen.

Naja ohne die ambitionierten Ziele aus dem NVP 2019-2023 aus der Amtszeit von Senatorin Günther hätten wir heute wahrscheinlich keine E-Busse bei der BVG. Klar war das Ziel 2030 sehr sportlich aber es braucht eben auch große Ziele, damit am Ende immerhin etwas passiert. Was häufig vergessen wird, Frau Günther hat mit dem NVP und dem Mobilitätsgesetz viel Grundlagenarbeit geleistet für die Verkehrswende. Zum Beispiel auch die Fahrzeugbeschaffungen bei S-Bahn und U-Bahn mit ausreichend Optionen für signifikante Mehrleistungen.

Ein Teil des Verzugs rührt im übrigen auch daher, dass vor großen Bestellungen wie jetzt den Solaris E-GN die Entwicklung der Batteriezellen abgewartet wurde. Das steht auch so als Teil der Strategie im NVP und seinen Anlagen. Anhand der Tatsache, dass die neuen E-Gelenkbusse quasi einen Tageseinsatz auch ohne Nachladen schaffen, bestätigt dass sich das Abwarten ausgezahlt hat.

Schade ist natürlich, dass die Endstellenlader erst jetzt so langsam fertig werden und eben erst nach der Auslieferung der eigentlich genau dafür beschafften E-Busse mit Pantograph.

Weiß jemand eigentlich wie es in der E-Bus Beschaffung weitergehen soll nach dem die restlichen 220 Solaris ausgeliefert wurden? Es gibt ja wohl noch einige Optionen aus dem Rahmenvertrag mit Solaris (siehe: [www.bahninfo-forum.de]). Auch elektrische Doppeldecker oder elektrische Doppelgelenkbusse geistern immer wieder durch die Online-Zeitungen.
Zitat
Ebuscomegusto
Auch elektrische Doppeldecker oder elektrische Doppelgelenkbusse geistern immer wieder durch die Online-Zeitungen.

Elektrische Doppelgelenkbusse kommen seit längerer Zeit in Basel auf der Linie 50 zum Einsatz. In Deutschland dürfen solche Fahrzeuge aus fadenscheinigen Gründen wohl nicht so einfach eingesetzt werden.


Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Ebuscomegusto
Auch elektrische Doppeldecker oder elektrische Doppelgelenkbusse geistern immer wieder durch die Online-Zeitungen.

Elektrische Doppelgelenkbusse kommen seit längerer Zeit in Basel auf der Linie 50 zum Einsatz. In Deutschland dürfen solche Fahrzeuge aus fadenscheinigen Gründen wohl nicht so einfach eingesetzt werden.

Es sind keine fadenscheinigen Gründe, sondern §32 StVZO, der Höchstlängen vorschreibt.

Grundgedanke dabei ist, dass die Infrastruktur (Kurvenradien) etc. auf diese Maße geplant wird und alle Fahrzeuge, die sich an die Höchstmaße halten, können somit auf allen allgemeinen Straßen ohne zusätzliche Prüfungen eingesetzt werden. Wenn Straßen abweichend von diesen Mindestmaßen geplant werden (oder existieren), müssen sie entsprechend gekennzeichnet werden. Ab der Höchstgrenze ist der Einsatz nicht grundsätzlich verboten, sondern es muss individuell geprüft werden, ob die Infrastruktur der vorgesehenen Strecke den Einsatz zulässt oder nicht. Wenn diese Prüfung erfolgreich war, gibt es eine Freigabe für die entsprechenden Strecken.

Das gilt im übrigen genauso in Hamburg wie in Basel, wo es für den Einsatz von Doppelgelenkbussen entsprechend gehandhabt wurde.
Re: Neue E-Buslieferungen
04.08.2026 17:36
Zitat
Lopi2000

Das gilt im übrigen genauso in Hamburg wie in Basel, wo es für den Einsatz von Doppelgelenkbussen entsprechend gehandhabt wurde.

Basel ist allerdings außerhalb des deutschen Rechtsraums. Natürlich finden dort entsprechende Prüfungen auch statt, nur eben in einem anderen Rechtsrahmen. Ich muss da nachher mal Recherchieren, ob der Obus in der Schweiz nicht sogar als Straßenbahn zählt und daher unters Eisenbahngesetz fällt.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.2026 17:43 von Nemo.
Jay
Re: Neue E-Buslieferungen
04.08.2026 17:47
Zitat
Nemo
Zitat
Lopi2000

Das gilt im übrigen genauso in Hamburg wie in Basel, wo es für den Einsatz von Doppelgelenkbussen entsprechend gehandhabt wurde.

Basel ist allerdings außerhalb des deutschen Rechtsraums. Natürlich finden dort entsprechende Prüfungen auch statt, nur eben in einem anderen Rechtsrahmen. Ich muss da nachher mal Recherchieren, ob der Obus in der Schweiz nicht sogar als Straßenbahn zählt und daher unters Eisenbahngesetz fällt.

Die Buslinie 50 fährt zum Flughafen. Da kannst du dann gleich noch in Frankreich recherchieren. ;)

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Wenn der Bus auf der einen Schweizer Straße bleibt, dann vermutlich nicht.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Alter Köpenicker
In Deutschland dürfen solche Fahrzeuge aus fadenscheinigen Gründen wohl nicht so einfach eingesetzt werden.

Es sind keine fadenscheinigen Gründe, sondern §32 StVZO, der Höchstlängen vorschreibt.
[...]
Das gilt im übrigen genauso in Hamburg wie in Basel, wo es für den Einsatz von Doppelgelenkbussen entsprechend gehandhabt wurde.

Meine Schlussfolgerung bezieht sich auf wesentlich häufigere Sichtungen von Doppelgelenkbussen in der Schweiz (Basel, Luzern, Zürich), als in Deutschland. Auch in Hamburg gibt es die ja nicht mehr, soweit ich weiß - ich habe da jedenfalls in letzter Zeit keine mehr gesehen.

Dabei würden auch der Stadt Berlin solche Busse gut zu Gesicht stehen, vor allem in Spandau.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
Wutzkman
Wenn der Bus auf der einen Schweizer Straße bleibt, dann vermutlich nicht.

Dazu müsste man vermutlich in den Staatsvertrag schauen. Zumindest stehen entlang der Straße französische Verkehrsschilder, so dass sie wohl nicht vollständig nach Schweizer Recht behandelt wird.

Die Logik, dass Busse über 18,75m Länge ähnlich wie Schwertransporte Sondergenehmigungen benötigen, scheint es aber neben Deutschland auch ähnlich in Frankreich und der Schweiz zu geben, was aufgrund internationaler Normen usw. auch zu erwarten ist. Auf einer autobahnartigen Straße spricht allerdings auch nicht viel dagegen, eine solche Genehmigung zu erteilen.
Zitat
Wutzkman
Wenn der Bus auf der einen Schweizer Straße bleibt, dann vermutlich nicht.

So ist es. Selbst am Flughafen wechselt der Bus nicht auf die französiche Seite. Wer dort von der Buslinie 50 aus Basel zur Buslinie 220 nach Lörrach umsteigen will, muss einmal durch das Flughafengebäude gehen und die Grenze CH/F passieren.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
Nemo
Ich muss da nachher mal Recherchieren, ob der Obus in der Schweiz nicht sogar als Straßenbahn zählt und daher unters Eisenbahngesetz fällt.

Auf die Schnelle habe ich nur das Foto eines O-Bus-Zuges aus Lausanne gefunden. Der hat jedenfalls kein Kfz-Kennzeichen.


Zitat
Alter Köpenicker
Meine Schlussfolgerung bezieht sich auf wesentlich häufigere Sichtungen von Doppelgelenkbussen in der Schweiz (Basel, Luzern, Zürich), als in Deutschland. Auch in Hamburg gibt es die ja nicht mehr, soweit ich weiß - ich habe da jedenfalls in letzter Zeit keine mehr gesehen.

Dabei würden auch der Stadt Berlin solche Busse gut zu Gesicht stehen, vor allem in Spandau.

Das liegt aber wohl eher an den jeweiligen Städten und Verkehrsbetrieben, denen eine solche Ausnahmegenehmigung zu aufwändig ist bzw. die sie gar nicht erst beantragen, weil der Fahrzeugtyp eben nicht nur Vorteile hat. Allein die Logik einer Ausnahmegenehmigung bedeutet natürlich deutlich weniger betriebliche Flexibilität, wenn potenzielle Umleitungen nicht mit beantragt, geprüft und genehmigt werden.

Für viele Spandauer Hauptstraßen dürfte die Prüfung und Erteilung der Ausnahmegenehmigung aber nicht sonderlich kompliziert sein, weil die teils gigantischen Verkehrsschneisen solche Busse vermutlich gut aufnehmen können.
Zitat
Lopi2000
Das liegt aber wohl eher an den jeweiligen Städten und Verkehrsbetrieben, denen eine solche Ausnahmegenehmigung zu aufwändig ist

Und hier schließt sich der Kreis zu den "fadenscheinigen Gründen". Selbstverständlich wird die Beantragung einer solchen Ausnahmegenehmigung in Deutschland äußerst strapaziös sein und daher von kaum jemanden angestrengt werden. Wer weiß, was einem da für Steine in den Weg gelegt werden und am Ende ist dann außer Spesen nichts gewesen. Das wird in der Schweiz sehr viel einfacher sein, wie man an der Häufigkeit von Doppelgelenkbussen aller Art deutlich ablesen kann.


Zitat
Lopi2000
bzw. die sie gar nicht erst beantragen, weil der Fahrzeugtyp eben nicht nur Vorteile hat.

Natürlich muss das Fahrzeug zur Linie passen, darüber braucht man ja nicht diskutieren und das ist auch bei einfachen Gelenkbussen der Fall, die ja, analog zu DD-Bussen, auch nicht einfach überall eingesetzt werden können, obgleich es keiner Ausnahmegenehmigung bedarf.


Zitat
Lopi2000
Allein die Logik einer Ausnahmegenehmigung bedeutet natürlich deutlich weniger betriebliche Flexibilität, wenn potenzielle Umleitungen nicht mit beantragt, geprüft und genehmigt werden.

Du meinst, diese Ausnahmegenehmigung würde genau wie bei den Örbenleinern an bestimmte Strecken geknüpft sein? Diesem Argument folgend müssten auch einfache Gelenk- sowie DD-Busse eine solche Ausnahmegenehmigung besitzen. Meines Wissens ist das nicht der Fall und die Zulassung auf bestimmte Strecken wird betriebsintern geregelt.


Zitat
Lopi2000
Für viele Spandauer Hauptstraßen dürfte die Prüfung und Erteilung der Ausnahmegenehmigung aber nicht sonderlich kompliziert sein, weil die teils gigantischen Verkehrsschneisen solche Busse vermutlich gut aufnehmen können.

Daran dachte ich ja auch. Dennoch wird es, wie so oft, an fadenscheinigen Gründen scheitern.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Re: Neue E-Buslieferungen
04.08.2026 19:38
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Lopi2000
Das liegt aber wohl eher an den jeweiligen Städten und Verkehrsbetrieben, denen eine solche Ausnahmegenehmigung zu aufwändig ist

Und hier schließt sich der Kreis zu den "fadenscheinigen Gründen". Selbstverständlich wird die Beantragung einer solchen Ausnahmegenehmigung in Deutschland äußerst strapaziös sein und daher von kaum jemanden angestrengt werden. Wer weiß, was einem da für Steine in den Weg gelegt werden und am Ende ist dann außer Spesen nichts gewesen. Das wird in der Schweiz sehr viel einfacher sein, wie man an der Häufigkeit von Doppelgelenkbussen aller Art deutlich ablesen kann.

Naja, das Problem bei Sondergenehmigungen ist halt, dass es kein Recht auf sie gibt. Man kann natürlich bei einer wohlwollenden Regierung und Verwaltung Doppelgelenkbusse auf entsprechenden Linien einsetzen. Und dann wird nach 15 Jahren die Sondergenehmigung einfach nicht mehr verlängert, oder man schreibt keine Fahrzeuge mehr aus, da zu teuer, Gründe gibt es da sicherlich viele. Und dann steht man da mit den langen Haltestellen und zu wenigen und zu kurzen Bussen da.

So lange man auf solchen Strecken noch mit der Straßenbahn drohen kann, wird sich aber kaum jemand gegen solche Sondergenehmigungen wehren. Bei der gegenwärtigen Politik würde aber halt auch ein längerer Bus im Stau stehen. Die Vorteile, durch Busspuren, Vorrangschaltungen usw. könne so ein Straßenbahnersatz daher auch nie ausspielen.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.2026 19:40 von Nemo.
Zitat
Ebuscomegusto
Weiß jemand eigentlich wie es in der E-Bus Beschaffung weitergehen soll nach dem die restlichen 220 Solaris ausgeliefert wurden? Es gibt ja wohl noch einige Optionen aus dem Rahmenvertrag mit Solaris (siehe: [www.bahninfo-forum.de]). Auch elektrische Doppeldecker oder elektrische Doppelgelenkbusse geistern immer wieder durch die Online-Zeitungen.

Weitere Beschaffungen werden schwieriger.

Die beim Beginn der E-Bus-Kampagne propagierte deutliche Reduzierung der Beschaffungspreise und Betriebskosten durch große Stückzahlen blieb nicht nur aus, sondern die Fahrzeugbranche nutzte die politisch vorgegebenen Zwänge zu Preissteigerungen und großzügige Handhabung der vertraglichen Liefertermine.
Kosteten die Wagen der zuletzt gelieferten Serie Euro6-Diesel EN18 bis EN21 von Evobus/Daimler-Benz noch etwa 220 Tausend Euro pro Stück, ergab die zweite E-Busausschreibung über 90 EN einen Preis von rund 800 TEUR für qualitativ schlechte und dazu noch ein Jahr später als vereinbart gelieferten Ebusco, die aus chinesischen Komponenten bestehen und zwischenzeitlich wegen fortschreitender Rissbildung abgestellt und repariert werden mussten. Nur durch geschickte Verhandlungen zahlte die BVG nur 220 TEUR wie für die weitaus zuverlässigeren Euro6-EN. Den Rest beglichen Bund und Land Berlin aus Fördermitteln, die aus Sondervermögen (Krediten) stammen, die unsere Kinder noch tilgen werden, wenn die Karren längst verschrottet sind. Die Ladetechnik und zusätzliche Betriebshöfe und Personale kommen noch dazu.

Die Potsdamer ViP hat reagiert und ihre Bestellung von Ebusco-Gelenkwagen inzwischen storniert.

Auch der Bund rudert inzwischen zurück und wird schon im kommenden Jahr die E-Busse statt mit 403 nur noch mit 130 Mio Euro (bundesweit) fördern und in den Folgejahren weiter reduzieren, siehe [www.vdv.de].

so long

Mario
Re: Neue E-Buslieferungen
05.08.2026 05:15
Die Beschaffungspreise, die Du nennst, sind völliger Quatsch.
Die erste E-Busse kosteten deutlich mehr als 220.000 €.
Das waren nur die Mehrkosten gegenüber dem Dieselbus nach Abzug der Bundesförderung.

Insgesamt sind deutlich fallende Preise für E-Busse zu erkennen. Zudem darf man E-Bus-Preise 2026 nicht mit Dieselbusausschreibungen vor 10 Jahren vergleichen.
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Lopi2000
Das liegt aber wohl eher an den jeweiligen Städten und Verkehrsbetrieben, denen eine solche Ausnahmegenehmigung zu aufwändig ist

Und hier schließt sich der Kreis zu den "fadenscheinigen Gründen". Selbstverständlich wird die Beantragung einer solchen Ausnahmegenehmigung in Deutschland äußerst strapaziös sein und daher von kaum jemanden angestrengt werden. Wer weiß, was einem da für Steine in den Weg gelegt werden und am Ende ist dann außer Spesen nichts gewesen. Das wird in der Schweiz sehr viel einfacher sein, wie man an der Häufigkeit von Doppelgelenkbussen aller Art deutlich ablesen kann.

Ich habe noch nie einen solchen Antrag gestellt und kann es somit nicht beurteilen, aber immerhin gibt es dafür ein zentrales Onlineportal mit Tuturialvideos [www.vemags.de]

Da die Verantwortung für das Verfahren bei den einzelnen Landesbehörden liegt, könnte sich Berlin für die BVG natürlich auch ein anderes Verfahren überlegen, das sich an die LKWÜberlStVAusnV anlehnt. Darin sind für überlange LKW bundesweit Streckenabschnitte definiert, auf denen diese eingesetzt werden können.

Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Lopi2000
Allein die Logik einer Ausnahmegenehmigung bedeutet natürlich deutlich weniger betriebliche Flexibilität, wenn potenzielle Umleitungen nicht mit beantragt, geprüft und genehmigt werden.

Du meinst, diese Ausnahmegenehmigung würde genau wie bei den Örbenleinern an bestimmte Strecken geknüpft sein? Diesem Argument folgend müssten auch einfache Gelenk- sowie DD-Busse eine solche Ausnahmegenehmigung besitzen. Meines Wissens ist das nicht der Fall und die Zulassung auf bestimmte Strecken wird betriebsintern geregelt.

Ja, das würde mit ziemlicher Sicherheit so sein, da ja für jede genehmigte Strecke geprüft werden muss, ob die überlangen (oder bei Schwertransporten überbreiten / übergewichtigen) Fahrzeuge dort hinpassen und bei einer längerfristigen Genehmigung natürlich auch irgendwo gut nachvollziehbar festgelegt werden muss, dass es diese Genehmigung gibt. Der Grundsatz bleibt ja, dass das deutsche (oder vom Prinzip her auch jedes andere) Straßennetz für bestimmte Fahrzeugdimensionen entworfen ist. Nur weil die Hochbahn in Hamburg eine Genehmigung für überlange Busse bekam, wurden natürlich nicht am anderen Ende der Stadt Kurvenradien bei Neubauten oder Baustellen auf diese Busse angepasst.

Es liegt natürlich an Antragstellern und Genehmigungsbehörde, welcher Weg konkret gewählt wird und ob z.B. potenzielle Ausweich- oder Umwegrouten mit geprüft und genehmigt werden.

Zitat
Alter Köpenicker
Daran dachte ich ja auch. Dennoch wird es, wie so oft, an fadenscheinigen Gründen scheitern.

Hamburg ist diesen Weg ja gegangen und hat sich schon nach dem üblichen Einsatzende der Busse dagegen entschieden, obwohl die Linie grundsätzlich ganz gut geeignet war/schien.
Zitat
der weiße bim
Zitat
Ebuscomegusto
Weiß jemand eigentlich wie es in der E-Bus Beschaffung weitergehen soll nach dem die restlichen 220 Solaris ausgeliefert wurden? Es gibt ja wohl noch einige Optionen aus dem Rahmenvertrag mit Solaris (siehe: [www.bahninfo-forum.de]). Auch elektrische Doppeldecker oder elektrische Doppelgelenkbusse geistern immer wieder durch die Online-Zeitungen.

Weitere Beschaffungen werden schwieriger.

Die beim Beginn der E-Bus-Kampagne propagierte deutliche Reduzierung der Beschaffungspreise und Betriebskosten durch große Stückzahlen blieb nicht nur aus, sondern die Fahrzeugbranche nutzte die politisch vorgegebenen Zwänge zu Preissteigerungen und großzügige Handhabung der vertraglichen Liefertermine.
Kosteten die Wagen der zuletzt gelieferten Serie Euro6-Diesel EN18 bis EN21 von Evobus/Daimler-Benz noch etwa 220 Tausend Euro pro Stück, ergab die zweite E-Busausschreibung über 90 EN einen Preis von rund 800 TEUR für qualitativ schlechte und dazu noch ein Jahr später als vereinbart gelieferten Ebusco, die aus chinesischen Komponenten bestehen und zwischenzeitlich wegen fortschreitender Rissbildung abgestellt und repariert werden mussten.

Bei der damaligen Ausschreibung war aber Ebusco die einzige Firma die echte E-Busse angeboten hat. Die anderen Firmen wie Solaris und Mercedes haben Dieselbusse mit Elektroantrieb angeboten. Ebusco hat ihr Busmodell komplett neu entwickelt und eben voll auf die Anforderungen eines E-Bus ausgelegt. So gibt es erstmals keinen Motorturm mehr im Fahrgastraum der sinnlos Fahrgastkapazitäten frist. Durch die Leichtbauweise war Ebusco damals auch eine der ganz wenigen Firmen die eine auskömmliche Reichweite für einen Tageseinsatz angeboten haben. Die Mercedes EN19 und die Solaris EN19 bzw. EN20 haben eine deutlich geringere Reichweite.

Sicherlich hat sich Ebusco seine Pionierarbeit ordentlich was kosten lassen. Außerdem scheint es auch so einige Managementprobleme bei Ebusco zu geben, sonst würde man nicht ständig an der Pleite vorbeischrammen. Interessanter wären aktuelle Preise für die neuesten Solaris GN26. Diese scheinen im Gegensatz zu den Serien aus 2017 und 2025 auch als echte E-Busse konzipiert worden zu sein und haben auch eine sehr gute Reichweite. Allerdings gehe ich bei Solaris mal von weniger überhöhten Preisen aus.
Die Mercedes und Solaris sind ja mittlerweile in Teilen umgerüstet, sodass diese eine höhere Reichweite als Ebusco haben.

Berliner Linienchronik (+ Stationierungen/Werbungen/...) 1858-2026
Zitat
485er-Liebhaber
Die Mercedes und Solaris sind ja mittlerweile in Teilen umgerüstet, sodass diese eine höhere Reichweite als Ebusco haben.

Ach spannend, das wusste ich noch nicht. Werden alle 105 Solaris umgerüstet? Wenn die Busse jetzt auch einen ganzen Tag draußen schaffen ohne nachzuladen, dann bekommen die EN sicher keine nachträglichen Pantographen, oder?
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